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Benutzername:
Soraya
Gruppen:

Charakter

Name:
Soraya Gavran
Alter:
20
Rasse:
Elvoin (Gestaltwandlerin)
Heimat:
Gha'mor
Aufenthaltsort:
Nogorath
Waffen:
ein stumpfes Messer
Inventar:
Raben Amulett

Steckbrief

Name: Soraya Gavran
Alter: 20
Rasse:: Elvoin/ Gestaltwandlerin
Heimat::Nogorath, Dorf Gha'mor

Aussehen:

Soraya ist ungefähr 1,70 groß (mit Haaren und Haarschmuck etwa 15cm größer :hehe:) und hat etwa 65 Kilo. Sie ist recht schlank, doch keineswegs als dürr oder drahtig zu bezeichnen. Die Brust ist mittelgroß und fest, die Taille schmal und auch die Hüften sind nicht all zu stark ausgeprägt, was ihren Körper nicht all zu weiblich aussehen lässt. Ihre samtige Haut ist, wie es bei den Elvoin volkstypisch ist, dunkelbraun und schimmert im Sonnenlicht grünlich, wie es bei Morast oft der Fall ist . Es ist das Spiel des Lichtes, welches entscheidet, welcher Farbton bei Betrachtung gerade dominiert.
Sorayas Gesicht ist schmal und zart, ihre Augen wirken wie jene eines Raubtieres, oder eines Raubvogels, leicht schräg gestellt, und in den äußeren Augenwinkeln leicht spitz zulaufend, und sind von einem dunklen moosgrün und umrahmt von dichten, schwarzen Wimpern. Sie blicken stets klar und klug aber auch oftmals scharf und argwöhnisch in die Welt. Eingerahmt sind diese von geschwungenen, stärkeren Augenbrauen, deren Schwärze aus dem Gesicht geradezu hervor stechen. Die Ohren sind, ebenso wie ihre Nase, klein und zierlich, der Mund ist hübsch geschwungen und noch ein wenig dunkler, als ihre Hautfarbe. Der Farbton ihrer Lippen erinnert an nasse, Moos überwucherte Baumrinde. Sie sind schmal und dünn. Hinter den Lippen verbergen sich weiße Zähne, die kleiner und kürzer sind, als man sie von den Menschenvölkern kennt, und die aus dem Gesicht regelrecht hervor blitzen, wenn sie lacht. Ihre Stimme ist angenehm, weiblich und tief. Sorayas schwarzes Haar ist mittelmäßig gelockt, wirkt immer zerzaust und schimmert matt. Es reicht ihr normalerweise bis zu den Schulterblättern, doch sie trägt es mit Schilfgras, am Oberkopf, zusammen gebunden. Einige zugespitzte Ästchen hat sie sich in diesen Haarschopf gesteckt und diese dienen als einfacher Haarschmuck.

Wie bei den meisten Elvoin besteht Sorayas Kleidung aus geflochtenem Schilf. Wie die Elvoin Schilfgräser zu Kleidung zusammen flechten, das weiß nur jenes Volk, doch Soraya trägt ein geflochtenes Oberteil, welches mit geknüpften Schilfbändern im Nacken gehalten wird, und ein wenig über den Bauchnabel reicht, und gerade einmal das Nötigste verdeckt, sowie ein kurzes Röckchen, welches züchtigen Menschen in Thasani, Menaion, oder den umliegenden Ländern, vermutlich die Empörung oder Schamesröte ins Gesicht treiben würde, vermutlich, gerade weil Soraya nichts darunter trägt. Doch die Elvoin kleiden sich zweckmäßig. Sie leben in den Sümpfen Nogoraths, und waten und jagen oft auch kniehoch im Schlamm, da würde andere Kleidung nur hinderlich sein.

In ihrer rechten Handfläche befindet sich ein schwarzer, leicht verschwommener Fleck, der einen Raben anmutet, der seine Schwingen ausgebreitet hat, und über den Himmel fliegt. Es ist das Mal des Raben-Amuletts, welches sich in ihrer Handfläche ausgebreitet hat, als Soraya dieses Amulett zum ersten Mal berührt hat, denn Soraya ist eine Gestaltwandlerin. Zu ihrem Aussehen, welches schon so etwas wild aussieht, haben sich noch ein paar Eigenschaften hinzu gemischt, welche zweifellos dem Raben-Amuletts zu zu schreiben sind. Zu ihrer ohnehin schon tieferen Stimme hat sich ein etwas rauer Unterton gesellt, der an den Klang eines Raben erinnert, ihre Nase hat sich ein wenig verformt, und hat ein wenig die Züge eines Schnabels angenommen und ihr ohnehin schon rabenschwarzes Haar schimmert im Sonnenlicht wie das Gefieder eines Rabens, violett-bläulich...

Soraya trägt keine Schuhe, und an ihrem rechten Fuß trägt sie an einem, aus dünnen Schilfhalmen geflochtenen, aber dennoch recht robustem Band einen Bernstein, welcher recht dunkel ist, und viele kleine dunkle Einschlüsse von Moospartikeln und Graspartikeln, die in dem Bernstein innewohnen. Sie hat diesen einst im Sumpf gefunden und ihn als ihr einziges wirkliches Schmuckstück auserkoren. Dieser Bernstein gab ihr den Beinamen Schattenharz, welchen sie von Freunden ihres Stammes erhalten hat. Seit einer der fahrenden Händler den Elvoin erzählt hat, dass Bernstein keine erstarrten Sonnentropfen, sondern lediglich versteinertes Baumharz ist (dieses Wissen bezogen Gelehrte aus Menaion durch Bernsteinfunde aus uralten Bäumen, in welchen sich versteinerte Baumharzadern befanden, die exakt so aussahen, wie Bernsteine an sich) will Soraya sich nicht mehr an dem Glauben, dass es solche Sonnentropfen sind, vermutlich beeindruckt sie das Wissen aus der Menai und Soraya möchte sie nicht naiver wirken, als die Elvoin auf die gelehrten Völker ohnehin schon wirken) Sie mag diesen Namen inzwischen so sehr, dass sie manchmal vergisst, dass ihr wirklicher Nachname Gavran ist. Ihre Freunde nennen sie meistens Schattenharz, oder auch "Sora". Ihre Körperhaltung ist aufrecht und stolz, der Kopf stets erhoben. Sie vermittelt damit vermutlich einen selbstbewussten Charakter. Selten drückt ihre Körpersprache ihr wahres Gefühlsleben oder ihr Befinden aus. Ihre Schritte sind schnell und klein, beinahe hastig. Wer Soraya nahe vor sich stehen hat, muss den angenehmen Duft bemerken, welchen sie verströmt. Es duftet nach würzigem Wald, saftiger Wiese, herben Sumpf und klarem, erfrischendem Regen.

