Profil von Kewan

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Jäger
Avatar: Eve Ventrue

Profil

Benutzername:
Kewan
Alter:
24
Gruppen:
Tätigkeit:
Studiert Mathe! :D
Interessen:
BJJ, Aikido, Musik!

Charakter

Name:
K'eyshu
Alter:
28
Rasse:
Mensch
Heimat:
Eiswüste
Aufenthaltsort:
Eiswüste
Waffen:
Sperr, Schwert, kleines Steinmesser
Inventar:
Eine kleine Ledertasche mit einigen kleineren Handwerksutensilien.

Steckbrief

Hauptaccount:

Kewan


Name:

Sein wahrer Name lautet K'eyshu, was Kraft des Windes bedeutet. Kewan ist lediglich ein Rufname.


Alter:

28


Rasse:

Mensch aus der Eiswüste


Aussehen:

Mit einer Größe von 1,70 und einem Gewicht von ca. 85kg ist K'eyshu nur ganz knapp über dem Durchschnitt. Wäre da nicht sein unvergleichlich schönes Gesicht, so würde er wahrscheinlich überhaupt nicht auffallen. Doch die ebenmäßigen, steingrauen Augen, seine kantige Gesichtsform und der dichte, schwarze, aber kurz gehaltene Bart machen den jungen Mann zu einer wahren Schönheit. Selbst unter den wenigen Elfen, die Kewan bisher traf, war seine Schönheit in aller Munde. Auch seine ungewöhnliche Frisur unterscheidet sich stark von denen seiner Mitbürger. Der Hinterkopf und die Seiten sind kurz, aber nicht kahl, geschoren. Lediglich das obere, pechschwarze Deckhaar ist lang und bedeckt für gewöhnlich die rechte Hälfte seines Kopfes großzügig, was manchmal allerdings gescheitelt auf beiden Gesichtshälften fällt... wie der junge Mann es gerade wünscht.
Schon immer hatte Kewan sehr auf seinen Körper geachtet. Von seiner Jugend bis heute hatte er immer viel trainiert und eben jener Umstand hinterließ ausgeprägte und definierte Muskeln. Zwar wirkt er vielmehr athletisch und nicht wie ein Muskelprotz, doch geht sein Körperbau weit über das übliche seines Volkes hinaus. Die Tätowierungen in himmelblauer Tinte, die sich ausgiebig über seine Haut ziehen, zeigen diverse Jagdszenen, welche mit äußerster Akribie und Sorgfalt gestochen wurden. K'eyshu wird darüber hinaus von einer ganzen Reihe Narben gezeichnet. Sehr signifikant fällt ein tiefer Schnitt unter dem linken Auge auf, der sich bis hin zu seinem Ohr erstreckt. Eine weitere große Narbe zieht sich quer über seine muskulöse Brust. Auf Rücken und Extremitäten finden sich diverse kleine Schnitte und Bisswunden.

In seiner allgemeinen Erscheinung wirkt Kewan eigentlich recht unscheinbar. Seine Kleidung ist in schwarzem bis dunkelbraunem Leder gehalten. Er trägt gefütterte, schwarze Robbenlederhosen und hohe, aber eng anliegende Lederstiefel. Ein dünnes, dunkelbraunes Leinenhemd bedeckt Kewan unter einem schwarz-braunem, ebenfalls gefüttertem und langärmligen Überwurf aus Leder, der einem Poncho gleicht. Zu guter letzt ziert Kewan einen dicken schwarz-grauen Fellmantel mit Kapuze. Diverse Accessoires, wie Handschuhe und ein praktisches Halstuch gegen den eisigen Wind führt der junge Mann ebenso mit sich, sowie zwei teure Ledergürtel, an denen er sein Schwert horizontal über dem Gesäß befestigt, nebst einem kleinen Messer und einer kleinen Tasche mit Utensilien zum Ausnehmen von Tieren und Schnitzmessern . Den Speer trägt K'eyshu in der Hand. Seine ausgeprägte körperliche Fitness kommt durch die dicke Bekleidung nur wenig zum Ausdruck und lässt ihn, abgesehen von seiner unvergleichlichen Schönheit, wie einen typischen Bewohner der Eiswüste wirken. (siehe Avatar)


Waffen:

Kewan führt einen kunstvoll geschnitzten Speer, der sogar eine Spitze aus Metall besitzt und die alte Waffe seines Meisters war. Um den dunklen, mit hochwertigem Narwalelfenbein verzierten Schaft ranken sich feine Schnitzereien von diversen Tieren der Eiswüste und einige metallene Verstärkungen zum blocken von anderen Waffen. Dazu besitzt der junge Mann ein hervorragendes, aber gewöhnliches Langschwert, dessen Klinge auf eine geringe Körpergröße angepasst wurde. Am Knauf befindet sich ein kleiner Anhänger aus Elfenbein in Form eines Bären. Dazu besitzt er ein ganz normales, allerdings leicht verlängertes, Messer mit Steinklinge.


Charakter:


