Profil von Aenaeris

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Verrücktes Weibsbild
Avatar: Eva Widermann

Profil

Benutzername:
Aenaeris
Gruppen:

Charakter

Name:
Aenaeris Ardere
Alter:
25
Rasse:
Mensch (Arcanier)
Heimat:
Arcanis/Wynricéa
Aufenthaltsort:
Mérindar

Steckbrief

Name: Aenaeris Ardere

Alter: 21 Jahre

Rasse: Arcanierin

Aussehen

Aenaeris ist ungefähr 1,70 groß und hat 63kg, ihre Figur ist weiblich. Sie hat lange brünette Haare, bei Lichteinfall schimmern diese rötlich. Diese hat sie diese meist hochgesteckt, und mit einem roten Band geschmückt, an dem einige Glasperlen in unregelmäßigen Abständen aufgefädelt sind. Ihre braun-rot gesprenkelten Augen umrahmen geschwungene Augenbrauen. Ihre Gesichtszüge sind ebenmäßig, die Nase ist klein und ein wenig spitz, was ihr einen leicht hochnäsigen Zug verleiht. Aenaeris hat elfisches Blut in sich. Zwar wurde das Blut über Generationen hinweg stark verdünnt, dennoch entgeht dem aufmerksamen Betrachter nicht, dass ihre Augen dieselbe Tönung haben wie die der Wüstenelfen. Es mag sein, dass einem auf den ersten Blick nicht die roten Anteile in der Iris auffallen, aber wer genau in ihre Augen sieht, kann diese deutlich erkennen.

Sie wurde im Tempel als Geächtete gebrandmarkt und hat seitdem auf ihrem rechten Oberarm recht gut sichtbar ein Brandmal. Einmal hat Aenaeris in einem meditativen Hochgefühl ihre rechte Hand in das Feuer gehalten. Seit dem ist die Haut der gesamten Hand verbrannt und vernarbt.

Sie trägt ein rotes Leinenkleid, welches ungefähr fünfzehn Zentimeter über dem Knöchel endet, am Oberkörper ist es mit einer speziellen Nähtechnik körpernah und hinten mit einer Schnürung versehen und der Rock ist großzügig, mit viel Stoff und weitschwingend gearbeitet. Das Kleid wurde so geschneidert, dass es über eine Schulter drapiert ist, die andere Schulter ist frei, dennoch bevorzugte Aenaeris noch ein schmales Band als Sicherung, sodass nichts verrutschen kann, ein wenig eitel und Frau sind doch die meisten... Ansonsten ist das Kleid recht bodenständig und schmucklos, nur um die Taille ist das Kleid umschlossen von einem braunen Ledergürtel. An ihrem rechten Oberarm trägt Aenaeris einen Armreif aus Kupfer, der mit kleinen filigranen Gravuren verziert ist. Aenaeris trägt Lederschuhe, in die man bequem schlüpfen kann, und die vorne ein wenig spitz zulaufen. In einer Umhängetasche trägt sie ihre wenigen Halbseligkeiten mit sich, ein Wasserschlauch, ein kleiner Dolch, eine Zunderbüchse, ein kleiner Schlauch mit Petroleum gefüllt. Des Weiteren besitzt sie einen schweren dunkelroten Dreiviertelkreismantel aus Wollwalk.


Waffen:

Aenaeris besitzt einen kleinen Dolch, welcher eher als Allzweckmesser dient und keine wirkliche Waffe darstellt. Da die Klinge jedoch lang genug ist, könnte man damit auch jemanden umbringen oder verletzen.

Aktuell (2013):Desweiteren ist sie im stolzen Besitz einer Schußwaffe, welche sie von Silvar, ihrem Begleiter, geschenkt bekommen hat.

