Profil von Laurina

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NaturGewalt
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Profil

Benutzername:
Laurina
Alter:
29
Gruppen:
Tätigkeit:
Elektroniker

Charakter

Name:
Laurina Leandor Ar'tarsis / "Luna"
Alter:
29
Rasse:
Elfe
Heimat:
Nördlicher Wald von Sieryan
Aufenthaltsort:
Mérindar

Steckbrief

Name:
Ihr voller Name lautet Laurina Leandor Ar'tarsis, ein uralter elfischer Name dessen genaue Bedeutung schon längst in Vergessenheit geraten ist. Im Laufe ihres Lebens eignete sie sich den Rufnamen "Luna" an, doch die Gründe dafür wollen wir erst an späterer Stelle nennen.

Alter:
Sie misst nunmehr 29 Jahre, nach menschlichen Maßstäben mag man sie auf etwas 16 oder 17 schätzen, geht man vom Aussehen aus, und in der Tat ist sie damit für eine Elfe noch Recht jung.

Rasse:
Wie schon gesagt gehört Laurina den Elfen an, allerdings lebt die Sippe in der sie aufwuchs etwas abgeschieden und tiefer im Wald als der Großteil der anderen Elfen, und so kam es das sich ihre Kultur in einigen Bereichen anders entwickelte als man es normalerweise von Elfen gewohnt sein mag. Rein biologisch gesehen ist und bleibt sie allerdings eine reinblütige Elfe.

Aussehen:
Sofort wird nicht jedem klar das es sich bei Laurina um eine Elfe handelt, nur die typischen Spitzen Ohren mögen ihre Herkunft im ersten Moment erahnen lassen. Insgesammt würde statt dem Wort "Anmut" die Formulierung "Praktisch Bedacht" viel mehr zutreffen. Ihre Haut mag einen hellen, gar blassen Ton haben, doch ist es ziemlich schwer überhaupt irgendwo ein Fleckchen Haut zu finden, das nicht zumindest von einer dünnen Schicht Schmutz und Staub bedeckt wird. Den Höhepunkt bilden hierbei die Füsse, ist es doch offenkundig das sie schon länger den Grundgedanken von Schuhen als nützliche Erfindung verworfen zu haben scheint. So sind die Sohlen ihrer eigentlich zarten, kleinen Füße komplett schwarz, die Phase in der sich Schwielen an den Sohlen bilden würden, vom barfüßigen Gang über den Waldboden, scheint sie jedoch schon überwunden zu haben.
Auch ihre Kleidung passt mehr zu einer Lebensweise die viel mit Aktivitäten an der frischen Luft zu tun hat. Früher einmal mag das was sie da trägt ein fein gearbeitetes Ledergewand gewesen sein, heute ist die leichte Rüstung vollkommen spröde und verkerbt, allerdings durchaus noch funktionsfähig.
Wandert man mit dem Blick zu ihrem Gesicht wird man meist mit einem eher unfreundlichen Blick bestraft, um es einmal milde auszudrücken. Es ist nicht selten das sie Fremden die Zähne zeigt, so wie es eher von einem Hund zu erwarten wäre als von einer Elfe. Doch die mandelförmigen und leuchtend azurblauen Augen und die spitzen Ohren lassen den Schluss zu das es sich eindeutig nicht um einen Hund handelt. Das rabenschwarze Haar ist kurz geschnitten und scheint ungewaschen, jedoch von Ungeziefer frei zu sein. Es ist mehr als wahrscheinlich das sie sich das Haar selbst geschnitten hat, höchstwahrscheinlich sogar mit dem Dolch der an ihrem Gürtel hängt.
Trotz alledem kann man sie nicht unbedingt als hässlich bezeichnen. Zumindest wenn man von der Anatomie und dem grundelgenden Aufbau des Gesichtes ausgeht, erblickt man sie einmal mit einem Gegenblick der einem nicht einen plötzlichen Tod zu wünschen scheint. Eigentlich sind die Gesichtszüge doch fein und feminin, das Gesicht an sich ist recht schmal und noch völlig frei von Falten, so wie es von einer jungen Elfe zu erwarten ist. Der insgesammt ca. 1,58 große Körper scheint zwar trainiert zu sein, doch nach großen Muskelpartien sucht man vergebens. Auch wenn man sie nicht in Aktion erlebt lässt sich erahnen das sie ziemlich flink, geschickt und ausdauernd ist.

Waffen:
An ihrem dünnen Gürtel kann man offen getragen einen Langdolch erkennen, der offenbar seine besten Jahre schon hinter sich hatte. Vielleicht gab es auf der Klinge tatsächlich einmal eine geschwungene Gravur wie es sonst bei solchen Waffen - vor allem bei denen der Elfen – üblich sein mag, doch sie wurde nun schon so oft geschliffen das davon nichts mehr zu erkennen ist. Auch der Griff ist vollkommen abgegriffen, doch die Ornamente könnte man mit viel Phantasie vielleicht noch als einen Wolf indentivizieren, dazu braucht man allerdings schon eine Menge Phantasie.
Auf dem Rücken erkennt man Köcher und einen Kompositionsbogen wie man ihn oft bei Elfen sehen kann. Auch er ist leicht verziert, doch das scheint eher nebensächlich zu sein, handelt es sich doch um eine Waffe die oft zum Einsatz kommen soll und nicht als Schmuckstück über dem Kamin hängt. Der Köcher ist gut gefüllt mit Pfeilen die aus eigener Herstellung zu stammen scheinen.

