Profil von schwarzer Drache

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Negwenhó
Avatar: Leo Enin

Profil

Benutzername:
schwarzer Drache
Alter:
38
Gruppen:

Charakter

Name:
Negwenhó - Der schwarze Drache!
Rasse:
Dämon
Heimat:
[color=#500000]Alvarania[/color]
Waffen:
Magie
Inventar:
eine Drachenerbin

Steckbrief

In der schattigen Ecke hockt eine verzweifelte, kauernde Gestalt. Die Arme um die Beine geschlungen und den Kopf auf die Knie gelegt. Sie wimmert und faselt unverständliche Worte vor sich hin. Die Wände glimmen und rauchen, und um den verängstigen Mann herum, liegen vereinzelte, verkokelte und teilweise noch von kleinen Flammen umzüngelte, brennende Leichen. [18]Einer der Leichen fehlte sogar der Kopf, welcher nicht unweit auf dem Boden lag, mit einem leeren Blick zur Decke gerichtet.[/18] Eine Frau rennt kreischend durch den Raum, und zwei Männer, in strahlendem, weißem Gewand betreten den Raum. Der eine von ihnen hält eine Laterne in der Hand, und seine schweren Schritte, von seinen stählernen Stiefeln, lassen die hölzernen, verbrannten Dielen knirschen und knacken. »Was ist hier geschehen?«, fragte der Mann mit der Laterne. Doch er erhält keine Antwort. »Das Weib ist hysterisch.«, murmelte der andere Mann und trat an die verängstigte Frau heran. »Sprich! Weib! Was ist hier geschehen?«, fragte der Mann eindringlich und schüttelte die Frau ein wenig um sie zur Besinnung zu rufen. Ihre Augen waren vor Angst geweitet, und als sie die Abzeichen auf den weißen Roben der Männer erblickte da erbleichte sie noch mehr, als sie ohnehin schon war. »Wahrheitsbringer!«, rief sie und wand sich aus dem Griff des Mannes. Sie stürmte kopflos aus dem Raum und stolperte aus der Tür. Der Mann wollte ihr schon nacheilen, da hielt ihn der mit der Laterne am Arm. »Lass sie gehen.«

Sie wandten sich dem Mann zu, der da in der Ecke kauerte. Der erste Wahrheitsbringer zog sein Schwert und legte es dem Mann sanft auf das Knie. »Sprich! Du Wurm. Was ist hier geschehen?« Der Mann hob seinen Kopf und das Feuer der Laterne spiegelte sich in seinen gläsernen und vor Furcht geweiteten Augen. »Feuer! Und Schatten!«, stotterte er nur. »Wovon sprichst du?«, fragte der Wahrheitsbringer mit der Laterne. »Wer war das hier?«, er deutete auf die verbrannten Möbelstücke, den, von Ruß geschwärzten, Boden und die verkohlten Leichen. »Es war ein Mann! Mit Hörnern und glühenden Augen wie Kohlen.«, stotterte der Mann heraus. »Und er hat den Mund geöffnet und Flammen sprangen aus dem Schlund! Er hat alle in diesem Raum verbrannt!« Der Mann sah sich ängstlich um, als ob nur darüber zu sprechen dieses Grauen erneut heraufbeschwören könnte.

Rasse: »Ein Dämon.«, zischte der Wahrheitsbringer mit der Laterne und spuckte auf den Boden. »Hast du sein Gesicht gesehen? Welche Kleidung hat er getragen?«

Aussehen (dämonische Gestalt): »Der war riesig!«, stotterte der Mann. »Fast so groß wie der da…«, sagte er und deutete auf den kopflosen Leichnam. »…bevor er ihn einen Kopf kürzer gemacht hatte. Vielleicht mochte er es nicht, dass er größer als er war? Der war mindestens zwei Meter groß! Und seine Haut war dunkel, wie Asche! Und seine Augen haben geglüht wie Kohlen! Ich musste meinen Blick von ihnen abwenden, da ich Angst hatte, meine eigenen Augen würden schmelzen! So etwas habe ich noch nie gesehen, verdammt! Er hatte zwei Hörner auf dem Kopf, längere dunkle Haare, die zu einem Zopf zusammengeflochten waren, spitze Ohren wie ein drei Mal verfluchter Elf und einen Bart, wie eine verschissene Ziege! Meine Frau, die Zwei mögen sich ihr erbarmen, sie fand den Dreckskerl sogar anziehend…wahrscheinlich weil er ein paar Muskeln mehr als ich hatte, oder wegen der Beule in seiner Hose, die blöde Schnalle.« Die beiden Wahrheitsbringer sahen sich unschlüssig an, und bedachten den armen Irren auf dem Boden mit abfälligen Blicken. Dann beugte sich einer der beiden zu einer Hocke herunter und sah dem Mann tief in die Augen. »Er ist betrunken.«, murmelte er und der andere schnaubte verächtlich. »Wie sein Weib es wohl auch war.«, meinte der andere. »Ach, die hatte sowieso ein Rad ab, wenn ihr mich fragt.«, meckerte der Mann ein wenig aufmüpfiger als ihm zustünde. »Mir hat sie jedenfalls nie gesagt, dass sie mich anziehend findet, [18]die Hure[/18].« Der Wahrheitsbringer versetzte dem Mann eine schallende Ohrfeige mit dem Handrücken. »Elendiger Säufer.« Der Wahrheitsbringer nahm sein Schwert und setzte es dem Mann auf die Brust. »Wartet!«, schrie dieser entsetzt. »Ich sage die Wahrheit!« Er hob bibbernd die Hände und kniff die Augen zusammen. »Sprich weiter.«, sagte der Wahrheitsbringer und verharrte mit dem Schwert auf der Brust des Mannes. »Er trug eine schwarze Bundhose, und eine Schuppenrüstung aus Leder. Auf jede der einzelnen Schuppen waren seltsame Zeichen eingraviert, wie Runen oder Flammen, weiß der Teufel, was das zu bedeuten hat! Verfluchtes heidnisches Hexenwerk!«, fluchte der Mann und spuckte abfällig aus. Doch sehr schnell wurde er sich des drohenden Schwertes auf seiner Brust gewahr. »Er hatte keine Schuhe an! Und seine Füße waren so aschgrau wie sein verfluchter Schädel! Und seine Zehen glichen eher Krallen als Zehen. Wie von nem' Tier! Als er gesprochen hatte, habe ich seine Zähne gesehen! Wie ein Raubtier! Er hatte einen verschlagenen Blick und seine Mimik war hart und kaltherzig, als ob es ihm scheißegal wäre, dass er gerade alle Arcanier hier abgefackelt hat, wie beschissene Maronen!« »Hatte er irgendwelche Waffen bei sich?«, fragte der Mann, welcher ihm das Schwert auf die Brust gesetzt hatte.

Waffen: »Ich hab keine gesehen! Aber die hatte er auch nicht gebraucht, der elende Bastard! Er hat sich kaum gerührt! Einer der Besoffenen hat ihn angepöbelt, und da hatte er schon angefangen zu brennen! Einer hat sein Schwert gegen ihn erhoben, und das hat er dann an sich genommen und dem da den Schädel abgeschlagen!«

»Kanntest du ihn?«, fragte der Wahrheitsbringer mit der Laterne, doch der Mann am Boden schüttelte nur den Kopf. Der Wahrheitsbringer seufzte und stieß dem Mann das Schwert in die Brust. »Nutzloser Säufer.«, murmelte der Mann. Die beiden weißgekleideten Männer untersuchten alle Leichen und fanden insgesamt fünf verbrannte Männer und drei Frauen, alle augenscheinlich Arcanier. »He, der hier lebt noch.«, rief der eine und weckte so das Interesse des anderen. »Kein Arcanier.«, stellte dieser fest als er die schwarze Haut des Menai erblickte. »Ein wertloser [18]Neger[/18]. Was kann der uns schon nutzen?« Doch er reichte ihm etwas Wasser aus der Flasche, und wartete einen Moment ab, bis der Mann schließlich die Augen aufschlug. »Wer bist du?« »Asìí, der Dämonenjäger.«, antwortete der schwarze Mann ernst. »Was ist hier passiert?«, fragte der Wahrheitsbringer. Der Menai rieb sich den Kopf. Als er die beiden Wahrheitsbringer sah, und ihre Embleme auf den Wappenröcken erkannte, da schluckte er hart. »Sag uns was du weißt, und wir werden dein armseliges Leben verschonen.«, drohte der Wahrheitsbringer mit der Laterne und der Menai nickte. »Wer hat das hier getan?«, fragte der Wahrheitsbringer.