Waffen:

Soraya trägt keine Waffen bei sich. Wohl besitzt sie einen kleinen Dolch. Er ist gefertigt aus nicht besonders kunstvoll geschmiedetem Stahl. Soraya hat ihn einst vor vielen Jahren bei einem der fahrenden Händler, die sich selten in die Sümpfe Nogoraths verirren, eingetauscht. Kein sonderlich guter Tausch, denn, wie schon erwähnt, ist der Stahl schlecht, die Ausführung nahezu primitiv, die Schneide nicht besonders scharf, welches durch den ständigen Gebrauch nicht besser wird. Auch der Griff war gänzlich nackt, doch sie hat sich damit abgeholfen, diesen mit Bastschnüren zu umwickeln, damit er besser und sicherer in der Hand liegt. Dieser Dolch ist ihr eigentlich nur dazu dienlich, Gräser, Wurzeln, und anderwärtige Pflanzen abzuschneiden, und doch meistens liegt dieses schmucklose, stumpfe, und sogar leicht kerbige Messer achtlos in ihrer Hütte. Sie könnte damit kein Tier erlegen, oder auch nur aufschneiden,um es auszuweiden, und auch gegen einen Menschen stellt keine wirkliche Waffe dar, es würde sich damit höchstens eine unangenehme stumpfe Verletzung bewirken lassen.

Charakter:

Soraya besitzt einen wilden, ungezähmten Geist. In ihr scheinen die Launen der Natur gebündelt zu sein. So ist sie recht hitzköpig und aufbrausend, kann sehr starrsinnig und egoistisch sein, und kann recht vehement für ihren Willen kämpfen. Zusammen mit ihrem wilden Aussehen erinnert sie des Öfteren an ein Raubtier. Man kann sie leicht aus der Reserve locken und provozieren. Auf andere, die sie nicht gut kennen, kann sie recht harsch und egoistisch wirken , was wahrscheinlich auch stimmt. Dennoch, Soraya hat ihr Herz am rechten Fleck, und für jene, die sie mag, wie etwa ihre Freunde unter den Elvoin, oder für die sie etwas empfindet, würde sie beinahe alles tun, wenn sie es will, oder für nötig erachtet. Soraya ist nicht besonders gesprächig gegenüber anderen Völkern. Das liegt daran, dass die Verständigung zwischen den Elvoin und Menschen eher stockend ist. Soraya lässt sich verunsichern, wenn sie nicht auf Anhieb alle gesprochenen Worte versteht, auch wenn der Kontakt zu anderen Menschen auch nicht so häufig war. Diese Unsicherheit der Sprachbarriere versucht sie mit Überheblichkeit oder Wut zu verbergen. Nicht nur einmal kam es vor, dass sie einen Menschen verständnislos hat stehen lassen, schimpfend, nur deshalb, weil sie das Gefühl hatte, ihr Gegenüber nicht voll zu verstehen, oder die Ungeduld des anderen hervorzurufen, weil sie nicht so klar und flüssig spricht, wie die Menschen. Zwischen Elvoin gibt es solche Sprachschwierigkeiten selbstverständlich nicht und da kann sie auch reden wie ein Wasserfall. Soraya ist stets für einen Scherz zu haben, doch nur all zu oft trieft dieser vor Sarkasmus. Sie lacht gerne, und hat gerne andere um sich. Sie ist manchmal mutig und manchmal ängstlich. Diese beiden Eigenschaften halten stets die Waagschale im Gleichgewicht.

Sie ist neugierig und bauernschlau, weil sie nicht über viel Bildung verfügt, was aber nicht bedeutet, dass sie dumm oder naiv ist. Soraya besitzt leider nicht die Gabe des oftmals weiblichen Taktgefühls und Fingerspitzengefühls. Sie spricht aus, was sie gerade denkt, und das kann oftmals nicht nett oder sogar verletzend sein. Doch, wenn sie sich sehr bemüht, kann sie auch unglaublich nett, oder liebenswürdig sein, wobei man dabei auch davon ausgehen könnte, dass sie dies aus Berechnung tut. Wie bei allem, spielt auch hier die Sympathie eine entscheidende Rolle. Bei Leuten, die Soraya egal sind, würde sie sich vermutlich weniger bemühen, als bei jenen, die sie mag oder liebt. Trotzdem bleiben ihr, oder auch ihrem Gegenüber viele Fettnäpfchen nicht erspart. Sie schätzt Ehrlichkeit über alles, und nimmt dies nur all zu oft wortwörtlich. Sie besitzt wenig Mitgefühl für andere, die ihr nicht nahe stehen, und meistens nur dann, wenn sie den gleichen Schmerz fühlt wie andere. Sie lässt nicht jeden an sich heran, es kann einige Zeit dauern, bis sie Vertrauen fasst oder sich gar öffnet. Ihr Vertrauen kann man eigentlich nur durch Zeit gewinnen. Zeit, in der Soraya diese Personen besser kennen lernt und sie sich dabei auch auf ihre Intuition und ihr Herz verlässt, ob sie diesem Menschen vertrauen kann oder will, denn Vertrauen hat doch auch viel mit 'loslassen' zu tun. Soraya ist recht ehrgeizig und zielstrebig, was sie sich in den Kopf gesetzt hat, das will sie auch durchziehen und erreichen, wobei sie sehr viel Wert auf Selbständigkeit legt.

Soraya hat viel übrig für die Natur. Sie achtet das Zusammenspiel der Natur und aller Wesen, die sie beherbergt. Sie persönlich glaubt, dass alle Lebewesen wie Bäume, Gräser, ja selbst Wasser und der Wind einen Geist oder eine Seele besitzen, wenn sie Gräser oder Holz benötigt, bemüht sie sich, bereits vertrocknete, also "tote" Materialien zu beziehen. .Nur wenn es anders nicht geht, bezieht sie ihre benötigten Materialien aus "lebendigen" Pflanzen und Bäumen, doch mit sehr schlechtem Gewissen. Diese ihre Ansicht stößt auch bei den meisten Elvoin auf etwas Unverständnis, da diese dennoch von sich behaupten, im Einklang mit der Natur zu leben. Man kann sich vorstellen, dass es lange gedauert hat, bis Soraya genug Material zusammen gesammelt hatte, um sich ihre eigene kleine Hütte zu bauen. Aufgrund ihres ehrgeizigen Charakters hat sie sich auch keine Hilfe beim Bau dieser erbeten. Es war harte, schweißtreibende Arbeit, doch ihr Erfolg und das Resultat hat sie mit Stolz erfüllt.