Charaktereigenschaften:
Grundlegend gibt es nur eine Eigenschaft an Laurina die typisch für Elfen ist; nämlich ihr Stolz. Jedoch trägt sie den nicht so zur Schau wie man es erwarten würde, ihr Stolz ist einer anderen Natur. Sie ist nicht Stolz auf ihr Aussehen, was man am Erscheinungsbild offensichtlich erkennen mag, sie ist eher Stolz auf ihre Fähigkeite, auf ihr Blut, auf das was sie bisher Geleistet hat und auf das was sie jeden Tag tut. Eigentlich ist sie sogar ziemlich eingebildet, sollte es tatsächlich einmal jemand wagen Kritik an ihr auszuüben kann das üble Folgen haben. Mit Autoritäten kommt sie ohnehin ganz und garnicht klar. Sie hat so viel Zeit allein verbracht das es ihr fast unmöglich ist Befehle von anderen zu befolgen, in dieser Hinsicht kann sie wie ein kleines Kind sein.
Insgesammt kann man sie als sehr Aufbrausend und fast sogar Überemotional einstufen. Sie kann auf kleinste Aussagen sehr heftig reagieren, nicht mit Tränen und innerer Zerrütung, sondern oft mit Wut; Jähzorn wäre hier wohl das beste Wort.
All das betrachtend könnte man sagen sie ist ziemlich unsozial, und das zu Recht. Sie hat viel Zeit allein verbracht und würde in einer großen Gesellschaft wie einer Stadt nichtmehr klarkommen, zumindest könnte sie an solch einem Ort nicht friedlich Leben. Wahrscheinlich würde sie nach einem halben Tag von einem Galgen baumeln weil sie irgendeinem Fremden an die Kehle gegangen war. Doch muss man dazu sagen das sie eine Stadt auch nie ohne weiteres freiwillig betreten würde. Sie hat sich an ihre Isoliertheit und den Tagesablauf gewöhnt. Natürlich würde sie noch alles tun um in ihre Heimat zurück zu kommen, doch dieser Weg ist ihr auf immer verperrt und so verweilt sie doch lieber allein im Wald.
Sie mag zwar auf Fremde Wild und Hasserfüllt wirken, doch im inneren ist sie Gebrochen. Die Verbannung aus ihrer Heimat nahm ihr alles was sie hatte, alles was sie liebte. Ihr fehlte von da an jeder Rückhalt und sie hatte nichts woran sie sich Klammern konnte, nichts wonach sie ihr Leben ausrichten konnte. Das einzige was ihr geblieben war, war der Wald. Man hatte sie gelehrt den Wald in dem sie lebten zu ehren und zu respektieren, dankbar zu sein für die Geschenke die er ihnen darbrachte, in Form von Rohstoffen und Nahrung. Und so beschloss sie in ihrer Trauer sich dem Schutz des Waldes zu widmen. Sie wurde zu seiner Hüterin. Das klingt vielleicht als wäre sie den friedvollen Weg eines Druiden eingegangen der Bäume pflanzte und Naturmagie wirkte, doch ihre Inrterpretation dieser Sache war eine gänzlich andere. Sie war keine Gärtnerin. Sie war keine Magierin. Sie war eine Kämpferin, eine Jägerin. Und so begann sie Jagd auf das zu machen was dem Wald schaden konnte. Sie kompensierte die Trauer über den Verlust zur Hass auf all das was ihr auch noch den allerletzten Bezugspunkt zum Leben hätte nehmen können. Die Zivilisation. Die Menschen. Die sich ausbreitenden Völker die in ihrer Ignoranz Wälder rodeten, ihre Rohstoffe ausbeuteten und ihre Tiere abschlacheten.

Die Elfe und der Mond:
"Luna", dieser Spitzname entstand nicht durch Zufall. Seit ihrer Kindheit leidet das Mädchen an einer sehr ausgeprägten Form der Mondsucht. Sei es ein Fluch oder eine rein Psychische Krankheit, das Mondlicht zog sich wie ein roter Faden durch ihr gesamtes Leben. Und das Wort 'Sucht' ist hier keine Übertreibung. In klaren Nächten verfällt das Mädchen in einen Rauschzustand, besonders in Vollmondnächten, sie Schlafwandelt, aber dieser Zustand ist so intensiv das er eher einer Trance gleicht, spricht man sie an reagiert sie nicht, als wäre man Luft, es ist so gut wie unmöglich sie daraus zu wecken. Sie steuert dann mit aller Kraft auf die Punkte in der Umgebung zu an denen sie den Mond am besten sieht, an denen sie ihm am nächsten sein kann, seien es Dächer oder Baumwipfel. Doch dieses Stadium erreicht sie nur in wirklichen klaren Vollmondnächten. In normalen Nächten ist sie sich zwar über alles was um sie passiert im Klaren und sie hat sich größtenteils under Kontrolle, doch zum Mond fühlt sie sich trotzdem hingezogen, das Bad in den Strahlen des Mondlichst verschafft ihr eine tiefe innere Befriedigung. Ist sie längere Zeit vom Mondlicht getrennt, zum Beispiel weil sie in irgendeinem dunklen Raum eingesperrt geht es ihr schlecht. Sie verfällt in einen fiebrigen Zustand und bekommt Schüttlefrost, sie wird einfach immer schwächer. Es ist nicht ausgeschlossen das sie das letztendlich auch umbringen könnte, auf jeden Fall ist sie in diesem Zustand aber sehr verletzlich.

Was die ganze Sache noch zusätzlich verkompliziert ist das sie ebenfalls seit ihrer Geburt normalerweise schreckliche Höhenangst hat. Doch scheint sie dass in besagtem Zustand einfach zu vergessen, bis sie wieder erwacht jedenfalls. Man musste sie früher schon des öfteren Morgens von Gebäudedächern oder Ästen holen an denen sie sich krampfhaft festklammerte, wie ein Kätzchen das auf einen Baum geklettert war und den Sprung in die Tiefe nun nichtmehr wagte. Die ganze Sache setzt ihr schrecklich zu und nagt bei jeder solcher Aktionen argh an ihrem Stolz, und so ist sie auf dieses Thema weiß Gott nicht gut zu sprechen.

