Profil von Rahela

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Neeskia
Avatar: Elif Siebenpfeiffer

Profil

Benutzername:
Rahela
Alter:
35
Gruppen:
Wohnort:
Wien

Charakter

Name:
Rahela Norrsken
Alter:
33
Rasse:
wilde Menschen
Heimat:
Faernach Clan
Aufenthaltsort:
Die Wilden Lande
Waffen:
Dolch
Inventar:
Gift, Ritualdolch, Runen
Tierischer Begleiter: Kolkrabe

Steckbrief

Name: Rahela Norrsken

Alter: 33

Rasse: wilde Menschen

Aussehen

Rahela ist ungefähr 1,72 groß und hat 67 kg. Ihren Körperbau kann man durchaus als weiblich bezeichnen, sie hat mittelmäßig breite Schultern, ein breites Becken, dafür eine schmale Taille und schlanke Beine. Davon kann man allerdings nicht viel erkennen, da ihre Figur unter einem weiten Kleid und einem Umhang verborgen sind. Sie hat langes, schwarzes Haar, was bei ihrem Volk selten vorkommt. Wohl sind ihre Eltern beide dunkelblond, doch woher dieser dunkle Einschlag kommt, vermag niemand zu sagen. Das Haar selbst ist üppig und ein wenig naturkraus, so dass dieses stets ungekämmt und wild aussieht. Sie trägt es immer offen, und es reicht ihr beinahe bis zum Gesäß. Ihre Augen sind graugrün, sie sind von keinem intensiven grün, eher wie das matte Grün von Heu und sie haben etwas Wildes an sich, ihre Wimpern sind dafür vornehmlich lang, was so ziemlich, neben ihren Lippen, das weiblichste in ihrem Gesicht ist. Ihre Haut ist ganz volkstypisch hell und sie hat einige helle Sommersprossen auf der Nase und neben der Nase. Ihre Nase war einmal gebrochen, daran erinnert heute noch ein kleiner Höcker am Nasenrücken. Ihre schön geschwungenen roten Lippen stechen in dem blassen Gesicht geradezu hervor. Auf ihren inneren Unterarmen zeigen sich zahlreiche Narben und Schnitte, die meisten davon hat sie sich selbst zugefügt. Rahela besitzt eine samtige, tiefere weibliche Stimme. Rahela ist keine klassische Schönheit, sie ist durchaus ansehnlich, doch sie passt einfach nicht in das Idealbild der wilden Menschen, und vermutlich auch nicht in das der anderen Menschen, mag aber auf den einen oder anderen eine gewisse Faszination ausüben. Sie trägt ein dunkelbraunes langärmeliges Unterkleid und darüber ein dunkelgrünes ärmelloses Überkleid, welches mit einigen seitlichen Keileinsätzen weitschwingend gearbeitet ist, und welches mit einem dunkelbraunen Gürtel unterteilt ist. Darüber trägt sie einen weiten, schwarzen und groben Wollumhang mit großer Kapuze. Der Saum ist schon ziemlich verschlissen, doch durch die robuste, dicht gewalkte Wolle allerdings noch in einem guten Zustand. Der Umhang wird mit einer messingfarbenen Fibel zusammengehalten, die kreisförmig, schmucklos, aber zweckdienlich ist. Ihre Kleider sind beinahe bodenlang, so dass man die braunen abgetragenen Lederschuhe kaum zu Gesicht bekommt. Sie trägt an ihrem Gürtel einen Dolch und sie hat eine Lederumhängetasche mit den für sie wichtigsten Utensilien wie Kräuter, Essenzen, Gift, einen Lederbeutel mit Runen aus Knochen, einen Wasserschlauch sowie ein wenig Trockenfleisch und Trockenfrüchte.

Waffen

Rahela besitzt zwei Dolche. Einer, der als Waffe und Allzweckmesser dient, und einen, den sie nur für rituelle Zwecke benutzt. Sie trennt diese beiden Waffen streng voneinander und würde nie ein Ritual mit dem alltagstauglichen Allzweckdolch vornehmen. Der rituelle Dolch ist aus Damaszenerstahl, der Griff aus geschliffenem Hirschhorn, mit kleinen kunstvollen Goldintarsien, sie hat dieses teure Stück von einem Schmied aus dem Skerôingur-Clan. Der Allzweckdolch ist schlicht und aus unbearbeitetem Hirschhorn sowie einfachem Stahl. Sie geht recht sorgsam mit den beiden Waffen um, wohlwissentlich, wie teuer bearbeitetes Metall ist.

