Profil von Silvar

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Profil

Benutzername:
Silvar
Gruppen:

Charakter

Name:
Silvar Armetis; 'die Waldeule', 'Eule'
Alter:
29
Rasse:
Mensch
Heimat:
Wald nordöstlich von Rutarodin
Aufenthaltsort:
Mérindar
Waffen:
Muskete, Pistole, Dolch
Inventar:
Eisenkugeln in unterschiedlichen Größen, Schwarzpulver, Feuerstein, Ingredienzen, Proviant, Felle

Steckbrief

Hauptaccount

Ara

Name

Mein Name ist Silvar Armetis, aber Freunde und Kameraden nennen mich nur die Waldeule, und das was Ihr hier seht, ist alles was es über mich zu wissen gibt.

Alter

Geboren wurde ich vor 29 Wintern...

Rasse

... und das als Sohn eines richtigen Kerls, seines Zeichens Schmied aus einem kleinen Dorf südlich der Midland-Feste, und einer Bildhübschen Frau, zur Hälfte Mensch und zur Hälfte Bergelfe.
Dementsprechend kann man mich wohl einen Menschen nennen, denn von meinem elfischen Erbe sieht man mir nichts an...

Aussehen

... was man mir jedoch ansieht, das ist meine Arbeit. Durch die vielen kleinen Explosionen, die sich nicht vermeiden lassen, sind meine schulterlangen, zerzausten Haare kaum als dunkelbraun zu erkennen, obwohl sie eigentlich dunkelbraun sind, oder mal waren? Aber worauf ich hinaus wollte, meistens sind sie schwarz. Das liegt an dem Ruß, der auch oftmals meine Klamotten und mein Gesicht bedeckt.
Apropos Gesicht, ja davon habe ich auch eins! Wenn man es mal unter den strohigen Haaren und dem Ruß findet, dann ist es wirklich kein milchiges Knabengesicht, dass sage ich euch!
Leider habe ich die schmalen braunen Augen meines Vaters, obwohl meine Mutter stets meinte dass sie im richtigen Licht golden schimmern würden. Nun ja von golden schimmernd erkenne ich nicht viel wenn ich denn mal in den Spiegel sehe, aber Augenringe, die sehe ich selbst unter dem Ruß noch durchschimmern! Da ich oftmals Tag und Nacht am Arbeiten bin, komme ich leider auch nicht allzu oft dazu mich zu rasieren, aber das macht nichts, denn der leichte Bart der mein knochiges Gesicht verziert, verdeckt meine Narben. Richtig gehört, Narben! Sind wohl n' Zeugnis dafür das wieder mal nen' Experiment nicht so gelaufen ist wie geplant... glaubt man's denn? Da sind mir wirklich die Metallsplitter von meinem Kupferkessel um die Ohren geflogen! Und das auch noch im wahrsten Sinne des Wortes. Zumindest trag ich davon nun etliche ordentliche Narben mit mir rum. Die eine geht vom' rechten Wangenknochen runter bis zur Mitte der leicht eingefallenen Wange, da hat nen ordentliches Stück Kupfer drin' gesteckt, das könnt ihr mir glauben. Die Andere liegt etwas weiter hinter der ersten und zieht sich auch vom' Wangenknochen ganz runter bis zum Kiefer, war verdammt schmerzhaft! Dann sind meine Arme noch voll mit Narben, Verbrennungen und anderen Blessuren, aber alles nur Kleinigkeiten! Trotzdem zu viele, als das ich sie zählen würde, phah! Naja was müsst ihr sonst noch über mein Aussehen wissen? Mit meiner Größe von 1,78m falle ich in der Taverne sicher nicht als Riese auf, aber die zerfransten, angesengten Haare, das markante Gesicht und der schmale aber trainierte Körper ziehen schnell die Blicke auf sich, bin mir sicher das ihr mich nicht übersehen würdet.
Ach da fällt mir ein, meistens trage ich n' schlichtes weißes Leinenhemd, aber ich bin mir nicht mehr sicher ob es wirklich mal weiß war, nun ist's größtenteils schwarz und wenn ich es wasche wird’s auch nicht mehr als grau, wobei mich das nicht stört. Dazu trage ich ne schlichte dunkle Schnürbundhose, dient auch eher der Bequemlichkeit als der Ästhetik. Das ist aber mehr meine Kluft für den Alltag, wenn ich Arbeite oder mich auf Reisen begebe, dann trag ich schon was Festeres. Ne' ordentliche Rüstung aus Leder, verstärkt an der Brust und den Unterarmen, dazu ne geschnürte Lederhose und n' paar vernünftige Stulpenstiefel, die Teile haben mir schon echt gute Dienste erwiesen. Um's rechte Hosenbein Wickel ich mir dann meistens mit Bändern den Halfter für mein Haumesser, dass ich fast immer bei mir hab. Das wichtigste an meiner ganzen Kluft ist aber mein Gürtel! War mal nen richtig schöner Ledergürtel, dann musste ich aber leider nen paar Löcher und Nieten reinstechen, damit ich meine ganzen Beutel mit mir rumtragen kann. Insgesamt hängen gut nen Dutzend faustgroßer Lederbeutel an dem Gürtel, in denen meine wichtigsten Utensilien sind.
Nach der Flucht aus Rutarodin: Seit meiner Flucht aus Rutarodin hat sich einiges verändert. Ich bind mir die Haare die inzwischen n' Stück über die Schultern fallen zu nem' Pferdeschwanz nach hinten. Meine verstärkte Lederjacke ist einem stabilen, dunkle, ärmellosen Lederwams gewichen. Die Ärmel meines geschnürten Leinenhemdes befestige ich nun mit Lederarschmienen. Ums Gesicht trag ich meistens ein dickes Wolltuch, dass ich vom Hals bis über die Nase lege. Nich' das ich Angst hätte erkannt zu werden... aber man kann nich' genug auf Nummer sicher gehn'. Meine Stiefel habe ich gegen geschnürte Lederstiefel mit Fuchspelzfutter ausgetauscht. Meine Hose hat ebenfalls ordentliche Flicken bekommen und wurde mit Pelz ausgefüttert. Aus praktischen Gründen ist der alte Gürtel samt Beuteln erhalten geblieben. Über die Schultern werf ich mir inzwischen, n dicken Wollmantel mit Pelzüberhang an den Schultern. Alles in allem is' meine Kleidung nun wesentlich mehr in schwarz gehalten, wobei nur noch das weiße Hemd n' Kontrast bildet. So wirk ich zwar n' Stück düsterer und geradezu wie n' finsterer Herumtreiber, aber seis drum!

Waffen

Waffen... Waffen...Waffen... verdammte Todbringer und Werkzeuge zugleich! Mit Waffen verdiene ich mir den Lebensunterhalt, nur nicht auf dieselbe Art wie mein Vater.
Meine wichtigste Waffe ist mein nach vorn gekrümmtes Haumesser, mindestens so lang wie mein Unterarm das Ding. Das gute Stück war nen Geschenk von nem' ehemaligen Söldnerkameraden. Aus Menainon hat er das angeblich mitgebracht, wenn’s nach mir geht glaub ich ihm das auch, denn wer hat in den Nordreichen schon nen Messer das nach vorn' gekrümmt ist? Für mich ist das Messer aber mehr nen' Werkzeug als ne Waffe, wobei ich mich damit so gut verteidigen kann, wie es für nen Söldner angemessen ist.

Was für wichtige Waffen hab ich denn sonst noch so? Ach natürlich! Meine Kompositarmbrust! Vermutlich meine wichtigste Waffe während meiner Zeit als Söldner. Schießt nicht ganz so schnell wie nen Bogen, aber so nen Bolzen schießt auch durch nen Kettenhemd wenn's sein muss! Und was das schießen angeht, bin ich verdammt präzise, den Namen Waldeule hat man mir ja nicht gegeben, weil ich meinen Kopf so schön drehen kann, phah! Da die Kompositarmbrust kleiner als ne' normale Armbrust ist, konnte ich mir das Teil immer gut auf den Rücken binden.