Fähigkeiten:
In dem zierlichen Elfenkörper steckt weit mehr Energie als man ahnen könnte. Ihre größte Stärke liegt wohl in ihren geschickten Bewegungen und der Geschwindigkeit mit der sie sich zu Bewegen weiß. Sie ist ziemlich flink und Notfalls könnte sie wohl auch in einem entsprechendem Tempo fliehen. Doch trotz alledem ist ihre Stärke recht begrenzt. Mit 1,68 und einem geringen Körpergewicht könnte sie eigentlich jeder Erwachsene Mann problemlos überwältigen, sofern er sie denn zu fassen bekommt und keine Angst davor hat gebissen zu werden, denn auch davor scheut sie im Notfall nicht zurück.
Doch normalerweise nutzt sie im Nahkampf eher den Dolch an ihrem Gürtel. Allerdings versucht sie so gut wie möglich es nicht auf einen Nahkampf ankommen zu lassen, denn so schnell sie auch sein mag, in einem Kampf gegen einen Gegner mit Langschwert zum Beispiel würde sie höchstwahrscheinlich am Ende doch unterliegen. Doch sie hat ja noch den Bogen auf ihren Rücken, und mit dem verfehlt sie nur selten ihr Ziel. Vielleicht ist sie nicht die beste ihres Fachs, doch das Elfen zu den erfahrensten Wesen zählen, wenn es um den Umgang mit einem Bogen geht sollte ja bekannt sein.

Über die Jahre hat sie gelernt sich dem Wald anzupassen, sie kann sich geräuschlos zwischen Büschen und Bäumen bewegen ohne dabei an all zu viel Tempo zu verlieren, sie kann sich zwischen den dunklen Zweigen des Unterholzes verstecken, und es schreckt sie sicher nicht ab, sich dafür noch mehr Dreck ins Gesicht zu schmieren und sich mit abgebrochenen Zweigen und Moos zu bedecken. Wenn sie nicht gesehen werden will, sieht man sie nicht. Wenn sie einen Kampf beginnen will, tut sie es meist aus dem Hinterhalt, sofern die Bedingungen dafür gegeben sind, denn ganz plötzlich unsichtbar machen kann sie sich nun auch wieder nicht. Des weiteren kann sie ein paar einfache Fallen aufstellen, doch diese sind meist recht primitiv da ihr einfach entsprechende Werkzeuge fehlen.
Den Umgang mit Magie hat sie nie gelernt, und überhaupt jagt ihr alles was mit Magie zu tun hat einen leichten Schauer über den Rücken. Magie ist einfach etwas das sie nicht versteht und dem sie nicht traut, und somit eine potentielle Gefahr.

Außerdem kann sie eigentlich sehr gut Klettern, doch da sie Höhen ohnehin meidet so gut es nur geht kommt diese Fähigkeit fast nie zum einsatz.
Zu Erwähnen wäre vielleicht noch das sie nie gelernt hat wie man Schwimmt, aus dem einfachen Grund das es in ihrer Heimat keine Gewässer gab die groß genug gewesen wären das man in ihnen hätte ertrinken können, es sei denn man stellt sich schon ziemlich blöd an.