Charakter

Rahela ist ein verschlossener Mensch. Sie gibt nicht gerne Dinge von sich Preis, auch wenn sie gerne spricht... Meist andeutungsvoll, manchmal auch rätselhaft. Sie spricht, ohne dabei viel zu sagen. Sie ist der Meinung, niemand muss ihre Stärken kennen, wenn es sich vermeiden lässt. Man könnte sie als kleines Biest bezeichnen, denn sie tut kaum etwas, ohne eine Gegenleistung dafür zu verlangen. Vielfach liegt das wohl daran, dass sie ihr Leben im Clan trotzdem alleine bestreiten muss und als allein stehende Frau wurde ihr nun wirklich nichts geschenkt. Dies impliziert die Tatsache, dass sie sich um alles selbst kümmern muss, da einfach ein Mann an ihrer Seite fehlt. So muss sie ab und an, sie nennt es "zu Kreuze kriechen", also andere Clanmitglieder um deren Hilfe bitten, wenn es zum Beispiel um handwerkliche oder körperlich schwere Arbeit geht, wie etwa ein vom Sturm beschädigtes Dach auszubessern oder schwere Güter, wie zum Beispiel Feuerholz zu ihrer Hütte zu tragen. Rahela ist sehr selbstbewusst, das hat mit ihren Fähigkeiten zu tun und sie lässt dies manchmal andere spüren. Dies äußert sich zum Beispiel darin, dass sie ihrem Gegenüber das Gefühl gibt, minderwertiger zu sein, oder einfach ein arrogantes Auftreten an den Tag legt. Fremden gegenüber ist sie zunächst immer sehr misstrauisch oder vorsichtig gegenüber eingestellt, besonders Elfen oder Halbelfen gegenüber. Sie ist berechnend und plant oft schon den nächsten Schritt voraus, macht das Meiste mit Hintergedanken. Rahela ist ein wahrheitsliebender Mensch, sie sagt ihrem Gegenüber die Wahrheit rücksichtslos ins Gesicht, ob es ihnen nun gefällt, oder nicht. Dafür erwartet sie sich allerdings auch dasselbe Verhalten ihrer Mitmenschen. Dennoch kann sie unglaublich liebenswürdig sein, wenn sie das möchte, oder aber auch wenn es dem Zweck dient. Rahela ist ein ziemlicher Hitzkopf und es bedarf manchmal nicht viel, um sie zu provozieren oder wütend zu machen. Es kann schon ausreichend sein dass jemand nichts von Kräuterkunde hält, oder Schamanentum als Aberglaube abtut. Da sie als Schamanin oft auf sich allein gestellt war, ist sie es gewohnt, viele Dinge alleine zu bewältigen, sie ist zu stolz dazu, von anderen Hilfe anzunehmen. In dieser Sache und auch in vielen anderen Dingen ist sie recht stur. Es kann durchaus sein, dass sie mit falschem Stolz oft übers Ziel schießt, sicherlich erkennt sie das des Öfteren, würde es aber anderen gegenüber nie zugeben.
Sie ist sich bewusst, dass sie bei vielen anderen Völkern als Angehörige des Volks der Wilden, die den Ruf besitzen, grob, bäuerlich und unkultiviert zu sein, oftmals belächelt wird, zumindest solange diese nichts von ihren Fähigkeiten wissen. Rahela ist sehr naturverbunden, sie achtet und ehrt das Zusammenspiel der Natur, ihrer Lebewesen und Geistwesen. Sie ist sehr gläubig, der alte Glaube ist ihr sehr wichtig und sie ist tief verwurzelt im alten Glauben und ehrt die alten Götter sowie die Etáín.
Sie hat keine nennenswerten Ziele im Leben, außer vielleicht ihre Macht vertiefen und vergrößern. Wie die meisten Menschen im Leben träumt sie davon, wahre Liebe zu erfahren. Dies ist wohl ihre größte Schwäche, denn im Grunde sehnt jeder Mensch sich nach Liebe, so auch Rahela, es stimmt sie traurig, dass ihr dieses Glück verwehrt bleibt und sie ertränkt ihren Kummer oder Frust darüber dann meistens in Alkohol.