Charakter:

Aenaeris hat eine sehr strenge Erziehung erlebt. Es ist daher nicht verwunderlich, dass sie einen auflehnenden Geist entwickelt hat, besonders, wenn sie das Gefühl hat, jemand möchte sie bevormunden. Man kann sie durchaus als freundlich bezeichnen, sie kann aber auch recht harsch sein. Sie ist ein wenig oberflächlich, denn sie lässt sich durch Schönheit leichter blenden, und ist weniger gut aussehenden Menschen eher misstrauisch und zurückhaltend, wenn nicht sogar ablehnend, gegenüber eingestellt. Aenaeris ist ein geselliger Mensch, ist nicht gern alleine, sie hat gerne Menschen um sich. Sie hört gerne Personen zu, die bereit sind, ihre Lebensgeschichte erzählen, Aenaeris ist wissbegierig und neugierig. Wenn ihr Vater sie einige Male zusammen mit ihrem Bruder in die Stadt mitgenommen hatte, und sie dort in einer Schenke genächtigt hatten, schlich Aenaeris oft und gern, wenn Ihr Vater und ihr Bruder bereits schliefen, hinunter in den Schankraum, saß an der Treppe und beobachtete die Leute und versuchte interessante Gespräche aufzuschnappen.

Aenaeris hält sich nicht gern aus Angelegenheiten heraus, mit welchen sie eigentlich nichts zu schaffen hat, sie setzt sich gerne für andere ein. Ihr Motto ist Leben und leben lassen, sie ist nicht gut Freund mit den Elfen, sieht jedoch keine Veranlassung, Ihnen etwas anzutun oder sie ans Messer zu liefern.

Aenaeris ist eher zurückhaltend, was Gefühle betrifft. Personen, die sie nicht kennen, würden sie als hochnäsig oder kühl bezeichnen. Doch eigentlich ist sie ein sehr freundlicher und herzlicher und wahrheitsliebender Mensch. Sie kann bei den für sie richtigen Menschen tiefe Gefühle entwickeln.

Aenaeris hat ein ausgeprägtes Faible für Feuer. Sie war schon immer fasziniert von diesem Element, und wenn außerhalb der Städte die Bauern im Herbst große Leuchtfeuer errichteten, und Opfergaben für die Geschwister darin verbrannten, war Aenaeris immer in vorderster Reihe und tanzte ausgelassen mit anderen um das Feuer, ohne Angst, sich zu verbrennen.
Da sie strenger als andere Mädchen erzogen wurde, fehlt ihr auch eine gewisse Erfahrung. Ihr Wissen bezog sie eher aus dem Studieren von Schriften und Büchern, aber fürs Leben gelernt hatte sie daraus nicht, was trotzdem nicht bedeutet, dass sie nicht klug ist.

Aenaeris träumte stets von einem bequemeren, annehmlichen Leben, in dem sie tun und lassen konnte, wonach ihr der Sinn stand, ohne dass sie tun musste, was andere ihr auftrugen. Herrin über ein Stück Land, das bestellt und bewirtschaftet würde, von deren Erträgen sie leben konnte. Doch dass eine Frau ihr Leben selbst bestimmte, war undenkbar.

Weil sie ihr halbes Leben eigentlich nichts anderes tat, als sich auf ihr Priesteramt vorzubereiten, ist ihr Glaube und Religion sehr wichtig, denn es ist das, was sie glaubt, das sie ausmacht. Aenaeris steht aus voller Überzeugung hinter den Lehren der Zwei. Doch sie ist nicht so engstirnig, dass sie "Die Zwei" als die einzig wahren Gottheiten ansieht, sondern ihr ist klar, dass andere Rassen und Völker zu anderen oder ihren eigenen Göttern beten. Sie ist im Herzen stolze Arcanierin, daher liegt ihr natürlich das Wohl des eigenen Volkes am nächsten. Allein, sie ist noch jung und hat niemals mit ansehen oder erleben müssen, was sich hinter diesen Ideologien, insbesondere in Bezug auf Elfen, verbirgt. Und niemand kann vorhersehen, wie sie damit umgehen wird, wenn die Tatsache, dass elfisches Blut in ihr fließt, zu Tage kommt.


Fähigkeiten

Aenaeris besitzt keine nennenswerten überragenden Fähigkeiten, als Frau hat sie von vielen Fähigkeiten ein Quentchen. Sie kann wohlschmeckende Mahlzeiten zubereiten, so die Zutaten vorhanden sind, sowie ein Gewand nähen.
Ihre gute Ausbildung als Amt einer Tempelpriesterin hat ihr auch einige Vorteile beschert, so wurde ihr zum Beispiel schreiben, lesen und rechnen beigebracht, was, in Anbetracht der Tatsache, dass weibliche Bildung vielerorts ein Unding ist, durchaus positiv hervorzuheben ist. Auch lernte sie viel über Kräuter und Naturheilkunde. Sie kennt die wichtigsten Kräuter und Essenzen, weiß, wo diese wachsen können, kennt diese, weiß über deren Bestandteile, Anwendungsgebiete und Wirkungsweisen Bescheid. Ihre Heilkünste beschränken sich allerdings fast nur auf die Kräuterkunde. Sie kann eine infizierte Wunde reinigen, behandeln, ausbrennen, Notfalls ausschaben oder zusammenflicken, oder einen einfachen Knochenbruch schienen, das sind Dinge, die sie bei Reyar, dem Bader im Tempel gesehen hat, aber damit sind ihre Fähigkeiten auch schon erschöpft. Sie kann keine größeren chirurgischen Eingriffe vornehmen, und als Geburtshelferin wäre sie denkbar unbrauchbar...