Vergangenheit:
Ihre Geburt, die wie kaum anders zu erwarten in einer Vollmondnacht von statten ging, hatte den Tot ihrer eigenen Mutter zu Folge. Das war nicht der beste Start ins Leben den man sich Wünschen konnte, doch immerhin war sie selbst Gesund. So verblieb ihr Vater Anfangs mit gemischten Gefühlen, einerseits der Schmerz des Verlusts und andererseits das Glück eines neuen Lebens. Laurina erbte den Namen ihrer Mutter um so das Gedenken zu erhalten. Sie war das erste und gleichzeitig auch letzte Kind der Familie, doch allein aufwachsen musste sie deswegen nicht. In der Sippe gab es einen etwa gleichaltrigen mit dem sie fast ihre gesamte Jugend verbrachte, Tamlin war sein Name, kurz Tam. Im Gegensatz zu Laurina, die schon in frühen Jahren ein echter Wildfang war und mehr Ärger als Nötig verursachte war er eher ruhig, wenn nicht sogar übervorsichtig, also eher so wie man es von einem Elfen erwarten würde. So übernahm aber sie die leitende Rolle wenn es um kindliche Abenteuer ging, und zog ihn dabei oft in Situationen hinein die ihm nur sehr wenig zusagten, doch eine echte Beschwerde gab es nie. Doch einen Vorteil brachte ihm das ganze schon ein; er war der einzige der es je wagen konnte sie aufzuziehen ohne sogleich angegriffen zu werden, körperlich zumindest, denn verbal wurde ihm schon einiges entgegen geworfen, doch das prallte an dem Schutzschild ab das er schnell gegen ihre beleidigenden Worte entwickelt hatte, die in großer Menge von ihren Lippen kamen wenn sie wieder einen ihrer Ausbrüche hatte. Er wartete solche Situationen mit einem schelmischen Lächeln ab das ihr nur noch mehr Röte ins Gesicht jagte.
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Tamlin wachte noch vor Sonnenaufgang von einem Geräusch auf, das andere vielleicht nur als den Wind wahrgenommen hätten, der durch die Blätter streifte. Doch er wusste besser als jeder andere worum es sich dabei handelte. Mit einem leichten seuftzen sog er sich rasch an und ging vor die Tür. Das Gras war noch feucht vom Morgentau und an einem weit entfernten Horizont brachen die ersten Sonnenstrahlen über die Wipfel der Bäume hinweg. In der vergangenen Nacht war wieder Vollmond gewesen. Auch wenn er ihn selbst nicht gesehen hatte wusste er spätestens jetzt genau das es so war, denn das Geräusch verstärkte sich je Näher er Lunas Haus kam. Es war ihr leises Wimmern, wirklich Weinen sehn hatte er sie noch nie, diese Geräusch war wohl das einzige was sie in solchen Situationen zu Stande bringen konnte. Wo die Leiter stand wusste er schon gut genug, und erneut fragte er sich warum sie es eigentlich nicht zu wissen schien. Als er die Leiter an den Rand des Daches lehnte, das mit kleinen Holzplatten bedeckt war und nur eine geringe Neigung hatte, setzte das Wimmern kurz aus. Ein leises aber vor Hoffnung überquellendes "Tam?" ertönte von oben. "Wer auch sonst." antwortete er nur gelassen. Inzwischen war in solche Situationen für ihn eine gewisse Routine eingekehrt. "Wenn es mich nicht gäbe würdest du Mittags noch hier sitzen während die anderen dich zum Essen rufen." sagte er während er den Aufstieg begann. "Halt die Klappe und Hilf mir!" nach diesen giftigen Worten machte er eine kurze Pause auf der Leiter. "Ich kann gerne auch wieder gehen und warten bis du dich beruhigt hast." - "Nein!" erwiederte sie wohl anfangs etwas zu laut, dann wiederholte es sie noch einmal mit dem höchsten Maß an Demut das sie aufbringen konnte etwas leiser und fügte sogar noch ein 'Bitte' hinzu. "Hab ichs mir doch gedacht." Er nahm die letzten Sprossen der Leiter und sah über den Rand. Sie lag in der Mitte des Dachs, zusammengerollte zu einem winzigen Ball, die Hände versuchten sich an irgendetwas festzkrallen, die Haut war so blass das man fasst meinen konnte jede Ader darunter zu sehen. Ihr Blick huschte zu ihm und ein paar Haare hingen über den Blutunterlaufenen Augen. Ihm war klar das sie nicht zu ihm kommen würde und so überwand er den Rand auch noch. Vollkommen ruhig schritt er sogar aufrecht über das Dach auf sie zu. Er hockte sich vor sie und strich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Wäre sie in der Lage gewesen eine Hand auch nur für eine Sekunde vom Dach zu lösen, hätte sie ihm wahrscheinlich jetzt die Hand weggeschlagen.
Er seuftzte nocheinmal kurz und drehte sich dann an auf der Stelle, noch immer in der Hocke. "Komm." sagte er mit ruhiger Stimme. Auch sie kannte die Prozedur schon all zu gut und kletterte auf seinen Rücken. Er würde sie wieder Huckepack runtertragen müssen. Das Gesicht vergrub sie in den Falten seiner Kleidung, keinesfalls wollte sie auch nur versehentlich einen Blick nach unten werfen müssen. Auch für ihn wäre es Kritisch geworden wenn sie jetzt in Ohmacht fiele. Er bewegte sich die Leiter zu und meisterte auch den schwierigsten Teil wieder mühelos, nämlich den wechsel vom Dach auf die Leiter mit Laurina auf dem Rücken. Während des Abstieges bot sich wieder eine wundervolle Gelegenheit sie aufzuziehen. "Luna was soll ich nur mit dir machen" Er hatte ihr diesen Namen gegeben, und er wusste genau das sie ihn hasste. Also benutzte er ihn so oft wie möglich. "Sei ruhig" kam es gedämpft von seinem Rücken. "Hast du zugenommen?" wieder nur ein "Sei ruhig" zur antwort. "Weißt du, ich könnte mich jetzt auch fallen lassen, ich würde schleißlich weich landen." Nun drückte sie sich allerdings nur noch fester an ihn und ihm stieg kurz etwas die Röte ins Gesicht, denn auch bei ihr hatte die Weiblichkeit schon zu erblühen begonnen. "Du tust mir weh" sagte er jedoch nur mit etwas brüchigerer Stimme. Dann setzte er auf dem Boden auf und sagte kurz "Wir sind unten." Er ging kurz in die Hocke und lies sie absteigen. Dann brachte er die Leiter weg und lies ihr somit eine Minute sich zu sammeln.
Als er wieder kam hockte sie an der Hauswand, die Beine angezogen und den Kopf auf den Knien abgelegt. Er setzte sich zu ihr. Eine Weile verging ohne das einer von beiden etwas sagte. "Warum bin ich so?" fragte sie wehleidig. Er dachte kurz darüber nach, doch auch ihm fiel keine zufriedenstellende Antwort ein. "Ich weiß es nicht. Aber ich werd immer da sein um dich runter zu holen, mit der Leiter." - "Vollidiot"
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Die Ausbildung in den Kampfkünsten und mit dem Bogen erhielt sie von ihrem Vater. In dem Dorf in dem sie aufwuchs gab es keine Magier, und zur Hausfrau hätte sie garantiert nichts getaugt, sie war viel zu unruhig und ungeduldig für die meisten handwerklichen Arbeiten. So wurde sie zur Kriegerin und Jägerin ausgebildet, auch wenn das eigentlich eher ein von Männern dominierter Beruf war, zumindest in ihrem Heimatort. Trotzdem wollte keiner der sie kannte diese Wahl anzweifeln. Oder besser gesagt, keiner wagte es. Die meisten anderen jungen Elfen des Ortes mieden sie, sie galt als raufwütig und auch die meisten Jungen wussten nicht wie sie mit ihr umgehen sollten, sie wussten sehr gut das sie in einem Kampf unterliegen konnten und hatten ohnehin kein Interesse eine Schlägerei mit einem Mädchen anzufangen. Wäre Tamlin nicht gewesen hätte sie wohlmöglich eine schreckliche Kindheit verbracht. Auch wenn es sie wunderte warum er so fest zu ihr hielt. Doch sie wagte es nie diese Frage auszusprechen, mit dem kindlichen Gedanken im Kopf das er in dem Moment seinen Fehler einsehen könnte und sie dann doch allein wäre.
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"Gibt es Neuigkeiten?" "Nein immer noch keine Spur von ihm..." Es war jetzt zwei Wochen her das Lunas Vater verschwunden war. Er war ohne einen Grund zu nennen in den Wald gegangen und seitdem nichtmehr zurückgekehrt. Die meisten im Dorf glaubten nichtmehr an seine Rückkehr, doch Tamlin ging dessen ungeachtet jeden Tag zu Luna und erkundigte sich. Sie würde es nicht so einfach hinnehmen, schließlich hatte sie nur noch ihren Vater, hatte sie doch ihre Mutter nie kennengelernt. Es ging ihm selbst nahe, nicht unbedingt um ihres Vaters Willen, wirklich viel zu tun gehabt hatte Tamlin nämlich nie mit ihm, aber Luna so zu sehen setzte ihm dann doch zu, auch wenn er es nicht zugeben würde.
"Wir gehen ihn suchen." Mit diesen Worten wurde er aus seinen Gedanken gerissen. "Was? Bist du verrückt? Wir haben doch keine Ahnung wo er hin ist! Und was heißt hier eigentlich wir? Das klingt ja so als wäre es schon beschlossene Sache!" - "Ist es auch. Nimm mit was du für nötig hältst, wir werden ein paar Tage draußen sein" Eine weiter Gelegenheit Einspruch zu erheben blieb ihm nicht, sie war in ihr Haus verschwunden. Er hatte ohnehin keine Wahl, wenn er nicht mitging würde sie allein gehen, und wie das Enden konnte wollte er sich nicht vorstellen.