Fähigkeiten

Rahela ist Schamanin. In den wilden Landen steht es um die Kenntnisse der Anatomie zwar nicht zum Besten, doch Rahela hat aufgrund ihrer Erfahrungen gelernt auf das Zusammenspiel von Körper und Geist zu achten, so kann sie oft schon durch beobachten oder Schilderungen in Erfahrung bringen, was einem Menschen gesundheitlich fehlt. Sie kennt viele Kräuter, Beeren, und Pflanzen die in den wilden Landen zu finden sind, die Heilenden und die Giftigen, sie weiß, wie sie damit heilen kann, aber sie weiß auch, wie sie damit Schaden anrichten kann. Sie kann Wunden behandeln, ob diese ausgebrannt, ausgeschabt, oder genäht werden müssen, sie kann Amputationen vornehmen, allerdings sonst keine Operationen. Des Weiteren wurde sie zur Hebamme ausgebildet. Sie kennt einige Schwachpunkte des menschlichen Körpers, weiß, wie man mit wenigen harten Griffen oder Druckpunkten den Körper kurzzeitig außer Gefecht setzen kann. Sie kann Spurenlesen und ist naturmagisch begabt. Sie kann auch lesen und schreiben. Da sie alleine lebt, musste sie sich die meisten praktischen und alltäglichen Fähigkeiten selbst erwerben, so kann sie kochen, Handarbeiten, sie kann aber auch recht hübsch singen, auch wenn dies ihrer Meinung nach eine eher nutzlose Gabe ist. Da sie zum Volk der wilden Menschen gehört, und ihr Clan recht weit oben im Norden lebt, ist sie raues Klima und Bedingungen gewöhnt. Sie kann allerdings nicht jagen, deswegen ist es fraglich, wie lange sie alleine in der Wildnis überleben könnte, wenn ihre Vorräte aufgebraucht wären. Sie kann schwimmen. Reiten kann sie nicht, sie hat auch noch nie auf einem Pferd gesessen, geschweige denn eines besessen, denn ein Pferd ist unvorstellbar teuer.

Zu ihren Schwächen zählt in erster Linie ihre körperliche Unterlegenheit als Frau. Sie kann ihre schamanischen Fähigkeiten auch nicht immer zu ihrem Vorteil nutzen, wenn sie zum Beispiel überraschend angriffen wird, kann sie sich oft nicht auf ihren Zauber konzentrieren, was ihr einen enormen Nachteil verschafft. Hierfür muss sie sich auf ihre grazile Agilität und ihr Fingerspitzengefühl verlassen. Für manche Rituale versetzt sie ihren Körper mit halluzinogenen Substanzen, wie bestimmten Giftpilzen, Tollkirschen oder dem Sekret einer Kröte, das sie ableckt, in einen tranceähnlichen Zustand, der manchmal über mehrere Stunden dauern kann, sie ist dann nicht wirklich ansprechbar oder zu gebrauchen. Sie ist auch dem Alkohol nicht abgeneigt, so lässt sich auch gerne mal für diverse Dienste oder Hilfe auf ein Glas Wein oder Bier einladen. Rahela kann nicht kämpfen, sie hat ihr ganzes Leben dem Schamanentum gewidmet. Körperlich wäre sie höchstens in der Lage eine ihrer Statur ähnliche Person festzuhalten oder zu überwältigen, doch mit Waffen wie Schwert, Axt oder Pfeil und Bogen kann sie nicht umgehen.

Magie/Zauber

Beeinflussung/Lenkung:

Mit Blickkontakt kann Rahela Personen geistig beeinflussen, so dass diese beinahe wie willenlos Aufträge oder Befehle ausführen. Sie nimmt hierbei zum Beispiel Blickkontakt auf, und wenn sie erst ihren Weg in den Geist der Person gefunden hat, fesselt sie gedanklich den Willen und flüstert in deren Gedanken, so dass diese aufgetragene Taten ausführen. Jene berichten später, sie wurden von „Stimmen in ihrem Kopf“ zu diesen Taten gedrängt worden… Diese Lenkung gelingt Rahela allerdings nur bei bestmöglicher Konzentration.

Flüche:

Rahelas Hauptkönnen liegt bei den Flüchen. Sie kann Personen, Tiere oder Orte verfluchen. Dies bedeutet, dass sie bis zu einem gewissen Ausmaß in deren Geschicke eingreifen kann, zum Beispiel könnte sie einen Lügner verfluchen, dass dieser unter ihrem Zauber stehend, kein Wort mehr über die Lippen bringt. Sie benötigt hierfür allerdings etwas von dem zu verfluchenden, wie zum Beispiel Haare, Blut, Knochen, oder etwas von dem zu verfluchten Ort, wie Erde, Gras, Steine. Sie bindet dabei oft auch ihr eigenes Blut ein um den Zauber zu verstärken oder damit dieser sicher gelingt. Sie benutzt hierbei auch Sprüche, die die Handlung und die Wirkungsweise beschreiben.
Natürlich kann sie sich nicht mit mächtigeren Naturmagiern messen und es gab auch immer wieder besonders willensstarke Menschen oder Zeiten, wo eine Verfluchung nicht angeschlagen hat oder sich schlichtweg anders ausgewirkt hatte, als sie es vor hatte. Dann leider meistens zur Rahelas Nachteil. Es kann auch passieren, dass ihr während des Rituals ein Fehler passiert, etwa dass sie sich in der Dosis oder Konzentration des halluzinierenden Giftes oder Rauschmittels irrt, dies passiert etwa, wenn sie durch etwas abgelenkt oder unkonzentriert ist. Dies zeigte ihr oft ihre Grenzen.