Name: »Man nennt ihn Negwenhó, den schwarzen Drachen. Er hat keinen Namen.«, sprach der Menai ehrfürchtig. »Schwarzer Drache? Klingt wie ein armer Irrer.«, lachte der Wahrheitsbringer, doch der Menai schwieg nur. »Warum schwarzer Drache?«, hakte der andere neugierig nach. »Was glaubt ihr? Er hat eine dunkle Haut, und er kann Feuer speien.« »Hüte deine vorlaute Zunge!«, herrschte ihn der Arcanier mit der Laterne an »Wie alt ist er wohl?«, fragte er den anderen Wahrheitsbringer und der Menai räusperte sich.

Alter: »Er ist zweiundvierzig Jahre älter als ich selbst bin. Meines Vaters Vater ist schon mit ihm zusammen aufgewachsen.« »Du kennst ihn?«, fragte der Wahrheitsbringer erstaunt und der Menai nickte demütig. »Und wie alt bist du?«, fragte der andere weiße Krieger. »siebenundvierzig Jahre lebe ich bereits unter der Sonne und im Schatten der heiligen Berge.«, sagte der schwarze Menai und senkte dabei ehrfürchtig seinen Kopf. Die Wahrheitsbringer zogen ungläubig ihre Augenbrauen hoch. »Neunundachtzig Jahre? Wir jagen einen Greis?« Er sah ihn mit einem zweifelnden Blick an, aber Asìí schüttelte den Kopf. »Nein. Er sieht jünger aus als ich selbst. Er hat großes Unheil über meine Familie gebracht, und darum jage ich ihn.« »Und das hier?« Er deutete auf den angerichteten Schaden, welcher den Raum zerstört hatte, und die meisten Arcanier getötet hatte. »Der Säufer hat behauptet, er hätte Feuer gespien.«, hakte der Wahrheitsbringer nach, als ob er sich von dem Menai eine glaubwürdigere Variante erwarten würde. Wie Alkohol, oder Schwarzpulver und eine Fackel. »Euer Säufer hat die Wahrheit gesprochen.«, sagte der Menai demütig und trocken.

Fähigkeiten: »Er kann wirklich Feuer speien.« Die Wahrheitsbringer sahen den Menai abfällig an. »Er ist ein verfluchter Dämon. Wie alle seiner Rasse, beherrscht er eines der Elemente, und seines ist das Feuer. Er kann das Feuer zu seinem Willen formen und es dazu zwingen, ihm zu Diensten zu sein.« »Elfenmagie.«, sagte einer der Wahrheitsbringer verächtlich und spuckte auf den Boden. »Streng genommen habt ihr recht, das ist wahr.«, sagte der Menai. »Was kannst du uns noch darüber sagen, wozu dieser Abschaum fähig ist?«, fragte der andere Wahrheitsbringer, und zog ein kleines Pergament aus der Tasche, und dazu einen Kohlestift, um sich grobe Notizen zu machen.

»Was wisst ihr über Dämonen?«, begann der Menai doch erntete er nur fragende Blicke. »Ausgenommen, dass sie beschissene Ausgeburten der [18]Elfenhuren[/18] sind?«, hakte einer der weißgekleideten Wahrheitsbringer nach. »Dämonen sind zwei Seelen in einem Leib. Und in ihren Adern fließt dunkles, dickes Blut. Dieses verdorbene Blut ist durch und durch von Magie durchwirkt. In seinem Fall ist es Magie des Feuers. Gerade bei einem Feuerdämon ist dieser Umstand äußerst ungünstig. Denn auch wenn er das Feuer beherrscht, kann es ihm dennoch Schaden zufügen. Schlagt ihm eine Wunde, und sein eigenes verfluchtes Feuer wird ihn verbrennen, bis sich die Wunde wieder verschlossen hat. Sein böses Blut tritt aus und dadurch wird die Magie seines Blutes freigesetzt und kommt unkontrolliert zum Ausbruch. Es kann also passieren, dass sein eigenes Blut ihn verbrennt, da es so unglaublich heiß wird. Es wird ihn nicht töten, aber Schmerzen verursachen!« Der Arcanier nickte und notierte sich diese wichtige Information. »Und weiter? Was bedeuten diese zwei Seelen? Muss man ihn zwei Mal töten oder wie?« Der Menai lächelte bescheiden. »Nein. Vielmehr hat er zwei Gesichter. Das eine gleicht fast einem Menschen, wenn man so will. Und das andere, das zweite, das böse, wenn man so will, ist grau und gehörnt und grässlich. Der schwarze Drache liebt das zweite Gesicht. Und er lässt es gern die Kontrolle übernehmen, um allen zu zeigen, was er ist.

Dieser Dämon ist ein ganz sondarbares Exemplar. Die meisten begnügen sich damit, in ihrer menschlichen Form unter den Menschen zu wandeln und versuchen unerkannt zu bleiben. Doch wenn in ihnen der Zorn hoch wallt, oder die Magie ausbricht, dann zeigt sich ihr wahres Gesicht. Eine dämonische Gestalt, von oftmals furchtbarem Aussehen. Doch der schwarze Drache ist ein regelrechter Gratwandler. Anders als die meisten Dämonen, vermeidet er, so gut es geht, die menschliche Form. Doch die wahre dämonische Form ist für ihn gefährlich. Die Magie könnte ihn jederzeit übermannen. Und so hat er über die Jahre gelernt in einer Art Schwebezustand zwischen diesen beiden Extremen zu exisiteren. Sein Körper ist dann jener, welchen dieser Säufer beschrieben hat. Fast menschlich, aber eindeutig dämonisch. Die Drachenform ist seine wahre, dämonische Gestalt, doch dieser graue, Gehörnte, ist der Kompromiss zwischen dem Drachen und dem Menschen. In dieser Form offenbart er auch sehr gerne sein zweites Gesicht, welches er in der menschlichen Form völlig unter Narben und Haaren verbirgt«

Aussehen (Drachengestalt): »Dämonen können sich verwandeln. Sie lassen der Magie in ihnen freien Lauf, steuern die Macht. Sie verwandeln sich in verfluchte Bestien. Der schwarze Drache…« der Menai lächelte ein wenig verloren. »Nun, ja. Vielleicht könnt ihr euch nun denken, warum man ihn schwarzen Drachen nennt. Er wächst ungefähr zu der doppelten Größe seines Körpers an. Sein Kopf verformt sich zu einem grotesken, abartigen Schädel voller Hörner, Zähne und brennender Schuppen. Sein Brüllen lässt eure Ohren klingeln, und sein Feuerodem äschert selbst euren Stahl ein. Ihm wächst ein brennender Schwanz aus dem Arsch, und aus dem Rücken schälen sich, wie aus Asche und Staub, zwei mächtige Schwingen. Sie rauchen, und schwelen und die Membranen unter den Schwingen beginnen zu glühen und zu brennen. Seine Haare leuchten, wie feuerrote Flammen und sein Rachen glüht, als ob er tausend Kohlen gefressen hätte. Anundfürsich könnten Dämonen in ihrer zweiten Gestalt ebenso ihre magische Macht nutzen. Doch der schwarze Drache strebt danach ein wahrer Drache zu werden. Er bündelt all seine Macht in seinem Leib, und entlässt diese lediglich in seine Schwingen und in seinen Odem. Es bedarf seiner vollsten Konzentration, diese Gestalt aufrecht zu erhalten, die Macht in ihm zu bändigen, damit sie ihn nicht übermannt, und nicht zu viel davon zu entfesseln, um die volle Macht seines neuen Körpers auszuschöpfen. In seinen Augen ist der Drache seine wahre Gestalt, und die menschliche Hülle, nur ein Fluch. Er sucht einen Weg für immer der Drache bleiben zu können, und klammert sich an jede Legende, jede Sage und jeden Zauber.« Der Menai krazte sich am Kopf. »Habe ich irgend etwas vergessen?« Er grübelte und kurz darauf hellte sich seine Miene auf. »Ah, also auch wenn er Flügel hat, fliegen kann er nicht wirklich damit. Vielleicht ist er zu schwer? Ich habe ihn einmal gleiten sehen, als er von einem Hang heruntersprang. Und weite Sprünge kann er machen, wenn er mit den Flügeln ausschlägt. Aber fliegen habe ich ihn noch nie gesehen.« Der Menai nickte zufrieden doch dann schlug er sich, fast theatralisch, gegen die Stirn. »Oh! Ich habe ja nur von seinen Dämonengaben gesprochen!« Er lächelte und räusperte sich dann dezent. »Nun, was gibt es noch zu erwähnen? Ich weiß dass er eine gute Kondition hat. Er ist jetzt zwar kein Dauerläufer, aber die elfjährige Flucht vor meinem Vater und seinen Dämonenjägern hat ihn förmlich dazu gezwungen stets in Bewegung zu bleiben. Er hat sich nie lange an einem Ort aufgehalten, musste oftmals auch Hals über Kopf davonlaufen, wenn ein Kampf zu schwierig war. Und mein Vater hat über die Jahre immer wieder magisch begabte Elfen angeheuert, welche auf die Jagd von Dämonen spezialisiert waren. Sie jagen sie wegen ihres Blutes, wie ich vielleicht schon erwähnt habe?« Er sah die Wahrheitsbringer fragend an, doch erntete er nur gelangweilge Blicke und so fuhr er in seiner Erzählung fort. »Nun ja. Entgegen seiner Neigung sich als Dämon zu offenbaren, war er oft dazu gezwungen sich zu verbergen. Und er musste sich auch anpassen, um nicht aufzufallen. Dies ist auch der Grund, warum er sehr viele Sprachen sprechen kann. Er musste immer wieder in menschlichen Siedlungen untertauchen. Sicherlich um Erholung zu finden, oder etwas zu essen oder ein wenig zu schlafen. Meistens stiehlt er ja das Essen, oder tötet einfach jene, welche welches besitzen und nimmt dieses an sich. Kochen oder Jagen habe ich ihn in meiner langen Zeit, in welcher ich ihm schon auf den Fersen bin, jedenfalls noch nie gesehen. Wozu auch? Also wenn ich ein feuerspeiender Dämon wäre, dann würde ich das Fleisch gleich selbst rösten und wenn ich kein Geld habe, dann röste ich den Metzger gleich mit.« Der Menai zuckte mit den Schultern, bevor er mit seinen Erklärungen fortfuhr.