Soraya hat keine wirklichen Träume und Ziele im Leben. Das Leben in Nogorath ist ein zeitloses, die Elvoin haben keine Eile, und so lebt Soraya in den Tag, ohne einen nennenswerten Gedanken an den nächsten zu verschwenden. Sie lebt völlig spontan und ziellos. Ob sie sich einmal an einen Mann binden, und eine Familie gründen möchte, steht für sie noch völlig in den Sternen. Ihre Eltern, die sie, wie alle Elvoin es tun, nahezu zu nichts gezwungen haben, haben diesen Wunsch Sorayas Schulter zuckend hingenommen. Soraya hat dafür, wie wohl jedermann, Ängste. Sie fürchtet sich in erster Linie vor den Rikshan, da sie weiß, dass sie diesen Ungeheuern nichts entgegen zu setzen hat. Sie hat auch manchmal Angst um ihren Bruder Tamir, weil er so ein beherzter und unbesonnener Jäger ist. Ihre Ängste, so kann man zusammenfassend sagen, sind eher Ängste im Bezug auf das Überleben und die Unversehrtheit ihre Person, und ihre Familie betreffend.

Soraya betet, wie alle Elvoin zu der Göttin Asz’dara, die Erschafferin der Elvoin, so glauben diese, und Schicksalsgöttin. Soraya ist nicht all zu gläubig. Ihr Glauben ist eher von Respekt denn von Überzeugung untermauert, da ihre Eltern sie zwar gläubig erzogen haben, was bei ihr für einen nachhaltigen Respekt für die Göttin sorgte, aber für Sorayas Glauben diese Unregelmäßigkeit des Betens, nicht gerade förderlich ist. Sie tut nichts, was die Göttin erzürnen könnte, um nicht ihren Unmut auf sich zu ziehen. Die mangelnde Überzeugung ihres Glaubens ist wohl dahin gehend begründet, dass sie wie die meisten Elvoin nur einige Male im Jahr, und nicht stetig zu Asz’dara beten. Dadurch ist der Glaube weniger lebendig, denn zweckmäßig, so scheint es.

Fähigkeiten

Soraya besitzt unter den Elvoin eine einzigartige Begabung. Sie ist eine Gestaltwandlerin und kann sich mit Hilfe des Rabenamuletts in einen Raben verwandeln. Dieses Amulett ist durch einen glücklichen oder gar unglücklichen Umstand, denn niemand vermag zu sagen, ob diese Fähigkeit ein Fluch oder ein Segen ist, in ihren Besitz gelangt. In diesem Zustand kann sie selbstverständlich fliegen, jedoch nicht sprechen, und auch ihr ganzes Tun und Agieren ist das eines Rabens. Diese verlockende Gabe des Fliegens verleitet dazu, von dem Amulett öfters Gebrauch zu machen, doch auch Soraya hat schon erkannt, dass das häufige Verwandeln in dieses schwarz gefiederte Tier seine Spuren an ihrem Körper und Geist hinterlassen hat. Sorayas Erinnerung nach der Rückverwandlung in ihre elvoin'sche Gestalt ist immer lückenhaft. An manche Begebenheiten kann sie sich erinnern, das Meiste jedoch ist wie weg gewischt. Auf jeden Fall ist die Rabengestalt in Nogorath, wo doch eher exotische und bunte Vögel leben, auffälliger als in anderen Landen.

Zu Sorayas Fähigkeiten zählen in erster Linie ihre Kräuterkunde. Sie kennt jedes Gras und Kraut, welches in den Sümpfen, Wiesen und Wäldern Nogoraths wächst. Sie kann aus jedem dafür geeigneten Teil der Pflanze Essenzen, Tees, Umschläge und Salben herstellen. Ebenso kann sie Wunden behandeln, diese reinigen und versorgen. Auch weiß sie, was im Falle eines Schlangenbisses, da es in den Sümpfen Nogoraths viele Schlangen gibt, zu tun ist. Dieses Wissen hat sie von ihrer Großmutter vermittelt bekommen, und im Erwachsenenalter hat sie auch selbst begonnen, zu experimentieren. Spurenlesen gehört neben der Fähigkeit, Feuer zu machen, ebenso zu ihrem Können. Auch wenn sie kein Interesse an der Jagd zeigt, so begleitete sie ihren Bruder Tamir, der leidenschaftlicher Jäger ist, öfters, und von diesem lernte sie Spurenlesen, wenn gleich sie auch nicht alle Spuren lesen kann, so sie dieses Tier, oder den Umstand, welcher die Spur hervorgerufen hat, nicht kennt. Sie besitzt ein gewisses handwerkliches Geschick. Sie kann geschickt Schilf und Gräser zu kunstvollen und gut verarbeiteten Matten, Kleidungsstücken und anderen Gebrauchsgegenständen knüpfen und flechten. Auch wenn Soraya sehr gesellig ist, bevorzugt sie es, alleine zu handwerken, da sie sich dann besser auf ihre Arbeit konzentrieren kann, dafür trifft sie sich gerne mit Freunden oder ihrem Bruder durch die Sümpfe Nogoraths, um Beeren, Wurzeln und anderes zu sammeln. Auch wenn sie körperlich nicht sehr stark ist, doch mit viel Fleiß, Ehrgeiz und Anstrengung hat sie sich ihre kleine Hütte gebaut, sie , etwa drei mal zwei Meter lang, ist erreichtet auf hohen, dicken, baumstammartigen Pfählen, die im Wasser stehen. Diese stützen den Boden der Hütte, auf welchem wiederum die Wände errichtet sind. Das Dach ist eine dicke, beinah undurchdringliche Schilfmatte, welche den häufigen Regen weitest gehend abhält. Ein kleines Fenster, ohne Tierhaut oder gar Glas versehen, ist der einzige Lichtspender, neben der zusätzlich überdachten Öffnung, welche den Rauchabzug für die Feuerstelle in der Hütte darstellt.

Soraya kann weder lesen, noch schreiben, und auch das Rechnen beherrscht sie nicht so meisterhaft. Ein Händler, der erkennt, dass sie nicht gut rechnen kann, könnte sie übertölpeln und betrügen. Ihre sprachlichen Fähigkeiten liegen ganz klar im Nogorr. Sie hat im Laufe der Jahre ein wenig coreonisch gelernt, welches sie von den fahrenden Händlern gelernt hat. Es ist vermutlich verwaschenes coreonisch, beeinflusst von den verschiedenen Ländern und Regionen der Nordreiche. Sie spricht coreonisch aber recht wenig, und unsicher und stockend, auch fehlen ihr oft die nötigen Vokabeln, welche sie durch umschreiben, auch mit Hand und Fuß und Körpersprache zu ergänzen und zu erklären versucht, romarisch liegt ihr deutlich mehr, da es einfach mehr Händler gibt, die diese Sprache beherrschen. Sie hat auch nie gelernt, zu Schwimmen, immer überwog die Unsicherheit und Angst vor dem nassen Element. Als Frau ist Soraya nicht all zu stark, sie hat auch nie kämpfen gelernt, oder konnte sich auf der Jagd solche Fähigkeiten aneignen, da sie nie Interesse an der Jagd gezeigt hat, zumal sie der Begegnung eines Rikshan ängstlich gegenüber steht. Das Jagen überlässt sie anderen. Einem Angreifer wäre sie also, auch dadurch, dass sie keine Waffen besitzt, völlig schutzlos ausgeliefert, es sei denn, es bietet sich die Möglichkeit zur Flucht, denn Soraya kann wieselflink laufen, was ihr zumindest in der vertrauten und bekannten Umgebung ihrer Heimat einen entscheidenden Vorteil verschaffen kann. Sie besitzt eine gewisse Ausdauer, aber mehr als ungefähr zehn Minuten könnte sie nicht anhaltend schnell davonlaufen.