Dafür hat sie von Reyar, dem Bader im Tempel ein äußerst wichtiges Wissen erworben, das Wissen und die Grundpfeiler der Hygiene.
Zu ihren Fähigkeiten gehört nicht das Kämpfen, sie hat keinen Waffenunterricht, in welcher Disziplin auch immer, erhalten, und als typische Frau ist sie nicht stark genug, sich gegen Angreifer, sei er bewaffnet oder unbewaffnet, zu wehren…
Lange Fußmärsche ist sie nicht gewohnt, sie war ja eigentlich immer im Haus, im Tempel. Einzig die Reise von Wynricea nach Lanyamere musste sie bewältigen, doch das stellte keine wirkliche Distanz dar...

Aktuell: (2013)

Magie/Zauber:

Durch ihren elfischen Einschlag urgroßmütterlicherseits, besitzt sie theorethisch Fähigkeit über Feuermagie. Allerdings nicht über Stufe 1 hinausgehend, und sie ahnt noch nichts davon. Es hat sich erst einmal in einer großen Streßsituation offenbart, und sie muss erst lernen, damit umzugehen.

Aktuell (2013)

In den mittlerweile zwei Jahren, die sie nun unterwegs ist, hat sie inzwischen gelernt, das Feuer zu erspüren und durch ihre Verbissenheit hat sie auch gelernt, ein klein wenig zu lenken. Dies beschränkt sich allerdings auf ein kleines Flämmchen, das sie tanzen lassen kann.

Aenaeris hat von einem magischen Artefakt erfahren und will dieses unbedingt finden.

Artefakt Ardor

Aussehen:

Ardor ist ein goldenes schweres Amulett. Es ist rund und im Durchmesser ungefähr zwei Zoll, mit einer geätzten, schmucken Verzierung, die ein loderndes Feuer darstellt.

Herkunft:

Es wurde geschmiedet von einem mächtigen Bergelf und einem Feuermagier namens Fewûr. Dieser wurde aus seiner Magiergilde verbannt, da er Unheil mit seinen magischen Fähigkeiten über die Elfen gebracht hatte. Er nutzte seine Fähigkeiten, um Zwietracht und Hass zu säen, und um anderen zu schaden. Nach seiner Verbannung zog er durch die Nordreiche und ließ sich schließlich in der Einsamkeit der wilden Lande nieder. Viele Jahre lebte er alleine, bis er schließlich eines Tages einen nicht weniger begabten Naturmagier namens Aestus kennenlernte. Bald verband die beiden Männer eine tiefe Freundschaft und Aestus wollte seinem Freund bei seinem Traum, ein Artefakt zu fertigen, zur Seite stehen. Gemeinsam beschlossen sie, dieses Kleinod zu fertigen. Es sollte die gegenständliche Macht Fewûrs darstellen und auch den niederen Feuermagiern dienlich sein, mächtigere Zauber wirken zu können. Beim Schmieden dieses Amulett legte Fewûr seine gesamte Macht in dieses Schmuckstück, und auch Aestus trug seinen Teil dazu bei, dass dieses Artefakt einzigartig würde. Allein, seine gutgemeinte Hilfe trug nicht die Früchte, die sie hätte tragen sollen, nämlich dass das Artefakt auch den Geist des Trägers stärkt. Und so kehrte sich sein Zauber um und er band unbeabsichtigt eine fatale Schwäche in das Artefakt ein.