Zwar ist K'eyshu ein durch und durch herzlicher und fröhlicher Mensch, doch die selbstverständliche Offenheit und vor allem Freundlichkeit, die sein Volk für gewöhnlich an den Tag legt teilt er nicht. Bei allem was er tut, ist er gut gelaunt und mit Herzblut bei der Sache, besonders wenn K'eyshu Spass an dem hat was er tut. Allerdings wirkt der Jäger wie ein typischer Draufgänger. Er ist verschlossener, diskreter, misstrauischer als seine Brüder und Schwestern, besitzt allerdings einen unvergleichlichen Tatendrang und eine Abenteuerlust, die dort ihresgleichen sucht und seinem Auftreten keinen Abbruch tut. Von großem Mut und Ehrgeiz angetrieben unterliegt er dem Drang sich ständig zu beweisen und anderen zu gefallen. Ohne zu zögern stürzt er sich von einem Wagnis ins nächste, allerdings auch ohne über Folgen und Gefahren nachzudenken. Wirklich vor etwas Angst hat Kewan nicht, jedenfalls nicht vor etwas, dass er sich vorstellen kann. Tief in seinem inneren fürchtet er sich aber davor, ein unbedeutendes Leben zu führen, auch wenn er das niemals zugeben würde. Dadurch ist er zwar unter seinen Mitmenschen bekannt, doch wirkliche Freunde hat er keine... Seinen Mitmenschen gegenüber ist er vulgär und legt großen Sarkasmus an den Tag. Meist nimmt er kein Blatt vor den Mund und sagt frei heraus was er denkt. Einerseits lässt ihn das durchaus charismatisch wirken, denn auch in Wortgefechten mangelt es ihm an Entschlossenheit nicht, doch andererseits hat er dadurch auch das Talent andere zu vergraulen und sehr wütend zu machen, was zur Folge hat, dass ihn niemand wirklich als Freund bezeichnen möchte. Wenn es allerdings irgendwann eine Person geben sollte, die die scharfe Zunge des Jägers einzuschätzen weiß, so könnte man in K'eyshu mit Geduld bestimmt einen treuen Freund finden, denn tief im seinem Herzen sehnt er sich sehr nach einem solchen, auch wenn er es nie zugeben würde. Obwohl der junge Mann bereits 28 ist, hat er keine Frau. Lieber säumen unzählige, mehr oder weniger geheime, Liebschaften seinen Lebensweg, doch zu einer festen Beziehung war er nie in der Lage gewesen. Den Gedanken sich an eine Frau in seinem Leben zu binden war ihm bisher fremd, geschweige denn willentlich eine wahre Beziehung aufzubauen. Mal ganz abgesehen davon, dass niemand auch nur daran dachte, dem abenteuerlustigen jungen Mann seine Tochter zur Frau geben zu wollen.
Genau das spiegelt auch K'eyshus Denkweise wieder. Ihm ist so ziemlich alles recht egal und auch auf Regeln gibt er recht wenig. Er ist egozentrisch und kann sich nur schlecht in andere hineinversetzen, will das allerdings auch gar nicht, da der junge Mann für gewöhnlich sowieso den Konfrontationskurs mit anderen einschlägt. Das zeigt sich vor allem darin, dass er bereits nach der kleinsten Provokation mit spitzen Bemerkungen und Antworten sein Gegenüber aus der Fassung bringt und auch selber nicht mit Provokationen spart. Zwar sind diese meist eher ironisch gemeint, jedoch schien das bisher nicht immer den richtigen Abnehmer gefunden zu haben. Dabei wirkt Kewan keinfalls jähzornig oder aufgewühlt, nein, mit einem übeheblichen Gesicht, funkelnden Augen und stoischer Gelassenheit verstärkt er nur den Zorn seines Gegenübers und schürt gleichzeitig auch die Abneigung anderer Menschen. Für andere einzustehen ist, wie man sicher hätte vermuten können, gar nicht seine Art. Für den Jäger gilt das Gesetz des Stärkeren und wenn jemand dabei zu kurz kommt, dann hat er in seinen Augen einfach Pech gehabt. In dieser Welt wurde K'eyshu nichts geschenkt, warum sollte er das dann auch tun? Wenn es darum geht etwas von sich zu erzählen wird aus dem Zyniker K'eyshu plötzlich ein anderer Mann. Dezent versucht er dann das Thema zu wechseln, was ihm aufgrund seiner angeborenen Schlagfertigkeit auch oft gelingt. Allerdings würde ein genauer Beobachter merken, dass es seinem Gegenüber sehr unangenehm war, dieses Thema angeschnitten zu haben
Alles in allem ist K'eyshu immer dort anzutreffen, wo es darum geht sich selbst zu überwinden, insbesondere sich seiner Angst stellen. Mit großem Mut und einen starken Willen sieht er jeglicher Gefahr ins Auge, auch wenn dabei sein Leben auf dem Spiel steht. Schon immer war er oft allein auf die Jagd gegangen und das für mehrere Tage, versuchte gefährliche Tiere mit bloßen Händen zu jagen, oder schwamm beispielsweise im tiefsten Winter für einige Minuten im Eismeer, aufgrund einer stupiden Wette. Das das alles Lebensgefährlich war, das kümmerte K'eyshu nicht im geringsten, denn Furcht kannte er nicht. Dies führte allerdings zu einer gewissen Rastlosigkeit, die den Jäger plagt. Es fiel ihm schon immer schwer lange an einem Ort zu bleiben, ohne etwas gewagtes zu unternehmen und in den Augen der Anderen wirkte er immer dadurch immer hibbelig, ungeduldig und unüberlegt. Wenn es jedoch darauf ankam war er ein Mensch, der durchaus durch Geduld und Gelassenheit brillieren konnte. Irgendwann, dass schwor sich Kewan, so würde er sich einen Namen machen und ein berühmter Jäger werden, der in allen Ecken des Kontinents bekannt war. Doch mittlerweile hatte er auch eine weitere Leidenschaft gefunden: Den Kampf. Ein wahrer Kampf Mann gegen Mann. Mit Waffen. Wenn es noch etwas gab, was den Jäger unglaublich reizte, dann war es diese Auseinandersetzung zu meistern.