»Wenn mein Vater und seine Jäger ihm schon sehr dicht auf den Fersen waren, so haben sie sehr oft und plötzlich seine Spur verloren. Aus den Aufzeichnungen in den Tagebüchern meines Vaters habe ich herausgefunden, dass dies stets Momente waren, in welchen er sich zwischen den Menschen verborgen hat. Und auch gut. Er hatte sich anpassen gelernt. Und dafür war es nötig auch ihre Sprache zu lernen. Doch das dämonische Blut in ihm war zu verräterisch, oder sein Geist zu aufsässig. Er hat es jedenfalls nie sehr lange mit den Menschen ausgehalten. In den Aufzeichnungen geht immer wieder der selbe Ablauf hervor. Er verschwindet plötzlich, passt sich an, und nur wenige Tage später gab es heftige Streiterein und oft auch Tote. Nein, er kam nie sonderlich gut mit den Menschen aus. Darum hat er auch nie wirklich viel von ihnen gelernt, außer ihrer Sprache.

Mein Vater und seine Jäger haben ihn wirklich von einem Ende der Welt ans andere gejagt. So hat er über die Jahre nicht nur die Sprache Menaions und Kamîrushs gelernt, sondern auch gewisse Dialekte der Steppenreiter und sogar die Sprache der Bergelfen und die meisten Dialekte der Menschen.« Wieder unterbrach sich der Menai und dachte nach, was es sonst noch erwähnenswertes über den Dämonen zu wissen gab. »Die langen Jahre der Flucht und des stetigen Kampfes haben ihn gestählt. Er ist misstrauisch geworden und kann viele Dämonenjäger schon an der Art wie sie sich gebärden und wie sie auftreten erkennen und entscheided oft spontan und meistens auch irrational ob er verschwindet oder sie vernichten will. Aber sie haben ihm auch dazu verholfen seine magischen Fähigkeiten zu festigen, und die Magie besser zu beherrschen. Die ständige Übung ist ihm hier zweifelos zweckdienlich gewesen ... Sesshaft ist er nie gewesen. Vielleicht liegt es einem Dämonen auch nicht im Blut. Aber daher hat er auch all die Dinge nie gelernt, die man nur dann lernen kann, wenn man in eine Lehre geht, oder längere Zeit an einem Ort verweilt. Alles was er gelernt hat, musste auf Reisen gelernt werden.«

Magie: »Ich habe es selbst nie sehr oft gesehen, wenn er seine Magie gewirkt hatte. Meist sind es kleine Feuertricks, um einfache Menschen zu beeindrucken. Aber er kann auch einfach Feuer in seinen Händen aufflammen lassen. Einfach aus dem Nichts Feuer erschaffen! Und starrt ihn bloß nicht in die Augen! Wenn er euch intensiv in die Augen starrt, dann fangen mit einem Mal die eigenen Kleider an zu brennen, wie eine innere Flamme, die sich nach außen kehrt! Ich habe es schon am eigenen Leib erfahren!«, erzählte der Menai ehrfürchtig. »Dann muss man ihn einfach und schnell mit kaltem Stahl abstechen.«, murmelte der jüngere Wahrheitsbringer, doch der Menai schüttelte nur den Kopf. »Nein. Wenn eure Soldaten mit Stahl kommen, dann wird er die Rüstungen und die Schwerter in heißes Metall verwandeln.« »Wie schnell kann er das denn wirken?«, unterbrach ihn der Wahrheitsbringer und Asìí grübelte einen Moment. »Ein Gedanke reicht, und ein Schwert glüht. Aber für eine glühende Hitze benötigt er schon einige Augenblicke. Zeit genug ihn mit dem heißen Schwert zu verletzten, da habt ihr recht.«, stimmte der Menai nickend zu. »Doch wartet nicht zu lange auf eure Gelegenheit. Das Metall würde euch das Fleisch von den Knochen sengen, wenn ihr es nicht fallen lasst.« »Dann müssen es einfach so viele sein, dass er nicht so viele Gedanken denken kann, um alle Schwerter zum Glühen zu bringen.«, meinte sogleich der andere Wahrheitsbringer und der Menai nickte zustimmend. »Gewiss. Dass er Feuer spucken kann, habe ich schon erwähnt, oder?«, hakte der Menai nach und strich sich durch den langen Bart. »Verdammter Bastard.«, zischte einer der Wahrheitsbringer und der andere nickte nur. »Pfeile, Bolzen. Schwarzpulver. Damit kann man ihn zur Strecke bringen.«, sagte sein Waffenbruder hoffnungsvoll und warf dem Menai flüchtige Blicke zu. »Das ist richtig.«, pflichtete er ihnen bei. »Gibt's sonst noch etwas zu wissen, was der Dreckskerl mit seinem Elfenfeuer kann?«, herrschte der Wahrheitsbringer ungehalten. »Es liegt in der Natur der Elementarmagie, dass ein Meister der vierten Stufe über beinahe alle Zauber der geringeren Stufen mehr oder weniger gut gebieten kann. Allerdings sind Dämonen hier sehr willkürlich. Mir scheint, der schwarze Drache hat seine bevorzugten Zauber, und die anderen, wenn er sie je beherrscht hatte, dann hat er sie bewusst vergessen, da er sie nie wahrlich nutzte.« Die Wahrheitsbringer nickten zufrieden. »Tückisch ist auch sein Kerkerfeuer. Eine brennende Rune, die er mit seinen Krallen in die Haut ritzen kann, und einen somit an einen Gegenstand bindet. Entfernt man sich von diesem Gegenstand, dann beginnt die Rune in der Haut zu brennen. Doch hütet euch ihm zu nahe zu kommen. Wenn er in die Enge gerät, dann bleibt ihm nur eine Macht. Er nennt es den Seelenbrand. Ein äußerst mächtiger Zauber. Hierfür muss er seinen Zeigefinger auf eure Stirn drücken und tiefen Augenkontakt herstellen. Es bedarf immenser Konzentration also ist es unwahrscheinlich, dass er ihn in einem offenen Kampf zum Einsatz bringen vermag, doch hat er den Zauber erst einmal gewirkt, dann ist es um euch geschehen. Der Seelenbrand zehrt an der Glut eures Herzens. Ihr seid Eiferer, Fanatiker, wenn man so will. Eure Herzensglut lodert höher, als die anderer Menschen. Wenn der Seelenbrand diesen Zunder auflodern lässt, werdet ihr von innen verbrennen. Und kein kühles Nass, kein Fluss und kein Meer kann euch davor bewahren.«, sagte der Menai ernst.