Meine Zeit als Söldner liegt ja nun auch schon ne Weile zurück, und inzwischen hat sich auch meine Bewaffnung geändert. Die Armbrust trag ich nicht mehr mit mir rum, seit mein Meisterwerk vollendet ist! Was mein Meisterwerk eigentlich ist? Das hab ich noch gar nicht erwähnt? Dann wird's wohl Zeit! Also... Ich nenne das gute Stück "das Feuerrohr". Das Ganze ist ne' ziemlich geniale Erfindung von mir. Ein eiserner Lauf, eingebettet in einen hölzernen Schaft mit Schulterstütze, wie bei einer Armbrust. Insgesamt so lang wie das Bein eines ausgewachsenen Kerls!
Auf der Vorderseite ist der Lauf offen, so dass man meine Geheimmischung, das "Feuerpulver" einführen kann. Danach wird eine in nen' Stück Leinen gewickelte Eisenkugel in den Lauf gedrückt, dafür hab ich unterhalb des Laufs in kleinen Ösen nen Stäbchen aus Eisen befestigt. Damit schiebt man die Kugel bis zum Feuerpulver, so kräftig wie man nur kann! Nun kommt der große Trick bei der Sache. Unterhalb des Schafts befindet sich ein Hebel, wenn man den betätigt wird eine kleine Lunte über einen Hebelmechanismus durch eine Öffnung, nicht viel größer als die Lunte selbst, in das hintere Ende des Laufs gedrückt. Wenn man nicht zu blöd war' und die Lunte vorher angezündet hat, dann entzündet sie nun das Feuerpulver und die Eisenkugel wird mit einer unglaublichen Geschwindigkeit aus dem Lauf geschossen. Dabei speit der Lauf auch ordentlich Rauch und Funken! Zugegeben es gibt dabei auch einen kräftigen Rückstoß, der einem ungeübten Schützen die Schulter brechen könnte, wenn er den Schaft nicht richtig anlegt, aber ich habe ja die nötige Erfahrung, dazu habe ich meine Lederrüstung im Brust und Schulterbereich verstärken lassen. Aber zurück zum Thema: wenn ihr dachtet nen Armbrustbolzen richtet ordentlich Schaden an, dann habt ihr mein Feuerrohr wohl noch nie gesehen. Dagegen wirkt ne' Armbrust fast wie nen Spielzeug! Wirklich präzise ist das gute Stück zwar nur auf rund 60m, aber daran arbeite ich auch noch. Um das Zielen etwas einfacher zu machen, habe ich nen kleinen Metallstift auf der Oberseite des Laufs befestigt, wenn man den beim Zielen vor seinem Ziel sieht, dann kann man sich recht sicher sein das man auch trifft. Ab 300m ist Zielen leider verdammt nutzlos, da man dann kaum noch was trifft. Und bei höheren Entfernungen, ist die Kugel leider auch nicht mehr viel gefährlicher als nen Steinwurf. Aber...! Bei 60 bis 100m wird kein Ziel mehr aufstehen das man getroffen hat, das garantier ich euch! Als ich das Feuerrohr getestet hab, hab ich mal auf n' Keiler geschossen, hat ihm doch glatt die Eingeweide zerrissen und die Knochen zersplittert, echt beeindruckend! Wer das Feuerrohr zum ersten Mal in Aktion sieht, der wird vor Ehrfurcht erzittern. Damit hätt' ich dann die Aufmerksamkeit die mir für meine Erfindungen zusteht!
Aber bevor ich vom Thema abkomme, wieder zurück zur Waffe an sich. Wenn ich das Feuerrohr mit mir rumtrage, dann schnall ich es mir mit ‘nem Lederriemen auf den Rücken, aber vorher wird's mit Segeltuch eingewickelt, damit die Zündpfanne nicht feucht wird.

Was gehört denn sonst noch zu meinen Waffen? Ach! Man wird’s' kaum glauben, aber meine zweitwichtigste Waffe ist nen' Schirm. Den Trag ich auch auf den Rücken geschnallt, wobei bestimmt viel interessanter ist wieso der eigentlich ne' Waffe ist. Im eigentlichen Sinne schützt er natürlich nur vor Regen, und kann niemanden verletzen. Aber dank dem Schirm kann ich mit dem Feuerrohr auch schießen wenn es regnet! Ohne den würde es sonst wohl nur n' klägliches Zischen geben. Moment mal' ihr wisst nich' was ein Schirm ist? Das ganze ist ziemlich simpel. Ein einfacher gerader Stiel, an dessen Spitze mit Gelenken ein Gerüst aus flexiblem Holz befästigt ist. Über das Gerüst hab ich n' Stück Leder gespannt, etwa so groß, dass 2 Männer darunter Platz hätten, wenn sie dicht beieinander stehen. Das Gerüst ist für den Transport dicht an den Stiel geklappt, aber wenn man' den Schirm aufspannen will, dann muss man nur an einem Faden ziehen, mit dem über ein Gelenk das Gerüst mit dem Leder aufgepsannt wird. Simpel und funktionell zugleich! Aber das ist ja schließlich das Motto meiner meisten Erfindungen.
Nach der Flucht aus Rutarodin: Ziemlich genau während der Flucht aus Rutarodin hab ich bemerkt, welche Probleme die Größe des Feuerrohrs so mit sich bringt. Es war zu unhandlich und der Zündmechanismus war einhändig nicht zu bedienen, was besonders auf dem Pferderücken n' Problem war. Ich habe einige Monate damit zugebracht, ein überarbeitetes Modell des Feuerrohrs zu erstellen. Die neue Version, das 'Handrohr' ist etwa eine Elle lang. Der Griff ist inzwischen kein Schaft mehr, sondern wirklich ein Griff der leicht nach unten abgewinkelt ist, um so weiter man an's Ende kommt. Das Handrohr ist im vergleich zum Feuerrohr auch n' ordentliches Stückchen schmaler. Auch die Treibladung und Kugeln fallen dadurch kleiner aus. Dadurch resultiert n' geringerer Rückstoß und es ist nicht mehr nötig, einen Schaft zur stabilisierung anzulegen. Man kann das Handrohr einfach mit einer Hand bedienen und den Rückstoß mit ausgestrecktem Arm abfangen. Dafür bringt das Handrohr eben auch n' paar Nachteile mit sich. Der früher noch so imposante Effekt des bebenden Bodens und des Funkenflugs fällt auch kleiner aus. Auch die Reichweite hat sich verringert. So hat das Handrohr ne' effektive Reichweite von gut 25-35 Metern. Wirklich effektiv Zielen kann man dabei auf 15-25 Metern. Auf diese Entfernung ist die Treibladung aber noch stark genug, um n' Eisenharnisch, Haut und Knochen zu durchdringen! Die kleinere Treibladung bringt noch n' letzten Vorteil mit sich. Die Menge an Feuerpulver ist eben kleiner und weniger verdichtet, wodurch die Funken eines Feuersteins reichen um es zu entzünden. Am Hahn findet man nun also keine Lunte, sonder n' Feuerstein der auf die Eiserne Zündpfanne schlägt und dabei die Ladung zündet. Pfiffig, he? Leider taugt das Handrohr im vergleich zum Feuerrohr aber nicht mehr als Knüppel. Ich hab zwei dieser Handrohre für mich angefertigt, die ich in einem zwei Halftern an meim' Gürtel trag. Verdeckt vom Mantel versteht sich.

Bild
(Vielen Dank an Schattenherz!)