In Sachen Religion ist er eher weniger fromm. Zwar achtet er das Geschwisterpaar Ondara und Rhelun, vernachlässigt aber ab und an auch die Bräuche.


Fähigkeiten:


K'eyshu ist ein hervorragender Jäger, der weiß worauf es ankommt. Ob mit Bogen, Speer oder Harpune, es gibt nur wenig, was K'eyshu nicht imstande ist zu jagen. Darüber hinaus weiß er das Gejagte zu verwerten und ist ein Meister, wenn es darum geht in der Eiswüste zu überleben. Das heißt er ist imstande Feuer zu machen, einen sicheren Unterschlupf zu erreichten und sich unauffällig in der kalten Einöde aufzuhalten. Der junge Mann verfügt dazu über ein recht üppiges Wissen der Flora in der Eiswüste, was sich auf den wichtigsten essbaren, allerdings meist auf den medizinisch Nutzen bezieht. So weiß er beispielsweise welche Pflanzen dort antiseptisch oder schmerzlindernd wirken und welche bei einer Wundversorgung nützlich sind... was allerdings keinen Heiler oder Arzt ersetzt. Auch mit Suden kennt sich K'eyshu grundlegend aus, denn in der klirrenden Kälte gibt es nichts besseres als einen warmen Tee. Wenn dieser dazu noch beruhigend oder schmerzlindernd wirkt, dann umso besser. Handwerklich ist der Jäger auch nicht von schlechten Eltern und weiß durchaus mit Holz umzugehen. Diverse Alltagsgegenstände und Bauteile, wie Messergriffe, Regale, Bretter und Planken kann er schnitzen und weiter verarbeiten. Zwar wirken diese nur wenig kunstvoll, doch erfüllen ihren Zweck. An komplizierteren Dingen wie Stühlen oder anderen komplexeren Schreinerarbeiten scheiterte K'eyshu bisher immer.
Im Kampf ist Kewan, wie in allen Situationen, ohne Furcht und schreckt vor nichts zurück, doch unglücklicherweise hat er gar keine Erfahrung in der Auseinandersetzung Mann gegen Mann. Der einzige Kampf mit einem Menschen auf Leben und Tod, den er bisher ausgefochten hatte zeigte ihm, dass das etwas ganz anderes als eine einfache Kneipenschlägerei war. Mehr als einmal merkte er schmerzhaft seine Unerfahrenheit, die ihm auch beinahe zum Verhängnis wurde. Rein technisch vermag K'eyshu nicht viel bis gar nichts mit dem Schwert, obwohl er es gern könnte. Etwas besser ist er mit dem Speer. K'eyshu weiß zwar genau wo die Schwerpunkte dieser Waffe liegen und verfügt auch über die nötige Konzentration diese Waffe theoretisch tödlich einzusetzen, doch auch hier mangelt es an Erfahrung. Die Jagd war eben doch etwas anderes und auch die alte Kampftechnik seines Meisters half nur bedingt gegen einen kampferprobten Gegner. Diese Kampfkunst basiert auf einer sicheren Verteidigung und einer gehörigen Portion Durchhaltevermögen, denn die Stärken eines Speeres zeigen sich im Nutzen der Möglichkeiten, die sich einem bieten. Lediglich beim schießen gäbe es keinen Unterschies zwischen Tier und Mensch, was es den Bogen für K'eyshu theoretisch zu einer geeigneten Waffe machten würde, denn er hatte sich im Zuge seiner Ausbildung zum Jäger eine solide Schießkunst angeeignet, die allerdings von einer Meisterschaft sehr weit entfernt war. Darüber hinaus hatte der Jäger diese Waffe schon einige Zeit nicht mehr benutzt und seine Fähigkeiten waren möglicherweise etwas eingerostet. Auch ohne Waffen kann der junge Mann ordentlich austeilen und vor allem einstecken, denn hierbei hat er wirklich Erfahrung.
Der größte Trumpf von Kewan ist nämlich seine hervorragende körperliche Verfassung. Ausdauer, Gewandtheit und Kraft besitzt er zur Genüge und sorgt auch dafür, dass es so bleibt. Er ist sehr viel schneller als man bei seinem Anblick vermuten würde und legt auch ein hohes Maß an Flexibilität an den Tag. Durch die Jahre des Trainings hat sich der junge Mann eine starke Robustheit angeeignet. Geistig und körperlich.
Auf intellektueller Ebene ist er auch nicht zurückgeblieben. Trotz seiner ungestümen Art merkt man schnell, dass K'eyshu nicht dumm ist. Er legt besonders viel Verständnis für Mathematik an den Tag, kann lesen und schreiben und ist durchaus auch in der Lage geschickte Strategien zurechtzulegen. Zu mindest, wenn er gerade die Geduld dazu aufbringen kann. Unter den Jägern gilt er als guter Sänger und Kletterer, was nicht gelogen ist. Auch seine Kochkünste sollen nicht von schlechten Eltern sein.