Die Wahrheitsbringer räusperten sich. »Weißt du von irgendwelchen Schwächen? Wie kann man ihm beikommen?« Der Menai senkte demütig sein Gesicht. »Ich bin ihm bis hier her gefolgt, habe ihn studiert und beobachtet. In all der Zeit habe ich viel über ihn gelernt.« Doch eine richtige Antwort gab der Menai nicht. Da traten die Wahrheitsbringer etwas näher an den dunkelhäutigen Mann heran. »Wenn dir dein Leben lieb ist, dann wirst du besser reden. Und wehe dir, wenn du etwas erfindest, oder gar verschweigst. Dann wirst du teuer für diese Lüge bezahlen.« Der Menai nickte mit hastigem Kopfnicken.

Schwächen:»Ich verstehe. Wie ihr schon vermutet habt, ist es hilfreich in großer Überzahl zu sein. Er ist kein besonders guter Schwertkämpfer. Wenn die Klingen auf ihn zuströmen, wird ihm nur die Flucht bleiben. Oder Glückstreffer. Auch wenn ihm das zuwider ist, denn er ist eitel und stolz. Blinde Zerstörungswut und Flucht. Was auch immer. Und wie es in der Natur des Feuers liegt, das Wasser zu fürchten, so fürchtet der schwarze Drache kaltes Wasser und den hohen Norden. Den Winter und den stechenden Regen. Er nimmt dadurch zwar keinen Schaden, aber es irritiert ihn. Es stört ihn so sehr, dass Wasser auf seiner Haut ihn eingrenzt Magie zu wirken. Nicht, dass er es nicht mehr kann. Aber seine Beherrschung und seine Konzentration wird davon abgelenkt. Auch wenn er viele Zauber intuitiv wirken kann, so kann Wasser ihn sehr aus dem Konzept bringen. Vielleicht hat er einfach nur Angst vor tiefem Wasser? Oder in der langen Zeit seiner Gefangenschaft in den Höhlen ein traumatisches Erlebnis in den Höhlen erlitten? Vielleicht ist er beim Fischefangen fast ertrunken? Ich weiß es nicht. Doch was ich weiß: Er hasst kaltes und tiefes Wasser ... nein er fürchtet das Wasser regelrecht. Ich war selbst dabei, als er von einem Wassermagier derart in Bedrängnis gebracht wurde, dass er regelrecht hysterisch wurde und Hals über Kopf die Flucht ergriffen hatte.« »Der muss ja stinken.«, lachte einer der Wahrheitsbringer und erntete dafür einen kritischen Blick von dem Menai, wegen der Unterbrechung. »Überrascht ihn wenn es donnert, blitzt und die Götter ihre Tränen vergießen, um das Land zu reinigen und zu nähren.« Der Wahrheitsbringer nickte zufrieden und notierte sich Stichpunkte auf seinem Pergament. »Weiter? Das wird ja wohl kaum alles gewesen sein.« Der Menai lächelte verhalten und zugleich ein wenig spöttisch. »Ja, hier habt ihr ein Problem. Was euch gegen einen Dämonen helfen kann, ist ein Elf.« Die Wahrheitsbringer verzogen ihre Mienen. Damit hatte Asìí gerechnet und lächelte innerlich über diesen falschen Stolz. »Elfen können die Macht seines Blutes nutzen, um ihre eigene zu mehren. Darum jagen Elfen Dämonen. Sie jagen sie ihres Blutes wegen. Ein Dämon ist zwar gefährlich, doch wenn er noch jung ist, leicht zu kontrollieren. Und ich selbst war Zeuge, wie zwei Elfen ihn das Fürchten gelehrt hatten, mit ihrer Magie. Doch da war er, wie gesagt, noch jung. Er fürchtet magisch begabte Elfen. Besonders jene, welche das Element Wasser beherrschen. Den anderen Elfen misstraut er von Grund auf, auch wenn ich auch schon erlebt habe, dass er Elfen verschont hatte, wenn er sie nicht als Bedrohung erachtete. Er ist willkürlich, scheint es mir oft.« Der Wahrheitsbringer räusperte sich. »Wir haben genug von Elfen und ihren abartigen Neigungen gehört.« Da zog es der Dämonenjäger vor das Thema zu wechseln. »Wie jeder Dämon kann er von der Magie, in ihm, übermannt werden. Ihr werdet sicher nicht lange was von diesem Vorteil haben. Denn die meisten verrecken wie die Fliegen, wenn ein Dämon die Kontrolle über sich selbst verliert. Aber neben den elfischen Dämonenjägern ist dies ihre größte Schwäche.« Der Menai sah die Arcanier ernst an. »Was bedeutet das?« »Wenn seine Magie ihn übermannt, dann ist er nicht mehr Herr über seinen Körper. Die Macht seines Blutes, die Magie darin, steuert den Körper, auch wenn sein destruktiver Geist in den Hintergrund gedrängt wird, heißt das noch lange nicht, dass die Magie gnädiger mit euch sein wird. Es wird ein unkontrollierter Ausbruch seiner Macht sein. Doch wird er nicht von sehr langer Dauer sein und danach wird er geschwächt sein, vielleicht sogar bewusstlos? Und er wird für einige Zeit keine Magie wirken können, bis er sich erholt hat. Dies ist eure Stunde, um ihn zu überwältigen. Eine zweite werdet ihr aber nicht erhalten.«, sagte der Menai ernst.

»Bewerft ihn mit Wasser gefüllten Schweinsblasen, oder beschießt ihn mit Pfeilen. Jede Ablenkung verhindert, dass er seine Zauber wirken kann. Jede Wunde, welche ihr ihm schlagt, wird ihm weitere Schmerzen bereiten. Die brennende Macht seines Blutes, wird sich dann gegen ihn selbst wenden. Seine Brust ziert eine lange, Narbe. Mein Großvater hat ihm diese Wunde einst beigebracht, und ich weiß, dass sie ihn oft noch heute schmerzt. Sie scheint zu brennen und zu pochen, als ob sie frisch geschlagen wurde. Rund um die Narbe hat er Verbrennungen erlitten. Nutzt dieses Wissen zu eurem Vorteil. Seid unbarmherzig, denn er wird es auch sein. Zeigt keine Gnade und scheut nicht zurück.« Der Wahrheitsbringer grinste diebisch. »Das liegt in unserer Natur, schwarzer Mann.« »Natürlich hat er noch ganz banale Schwächen. Er kann nicht reiten, oder besonders gut klettern. Dass er sich vor Flüssen oder dem Meer fürchtet, ist ja klar, wenn er schon den Regen scheut. Und auch wenn er sehr viele Sprachen Alvaranias beherrscht, so kann er kaum eine von ihnen lesen oder gar schreiben. Rechnen kann er auch nicht. Doch er denkt nur in Eins oder Viele. Also ist es für ihn unerheblich, ob ihr zu Dutzenden oder zu Hunderten auf ihn losgeht. Doch glaubt nicht, dass er einfältig oder beschränkt ist. Auf seine Weise ist er sehr tückisch und hinterlistig. Hütet euch.« Der Menai machte eine kurze Pause, bis ihm noch etwas einzufallen schien. »Ach ja. Die lange Zeit in den Höhlen hat, wie gesagt, wohl seinen Verstand nachhaltig geschädigt. Es kann also gut sein, dass er in einem ungünsigen Moment vergisst, wie ein Zauber geht, oder seine Gedanken sprunghaft werden und er sich nicht mehr richtig auf das Wesentliche konzentrieren kann, da er viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt ist.« »Wohl, weil er beginnt mit sich selbst zu sprechen.«, kommentierte einer der Wahrheitsbringer Asìís Worte und dieser nickte nur.

»Was will er hier?«, fragte einer der Wahrheitsbringer und besah die noch immer leicht rauchenden Leichen, die sie umgaben. »Das zu erklären ist nicht ganz einfach. Um zu verstehen, müsst ihr seine Geschichte kennen.