Charakter

Nun zu meiner Person, nen paar Sachen kann man sich bestimmt schon denken, wenn man den Mist gelesen hat, den ich hier über mich erzählen musste.
Ich selbst sehe mich als Entdecker, nicht als Wissenschaftler oder Magier oder was auch immer, einfach nur als Entdecker. Ich experimentiere gerne und entdecke dabei neue Möglichkeiten um die verschiedensten Stoffe zu nutzen. Seit ich n' Kind bin liebe ich es in aller Abgeschiedenheit und Ruhe zu experimentieren. Damals hab ich meiner Mutter dabei zugesehen, und schon damals hab ich es ihr gerne mit jugendlichem Eifer und Elan gleichgetan, natürlich nur wenn sie dann grad mal außer Haus war. Man kann gut und gerne sagen das ich risikofreudig bin, als Söldner und Entdecker sollte man das aber auch sein, gehört eben' einfach dazu phah! Wer mich nicht kennt, der würde mich bestimmt nen' Exzentriker schimpfen, womit er auch nicht ganz Unrecht hätte.
Ich liebe es zwar meine Ruhe zu haben und zu arbeiten, aber mindestens genauso gern sitz' ich in der Taverne und sehe den Leuten bei ihrem Treiben zu. Ich geb's zwar nicht gern zu, aber da bin ich auch gerne mal streitlustig. Wenn mir die Nase von einem nicht passt, dann hau ich dem nicht direkt aufs Maul, auch wenn's manche verdient hätten, aber ich bin dann offen heraus und sag den Leuten was mir nicht passt. Doch um das auch zu erwähnen, weiß ich wo die Grenze zwischen Spaß und Ernst liegt, und die überschreite ich nicht, wenn ich nicht muss. Was das angeht bin ich sogar ziemlich bedacht und weiß wie ich mir Leute zum Freund oder zum Feind mach. Aber das muss ich auch wissen, schließlich war ich als Söldner dafür zuständig an Informationen zu kommen, gehört eben auch dazu.
Ich selbst vertrag auch ne Menge Spaß, für mich hört der eigentlich erst dann auf wenn sich einer über meine Arbeit lustig macht, also nicht meine Arbeit als Söldner, sondern die als "Entdecker". Wer meinen Forschergeist nicht respektiert, der ist bei mir schnell unten durch!
Neue Technik zu entwickeln ist schließlich kein Kinderspiel. Ach und wo wir schon dabei waren, meine Arbeit als Söldner! Bestimmt halten mich jetzt viele für nen gedungenen Mörder oder sonst was, aber das seh' ich nicht so. Ich verdiene mir damit einfach meinen Lebensunterhalt, so wie andere Tiere schlachten, in Minen arbeiten, das Volk bescheißen oder in Büchern wälzen und sich dann Magier nennen, oder noch schlimmer, diese Pfaffen die ihr ganzes Leben nach dem Willen irgendwelcher Götter richten, die sie noch nie gesehen haben, pah! Glauben an irgendwelche Scharlatane, nur weil se' selbst zu blöd sind sich die Welt zu erklären. Na wieder zum Thema, letztendlich bin ich genauso wenig der Mörder, wie der der die Schwerter schmiedet, durch die Menschen sterben. Irgendwer bezahlt dafür und dann wird’s gemacht, so läuft es doch überall.
Als Söldner hab' ich auch gelernt wie wichtig es ist auf seinen Instinkt zu hören, manchmal muss man blitzschnell reagieren und Entscheidungen treffen, das lernt man verdammt schnell wenn's um Lebn' und Tod geht. Als Söldner hab ich ebenso gelernt, dass man es sich auch mal gut gehen lassen muss, schließlich weiß man ja nicht, welcher Tag der letzte ist! Wenn ich das nötige Kleindgeld habe, dann genieß ich das Leben auch in vollen zügen! An sich bin ich aber nen ziemlich ruhiger und besonnener Kerl, ich geh in meiner Arbeit auf, und bin froh wenn ich was zu tun hab, ansonsten bin ich wohl einfach der Kerl der dich aus dem dunklen Eck' einer Taverne heraus beobachtet.


Fähigkeiten

Fähigkeiten? Das muss ich noch extra erwähnen? Nagut dann wollen wir mal.

Zu forschen setzt natürlich n' paar Fähigkeiten voraus. Ich hab ne' gute Auffassungsgabe, kann mir schnell und einfach Dinge merken, und bin gut darin neue Ansätze und kreative Lösungswege zu finden, das ist doch wohl ne ordentliche Fähigkeit oder nicht?

Dazu kommen natürlich noch meine Fähigkeiten die ich mir in meiner Zeit als Söldner erarbeitet habe. Ich kann gut mit dem Messer umgehen, auch wenn ich bei weitem kein geübter Schwertkämpfer bin. Um ehrlich zu sein würde ich ihm Nahkampf sicherlich gegen nen Schwertkämpfer verlieren, im unbewaffneten Kampf sowieso. Dafür bin ich ein herausragender Schütze. Ob mit der Armbrust oder dem Feuerrohr, ich verfehle kaum ein Ziel. Nagut mit dem Bogen bin ich kein so guter Schütze, aber schon bald werden die Leute begreifen dass die Ära des Bogens eh vorüber ist! Dazu fällt mir noch ein, dass ich gerne die Distanz wahre! Ich würde es kaum schaffen mich unbemerkt an einen Feind ran zu schleichen, geschweige denn ihm unbemerkt den garaus zu machen. Dabei bin ich wohl auch nicht so n' agiler Kämpfer in der direkten Konfrontation.
Ansonsten kann ich problemlos überleben. Ich weiß wie man jagt, ich weiß welche Früchte und Pilze essbar sind, ich weiß wie man Fallen stellt, ich kann lesen und mehr oder weniger gut schreiben, ich weiß wie man ein Pferd reitet um von einem Ort vom nächsten zu kommen, wenn auch nicht sehr Stilvoll, ich weiß sogar wie man schwimmt, oder sich eine kleine Unterkunft errichtet. Ich beherrsche dazu auch einigermaßen das Schmiedehandwerk und schnitzen kann ich auch, wenn auch nicht besonders kunstvoll. Selbst im anmischen von heilenden Salben und Tinkturen habe ich einiges von meiner Mutter gelernt, auch wenn ich kein Apothekar bin.
Was gäbe es denn sonst nicht? Hmmm. Wenn ich euch mal zum Essen einlade, dann lehnt lieber ab, denn kochen, ja kochen das kann ich gar nicht. Sicherlich reicht es zum Überleben, aber meiner Mutter oder Freunden würde ich den Fraß nicht vorsetzen. Vermutlich würde ich es sogar schaffen ein Brot zu versalzen, wenn ich welches backen könnte.
Ach fast hätt ich's vergessen! Ich bin ziemlich gut darin an Informationen zu kommen, und kenne einige gute Quellen, dazu bin ich geübt in Strategie und Taktik was Kampfaustellung und Koordination angeht. Natürlich kann ich nicht alles und das was ich kann, dass kann so manch einer sicherlich besser.
Da manche Leute nicht locker lassen' bevor sie alles wissen, verrate ich auch noch ein paar meiner Schwächen. Wie schon erwähnt bin ich weder ein guter Nahkämpfer noch ein guter schleicher, der schnellste bin ich sicherlich auch nicht, dazu habe ich es wohl von meinem Vater geerbt, dass ich nicht der beste Wirtschafter bin, dafür lasse ich es mir zu gerne gut gehen. Durch eine Splitterverletzung bei einem missglückten Experiment, ist mein linker Arm auch etwas steif geworden, wobei ich hoffe das sich das wieder legt. Auch die Verletzung durch den Pfeil hat Spuren hinterlassen, weshalb mein Bein mir manchmal Probleme macht. Ihr wollt noch mehr wissen? Was wollt ihr denn noch höhren? Das ich auf einen Stock gestützt laufen muss? Das ich auf einem Auge blind bin und auf dem anderen nur noch schlecht sehe? Oder das mir die Zähne ausfallen und ich bald nur noch Sachen essen kann, die nicht härter als Suppe sind?
Ehrlich gesagt fällt mir nun aber nichts mehr ein, und wie ein Loblied klingt es ja schon lang' nicht mehr.

Magie/Zauber

Apropos Loblied, da fällt mir doch glatt auf das ich nicht singen kann, und Zaubern kann ich auch nicht. Aber welcher Erfinder und Entdecker verlässt sich denn auf Hokus Pokus?

Vergangenheit

Jetzt geht's ans Eingemachte. Als hätte ich noch nicht genug über mich erzählt, folgt nun auch noch meine ganze Lebensgeschichte. Für alle die ich mit meinen ausschweifenden Erzählungen schon genug gelangweilt hab, die sollten jetzt lieber nicht mehr weiterlesen.

Also: Geboren wurde ich wie gesagt vor 29 Wintern, wobei ich die ersten Jahre nur aus Erzählungen meiner Eltern kenne, ich muss mir eingestehen das meine Erinnerung von meiner Geburt bis zu meinem vierten Lebensjahr etwas Lückenhaft ist.