Magie/Zauber

Anders als die meisten Elvoin, konnte Soraya noch nicht feststellen, ob in ihr die Begabung des Handlesens innewohnt. Vermutlich beherrscht sie diese Fähigkeit einfach nicht.

Vergangenheit

Soraya wurde vor zwanzig Jahren an einem frühlingshaft milden Tag, um die Mittagsstunde, in Gha'mor, ein kleines Dorf, welches südlich in Nogorath liegt, und nicht unweit von der Numûta-Ebene entfernt liegt, geboren. Sie ist das zweite Kind von Narash und Menduala Gavran, und hat einen zwei Jahre älteren Bruder namens Tamir. Dieser ist ein begnadeter Jäger. Er betreibt dies mit Leidenschaft und sein größter Wunsch ist es, eines Tages eines der seltenen Rikshan, diese einzigartigen Raubtiere, die sich in den Sümpfen Nogoraths herumtreiben, zu erlegen. Zu ihrem Bruder hat Soraya, wie auch zu ihren Eltern und ihrer Großmutter, ein herzliches Verhältnis. Ihr Bruder lebt, wie auch sie, alleine in seiner selbst gebauten Hütte, seit er das siebzehnte Lebensjahr erreicht hat. Ihre Eltern leben ebenso in einer Hütte, doch auch die Großmutter, die Mutter von Menduala, lebt bei ihnen, da sich bei ihr schon die Anzeichen des Alters zeigen, und Menduala sich um sie kümmern möchte. Die Familie Gavran beweist starkes familiäres Gefühl und Zusammenhalt, auch wenn jeder in seiner eigenen Hütte lebt. So sitzen die Gavrans einmal in der elterlichen Hütte, manchmal bei Tamir und dann wiederum bei Soraya, sie essen, trinken und sprechen dann, wie es ihnen ergeht und was es Neues gibt, dass man sich manchmal fragen könnte, warum jeder seine eigene Hütte unterhält.Dieser Zusammenhalt, wie er bei den Gavrans (und auch bei den meisten anderen Elvoinfamilien und auch generell untereinander im Dorf) herrscht, sorgt auch dafür, dass es Soraya und ihrer Familie an nichts mangelt, jeder bekommt Hilfe und Versorgung vom anderen,so uss sich niemand allzusehr anstrengen oder um alles kümmern. Sie besucht ihre Eltern, doch mit Vorliebe ihren Bruder, so oft sie kann, abends in seiner Hütte, und dann erzählen sie sich die neuestens Erlebnisse, über ihre Gedanken und Gefühle, und auch über den Tratsch im Dorf. Soraya ist eigentlich eine gern gesehene Elvoin unter ihresgleichen. Sie ist sicher nicht jedermanns Sache, mit ihrer direkten und oft auch harschen Art, doch die meisten Dorfbewohner, die sie besser kennen, wissen, dass unter ihrer rauen Schale ein weicher Kern steckt und deswegen mag und schätzt man sie dennoch mit allen Ecken und Kanten, die sie besitzt. Mit Soraya wird es jedenfalls nie langweilig...

Sorayas Kindheit war eine angenehme, glückliche und unkomplizierte. Sie wuchs zusammen mit ihrem Bruder auf, und ihre täglichen Beschäftigungen bestanden hauptsächlich darin, zu spielen, und die Gegend zu erkunden. So lernte sie schon bald ihren unmittelbaren Lebensraum kennen, wusste, wohin sie gefahrlos treten konnte, und welche Gegenden und Wege sie besser meiden sollte. Die Geschwister liebten es, auf den mangrovenartigen Bäumen herum zu klettern, sich an den Lianen artigen Pflanzen, die symbiotisch mit den Bäumen lebten, von Baum zu Baum zu hangeln. Nicht selten war es ein gefährliches Unterfangen, da sich unter ihnen die Sümpfe befanden, die sicherlich verheerend wären, so man abgestürzt wäre. Die Elvoin ließen ihre Kinder schon immer viel alleine und selbstständig spielen, damit ihre Eigenständigkeit gefördert wurde. Nur in wichtigen Belangen mischten sich die Eltern erzieherisch ein, und so wuchsen die Kinder frei und ungezwungen auf.

Soraya zeigte schon als Kind kein besonderes Geschick für das Rechnen. Sie tat sich einfach schwer damit, und die Tatsache, dass sie sich auch nicht sonderlich dafür interessierte, hatte auch nicht gerade geholfen. Als Soraya zehn Jahre alt wurde, nahm ihr Vater sie öfters mit auf die Jagd. Soraya tat dies immer nur mit Widerwillen, doch ihr Vater bestand darauf, auch diesen Aspekt des Lebens der Elvoin kennen zu lernen, und dann war da ja auch noch ihr Bruder Tamir, der sofort Feuer und Flamme war, als man ihn mit Erreichen seines zehnten Lebensjahres mit auf die Jagd genommen hatte. Soraya lernte als junges Mädchen das Flechten und Knüpfen von Schilf und Gräsern, das Formen und Brennen von Lehm zu tönernen Gefäßen und Schüsseln, und sie zeigte sich auch recht geschickt und fähig darin. Besonders ihr Ehrgeiz und ihre Ausdauer halfen ihr sehr dabei, wenn man an den Aufwand des Flechtens von Schlafmatten, Schilfdächern oder auch Kleidung bedenkt. Ihre handwerklichen Schöpfungen fanden jedenfalls sowohl bei den Elvoin, als auch bei den fahrenden Händlern meistens willige Abnehmer, im Tausch gegen andere, von Soraya benötigten oder gewünschten Dinge. Ihre Großmutter unterwies sie in der Kräuterkunde und ging oftmals mit ihr durch die nahe Umgebung, um ihr alles am nahen Objekt über die Pflanzen und deren Nutzen und Heilkräfte zu erzählen, was sie wusste. Wann immer sich die Gelegenheit ergab, und in den Sümpfen Nogoraths ergab sich diese Gelegenheit oft, nahm sie Soraya mit, wenn sie zu Kranken und Verletzten gerufen wurde, damit Soraya am 'lebenden Beispiel' lernen konnte, und ihr Wissen nicht nur Theorie blieb.

Auch ihre Mutter nahm sie oft mit, zum Sammeln von Früchten und essbaren Wurzeln, und lehrte sie, neben ihrem Bruder, das Spurenlesen, zusammen mit dem Wissen, welche Früchte sie bedenkenlos essen konnte und welche giftig waren, worauf sie, wenn sie sich herum trieb, unbedingt achten sollte, und Soraya saugte all diese Informationen begierig in sich auf.