Fähigkeiten/Schwächen:

Der wenig feuermagisch begabten Trägerin Aenaeris kann dieses Amuletts sehr hilfreich sein. Es gibt dem Träger die Macht, Feuer aus dem Nichts zu erschaffen, eine Gabe, die sonst nur mächtigen und langjährig übenden Feuermagiern vorbehalten ist. Die Dauer des Feuers hängt natürlich vom Können des Trägers ab. Bei ungeübten beispielsweise ist es üblich, dass diese eine etwa handgroße Flamme erschaffen können, die, je nach Konzentration und Können bis zu zehn Sekunden lodert. Die Hand des Magiers wird hierbei natürlich nicht verletzt. Novizen können eine entsprechend größere Flamme erschaffen, die bis zu einer Elle hoch werden kann. Es ist unabdingbar, dass Ardor Hautkontakt mit seinem Träger hat, sonst ist es wirkungslos, so etwa sollte dieses Artefakt um den Hals getragen oder aber von der Hand umschlossen werden, wenn man damit Magie wirken möchte. Es sei auch zu erwähnen, dass der Träger gut daran tut, das Artefakt stets vor Blicken verborgen hält. Es kann in den Händen der falschen Personen eine grausame und zerstörerische Waffe sein.

Doch so mächtig dieses Artefakt auch ist, so unselig ist auch seine Wirkung auf den Träger. Die Flamme, die in dieses Amulett eingeätzt ist, scheint regelrecht im Herzen des Trägers zu lodern und bedient sich bei Benutzung dessen Lebensenergie. Wenn man das Artefakt benutzt hat, schwächt es seinen Herrn oder seine Herrin stark, so dass diese/r eine intensive Erholungsphase benötigt, um sich von der Erschöpfung zu erholen, welche, je nach körperlicher Konstitution des Trägers, auch mehrere Tage anhalten kann. Ardor stiehlt dem Träger mit Sicherheit etliche seiner Lebensjahre. Dies ist der Preis der Macht.

In den Nordreichen verschollen, ranken sich ebenso viele wahrheitsgetreue wie fantastische Geschichten um dieses Schmuckstück. Die meisten glauben nicht an dieses Artefakt und halten dieses für eine der vielen Geschichten und Legenden, die es auf Alvarania gibt. In der Bibliothek von Merridia soll es Schriftrollen geben, auf denen Aufzeichnungen zu diesem legendären Artefakt zu finden sind. Demnach soll Ardor sich in Mérindar in der Nähe des Königswalds befinden. Ein auffälliger Stein, über die Jahre hinweg längst umrankt und überwuchert von wildem Wein und Efeu, soll sich in der Nähe des in einer Truhe verschlossenen und in der Erde vergrabenen Artefakts befinden. Der Schatten, welcher der Stein wirft, wenn die Sonne im Zenit steht, soll die Stelle aufzeigen, an welcher sich diese Truhe befindet…
Vergangenheit:

Aenaeris ist die Tochter von einem Kaufleute-Ehepaar aus Wynricéa. Sie hat einen drei Jahre älteren Bruder namens Pereon, zu dem sie ein sehr inniges Verhältnis hatte. Pereon sollte Soldat werden, da er großes kämpferisches Geschick bewies.
In Ihrer Familie gab es einen brisanten Vorfall. Ihre arcanische Urgroßmutter mütterlicherseits hatte eine intime Begegnung mit einem Wüstenelf, trotzdem die Arcanier das Elfenvolk so sehr hassen. Aus dieser Liebelei, so kurz sie auch war, entsprang ein Bastardmädchen, Aenaeris' Großmutter. Die Familie breitete den Schleier des Schweigens über diesen ungeheuren Zwischenfall. Aenaeris selbst hatte ihre Großmutter nie kennengelernt, und schon gar nicht wurde über sie gesprochen. Aenaeris ' Mutter trug ihr Haar immer so, dass die Ohren bedeckt waren, oder sie hüllte sich in ein Kopftuch...