Magie/Zauber


Mit derartigen Dingen hat K'eyshu gar nichts am Hut.



Vergangenheit



K'eyshu wurde in Norr Hinthrog während der kältesten Zeit des Jahres, der Frostzeit, geboren. Traurigerweise starb seine Mutter bei der Geburt, weshalb er sie leider nie kennenlernte, seinen Vater Tulok hingegen schon. Dieser war zwar ein angesehener Jäger und Schnitzer, dessen Fähigkeiten unumstritten waren in der Dorfgemeinschaft, doch nicht immer beliebt. Es war allgemein bekannt, dass er viele Ansichten des Ältestenrates nicht teilte, sogar offen gegen diverse Anordnungen verstieß und seine Meinung auch wann immer es ihm möglich war kundtat. Dies mündete in etlichen Streitigkeiten und auch Sanktionen, von denen K'eyshus frühe Kindheit durchzogen war. So war er schon damals ein Sonderling, immer abgestempelt als Sohn des Tulok, des Unruhestifters, der es schwer hatte Kontakte zu knüpfen. Andere Familien mieden den Umgang mit den beiden und grenzten sich so gut wie möglich von ihnen ab, um auf keinen Fall mit den Ansichten von Tulok in Verbindung gebracht zu werden.
In den Augen des Vaters war das Volk der Menschen in der Eiswüste oft zu offen und zu nachsichtig, besonders was Fremde betraf. Immer schon vertrat er die Meinung, das mehr Vorsicht durchaus angebracht wäre und es kein Vergehen war, beispielsweise fliehenden Schwerverbrechern die Gastfreundschaft zu verweigern. Tulok dachte, dass so ihre kleine Gemeinschaft unnötig in Gefahr gebracht wurde und man gerade deshalb mehr Härte an den Tag legen sollte. Auch die Aufstellung einer professionellen Miliz sah sein Vater als Notwendig an. Man sollte sich mehr an den südlicheren Reichen orientieren, auch wenn man vor langer Zeit von eben jenen abgeschworen hatte. Es ging ihm nicht darum Krieg zu führen, doch Tulok befürchtete, dass man den Charakter seines Volkes ausnutzte und die Zeit kommen würde, in der man sich über seine frühere Sorglosigkeit ärgerte. Generell mündete diese Ansicht in wenig Verständnis und brachte dem Jäger zu allem Unglück dazu auch noch einen sehr schlechten Ruf bei Fremden und Zugereisten ein. Doch trotz der Gesellschaftlichen Acht, die den beiden entgegengebracht wurde, denn ein solches Verhalten war bei den Eismenschen so selten, wie ein Goldstück am Wegesrand, war er ein liebevoller Vater für seinen kleinen Sohn, den er über alles in der Welt liebte und mit dem er versuchte viel Zeit zu verbringen. Dies gestaltete sich allerdings als durchaus kompliziert, durch den einnehmenden Beruf des Jägers, was dazu führte, dass man sich in seiner frühesten Kindheit nur wenig liebevoll um K'eyshu kümmerte, wenn sein Vater gerade nicht zugegen war. Als K'eyshu vier Jahre alt war, beschloss sein Vater Norr Hinthrog zu verlassen und sein Glück in Norr Bharrakh zu suchen, um dort ein weniger auffälliges Leben zu führen. Tulok war sehr wohl aufgefallen, wie die Anderen seinem Sohn begegneten und er wollte nicht, dass sein Sprössling unter den Ansichten seines Vaters zu leiden hatte.
In der Hauptstadt änderte sich das Leben der beiden allerdings nicht wirklich. Vater und Sohn hatten einander, doch Tuloks Ruf war ihm voraus geeilt. Jeder kannte den Unruhestifter, niemand wollte viel mit den beiden zu tun haben und in einer Gesellschaft wie der der Eismenschen war es schwer auf sich allein gestellt zu sein. Doch das störte die beiden nicht und sie machten das Beste aus der Situation. Schon früher als die anderen Kinder lernte K'eyshu kochen und andere grundlegende Dinge, die zum führen eines Haushalts nötig waren und die er in seinem Alter schon effektiv ausführen konnte, um seinem Vater unter die Arme zu greifen, der so selten zugegen war. Während sich K'eyshus Vater auf der Jagd befand und seiner Arbeit nachging, lauschte das kräftige Kind, den alle schon jetzt um seine Schönheit beneideten, den Geschichten der Alten, wie es bei seinem Volk Brauch war. Anfangs allerdings, konnten ihre Lehren ihn nicht fesseln. Durch seinen Vater hatte er bereits viel Wissen, dass ihm hier vermittelt wurde und so träumte K'eyshu vor sich hin. In Gedanken war er immer bei den großen Jägern aus den Geschichten, den Legenden seines Volkes und stand ihnen bei ihren Abenteuern zur Seite. Oft wurde er ermahnt und zurechtgewiesen, als Träumer abgestempelt oder als hoffnungsloser Fall tituliert, doch das störte den Kleinen nicht. Durch die Abwesenheit seines Vaters gewahrte er ein ungewöhnlich hohes Maß an Selbstständigkeit und hatte sich an ein Leben ohne viele soziale Kontakte gewöhnt. Auch wenn er manchmal ein wenig wehmütig zu den anderen Kindern blickte, wie sie zusammen spielten und lachten.
Mit acht Jahren geschah es zum ersten Mal, dass er während der Abwesenheit seines Vaters Tulok den Unterricht schwänzte und in die Weiten der Eiswüste verschwand. K'eyshu wollte frei sein. Sich nicht den trockenen Lehren der Alten hingeben. Es juckte ihm in den Fingern die Welt zu entdecken, das gelernte auszuprobieren und den Jägern nachzueifern. Für drei Tage wanderte der Junge damals durch die eisige Wüste auf der Suche nach einem Abenteuer, nachdem er noch so oft suchen würde. Heimlich beobachtete K'eyshu die Jäger bei ihrer Arbeit und schlich sich nachts heimlich in ihr Lager, um Proviant zu stibitzen und verschwand erneut. Auch abseits ihrer Wege suchte er nach versteckten Geheimnissen und auch wenn er so oft nichts dabei fand, außer nacktes Eis, umso entzückter war er, als ihm dann doch das ein oder andere Mal ein wildes Tier ins Blickfeld geriet. Hungrig, durstig, sowie halb durchgefroren, kehrte er zurück. Schimpf und Schande erwartete ihn nach seiner Wiederkehr und etliche Strafarbeiten, doch all das ertrug K'eyshu, der ohnehin nur für sich lebte und sah sich schon ein weiteres Mal in der Eiswüste verschwinden, den Jägern nacheifern, oder einfach bloß den Abenteurer in sich auszuleben. Nicht, dass sich wirklich jemand um ihn sorgte, doch es gab Regeln in der Gemeinschaft, auf die großen Wert gelegt wurde. Auch wurde seinem Vater von dem Verschwinden seines Sohnes berichtet und sorgenvoll versuchte Tulok seinen Sohn von etwaigen weiteren Ausflügen abzubringen, doch er scheiterte. Die Angst, die er um seinen geliebten Sohn hatte war unbeschreiblich, das hatte K'eyshu schon damals in seinen Augen gesehen, doch auch das brachte ihn nicht von seinem Vorhaben ab. In K'eyshus Vorstellung gab es keine Gefahr, die er nicht meistern konnte.