Allmählich erblühte Soraya zu einer jungen Frau und sie musste sich bald damit auseinander setzen, das Elternhaus zu verlassen und sich eine eigene Hütte zu bauen. Es stellte sich als sehr zeitintensiv und Kräfte raubend heraus. Sie hatte keinerlei Hilfe dabei gefordert, und alles im Alleingang gemeistert. Einzig das Errichten der Stützpfähle... Nur Tamir wusste, dass er seine Hände dabei im Spiel hatte, dass die Stützpfähle auch solide und beständig und tief im Untergrund verankert blieben, doch er würde dies niemals verraten oder zugeben, weil er stets wusste, wie ehrgeizig und stolz Soraya war. So zog Soraya mit siebzehn schließlich aus der Hütte ihrer Eltern aus, in ihre eigene. An diesem Tag empfand sie unbändigen Stolz. Das Gefühl, endlich vollends selbständig zu sein, konnte durch nichts anderes aufgewogen werden.

Und das übermittelte Wissen ihrer Großmutter stellte sich als äußerst nützlich heraus, denn eines Tages brachten die Jäger von der Jagd einen verletzten Jäger. Ihre Stimmen klangen aufgeregt und sie riefen und murmelten durcheinander. "Wir waren einem Riskhan auf der Spur! Wir hatten ihn beinahe, doch dann schlug sich diese Kreatur ins Dickicht... Als wir schon damit rechneten, dass es weiter gezogen war, sprang es plötzlich aus dem Dickicht und griff uns an! Tenuar hat es erwischt, und das nicht zu knapp!" "Bringt ihn auf den Dorfplatz, und holt Hilfe!" Soraya, die diese Aufregung neugierig beobachtet hatte, bot ihre Hilfe an. Vielleicht konnte sie ja helfen? Sie betrachtete den Schwerverletzten. Über seiner Brust klafften Tiefe Kratzspuren des Ungetüms und Soraya musterte diese Spuren neugierig. Ein solcher Rikshan musste gewaltig sein, größer, als sie es je erdacht hatte! Sie wusch die Wunden des Mannes aus, und ließ ihn in ihre Hütte bringen, um ihn besser versorgen zu können. Sie mischte einen Frischbrei aus gequetschten Blättern und Beeren und trug dieses vorsichtig auf seine Wunden, und legte ein großes Blatt darüber. Dann verließ sie die Hütte, der Jäger brauchte nun Ruhe. Unter ihren gut ausgebildeten Fähigkeiten, erholte sich der junge Jäger nach und nach, auch wenn niemand, aufgrund seiner Verletzung, daran geglaubt hatte.

Soraya hegte nicht den Wunsch danach, sich an einen Mann zu binden, geschweige denn, eine Familie zu gründen, dazu war ihr ihr unbeschwertes, freies Leben viel zu kostbar. Wohl unterhielt sie eine Liebelei mit einem Mann aus ihrem Dorf, Tenuar, denn sie waren sich während der Wochen, in welchen sie diesen versorgt hatte, ein wenig nähergekommen, doch auch dieser, so gern sie ihn auch mochte, vermochte es nicht, sie zu zähmen und zu bändigen. Wohl unterhalten die beiden auch noch heute eine seltsame Beziehung miteinander, sozusagen eine Freundschaft mit besonderen Vorzügen, doch die große Leidenschaft, welche sie einst für ihn gehegt hat, ist ein wenig verblasst... So ereignislos ihr bisheriges Leben war, so änderte sich dieses eines Tages Schlag auf Schlag, als sie neunzehn war...

... Soraya lief an einem milden Herbstnachmittag durch die sumpfige Landschaft. Die Sonne schien durch die Baumkronen und spiegelte sich im Wasser wieder. Die Vögel zwitscherten und es lag eine wohltuende Ruhe über der Landschaft. Soraya sog die würzige, feuchte Luft tief in ihre Lungen und ließ ihre Blicke über diese für sie so wunderschöne Landschaft schweifen. In diesem Moment gab es nichts, wo sie lieber gewesen wäre, oder was sie begehrt hätte. Sie war einfach zufrieden und glücklich. Sie ließ sich auf einem Baumstumpf nieder, welcher am Fuße des morastigen Wasser stand und ließ ihre Füße durch den, von der Sonne erwärmten Schlamm hängen. Immer wieder bewegte sie ihre Zehen, oder ließ ihre Füße schlenkern und fühlte den warmen, weichen Schlamm, durch welchen sie fuhr. Sie mochte das wohlige Gefühl, welcher der Morast auf ihrer Haut hinterließ. Sie schloss ihre Augen und ließ den Moment auf sich wirken. Sie öffnete ihre Augen und verspürte eine plötzliche Unruhe. Sie erhob sich wieder, und wollte zurück zu ihrer Hütte laufen. Doch als sie gerade im Begriff war, kehrt zu machen, wurde ihr Blick von einem Glitzern am Fuße eines Baumes gelenkt und dieses erregte ihre Aufmerksamkeit.

Neugierig, und langsamen Schrittes, näherte sie sich dem Baum und blickte zwischen das dicke Wurzelwerk. Halb im Schlamm vergraben, lag da ein kleines, schmutziges, silbriges Ding. Sie bückte sich danach, vergrub ihre Hände zwischen dem schlammigen Boden, und zog schließlich aus dem Schlamm einen seltsam anmutenden Gegenstand, der an einem halb verrotteten Lederband hing. Verwundert und neugierig hielt sie das Ding vor ihr Gesicht, doch sie konnte in dem immer mehr vorherrschenden Zwielicht, welches sich durch die Baumkronen schob, nichts erkennen. Jedenfalls schien der Gegenstand etwas zu sein, was sie noch nie zuvor im Leben gesehen hatte, sowohl an Material, noch an sonstig. Soraya ging mit dem baumelnden Ding, welches sie am Lederband hielt, an eines der stehenden, klaren Gewässer und tauchte es in das Wasser, um den Schmutz davon ab zu waschen. Dann nahm sie den Gegenstand, der eine Kette mit Anhänger zu sein schien, in ihre rechte Hand. Doch plötzlich spürte sie einen starken,heißen Schmerz und ließ das Ding erschrocken fallen. Als der Schmerz nachgelassen hatte, betrachtete sie die Vogelklaue misstrauisch. Das konnte doch nicht sein, dass diese heiß war? Dennoch neugierig tippte sie mit dem Finger darauf und wirklich, sie war ganz kühl, und nicht mehr heiß. Soraya erschrak, als sie ihre Handfläche betrachtete, mit welcher sie zuvor dieses Ding berührt hatte. Auf ihrer Handfläche zeigte sich ein etwa zwei Zoll langer, schwarzer Fleck, der bei genauer Betrachtung einen schwarzen Vogel zeigte. Ein eben solcher schwarzer Vogel, den sie letzte Nacht in ihrem Traum gesehen hatte. Verstört begann sie an dem Fleck zu reiben, doch er ließ sich nicht entfernen. Sie spuckte in ihre Handfläche und rieb weiter, doch der Fleck war immer noch zu sehen. Schließlich begann sie mit ihren Fingernägeln daran zu kratzen, bis ihre Haut schmerzte, doch es half nichts. "Was ist das nur für ein Hexenwerk?" flüsterte sie. Dennoch nahm sie die Vogelklaue wieder auf, um sie zuhause genauer zu betrachten, jetzt erst Recht; und lief eilig davon. Sie blickte sich um, ob sie auch niemand beobachtet hatte, und eilte schnurstracks zurück zu ihrem Dörfchen, in ihre Hütte.

