Profil von Eleah

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Benutzername:
Eleah
Gruppen:

Charakter

Name:
Eleah
Alter:
15 Jahre (23 Menschenjahre)
Rasse:
Taurrin/Mensch
Heimat:
Fadrun
Aufenthaltsort:
Mérindar
Waffen:
Dolch

Steckbrief

Hauptaccount: Shandira

Name: Eleah

Alter: Sie ist 15 Jahre alt und entspricht damit etwa einer 23-jährigen menschlichen Frau.

Rasse: Eleahs Mutter ist eine Taurrin, ihr Vater ein Mensch. Sie selbst denkt, ihr Vater käme aus den Nordreichen, doch ihre wirklichen Wurzeln väterlicherseits liegen in der kalten Eiswüste im Norden.

Aussehen
Trotz ihrer geringen Größe von 1,60m fällt Eleah doch immer recht schnell ins Auge eines Betrachters. Die ungewöhnlichen weißen Haare reichen dafür vermutlich schon aus. Sie sind kurz geschnitten, im Nacken gerade lange genug, um sie zu einem kurzen Zopf binden zu können. Eleah ist nicht die Eitelste, sodass sie der eher wilde und zerzauste Haarschopf nicht stört, unter dem deutlich sichtbar die spitzen Ohren stets ein Stück hervor schauen. Die vorderen Strähnen hängen ihr dabei oft in das eher rundliche Gesicht. Denn wie auch ihre Statur, nicht ganz so zierlich wie für Taurrin üblich, sondern etwas kräftiger gebaut, aber dennoch schlank, ist auch ihr Gesicht eher rundlich zu nennen. Dominiert wird es von mandelförmigen, schrägen Augen. Die Iriden sind hellblau und dabei so intensiv wie das Eis im Norden selbst, durchsetzt von weißen Sprenkeln. Die dunklen Pupillen sind bei Lichteinfall nur zwei schmale Schlitze, in der Dunkelheit hingegen zu großen Kreisen geöffnet, wodurch sie Eleah das Sehen in der Dunkelheit ermöglichen. Trifft dann Licht in einem bestimmten Winkel auf ihre Netzhaut, kann man sie schon mal für eine Katze halten, die durch die Nacht streunt. Bei Tage ist Eleah etwas kurzsichtig und auch die Farben der Welt nimmt sie anders wahr als andere Rassen. Sie sieht nicht nur schwarz und weiß oder grau, aber dennoch sieht sie die Welt in anderen Tönen. Die kleine Stupsnase passt sich gut in dem rundlichen Gesicht ein und ihre Lippen sind blass, aber freundlich geschwungen. Bei ihrem Lächeln sind auch die leicht spitzen Eckzähne zu sehen. Ihre helle, blasse Haut und die eisblauen Augen wurden immer ihrem Katzenelfenerbe zugesprochen. Tatsächlich hat sie diese Merkmale aber, wie auch ihre Statur, von ihrem Vater geerbt. Sie hat ein gesundes Selbstbewusstsein, das sich in ihrem offenen Auftreten, mit dem sie problemlos auf andere zugeht, zeigt. Auch wenn sie nicht so grazil wie andere Taurrin ist und es ihr aufgrund des menschlichen Erbes auch an den geschmeidigen Bewegungen fehlt, weiß sie ihren Körper doch einzusetzen. Von ihrem Vater hat sie vermutlich auch die Vorliebe für einfach gearbeiteten Schmuck. Meist sind es nur dünne Lederbänder, die sie um Handgelenke oder Hals bindet und höchstens mit Perlen, Federn oder kleinen formschönen Steinen schmückt.

Eleah mag leichte und lockere Stoffe, die sie in ihren Bewegungen nicht allzu sehr einschränken. Ihre Kleidung begleitet sie zwar schon einige Lebenstage, aber da sie sorgsam mit ihr umgeht, sieht man ihr das tatsächliche Alter kaum an. Normalerweise trägt sie einfache Oberteile aus Baumwolle, wie eine helle Bluse mit gerüschten kurzen Ärmeln, die ihre Schultern und Schlüsselbeine unbedeckt lässt. Eine ähnliche Bluse ist langgeschnitten und an den Oberarmen gerafft. Darüber trägt sie ein einfaches Mieder oder eine Mieder-Weste aus weichem Leder, beides vor der Brust geschnürt. Dazu trägt sie entweder einen einfachen schwarzen oder rötlichen Leinenrock. Außerdem besitzt sie ein einfaches Kleid aus selben Stoff und von dunkelblauer Farbe, das sie ebenfalls über die Blusen tragen kann. Es ist an den Seiten geschnürt, aber sonst nichts Besonderes.
Wenn sie im großen Gasthaus Die Goldene Brücke ihrer Eltern aushilft, trägt Eleah außerdem eine einfache Schürze. An dem Gürtel um ihre Hüfte sind zudem eine lederne Gürteltasche und ein kleiner Dolch befestigt. In der Tasche sind verschiedene Dinge zu finden; wenn sie Glück hatte, ein paar Münzen und ansonsten andere kleine Fundstücke aller Art, die im Gastraum vergessen werden.

An ihren Füßen trägt Eleah einfache Halbstiefel. Außerdem besitzt sie einen grauen Wollumhang mit Kapuze. Diesen trägt sie bei schlechtem Wetter oder an kalten Tagen, wenn sie durch den nahe gelegenen Wald streift. Dann trägt sie auch ihre einzige Hose, der man, im Gegensatz zu ihren Röcken und Kleidern, ansieht, dass sie sehr naturverbunden ist und nicht unbedingt zimperlich.

Waffen
Eleah besitzt einen kleinen Dolch, dessen Klinge aus Stahl gefertigt wurde und der so lang wie ihre zierliche Hand ist. Sie trägt ihn stets an ihrem Gürtel in Griffweite. Zwar ist sie eine freundliche Halbtaurrin, aber nicht allzu naiv, um zu glauben, dass ihr jeder wohlgesonnen ist. Außerdem ist er ihr recht nützlich, wenn sie eigene Pflanzen und Kräuter sammelt.

Charakter
Eleah ist eine sehr aufgeschlossene Frau, die sich vor Neuem und Anderen nicht scheut. Sie begegnet allem und jedem mit einer freundlichen Offenheit. In ihrer Heimat ist sie auch dafür inzwischen gut bekannt. Es gab nie einen Grund für sie, sich zu verstecken oder sich für ihr Äußeres, das sich von den meisten anderen unterscheidet, zu schämen. Sie wurde herzlich in Fadrun aufgenommen, wo noch heute ihre Heimat liegt. Sie hatte nie Probleme damit, sich in eine Gesellschaft einzuleben und anzupassen. Wenn die Umstände nicht zu ändern sind, akzeptiert Eleah diese schnell und passt sich ihnen eben wie selbstverständlich an, was nicht heißt, dass sie schnell resigniert. Die große Akzeptanz, die ihr in ihrer Heimat entgegen gebracht wird, hat auch ihr Selbstvertrauen gestärkt. Bekannte und Freunde gehen mit ihr um, wie mit jedem anderen normalen Menschen auch. Natürlich gibt es auch dort Bewohner oder Reisende, die Eleah misstrauisch beäugen und über die junge Frau tuscheln. Aber diese konnten noch nie etwas an ihrer Freundlichkeit und ihrem positivem Wesen ändern, auch wenn es natürlich keine Frau kalt lässt, unfreundlichen oder gar misstrauischen Blicken ausgesetzt zu sein. Eleah versucht sich damit zu arrangieren und darüber hinweg zu sehen. Schließlich hat sie genug Bekannte und Freunde, die sie sehr herzlich behandeln und die kleinen Zweifel zwischendurch vergessen machen.