Vergangenheit: Es gibt nicht viel, was man aus seiner Vergangenheit weiß. Er selbst kennt seine leiblichen Eltern nicht, denn er hat sie wohl vergessen. Aber ich glaube dass er ein reinblütiger Dämon zweier Feuerdämonen ist. Ich kann es mir nicht anders erklären. Er war ein Findelkind, damals kaum älter als neun Jahre. Mein Großvater hatte ihn vor rund achtzig Jahren in Menaion gefunden. Er war damals um die neun Jahre alt, und mein Großvater bereits ein junger Mann mit dreizehn Jahren. Angeblich war der schwarze Drache sehr jähzornig und aufbrausend. Doch die Menai sind ein geduldiges Volk. Und mein Großvater mochte den Mistkerl. Ich erinnere mich nur an die wichtigsten Details aus den Geschichten, die mir mein Vater immer über ihn erzählt hatte, denn mein Großvater ist schon vor meiner Geburt gestorben. Sie wuchsen zusammen auf, doch seine zornige Art wurde sehr schnell untragbar für unsere Familie. Er hatte weder seine Macht, noch sein zweites Gesicht unter Kontrolle. Er jagte den Kindern, und auch manchen Erwachsenen eine unglaubliche Angst ein, und immer wieder steckte er Häuser und sogar die Kornspeicher in Brand. Und den Menai fehlten die Mittel und das Wissen einem Dämonen zu lehren sich zu zügeln. In unserer Gegend lebten auch keine Elfen, welche, wie wir später erfahren haben, einige Legenden über die Drachen kannten. Und keiner von uns verstand etwas von der Macht seiner Magie. Er musste sich alles selbst beibringen. Doch mein Großvater meditierte mit ihm, und betete zu den Bergen. Er hoffte im Gebet und mit Hilfe der Götter den brennenden Geist in ihm zu beruhigen. Ihn zu lehren sich zu zügeln. Mein Vater hat mir erzählt, dass es scheinbar geholfen hatte. Er fand angeblich innere Ruhe, und lernte auch die Macht in sich besser zu begreifen. Doch es war nie von langer Dauer. Ich weiß nicht wie viel von diesen Tagen heute noch in ihm erhalten geblieben ist, aber ich glaube nicht mehr sehr viel. Er wuchs sehr rasch, und sorgte immer wieder für Ärgernis. Man konnte ihn kaum mehr bändigen. Und so musste man ihn beinahe täglich mit Wasser bespritzen, damit er noch unter Kontrolle gehalten werden konnte. Der menschliche Teil, wenn man das bei einem Dämonen so behaupten kann, war noch umgänglicher und empfänglicher für die Lehren meines Großvaters. Doch wenn sein zweites Gesicht die Oberhand gewann dann lebte er bar jeder Vernunft. Er hatte in diesen jungen Jahren sein zweites Gesicht überhaupt nicht unter Kontrolle. Es kam und ging und sprach wie es ihm passte. Es war selbst für meine Großvater oft eine schwere Belastung.

Eines Tages, als der Dämon sein siebzehntes Lebensjahr erreichte, entschloss der Ältestenrat, dass er in die Höhlen verbannt werden sollte. Die Höhlen, welche nahe unseres Dorfes in den Bergen lagen, waren ein großes Geflecht aus Tropfsteinhöhlen, und tiefen Grotten und Spalten. Man warf ihn einfach hinein und überließ ihn seinem Schicksal. Der Eingang wurde verschlossen, und fortan kein Wort mehr über ihn gesprochen. Falls ihr euch fragt, warum damit so lange gewartet worden war. Meine Familie entstammt einem adeligen Geschlecht. Die Wünsche meines Großvaters hatten damals, obwohl er gerade erst ein Mann geworden war, hohes Gewicht. Und man versuchte es dem Blaublütigen so recht wie möglich zu machen, auch wenn die niedereren Kasten zu leiden hatten.

Ich weiß nicht mehr wie viele Jahre seither vergangen waren, aber ich glaube ungefähr dreißig. Der schwarze Drache musste zu dieser Zeit ungefähr kurz vor seinem vierzigsten Jahrestag gewesen sein. Mein Vater, welcher während der Zeit seiner Einkerkerung gezeugt worden war, war inzwischen zu einem stattlichen Mann herangereift, und hatte auch schon geheiratet und meinen älteren Bruder gezeugt, welcher damals…äh…Moment lasst mich kurz nachrechnen...« Der Menai zählte einige Finger voneinander ab, und murmelte leise vor sich hin. »Ja, also mein Vater war damals achtundzwanzig, und mein Bruder neun. Als eines Tages der Dämon aus seinem Gefängnis ausbrach. Er hatte in der Einsamkeit der Höhle gelernt sein Temperament und auch seine Macht zu zügeln. Was bleibt einem auch übrig, wenn man knapp dreißig Jahre in einer Höhle eingesperrt wurde? Er muss zweifellos gewütet und geschrien haben, und die Wände in den Höhlen waren vor seiner Einkerkerung ohne Zweifel niemals schwarz, so wie sie es heute sind. Er war besonnener. Wenn auch nicht so gut wie heute, aber doch besser, als noch als Kind. Viele im Dorf fragten sich wie er all die Jahre ohne Nahrung in den Höhlen hatte überleben können. Doch schon recht bald stellte sich heraus, dass die Höhlen voller Süßwasserseen waren, in welchen seltsame, blasse Fische lebten. Wie er sie aus dem Wasser bekommen hatte, ohne sich selbst hinein zu begeben, ist mir noch heute ein Rätsel.

Meine Vorfahren haben, nachdem er das Dorf verlassen hatte, die Höhlen genauer untersucht. Sie wollten ergründen, wie es ihm gelungen war, so lange zu überleben. So fanden sie, nach vielen Tagen, auch die bereits erwähnten Süßwasserseen. Und auch die schwarzen Wände, welche von seinem Dämonenfeuer verrußt waren. Er muss in den vergangenen dreißig Jahren wahrlich gewütet haben, bis ihm schließlich die Flucht gelungen war. Mein Vater erzählte mir, dass man in den tieferen Höhlen seltsame Wandmalereien gefunden hatte. Sie bezeugten den Werdegang seiner magischen Macht. Er hatte alles aufgeschrieben. Oder eher gemalt. Vielleicht half es ihm dabei, es besser zu verstehen, oder es sich besser zu merken? Auf jeden Fall konnten sie gut die Zeit in den Höhlen rekonstruieren. Die älteren Malereien waren ziemlich schlampig gezeichnet. Als ob es ihn frustriert hätte. Viele von ihnen waren auch wild übermalt, durchgestrichen oder von den Wänden gekratzt worden. Er hatte Anfangs zweifellos mit vielen Misserfolgen und Wutanfällen zu kämpfen. Man hatte unzählige Kratzspuren an den Wänden gefunden. Zweifellos musste er in den ersten Jahren seine Wut nicht nur an den Wänden ausgelassen haben.

Die neueren Malereien waren dafür schon fast säuberlich und sehr genau. Er hat in den Jahren seiner Einkerkerung nicht nur Geduld und innere Ruhe gelernt, sondern auch seine magischen Künste verfeinert. Wie er welchen Zauber am besten hervorrufen konnte, oder wie er ihn länger aufrecht erhalten konnte. All das hatte er auf den Wänden aufgemalt. Die letzten Jahre, vor seinem Ausbruch, ergaben aber ein seltsames Bild. Man hatte den Eindruck, dass seine Aufmerksamkeit nachließ. Die Bilder wurden weniger, und auch hat man viele unfertige gefunden. Mein Vater konnte sich darauf keinen Reim machen, und ich selbst habe es beinahe mit dem Leben bezahlt, als ich es erfuhr.

Ich bin ihm aufgelauert. Habe ihm nachgestellt und ihn belauscht. Ich habe mitbekommen, wie er oft mit sich selbst sprach. »Verfluchte, schwarze Teufel!«, hatte er immer wieder gesagt und dabei auf seinen Fingernägeln herumgekaut. Für mich war klar, dass die lange Zeit in der Höhle seinen Geist zerrüttet haben musste. Er konnte seinen klaren Verstand nur bewahren, indem er mit sich selbst sprach. Und diese Angewohnheit hat er sich bis heute auch nicht mehr abgewöhnen können.