In der Feuerstelle brannte ein schwaches Feuer und Soraya legte Holz nach. Kurze Zeit darauf fraß sich das Feuer in die Holzscheite und das Feuer erwachte zu neuem Leben. Soraya öffnete ihre Hand und legte ihren Fund auf den Boden, in den Schein des Feuers. Sie starrte darauf und ergriff es schließlich wieder. Der Gegenstand war eine Vogelklaue, an welcher ein Band mit einer silbernen Lochmünze hing. Soraya hatte noch nie ein Schmuckstück in diesem Ausmaß gesehen. Es schien nicht nur einem getreuen Ebenbild einer echten Vogelklaue zu entsprechen, sondern es war tatsächlich eine solche... Soraya hielt dies für Schmuck, diese Vogelklaue, mit der silbernen Münze erschien ihr ein wenig anders als der Schmuck, wie die Elvoin ihn hatten. Elvoin schmückten sich mit Ästen, Wurzeln, Blumen, geschnitzten Knochen und Hölzern, und in Sorayas Fall vielleicht auch mit einem Stück Bernstein, doch ein solches versteinertes Harz war selten zu finden. Manche Elvoin erzählten sich, dass Bernstein vom Himmel gefallene Sonnentropfen waren. Wenn diese den Erdboden berührten, erstarrten diese Sonnentropfen, da sie mit Wehmut erkannten, dass sie ihre geliebte Mutter Sonne verloren hatten. Soraya glaubte nicht an diese Geschichte. Wie konnten Sonnenstrahlen zu solchen Steinen werden? Vielleicht stimmten die Erzählungen von den fahrenden Händlern über Bernstein wirklich? Sie fuhr nachdenklich mit ihrer Fingerspitze über den dunklen Bernstein, welcher an ihrem Fuß baumelte und schob schließlich ihre Gedanken beiseite, und wandte sich wieder dem silbernen Ding zu. Nach einer Weile grübeln, kam sie zu dem Schluss, dass sie nicht wusste, was sie damit anfangen sollte. Achtlos warf sie die Vogelklaue in einen aus Bast geflochtenen Korb, der an einer Wand stand. Sie war müde, es war inzwischen dunkel geworden, und sie rollte sich auf ihrer Schilfmatte zusammen und schlief sehr bald ein. In der Nacht träumte sie wild. Sie träumte von großen schwarzen Vögeln, wie sie sie noch nie in Nogorath gesehen hatte. Diese stießen schnarrende, krächzende Laute aus "Kraaah, kraaah!" und unterschieden sich gänzlich von den bunten und melodischen Vögeln, welche die Sümpfe ihr Zuhause nannten. Und seltsam an diesem Traum war noch, dass sie das Gefühl hatte, sie flog selbst als ein solcher Vogel, begleitet von anderen dieser schwarzen Vögel, durch die Lüfte.

Am nächsten Morgen erwachte sie verwirrt. Was für ein seltsamer Traum! Bestimmt war dieser unselige Fund schuld an diesem Traum! Sie beschloss, ihren Bruder aufzusuchen, und ihre Gedanken ein wenig zu zerstreuen, in dem sie mit ihm plauderte. Sie lief geradewegs über die Stege, welche die einzelnen Hütten des Dorfes miteinander verband und steuerte auf das Haus ihres Bruders Tamir zu. "Tamir?" rief sie schon von weitem, und es dauerte nicht lang, bis sein schwarzer, verfilzter Haarschopf aus der Türe lugte. "Ah, Soraya! Ich habe mich schon gewundert, du warst seit ein paar Tagen nicht hier! Fast habe ich schon geglaubt, du bist im Sumpf versunken...!" neckte er sie. Sie grinste, und betrat seine Hütte. Sie zögerte, ob sie Tamir von diesem merkwürdigen Fund und diesem noch merkwürdigeren Traum erzählen sollte, doch dann wagte sie es nicht. Bestimmt würde er sie für verrückt halten! Sie strich sich ihre zerzausten Haare glatt und plötzlich sah ihr Bruder sie seltsam an. Er beugte sich zu ihr nach vor und packte sie am rechten Handgelenk. "Was hast du da?" fragte er argwöhnisch, und drehte ihre Hand, so dass die Handfläche nach oben zeigte. "Ich weiß nicht..." murmelte Soraya unsicher und ihr Bruder blickte sie fragend an. Sie wurde wütend. Ihr fehlten die Worte und auch Erklärungen. Sie wusste es ja selbst nicht, was da passiert war, und nun erwartete ihr Bruder Erklärungen? Als er nicht locker ließ, sprang sie verärgert auf. "Lass mich doch in Ruhe...!" rief sie unwillig und lief aus Tamirs Hütte, zurück in ihre eigene...

Die Monde vergingen, und immer noch hatte Soraya diese unselige schwarze Zeichen in ihrer Handfläche. Sie hatte ihren Bruder Tamir gebeten, niemandem ein Wort darüber zu erzählen, und er gab ihr sein Wort. Nicht einmal ihre Eltern wussten davon, denn sie versuchte, und schaffte es auch, dieses Mal geschickt zu verbergen. Sie selbst umwickelte ihre Hand mit Schilfbändern, um dieses Mal zu verdecken. Sie hätte nicht gewusst, was sie erzählen sollte, wenn sie jemand danach gefragt hätte. So konnte sie zumindest sagen, wie hätte sich ihre Hand verletzt, doch wie lange würde sie dies noch erzählen können, bevor jemand misstrauisch wurde? Zumindest würde es Aufsehen erregen, wenn eine Wunde nach so und so vielen Monden noch nicht abgeheilt war. Soraya hatte sich immer mehr zurück gezogen und ihrer Familie fiel es schon auf, dass sie nicht mehr dieselbe war. Und immer diese schwermütigen, schwarzen Träume über diese unseligen schwarzen Tiere!