Nun vor 29 Wintern wurde ich als erster Sohn aber zweites Kind meiner Eltern geboren.
Mein Vater Harlorf war der Schmied eines kleinen Dörfchens südlich der Midland-Feste, in dem es fast nur Minenarbeiter gab, die in der örtlichen Mine beschäftigt waren. Meine Mutter Derabellé war die "Heilerin" oder Apothekerin des Dorfes wenn man so will. Sie hatte sagenhafte Kenntnisse von Kräutern, Gräsern, Salben und allem anderen was man so braucht um Wehwehchen aller Art zu versorgen. Und in einem Dorf voller Mienenarbeiter wurden ihre Dienste oft in Anspruch genommen, das könnt ihr mir glauben.
Die frühen Jahre verliefen also verhältnismäßig ruhig.
Die meiste Zeit war ich vermutlich damit beschäftigt Milch zu trinken und zu schlafen, nicht wirklich spektakulär, merkt ihr's? Bis zu meinem fünften Lebensjahr kamen dann nur Beschäftigungen dazu die auch andere Kinder hatten. Ich hab mit den Kindern der Minenarbeiter gespielt, wir sind durch den nahegelegenen Wald getollt, haben in den stillgelegten Stollen verstecken gespielt, solchem Mist den Kinder eben machen. Also ab meinem fünften Lebensjahr änderte sich dann nur so viel, dass ich meiner Mutter oft über die Schulter geschaut hab bei ihrer Arbeit. Oftmals hab ich sie auch in den Wald begleitet, wenn sie wieder neue Zutaten für ihre Medikamente besorgt hat. Ich könnte das alles ganz detailliert ausführen, doch wen interessieren schon die Geschichten eines fünfjährigen, der seiner Mutter in den Wald folgt, um mit ihr Kräuter zu sammeln? Oder die Geschichten eines Kindes das mit anderen Kindern verstecken spielt? Das kennt wohl jeder selbst, drum' lass ich diesen Teil auch mal aus.

Interessant wird es als ich elf geworden bin, also nicht so ein Typ mit langen spitzen Ohren, sondern ein Kind im Alter von elf, ihr versteht? Nun ja als ich elf war hab ich meiner Mutter dann schon bei mehr geholfen, als nur beim Kräuter pflücken. Ich durfte ihr beim Anrühren von Salben helfen, Kräuter zurecht schneiden und sogar meine eigenen Salben und Tinkturen brauen! Zugegeben haben die eher zu Juckreiz geführt, als das sie wem geholfen haben, aber als Kind fühlt man sich trotzdem nützlich dabei. Kurz vor meinem zwölften Geburtstag wurde es dann allerdings n' bisschen problematisch. Mutter war grad' aufm Markt um Lebensmittel zu kaufen, da hab ich in ihrem Arbeitszimmer mit einigen Zutaten gespielt, die sie wohl aus der Mine bekommen hatte. Das Zeug hat furchtbar gestunken, sah aber verdammt interessant aus! Nun ja ich hab versucht das Zeug in der kleinen Tonschale zu erhitzen, so wie Mutter es damals immer gemacht hat. Kleingeistig wie ein Kind so ist, hab ich dabei natürlich keine Konsequenzen bedacht, die kamen aber trotzdem.
In einer großen Stichflamme ging das gelbe Pulver in Flammen auf, und der Balken oberhalb des Tisches, ging gleich mit in Flammen auf. Glücklicherweise hat mein mädchenhaftes Rumgeschreie meinen Vater auf den Plan gerufen, der geistig wesentlich anwesender als ich, das Feuer schnell in den Griff bekommen hat. Die Tracht Prügel die darauf folgte, kann ich jedoch bis heute noch spüren, nicht zu vergessen das ich das Arbeitszimmer meiner Mutter für gefühlte fünf Jahre nicht mehr betreten durfte! Das brauchte ich aber auch gar nicht, denn mit zwölf nahm mein Vater mich unter seine Fittiche. Ich lernte das Schmiedehandwerk und alles was dazugehört, auch wenn mich die Arbeit meiner Mutter mehr interessiert hatte.
Ich wiederhole mich zwar in der Wortwahl, aber erneut muss ich sagen: zugegeben, war es nicht ganz unschmerzhaft die verhältnismäßig leichter Arbeit meiner Mutter gegen das Schwielen bringende Handwerk meines Vaters einzutauschen, aber ich war ein akzeptabler Schüler und stand quasi von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang in der Schmiede. Daran änderte sich erst etwas, als ich schon sechszehn war. Es passierte das, wovor das ganze Dorf Angst hatte. Die Mine brachte kein Eisen mehr hervor. Die Jahrzehnte lang ausgebauten Stollen verloren ihren Nutzen, und für Niemanden hatte es einen Sinn, in einem Minendorf zu leben, dessen Mine keinen Ertrag mehr bringt. Binnen eines Jahres war das Dorf fast wie ausgestorben, mit wenigen Ausnahmen. Eine Ausnahme war natürlich meine Familie. Meine Familie war eigentlich immer eine Ausnahme. Wer zieht in ein Minendorf, ohne einen Minenarbeiter in der Familie zu haben? Auf so eine Idee kommt nur meine Familie. Die andere Ausnahme war eine alte schrullige Schachtel, die am anderen Ende des Dorfes gelebt hat. Und die Schachtel war wirklich schrullig, das könnt ihr mir glauben. Ich weiß nicht genau wie alt sie war, aber sie sah mindestens aus wie einhundertundneun, es könnte aber auch mehr gewesen sein.
Oh ich komm' schon wieder vom Thema ab! Zurück zu meiner Geschichte. Durch das aussterben des Dorfes verlor auch meine Familie ihren Lebensunterhalt, denn niemand braucht einen Schmied wenn es kein Eisen gibt, ne' Heilerin braucht auch keiner, wenn's keine Verletzten mehr gibt, macht Sinn oder? Zumindest war es nun auch für uns an der Zeit das sinkende Schiff zu verlassen, so verschlug es uns nach Caswin.

Caswin wirkte auf mich fast wie eine Metropole, eine Großstadt unter den' Großstädten, rückblickend hatte ich da wohl noch nicht allzu viel von meinem kindlichen Kleingeist eingebüßt, aber man soll's mir verzeihn', schließlich bin ich in einem Dörfchen aufgewachsen, das vielleicht 300-400 Einwohner gezählt hat, wenn überhaupt! Caswin war für mich jedoch mehr n' Zwischenstopp, denn es ergab sich schnell ein neues Problem. Eine verhältnismäßig doch so große Stadt hatte natürlich schon n' Schmied und n' Heiler, und weder Vater noch Mutter konnten es sich wirklich leisten mich durchzufüttern. Als Schmiedegehilfe hab ich auch nicht getaugt, da die neue Schmiede meines Vaters nicht wirklich groß war, Aufträge gab's auch bloß so wenige, das mein Vater mehr Zeit damit verbracht hat den Weibern aufm Marktplatz hinterher zu gaffen, als zu schmieden. Nun kommt kurz die Person ins Spiel, die ich anfangs kurz erwähnt hab, wenn auch nicht besonders detailliert. Wie eingangs erwähnt, bin ich zwar der erste Sohn meiner Eltern, aber nicht das erste Kind, denn ich hab ne' ältere Schwester, Carmalia, die geheiratet hat als ich gerade mal zwei oder drei war. Durch ihre Hochzeit hat es sie damals in das weit entfernte Vamureon verschlagen, und nun lautete mein Plan es ihr gleich zu tun. Nein, natürlich wollte ich nicht den Sohn eines fahrenden Händlers heiraten, um aus dem kleinen Dorf voller Minenarbeiter weg zu kommen, doch ich wollte nach Norden, um dort mein Glück zu versuchen.
Also zog ich mit dem bisschen was ich hatte und dem bisschen was meine Eltern mir geben konnten los. Ironischerweise kam ich nie in Vamureon an, da ich während meines Zwischenstopps in Onvorthad auf einen Jugendfreund gestoßen bin, der gerade auf dem Weg nach Aramad in Córalay war, wo er sich den Freischärlern anschließen wollte, um später ins Heer zu gelangen.
Habe ich schon erwähnt was Onvorthad für ein Kulturschock war? Ich hielt Caswin schon für riesig, doch Onvorthad war einfach nur gigantisch, fast schon hatte ich Sorge in der Masse von Menschen unterzugehen, aber nur fast! Nicht das es noch heißt, dass mich n' paar Menschen in Verlegenheit bringen! So schlimm war's dann doch nicht. Wie dem auch sei, bin ich ein weiteres Mal meinem kindlichen Kleingeist zum Opfer gefallen und bin meinem Jugendfreund, der übrigens den kreativen Namen Petron trug, gefolgt. Der Dienst für einen Fürsten klang für mich auch einfach ansprechender, als bei meiner Schwester nach Arbeit zu fragen, die ich schon seit 13 Jahren nicht mehr gesehen hab!