Immer öfter wandelte K'eyshu voller Elan auf seinen eigenen Wegen und so kam es, als der Junge zehn Jahre alt war, dass sein Vater ihn eines Tages zur Seite nahm und begann eindringlich auf seinen Sohn einzureden. Verschwinden um Verschwinden hatte er Tuloks Angst ins unermessliche steigen lassen, denn immer und immer wieder hatte K'eyshu alle Bitten und Warnungen in den Wind geschlagen und brav alle ihm auferlegten Strafen erfüllt. Es half alles nichts. Niemand wollte sich um den Jungen kümmern, wenn sein Vater auf der Jagd war, niemand, nicht einmal die Alten. Dort nämlich hatte K'eyshu mittlerweile einen ebenso schlechten Ruf wie sein Vater. Auf die ständigen Hänseleien der anderen Kinder, wegen seines Vaters oder seiner eigenartigen verträumten Art, hatte er angefangen aggressiv zu reagieren und so schon die ein oder andere Prügelei vom Zaun geschlagen, sodass er aufgrund seiner Gewalt schon bald eine unangenehme Stellung unter den Erwachsenen hatte. Sie sahen ihn immer als Störenfried oder Problemkind an, obwohl er in seinen Augen sich nur verteidigte. Das alles war Tulok natürlich nicht verborgen geblieben. Händeringend hatte der besorgte Vater natürlich immer wieder versucht seinen Sohn zurück auf den rechten Weg zu bringen, auf das er nicht so leben würde wie er selber. Doch letztendlich war Tulok zu selten bei seinem Sohn, um für ihn zu sorgen. Sein Beruf als Jäger nahm unheimlich viel Zeit in Anspruch und so mahnte er K'eyshu und drohte damit seine Profession niederzulegen. Ihm war klar, was sein Vater damit meinte und er wusste auch wie wichtig seinem Vater das Jagen war, denn es war das einzige,was ihm neben seinem Sohn noch geblieben war aus der guten alten Zeit. Wehmütig beschloss sich der junge Bursche an die Auflagen Tuloks zu halten und so geschah es auch.
Nach der üblichen Zeit in der Wildnis kehrte Tulok von der Jagd zurück nach Norr Bharrak und stellte erfreut fest, dass sein Sohn ihn nicht enttäuscht hatte. Doch es war an jenem schicksalhaften Abend, als eine Gruppe Fremde die Stadt betrat und um Asyl bat. Niemand wusste, was eine solch eigenartige Gruppe Menschen so hoch in den Norden führte. Alle waren bewaffnet gewesen, von grimmiger Ausstrahlung und in K'eyshus Augen umgeben von einer unangenehmen Aura. Es war nur so ein Gefühl, was den kleinen K'eyshu, der gerade einmal zehn Winter zählte, beschlich, doch diese Fremden kamen ihm böse, ja beinahe angsteinflößend vor. In der Politik seines Volkes hatte Tulok sich in den letzten Jahren sehr zurückgehalten und war kaum in Erscheinung getreten, doch auch er war misstrauisch, das hatte sein Sohn ins seinen Augen sehen können. Und so kam es, dass K'eyshu seine erste Zusammenkunft des Rates besuchte und den Worten aufmerksam lauschte. Nicht aggressiv und auch sonst in keiner Weise gewalttätig traten die Neuankömmlinge auf, die vorgaben, sich friedlich in das Leben in der Eiswüste eingliedern zu wollen, doch all das überzeugte den Jungen nicht. Die sechs Männer von großem Wuchs, die laut eigenen Angaben dem wilden Leben im Süden entfliehen wollten, wurden nach einer langen Sitzung doch in die Gemeinschaft aufgenommen. Es gab nur wenig, was dagegen sprach. Alle waren willig, sich in die Menschen von Norr Bharrak einzuordnen und einer ehrlichen Arbeit nachzugehen und akzeptierten jegliche vom Rat gestellte Forderungen. Sogar einer anfänglichen Beobachtung durch die Wächter stimmten sie zu und das einzige, was blieb war das ungute Gefühl, dass K'eyshu bei dieser Sache hatte. Wie er in Tuloks Augen sah, war er damit nicht allein. Seinem Sohn zuliebe allerdings, hielt er sich zurück und akzeptierte die getroffene Entscheidung wehmütig.
So verstrichen die Monate und tatsächlich folgten die Fremden den Regeln der hiesigen Gesellschaft, fanden das von ihnen gesuchte ruhige Leben und wurden schon bald geachtete Bewohner der Hauptstadt. Auch K'eyshus Leben wurde ein wenig ruhiger. Der Junge unternahm keinerlei Ausflüge mehr und führte beinahe ein normales Leben wie die anderen Gleichaltrigen, wäre da nicht die ständige Abwesenheit seines Vaters, welche schon ein wenig an dem jungen Gemüt nagte. Doch diese Einsamkeit hatte auch etwas für sich, denn das selbstständige Leben prägte K'eyshu, der an manchen Stellen erwachsener wirkte, als manch ein verspielter Kamerad. An seinem elften Geburtstag, es war eine kalte, klare Nacht, wollte Tulok seinen Sohn zur Feier des Tages in das nächste Lager der Jäger mitnehmen und den Kleinen am Leben der Jäger teilhaben lassen, doch soweit sollte es nicht kommen. Das Dämmerlicht der Nacht führte die beiden zwar zu dem besagten Lager, doch was sie sahen, war nicht das, was sie gehofft hatten. Einige Jäger, die Gruppe Fremde, die vor einigen Monaten in ihre Gemeinschaft aufgenommen wurde, sowie einige Tulok und K'eyshu vollkommen fremde Leute schienen eine Art Handel oder ähnliches abzuwickeln. Soweit es ging belauschten Vater und Sohn die getroffenen Absprachen, doch es kam wie es kommen musste. In einem unglücklichen Moment erhaschte einer der Männer einen Blick auf die unerwünschten Besucher und sofort schwärmte die Gruppe aus. In der Hektik trennten sich die beiden und Tulok stellte sich den Verfolgern, um seinem Sohn Zeit zur Flucht zu erkaufen. Panisch flüchtete dieser, doch der letzte Blick, den er auf seinen Vater erhaschte war der Moment seines Todes und das Gesicht des Mörders, dass sich tief in seine Seele brannte.
Verzehrt von unheimlicher Trauer suchte K'eyshu sofort den Ältestenrat auf und bat um Bestrafung für die Übeltäter, die nicht nur das Vertrauen ihrer Gönner missbrauchten, sondern auch einem Jungen seine einzige Bezugsperson genommen hatten. Augrund der sich überschlagenden Worten des panischen Kindes, dass vollkommen aufgelöst von den schrecklichen Ereignissen berichtete, wurde eine Untersuchung angeordnet und jeder der Beteiligten überführt und K'eyshu unter besonderen Schutz gestellt. Alle wurden sie gefunden und bestraft, alle bis auf einen: Der Mörder seines Vaters. Unter den Fremden und einigen einheimischen Jägern, wurde eine beachtliche Reihe von Überfällen und Diebstählen aufgedeckt, die sogar dann und wann in Morden mündeten. Morden wie der an K'eyshus Vater. Den Jägern war großer Reichtum und ein angenehmeres Leben im Süden versprochen worden, wenn sie schnell große Mengen an diverser, dort gefragter Jagdbeute aufbringen konnten und das ohne langwierigen Handel und Komplikationen. Allein war es den wenigen Eingeweihten jedoch nicht möglich gewesen so große Mengen aufzubringen, weshalb sie in ihrer Gier nicht vor Überfällen auf andere Jäger zurückschreckten und die menschlichen Verluste als Opfer gefährlicher Wildtiere abtaten. Hinzu kamen noch zahlreiche Fälle von Erpressung und Androhung von tödlicher Gewalt gegen Familienmitglieder. Tulok und K'eyshu hatten sie gerade bei einem solchen Raub erwischt und den hohen Preis dafür gezahlt. Einem Mann allerdings, konnte im Laufe der Untersuchungen nichts, aber auch gar nichts angehängt oder nachgewiesen werden. Eben jener Mann, der seinen Vater auf dem Gewissen hatte und auch, obwohl es jeder spüren konnte, dass dieser Mann beteiligt war, so gab es doch keinen anderen Beweis, als die traumatischen Aussagen eines kleinen Jungen. Aus dem gesellschaftlichen Druck heraus siedelte der Fremde nach Norr Hinthrog und verschwand für lange Zeit von der Bildfläche. Trotz des großen Erfolgs der Ermittlungen des Rates war K'eyshus Vertrauen in sein Volk tief erschüttert, doch er sollte erst Jahre später verstehen, dass es in der Tat keinerlei Beweise gab außer die Aussagen eines von Trauer zerfressenen Kindes.