Sie selbst tritt jedem Fremden ohne jegliche Vorurteile gegenüber. Einzig bei jenen, wo aus gutem Grund Vorsicht geboten ist, wie Dämonen, von deren magischer Zerstörungswut sie gehört hat, wäre wohl eine Ausnahme von diesem Grundsatz zu sehen. Ansonsten bildet sie sich immer gerne ein eigenes Bild von einer Person, bevor sie voreilige Schlüsse zieht. Auch anderen, in den Nordreichen im Allgemeinen misstrauisch, wenn nicht gar verachtend beäugten Fremden, wie Raeyún oder Drachenerben, tritt sie mehr mit Neugierde als mit Furcht entgegen. Dies liegt vor allem an Aravarns offener Einstellung Fremden und 'Unnatürlichem' gegenüber, mit der er auch Eleah erzog. Ohne ihn hätte sie schließlich auch nie ihre magische Begabung entdeckt. Vermutlich ist es gerade das, was sie so offen über andere, ähnlich mit dem Unwissen und der Angst anderer betroffenen Leute denkt. Sie selbst hütet das Geheimnis um ihre magische Begabung strikt. Nur ihre Eltern und ihr Lehrmeister wissen davon. Ihr Vater schärft ihr noch heute ein, dass sie vorsichtig, gerade in ihrer nördlichen Heimat, damit umgehen muss und wenn es auch nur ein bedeutungsvoller Blick ist, wenn sie sich Verletzten annimmt. Zuerst hatte sie einige Zeit gebraucht, um die Naturmagie als ein Teil von sich anzunehmen und sich in die Hände ihres erfahrenen Lehrmeisters zu begeben. Aber je mehr sie die Magie kennen gelernt hatte, desto mehr schätzte sie sie auch. Trotzdem fühlt sie sich selbst heute noch beim Wirken der Magie unwohl und achtet auf jedes Zeichen des Erkennens ihres Gegenübers, um sich nicht zu verraten.

Eleah ist sehr gesellig und kann sich ein Leben in der Einsamkeit schwer vorstellen. Seit ihrem dritten Lebensjahr lebt sie in Fadrun und weiß von ihrem früheren Leben in der Natur nicht mehr viel. Trotzdem ist sie noch immer sehr naturverbunden und liebt das Umherstreifen in den nahe gelegenen Wäldern und Wiesen. Dann kann man sie auch mal als Einzelgängerin bezeichnen. In der Natur kann sie die Ruhe genießen und die Freiheit, und keiner nimmt es ihr übel oder fragt nach, wenn sie einmal nachdenklich oder nicht so fröhlich wie sonst wirkt. Denn eben jenes wäre nicht gut für das Geschäft. So weiß sie auch ihre durchaus charmante Art und Redegewandtheit einzusetzen, um mit den Gästen umzugehen oder hier und da eine extra Münze durch ein Lächeln zu erhalten.

Ansonsten mag sie nichts lieber als unter anderen Menschen zu sein. Sie ist sehr gastfreundlich und hilfsbereit. Seit sie denken kann, arbeitet sie mit ihrer Familie in der Goldenen Brücke und hat Kontakt zu fremden Reisenden (fast) jeden Volkes. Sie lauscht gerne ihren Geschichten und ihrer Musik, denn sie selbst ist weder für das Eine noch das Andere geboren. Aber sie besitzt eine blühende Fantasie, die von solcher Kunst beflügelt wird. Dadurch hat sie schon viel von Alvarania gehört, wenn auch noch nicht selbst gesehen. Die gehörten Erzählungen, von denen sie schon viel gelernt hat, gibt sie manchmal auch gerne ungefragt wider. Gänzlich naiv ist sie also nicht, was die Welt außerhalb der kleinen Stadt Fadrun angeht. Besonders vorsichtig und misstrauisch kann man sie jedoch auch nicht bezeichnen. Es fällt ihr nicht schwer, Bekanntschaften und Freundschaften zu schließen. Sie ist sehr offen, was Beziehungen angeht und hat in der Regel nichts gegen die Unbeständigkeiten diesbezüglich, die ihr Leben mit sich bringt. Fremde kommen und gehen. Für Eleah ist das und alles was dazu gehört, wie engere Bindungen von kurzer Dauer, Normalität. Sie hat jedoch viele Freunde, die einen festen Platz in ihrem Leben und Herzen einnehmen.

Sie ist sehr freiheitsliebend und verabscheut daher jedes Handeln, das auf Gegenteiliges abzielt. Wie Gefangenschaften verabscheut sie auch Ungerechtigkeit und würde sich für jemand ungerecht Behandelten einsetzen, sofern es in ihrer Macht steht. Denn lebensmüde ist die junge Katzenelfe auch nicht zu nennen. Sie kennt sich und ihre Grenzen und ist nicht übermütig oder temperamentvoll genug, um diese unüberlegt zu ignorieren. Insgesamt ist sie sehr friedliebend und geht ernsthaften und gefährlichen Konfrontationen lieber aus dem Weg und lässt diese Dinge Personen lösen, die dazu fähig sind. Sie ist keine Kämpferin und möchte auch keine sein.

Eleah lässt sich jedoch schwer bevormunden und in ihren Willen einschränken. Selbst gut gemeinte Ratschläge ihrer Mutter treffen oft auf taube Ohren oder miesgelaunte Blicke, womit diese schon immer zu kämpfen hatte. Ihre Tochter hat eben ihren eigenen Kopf und vertraute schon immer eher ihren eigenen Erfahrungen als denen anderer. Wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hat, kann sie ziemlich stur werden. Im Grunde meint sie aber nichts böse. Zwar hat sie einen kleinen Sturkopf, aber sie ist auch sehr anpassungsfähig. Das hilft ihr dabei, mit Fremden umzugehen und meistens den richtigen Ton zu treffen. So entschärfte sie schon öfter Situationen mit einem auflockernden Spruch oder vermittelte zwischen zwei Streithähnen, bevor es zu Schlimmeren kommen könnte. Sie konnte schon immer gut mit anderen Menschen umgehen und ist dadurch oft ein Ruhepunkt für andere. Durch ihre einfühlsame und verständnisvolle Art gelingt es ihr oft im Umgang mit anderen die richtigen Worte und Taten zu wählen. Für Eleah ist das Leben nämlich viel zu kurz, um es mit unnötigen und belastenden Streitereien zu vergeuden. Deshalb kann man sie auch nur schwer provozieren. Bisher ist dies selten vorgekommen, da sie recht wohlbehütet aufgewachsen ist. Manche beäugten sie misstrauisch und machten ihren Unmut auch durch Worte klar. Aber sie ist noch immer eine junge, zuvorkommende Frau, die sich bisher nicht zum Ziel von Spott und Argwohn machte und die es zu provozieren auch nicht lohnt. Ihre Familie geht ihr natürlich über alles und das ist vermutlich auch der einzige wunde Punkt, den man treffen könnte. Beim ersten mal ist Eleah noch gewillt, der Harmonie Willen, darüber hinweg zu hören. Bei einer zweiten Provokation kann sie jedoch sehr ungemütlich werden, egal ob es sie persönlich oder ihre Familie und Freunde betrifft. Dann zeigt sich ihr Beschützer- und Gerechtigkeitssinn am stärksten und sie kann schon einmal sehr laut oder gar handgreiflich werden, wobei dies dann schon die Antwort auf mehrere, gezielte und bösartige Provokationen wäre. Schon einige Male verwies sie dreiste Reisende deshalb ins Freie, auch wenn erst ihr Vater nachhelfen musste, damit diese auf seine junge Tochter hörten. Ähnliches gilt für die Handlungen von Gästen, die über ihren Durst tranken und sich ein ums andere mal lautstark und pöbelnd daneben benahmen oder Eleah als Objekt ihrer Begierde auserkoren. Diese versucht über solch ein Benehmen stets hinweg zu sehen, schließlich ist die Goldene Brücke nicht für seine Stille und Zurückhaltung bekannt. Wenn es ihr zu weit geht, macht sie dies jedoch auch deutlich klar, denn so gern sie sich mit ihnen unterhält, so gerne ist sie auch Herr ihres eigenen Körpers und Willens. Im Aushalten lästiger Kommentare sieht sie jedoch eher eine Chance, einige Münzen dazu zu verdienen.