Onvorthad hatte ich ja wie erwähnt gut überstanden, weshalb Aramad keine allzu große Herausforderung darstellte. Sicher Aramad war größer als Caswin und bei weitem größer als das kleine Nest aus dem ich stamme, doch es war auch kein Menschenmeer wie Onvorthad, oder um es kurz zu machen, es war angenehm. Angenehm kann man' den Dienst in der Freischar aber nicht bezeichnen. In unserem jugendlichen Leichtsinn hatten wir uns wohl erhofft an der Front in viele Kämpfe zu geraten, bis man unser Talent entdeckt und wir schließlich ins Heer können, doch so war es nicht. Ganz und gar nicht. Die meiste Zeit über gab es für uns eigentlich nichts zu tun und wir haben uns nur damit etwas verdient, indem wir irgendwelchen Typen in schönen Rüstungen ihr Zaumzeug durch die gegen getragen haben, wirklich nobel he? Später wurden wir und einige andere dann für ‘n paar Groschen auch drauf angesetzt hier und dort mal ne' Gruppe von Banditen oder Wegelagerern zu verjagen. Erst als einer aus unserer Gruppe nen Pfeil ins Auge bekommen hat, haben wir gemerkt auf was für n' bescheuerten Mist wir uns da eigentlich eingelassen haben. Wie kommen zwei Knaben, die noch grün hinter den Ohren sind überhaupt auf die verrückte Idee sich in den Kampf zu stürzen?
Außer in der Schmiede hatt'n wir doch nie nen Schwert in der Hand gehabt! Aber das Schicksal meinte es trotzdem noch gut mit uns, nicht nur das wir keine Pfeile in die Augen bekommen haben, nein wir haben sogar den richtigen Leuten das Zaumzeug durch die Gegend getragen! Als ich achtzehn und Petron wohl zwanzig war, braute sich in Aramad was zusammen.
Die Fürsten hatten wieder mit ihrem tollen Machtkampf begonn' und sowohl Heer als auch Freischar hatte was zu tun. Für einen der edlen Herrn durften wir hier und dort ein paar Botengänge erledigen, was zu dieser Zeit gar nicht so ungefährlich war wie es klingt, denn oftmals passierte es das der andere Fürst seine Männer aussandte, damit sie die Kommunikation des anderen Fürstentums unterbrechen, oder gar n' paar Marschbefehle für Truppen in die Hände kriegen würden. Naja wo war ich stehen geblieben? Richtig. Wir haben für den richtigen das Zaumzeug rumgetragen, so durften wir immer mehr wichtige Aufgaben übernehmen. Hat bestimmt fast n' Jahr gedauert bis wir gemerkt haben, dass der Kerl nicht einfach nur n' Kerl mit schöner Rüstung war, sondern Befehlshaber eines kleinen aber feinen Söldnerregiments. Freischaffende Söldner um genau zu sein. Und um ganz genau zu sein, war es nicht einfach ein Regiment von Söldnern, sondern ein Infiltrationskorps. Seine Männer wurden angeheuert wenn's drum ging Befehlshaber im Feindlichen Lager auszuschalten, Informationen abzufangen, oder irgend n' Fürsten zu vergiften. Solche Dinge eben wo ein Meuchelmörder zu wenig ist, aber ein Heer zu viel Aufsehen erregt. Sicherlich waren wir nicht die gut ausgebildeten Krieger, die ein solcher Kerl für seine Truppe sucht, aber für die kleinen Aufgaben haben wir vollkommen gereicht.
Ich muss Heut' noch drüber lachen, wenn ich dran denk das Petron und ich wirklich dachten, wir wären da nen richtiger Teil der Gruppe gewesen, pah! Ich als gelernter Schmied und halbwegs Begabter was Heilkräuter angeht, hab relativ schnell n' paar vernünftige Aufgaben in der Gruppe bekommen. Ach verdammich' will ich doch nicht immer Gruppe sagen müssen.
Unsere ,nagut ein letztes Mal sage ich es noch "Gruppe", nannte sich das Schwarzfuchskorps, unter der Führung einer Frau. Richtig gehört, unter der Führung einer Frau.
Luciella hieß die Dame, und der Kerl in der schönen Rüstung war ihr Bruder, die beiden führten ihren Schwarzfuchskorps mit einer Kopfzahl von knapp zwei Dutzend Mann.
Sicher sind zwei Dutzend Männer für ein Söldnerkorps nicht viel, doch für die anfallenden Aufgaben mehr als ausreichend. Nun hab ich schon wieder den verdammten Faden' verloren.
Achja... Ich als Schmied und Aushilfsheiler, durfte mich um die kleinen Blessuren der Männer kümmern, und deren Ausrüstung wieder auf Vordermann bringen. Petron hingegen wurde fast durchweg mit Botengängen beschäftigt. Dafür das wir stundenlang am schuftn' waren und uns kaum noch sahen, waren wir mit der Bezahlung mehr als zufrieden. Im Nachhinein kann ich natürlich sagen, dass die Bezahlung der Söldner ganz andere Ausmaße hatte, als das was wir von den Söldner bekommen haben, doch für zwei Jungspunde war das der erste richtig große Schritt' in die Eigenständigkeit. So verging ungefähr n' Jahr, in dem Petron mehr Straßen hinter sich gebracht hat, als in seinem ganzen Leben zuvor, und ich? Ich hab mehr Pfeile gebastelt und Rüstungen ausgedellt, als in meiner ganzen Lehre als Schmied. Doch ich gewann an Wert für die Schwarzfüchse. Ich gewann' sogar so viel Wert, das sie mich weiter beschäftigten, obwohl Aramad den Konflikt überstanden hatte. Dadurch das sie mir anboten ihnen zu folgen, aber Petron nicht, gab es nen ziemlich heftigen Streit zwischen uns beiden, er war natürlich stinkwütend auf mich und wollt mir ausreden mich den Söldnern anzuschließen, doch ich sah darin meine große Chance, auch wenn's mir leid tat das Petron keine bekam.
Der Streit artete dann aus und ich bin mir bis heute nicht sicher, wer zuerst wessen Mutter beleidigt hat, und wer den ersten Schlag abgegeben hatte.

Es tut mir zwar immer noch leid was damals passiert ist, aber er wollte es nicht anders, so gingen wir beide zerstritten unsere eigenen Wege. Zumindest verließ ich Aramad mit einem breiten Grinsen und einem schönen Veilchen, was mir da aber recht egal war. Immerhin hatte ich nun ein festes Einkommen und ne' halbwegs gesicherte Zukunft, selbst wenn meine Mutter sich bestimmt nicht gewünscht hätte, dass ich mal mit Söldnern umherziehe. Apropos Mutter! Von Mutter und Vater hatte ich nun sein einer gefühlten Ewigkeit nicht's mehr gehört, aber das kümmerte mich nicht besonders, denn ich war so voller Elan und Vorfreude auf meine Beschäftigung, das ich meine Familie zwischendrin fast vergessen hätt'! Schnell wurden die Schwarzfüchse meine neue Familie. Bei den Göttern, wie lang bin ich nun eigentlich am Erzählen? Dabei bin ich doch erst bei meinem neunzehnten Lebensjahr. Gut. Weiter geht's. Es brachte mich also zusamm' mit den Schwarzfüchsen zum Grenzland zwischen Arcanis und Jiandor, wobei wir stets die Seite von Jiandor bevorzugten. Hier im Grenzland herrschte stets eine bedrückende Spannung, da man sich nie sicher sein konnte, wann es hier zum Krieg kommen würde. Sicher, wir würden an jedem Konflikt verdienen, doch genau zwischen den Fronten zu stehen, gefiel' niemandem. Zu dieser Zeit bekam ich mehr Aufgaben, als nur Rüstungen auszubeulen und Salben anzumischen. Luciella brachte mir den Umgang mit der Armbrust bei, und ich muss zugeben, ich hätte bis dahin nie gedacht, dass eine Frau so gut schießen kann! Hätte sie gewollt, hätte sie vermutlich nem' Eichhörnchen auf 200m an n' Baum nageln können, wobei ich nie gesehen hab, dass sie auf Eichhörnchen geschossen hätte. Im Laufe der Zeit und von Auftrag zu Auftrag, wurde meine Kampferfahrung stetig mehr, und ich wurde auch dafür eingesetzt, um Informationen einzuholen. Mal wurde ich zur Nordbastion beordert, mal musste ich bis zur Blankwehr. Sicherlich nicht ganz ohne Risiko, wenn man so oft über die Grenze geht, besonders wenn man sich dabei noch durch den Wald schleicht, aber Informationen sind wertvoll und für viel tut man eben viel. Und wo wir schon bei viel sind, es gab verdammt viel! Zwar lebten wir nicht wie Magier oder Aristokraten, aber wir wusst'n wie wir es uns gutgehen' lassen konnten. An jedem freien Tag saßen wir pfeife rauchend und weinschlürfend in der Taverne, oder haben unser Geld auf den Märkten verprasst. Wäre es nicht so ein verdammt riskanter Beruf, dann hätte ich es wohl in voll ‘n Zügen genossen. Das ging gut drei Jahre lang so weiter, irgendwann fühlten wir uns so, als wären wir hier zwischen den Fronten gefangen, als würde es sonst keine Aufträge mehr geben, es hieß nur noch: fangt hier einen Marschbefehl der Arcanier ab, beschafft euch diese Information von diesem und diesem Trunkenbold, vertauscht die Stiefel des arcanischen Rüstmeisters durch Eimer oder sonst was. Nun... das ein oder andere Beispiel war wohl nicht ganz detailgetreu, doch es trifft unsere Aufgaben' in diesen drei Jahren wohl ziemlich gut. Mit Heimweh hatte ich auch nicht zu kämpfn' denn seit ich das kleine Minendorf verlassen hab, hatt' ich ja keine längerfristige Heimat mehr. Meine Heimat war nun dort, wo meine Arbeit war. Wirklich interessant wurde es dann erst, als wir für beide Seiten gearbeitet haben.
Sowohl die Arcanier, als auch die Mérindarier wussten drum' wie gut wir unsere Arbeit machen, als Söldner gehörte unsere Loyalität sicherlich immer dem Meistbietenden' und beide Seiten strengten sich tierisch an, uns am meisten zu bieten. Natürlich wusste die andere Seite nie für wen wir gerade arbeiten, oder gearbeitet haben.
Zwischendurch gab es auch immer wieder Lappalien von Aufgaben, wenn hier und dort Wegelagerer oder Banditenanführer aus dem Weg geräumt werden mussten.
Dinge wofür das Heer keine Zeit hatte. Doch die Aufgaben die wir für die großen' Seiten erledigt haben, die waren' am lukrativsten. Das ging sogar ziemlich lange gut, bis wir eines Tages, ich glaube es war grad Sommersonnenwende, aus Fort Aelius zurückkehrten. Wir waren kaum ein paar Stunden hinter der Grenze nach Jiandor, da erwartete uns schon ein Empfang, der sich gewaschen hatte. Ich bin mir heute noch nicht ganz sicher wer uns verraten hatte, doch ich bin mir sicher dass ich es noch rauskriegen' werde.
Also wir waren gerade über die Grenze, da wartete eine Gruppe Soldaten aus Mérindar auf der Straße vor uns, angeführt von zwei gedrungenen Elfen in Gewändern.
Das waren Magier, wie ich kurz darauf schmerzhaft feststellen musste.