Zu den Flüchen:

Sie kann damit den Segen der Götter erbitten, ob sich diese erfüllen bzw einstellen, obliegt meist dem Zufall.
Sie spricht mithilfe ihrem Blutzauber in Kombination mit berauschenden Drogen zu den Ahnen sprechen und kann dabei ihre Stimmen hören, sie erhält aber, keine direkte Hilfe, sondern höchstens meist rätselhafte Antworten die zu deuten ihr obliegen, diese können natürlich ebenso fehlinterpretiert werden wie das Runenlesen oder die Benutzung der Holzscheiben. Sie kann sich mit dem Blutzauber und der passenden berauschenden Droge Männer gefügig machen. Hierbei spielt die Droge an sich die ausschlaggebende Rolle. Sie kann mit ihrem Blutzauber gewisse körperliche Einschränkungen beim zu Verfluchenden verstärken, z.B einen Mann impotent machen - da diese körperliche Funktion auch eine gewisse Kopfsache ist - damit er seiner Tochter nicht mehr zu nahe kommt oder dass ein Mensch verstummt für eine gewisse Zeit um keine Lügen oder Gerüchte zu verbreiten. Sie kann bewirken, dass jemand z.B. eine gewisse Zeit nicht zu gehen vermag, weil er z.B nicht in einen Krieg ziehen soll oder an einem Ort verweilen soll... Diese körperlich beeinflussenden Flüche wirken eigentlich über den Geist, und verstärken bereits vorhandene körperliche Unzulänglichkeiten. Jedermann weiß, dass Körper und Geist untrennbar miteinander verbunden sind. Geistige Leiden können zu körperlichen Leiden werden, und körperliche zu geistigen...



Vergangenheit

Rahela wurde in einer kalten, rauen Winternacht im Faernach Clan, der als höchster nördlicher Clan in den wilden Landen liegt, als erstes Kind von Magnus und Agnita Norrsken geboren. Der Nachname Norrsken bedeutet grob übersetzt "Nordlicht". Ihre Mutter verlor bei der Geburt viel Blut, so dass sie lange brauchte, bis sie sich von dieser Geburt einigermaßen erholt hatte. Der Säugling hatte pechschwarzes Haar und war ziemlich kräftig und robust, was bei den wilden Menschen als gutes Zeichen gedeutet wurde. Doch die Freude über die Geburt und die gute körperliche Konstitution des Kindes wurden dennoch überschattet. Ihre Mutter war im Kindbett sehr schwach und verfiel zusehends. Obwohl Magnus alles Mögliche tat, um seiner geliebten Frau zu helfen, starb sie nur wenige Wochen nach Rahelas Geburt.
Magnus nahm sich keine neue Frau. Wohl gab er innerlich Rahela die Schuld am Tod seiner geliebten Frau, denn sein Verhältnis zu Rahela wurde niemals so warm und herzlich, wie man es sich zwischen Vater und Tochter erwartete. Die Clans waren wie eine große Familie und so half jeder jedem. Es gab genug weise Frauen, die sich rührend um die Halbwaise kümmerten und Magnus halfen, sie aufzuziehen.
Rahela, aber auch die anderen Kinder merkten bald, dass sie gänzlich anders war, als die meisten Kinder. Sie saß oft lieber still da und beobachtete die anderen bei ihrem Treiben, sie ging manchmal gerne alleine ins Moor, nicht weit weg von ihrem Clan, und war fasziniert von den Irrlichtern, und war auch oft unbesonnen und wagemutig, sich ihre Wege auch quer durch das Moor zu suchen, nicht durch markierte, sichere Bereiche. Es war vermutlich ihrer Intuition oder noch verborgenen Gabe zu verdanken, dass sie nie einen falschen Weg nahm, sondern immer wieder unversehrt zurückkehrte. Dafür wurde sie von den Kindern oftmals verspottet oder gemieden. Auf die Frage ihres Vaters, warum sie nicht mit den anderen Kindern spielte, zuckte sie meist nur mit den Schultern. Als Rahela neun war, beschloss ihr Vater, sie zu einer kräuterkundigen alten Frau aus dem Clan zu schicken, so dass sie wenigstens etwas Brauchbares lernte. So musste Rahela jeden Tag zu der alten Frau namens Morach gehen, obwohl Rahela keine rechte Lust hatte. Zum einen lag es daran, dass sie die alte Frau, die ein wenig seltsam roch, nicht mochte, und zum anderen hatte sie kein Interesse an den Kräutern. Trotzdem lernte sie über vier Jahre bei der Alten, bis sie schließlich jedes Kraut, das in Wald, Wiese, Heide, Moor und Gebirge wuchs, bestimmen konnte, und auswendig wusste, wofür es Anwendung fand, und welche Teile der Pflanzen wie verwendet werden mussten. Morach brachte Rahela auch das lesen bei.