Eines Tages hielt es Soraya nicht mehr aus. Sie nahm die Vogelklaue und lief damit in den Sumpf. Sie würde dieses Stück dem Sumpf wieder zurück geben, vielleicht wurde dann alles wieder wie vorher! Warum war sie nicht schon früher auf diese Idee gekommen? Sie kam schließlich wieder auf die sumpfige Lichtung, wo sie den Gegenstand gefunden hatte, doch es fiel ihr auf seltsame Art und Weise schwer, sich davon zu trennen. Sie hielt die Vogelklaue und wog sie in ihrer Hand. Und plötzlich passierte etwas schier Unglaubliches. Ihre Umgebung veränderte sich, schien plötzlich größer zu werden! Nein, nicht die Umgebung veränderte sich, sie, Soraya veränderte sich! "Asz'dara... Was machst du mit mir?" rief sie erschrocken, und ihre Augen wanderten über ihre Arme, die sich plötzlich veränderten. Sie schien zu schrumpfen, als Ganzes, und auf ihren Armen breiteten sich schwarze Federn aus, ihr Mund und ihre Nase verformten sich zu einem großen, scharfen Schnabel, ihre Beine schrumpften und ihre Füße formten sich zu Vogelklauen, ganz so wie dieses silberne Ding, nur mit dem Unterschied, dass ihre Klauen von einem fahlen grau waren... Soraya war zutiefst geschockt, und plötzlich veränderte sich ihr ganzes Sichtfeld. Plötzlich konnte sie unglaublich scharf sehen, auch Dinge, die ihr vorher nicht aufgefallen, oder bisher verborgen geblieben waren, sie konnte in weiter Entfernung Dinge ausmachen, wie zum Beispiel kleine Eidechsen, die sich durch die sumpfige Landschaft schlängelten, und sogar am Horizont konnte sie die Landschaft deutlich genauer erkennen, als sonst. Soraya wollte aufschreien, ihre Angst, ihre Verzweiflung und ihre Fassungslosigkeit raus schreien, doch sie vermochte es nicht. Stattdessen bahnte sich ein schnarrendes Krächzen ihren Weg aus dem Vogel, in welchen sie sich verwandelt hatte. "Kraaaaah, kraaaah, kraaaah...!" Dort, wo sie zuvor noch gestanden hatte, fiel die Klaue auf das moosige Erdreich, und in die Lüfte erhob sich ein großer, schwarzer Vogel, dann brach Sorayas Erinnerung ab.

Als der schwarze Vogel nach einiger Zeit wieder auf die Lichtung flog, und bei der silbernen Klaue landete, verwandelte sich er wieder zurück in die Elvoin. Verwirrt stand sie auf der Lichtung. Es dämmerte bereits und sie konnte sich keinen Reim darauf machen, was passiert war. Das konnte doch nicht sein! Nein! Das gab es nicht! In ihren Gedanken tauchten bruchstückhafte Erinnerungen auf, Erinnerungen daran, dass sie sich in einen großen, schwarz gefiederten Vogel verwandelt hatte und durch die Luft geflogen war. Sorayas Gedanken überschlugen sich und in ihrem Kopf machte sich Verzweiflung breit, da sie das dringende Gefühl hatte, verrückt geworden zu sein, und Dinge zu sehen und sich Dinge einzubilden, sie es nicht geben konnte! Sie verspürte in sich den starken Wunsch, mit jemandem darüber zu sprechen, doch mit wem? Sie würden sie auslachen, im besten Fall, im schlechtesten Fall für verrückt erklären, oder sie gar vertreiben! Dennoch hob sie die Klaue wieder auf und lief in ihre Hütte zurück. Sie wollte heute niemanden mehr sehen! Jeder, der sie aufsuchen wollte, würde sie wegschicken! Sie musste mehr erfahren, über diese unglaublich verrückte Sache!

Als sie nachhause kehrte, wartete ihre Mutter bei ihrer Hütte auf sie. Soraya versuchte sich ein Lächeln abzuringen, was ihr nur schwer gelang. Ihr war in diesem Moment einfach nicht nach Fröhlichkeit,doch sie wollte ihre Mutter nicht noch mehr beunruhigen. Tamir hatte öfters angedeutet, dass sich Menduala ernsthafte Sorgen um ihre Tochter machte, die seit einiger Zeit so wesensverändert war, und die sie kaum wieder erkannte und die sich so zurückzog und die Einsamkeit suchte. Tapfer lächelnd trat sie in der Dämmerung ihrer Mutter gegenüber und diese blickte ihrer Tochter forschend ins Gesicht. "Was hast du, Soraya? Du lächelst, doch ich spüre, dass auf dir ein Schatten liegt. Wir alle machen uns große Sorgen um dich, Liebes..." begann sie leise und Soraya wollte am liebsten aufschreien, weinen, verzweifeln... Doch sie lächelte unbeirrt weiter und murmelte "Es ist nichts, Mamush..." Sie nannte sie bei ihrem liebevollen Kosenamen, den sie sich schon vor erdenklichen Zeiten für ihre Mutter ausgedacht hatte. "Du willst nicht darüber reden..." erkannte diese, und eine traurige und enttäuschte Miene huschte über ihr Antlitz. Soraya lächelte gequält. "Ich kann nicht, Mamush... Nicht heute, nicht hier... Vielleicht irgendwann, eines Tages, vielleicht aber auch nie..." Ihre Mutter Menduala nickte verstehend, strich ihrer Tochter liebevoll über die Wange und ließ diese dann allein zurück...

Zwei Monde vergingen. Die Träume Sorayas hatten nach gelassen, doch dafür passierten ab und an diese seltsamen Erlebnisse, die Soraya Glauben machten, sie verwandelte sich in diesen unheimlichen, schwarzen Vogel. Es war ein frühlingshafter Tag. Die fahrenden Händler hatten sich ihren Weg in die Sümpfe gesucht. Meistens kamen sie nur einmal im Jahr zu den Elvoin in die Sümpfe. Der Weg war beschwerlich, doch die Elvoin und Nogorath waren bekannt dafür, gutes, edles und wertvolles Holz, aber auch Bernstein zu besitzen. Sie kannten die Wege in die Sümpfe, wo diese edlen Bäume wuchsen, und schlugen diese, bereiteten diese auf, und lagerten sie, nur für diese wenigen Tage, die die Händler bei ihnen verweilten, die ihnen für diese Hölzer und auch für die wertvollen Schmucksteine, welche die Elvoin in den Sümpfen sammelten, bereitwillig die Dinge im Tausch gaben, welche die Elvoin begehrten. Oftmals auch saßen die Händler, die aus allen Teilen Alvaranias stammten, und die unter den Elvoin gut bekannt waren und deren Vertrauen genossen, abends mit den Elvoin zusammen an einem Feuer, erzählten ihren 'von der Welt da draußen', lehrten sie neue Wörter, und hatten immer spannende Geschichten auf Lager, die die Elvoin bereitwillig hören wollten.