Besondere Ziele und Wünsche für ihr Leben hat Eleah nicht. Sie möchte weiterhin ein friedliches Leben führen, irgendwann vielleicht einmal eine eigene Familie gründen und für die ihre da sein. Andererseits schlägt in ihr das Herz einer Neugierigen, die auch gerne mehr von der Welt sehen wollen würde. Bisher fehlte jedoch der Anlass dafür, vage Reiseideen in die Tat umzusetzen. Sie denkt, dass eine Reise allein zu gefährlich für eine junge Frau wie sie sein würde. Da sie stets wohlbehütet aufwuchs, hat sie auch vor nichts Bestimmten Angst, außer dass man ihr ihr Leben auf grausame Art und Weise nehmen oder sie entführen und gefangen nehmen würde. Die Fremde macht sie jedoch mehr neugierig, anstatt sie zu ängstigen. Ansonsten besitzt sie eine gesunde Vorsicht vor allem Unbekannten und gefährlich Anmutenden.

Eleah ist ebenso wie ihre Mutter nicht gläubig. Zwar glaubt ihr Vater an die 7 Götter und vermittelte ihr auch ein großes Wissen über diese, allerdings fiel es Eleah immer schwer, an eine höhere Macht zu glauben. Im Gasthaus schnappt sie immer wieder Gerüchte und Geschichten über die politische Situation verschiedener Gebiete auf. Die Lage zwischen Mérindar und Arcanis betrachtet sie sorgenvoll und hofft auf eine gute Wendung des Konflikts. Für politische Intrigen und Kämpfen hegt sie ansonsten keinerlei Symphathie.

Andere Träume, als den den jeder junge Mensch träumt, sich einmal von seinen Eltern zu lösen und die Welt zu bereisen, hat sie nicht. Des Nachts träumt sie oft denselben Traum. Von einem Ort, an dem sie noch nie war, von der Eiswüste im Norden, von der sie schon oft von Reisenden gehört hat. Aber das ist wohl nur ein nächtlicher Traum und nichts weiter.

Fähigkeiten
Eleah hat die Instinkte und Fähigkeiten der Taurrin geerbt. Sie ist sehr wachsam und reagiert in Menschenaugen unglaublich schnell auf Geräusche und Bewegungen. Auch Gerüche nimmt sie immer ein wenig eher wahr als andere Menschen. Außerdem ist sie sehr beweglich und flink. Sie kann schnell und ausdauernd rennen und ist in ihrer Kindheit oft auf Bäume geklettert oder war in der Natur unterwegs, um sich auszutoben. Sie ist zwar kräftiger als sie aussieht, aber gegen einen ausgewachsenen Menschen würde sie im Ernstfall kaum etwas ausrichten können. Das Taurrinerbe führt jedoch auch dazu, dass sie die Farben der Welt in anderen Tönen sieht, auch wenn sie nicht gänzlich farbenblind ist. Im Hellen ist sie außerdem leicht kurzsichtig. Im Dunkeln jedoch kann sie dafür fast so gut sehen wie ein Mensch am Tage. Dann sind die Konturen von Objekten für Eleah scharf erkennbar.

Sie beherrscht die Sprachen Waldelfisch und Coreonisch. Seit sie in Fadrun lebt, hat sie Coreonisch erlernt, während Waldelfisch ihre Muttersprache ist und sie in dieser noch oft mit ihrer Mutter redet. In der wenigen freien Zeit lernte sie von ihr und ihrem Vater auch lesen, schreiben und rechnen. Einige Male investierten ihre Eltern in einen Wanderlehrer, der Fadrun besuchte. Insgesamt war die Lehrzeit aber viel zu kurz, sodass Eleahs Kenntnisse nur rudimentär sind und sie eine Weile bräuchte, um einen Text zu schreiben oder zu entziffern. Rechnen hingegen beherrscht sie etwas besser, da sie dies im Alltag am meisten anwendet.

Ihre Stärken liegen allgemein eher im täglichen Geschäft. Im Gasthaus ihrer Eltern bedient sie vor allem die Gäste. Sie hilft jedoch auch ab und zu in der Küche aus, wodurch sie eine passable Köchin geworden ist. Dazu gehört auch, dass sie weiß, wie man Tiere häutet und ausweidet, um sie für die Nahrungszubereitung vorzubereiten. Sie hat jedoch keinerlei Jagdkenntnisse. In der Wildnis würde sie kein Tier erjagen oder verfolgen können, denn auch das Spurenlesen beherrscht sie nicht.

Ihre Mutter unterrichte sie in der Behandlung von Wunden, was sich jedoch vor allem auf die Erstversorgung begrenzt. Eleah kann Wunden abbinden, Verbände legen und Wunden nähen. Sie weiß auch theoretisch, wie man Verrenkungen einrenkt und Bisswunden von giftigen Tieren behandelt. Außerdem kann sie mit Heilsalben und Kräutern umgehen, um die Wundheilung zu unterstützen. Selbst Salben herstellen kann sie jedoch nicht. Sie nutzt auch nur die Pflanzen rund um Fadrun, selten auch einmal die Kräuter ihrer Mutter aus den Wäldern von Sieryan. Von den meisten Pflanzen, die in der Nähe Fadruns wachsen, kennt sie auch die negativen, wie giftige Wirkungen und weiß dadurch, welche Pflanzen essbar sind und welche nicht. Allerdings kennt sie bei weitem nicht alle Pflanzen, sondern eher die üblichen, die sie normalerweise bei leichten Verletzungen oder Symptomen einer Krankheit anwendet. Über die Jahre hat sie einige Pflanzen und Kräuter angesammelt, die sie ab und zu gebrauchen kann. Fehlende Pflanzen oder Kräuter kauft sie, wenn sie nicht weiß, wo genau sie wachsen oder nicht die Zeit hat, um sie aus nahen Wäldern und Wiesen zu besorgen. Eleahs Wissen über die Behandlung von Wunden ist jedoch sicherlich ausbaufähig. Sie kann weder Knochenbrüche einrenken noch chirurgische Eingriffe durchführen. Ihre Kenntnisse hat sie generell in ihrem Leben zu wenig angewendet, um sich eine Heilerin mit umfassendem Wissen nennen zu können. Für alltägliche Wunden wie Schnittwunden oder das Senken von Fieber reicht es aber meist.