In dem Clan gab es einen jungen Mann, Arjun… er war drei Jahre älter als Rahela, und diese, die mit dreizehn langsam zu einer jungen Frau erblühte, begann Gefallen an ihm zu finden. Doch er war bereits einer anderen Frau, Mira, versprochen. Rahela, die Morach über die Jahre akzeptiert und schließlich mögen gelernt hatte, vertraute sich ihr eines Tages an. Morach lächelte und meinte, wenn er ebenso empfand für sie, wie sie für ihn, dann gäbe es mit Kräutern Mittel und Wege, seine Lust und sein Herz zu erobern, sie müsste sich nur darauf einlassen. Rahela willigte ein und Morach lehrte sie, bestimmte Kräuter, versetzt mit anderen Essenzen für ihre Zwecke zu verwenden. An dem Fest, das für das junge Paar ausgerichtet wurde, mischte Rahela in einem unbemerkten Moment etwas von der aphrodisierenden Essenz in Arjuns Krug, in der Hoffnung, er würde seine Meinung ändern, wenn er, unter Einfluss der Essenz stehend, Rahela erblickte. Denn, nach Brauch und Tradition des wilden Volkes war die lebenslängliche Verbindung zwischen Mann und Frau erst dann als gültig zu erachten, wenn diese zusammen das Lager geteilt hatten. Doch der Liebestrank half nicht, im Gegenteil. Das Paar vollzog die Ehe und Rahela hatte das nachsehen. Sie war tieftraurig und wütend auf die alte Närrin, die ihrer Meinung nach keine Ahnung hatte. Es war allein ihre Schuld, dass sie Arjun verloren hatte. Morach erklärte ihr, dass es nicht an den Kräutern lag, wenn ein solches Mittel versagte, sondern nur einzig alleine an den Menschen, der mit seinem freien Willen und seinen Gefühlen sein Handeln und Denken allein zu lenken vermochte. Rahela wollte dies nicht akzeptieren. Es musste noch andere Wege geben, den Willen des Menschen für seine Zwecke zu lenken, meinte sie zu der Alten. Morach lächelte. An diesem Abend saßen sie zusammen in der Hütte der Kräuterfrau und tranken heißen Gewürzwein. Rahela hatte ihren Schmerz über Arjun noch immer nicht überwunden. Es war ihr erster Wein gewesen und sie spürte die Wirkung des heißen alkoholischen Getränkes ziemlich heftig. Sie weinte und klagte Morach an, wie es bei jungen Mädchen dieses Alters oft war, dass diese ihr Leben zerstört hätte, und sie nicht mehr leben wolle. Morach hörte Rahela zunächst gespant zu, doch als ihr der Wein immer mehr zu Kopf stieg, und das Klagen Rahelas immer launischer wurde, knallte sie den Becher auf den Tisch. Sie hatte genug gehört. Sie versprach ihr, dass sie Arjun besitzen sollte, wenn dies ihr sehnlichster Wunsch war. Doch zuerst war es an Rahela, ihr etwas von dem jungen Mann zu bringen, etwa Haar oder etwas, was dem jungen Mann gehörte. Rahela gelang es mit einem Trick, einige Haare Arjuns zu bekommen und brachte diese zu Morach. Diese zog einen Kreidezirkel am Boden der Hütte, murmelte einige Worte. Dann nahm sie einen Dolch und Schnitt Rahela in den Finger, bis das Blut in den Zirkel tropfte. Auf diese Blutstropfen warf sie Arjuns Haare und verbrannte beides zusammen. Morach versprach, dass dies helfen würde, doch warnte sie tunlichst davor, einer Menschenseele auch nur ein Sterbenswort von diesem Ritual zu erzählen. Es war nicht gern gesehen, die Menschen mieden solche Leute, und sie selbst handelte ebenso im Verborgenen mit diesen Kräften. Rahela war sehr ruhelos und wollte wissen, ob dieser Zauber funktioniert hatte. Eines Abends begegnete sie Arjun im Wald, der gerade von der Jagd zurückkam, und unverhofft zeigte der Zauber seine einschlagende Wirkung, die Rahela nie erwartet hätte. Wie verwandelt starrte Arjun ihr in die Augen und drückte sie langsam aber fordernd auf den moosigen Boden, und Rahela ließ es geschehen, voller Freude dass der Zauber gewirkt hatte, und dass Arjun nun doch endlich ihr gehörte. Arjun und Rahela liebten sich am Waldboden, als gäbe es kein Morgen. Doch dennoch hatte Arjun seine Frau nicht ganz vergessen und so führten sie dieses Doppelspiel, doch Rahela hatte keine Lust mehr darauf. Sie wollte nicht seine Hure sein, zu der er