Soraya hatte sich immer auf diese wenigen Tage im Jahr gefreut, es war eine willkommene Abwechslung. Doch dieses Jahr war alles anders. Sie wagte es nicht, sich zu den anderen zu gesellen. Sie fürchtete, dass jemand ihr Mal bemerken und Fragen stellen würde. Sie saß abends in der ihrer Hütte und lauschte sehnsüchtig dem fröhlichen Treiben. Immer wieder steckte sie neugierig ihren Kopf aus ihrer Hütte und beobachtete die Händler und die Elvoin. Nach einer Weile hielt sie es nicht mehr aus und gesellte sich dennoch zu ihnen. Es war dunkel, wahrscheinlich würde niemand das Mal bemerken! Zwischen den Händlern erkannte sie einen, den sie beinahe als einen Freund bezeichnete. Fenlas. Er saß ein wenig abseits vom Feuer und rauchte eine Pfeife. Es war ihr recht, dass er abseits saß und so schlenderte sie langsam auf ihr zu. Fenlas bemerkte die Gestalt, die auf ihn zu kam und er kniff die Augen zusammen. Erst als Soraya in den Feuerschein trat und sich schließlich neben ihn setzte, schien er sie zu erkennen. "Ah, Soraya, ich habe dich gar nicht erkannt... Ihr seht alle so gleich aus, mit eurer dunklen Hautfarbe..." scherzte er und grinste. Soraya musste lächeln. Schließlich lauschte sie seinen vielen unglaublichen Geschichten, wohin es ihn im letzten Jahr getrieben hatte, was er alles erlebt hatte, und was es Neues aus der Welt zu berichten gab. Die Stunden flogen dahin. Immer wieder glitt Soraya in ihren Gedanken zu ihrem schwarzen Mal auf der Handfläche und sie zauderte und zögerte, ob sie ihm nicht davon erzählen sollte. Er war nicht von ihrem Volk, und doch sie kannte ihn schon viele Jahre, und glaubte, ihm vertrauen zu können. Fenlas schien zu bemerken, dass Soraya ein wenig abgelenkt war, doch er sagte nichts.

Schließlich siegte die Unvernunft und die Vertrauensseligkeit über Sorayas sonstige Vorsicht und Misstrauen und sie erzählte ihm von ihren Erlebnissen die sich vor etlichen Monden zugetragen hatten. Schweigend hörte er sich ihre Geschichte an. Als sie beendet hatte, sah sie ihn forschend an. "Du haltst mich fur verruckt, oder?" sprach sie langsam und in gebrochenen coreonischen Kauderwelsch. Sie hatte schon so lange nicht mehr mit einem Menschen gesprochen, und es fiel ihr schwer, die richtigen Worte immer gleich auf Anhieb zu finden. Irgendwie fiel es ihr leichter, die Sprache zu verstehen, als sie zu sprechen. Die Händler beherrschten manchmal mehrere Sprachen, so auch Fenlar, der ursprünglich aus den wilden Landen stammte und der die Sprache der Orks verstand. Diese ähnelte dem Nogorr, der Ursprache, und Soraya war froh darüber, sich so verständigen zu können. Fenlar hob abwehrend die Hände. "Nein, nein, ich halte dich nicht für verrückt, keineswegs... Es ist nur..." Er überlegte einen Moment und sprach dann schließlich weiter. "Deine Geschichte, so unglaublich sie klingen mag, ist mir nicht unbekannt..." Soraya sah ihn verwirrt an. "Warum?" hakte sie nach. "Nun, es gibt eine Legende, eine Legende von sechsundzwanzig Amuletten, an der Zahl. Einst erschuf sie ein mächtiger Schamane aus meinem Land, den wilden Landen... Er band die Macht von Tieren in diese Amulette. Doch was diese Amulette vermögen, das weiß ich nicht..." gab er zu. Bestürzt sah Soraya Fenlar an. Sie drehte ihre rechte Hand, und starrte auf das Mal. Sie ahnte, was dieses Amulett vermochte, doch so ganz konnte sie es immer noch nicht fassen. Fenlar nahm ihre Hand und besah sich das Mal. "Bei den Alten... Kommt das von diesem Amulett? Es sieht aus wie ein stilisierter Rabe, was bedeutet dies nur...?" murmelte er... und Soraya nickte. Sie unterhielten sich noch eine ganze Weile, beinahe bis in die frühen Morgenstunden, und Soraya war schließlich froh, Fenlar davon erzählt zu haben. Nun wusste sie zumindest alles, was Fenlar darüber wusste. Es war nicht viel Wissen, doch sie nahm sich vor, in de wilden Lande zu reisen, um hoffte, so mehr darüber zu erfahren. Schließlich erhob sie sich, und verabschiedete sich von Fenlar. Sie verabredeten sich für den nächsten Tag, denn sie war so unsagbar müde, aber sie wollte noch so viel mehr erfahren!

Am nächsten Tag trafen sich die beiden erneut. Sie lud ihn in ihre Hütte ein und der Wilde und die Elvoin sprachen wieder miteinander. Sie wusste nun ein wenig Bescheid, ja, doch wie sollte sie den anderen ihr auffälliges Mal erklären? Darauf wusste der kluge und gewitzte Händler eine Lösung. "Erzähl ihnen, du warst bei einem unserer Händler. Wir haben einen Menai in unseren Händlerkreisen. Asis, er sticht mit einer Nadel und Farbe bleibende, schwarze Bilder in die Haut, sogenannte Hautmalereien. Sag deinem Volk, Asis hat dir einen Raben in die Handfläche gestochen, es ist ein Körperschmuck in Menaion, und auch in anderen Teilen der Welt..." Über Sorayas Antlitz huschte ein Lächeln. Das war die Lösung! Nahezu perfekt! Sie bedankte sich tausend Mal bei Fenlar, und auch später noch, als die Händler die Sümpfe längst wieder verlassen hatten, betete Soraya zu Asz'dara, was sie sonst nie tat, weil es die Elvoin sonst gemeinsam taten, und bedankte sich bei der allmächtigen Schicksalsgöttin,dass sie ihr Fenlar gesandt hatte...

Heute lebt Soraya mit dieser Gabe mehr oder weniger recht zufrieden. Sie braucht, dank Fenlars geschickt erklärter Lüge, ihre Hand nicht mehr verstecken, sie hat sich wieder zu der lebenslustigen, jungen Frau gewandelt, die sie einmal war. Mittlerweile hat sie Gewissheit darüber erlangt, dass sie sich mithilfe des Amuletts in einen Raben verwandeln kann. Und ab und an verwandelt sie sich willkürlich in einen Raben, es ist einfach verlockend, von dieser Gabe Gebrauch zu machen. Sie denkt, dass Asz'dara, die Schicksalsgöttin ihr dieses Amulett zugeschoben hat. Es war Asz'daras Wille, dessen ist sich Soraya sicher, und auch, dass die weise und allmächtige Göttin schon einen Grund hat, warum dies so kommen musste...

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