Eleah selbst war bisher selten krank und scheint ein starkes Immunsystem zu besitzen. Auch klimatische Veränderungen beeinträchtigen sie nicht so stark wie andere. Vor allem aber friert sie nicht so schnell, als würde ihr die Kälte nicht viel anhaben können. Sie kann nähen und löchrige Kleidung stopfen. Da sie nicht im Reichtum lebt, ist das öfter einmal von Nöten. Es stört sie jedoch keineswegs. Sie ist so aufgewachsen und weiß durchaus das wenige Geld zu kalkulieren und damit auszukommen. Sie saß schon einige Male auf einem Pferd, konnte sich aber bis heute nie so recht daran gewöhnen. Das Sitzen auf dem wackligen Tier verunsichert sie mehr, als dass es für ihre Aufgaben einen Nutzen bringt. Lieber läuft sie zu Fuß querfeldein durch die Natur als zu reiten, was ihr keinen Spaß macht. Sie ist eine passable Schwimmerin, hat aber auch darin kaum Übung. Durch die wenigen Stunden im nahe gelegenen kleinen See würde sie sich wohl über Wasser halten können, wenn auch keine elegante Figur dabei machen. An den Stellen, an denen der Aras an Fadrun vorbei führt, war die Strömung des Flusses immer zu stark, um im 'richten Wasser' zu schwimmen.

Sie interessiert sich sehr für Kunst und besitzt ein gutes Auge für schöne Dinge. So versucht sie sich auch gerne mal selbst darin, einfachen Schmuck herzustellen oder die Bilder in ihren Kopf mit Tinte auf Papier zu zeichnen. Sie kann jedoch weder musizieren noch ist sie eine begabte Sängerin. Sie kann zwar ein wenig tanzen, ihre Fähigkeiten würden aber keiner Festlichkeit gerecht werden. Dafür besitzt sie ein gutes, handwerkliches Geschick. Sie ist nicht zimperlich und half ihrem Vater schon oft bei kleineren Reparaturarbeiten am Haus oder an der Einrichtung. Daher kommt wohl auch ihr Interesse für schöne Architektur.

Eleah besitzt zwar einen Dolch, aber diesen nutzt sie nur zur Verteidigung und trägt ihn zum Schutz bei sich. In einem Kampf wäre seine Benutzung daher eher als Verzweiflungstat anzusehen. Sie kann mit keinen anderen Waffen umgehen. Zwar hat ihr ihre Mutter ein paar Mal den Umgang mit der Schleuder gezeigt und verschiedene Wanderer zeigten ihr die Technik des Bogenschießens. Nichts davon hat sie aber ernsthaft gelernt.

Magie/Zauber
Eleah verfügt über eine nur schwach ausgeprägte naturmagische Begabung, von der sie weiß und die sie bewusst einsetzen kann. So weiß sie inzwischen auch, dass sie die Magie besser zu fassen bekommt, je mehr sie diese wirken will. Unabhängig davon, ob sie eine verletzte Person sympathisch findet oder nicht, zählt hier alleine der Wille zu heilen. Ob sie tatsächlich der betroffenen Person aus tiefstem Herzen heraus helfen möchte, spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle; kann aber natürlich den Willen, die Magie anzuwenden, durchaus beeinflussen. Mit der Naturmagie gelingt es ihr das Blut kleinerer Wunden, wie Schnittwunden, zu stillen oder andere Symptome wie Fieber oder Kopfschmerzen zu lindern. Dazu muss sie die Wunde oder schmerzende Stelle berühren. Durch Augenkontakt mit dem Verletzten gelingt es ihr außerdem besser, die Beschwerden zu lindern. Bis heute übt sie daran, ihre Gabe auch bei großen Wunden und in einem unruhigen Umfeld einzusetzen. Dann meist an Verletzte, die oftmals nicht ahnen, dass Eleah versucht ihren Geist zu beeinflussen, um die Wundheilung zu unterstützen. Sie hat schon Geschichten darüber gehört, dass andere Naturmagier den Schmerz selbst spüren, den sie heilen. Bei ihr war dies bisher nicht der Fall, was aber auch daran liegen mag, dass sie noch keine großen und tieferen Wunden zu heilen vermag.

Unter Aufsicht hat Eleah ihre Magie schon ein paar Mal ausgereizt. Dabei gelang es ihr auch das Blut, das aus einer Dolchwunde am Bein floss, allein durch ihren Willen zu stillen. Danach war sie jedoch sehr erschöpft und konnte für ein paar Tage nicht mehr auf die Magie zurückgreifen. Aufgrund ihres Katzenelfenerbes wird sie immer nur halb so gut in der Magie sein können wie ein Mensch und ihre Magie ist auch entsprechend weniger ausbaufähig.

Andere naturmagische Begabungen besitzt sie nicht. Sie träumt des Öfteren denselben Traum. Ein Traum vom Norden, von Eis und Schnee, wo der Himmel so blau ist, wie sie ihn noch nie gesehen hat. Dann sieht sie Häuser in der Kälte stehen und ein Gebirge, das am Horizont thront. Bisher hält sie diesen Traum aber auch nur für einen normalen Traum. Sie erkennt dessen Bedeutung nicht und es ist nicht klar zu sagen, ob es nur eine instinktive Ahnung ihrer Herkunft ist oder etwas mit Magie zu tun hat. So oder so, Blicke in die Zukunft oder in die Vergangenheit kann sie nicht werfen. Auch andere Mächte, vor allem das Lesen von Gefühlen und Gedanken anderer, sind ihr vollkommen versagt und werden ihr auch nie offen stehen.


Vergangenheit
Eleah wurde vor 15 Jahren im nördlichen Wald von Sieryan geboren. Ihre Mutter Tamika, eine junge und neugierige Taurrin, die stets durch die Wälder streifte, traf ein paar Monate zuvor ihren Vater Aravarn, der sich auf einer kurzen Reise durch die Wälder befand. Eleah kann sich an ihre ersten Lebensjahre nicht erinnern, aber laut den Erzählungen ihrer Mutter zogen sie zwei Jahre nach ihrer Geburt zu ihrem Vater nach Fadrun, um das Leben für alle Beteiligten zu erleichtern. Ihre Mutter, die nicht zum ersten Mal eine Stadt der Menschen betrat, lebte sich schnell in die neue Umgebung ein und engagierte sich auch schon bald in der Goldenen Brücke, das Gasthaus, das schon Aravarn Vorfahren geführt haben. Dies ist die Geschichte, die Tamika ihrer Tochter erzählte und die nicht gänzlich der Wahrheit entspricht. Tatsächlich heißt Eleahs leiblicher Vater Noatak und stammt aus der Eiswüste. Eine Händlerreise in den Osten, auf der er seinen Bruder vertrat, und die daraus resultierende Neugierde auf den Rest der Welt, führte in damals in den Süden der Nordreiche. Damals erzählte er Tamika, seine Gründe für seinen Aufenthalt wären Persönliche und es war auch nicht wichtig, denn ihr Zusammentreffen war reiner Zufall. Er war bereits fünf Jahre in den Nordreichen und bereitete seine Reise zurück nach Norr Bharrak vor. Das Eine führte zum anderen und als er den Osten Alvaranias verließ, um zurück in die Heimat zu gehen, da wussten sie beide nicht, dass Tamika bald ein Kind von ihm erwarten würde.

Sie zog die kleine Eleah alleine auf. Sie hatte weißes Haar und die blasse Haut und intensiven Augenfarbe konnte man ruhig dem Taurrinerbe zuschreiben, auch wenn es nicht ganz stimmte. Tamika konnte und wollte Noatak nicht hinter her reisen, denn für beide war klar gewesen, dass die Nacht im Sieryan nichts zu bedeuten hatte. Sie beide hatten einen festen Platz in der Welt und Tamika wäre niemals so weit weg in den Norden gezogen. Aravarn lernte sie erst zwei Jahre später kennen. Eleah war schon damals ein fröhliches Kind, das wie ein kleiner Wirbelsturm durch den Wald jagte und ihre Mutter auf Trab hielt. Sie freundete sich schnell mit dem Mann aus Vahénnya an, der ihrer Mutter schöne Augen machte. In diesen Mann verliebte sich Tamika und folgte ihm in den Süden Mérindars, nicht weit von ihrer eigenen Heimat entfernt.