ging, wenn die Lust ihn packte, sie wollte ihn ganz oder gar nicht. Eines Tages wurden die beiden von einem Clanmitglied beobachtet und es blieb natürlich nicht geheim. Rahela wurde eindringlich von ihrem Vater gewarnt, dass dieses Spiel sofort ein Ende haben musste, doch Arjun war noch immer an diesen Zauber und somit an Rahela gebunden. Arjuns Frau erfuhr ebenso von der Schmach, dass ihr Mann sie so kurz nach dem Besiegeln ihres Bundes betrogen hatte. Eines Tages begegneten sich die beiden Frauen zufällig am Dorfplatz. Arjuns Frau beschimpfte und bespuckte sie und warf ihr vor, eine Ehebrecherin zu sein. Rahela meinte trotzig, dass er sie und nicht seine Frau liebte. Mira wurde wütend und provozierend fragte Rahela sie, warum Arjun dann lieber bei ihr gelegen hatte, als bei seiner Frau. Darauf hin stürzte sich Mira, die Rahela körperlich überlegen war, auf sie, riss sie zu Boden und schlug auf sie ein, wobei sie ihr schließlich unter anderem die Nase brach. Einschreitende Clanmitglieder konnte das Schlimmste verhindern. Rahela wurde zu Morach gebracht, damit diese sie versorgen konnte. Als Rahela sich das Blut von der Nase tupfte, schwor sie bittere Rache an Mira. Mira liebte Arjun zu sehr, als dass sie ihn aufgeben wollte, trotz des Ehebruchs, den er begangen hatte. Doch sie wollte nicht mehr diesem Clan angehören und drängte Arjun, mit ihr den Clan zu verlassen und sich einem anderen anzuschließen, in dem ihre Familie lebte.
Rahela war unglücklich, dass ihr Geliebter nicht mehr in dem Clan lebte. Dieses Erlebnis hatte ihr gezeigt, wo ihre Grenzen waren und sie wollte stärker und vor allem mächtiger werden. Sie fand es faszinierend, dass man alleine durch seine geistigen Fähigkeiten Menschen lenken und beeinflußen konnte und wie wollte diese Gabe auch beherrschen. Sie drängte Morach eingehend, sie zur Schamanin auszubilden, doch Morach verweigerte ihr diesen Wunsch. Tief bereute sie Rahela diesen Zauber gewährt zu haben. Sie schob es auf den Gewürzwein, oder ihr Mitleid, welches sie mit dem jungen Ding gehabt hatte. Doch voller Entsetzen erkannte sie den Wahn und die Dunkelheit in Rahelas Augen. Sie erkannte auch zwar das große magische Potenzial, welches in Rahela schlummerte, doch auch den großen Zorn und die Verbitterung, welche beides mächtige Werkzeuge waren. Rahela war in ihren Augen nicht würdig. Rahela flehte, bettelte und drohte sogar in ihrer Verzweiflung, doch nichts half, Morach lehnte ihren Wunsch entschieden ab. So beschloss sie, die Alte umzubringen. Rahela hatte während sie bei Arjun lag, oftmals Mutterkorn in kleinen Dosen zu sich genommen, ein Gift, welches verhinderte, dass Rahela in andere Umstände kam. In höheren Dosen wirkte dieses stark giftig. Sie ging auf die Felder und sammelte diese giftigen Körner aus den Ähren. Sie vermahlte diese, vermischte sie mit dem anderen Mehl und buk daraus Brot für Morach, wie sie es immer tat, weil die Alte das kräfteraubende Kneten des Brotteiges nicht mehr bewältigen konnte. Rahela war zu diesem Zeitpunkt ungefähr vierzehn Jahre alt. Rahela musste innerlich lachen. Sie würde ihre Meisterin mit dem Wissen umbringen, welches diese ihr selbst vermittelt hatte. Morach ahnte nach dem Genuss des Brotes, dass sie vergiftet wurde. Als sie Rahela anklagte, gab diese ihre Tat zu, wohlwissend, dass Morach dieses Geheimnis in ihr kaltes Grab mitnehmen würde, doch Morach sprach einen letzten Fluch über Rahela aus. Sie, die böse, eigensüchtige Hexe, sollte niemals erfahren, was wahre Liebe sei, ganz gleich bei wie vielen Männern oder gar Frauen sie liegen würde. Sie spuckte blutigen Auswurf aus, und verstarb. Als Morach tot war, bereute Rahela ihre Tat und weinte. Sie lief ins Dorf und verkündete dem Dorf den Tod der Schamanin, verheimlichte jedoch dass sie etwas mit dem Tod der Alten zu tun hatte. Das Gift hatte keine sichtbaren Spuren hinterlassen, daher nahm man an, dass die Alte an den Folgen ihres nicht unbeträchtlichen Alters erlegen war.