Also da war nun diese Gruppe, und wir kommen grade mit zehn Mann aus Arcanis zurück, die Gruppe vor uns bestand aus gut zwei oder drei Dutzend Mann und diesen zwei Magiern.
Noch bevor wir die Gruppe begrüßen konnten, fingen die an zu tuscheln. Kurz darauf schossen uns Pfeile und Feuerbälle entgegen. Wer nicht direkt getroffen wurde, der versuchte sich in den Wald zu flüchten. Zu kämpfen hatt' keiner versucht, vermutlich hätten die Magier auch kein' durchkommen lassen. Ich gehörte zu denen, die sich auch nicht mehr flüchten konnten, mein linker Arm wurde von ‘nem Feuerball gestreift und in meinem rechten Oberschenkel steckte n' Pfeil.
Unfähig zu flüchten lag ich da also aufm' Boden, rund 20m von mir entfernt standen die Magier und fuchtelten mit ihren Händen umher. Hinter mir hörte ich wie meine Kameraden zu Boden gingen, oder durch das Gestrüpp krochen. Ich greife also meine Armbrust, versuche sie irgendwie mit dem unverletzten Bein zu spannen. Das spannen gelang mir auch, also versuchte ich zu zielen, was gar nicht so leicht war, da mir vor Schmerz langsam schwarz vor Augen wurde. Ich richtete die Armbrust auf den Elf, von dem ich dachte dass er mir den Feuerball gegen den Arm geschleudert hatte, dann zieh ich den Hebel. Die Sehne schnellte vor, der Ruck reißt mir die Armbrust aus der Hand, die mitten auf mir landet. Ob der Bolzen irgendwen getroffen hat, dass weiß ich nicht, zumindest am Elf ist er vorbei, dass konnte ich noch sehen, danach verlor ich wohl das Bewusstsein.
Aufgewacht bin ich dann erst in ‘nem schäbigen Gemäuer, das zugenagelte Fenster sprach dafür das es ne' Art improvisiertes Verlies war. Tja und dann? Dann musste ich genau das machen, was ich hier schon die ganze Zeit mache, reden! Vom Wetter über meine Stiefel bis hin zu geheimen Informationen sollte ich den fast alles verratn', wobei mir mehr dran lag rauszubekommen, wer von meinen Leuten noch lebte und wo wir eigentlich waren, verständlich oder?
Heute weiß ich dass sie mich in die Feste Ajunvar gebracht hatten. Und warum hatten sie uns dort hingebracht? Weil sie dachten wir wären Arcanier und würden die ganze Zeit schon für Arcanis arbeiten. Man beschuldigte uns also des Hochverrats, wobei „uns“ nur Luciella, ein Söldner aus Menainon und Ich bedeutete. Denn der Rest der bei uns war, war tot, und von denen die zurück geblieben waren, hatte uns irgendwer verraten und angeschwärzt. Nun... die Jungs aus Ajunvar hatten ziemlich harsche Methoden, um die Informationen aus uns rauszuholen, die sie haben wollten. Ich rede hier von wirklich harten Methoden, wie Glüheisen, Messer und Folterbank, die wollten um jeden Preis wissen was wir wissen, aber Luciella hielt dicht, genauso wie unser Kamerad aus Menainon. Den guten Menai hatte es jedoch verdammt hart getroffen' während die uns überrannt hatten. Ich weiß nicht ob er während der Befragung oder in Folge seiner Verletzungen starb, aber ich hab gesehen' wie sie seine Leiche aus seiner Zelle geschleift haben. Für uns hieß das auch nichts Gutes, aber Luciella und mir war eh schon klar, dass wir fliehen mussten, wenn wir überleben wollen. Das ist nur leichter gesagt als getan, besonders wenn man in getrennten Zellen gehalten wird und sich weder sehen noch verständigen kann.
Nun also zur Flucht. Während mein Bein langsam zu heilen begann, hatte ich mir inzwischen gemerkt, wann uns etwas zu Essen in die Zelle gebracht wurde.
Da unser Verlies wohl kein echtes Verlies war, gab es in der Türe auch keine Gitterstäbe, kein Fenster und keine Öffnung.
Sie mussten die Tür jedes Mal öffnen und reinkomm' wenn sie mir Essen bringen wollten. Verdammten Idioten die!
Ich hatte es mir angewöhnt mich in der hinteren Ecke meiner Zelle zu verkriechen wenn die Wache kam. So das sie mit der Zeit wussten, dass sie sich keine Gedanken machen brauchten wenn sie das Verlies öffnen. Was sie nicht wussten war, dass ich mir eine der Latten rausgebrochen hatte, mit der sie das Fenster verschließen wollten. Unterhalb des Fensters ging es leider etliche Meter in die Tiefe, also musste n' anderer Plan her. Ich nahm also diese Latte, versteckte mich still und leise direkt neben der Türe. Und kaum öffnete die Wache die Tür und wollte das Essen reinstellen, kawusch! Bekam sie die Latte genau auf den Helm gezimmert. Der Kerl wird gut geschlafen haben, und ich hatte meine Chance zu fliehen. Es hängt mir nach das ich keine Chance hatte mich nach Luciella umzusehen, doch da wo ich ihr Verlies vermutete warn' Fackelschein zu sehen, vermutlich ne Patrouille, der ich nicht zu nah kommen wollte.
Alles weitere war definitiv mehr Glück als Verstand. Ich versteckte die Wache in meiner Zelle und machte mich mit ihrer Kluft und Waffe durch die Gänge der Feste.
Zwischendrin' kassierte ich noch schnell unsere Wertgegenstände ein, die sie uns abgenommen hatten. Die lagen nämlich auf dem Tisch, an dem sie immer Karten gespielt haben.
Keine Ahnung wie lang' ich darin rumgeirrt bin, aber kam mir wie eine Ewigkeit vor. Irgendwann war ich dann rausgehumpelt. Bis hier schien mich keiner entdeckt zu haben, also machte ich mich auf um in den Wald zu humpeln. Dauerte ne ganze Weile, und das mich bis dahin noch niemand verfolgt hatte, war wohl n' verdammtes Wunder! Aufjedenfall hatte ich's geschafft. Ich irrte nun also durch die Waldberge, mein Bein war noch immer verletzt und in meinen Eingeweiden grummelt' die Wut! Wut auf mich selbst, da ich Luciella nicht helfen konnte, Wut auf den Verräter und Wut auf unsere "Entführer". Verdammt ich hatte wirklich ne Stinkwut gehabt! Glücklicherweise sind Wut und Rachsucht nen' ordentlicher Antrieb, wenn's drum geht in der Wildnis zu überleben. Sonst hätt' ich es mit dem kaputten Bein bestimmt nicht geschafft.