Eleah war zu klein, um all das mitzubekommen. Noch heute denkt sie, dass Aravarn ihr Vater ist. Schließlich war er in ihrer Erinnerung schon immer da und ein liebevoller Vater, wie man sich ihn wünschte. Tamika brachte es nie übers Herz, ihrer Tochter die Wahrheit zu sagen. Sie freute sich, einen Mann an ihrer Seite zu haben und Aravarn und Eleah verstanden sich von Anfang an sehr gut und diese Beziehung wollte sie nicht zerstören. Außerdem wollte sie Eleah nicht das Herz brechen, wenn sie die Fragen beantworten musste, wo ihr Vater war und wieso er damals einfach gegangen war. Nach vielen Jahren wurde es dann auch nicht einfacher, diese Lüge endlich aufzuklären und so lebt Tamika mit der Nervosität, wenn ihre Tochter sie nach ihrer Vergangenheit ausfragt. Aravarn indes mischte sich dabei nie ein, sah er Eleah doch als seine eigene Tochter an, aber das Erzählen der Wahrheit überlässt er Tamika.

Unabhängig von ihrem Unwissen hatte Eleah eine wundervolle Kindheit. Wie ihre Mutter nahm man auch sie in Fadrun gut auf. Aravarn war ein geschätzter Mann in der kleinen Stadt und sein besonderes Gasthaus Die Goldene Brücke, das direkt an der Brücke liegt, die über den Aras führt, war schon immer von großem Wert für die Gesellschaft. Daher lernten auch die letzten Zweifler die Taurrin zu akzeptieren und jeder behandelte sie bald wie jeden anderen Einwohner. Eleah hatte keinerlei Probleme damit, sich einzuleben und mit anderen Kindern anzufreunden. Sie fand immer etwas zu tun, wobei sie ihre überschüssige Energie loswerden konnte. Wenn sie nicht mit Freunden durch die Straßen tobte, dann fand man sie im nahe gelegenen Wald. Die Naturverbundenheit ist ihr noch heute geblieben. Ansonsten rannte sie auch schon einmal quer durch den Gastraum, wenn dort nicht gerade Reisende waren, die ihr von der fremden Welt erzählen konnten, denn diese Geschichten hörte sie schon immer gerne und auch neugierig und wissbegierig war sie stets gewesen.

Tamika hatte mehr Probleme damit, sich in eine feste Gesellschaft einzuleben, auch wenn man es ihr nicht sofort anmerkte. Sie war das Leben als Einzelgängerin in der freien Natur gewohnt. Was ein Leben in einer Stadt voller Menschen für sie bedeutete, die es, anders als Eleah, nicht von klein auf gewohnt war, konnte man nur erahnen. Aravarn bekam davon wohl noch am meisten mit, auch wenn es ihm zeitweise schwer fiel, zu tolerieren, dass seine Gefährtin erst spät nach Hause kam oder sich den ganzen Tag nicht blicken ließ. Zuerst trieb ihn die Sorge nach seiner Frau auf die Suche nach ihr. Wer wusste schon, ob ihr nicht etwas zugestoßen war. Später, nachdem sie ihm erklärt hatte, wie einengend dieses Leben an manchen Tagen für sie war, trieb ihn nur noch die Sorge um ihr Wohlbefinden. Statt im Gastraum zu helfen, kochte sie in der Küche, wo sie meistens nur wenige Personen um sich herum hatte. Andererseits gab Aravarn ihr die Freiheit, nicht immer und täglich zu helfen und hoffte so, Tamika bei sich halten zu können.

Sobald Eleah alt genug dafür war, half sie mit im Gasthaus ihrer Eltern aus, auch wenn es ihr zunächst nicht gefiel, den Boden und die Möbel zu putzen oder in der Küche zu helfen, anstatt draußen zu sein und mit anderen Kindern zu spielen. Sowohl Tamika als auch Aravarn fanden es jedoch wichtig, dass sie sich langsam in das Geschäft einlebte, auch wenn sie zu Anfang nur Kleinigkeiten zu erledigen hatte. Tamika war es wichtig, dass sich Eleah an diese Umgebung gewöhnte, auch wenn sie selbst oft mit dem Gedanken spielte, zurück in die Wälder von Sieryan zu kehren. In Fadrun jedoch lebte Aravarn, mit dem sie eine tiefe Liebe verband. Außerdem bot ihr die Stadt eine Bequemlichkeit und das gemeinsame Leben mit Aravarn ungewohnten Luxus, gegen die sie nicht gänzlich immun war. Je mehr Eleah in dieser, Tamika immer noch leicht befremdlichen, Welt aufblühte, desto mehr versuchte die Taurrin, dieses Leben ebenfalls anzunehmen. Die regelmäßigen freien Stunden von Fadrun und allen Verpflichtungen trugen ihren Teil dazu bei. Trotzdem blieb doch immer ein Restzweifel, ob sie für immer in Fadrun bleiben und nicht doch zurück in die Heimat kehren würde. Aravarn dachte, es wäre ein gesundheitliches Problem, doch tatsächlich sorgte Tamika mit ihren Kräuterkenntnissen dafür, dass sie nicht schwanger werden würde. Ihrem Gefährten schien das, zumindest äußerlich, nichts auszumachen. Vielmehr schien dieser Umstand seine Bindung zu Eleah zu stärken. Tamika, die die Menschen inzwischen mehr verstand, wollte kein Kind, das sie irgendwann vielleicht einmal seinem Vater entreißen musste.

Die wenige Zeit, die sie hatten, nutzen sie, um der Kleinen lesen, schreiben und rechnen beizubringen. Dafür bezahlten sie auch unregelmäßig einen Wanderlehrer, der Fadrun besuchte, auch wenn es ihnen allen drei zu Anfang schwer fiel, Eleah zu bändigen und zum Stillsitzen und Zuhören zu bewegen. Mit 4 Jahren glich sie einem 6-jährigen Mädchen und hatte natürlich andere Dinge im Sinn. Fortschritte in der Lehre waren daher auch erst in späteren Jahren wirklich sichtbar.

Erst mit etwa 7 Jahren, damals konnte man sie mit einer 10-Jährigen vergleichen, begann sie ernsthaft damit, Gäste zu bedienen, die vor den Abendstunden ins Haus kamen. Zu diesem Zeitpunkt begann ihre Mutter auch, sie in die Behandlung von Wunden einzuweisen, etwas, wobei sie ihre Kenntnisse in der Pflanzenkunde anwenden konnte und was ihr ein Gefühl von Heimat gab. Leicht verletzte Reisende wandten sich stets an Tamika, die die Wunden zumeist zu versorgen wusste. So sparten sie sich den Weg quer durch die Stadt zu einem ansässigen Heiler und konnten sich bei einem Bier verarzten lassen. Eleah fiel es leichter, das praktische Wissen aufzunehmen und selbst anzuwenden. Über die Jahre lernte sie viele Kniffe ihrer Mutter, auch wenn diese sie über die Jahre des Lernens immer wieder korrigieren musste oder sie auch einmal genervt zur Seite schob, um einem quängelnden Reisenden schneller und effektiver zu helfen. Alles in allem war Eleah jedoch eine gute Schülerin, die sich auch über die Ausflüge in die Wälder freute. Dort zeigte ihr ihre Mutter die Pflanzen und Kräuter der Umgebung und unterrichtete sie über ihre heilende oder ruhig stellende Wirkung, wobei sie regelrecht aufblühte. Sie selbst war keine Expertin auf diesem Gebiet, aber sie hatte viel von den Elfen im Wald von Sieryan gelernt und auch ihre eigenen Erfahrungen über die Jahre gesammelt. Eleah konnte man deshalb nie ganz von den Wiesen und Wäldern der Welt lösen. Sie fand immer einen Grund, durch die Wälder um Fadrun zu streifen. Trotzdem kapselte sie sich nicht von der Gesellschaft ab, sondern blieb ein festes Mitglied in dieser. Sie pflegte ihre Freundschaften wie andere Kinder auch und wuchs heran.