Der Tag seines Ausbruchs war der Tag, an dem er auch seinen Namen von uns erhielt. Schwarzer Drache. Die Menai kennen die Legenden über die Drachen nicht so gut, wie andere Völker der Menschen. Doch die Hohepriesterin unseres Tempels, welche in den Bergen lebte, kannte alte Geschichten aus vergessenen Tagen. Sie war es, die seiner Gestalt den Namen gegeben hatten. Und wir haben nie einen anderen Namen für ihn verwendet. Er hatte uns auch nie einen genannt. Er kam in seiner furchteinflößenden und zugegebenermaßen auch durchaus beeindruckenden Gestalt in unser Dorf, und spie Feuer und schrie und forderte Rache. Die Männer des Dorfes stellten sich ihm entgegen, doch was hatten sie ihm schon entgegen zu setzen? Er war so viel größer als sie, und sie hatten nur ihr nacktes Leben, und er kam mit Feuer. Meines Großvaters Bruder fiel als einer der ersten unter seinen verschlingenden Flammen. Und seines und meines Vaters Herz war von tiefer Trauer erfüllt. Doch als er vor seinem alten Freund, meinem Großvater stand, und sich ihre Blicke trafen, da verwandelte er sich mit einem Mal zurück und blieb bewusstlos vor ihm liegen.

Mein Großvater hegte keinen Hass auf den Dämon. Nicht einmal dafür, dass er seinen Bruder umgebracht hatte. Er glaubte diese Missgeburt verstanden zu haben. Dass er ein missverstandener Geist war, der nur geistiger Führung bedurfte. Er hatte ihm den Tod seines Bruders vergeben, da der Dämon nichts dafür konnte, dass er seiner Natur entsprach und brachte ihn in den heiligen Tempel, am Fuß des großen Vaters, ein heiliger Berg in unserem Land. Dort betete er mit ihm. Fünf Jahre verbrachten sie in den Tempeln und den Bergen und im Gebet. Und irgend etwas musste diese Ausgeburt berührt haben. Er muss irgend etwas gesehen oder gehört haben. Denn er war ruhiger. Später erfuhr ich, dass er von einer alten Legende meines Volkes erfahren hatte. Wie ihr vielleicht wisst, verehren die Menai die Berge. Aber auch die Drachenerben. Männer und Frauen mit weißer Haut und roten Haaren.« »Wir kennen die Drachenerben. Keiner von ihnen verdient das Leben. Sie sind ein Hohn jeden Lebens.«, fuhr einer der Wahrheitsbringer dazwischen, doch der Menai reagierte gar nicht darauf. »Jeder Drachenerbe, welcher unter den Menai geboren wird, wird zu höchsten Ehren verehrt. Das Volk gilt als gesegnet, und die Familie, welcher er entsprungen ist, als geheiligt und gesalbt. Es gibt nicht viele Drachenerben in Menaion, doch damals hatte es einen gegeben. Sie war Hohepriesterin im Tempel der Berge gewesen. Sie kannte Geschichten über die Drachen und auch die Drachenerben, die so unglaublich klangen, dass ich sie nie für möglich halten würde. Mächtige Drachen, die die Himmel und die Erde beherrschen. Und die Drachenerben sollen das Blut der Drachen in ihren Adern fließen haben.

Eine alte Legende besagt, wenn man sich die Seele eines Drachenerben einverleibt oder sich mit ihr vereinigt und von seinem Blut kostet, wird man selbst ein Drache. Und der schwarze Drache wünscht sich nichts mehr, als ein wahrer Drache zu werden.

Wie ihr also seht, dient seine Reise in die Reiche der Menschen, lediglich dem einen Zweck. Er sucht einen Drachenerben, um seine Seele mit der des Drachenerben zu verschmelzen. Wie das vonstatten gehen soll, kann ich mir selber gar nicht vorstellen. Vielleicht braucht es einen mächtigen Schamanen, der die Seelen aneinander bindet. Oder große Meister der Elemente, welche mit starken Skarifizierungen ihre Seelen und ihre Körper zu einem verschmelzen? Er wird den Drachenerben ja kaum fressen können, um sich seine Seele einzuverleiben. Doch wer weiß? Ich habe jedenfalls nichts aus den alten Büchern und den Legenden der Elfen erfahren. Vielleicht weiß er es auch selbst nicht so genau. Doch wenn ihr ihn fangen wollt, dann müsst ihr einen Drachenerben finden und ihn ihm als Köder anbieten. Er wird zweifellos darauf einsteigen.« Der Menai hielt für einen Moment inne und schluckte. Sein Hals war ein wenig trocken.

»Naja, jedenfalls hat er diese Legende mit dem Vereinigen wohl ein wenig zu wörtlich genommen. Er hat die Drachenerbin vergewaltigt und sich auf diese Weise mit ihr vereint…doch das hatte nicht geklappt…und als er ihr Blut getrunken hatte, und sie schließlich tot vor ihm lag, da hatte es noch immer noch keine Früchte getragen. Später hatte er erfahren, dass die Drachenerbin eine unberührte Jungfrau sein muss. So ein Quatsch! Ich glaube ja, dass diese Legende nur eine Metapher ist, aber er ist felsenfest davon überzeugt, dass er die Unsterblichkeit eines Drachen erlangen kann, wenn er die Seele eines Drachenerben an sich bindet.

Die Menschen erhoben sich gegen ihn. Allen voran mein Großvater. Er hatte ihre Hohepriesterin geschändet und getötet, und damit hatte er auch das Mitgefühl und die Treue meines Großvaters zerstört. Und als sie sich ihm entgegen gestellt hatten, da war es mein Großvater, der als erster fiel. Er brachte dem Dämon eine tiefe Schnittwunde an der Brust bei, aber das hatte ihn nicht getötet. Nur verwundet. Er war geflohen, und sie haben ihn verfolgt. Allen voran mein Vater, und auch mein Bruder. Elf Jahre waren sie ihm auf der Spur, und während sie ihn durch die Lande verfolgten, da wuchs ich im Schutz des Dorfes heran.

In der Zeit musste er gelernt haben seine Macht zu kanalisieren, seine Drachengestalt länger zu erhalten. Jedes Jahr, das ins Land strich, und er wurde immer heimtückischer und gefährlicher. Die Jagdaufzeichnungen meines Vaters, welche er in dem vergangenen Jahrzehnt während ihrer Hatz aufgeschrieben hatte, berichtet davon, dass er immer kontrollierter seine Zauber wirken konnte, und die Drachengestalt immer länger hatte aufrecht erhalten können. Er gewann an Erfahrung und Macht. Vielleicht hatte die Jagd auf ihn sein dämonisches Erbe in ihm geweckt. Vielleicht haben mein Vater und mein Bruder ihm sogar einen Gefallen getan, als sie ihn gejagt hatten. Wer weiß?

Schließlich kam es zu einem Kampf, in welchem mein Vater und auch mein Bruder getötet wurden. Er sann auf Rache, und zog gegen unser Dorf, und er machte es buchstäblich dem Erdboden gleich, der verdammte [18]Hurensohn[/18]. Ich bin der einzige, der mit dem Leben davon gekommen ist. Und dank dem Tagebuch meines Vaters, und dem geheiligen Schwert meiner Ahnen, bin ich ihm seitdem auf den Fersen. Ich habe die großen Bibliotheken der Menschenreiche besucht, Bücher über die Macht und die Natur der Dämonen studiert. Wie man sie findet, wie man sie tötet, wie man gegen sie besteht. Ich bete zu den Göttern, dass sie mir eines Tages die Kraft schenken, ihn zu vernichten.«

Als der Menai mit seiner Geschichte endete da schwiegen die Wahrheitsbringer. »Wirklich eine interessante Gesichte. Nur hätte es völlig gereicht zu sagen, dass er auf der Suche nach einem Drachenerben ist.« Er sah den Menai finster an und wandte sich dann an seinen Waffenbruder. Sie tuschelten für einen Moment miteinander, und kurz darauf zog derjenige, welcher schon den Säufer erstochen hatte, wieder sein Schwert. »Wartet! Ich habe euch doch alles gesagt!«, schrie der Menai entsetzt und hob abwehrend die Hände. »Ja, aber was nützt es? Nur wenig. Wo ist er?« Der Menai trat einige Schritte zurück. »Ich hörte von einer Drachenerbin! Sie wurde an den wandernden Zirkus als Sklavin verkauft! Er muss diese Gesichte auch gehört haben, und auf dem Weg in die gefallenen Reiche Córalay und Cathrad sein!« Die Blicke des Menai huschten von einem der Wahrheitsbringer zum anderen. Und als der Mann sein Schwert schließlich sinken ließ, da atmete der Dämonenjäger erleichtert aus. »Du hast uns aber noch nicht alles über ihn erzählt. Wir wissen wie er aussieht, und was er kann, doch was für eine Art Persönlichkeit ist er? Wie müssen wir vorgehen, wenn wir ihm begegnen? Was gibt es zu beachten?«, forderte der Wahrheitsbringer zu wissen.