Morach hatte eine Schwester, die im Nachbarclan lebte. Man schickte nach ihr und sie kam so rasch wie es ihr möglich war. Sie blieb vorläufig in dem Clan, dem nun eine Schamanin fehlte und kümmerte sich um Morachs Nachlass. Hierbei lernte sie Rahela kennen und erkannte in ihr, wie auch ihre Schwester zuvor, eine große magische Macht. Allerdings blieb ihr der dunkle Zorn in Rahela verborgen, da sie das Kind noch nicht so gut kannte wie ihre Schwester sie gekannt hatte. Sie bat Rahelas Vater, sie mitnehmen zu dürfen, da sie annahm, Morach wollte sie ausbilden. Ihrem Vater war dies nur Recht, denn so würde Gras über die unschöne Sache mit Arjun wachsen und Rahela war alt genug, für einige Jahre den Clan zu verlassen um etwas aus sich zu machen. Somit begann Rahelas Ausbildung bei Catara. Über mehrere Jahre musste sie intensiv Schriften und Bücher studieren, alles aufgeschriebene Wissen über den menschlichen Körper und dessen Anatomie lernen, sowie ihr Wissen vertiefen um Kräuter, die sie noch nicht kannte. Catara nahm sie mit zu Geburten, Rahela musste ihr dabei zur Hand gehen, auch schwangere Frauen begleiten, ihnen Kräuter und Essenzen mischen um die Schwangerschaft und Geburt zu erleichtern.
Als Rahela zweiundzwanzig war, und sie ihre Fähigkeiten als Naturheilerin bewiesen und gefestigt hatte, begann Catara sie in der eigentlichen schamanischen Ausbildung zu unterweisen. Catara war etliche Jahre jünger als Morach gewesen, doch auch mächtiger und etwas eigensinniger im Herzen. Rahela musste zunächst stundenlang meditieren, sie bekam einen Stapel neuer Bücher zu lesen, in denen die Grundzüge des Schamanismus festgehalten waren. Das meiste wichtige jedoch stand nicht in solchen Büchern, sondern es wurde von Schamane zu Schamane mündlich weitergegeben und gelehrt. Catara lehrte Rahela, dass sie ihre Macht stets aus ihren Wünschen und ihres Herzens schöpfen sollte, dies wären die mächtigsten und wirksamsten. Die Zeit des Schamanenstudiums war eine sehr langwierige und harte Zeit und Rahela stieß oft an ihre Grenzen. Doch Catara trieb sie oft und hart an, sie hatte sich nun schon als so würdig und fähig, erwiesen, sie sollte sich gefälligst zusammenreißen. Nach zehn Jahren war Rahela dann soweit, dass sie den Willen von jemandem beeinflussen und jemanden verfluchen konnte. Doch sie stand erst am Anfang ihrer Fähigkeiten und Catara verlangte, dass sie den Clan für einige Zeit verließ, um ihre Fähigkeiten auszuprobieren und zu festigen. Rahela beschloss, in den Skerôingur-Clan zu gehen, dort könnte sie einige Zeit leben und mit ihren Fähigkeiten auch an Menschen experimentieren. Sie war wochenlang unterwegs, und lebte so oft und gut es ging, von den Dingen, die er Wald hergab, Nüsse, Bucheckern, Pilze, Beeren, Wurzeln, um ihre Vorräte aufzusparen. Sie wusste, wenn sie auf die Jagd angewiesen würde, würde sie nicht lange überleben.
Dieser Clan für seine kunstvollen Schmiedearbeiten bekannt und die Stücke waren bei den Menschen in den wilden Landen sehr begehrt. Rahela hatte Glück, dass sie bei dem Schamanen des Clans aufgenommen wurde. Doch dieser tat dies nicht nur aus reiner Nächstenliebe, er verlangte immer wieder, dass Rahela ihm zu Gefallen war, und das Bett mit ihm teilte. Rahela tat es weil sie kaum eine andere Wahl hatte, doch sie tat es mit tiefster Verachtung, und jedes weitere Mal schürte ihren unermesslichen Hass auf ihn und bewog sie, finstere Pläne zu schmieden. Eines Tages erstach sie ihn im Schlaf. Dies war gleichzeitig eine Probe ihrer