Nach zwei Tagen der Reise, in denen ich nur an Bäumen angelehnt und halb sitzend geschlafen hatte, war ich mir ziemlich sicher das man mich nicht mehr verfolgen würde, falls die mich überhaupt jemals verfolgt hattn' Na und wer käme schon auf die Idee, das nen Verletzter sich in die Berge rettet, anstatt den Weg ins Flachland zu wählen? Die dachten bestimmt, dass ich schon längst von Bären und Wölfen gefressn' wurde!
So... Ich war also entkommen, und auf dem Weg durch die Waldberge. Zur Orientierung hab' ich die untergehende Sonne gewählt, denn ich wollte nach Westen, nach Rutarodin um genau zu sein, denn der dortige Fürst schuldete mir damals noch n' Gefallen, für nen Dienst den wir ihm mal erwiesen haben. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, ob es sich um Tage, Wochen oder Monate handelte, aber irgendwann hab ich's dann tatsächlich aus den Waldbergen raus geschafft. Stand irgendwo westlich der Grenze nach Jiandor. Wenn ich schätzen müsste, dann war ich irgendwo zwischen Vamureon und Rutarodin rausgekomm'. Kastell Artadeas wollte ich auf meinem Weg nach Rutarodin meiden und Vamueron war mir ebenfalls zu gefährlich. Zumindest das vermeiden der Feste war nicht besonders schwer, wenn man einfach der Handelsstraße folgt. In Rutarodin angekommen war ich echt am Ende meiner Kräfte sag' ich euch! Ausgehungert, verletzt und ratlos humpelte ich durch die Gegend, stets darauf bedacht meinen Entführern kein zweites Mal zu begegnen. In Rutarodin hab' ich es dann auch flott geschafft, mich an den Fürsten zu wenden, der spendierte mir Verarztung und Unterkunft, zumindest für zwei Wochen, danach sollte ich aus seiner Stadt verschwinden, da der feige Hund keine Lust drauf' hatte sich in die Politik von Arcanis und Jiandor einzumischen. Na' ich würde auch nicht toll finden, wenn man mir vorwerfen würde, dass ich ‘nem Hochverräter helfen würde, aber selbst Hochverräter genannt zu werden' das ist auch nicht besser. Nach den zwei Wochen hab' ich die Stadt dann auch verlassen, da ich nicht wollte das der Fürst wegen mir zu viel riskiert. Wobei er mich bestimmt eh aus der Stadt geschmissen hätte, wenn ich geblieben wär. Aber bevor ich dann weiter gezogen bin, hab ich noch ein paar Informationen eingeholt, schließlich hatt' ich viele offene Fragen zu den Schwarzfüchsen, die zurück geblieben waren, etwas über Luciella zu erfahren, wäre auch nicht verkehrt gewesen. Doch von unserer eleganten und tapferen Anführerin, hatte niemand etwas gehört. Es war als hätt' sie der Erdboden verschluckt, oder eben die Justiz von Jiandor. Anschließend verschwand ich dann wirklich aus Rutarodin und ich wusste' auch schon wohin!