Charakter: »Er ist eher der stille Typ. Und besessen von dem Wunsch nach der Unsterblichkeit. Er glaubt weder an eure Zwei, noch an die Berge meines Volkes. Für ihn zählt nur eines. Die Macht der Drachen und das Blut der Drachenerben. Dies ist seine Religion, wenn ihr so wollt. Er ist unglaublich egoistisch und eigensinnig. Doch obwohl sein Element das brennende und hitzige Feuer ist, so ist sein Gemüt weniger aufbrausend. Oft sogar zerstreut oder unsicher. Meist, wenn er beginnt mit sich selbst zu reden, oder sich an unangenehme Dinge aus seiner Vergangenheit erinnert. Wenn man ihn herausfordert, oder ihn provoziert, dann schreit er nicht. Er wird auch nicht wütend oder so…jedenfalls nicht augenscheinlich. Doch er duldet weder Hohn, noch Provokation. Wenn man ihm zu Nahe kommt, dann nutzt er seine Macht um euch zu verbrennen! Elendig, wie lästige Insekten!

Er ist zwar eigennützig und engstirnig, doch habe ich ihn auch schon erlebt, dass er sich hinter seinem menschlichen Gesicht verborgen hatte um unerkannt zu bleiben.

In all den Jahren seiner Flucht und auch seiner Einkerkerung, hat er zweifellos einen seelischen Knacks davon getragen. Zum einen treibt ihn eine enorme Angst an. Die Angst davor, erneut eingesperrt zu sein. Sein Geist rebelliert förmlich dagegen. So streift er oft ziellos durch die Lande, oder rennt ohne Grund über die weite Flur, nur um sich frei zu fühlen. Er führt öfter einmal Selbstgespräche. Vielleicht hat ihn das davor bewahrt, wahnsinnig zu werden, in den dreißig Jahren seiner Einkerkerung? Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall scheint er einen etwas zerrütteten Geist zu haben, was sich oft auch darin zu äußern scheint, dass er sprunghafte Entscheidungen trifft. Mal kann es schon reichen, ihn nur schief anzusehen, und da fliegen schon die Funken. Und manches Mal ist er so mit sich selbst beschäftigt, dass er kaum in der Lage scheint rationale Entscheidungen zu treffen.

Er kennt weder Skrupel noch nennenswerte Moral. Ich glaube er würde alles machen, wenn es ihm nur irgendwie in den Kram passt. Und wenn er einfach nur einen kranken Spaß daran findet, andere zu verbrennen.« Der Menai schwieg nachdenklich und strich sich einige Schweißperlen vom Gesicht. »Ich meine. Er ging eines Tages sogar fast zu weit. Ich bin mit drei Elfenmagiern ihm auf der Spur gewesen. Und ich kann euch sagen, diese drei Elfen waren nicht nur sehr schwer zu finden, Nein sie waren auch total anstrengend und zeigten kaum Finesse für die heikle Jagd auf einen Dämonen« »Pha, Elfen. Alle gleich.«, platzte der jüngere Wahrheitsbringer hervor, doch Asìí überging diese Spitze einfach und fuhr mit seiner Erzählung fort. »Wie auch immer. Sie beherrschten das Wasser und die Luft. Und wir hatten ihn auch beinahe bezwungen.« Asìí ballte seine Fäuste zusammen und knirschte angespannt mit den Zähnen. »Doch als wir ihn schon fast hatten, da ist er einfach explodiert. Ich mein, ich hab' ja schon einige Magieausbrüche bei ihm erlebt, wenn er die Drachengestalt zu lange aufrecht gehalten hatte, oder wenn er zu viele Zauber in zu kurzer Zeit gewirkt hatte. Doch dieser Ausbruch war Wahnsinn. Er hat ihn bewusst herbeigeführt! Er hat es in Kauf genommen von der Magie vernichtet zu werden!« Man merkte deutlich dass Asìí jenes Erlebnis noch nicht richtig verarbeitet hatte. »Sie sind alle drei verreckt. Elendig verbrannt. Und mein linker Arm ist komplett von Verbrennungsnarben überzogen. Eigentlich hätte sowohl er als auch ich an jenem Tag sterben müssen. Nur die Götter allein wissen, warum es nicht so kam.

Was er aber ist, und das wird ganz klar, wenn man ihn sieht: Er ist ein egoistischer Narzisst. Er liebt es das zu sein was er ist. Ich bin in meinem beschissenen Leben schon vielen Dämonen begegnet, und ich habe auch viel über sie gelesen. Doch die meisten verbergen sich lieber. Sei es unter Kapuzen, oder ihrem ersten, harmlosen Gesicht. Natürlich verbirgt er sich zuweilen auch, doch habe ich die Beobachtung gemacht, dass ihm das nicht zu schmecken scheint. Immer wenn er das zweite Gesicht frei lassen kann, fühlt er sich befreiter und zufriedener. Er genießt die Furcht und die Angst, welche er damit verbreitet, und er provoziert aggressive Handlungen ihm gegenüber nahezu heraus. Auf der einen Seite ist er sehr offen, wenn es darum geht anderen zu offenbaren wer oder was er ist. Doch auf der anderen Seite scheut er sich seine Gedanken oder Gefühle offen darzulegen. Aber wer weiß? Sag niemals nie! Ich jedenfalls hoffe sehr, dass ihm seine selbstverliebte Art und sein zerrütteter Geist eines Tages zum Verhängnis werden! Er hält sich für so mächtig, und so stark, dass niemand ihm gefährlich werden könnte! Außer vielleicht mächtige Elfenmagier. Und daraus schöpfe ich meine Hoffnungen. Es gab schon oft Momente, in welchen er alle Vernunft oder Besonnenheit fahren hatte lassen, und nur seinem Instinkt gefolgt war. Doch gelang mir bis dahin nie der entscheidende Schlag. Ich bete zu den Bergen, dass ich eines Tages so nahe an ihn herankommen kann, um ihm das Schwert meines Großvaters in den Leib zu treiben!« Der Wahrheitsbringer schob sein Schwert in die Scheide zurück und nickte. »Verschwinde, bevor ich es mir anders überlege.« Und das ließ sich der Menai nicht zwei Mal sagen.

»Verkorkster Bastard.«, grummelte der Wahrheitsbringer und schob das Schwert zurück in die Scheide. »Hätten diese dummen [18]Neger[/18] diesen Drachen umgebracht, als er noch ein Kind war, hätten sie sich viel Leid erspart, und uns viel Ärger.«, stimmte der andere zu und donnerte mit der Faust auf den Tisch. »Tsss. Ihr habt ja keine Ahnung.«, grollte mit einem Mal eine tiefe, rauchige Stimme. Die beiden Wahrheitsbringer zuckten erschrocken zusammen und ihr Herz begann stärker zu klopfen. »Die Zeit meiner Kindheit war wild und hitzig.«, sagte die Stimme und ein Schatten schälte sich aus der dunklen Ecke.

Aussehen (menschliche Gestalt): Es war ein junger Mann, mit langen, schwarzen Haaren und heller Haut, und seine dunklen Augen schienen von vereinzelten, roten Sprenkeln durchzogen zu sein. Allerdings konnte man das in dem schlechten Licht nicht sehen. Er trug eine lederne Schuppenrüstung, darüber einen Umhang und eine schwarze Bundhose. Und, was auffällig war, er trug keine Schuhe. Seine Gesichtszüge waren harsch und ernst und seine Augen strahlten zugleich ein Alter aus, welches unmöglich dem seiner Gestalt entsprach. Er wirkte wie ein Mensch, und doch hatte er etwas fremdartiges an sich. Eine Aura, welche den beiden Wahrheitsbringern nicht entging. Er hatte sich aus der Hocke erhoben und war in Erscheinung getreten... Und er war groß. Knapp zwei Meter!