Sie waren Nachts aufgebrochen. Der Mond war zur Zeit zunhemend, aber in dieser Nacht von Wolken verdeckt, also konnte er beruhigt sein. Es fiel ihm auf das er wahrscheinlich einer der einzigen Elfen war der sich um die Mondphasen Gedanken machen musste. Sie ging voraus – wie auch sonst- und er folgte in geringem Abstand. Ihr Gepäck war ziemlich begrenzt, doch er zweifelte nicht daran das die Suche auch Wochen dauern könnte. Sie war einfach niemand der so schnell aufgab. Das würde eine harte Zeit für ihn werden. Eigentlich hatte Tamlin noch nie so viel Zeit mit ihr am Stück verbracht. Sie waren zwar fast immer zusammen unterwegs, aber nie den ganzen Tag, nicht über die Nacht hinweg, und schon garnicht über mehrere Tage. Nun würde er aber jede Minute mit ihr verbringen. Irgendwie jagte ihm das ein mulmiges Gefühl ein. Er kannte sie sicher besser als jeder andere, doch gab es vielleicht noch Seiten von ihr die er nicht kannte? Wenn dem so war würde er das in dieser Zeit sicher rausfinden. Unweigerlich war da ein passendes Wort. Und genau so würde das ganze in die andere Richtung funktionieren. Gab es überhaupt etwas das er bisher vor ihr verbarg? Viel fiel ihm da nicht ein, höchstens... Auch jetzt merkte er wieder wo sein Blick ruhte, wie in letzter Zeit viel zu häufig. Auch sie war... erwachsen geworden. Die anderen Jungs im Ort nahmen sie die meiste Zeit wahrscheinlich nichtmal als weibliches Wesen war, doch es gab da Dinge an ihr die ihm um so mehr auffielen. Verdammt was dachte er da? Er würde sich zusammenreißen müssen. Wenn er so etwas laut aussprechen würde, würde sie ihm wahrscheinlich die Nase brechen oder noch Schlimmeres. Als könnte sie seine Gedanken lesen drehte sie sich nun um und keifte ihn an. "Was ist? Konzentrier dich, das ist hier kein fröhlicher Ausflug sondern bitterer ernst." Und damit hatte sie Recht. Er besann sich wieder eines Besseren. "Wo gehen wir eigentlich hin? Ich meine ich weiß was wir vorhaben, aber wo fangen wir an?" Sie sah ihn einen Moment schweigend an. Es würde ihn nicht wundern wenn sie sich diese Frage nun selbst zum ersten mal stellte, mit der Vorausplanung hatte sie es noch nie so gehabt. "Wir gehen zum Berg." Sie musste nicht sagen welcher Berg, in der Gegend gab es nur einen. Und das Wort 'Berg' war eigentlich eine maßlose Übertreibung, es war eher ein Hügel, doch er überragte die Baumwipfel um ein paar Meter, war felsig und fiel zu zwei Seiten ziemlich steil ab. Also nannten ihn alle nur 'Berg'. "Zum Berg?" wiederholte er nochmal, und kam sich dabei im nächsten Moment wie ein Idiot vor. "Ja. Von da aus haben wir eine gute sicht über den Wald." Zwar gab es von dort Oben nur das Blattwerk zu sehen, doch er legte keinen Widerspruch ein. Er war vielmehr froh darüber das sie immerhin einen Bezugspunkt hatten. Auch wenn dieser Bezugspunkt etwas weniger als zwei Tagesreisen weit weg lag.