Aenaeris wurde in einer heißen Sommernacht geboren. Bei ihrer Geburt besaß sie bereits einen Zahn, was zunächst als großes Glückszeichen gedeutet wurde, doch als der Säugling zum ersten Mal die Augen öffnete, wurde klar, dass auch noch in Aenaeris elfisches Blut fließen musste, denn die Augen waren nicht dunkelblau, wie bei Säuglingen sondern rötlich wie Bernstein. Ihre Eltern konnten es mehr oder weniger gut verstecken, dass ihre Tochter anders war. Sie wurde stets dazu angehalten, die Augen zu senken, und schon gar nicht vorlaut zu sein. Aenaeris war ein recht temperamentvolles Kind, nicht selten hatte sie kindliche Wutausbrüche, die ihre Eltern sehr betrübten. Als Anaris sieben Jahre alt war, beschlossen die Eltern, dass sie Tempelpriesterin werden sollte. Dem Kind konnte es nur zugute kommen, Demut zu lernen, und den Geschwistern zu dienen, und darüber hinaus würde es wohl niemand wagen, eine Priesterin zu verleumden, sie sei keine reine Arcanierin.
So wurde sie streng und sehr gläubig erzogen. Disziplin, Disziplin und noch mehr Disziplin stand an der Tagesordnung. So musste sie zum Beispiel stundenlang auf den Knien zu den Geschwistern beten, bis ihre Knie wund und blutig wurden. Wenn es einmal passierte, dass Aenaeris als kleines Mädchen während der Gebetsstunden einnickte, wurde sie mit einer Rute gezüchtigt.
Ihren Bruder Pereon beneidete sie, denn er durfte den langen lieben Tag an der frischen Luft verbringen, ihm wurde Schwertkampf beigebracht und es schien für ihn das reinste Vergnügen sein, wenn er auf die Prügelknaben hieb und sie mit Schwert und Dolch durchbohrte.
Je strenger und ehrgeiziger ihre Eltern sie behandeln, desto auflehnender wurden Ihre Gedanken. Sie quälte sich mit Selbstzweifeln, und glaubte, dass ihre Eltern sie nicht liebten, weil sie ihr dies antaten und nie zufrieden mit ihren Leistungen waren.
Aenaeris konnte sich eigentlich nie entscheiden, ob sie dies aus freien Stücken tun wollte, es war nicht ihre Entscheidung, sie wurde nicht gefragt, wovon sie träumte.
Sie wurde von einem Knecht nach Lanyamere begleitet, ihm war aufgetragen, ihr sicheres Geleit bis zum Ziel ihrer Reise zu geben. Der Abschied von ihren Eltern war kurz und knapp, ihren Bruder Pereon hingegen umarmte sie, sie weinte bittere Tränen, bis er ihr versprach, dass sie sich eines Tages wiedersehen würden.

In Lanyamere diente Aenaeris in einem Tempel. Die Ankunft dort war wie ein Sprung ins kalte Wasser. Der stark männerdominierte Tempel schüchterte sie ein wenig ein, und es fiel ihr deswegen nicht leicht, Anschluss zu finden. Sie war froh, dass sie zunächst dem ansässigen Bader Reyar zugewiesen wurde. Es war ein steinalter Mann, doch freundlich und sehr klug und weise, wie ein netter Großvater. Ihn schloss sie sofort ins Herz. Die kranken und verletzten, die Hilfe suchten, zu betreuen, bereitete ihr doch mehr Behagen, als sie davor angenommen hatte. Nicht selten kamen die Leute von allen Teilen des Reiches, und viele waren sehr redselig und erzählten über Krieg, Familie und Aenaeris erfuhr häufig Neuigkeiten, die sich im Reich zutrugen. Aenaeris war abends oft erschöpft und ausgelaugt, und sie suchte kniend oder hockend, wenn es ihre Zeit und Kraft erlaubten, Erholung in einer Meditation.

In dem Tempel gab es einen älteren Priester, Talos, der nicht so gottesfürchtig war, wie er vorgab zu sein. Oftmals war er in der Nähe von jungen Auszubildenden, gleichfalls Jungen als auch Mädchen, und man bemerkte, wenn man wollte, dass er diese unsittlich berührte.
Aenaeris, die selbst schon am eigenen Leib erfahren musste, wie unangenehm es war, berührt zu werden, wenn und wo man es nicht wollte, bat um Audienz beim Tempelmeister Bartarion. Als diese ihr gewährt wurde, berichtete sie ihm, welche, in ihren Augen, schändlichen Dinge Talos tat. Bartarion hörte ihr zu, nickte, und entließ sie. Doch am Tage darauf musste sie feststellen, dass dies ein Fehler gewesen war. Talos wurde nicht, wie sie fest geglaubt hatte, aus seinem Amt entlassen, sondern er hatte noch erfahren, was Aenaeris getan hatte und behandelte sie von diesem Augenblick an feindselig. Er ließ keine Gelegenheit aus, sie zu demütigen, er konnte durchsetzen, dass Aenaeris Aufgaben zugeteilt bekam, die fern derer einer Tempelpriesterin sind, wie zum Beispiel das Säubern der Latrinen, das Schrubben der gesamten Marmorböden, oder das Waschen der mit Blut und Eiter verschmutzten Verbände, die hilfesuchende Kranke und Verletzte in den Tempeln erhielten. Doch Aenaeris versuchte, stark zu sein, und sich davon nicht entmutigen zu lassen.