Er hatte die ganze Zeit in der hinteren Ecke der Schenke gesessen und den Erzählungen seines Jägers gelauscht. Beinahe hatte er ihn zur Strecke gebracht. Es hatte einen Kampf gegeben, und der schwarze Drache war verwundet worden. Nur aus diesem Grund hatte er die Schenke nicht verlassen, sondern sich in einer dunklen Ecke versteckt, um sich seine Wunden zu lecken. Mehr schlecht als recht, doch die Zeit heilte bekanntermaßen alle Wunden. Und nun stand er vor den beiden weißgekleideten Männern und diese tauschten unsichere Blicke aus. Sie hatten weder Weihwasser geschweige denn, normales Wasser bei sich. Einzig einige halb ausgetrunkene Krüge mit Bier standen noch auf den angesengten Tischen. Der Dämon nahm sich ein glühendes Holzscheit vom Boden auf, und wog es beiläufig in der Hand. Als ob die beiden Männer für ihn gar nicht existent wären.

Die beiden Wahrheitsbringer standen unschlüssig da doch mit einem Mal schnellte der Dämon zwei Schritte vor und rammte dem Mann, welcher die Laterne in der Hand hielt, das glühende Holzscheit ins linke Auge. Der schwarze Drache grinste dreckig, während die Laterne zu Boden ging, zerbrach und kurz darauf in Flammen aufging. »Feuer muss frei sein.«, lachte der Dämon und hatte einen überraschten Ausdruck auf dem Gesicht. Er hatte gar nicht damit gerechnet das Auge zu treffen, denn es war mehr ein Glückstreffer, als wahrlich gezielt. Doch kam ihm dieser Umstand nur zu Gute. Der Mann brach, unter Schreien, zusammen und hielt sich das verletzte Auge. »Ihr seid Insekten.«, zischte der Dämon und versetzte dem Mann, welcher am Boden lag, einen Tritt. »Dieser schwarze Drachenjäger weiß viel. Aber was weiß er schon? Nicht einmal ich selbst weiß noch alles aus meiner Kindheit.« Der schwarze Drache ließ seine Augen lustlos umherwandern, als ob er sich in Erinnerung zu flüchten versuchte. »Ach, ich erinnere mich nicht einmal mehr an meine Mutter. Erinnerst du dich an deine?«, fragte er den unverletzten Mann und dieser nickte vorsichtig. »Na was für ein Glück für dich.«, zischte der Dämon und stieß den Mann von sich. »Böser, kleiner Asìí.«, fluchte der Dämon und wandte dem Wahrheitsbringer den Rücken zu. Lächelnd strich er über vereinzelte Schuppen seiner Rüstung, in welche er seltsame Zeichen hinengebrannt oder geschritzt hatte. »Wie gerne hätte er die Rüstung seines Vaters wieder. Es muss ihm ein tägliches Greul sein, sie an mir zu sehen.« Er machte einige Schritte von ihm weg, und begann leise zu brummeln. »Sie haben den Tod verdient.«, nuschelte er mit einer etwas verzerrten Stimme. »Alle haben den Tod verdient.«, murmelte er erneut, dieses Mal aber mit der tieferen Stimme. Der schwarze Drache sprach mit sich selbst, und der Wahrheitsbringer sah ihn nur entgeistert an. Doch er besaß die Geistesgegenwart, leise sein Schwert zu ziehen, und es auf den Dämonen zu richten. »Ich hoffe sie ist noch eine Jungfrau.«, flüsterte der schwarze Drache und kicherte kurz darauf, als ob er ein Geheimnis ausgeplaudert hätte, welches niemand hören durfte. Doch dann wandte er sich ruckartig um und sein Gesicht verzerrte sich zu einer dämonischen Fratze. Seine Haut wurde aschgrau, und die Hörner, welche der Säufer erwähnt hatte, wuchsen ihm aus dem Schädel. Seine Augen begannen zu glühen und er blickte den Mann finster an. »Du!«, rief er erbost und schlug ihm hastig das Schwert zur Seite. Eine weitere Wunde würde er nicht dulden. Der Drachenjäger hatte ihn bereits am Arm verletzt, und er gab sich alle Mühe diese Schwäche nicht zu offenbaren.

Der Mann hastete ängstlich einige Schritte zurück und währenddessen breitete der Dämon seine Arme aus und seufzte tief. »Aah.« Er hasste die menschliche Gestalt und genoss es, wieder das zweite Gesicht zu tragen. »Wo waren wir stehen geblieben?«, fragte der Dämon und tippte sich mit dem linken Zeigefinger auf die Lippen.

Kindheit:»Ah ja. Die Kindheit.«, sagte er und kurz darauf verdunkelte sich sein Gemüt. »Das geht dich gar nichts an!«, blaffte er den Mann auf einmal an. »Dunkle Erinnerungen, die in den Schatten der Vergangenheit lauern. Nur Trostlosigkeit und Einsamkeit.« Der Dämon sprach wieder mit sich selbst und gewährte einen kleinen Einblick in seine Vergangenheit, ohne es eigentlich zu wollen. Die Kindheit dieses Wesens war zweifellos hart. Früh getrennt von der Mutter und auf sich alleine gestellt. Als er schließlich von dem Menai gefunden wurde, war er kaum in der Lage, das brennende Element in sich zu bändigen. »Ah, wie sie immer davongelaufen sind, wenn ich kam. Feuer Feuer Feuer!« Er äffte die Kinder nach, welche ihn immer mit Furcht begegnet waren, und seine Mimik zeigte, dass ihm das nicht geschmeckt hatte. Ja, es hatte ihn sogar getroffen. Doch er kannte nur einen Weg mit diesen Verschmähungen umzugehen. Noch mehr Chaos. Noch mehr Feuer. Kurz darauf schien der Dämon sich wieder eingefangen zu haben. Das Glühen seiner Augen verebbte und er sah den Wahrheitsbringer neugierig an. »Sprich. Wie alt bist du?«, fragte er den Mann und dieser schluckte hart. »Neunundzwanzig.«, stammelte der Mann und erntete dafür nur ein verächtliches Schnauben.

Gefangenschaft: »Ha, da war ich ja länger in den verdammten Höhlen eingesperrt!« Wieder kehrte der Dämon dem Mann den Rücken zu und fuhr sich dabei durch die Haare. Sein Blick wurde hektisch und unsicher, während seine Fingerkuppen immer wieder über die vernarbte Haut an seinem Hinterkopf strichen. Narben welche von dem zweiten Gesicht zeugten. Die letzten Spuren davon. Er hatte schon vor Jahren gelernt das zweite Gesicht zu verbergen, wenn er die menschliche Gestalt annahm. Es war ein notwendiges Übel gewesen und mit den Jahren hatte er sich daran gewöhnt. Es barg durchaus auch gewisse Vorteile, wenn man unerkannt durch die Städte streifen konnte. »Diese verfluchten Höhlen. Nur Finsternis und dieses ewige, stetige Tropfen. Nie hat es aufgehört! Aaah!« Er schrie und für einen Moment flammten kleine Flammen in seinen offenen Händen auf, und lösten sich kurz darauf wieder auf. Er legte den Kopf schief und besah den Mann abfällig. »Dreißig Jahre.«, sagte er nur und ließ kurz darauf das Feuer in seinen Händen aufflammen. »Dreißig, lange Jahre.« Sagte er monoton. Er ballte die Fäuste und erstickte so die Flammen, bis nur ein wenig Rauch und Dunst übrig geblieben war. Er musste seine Kräfte schonen. Nicht nur weil er verletzt war.

»Heute bin ich gnädig.«, sagte der Dämon schließlich. »Der Menai hat euch viel über mich erzählt. Doch nicht alles.« Er nickte dem Mann zu und deutete ihm an, sich zu setzen. »Setz dich!«, befahl er schließlich und der Mann gehorchte, doch fixierte sein Schwert. Dem Gehörnten war dieser Blick nicht entgangen. »Dein Schwert?«, fragte er belustigt und hob es schließlich auf. »Hier!«, sagte er und hielt es dem Mann mit dem Griff voran entgegen. Doch kaum erhob der Wahrheitsbringer die Hand, um die Klinge entgegen zu nehmen, da stieß der Dämon im den Knauf direkt ins Gesicht. »Ha!«, rief er nur aus und nahm die Klinge in die Hand und stieß sie dem Mann in die Brust. Ohne ein weiteres Wort, oder den sterbenden Mann eines Blickes zu würdigen, verließ er die Schenke. Seine Hörner schrumpften, seine Haut wurde wieder blass, und so entschwand er aus dem verbrannten Zimmer. Und er vergaß den anderen Wahrheitsbringer, welcher noch immer auf dem Boden lag, und sich das verlorene Auge zuhielt. Doch er war noch am Leben.

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