K'eyshu floh. Jeder Versuch ihn aufzuhalten war zum Scheitern verurteilt und so verschwand er mit nichts als dicker Kleidung in den weiten der Eiswüste wenige Tage nach seinem elften Geburtstag. Nichts konnte ihn mehr in Norr Bharrak halten. Der Ort, dessen dunkle Schatten die Seele des Kindes verdunkelten. Bitterliche Tränen säumten seinen Weg und noch schrecklichere Einsamkeit plagte ihn. Alles hatte K'eyshu verloren. Alles, was ihm lieb und teuer war. Obwohl er nicht wusste wohin, seine Füße trugen ihn einfach immer weiter, bis er vor Erschöpfung einfach nicht mehr konnte und unter der Last seiner Gefühle und vor Erschöpfung zusammenbrach. Zusammengesunken, von Schnee bedeckt und halb erfroren wurde er von einem Mann namens Annuun gefunden, der dem Jungen das Leben rettete und sich um ihn kümmerte. Es stellte sich heraus, dass jener mysteriöse Annuun sich vor langer Zeit für ein Eremitenleben, verborgen in der Eiswüste entschieden hatte und allein in seiner Hütte, im Niemandsland des Schnees, fernab von jeglicher Zivilisation seine Tage verbrachte. Nach anfänglichem Misstrauen war das Eis allerdings schnell gebrochen. Die warme und freundliche Art des alten Mannes, die dem Jungen bisher nur durch seinen Vater entgegengebracht wurde, ließ den ihn schnell zutraulich werden. Es tat K'eyshu unheimlich gut eine Person gefunden zu haben, die bereits nach kurzer Zeit vertrauenswürdig genug war, um ihr das Herz ausschütten zu können und ihn vor allem nicht ständig sich selbst überließ. Der alte Mann, erschüttert von den Erzählungen des Kindes, nahm ihn bei sich auf und brachte ihm in den nächsten sechs Jahren alles bei, was man zum überleben in der Eiswüste wissen musste und noch mehr. K'eyshu erfuhr, dass Annuun von der Gemeinschaft fortgegangen war, um einen eigenen Lebensweg zu suchen und zu finden. Nachdem seine Frau, die wichtigste Person in seinem Leben, gestorben war, hatte er Abstand gebraucht und war fortgegangen, genau wie K'eyshu. Fort in die Einöde der Eiswüste. Hier hatte er viel Zeit zum nachdenken gefunden und viel Zeit um das zu lernen, was nötig war um allein ohne Unannehmlichkeit hier draußen zu überleben und genug Zeit um zu vergessen... Genau diesen Abstand suchte auch K'eyshu, wenn auch nur unterbewusst und er dankte dem göttlichen Geschwisterpaar dafür, eine solche Begegnung wie Annuun gemacht zu haben. Das alltägliche Leben war bestimmt von großer Disziplin, was K'eyshu sehr gut meisterte, da er ohnehin sehr selbstständig war und wusste, wie schwer es war an Annehmlichkeiten in der Eiswüste zu gelangen. Die meiste Zeit des Tages verbrachten die zwei mit lernen und lehren. Strenges körperliches Training wurde ihm von Annuun entgegengebracht, der ihm gleichzeitig vermittelte, dass ein gesunder und gestärkter Körper das wichtigste Kapital war, dass man in einer Umgebung wie dieser haben konnte. Auch handwerklich bildetet sich K'eyshu weiter, da schnell klar wurde, wie unerlässlich beispielsweise hochqualitative Waffen waren oder wie unangenehm ein undichtes Dach. Fortan verbrachte er viel Zeit in der Hütte von Annuun, der sein Heim weit abseits der beiden Siedlungen seines Volkes errichtet hatte und auch einen guten Abstand zwischen sich und dem nächsten Lager der Jäger gebracht hatte. Der erwies sich als großartiger und geduldiger Lehrer und brachte K'eyshu alles bei was er wusste. So verfeinerte der er auch seine bisher nur rudimentären Kenntnisse in der Jagd und eignete sich unzählige andere wichtige Überlebenstechniken an, wie Feuer machen, medizinisches Wissen oder Spuren lesen, sowie Schleichen. Doch nicht nur das! Auch in den traditionellen Waffen seines Volkes übte er sich und erwies sich als sehr gelehrig, wenn auch bisweilen etwas überehrgeizig. Wenig Geduld zeigte der Junge allerdings mit dem Bogen, den er zwar einigermaßen beherrschte, doch Speer oder Harpune fühlten sich in seinen Augen einfach besser an. Warum, das wusste er nicht, doch es brachte sogar Annuun anfangs zu Verzweiflung, wie wenig sein Schützling auf die Beherrschung des Bogens gab, doch mit genug Disziplin wurde auch K'eyshu zu einem annehmbaren Schützen. Endlich gingen für den angehenden Jäger so zu sagen alte Kindheitsträume in Erfüllung, die er schon seit der ersten Geschichte über die Jäger seines Volkes hegte. Mit 14 Jahren nahm ihn der alte Mann endlich mit auf seine erste richtige Jagd, in der K'eyshu mehr übernahm, als die bloße Rolle des Beobachters. Ein besonderes Ereignis für den Heranwachsenden, der in seinem Ehrgeiz alles dafür tat sich vor seinem Lehrer zu beweisen. Mit Erfolg! K'eyshu tötete einen großen Eiswolf, der Annuun bereits seit einiger Zeit über den Weg gelaufen war und die Gegend unsicher machte. Liebevoll hatte der Alte das große Tier Kewan getauft und als K'eyshu ihn erlegte beschlossen beide, diesen Namen als Rufnamen für den erfolgreichen Jäger zu verwenden, auf dass er sich immer an seinen ersten großen Erfolg erinnern würde. Und so kam es, dass K'eyshu von nun an von seinem Lehrer Kewan genannt wurde.
Besonders großen Wert legte Annuun auf die Übungen mit dem Speer. Wie Kewan merkte, hegte sein Meister eine übermaßige Affinität zu jener Waffe, was sich auf eine uralte Familientradition begründete, der Annuun nun endlich Abhilfe schaffen konnte. Seine Vorväter hatten eine altertümliche Speerkampftechnik von Generation zu Generation weitergegeben, welche noch aus den Tagen vor der Eiswüste stammte und so tat es nun auch der alte Mann mit Kewan, da er selbst keinen Sohn hatte. Er unterwies den angehenden Mann in jener alten Kampftechnik, um die Tradition der Familie fortzuführen. Fordernd waren die täglichen Übungen und verlangten viel von Lehrer und Schüler. Alles war so anders als die Jagd, was es am Anfang für K'eyshu nicht leicht machte einen Sinn in all den unüblichen Bewegungen zu sehen, doch mit steigendem Alter wurde ihm schnell klar, dass ein Zweikampf durchaus andere Qualitäten forderte, als die Jagd. Über die Jahre schlossen sich beide gegenseitig sehr ins Herz und besonders Annuun hoffte, dass der ungestüme Kewan seine Lehren in Ehren halten würde. Gerade die Lektionen in Konzentration und Geduld waren besonders wichtig für den jungen Jäger, der noch immer ein hohes Maß an Trauer und Wildheit aufwies, was nicht immer unbedingt vorteilhaft war. Im Zusammenhang mit dem Speer kam die Jagd allerdings auch nicht zu kurz, genauso wenig wie die Jagd auf Fische und Wale mit der Harpune. Wobei letzteres allerdings jagdten sie meist zusammen mit anderen Jägern aus den beiden größeren Siedlungen der Eiswüste, unter denen sich Kewan stehts bedeckt hielt, denn er genoss die Freiheit, die sich ihm bei Annuun bot und hatte nicht vor, sich erkenntlich zu zeigen und zur Gemeinschaft zurückzukehren. Auch wenn das Training und die Lektionen hart waren und viel Zeit in Anspruch nahmen, so war er glücklicher als jemals zuvor in seinem Leben.
Nach sechs Jahren, K'eyshu zählte nun schon 17 Winter, war aus dem kleinen verängstigten Jungen ein, für das Volk der Eiswüste, stattlicher junger Mann und guter Jäger geworden, der gänzlich ohne Unterstützung anderer in den eisigen Weiten seiner Heimat überleben konnte. Tag für Tag, durch hartes Training und schwere Prüfungen erprobt, gab es in seinem Alter bestimmt nur sehr Wenige, die ihm darin das Wasser reichen konnten, auch wenn der junge Mann seine Fähigkeiten womöglich als etwas zu hoch einschätzte. Eines Tages jedoch, gerade kehrte Kewan von der Jagd wieder, da war es still um die einsame Hütte. Nicht wie sonst, empfing ihn Annuun, der vor der Hütte Reparaturen durchführte oder Utensilien baute. Kein Rauch stieg aus dem Schornstein und auch die Nutzfläche vor der Behausung war mit Schnee verweht. Der Ort, Kewans Zuhause, wirkte verlassen und tot. Die Antwort auf all das lag sehr nahe: Annun hatte seinem Alter Tribut gezollt und war friedlich während der Abwesenheit seines Schützlings eingeschlafen. Ein weiteres Mal stand Kewan nun allein da. Nach dem Bestattungsritual für seinen Lehrmeister fasste der Jäger einen Entschluss. Er war mittlerweile kein Kind mehr und hatte ein mehr als umfangreiches Wissen über das Leben in der Eiswüste. K'eyshu wollte zu seinem Volk zurückzukehren. Es reizte ihn zu sehen, was aus seinem Volk geworden war während seiner Abwesenheit, was seine einzigen Kommilitonen trieben und was man von ihm halten würde. Schon seit langem hatte den Jäger das Gefühl beschlichen in einer gewissen Art und Weise neu geboren worden zu sein und dass es wichtig war seinen Blick nach vorne zu richten. So ließ er das Kapitel Annuun hinter sich in seinem Leben, an das ihn fortan nur noch der Speer seines Lehrmeisters erinnern sollte und machte sich auf nach Norr Bharrak.