Fähigkeiten, denn sie beeinflusste einen jungen Mann, der gefallen an ihr fand, mit ihrer Macht und dieser gestand unter ihrem Einfluß, den Dorfältesten, den Schamanen erstochen zu haben. Schließlich wurde der junge Mann gehängt und Rahela bekam den Platz als neue Schamanin zugewiesen. Vielleicht hatte sie ein wenig Gewissensbisse, jedoch stand ihr eigentlich Leben natürlich über dem des junges Mannes, und so wischte sie diese Gewissensbisse bald zur Seite. So blieb sie einige Jahre in dem Clan. Die Clanmitglieder nahmen sie nach einiger Zeit zwar in die Gemeinschaft an und behandelten sie wie eine der Ihren, doch behandelten sie sie auch mit zurückhaltendem Respekt, so dass sie mit diesem Clan nie wirklich warm wurde. Sie verliebte sich dort allerdings in den Schmiedegesellen. Doch dieser hatte kein wirkliches Interesse an Rahela. Da sie sich Tag und Nacht nach ihm verzehrte, legte sie einen Zauber über ihn, dass er ihr hörig war. Von ihm bekam sie den kunstvollen Damaszenerdolch geschenkt, den sie zukünftig für ihre Rituale benutzen würde. Sie hatte sich in das wertvolle Stück geradezu verliebt und redete Tag und Nacht auf ihn ein, becircte und betörte ihn, bis er sich schließlich dazu entschloß, ihn an sie abzutreten. Dieser war eigentlich eine Auftragsarbeit für einen Clan-Fürsten gewesen, und ganz sicherlich musste der Schmied für diese Torheit gerade stehen. Doch nach und nach verdross Rahela diese Liebelei. Sie wusste und spürte, dass es nicht echt sei, er war ihre Marionette, wie schon zuvor Arjun. Sie wollte wahre Liebe erfahren. So entband sie ihn wieder von dem Zauber, und die beiden gingen getrennte Wege, als seien sie sich nie begegnet. Einmal passierte es, dass eine junge Frau zu Rahela kam. Sie bat sie um Hilfe, da sie in anderen Umständen war. nach einem Gespräch kristallisierte sich heraus, dass der Vater der jungen Frau bei ihr gelegen hatte und sie ein Kind von ihm erwartete. Rahela half ihr, in dem sie ihr Mutterkorn verabreichte um die Schwangerschaft zu beenden und ihr diese Schmach zu ersparen, diesen Bastard großziehen zu müssen. Gleichzeitig forderte sie eine Haarsträhne des Vaters, da sie ihn mit ihren magischen Fähigkeiten in die Schranken weisen wollte. Als sie das Blutritual vornehmen wollte und sich mit Tollkirschen in einen Rauschzustand versetzte, vergriff sie sich in der Dosis. Sie halluzinierte ziemlich stark und war nicht mehr im Besitz ihrer geistigen Fähigkeiten. Sie schnitt sich zu tief für das Ritual, das Blut strömte förmlich aus ihren Wunden und sie band auf diese Weise viel zu viel Blut in den Zauber ein, und anstatt den Vater nur unfähig in seiner Manneskraft zu machen, wie sie zunächst vorgehabt hatte, erstickte der Mann auf geheimnisvolle Art und Weise im Schlaf an seinem Blut. Rahela wusste, dass der Zauber schief gegangen war, und schwor sich, in Zukunft besser aufzupassen und es mit ihren Fähigkeiten nicht zu übertreiben.

Eines Tages erreichte sie Nachricht von ihrem Vater aus dem Faernach-Clan, dass Catara gestorben war und es wurde ihr in Aussicht gestellt, ihren Platz als Schamanin in ihrem Heimatclan zu bekommen, sofern sie sich benahm und sich nicht wieder in Paaresangelegenheiten mischte. Rahela, die sich im Skerôingur-Clan nie wirklich wohl und heimisch gefühlt hatte, nahm das Angebot erfreut an und begann ihre Reise zurück in den Faernach-Clan...

Sonstiges:

Rahela hat einen Raben, Thargôn, benannt nach dem Göttervater, der ihr stetiger Begleiter ist

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