Sie war etwa 9 Jahre alt, entsprach damit einem etwa 14-jährigen Menschenmädchen, als sie eines Tages ihrem Vater dabei half, Reparaturen am Mobiliar des Gasthauses durchzuführen. Die Gäste der Goldenen Brücke waren vor allem in den Abendstunden laut, betrunken und die Mehrheit nicht sehr umsichtig. So ging schon einmal schnell eine Bank oder ein Tisch kaputt. Aravarn legte viel Wert darauf, das Haus in gutem Zustand zu belassen und sich schnellst möglichst um Reparaturen zu kümmern. Als er wie so oft Unterstützung von Eleah dabei bekam, war er auch zugegen, als sie sich selbst in einem unachtsamen Moment mit einem Messer schnitt, das sie benutzte, um die Nägel aus dem Holz zu ziehen, dann aber abrutschte und sich in die Fingerkuppe schnitt. Aravarn eilte schnell zu ihr und fragte sie, ob alles in Ordnung sei. Der Schnitt war tief, aber Eleah merkte es kaum. Sie sagte, das würde schon wieder und dass es wie immer schlimmer aussah, als es war. Ihr Vater wusste bis dahin nichts davon, doch Eleah hatte sich schon oft geschnitten oder leicht verletzt, wobei ihr selbst aufgefallen war, dass es vermutlich mehr schmerzen müsste, aber dass das nicht der Fall war. Aravarn irritierte dieses Verhalten sichtlich und er begann, sie etwas darüber auszufragen. Er war ein offener Mensch, der sich viel in Fadrun herum hörte, mit den Leuten redete und viel vom allgemeinen Geschehen mitbekam. Er war mehr neugierig als misstrauisch und so hatte er sich noch nie groß vor Naturmagiern gescheut, auch wenn er nicht darüber redete, denn das tat man in den Nordreichen selten. Er beließ es an diesem Tag dabei und Eleah hatte den Vorfall schnell wieder vergessen. Nach zwei Tagen war der Schnitt verheilt und auch die Narbe verblasste mit der Zeit. Ihr Vater bestand darauf, dass sie ihn begleitete, als er ein paar Tage später zum alten Fangrul ging, um „etwas zu erledigen“. Fangrul lebte schon lange in Fadrun, aber eher abgeschieden in einem kleinen Haus. Eleah wusste nicht, wie alt er war, aber ihrer Meinung nach war er schon so alt gewesen, als sie noch ein Kind gewesen war. Er war ein guter Freund ihrer Eltern, Eleah selbst hatte bis dahin aber kaum etwas mit ihm zu tun gehabt.

Während sie ihren inzwischen abgekühlten Tee trank, fragte sie sich, wann sie denn endlich erledigen würden, weshalb sie gekommen waren. Aber ihr Vater machte keinerlei Anstalten aufzustehen und sich an die Arbeit zu machen. Stattdessen bat er sie nach etlichen Minuten Fangrul von dem Schnitt vor ein paar Tagen und den anderen Verletzungen in der Vergangenheit zu erzählen. Auch da begriff Eleah noch nicht, was das Ganze zu bedeuten hatte. Sie erzählte Fangrul davon und beantwortete die Fragen, die er stellte und die ihr so merkwürdig vorkamen. Wieso war es so wichtig, was sie fühlte und dachte, wenn sie sich verletzt hatte oder wenn sie die Kranken versorgte? Natürlich hoffte sie immer, mal mehr, mal weniger, dass es dem Anderen schnell wieder besser ging. Den Zusammenhang zwischen der Stärke dieses Gedanken und der tatsächlichen Schnelligkeit der Heilung verstand sie erst später, als sie Fangrul schon regelmäßig besuchte und mehr über die Naturmagie wusste.

Der lange Nachmittag war anstrengend gewesen und Eleah verbrachte den Abend nicht im Gastraum, sondern in ihrem Bett. Sie dachte lange über diesen Tag nach und über die Worte Fangruls, über die Naturmagier, von denen er ihr erzählt hatte und dann, als auch sie es endlich begriff, was er über die Magie in ihr dachte. Wo sie nichts Besonderes gesehen hatte, war Aravarn seinem Instinkt gefolgt und hatte die naturmagische Begabung entdeckt. Eleah wusste zuerst nicht so recht, was sie davon halten sollte. Fangrul meinte, dass ihre Begabung vermutlich schwächer war, als bei anderen Menschen, aber dennoch ausbaufähig. Seiner Meinung nach sollte man diese Begabung nicht verschwenden, sondern fördern. Eleah hatte vorerst keine Meinung dazu, aber die Geschichten über Magier hatten ihr immer mit am meisten gefallen. Wer träumte nicht davon, Magie zu wirken und in die Welt zu ziehen, um mit ihr Monster zu bezwingen. Eleah wusste natürlich auch, dass das nur Geschichten waren und nicht der Realität entsprachen. Ihrer Fantasie machte dies jedoch nicht viel aus. Vermutlich bildete sie es sich nur ein, doch in den folgenden Tagen kam es ihr so vor, als würden nun erstrecht die bisher einzelnen, leicht Verletzten vermehrt zu ihrer Mutter kommen und über Schmerzen klagen, die mit der Naturmagie leichter gemindert werden könnten. Dann stellte sich Eleah vor, wie es wohl wäre, wenn sie die Magie dazu benutzen würde und je öfter sie dies tat, desto öfter verspürte sie ein Kribbeln, das sich durch ihren Körper bis in die Fingerspitzen bewegte.