Und tatsächlich, am Abend des zweiten Tages kamen sie am Fuß des 'Berges' an. Sie hatten die Reise bis hier ohne nennenswerte Vorfälle überstanden, jedoch Leider auch ohne den Hauch einer Spur von Lunas Vater. Das einzige was er neues über sie gelernt hatte war das sie sogar im Schlaf brutal sein konnte, zumindest schlief sie nicht still liegend, sondern schien teilweise regelrecht auszuschlagen. So schlug er sein heutiges Lager in gemäßem Sicherheitsabstand zu ihrem auf, denn sie hatten beschlossen das der Aufstieg bis zum Morgen warten könnte. Aufgrund des schwindenden Tageslichts hätten sie da oben ohnehin keine all zu grandiose Aussicht mehr gehabt. Sie hatten noch nicht darüber gesprochen wie der nächste Schritt aussehen würde. Und Tamlin würde es sicher nicht ansprechen. So gingen sie vorerst wortlos zu Bett.

Mitten in der Nacht erwachte Tamlin, und sogleich war er Hellwach. Etwas stimmte nicht. Was das genau war wurde ihm erst langsam klar. Luna fehlte. Und er konnte sehen das Luna fehlte, denn es war hell, zu hell. Vollmond. Verdammt wieso hatte er darauf nicht geachtet? Hastig erhob er sich und sah sich in dem Lager um, wenn man es so nennen wollte. Das Feuer dass sie gemacht hatten war längst verloschen, ein paar kleine Stücken Glut waren noch zu erkennen, aber sonst war da nur Asche. Lunas Schlafplatz war zerwühlt, sie hatte wohl wieder einen Kampf mit den Träumen gefochten ehe sie aufgestanden war. "Verdammt" ihm wurde klar das sie sich nicht mit einem der Bäume begnügen würde wenn direkt neben ihnen solch ein Berg stand. Zumal er selbst im Halbschlaf von dieser Seite recht leicht zu erklimmen war, und so preschte er los, er wusste nicht wieviel Vorsprung sie hatte.
Auf dem Weg fragte er sich langsam wie sie sich das ganze überhaupt vorgestellt hatte. Im wachen Zustand hätte sie niemals diesen Hügel bestiegen. War die Sorge um ihren Vater etwa soweit fortgeschritten das sie ihre Höhenangst einfach vergessen hatte? Oder hatte sie von Anfang an geplant ihn allein hoch zu schicken? Er wusste es nicht und eigentlich spielte es auch keine Rolle. Sie war jetzt in großer Gefaht, denn zu der Seite die ihnen gegenüberlag fiel der Berg fast senkrecht ab, so tief das es auch ihm Angst machen würde. Und er wusste wie Unzurechnungsfähig sie im jetzigen Zustand war. Irgendwie musste er sie aufhalten.
Erst kurz vor dem Scheitel des Hügels konnte er sie einholen. Sie ging ziemlich langsam immer weiter geradeaus, auf den höchsten Punkt zu, die Augen in den Himmel gerichtet. Gelegentlich strauchelte sie, aber sie lief nie wirklich Gefahr hinzufallen. Trotzdem war es höchste Zeit sie zu stoppen. "Luna!" rief er, doch sie hörte nicht, natürlich nicht. "Luna bleib stehen!" Er hatte sie erreicht und versuchte sie festzuhalten, doch sie war stärker als er. Sie bewegte sich einfach weiter als wäre er nicht da, etwas langsamer vielleicht, dennoch stetig geradeaus. "Bitte halt an" Er wagte es nicht sich mit dem gesamten Gewicht gegen sie zu stemmen, womöglich würden dann beide einfach dieses Seite des Hügels runter rollen, doch auch wenn diese Seite flach abfiel, sie war mit Steinen gespickt und am Ende würden sie nur harte Bäume bremsen, also war das ganze fast genauso gefährlich wie ein Sturz in den Abgrund. Also versuchte er lieber sie aufzuwecken. Er schüttelte sie und redete immer weiter auf sie ein. Sie waren fast am Rand. Dann wagte er etwas von dem er nie geglaubt hätte das er es je tun würde. Er gab ihr eine Ohrfeige. Er hoffte fast schon sie würde aufwachen und ihm einfach eine reinhaun, doch sie erwachte nicht und trieb damit seine Verzweiflung an die Spitze. Ihr Gesicht blieb ausdruckslos. Die Wange war vom Schlag gerötet. Die Augen funkelten im Mondlicht. "Bitte" Er baute sich vor ihr auf und versuchte sie nun doch zurück zu schieben. "Bitte Lu.. Laurina" Sie wurde langsamer. Seine Hacke berührte den Grad des Berges. So viel Angst hatte er noch nie gehabt. "Halt an verdammt!" Und tatsächlich sie blieb endlich stehen. Er beruhigte sich langsam wieder. Dann glitt ihr Blick vom Mond runter auf ihn, doch er war immer noch leer und völlig ausdruckslos. War das wirklich noch sie? "Aber ich muss doch..." Die letzten Worte die er aus ihrem Mund hörte. Dann trat sie einen letzten halben Schritt nach vorn und streckte die Arme aus. Er konnte nicht anders als einen Schritt zurück zu treten. Doch da war nichts mehr. Nur Leere. Er fiel.

Laurina erwachte wie aus einem Traum. Sie erblickte die aufgehende Sonne. Und vor sich nichts. Und verdammt viel davon. Fast im selben Augenblick fiel sie in Folge eines puren Angstausbruches zurück. Sie schien zu versuchen Rückwärtschritte zu machen die die Spanne ihrer Beine weit überstiegen. Auch sie fiel. Doch sie prallte auf den Boden auf und blieb dann liegen, nicht in der Lage sich zu rühren. So verblieb sie für einige Stunden. Die Nähe zum Abhang hatte sich zu tief in ihren Geist gebrannt. Erneut drang dieser Laut aus ihrer Kehle. Gefolgt von einem leisen Ruf, einem Wunsch. "Tam..."