Eines Abends, als alle Arbeiten und Dienste erledigt waren, nutzte Aenaeris noch eine Stunde vor dem Zubettgehen, um zu meditieren. Der Tempel war in Schummerlicht getaucht, denn es brannte nur vereinzelt Feuer in Feuerschalen. Das Feuer flackerte unruhig, doch Aenaeris beachtete es nicht.
Plötzlich wurde ihr von hinten eine Hand auf den Mund gepresst und der andere Arm umschlang ihren Körper und drückte sie zu Boden. Aenaeris versuchte sich zu wehren, doch der Übergreifer war stärker. Aenaeris schnaufte vor Anstrengung, die Hand war immer noch auf den Mund gepresst, und die andere Hand schob ihre Tunika hoch, während ihr Körper mit dem Knie des Übergreifers auf den Boden gepresst wurde und damit anschließend ihre Beine teilte. Ein Paniksturm tobte in Aenaeris, während sie verzweifelt versuchte sich zu befreien, irgendwie die Oberhand zu bekommen. Sie schlug wild mit den Beinen, während der Angreifer schnaufte. Durch einen glücklichen Zufall gelang es ihr, in die Hand die ihr den Mund zuhielt, zu beißen. Sie legte ihre ganze Kraft in diesen Biss, als der Angreifer laut aufschrie und Aenaeris warmes Blut schmeckte. Sie erkannte in dem Aufschrei Talos als ihren Peiniger. „Verfluchtes Miststück!“ schrie Talos auf, während er fassungslos die klaffende Fleischwunde betrachtete, aus der das Blut tropfte und Aenaeris ‘ Tunika und den Marmorboden besudelte. Aenaeris versuchte, sich aufzurappeln, doch er stieß sie grob erneut zu Boden, dass sie rücklings dalag. Der harte Aufprall ließ ihr alle Luft aus den Lungen weichen und sie rang schnappend nach Luft. „Du wolltest mich an den Großmeister ausliefern, hm?“ fauchte er ihr ins Ohr, als er über sie kam. „Bedauerlich, dass unsere Familien schon seit Generationen eng miteinander verbunden sind!“ lachte er rau auf und Aenaeris wurde übel von seinem stinkenden Atem. Die Wehrlosigkeit und die Verzweiflung entbändigte plötzlich einen unermesslichen Hass in ihr. Das Feuer in den Feuerschalen begann wie wild zu tanzen und schien zu wachsen. Plötzlich schoss ein Feuerball in Talos‘ Gesicht. Sie roch verbranntes Haar und verbranntes Fleisch… Er heulte auf, ließ von ihr ab und hielt sich die Hände vors Gesicht, während er vor Schmerz schrie und schier wahnsinnig auf und ab hüpfte. Aenaeris rappelte sich auf, und das Feuer schrumpfte wieder zu seiner ursprünglichen Größe. Der Tumult hatte einige Priester heraneilen lassen. Zwei beugten sich zu Talos und zwei andere wandten sich an Aenaeris , die, am Mund blutverschmiert, einen ebenso schauerlichen Anblick bot, wie Talos, der mittlerweile keuchend und vor Schmerz greinend am Boden lag. Sein Haar war gänzlich versengt und sein Gesicht ein Gemisch aus rosa und weiß verbranntem Fleisch und schwarzer Asche. „Was ist hier passiert?“ fragte einer der Priester bestürzt. „Diese… diese… Hexe… sie… sie… hat…!“ stieß er keuchend hervor, dann sackte er zusammen und es befiel ihn eine gnädige Ohnmacht, und er wurde von seinen Ordensbrüdern in das häusliche Lazarett gebracht. Aenaeris wurde gepackt und in Arrest gebracht, zumindest solange, bis alle Untersuchungen abgeschlossen sind und über ihr weiteres Schicksal entschieden würde…

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