Es dauerte nicht lange und sie beschloss, dass es ein Versuch Wert war. Fangrul hatte ihr Mut gemacht und angeboten, dass sie zu ihm kommen könne, wenn sie Fragen hatte oder etwas über die Magie lernen wollte. Ihre Mutter war der ganzen Sache zwar etwas misstrauischer gegenüber, aber erlaubte es dennoch, so lange sie ihre anderen Pflichten in der Goldenen Brücke nicht vergaß. Und so besuchte sie mehrmals in der Woche Fangrul. Meistens ging sie vormittags zu ihm, denn am Nachmittag wurde sie im Gasthaus gebraucht und auch Fangrul war es recht gegen Abend seine Ruhe zu haben. Er selbst war bei Weitem kein Meister-Naturmagier. Aber auch er besaß verschiedene Begabungen und da er Eleah schon immer gemocht hatte und es außerdem interessant fand, herauszufinden, wie viel Potenzial in ihr steckte, nahm er sich ihren Fähigkeiten an. Er übte jedoch nicht nur mit ihr, die Magie in sich zu spüren, sich ganz genau darauf zu konzentrieren, um sie abzurufen. Er bläute ihr auch die Gefahren ein, mit denen ein Naturmagier, ebenso wie Drachenerben und Raéyun rechnen mussten. Glücklicherweise waren nicht nur er, sondern auch ihre Eltern Neuem gegenüber etwas offener. Trotzdem betonte er in den folgenden Jahren immer wieder, dass sie vorsichtig sein musste und ihre Begabung nicht jedem unter die Nase binden sollte. Nur jenen, denen sie wirklich vertraute, sollte sie davon erzählen. Tatsächlich brachte ihr Fangrul so viel mehr bei. Manchmal saß sie nur da und lauschte seinen Geschichten, denn ursprünglich stammte er aus Merridia und war als junger Mann fortgegangen, um die Welt zu erkunden. Er selbst hatte seine Magie bei einem wandernden Naturmagier erlernt und war jahrelang mit ihm durch die Nordreiche gezogen. Er erzählte viel und gerne von seinem Leben, und Eleah hörte ihm gerne zu. Manchmal wies er sie jedoch zurecht, dass sie nun weiter arbeiten müssten, und brachte ihr verschiedene Techniken bei, um die Magie zu nutzen. Anfangs legte er den Schwerpunkt auf die Linderung, gab es doch schon Anzeichen dafür, dass ihr diese Zauberei liegen würden. Und tatsächlich fruchteten diese Versuche am Meisten, auch wenn es ihr unheimlich schwer fiel, still zu sitzen und sich allein auf die Magie zu konzentrieren und alles andere auszublenden. Oft suchte sie sich ruhige Plätze in der Natur, wo sie ungestört und unbeobachtet von Fangrul war, der sie doch immer nervös machte. Dann gelang es ihr auch einfacher, wieder zurück zu diesem magischen Kribbeln zu finden. Es dauerte jedoch jedes Mal sehr lange und zu Beginn reichte schon der Schrei eines Adlers im Himmel, um sie aus ihrer Konzentration zu bringen. Außerdem erschöpfte sie diese gänzlich andere geistige Anstrengung schnell und sie musste die Übungen wegen Kopfschmerzen abbrechen. Es waren langsame, aber stetige Fortschritte, die Fangrul schneller zu sehen schien. Denn er motivierte sie immer wieder und versprach ihr, dass sich die Arbeit lohnen würde, wenn sie denn immer noch diese, der Heilung ähnlichen Fähigkeit erlernen wollte. Denn das war in seinen Augen am Wichtigsten.

Auch wenn Eleah am Liebsten den ganzen Tag und trotz der Rückschläge bei Fangrul geblieben wäre, warteten auch noch andere Pflichten auf sie. Mit 10 Jahren, etwa einem 15-jährigen Menschenmädchen gleich, musste sie nun auch abends in der Goldenen Brücke aushelfen. Das war für sie anstrengender, denn abends war das Gasthaus bis auf den letzten Platz voll und dementsprechend laut. Die vorzugsweise männlichen Gäste waren oft ruppiger und betrunkener, auch wenn es Ausnahmen gab. Eleah lernte erst über die Jahre, damit umzugehen. Dachte sie zuerst, dass ihre Mutter deshalb lieber in der Küche blieb, wurde ihr, je älter sie wurde, klarer, was ihre eigentlichen Beweggründe waren. Sie selbst fühlte sich mit der Natur sehr verbunden und konnte deshalb ihre Mutter verstehen, wenn sie wieder einmal den Tag nutze, um für sich zu sein. Aber Eleah fühlte sich inzwischen auch fest mit Fadrun verbunden und konnte sich ein Leben in den Wäldern nicht vorstellen. Mit der Zeit versuchte sie wie Aravarn, ihre Mutter zu unterstützen und übernahm manchmal ihre Aufgaben, damit sie ihre Zeit für sich hatte. Denn wenn ihre Mutter Fadrun verlassen würde, hätte auch sie keine andere Wahl. Obwohl sie sich sicher war, dass vor allem Aravarn der Grund war, wieso Tamika blieb.
Eleah gefiel jedoch die Stimmung in dem Gasthaus immer gut, die Mischung aus den vielen Reisenden, Fremden und Einwohnern, die regelmäßig vorbei kamen. Ihr Vater organisierte mehrmals die Woche große Auftritte von Tänzern, Musikern und anderen. Auch Akrobaten waren dabei, Zauberkünstler und alle exotisch anmutenden Artisten wie Schlangenmenschen, die man sich vorstellen konnte. Aravarn sorgte stets für gute Unterhaltung und die Möglichkeit, dem Glücksspiel an einen der großen runden Tische nachzugehen, füllte das Haus zusätzlich. Eleah hatte jede Menge zu tun und bediente weiterhin die Gäste, indem sie ihnen etwas zu trinken brachte oder das Essen servierte, das sie am Nachmittag mit oder ohne ihrer Mutter vorbereitete.

In den letzten vier Jahren hat sie sehr viel gelernt und das Leben, das sie führt, lieben gelernt. Damals fingen auch die seltsamen Träume von dem kalten Land im Norden an, aus denen sie mit einem seltsamen Fernweh aufwachte. Dort gab es Schnee und Eis. Der Himmel war hellblau und es umwehte sie ein kalter Wind. Sie war in warme Kleidung gehüllt und näherte sich einer Stadt, in der Ferne ein riesiges Gebirge. So oder so ähnlich sahen diese Träume aus. Sie machte in diesen Träumen meist nichts weiter als durch den Schnee zu stapfen oder still da zu stehen. Die Stadt und das Gebirge waren aber immer irgendwie da. Wenn sie ihrer Mutter davon erzählte, sagte diese, dass es nur ein Traum sei, tätschelte ihren Kopf und fand schnell immer etwas, dem sie sich zuwenden und das sie erledigen konnte. Doch Eleah träumte diesen oft und wurde schnell unsicher, wenn auch neugierig. Aravarn, der wie Tamika zu ahnen schien, was es zu bedeuten hatte, schob es auf die einsetzende Pubertät und vielleicht stimmte das auch, redete Eleah sich ein. Was sollte es auch sonst sein? Auch mit Fangrul sprach sie darüber und er konnte ihr auch wirklich von der Eiswüste erzählen. Ihre Eltern kannten kaum so gute Erzählungen über den Norden wie ihr alter Lehrmeister, zu dem sie inzwischen ein freundschaftliches und familiäres Verhältnis hatte. Eleah gewöhnte sich an den Traum und interpretierte nie mehr in ihn hinein, als sie getan hätte, wenn sie wüsste, dass Aravarn nicht ihr Vater war. Doch das war noch immer ein Geheimnis zwischen Tamika und ihm.

Vor etwa zwei Jahren befand Fangrul, dass es an der Zeit war, Eleahs Können auf die Probe zu stellen. Er war zwar alt, aber scheute nicht vor verrückten Ideen zurück. Nachdem sie beschlossen hatten, keinem Tier zu schaden, bestand Fangrul darauf, sich selbst einen schmerzhaften und tiefen Schnitt zuzufügen, damit Eleah ihre inzwischen guten Fähigkeiten in der Linderung auch an einem Patienten anwenden konnte, der von ihrer Gabe wusste und die Beeinflussung besser wahrnehmen konnte. Eleah scheute sich zuerst vor der Idee, aber sie war inzwischen selbstsicher genug, um sich die Aufgabe zuzutrauen. Fangrul schnitt sich tief in den Oberarm, wobei er schmerzhaft das Gesicht verzog, aber nicht schrie. Schweiß stand ihm auf der Stirn, während er Eleah ermutigte, ihre Fähigkeiten anzuwenden. Es dauerte nicht mehr so lange wie früher und Fangruls beobachtende Blicke störten sie auch nicht mehr. Sie wusste inzwischen, wie sie die Naturmagie nutzen konnte. Inzwischen ging es fast nur noch darum, ihre Fähigkeiten soweit auszubauen, dass sie mit der Beeinflussung anderer auch größere Schmerzen abschwächen konnte oder das Blut tiefer und großer Wunden zu stillen. Jenes geschah ihr an diesem Tag recht gut. Es dauerte zwar ein paar Minuten, aber dann entspannte sich Fangruls Miene sichtlich, als die Berührung ihrer Finger das Blut zu stillen begann und Eleah in seine Augen sah und ihm die Schmerzen zwar nicht gänzlich nahm, aber merkbar abschwächte. Zuletzt verband sie Fangruls Arm, wie sie es von ihrer Mutter gelernt hatte. Sie war stolz auf sich und zufrieden mit der Leistung, die auch Fangrul lobte. Die mühsame Arbeit der letzten Jahre hatte sich gelohnt und diese kleine Aufgabe ermutigte sie, ihre Magie nun auch bei Fremden vermehrt und bewusster zu wirken. Manchmal hatte sie das Gefühl, dann seltsam beäugt zu werden, als würde der andere spüren, dass da noch etwas war, als nur das beruhigende Gefühl der Hände, die langsam die Wunde verbanden. Aber bisher hat niemand sie darauf angesprochen und Eleah hütet ihre Begabung, hat man ihr doch nichts anderes beigebracht.