Wie sich später herausstellte war man ihnen sofort gefolgt als man ihr verschwinden bemerkte. Sie wollten bei der Tochter nicht den selben Fehler begehen den sie vielleicht beim Vater gemacht hatte, nämlich zu warten bis alle möglichen Spuren verschwunden waren. Und so hatte man sie einige Stunden später eingeholt und gefunden, noch immer am flachen Hang des Hügels liegend. Von Tamlin gab es allerdings keine weitere Spur. Es war eindeutig zu erkennen das beide auf den Berg gestiegen waren. Nun war nur noch Laurina da. Man brachte sie ins Dorf zurück, ein paar Leute verblieben zur Suche nach dem zweiten Gruppenmitglied.

Laurina erwachte in ihrem eigenen Bett. Wie sie dort hingekommen war wusste sie nichtmehr. Doch höchstwahrscheinlich hatte sie es nicht aus eigenen Kräften geschafft. Was von alledem war Traum und was Realität gewesen? Sie hörte Stimmen im Vorzimmer. Langsam richtete sie sich auf und ging zur Tür. "Wir haben ihn gefunden..." Sie blickte durch den Türspalt. Ging es um ihren Vater? "Und?" kam die schlichte aber sehr vorsichtige Gegenfrage des entsprechenden Gesprächspartners. Es gab nur ein Bedrücktes Kopfschütteln zur Antwort, es bedarfte keiner Worte um das auszudrücken. "Ich werde es seinen Eltern sagen""Und ich gehe wieder nach ihr sehen" Doch zu diesem Zeitpunkt war sie schonwieder zusammengebrochen. Spätestens jetzt hatte auch ihre Welt begonnen in sich zusammen zu brechen.
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So strichen einige Tage ins Land. Die Ältesten des Dorfes wurden zusammengerufen um über den Vorfall zu urteilen. Man konnte zwar nicht hunderptozentig erörtern was vorgefallen war, doch die Vermutungen lagen der Wahrheit sehr nahe, schließlich wusste jeder im Ort über Laurinas Situation bescheid. Auch sie wurde informiert und verbrachte auch die nächste Zeit noch im Bett. Schweigend. Von ihrem Vater fehlte auch noch jegliche Spur, doch das schien langsam in den Hintergrund zu rücken.
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Langsam trat sie durch die Tür die sie von der Kammer trennte in der der Rat tagte. Man hatte ihr etwas mitzuteilen. Sie war noch immer sehr Schwach, doch es hatte keinen Zweck das hier noch länger vor sich her zu schieben. Sie nahm Haltung vor den Ältesten an, immernoch Wortlos. Der Sprecher wandte sich zu ihr. "Laurina... du bist ein Kind unserer Sippe und.. die Verluste der letzten Zeit haben nicht nur dich sehr tief getroffen." Die Rede wurde zwar stockend vorgetragen schien aber trotzdem gut vorbereitet worden zu sein. "Trotzdem kann sich wohl keiner von uns ausmalen was dich nun bewegt. Doch Leider fiel es uns schon immer schwer zu ergründen was dich leitet." Sie wusste genau wovon er nun sprach, alle wussten es, auch wenn es nicht direkt angesprochen wurde. "In dir wohnt etwas das keiner von uns benennen kann.. Sei es Dämon oder Geist, sei es Fluch oder Bestimmung, hier walten Mächte die uns unbekannt sind und über die wir einfach keine Kontrolle erlangen können. Wir wissen das du für all das nichts kannst, das du all das nicht willst, und das was damit verbunden ist. Dennoch stellt es eine Gefahr für die ganze Sippe dar, was uns der letzte Vorfall auf schmerzliche Weise erst klar machen musste. Du bist die letzte die dafür bestraft werden muss, doch uns bleibt keine andere Wahl mehr. Wir müssen dich bitten das Dorf zu verlassen. Wir können dir hier nicht helfen und wir wissen nicht ob es überhaupt jemanden gibt der das kann..." Der Sprecher senkte den Kopf "bitte vergib uns..."
Eine Träne rann über Laurinas Wange, nicht die erste die sie je geweint hatte, doch immerhin die erste die jemand so zu Gesicht bekam. Sie konnte nichtsmehr erwiedern. Normalerweise hätte sie sich mit Händen und Füßen gegen diese Entscheidung zur Wehr gesetzt, doch sie konnte nichtmehr, ihr fehlte die Kraft. Dann wurde sie hinausgeleitet. Sie hatte eine Gnadenfrist von einer Woche. Sie verschwand am zweiten Tag.
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Laurina wusste nicht in welche Richtung sie wandelte, doch sie entfernte sich immer weiter von ihrer Heimat. Den Wald ganz zu verlassen wagte sie allerdings nicht. Ihr Marsch schien einfach nur ins Verderben zu führen, doch den Schritt über die letzte Schwelle konnte sie nicht tun, auch wenn es ihr Anfangs als einzige denkbare Option erschien. Nach einiger Zeit die sie in völliger geistiger Leere verbracht zu haben schien, brach urplötzlich irgendwo in ihr ein Damm und die Emotionen die sie darauf hin erlebte waren so intensiv wie nichts was sie je zuvor gefühlt hatte. Trauer. Der Verlust war zu groß um ihn in Worte zu fassen. Angst. Sie war nun allein in einer unbekannten Umgebung. Hass. Anfangs vor allem auf sich selbst. Hass. Auf das was da noch in ihr war. Immer mehr Hass, sie konnte nicht damit umgehen, das alles war nichts worauf sie mit dem Dolch losgehen konnte.