Als der junge Mann die Tore der Hauptstadt erreichte, kamen unweigerlich die negativen Erinnerungen in ihm hoch, die er tief in sich vergraben hatte. Mit ihnen exhumierten sich gleichzeitig auch die Gefühle, welche seinen Geist ein weiteres Mal mit einem Schatten belegten. Doch aus dem kindlichen Träumer war mittlerweile ein robuster und realitätsnaher Mann geworden, der den Nervenkitzel und die Gefahr am Schopf packte, sobald sie sich vor ihm auftat. K'eyshu war ein wahrer und mutiger Jäger geworden und der Schmerz von damals, sowie all die anderen negativen Gefühle tangierten ihn nicht mehr so sehr. Neugierige, aber auch fragende Blicke wurden auf ihn geworfen, denn seine Erscheinung war von unvergleichlicher Schönheit. Zum einen war es seine natürliche Schönheit, die mittlerweile sehr männliche Züge angenommen hatte und den Siebzehnjährigen mit dem dichten, schwarzen Bart ohne Probleme wie 25 ließ, zum anderen war es seine Haltung und sein Auftreten, dass die Blicke auf sich zog. Den kunstvollen Speer von Annuun in seinen Händen, stapfte er erhoben Hauptes und erhaben durch die Straßen von Norr Bharrak. Zwar dauerte es eine Weile, bis man den gewandelten K'eyshu erkannte, doch es machte sehr schnell die Runde, dass der einst kleine Junge von den Toten zurückgekehrt war, denn alle hatten ihn schon nach seiner Flucht für tot erklärt. Der junge Mann genoss die Aufmerksamkeit, die ihm an diesem Tag entgegengebracht wurde. Auch das erste Wiedersehen mit seinen alten Rivalen aus Kindertagen stellte Kewan sehr zufrieden. Mit Freude stellte er fest, dass die meisten noch eher wie Jugendliche aussahen, als wie Männer und mit Neid auf seine Erscheinung und Fähigkeiten blickten. All die Jahre des Streites zahlte er ihnen in diesem einen Moment heim, in dem er als Mann die Stadt betrat, die er einst als Kind verlassen und in die Gleichaltrigen noch als solche lebten. Der K'eyshu, den man einst kannte, den in sich versunken Träumer, den gab es nicht mehr. Nach einer Unterredung mit dem Ältestenrat bei der er offen die Umstände seines Überlebens verschwieg und alle Missgunst dafür in Kauf nahm, ließ er sich wieder in die Gesellschaft eingliedern.
Bald darauf folgte bereist für alle Heranwachsenden die wichtige und wegweisende Wahl des Berufes, so auch für ihn. Schon immer hatte Kewan davon geträumt in die Fußstapfen der Jäger zu treten und sein Leben dieser Passion zu widmen, doch auch etwas anderes fiel dem jungen Mann ins Auge: Die Prüfung der Wächter. Respekt und Ansehen, dazu wollte er es bringen und die Existenz und das Bild aus der Vergangenheit hinter sich lassen. Der Beruf eines Jägers war sehr oft unter den Männern seines Volkes vertreten, doch ein Wächter wurden nur Wenige und diese Wenigen genossen großen Respekt unter den Bewohnern der Eiswüste. Genau das, was K'eyshu zu erlangen gedachte... Auch von der Prüfung selbst hörte man, dass sie durchaus riskant war und man den Gefahren seiner Heimat unter Druck ausgesetzt wurde. Genau das richtige, dachte der junge Mann, der schon innerlich den Herausforderungen und dem Nervenkitzel entgegenfieberte.
Und so passierte es, dass sich Kewan für die fordernde Prüfung entschied. Er war sich seiner Qualifikation und seiner Fähigkeiten mehr als sicher, vielleicht sogar ein bisschen zu sicher, was diese Reise nach Norr Hinthrog zu etwas schicksalhaftem machte. Wie zwei weitere Gleichaltrige, die der junge Mann noch aus seiner Kindheit kannte und, nebenbei bemerkt, nie ausstehen konnte, nahm er die Tasche entgegen, die es in drei Tagen in die zweite Siedlung seines Volkes zu bringen galt. Einen Eissegler konnte sich K'eyshu nicht leisten, der sich gerade erst wieder in der Gemeinschaft eingelebt hatte und kaum fertig damit wurde die eingefallene Hütte seines Vaters wieder herzurichten. Seine Rivalen hingegen, die von Eltern und Großeltern ausgestattet und mit besten Wünschen auf den Weg geschickt wurden, hatten alles was sie brauchten. Zu Mindest was das Materielle anging. Er selbst jedoch, stand allein am Tor, in dicke Kleidung gehüllt und mit Schneeschuhen auf dem Rücken, dem Speer in der Hand. So blickte Kewan seinem Abenteuer entgegen. Zu erst sollte ihn sein Weg einige Meilen geradewegs nach Westen führen, an ein Jägerlager an der Küste. Von dort würde er mit einem kleinen Fischerboot versuchen durch die eisigen Fjorde zu manövrieren und rechtzeitig Norr Hinthrog zu erreichen. Doch es sollte alles anders kommen. An jenem Lager traf K'eyshu erneut auf seine Rivalen, die mit der hohen Geschwindigkeit eines Eisseglers voraus gefahren waren. Ihr Gefährt allerdings lag umgekippt neben den kleinen Zelten und seine Fahrer fochten mit einem Rudel hungriger Eiswölfe um ihr Leben. Die angriffslustitgen Tiere, angelockt von noch nicht verarbeiteter Jagdbeute, sahen in den beiden jungen Männern leichte Beute und hatten kurzerhand angegriffen. In ihrer Flucht waren sie vom Weg abgekommen und hatten sich im letzten Moment noch retten können, ehe ihr Segler beinahe ins Wasser geglitten war. Kewan jedoch fackelte nicht lange. Voller Elan warf er sich zwischen die Biester und die beiden Verängstigten. Nach einem solchen Nervenkitzel hatte er sich schon lange gesehnt und sein Speer hielt blutige Ernte unter den Wölfen, die kurz darauf flohen, doch nicht ohne Spurn zu hinterlassen. Der junge Mann blutete aus vielen Bisswunden und der Kampf hatte viel Kraft gekostet, denn viel Hilfe war von seinen beiden Rivalen nicht zu erwarten gewesen. Starr vor Schock blickten sie auf den verletzten Kewan, der darum kämpfte nicht das Bewusstsein zu verlieren, ehe sie sich ein Herz fassten und ihren Retter auf den Segler hoben. So schnell es ging suchten und fanden sie ihren Weg zum Ziel: Norr Hinthrog. Im Dorf, K'eyshus Geburtsort, nahm man sich seiner an und versorgten seine Wunden in letzter Sekunde. Zwar war er außerstande, die Prüfung erfolgreich zu beenden, doch seinen beiden Rettern gelang dies erfolgreich.
Sein Versagen nagte in der Folgezeit sehr an K'eyshu. Es war ein denkwürdiges Ereignis, was den, nun doch professionellen Jäger, noch einige Zeit beschäftigte. Doch auch wenn er mit seiner waghalsigen Tat womöglich das Leben der beiden anderen Anwärter rettete, indem er sich zwischen die Wölfe und ihre beute gestellt hatte, so war er doch genauso auf ihre Hilfe angewiesen gewesen und hatte die Prüfung, im Gegensatz zu ihnen, nicht zu Ende bringen können. Kewan fühlte sich schlecht. Er war nach eigener Auffassung ein Versager und hatte letztendlich all das nicht erreicht, was er sich so gewünscht hatte. So unzufrieden war er mit sich, dass es ihm in den Fingern juckte, irgendwie seinem Frust ein Ventil zu verleihen. Das äußerte sich nicht nur in Prügeleien und ständigen Alleingängen in die Eiswüste, sondern Kewan fand noch einen ganz anderen Weg... auch wenn diese persönliche Schmach sein ganzes Leben an ihm nagen würde und er all das nur tat, um seinen Selbsthass zu überspielen. Frauen traten in sein Leben und nahmen eine durchaus nicht unerhebliche Rolle darin ein. Durch seine Schönheit und seine draufgängerische Art, die ihn zu etwas ganz besonderem unter seinem Volk machte, fiel es ihm nicht schwer die Perlen von Norr Bharrak zu verführen. Sehr zum Unglück ihrer Eltern... oder Ehemänner, was für den Jäger immer wieder so einiges an Ärger nach sich zog. K'eyshu jedoch kümmerte das wenig. Bald schon kannte jeder den Weiberhelden, vor dem man die Frauen in Sicherheit bringen musste.