In den letzten Jahren hat sie sich zu einer selbstbewussten, jungen Frau entwickelt, die dem Leben nur Positives abzugewinnen scheint. Sie genießt ihr Leben in Fadrun, mit ihrer Familie und unter so vielen reisenden Fremden. Inzwischen scheint auch ihre Mutter endlich Wurzeln in der Stadt geschlagen zu haben. Das Älterwerden der Taurrin macht sich langsam bemerkbar. Sie ist mit den Jahren ruhiger geworden und sucht nicht mehr allzu oft die Einsamkeit, um der Natur und niemanden sonst nahe zu sein. Was für innerliche Konflikte und Auseinandersetzungen mit Aravarn dieser Entschluss gekostet hat, kann Eleah nur vermuten. Sie ist jedoch froh, dass die Zweifel darüber, ob sie noch lange in Fadrun leben werden, schon monatelang nicht mehr in ihr Bewusstsein vordrangen. Sie ist ein Teil der Gemeinschaft und arbeitet hart im Geschäft und an ihren Fähigkeiten, wenn sie auch nicht mehr so regelmäßig bei Fangrul vorbeischaut, geht es doch jetzt viel mehr darum, die Anwendung ihrer Magie in der Praxis zu festigen. Außerdem ist sie zu einer jungen Frau herangewachsen, die andere Dinge im Kopf hat, als den ganzen Tag bei einem alten Mann zu verbringen. Oft übernimmt sie die Einkäufe für die Küche und schlendert dann über den Markt, wobei sie die Gelegenheit nutzt, um mit Bekannten zu plaudern oder ihre Freunde von früher zu treffen. Auch nähere männliche Bekanntschaften blieben in ihrem Leben nicht aus, allerdings ist sie nicht fest gebunden, es ist aber auch nichts, worüber sie sich groß Gedanken macht.

Das Gasthaus Die Goldene Brücke
Das große, zweistöckige Gasthaus in Fadrun liegt direkt an der Brücke, die über den Aras führt. Die Namensherkunft ist damit schnell erklärt - zusätzlich zu der Absicht des Besitzers, goldene Münzen mit seinem Betrieb zu verdienen. Tatsächlich ist Die Goldene Brücke sehr bekannt und beliebt in Fadrun, bei Reisenden wie auch bei den Bewohnern der kleinen Stadt. Geführt wird das Gasthaus, das Unterhaltung, Spiel und Tanz bietet, von Aravarn Calan, der um die vierzig Jahre alt ist. Seine langjährige Gefährtin Tamika, eine Katzenelfe, die ursprünglich aus dem Wald von Sieryan stammt, unterstützt ihn bei der Arbeit. Während er sich überwiegend an der Theke um den Durst der Gäste kümmert und alles im Auge behält, ist seine Gefährtin oftmals in der Küche zu finden. Ihre Tochter, die vom Aussehen her mehr nach ihrer Mutter kommt, bedient die Gäste. Unterstützt werden die drei von weiteren fünf bis zehn Personen, die ebenfalls in der Küche und im Gastraum aushelfen. Das Gebäude ist sehr gepflegt, worauf Aravarn sehr viel Wert legt. Er scheut sich nicht vor Arbeit und das merkt man auch. Er packt gerne an, nimmt eigenständig die Reparaturen an Haus und Einrichtung vor und ist sich nicht zu schade, Gäste, die es zu weit treiben, frühzeitig auf die Straße zu verweisen. Alles in allem ist er aber ein weltoffener und freundlicher Mann, der sein Leben genießt, so wie er es auch seinen Gästen gönnt.

Die Goldene Brücke verfügt über zwei großräumige Stockwerke. Im unteren Stockwerk des Hauses befindet sich ein großer Schankraum. An einem Ende befindet sich eine große Bühne, von der in der Mitte ein langer Laufsteg abzweigt, der bis in die Mitte des Raumes hinein führt. Dreimal in der Woche gibt es ein abendliches Unterhaltungsprogramm, bei dem Artisten, Akrobaten, Tänzer, Komiker und andere Gruppen auftreten und das Publikum unterhalten. Die Mehrheit aller Künstler setzt dabei eher auf Humoristisches oder Anzügliches. An den anderen Tagen und zu anderen Tageszeiten sieht man dort aber oft einzelne Musiker oder Tänzer, oft auch kleinere Gruppen von ihnen, die schnelles Geld verdienen wollen und die Gäste mit ihrer Kunst unterhalten.

Vor der Bühne und um den Steg herum stehen viele rustikale Holzbänke und Tische, die schlicht, aber robust sind. Groß dekoriert ist das Haus nicht, sieht man von einzelnen Talglichtern auf den Tischen und Öllampen an den Wänden ab, aber darauf legen die Gäste auch keinen Wert, kommen sie doch viel mehr wegen der Unterhaltung in die Goldene Brücke. Im unteren Schankraum gibt es außerdem eine Theke, hinter der sich große Fässer mit Bier, Wein und anderen alkoholischen Getränken stapeln. Von dort führt auch eine Doppeltür in die Küche des Hauses, in der kräftige Mahlzeiten zubereitet werden.

Eine Treppe führt in die obere Etage des Hauses, deren Innenbereich wie eine Galerie erbaut wurde, eine Art Rundgang, von dessen Mitte aus man in den unteren Schankraum schauen kann. Oben sind ebenfalls viele Tische mit Stühlen aufgestellt, an denen vier bis acht Personen Platz finden. In einer Ecke befindet sich außerdem eine kleine Bühne für Musiker und Tänzer, manchmal auch Zauberkünstler, die mit ihren Tricks die Zuschauer in Belustigung versetzen. So sah man auch schon einzelne Wahrsagerinnen und ähnliche Zeitgenossen, die an das Fahrende Volk erinnern.

In einer anderen Ecke stehen große runde Tische, die für Würfelspiele, Kartenspiele und andere Glücksspiele begehrt genutzt werden. Nicht nur deshalb ist es sehr laut in der Goldenen Brücke. Die Stimmung ist zumeist gut und ausgelastet, die Gäste nach ihrem Besuch gesättigt und oftmals betrunken. Das Haus bietet viel, nur übernachten kann man nicht, denn Die Goldene Brücke schließt oft nach Mitternacht. Schlafen und frühstücken kann man in dem benachbarten, kleinerem Gasthaus, das seinen Standort gut gewählt hat und befreundet mit dem Betreiber der Goldenen Brücke ist. Beide Häuser profitieren dadurch von den Gästen des anderen.

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