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Sie spielte gerade mit dem Dolch, noch immer wusste sie nicht was sie tun sollte. Dann hörte sie ein Geräusch. Kein natürliches. Und so verschwand sie in den Büschen, lauerte und horchte. Männer näherten sich in erhöhter Geschwindigkeit, vielleicht fliehend? Nein... hetzend. Vor ihr brach ein Hirsch durch die Büsche und verschwand sogleich auf der anderen Seite der Lichtung. In kurzer Entfernung folgten zwei Männer. Als diese auch fast den anderen Rand der Lichtung erreicht hatten verließ sie ihr Versteck. "Halt!" Sie brauchte keinen zweiten Blick um zu erkennen wem genau sie da diese Aufforderung entgegengebrüllt hatte. Wilderer. Diese hielten nun mit einem gekeuchten "Verflucht! inne und wandten sich kampfbereit um. Als sie erkannten das was da vor ihnen stand nur eine einzelne Elfe war beruhigten sie sich wieder, blieben jedoch misstrauisch. Sie tauschten ein paar Blicke aus. "Gehört ihr zum Fürsten?" Sie brauchte eine ganze Weile um diese Frage überhaupt zu verstehen, dann dämmerte es ihr. Laurine war öffentlich in den Nördlichen Auslegern ihres Heimatwaldes gelandet, des Waldes von Sieryan, offensichtlich hatte sie aber eine größere Strecke zurückgelegt als sie geglaubt hatte, in ihrer Heimat wäre sie nie so einfach auf Menschen gestoßen. Einige der höhergestellten Menschen hier schienen der Ansicht zu sein Teile des Waldes gehörten ihnen. So sahen die beiden Wilderer nur das ihr Verbrechen darin bestand, in den Jagdgründen eines Fürsten ohne Erlaubnis zu jagen. "Seid ihr bescheuert? Sehe ich aus als würde ich zum Fürsten gehören?" Daraufhin beruhigten sie sich nun ganz und gar, völlig zu Unrecht. In ihr kochte es. Die angestaute Wut drohte sich zu entladen, ihre Hände verkrampften sich bis ihre Knöchel weiß hervortraten. "Ihr verdammten Menschen seit der Meinung der Wald und alles was darin lebt gehört jemandem? Selbst wenn euer sogenannter Fürst hier jeden Baum einzeln gepflanzt hätte, hätte er nicht den Hauch eines Anspruches auf das Leben darin! Das selbe gilt für euch! Das alles hier gehört niemanden, ihr habt kein Recht hier zu sein!" Das ganze schien sie nun leicht zu amüsieren, eine Ansicht die Laurina nicht gerade teilte. Die mangelnde Einsicht der Menschen brachte das Fass zum überlaufen. "Ihr habt eure Gelegenheit umzukehren soeben verstreichen lassen." Sie tat das ganze nicht um es dramatisch zu machen, also brachte sie es schnell hinter sich. Sie selbst war verwundert wie gelassen ihre Bewegungen trotz allem noch waren. Zwei kurze Griffe zu Bogen und Köcher, ein kurzes Anspannen in denen die beiden Zeit hatten sich darüber im klaren zu werden was hier passierte, ein weiterer Augenblick in der einer der Männer sah wie der erste Pfeil seinen Kollegen traf, nicht genug Zeit um mit seiner eigenen Bewaffnung etwas brauchbares zu unternehmen, und dann der letzte Moment in dem auch der zweite Pfeil aus Laurinas Hand sein Ziel pfand. Sie hatte soeben zum ersten mal bewusst getötet. Doch es kümmerte sie nicht. Es half ihr genau so wenig weiter. Für einen kurzen Moment hatte sie ihrem Hass ausdruck verliehen, doch das radierte ihn nicht aus ihrem Bewusstsein. Doch sie hatte es irgendwie geschafft ihre Gedanken von dem was Vergangenheit war abzustreifen. Für einen Moment zumindest.
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Auf diese Zwei folgten einige weitere, Schuldige und weniger Schuldige, doch in ihren Augen waren alle eine Gefahr für den Wald dem sie sich nun verschrieben hatte. Ihre Gefühle wandten sich in Verachtung für das was sich da Zivilisation schimpfte, etwas das wie einem Schimmelpilz gleich nur aus den toten Überresten des ursprünglichen Teils dieser Welt erwachsen konnte. Doch das was unter ihrem Schutz stand würden sie nicht mit ihren Klauen zu fassen bekommen. Und so wütete sie einige Zeit weiter, ohne jemals die nördlichen Teile des Waldes von Sieryan zu verlassen, immer allein. Ihr Tun blieb nicht unbemerkt, und so wurde bald ein Kopfgeld auf sie ausgesetzt, so wurde die Liste ihrer Feinde aber nurnoch durch Leute ergänzt die es auf sie und nicht auf den Wald abgesehen hatten, was sie allerdings keineswegs bremsen würde. Nicht solange sie noch lebte.


Restliches:
Laurinas Ernährung beschränkt sich seitdem 'Sinnungswandel' hauptsächlich auf pflanzliche Produkte, Fleisch hat sie schon seit einiger Zeit nichtmehr gegessen. Sie will nicht das Jagen was sie ja eigentlich beschützen will. Um ihr eigenes Leben zu erhalten würde sie aber nicht davor zurückschrecken auch wieder ein Tier zu töten. Auch der Fakt das ihre Kleidung eigentlich aus den Häuten früher getöteter Tiere besteht hindert sie nicht daran sie zu tragen, was schon tot ist kann man eben nichtmehr schützen.
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