Auf meiner Reise durch die Waldberge, hatte ich westlich der Grenze zwischen Andiriendar und Jiandor ein verlassene Minensiedlung gesehen, vermutlich noch kleiner als das Nest aus dem ich stamme, aber mindestens genauso lang verlassen'. Von der Strecke her, war die kleine Siedlung nicht mal einen Tagesmarsch von Rutarodin entfernt, was mir vieles vereinfachte. Ich entschloss mich also, mir eine der verlassenen Buden zurecht zu machen, alles was ich dafür bräuchte, würde ich schon aus dem Wald, der Siedlung, der Mine und der nahegelegenen Stadt bekommen. Verhungern müsst ich wohl auch nicht, in Rutarodin konnte ich mir ja immer noch Essen kaufen und der Wald hatte genug Wild, das nur darauf wartete gejagt zu werden. Für mich stand nun jedoch etwas anderes auf dem Plan, als nur eine schöne Unterkunft, oder einer gesicherte Lebensmittelversorgung. Ich stand ohne Geld, ohne Habe und ohne Kameraden irgendwo im Grenzland. Die Fürsten wollten mich nicht decken, und ich hatt' keine Ahnung wer eigentlich alles hinter mir her war, oder ob überhaupt noch wer hinter mir her war. Letztendlich wussten diese Eimerköpfe aus Ajunvar ja nich'ma meinen richtigen Namen. Mein Plan war es nun mich zu erholen, mich hier einzurichten, mir wieder eine Ausrüstung zusammen' zu stellen und anschließend Leute aufzusuchen, die mir vielleicht helfen könnten. Als Bleibe hatte ich mir das Haus des Schmieds auserkor'n, dass hatte ne schöne große Werkstadt und das Dach war noch Großteils dicht.
Nach einigen Wochen, in denen ich damit beschäftigt war mir wieder eine Armbrust zu bauen, und zwischen meinem kleinen Eigenheim, dass ich übrigens' „Eulennest“ getauft hatte, und Rutarodin hin und her zu humpeln, ging es meim' Bein schon wesentlich besser, um ehrlich zu sein humpelte ich nicht mal mehr. Anschließend war ich viel damit beschäftigt das Eulennest wasserdicht zu machen und die Werkstadt auf Vordermann' zu bekommen. Als ich mit allen Arbeiten fertig war, musste es kurz vor meinem fünfundzwanzigsten Geburtstag gewesen sein, den ich leider allein und nicht in Gesellschaft der Schwarzfüchse verbracht hab. Dafür beginnt hier wohl der wichtigste Abschnitt meiner ganzen Lebensgeschichte! Fassen' wir also kurz zusammen: Ich bin auskuriert, hab mir das Eulennest zu einer ansehnlichen Unterkunft ausgebaut, hab wieder ne' Waffe und meine Ruhe, weiß aber noch immer nicht wer uns verraten hat, und wer noch hinter mir her ist.
Alles in allem ein ganz nettes Resümee, findet ihr nicht auch? Mich ärgerte es aber immer noch, dass ich vor einigen Monaten hilflos wie n' Käfer auf dem Rücken lag, als die Magier aus Jiandor unsere Gruppe einfach auseinander genommen haben. Ich wollte nun also etwas haben, wogegen auch die Feuermagie der Elfen nutzlos war. Meine Armbrust war viel zu langsam und die Bolzen konnten diese verdammten Elfen sogar abwehren, wenn sie wollten. Wenn ich aber meine Rache wollte, dann brauchte ich etwas, womit ich sogar Magier ausschalten konnte. Und da fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren! Oder von den Augen? Seis drum' ! Als ich in dem Stollen war, fiel mir dieses gelbe Pulver auf, das an den Wänden und dem Boden haftete.
Das hatte ich doch schon mal gesehen, und zwar als Kind. Da hatte meine Mutter solches Pulver aus kleinen gelblichen Kristallen gemahlen, die ihr die Minenarbeiter gebracht hatten.
Wie nannte sie das Zeug noch gleich? Schefel? Oder Schwefel? Irgendwie so aufjedenfall. Mit dem Zeug hätt' ich fast das Arbeitszimmer meiner Mutter abgefackelt, falls ihr euch noch dran' erinnern könnt. Und hier gab es das Zeug auch noch in kleinen Mengen in der Mine verteilt! Eine kleine Tonschale davon hat für eine blaue Stichflamme hoch bis zur Decke gereicht, damit ließe sich doch bestimmt etwas anstellen, wenn man noch mehr davon verwendet. Ich versuchte wirklich alles damit, was mir einfiel. Ich mischte es mit verschiedensten getrockneten Gräsern und Kräutern, mit zerriebener Holzkohle, mit gemahlenen Tierknochen, sogar mit verschiedenen zerriebenen Steinen, aber abgesehen von der Holzkohle verbesserte nichts die brennbare Eigenschaft von diesem Pulver. Aus meiner Jugend kannte ich noch viele Zutaten meiner Mutter, die leicht brennbar waren und die sie meinem Vater für die Schmiede gab.
Ach was langweile ich euch denn hier mit meinem wissenschaftlichen Gefasel?
Euch interessiert bestimmt eher, was dann daraus geworden ist!
Mit der Zeit bemerkte ich, dass wenn man das gelbe Pulver im richtigen Anteil mit Holzkohle und einfachem Pökelsalz mischt, es ein verdammt explosives schwarzes Pulver gibt! In verschiedensten Versuchen' hab getestet, wie ich dieses Feuerpulver am besten nutzen könnte. Einmal versuchte ich sogar meinen Kupferkessel mit dem Pulver zu füllen und dieses dann zu entzünden. Allerdings gab es nicht wie damals eine Stichflamme, sondern eine Explosion, bei der sogar die Magier neidisch geworden wären! Hach' wenn ich damals nur gewusst hätt' was ich da für eine Waffe entdeckt hab. Der Kupferkessel ist mir glatt um die Ohren geflogen, mein Kamin hat sich direkt mit ihm verabschiedet! Der Deckel des Kessels ist direkt durchs Dach geschossen, hah'! Zwei Splitter des Kessels steckten mir dann direkt im Gesicht, wie viele mir in den Armen steckten, hab ich nie zu zählen versucht. Und trotz der schmerzen, trotz der Verletzungen hab ich mich gefreut wie ein kleines Kind! Endlich hatte ich eine Waffe gefunden, gegen die auch Magier nichts ausrichten konnten. Natürlich machte es keinen Sinn, dem Magier einen Kupferkessel voller Feuerpulver vor die Tür zu stellen, doch wenn man ein kleineres Gefäß nimmt, das auch noch dichter als ein Kessel ist, dann richten die Splitter verheerenden Schaden an! So experimentierte ich weiter, verbesserte die Mischung und fand immer sinnvollere Wege, um diese einzusetzen. Ich will mich selbst nicht zu hoch loben, denn das was ich bisher erzählt habe über meine Experimente, dass nahm in Wirklichkeit gut zwei Jahre in Anspruch, nicht bloß n' paar Tage oder so was. Also wie schon erwähnt habe ich immer weiter experimentiert, dass führte zu etlichen kleinen Narben und Verbrennungen, aber die Ergebnisse die ich in mein kleines Büchlein schreiben konnte, die waren die Schmerzen wert. Nach dem ich es geschafft hatte, Explosionskörper zu kreieren, die nicht größer als ein Tonbecher waren... Ach Moment! Ich hab noch gar nicht erwähnt, was die Explosionskörper sind, oder? Die Explosionskörper hab ich nach meinem ersten Versuchen mitm' Kupferkessel angepasst. Ich habe kleinere Kessel geschmiedet, allerdings aus Eisen, nicht aus Kupfer. Und ich habe keinen Deckel drauf gesetzt, sondern nur nen kleines Loch gelassen, das gerade groß genug für ne' Lunte oder ne' Zündnadel ist. Die Explosionskörper sind also tonbechergroße Eisengefäße, die zwei Funktionsweisen haben.
Die erste Möglichkeit ist es, das Gefäß bis zum Rand mit Feuerpulver Sand zu füllen, dann schiebt man die Lunte in das Gefäß, zündet sie an und sieht zu, dass man so schnell wie möglich ne' menge Platz zwischen sich und den Explosionskörper bringt. Ist die Lunte abgebrannt, entzündet sich das Feuerpulver. Die dadurch entstehende Explosion, zerreißt das Gefäß und schießt die Splitter in alle Himmelsrichtungen! Ich will wirklich keinem raten neben so ‘nem Explosionskörper stehen zu bleiben, wenn er gezündet wird.
Die zweite Möglichkeit ist es, den Boden des Explosionskörpers nur mit einer feinen Schicht des Feuerpulvers zu bedecken. Wenn nun die Lunte gezündet wird, dann steigt blitzartig eine beißend stinkende Rauchwolke aus der Öffnung hervor' die eim' Minuten lang die Sicht vernebelt!
Umso größer man den Explosionskörper baut, umso größer ist natürlich der Effekt. Verdammt und eins' wenn einer n' Explosionskörper in der Größe eines Kupferkessels baut, dann kann er damit sicher ne Burgmauer einäschern! Diese ganzen Versuche brachten mich auf noch kreativere Einsatzmöglichkeiten für mein Feuerpulver, so versuchte ich unter anderem auch meine Armbrust damit aufzuwerten. Die Explosionskraft des Feuerpulvers, sollte den Bogen und das spannen der Sehne überflüssig machen. So war meine Idee n' Metallrohr auf der Mittelsäuler der Armbrust. Das Metallrohr wurde auf der Seite dicht gemacht, die an den Schaft der Armbrust anschloss. Auf der anderen Seite wurde das Feuerpulver und der Bolzen eingeführt. Durch ein kleines Loch im hinteren Ende des Matallrohrs, konnte man eine Zündnadel in das Feuerpulver drücken, um es zu entzünden. Leider ist der Bolzen kaum geflogen und es gab mehr Funken und Rauch als alles andere. Später kam ich auf die Idee den Bolzen durch eine breitere Eisenkugel zu ersetzen, die mit Hilfe eines Stückchen Leinens die Röhre besser verdichtet. Das funktionierte auch wesentlich besser als mit dem verdammten' Bolzen. Nach Monaten der Ausarbeitung bin ich schließlich zu dem gekommen, was ich euch eingangs als mein Feuerrohr beschrieben habe. Ein Meisterwerk der Technik! Ein Kunstwerk der Ingenieurskunst! Wenn es so weit ist, und ich an die nötigen Informationen gekommen bin, dann wird es mein Feuerrohr sein, dass den Magiern das Fürchten lehrt! Sie haben vielleicht die Magie und die Götter auf ihrer Seite, aber ich habe die Wissenschaft, ich hab die Zerstörungskraft der Natur. Ach! Wo wir gerade bei Zerstörungskraft waren... Da fällt mir noch etwas ein. Momentan arbeite ich natürlich noch stetig daran mein Feuerrohr zu verbessern und zu testen, ob das wohl schon jemand im Wald mitbekommen hat? Naja, aufjedenfall plane ich auch eine stationäre Version meines Feuerrohrs. Eine große Metallröhre auf einem hölzernen Gestell. Die Funktionsweise ist dieselbe wie bei dem Feuerrohr, allerdings soll die große Version Steine oder faustgroße Eisenkugel verschießen! Und irgendwann, da bin ich mir sicher, werden meine Erfindungen dazu beitragen Ajunvar dem Erdboden gleich zu machen!
Oh, da fällt mir gerade auf... Ihr denkt nun bestimmt ich sitze unentwegt in meiner Werkstadt und arbeite an meinen Erfindungen, oder? Das stimmt so aber keineswegs! Ein bis zwei Mal die Woche, geh ich bis nach Rutarodin, setz mich ne Runde in die Taverne und trinke nen Wein, höre mir die neusten Geschichten an, kaufe mir Brot, Schwefel und was ich so zum Leben und experimentieren brauche. Wovon ich mir mein Essen und den Wein kaufe? Tja das zusammenbrauen von Tinkturen und Salben hab' ich nich' verlernt, damit lassen sich gut nen' paar Münzen verdienen. Und ansonsten ist der Wald rund um's Eulennest ja voll mit allem, was ich für's Leben brauche. Nun... das war es dann wohl, oder? Das war meine Lebensgeschichte. Alle meine Hochs und Tiefs, alle meine Erlebnisse und Entdeckungen. Sicher hab ich hier und dort ein paar Details ausgelassen, aber ich will euch ja nicht' ewig langweilen, he?
Kann ich das Verhör damit als beendet betrachten?

Restliches

Ach wir sind immer noch nicht fertig? Ist ja schlimmer wie bei einem Verhör hier!
Was kann ich denn noch erzählen? Ihr wisst doch nun schon alles. Der Rest meiner Geschichte spielt sich in der Gegenwart ab. Besucht mich doch mal im Eulennest, wenn ihr Wissen wollt wie es weiter geht!

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I can't see my reflection in the water
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