Unter den Jägern hatte er schnell seinen Respekt verdient. Furchtlos nahm K'eyshu jedes Wagnis an, dass sich ihm in den weiten der Eiswüste stellte und so gab es schon bald kein Tier mehr, dass die Einöde bewohnte und ihm noch nicht zum Opfer gefallen war. Auch die Gefährlichen, wie Eisbären oder Narwale konnten sich nicht vor ihm entziehen. Vor nichts machte K'eyshu halt. Auch nicht davor allein auf die Jagd zu gehen und das für mehrere Tage bis Wochen. Sogar der ließ er es sich nicht nehmen, in etlichen Versuchen die Eisklippen zu erklimmen, woran er zwar immer scheiterte, doch ihn nach und nach zu einem geschickten Kletterer machte und nur ein weiteres Training für ihn darstellte.Und wenn er doch dann und wann mit seiner Jagdgruppe loszog, erwies er sich als vorzüglicher Sänger und ungestümer Antreiber in schwierigen Situationen. Zwar muss man dazu sagen, dass Kewan bei weitem nicht immer erfolgreich war, mit allem was er tat, doch er versuchte es immer und immer wieder bis es ihm endlich glückte. Alles in allem formte ihn diese Zeit sehr, sowohl körperlich als auch geistig. Die Rückschläge und Erfolge brachten den Jäger seit der missglückten Wächterprüfung fortan nicht mehr aus der Bahn. Er ließ sich durch sein Scheitern nicht abschrecken, ruhte sich auf seinen Erfolgen allerdings auch nicht aus. Sein Lebensstil zusammen mit seinem unermüdlichen Training, dass er ganz im Stile von Annuun fortführte, machte seinen Körper zu einer seiner größten Stärken, auf den er sich in jeglicher Extremsituation immer verlassen konnte. Nach und nach zierten immer mehr Narben seine Haut und zeugten von den Gefahren, die er durchgestanden hatte. Ebenso verewigte der Jäger beinahe seine gesamte Jagdbeute als Tätowierungen, die mittlerweile große Teile seines wohlgeformten Oberkörpers umspannten. Schon damals als K'eyshu zum ersten Mal wieder das innere von Norr Bharrak betrat, bewegte er sich geschmeidiger, flüssiger und leiser als die übrigen Jäger seines Volkes. Doch jetzt, Jahre später hatte sich diese Wirkung noch um einiges Verstärkt. Das Klettern und die viele Bewegung ließ ihn athletischer wirken, ohne seine volkseigene Stämmigkeit zu verlieren. Wenn man ihn so sah, fiel K'eyshu zwar nicht auf, aber wer mehr Zeit mit ihm verbrachte, wusste schnell um seine Besonderheiten.
In der Gemeinschaft von Norr Bharrak allerdings war K'eyshu nach wie vor unbeliebt. Die vielen Liebschaften, sein respektloses auftreten und besonders sein rüpelhaftes Benehmen, das nicht selten in einer Prügelei endete sorgten auch dafür, dass es so blieb. Zwar kümmerte das den Jäger nicht viel, doch half auch nicht sonderlich dabei Freunde zu finden, geschweige denn eine Frau. Niemand war gewillt seine Tochter einem Mann zu überlassen, von dem man hörte, dass er alle zwei Wochen nur knapp dem Tod entgangen sei und darüber hinaus vor nichts und niemandem Respekt hatte. Politisches Aufsehen erregte Kewan allerdings, ganz im Gegensatz zu seinem verstorbenen Vater, nicht. All diese Debatten langweilten ihn, sodass er sich lieber mit interessanteren Dingen beschäftigte. Wenn er mal gerade nicht dabei war etwas Verrücktes zu unternehmen oder die Frau seines Nachbarn ins Bett zu kriegen, ließ er sich von den wenigen Gelehrten seines Volkes Mathematik näher bringen. Schon immer hatte K'eyshu besonderes Geschick mit Zahlen und auch anderen, komplexeren mathematischen Problemen an den Tag gelegt und auch seinen Spaß daran gefunden, weshalb er hin und wieder sein Wissen vertiefte.
Eines Tages allerdings, K'eyshu war mit einer Gruppe Jäger in Norr Hinthrog, um Jagdbeute auszutauschen, da traf er erneut auf den Mörder seines Vaters. Von dem wenigen, was über den Fremden erzählt wurde, der sich nach siebzehn Jahren unauffällig in die Gesellschaft eingegliedert hatte und einer ganz normalen Arbeit nachging, ging nichts ungewöhnliches aus. Doch der mittlerweile Achtundzwanzigjährige hatte nicht vergessen, wer seinen Vater auf dem Gewissen hatte und bei dem Anblick des Mörders kochte die Wut und der Rachedurst sofort wieder hoch. Ohne zu zögern tat er etwas, was Angehörige seines Volkes nie taten und doch, er forderte den Fremden zum Zweikampf auf Leben und Tod. Der ehemalige Verbrecher hatte sich zwar unscheinbar in die Gemeinschaft Norr Bharraks eingelebt und versuchte tatsächlich allem Trubel aus dem Weg zu gehen, doch für den Jäger änderte das nichts an der tiefen Schuld die der Fremde mit sich trug und das besonders, aber nicht allein, ihm gegenüber. Es dauerte eine Weile, bis der Mann überhaupt realisierte wen er vor sich hatte, doch als er es merkte stahl sich ein böses Grinsen auf sein Gesicht. Er nahm an. Noch in der selben Nacht, heimlich und ohne Trubel sollte sich Kewans Rache erfüllen. Zwar hatte er niemals zuvor auf Leben und Tod gegen einen Menschen gefochten, doch der Jäger war fest entschlossen den Zweikampf für sich zu entscheiden und sein Gegenüber zu töten. Der Fremde führte ein Schwert. Es besaß eine kurze Klinge, war jedoch kein Kurzschwert, perfekt für die kleine Körpergröße des Verbrechers, der Kewan allerdings immer noch um mindestens eine Handbreite überragte. Der Kampf entbrannte und am Ende lag der Mörder im Schnee, der sich zu K'eyshus Füßen begann langsam rot zu färben. Die Vergeltung hatte ihr jähes Ende gefunden. Es war kein leichter Kampf gewesen, ganz im Gegenteil. Viele Schnitte und Wunden trug K'eyshu davon, wovon einige dicke Narben hinterlassen würden. Im Gesicht, auf der Brust und auf dem Rücken. Letztendlich hatte Kewan der Erfahrung seines Gegners Tribut gezollt, doch sein unbeugsamer Wille, seine körperliche Form und das nötige Glück ließen ihn siegreich vom Feld der Ehre schreiten, von dem er als Trophäe das Schwert des Erschlagenen an sich nahm. Dieser Kampf veränderte Kewan sehr. Nicht nur, dass er zum ersten Mal in seinem Leben einen Menschen tötete, nein er fühlte sich befreit. Befreit von dem großen Hass, der schon so lange auf seiner Seele lag. Lange hatte er gewartet, auf dass der Mörder seines Vaters für seine Tat büßen musste, doch letztendlich hatte sich diese Geduld ausgezahlt. Doch nicht nur das änderte sich. Annuuns Kampftechnik hatte sich ausgezahlt, auch wenn all die Jahre des Trainings ihn nie zuvor in eine vergleichbare Situation gebracht hatten. Doch K'eyshu hatte verspürte fortan den Drang nach weiteren Kämpfen. Er wollte mehr! Nicht das Töten breitete ihm Freude, es war vielmehr der Kampf an sich, eben diese Situation. Dieser Nervenkitzel war dem Jäger ganz besonders in Erinnerung geblieben. Sein ganzes Leben hatte er bereits nach einer Anspannung wie dieser gesucht und sie endlich gefunden. Nichts war vergleichbar gewesen, außer vielleicht das Gefühl seiner ersten Jagd und da ward ihm klar, dass das ruhige Leben in der Eiswüste nicht das seine war. Besonders jetzt, da er sogar ein Schwert besaß, brannte Kewan förmlich darauf auch diese Waffe einzusetzen. Immerhin war ein Schwert etwas ganz besonderes in seiner Vorstellung. Er spielte sogar mit dem Gedanken für immer auf eigene Faust loszuziehen und sein Glück in der Fremde zu suchen...

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