Profil von Lua

Benutzeravatar
verschollen
Avatar:telthona

Profil

Benutzername:
Lua
Gruppen:

Charakter

Name:
Luanda Myann Elae
Alter:
17
Rasse:
Tigún
Heimat:
Naleryan
Aufenthaltsort:
Eiswüste
Waffen:
Krallen und Zähne
Inventar:
lederne Stoffstreifen, Phiole mit Wasser, Verbände, Heilkräuter, Betäubungsmittel, Lederstiefel, Mantel, Eisbärenfell

Steckbrief

Name: Luanda Myann Elae
Luanda heißt so viel wie, „Geschenk des Mondes“.
Myann ist Luandas Totem, es beschützt und hilft ihr. Sie ist das Totem der Kämpfer.
Elae ist der Name ihrer Familie.
Doch meistens wird sie einfach nur Lua genannt.

Alter: 17 Jahre

Rasse: Tigún

Aussehen - Tag

Luandas Gang ist aufrecht und selbstbewusst, ihr Blick ernst und abschätzend. Die Meisten verwechseln jedoch die Entschlossenheit und Stärke, die sie ausstrahlt, mit Kälte und für manche sieht sie sogar angsterregend aus.

Mit einer Größe von circa 1,79 m überragt Lua viele andere Tigún.
Sie ist schlank und, obwohl man ihr das nicht auf den ersten Blick ansieht, muskulös. Narben zeichnen ihren Körper, jede einzelne Erinnerungen an die Kämpfe und Gefahren, die sie durchstand.
Luanda hat helle Haut, man könnte sie auch als blass bezeichnen. Und das, obwohl sie sich viel in freier Natur aufhält. Durch die Blässe kommen die blauen Streifen auf Luas Haut auch bei Tag schon zur Geltung, man sieht sie deutlicher. Die Streifen ranken sich um ihre Beine, ziehen ihre Wirbelsäure und Rippen nach und bilden auf ihren Armen verschlungene Muster.

Ihre schwarzen Haare haben einen leichten Schimmer, manchmal dunkelblau, manchmal violett. Genau kann man es nie sagen.
Lua sieht wild aus mit ihren meist ungekämmten und verwuschelten Haaren, die genau bis zum Ende ihrer Schulterblätter reichen.

Ihr Gesicht ist oval, ihre großen Augen sind von einem hellen Grün, die Ränder der Iris sind jedoch Dunkelblau.
Luanda selbst hält ihre gerade Nase zu groß für ihr Gesicht.
Auf jeder ihrer Wangen sind zwei bläuliche Streifen, ähnlich einer Kriegsbemalung. Ein anderer, blasser Streifen beginnt an ihrer Nasenspitze, zieht sich über den Nasenrücken zur Stirn, wo er sich dann in mehrere Strahlen aufteilt, die sich in ihrem Haaransatz verlieren.
Sie hat volle, rote Lippen, unter ihnen schauen ihre spitzen Eckzähne hervor.
Streifenmuster zeichnen ihre Hände, die Handflächen werden von Kreisen und Wirbeln geziert.Ihre Finger- und Fußnägel ließen mal stark an die Krallen erinnern, die sie bei Nacht hat, lang und spitz, doch seit längerem schon kaut Lua an ihren Fingernägeln.

Aus alten Stoffen, die meisten worden sogar angespült, hat Lua sich ihre Sachen gemacht.
Im Grunde ist es nur ein hellbraunes, sowohl am Saum als auch an den Ärmeln zerrissenes Kleid. Darüber trägt sie eine zerschlissene lederne Korsage, die man vorne mit einem hellen Strick zusammenbindet. Der Rock wird aus zahlreichen Schichten unterschiedlich langer und meistens schon durchlöcherter Stoffe gebildet. Sie alle sind verschieden gemustert und in braunen und beigen Tönen gehalten. Manche der Verzierungen sind aber auch in allen erdenklichen Blau-, Grün- und Lilatönen vorzufinden. Um den Hals trägt sie an einem ledernen Band eine aus Holz geschnitzte Figur. Sie hat den Kopf eines Fischadlers, die Pranken eines Bären und den Körper eines Wolfs. Es stellt ihr Totem Myann dar.
Schuhe hat Lua keine, jedoch einen ledernen Gürtel, an dem ein kleiner Beutel hängt.


Inventar

In diesem befinden sich ein paar lederne Stoffstreifen, eine Phiole mit Quellwasser, Verbände und verschiedene Kräuter, ein paar zum Heilen und welche zum Betäuben. Denn man weiß ja nie, wann man sich mal aus einer gefährlich werdenden Situation befreien muss, und da ist es ein Leichtes, jemandem eins von diesen Gräsern in sein Getränk zu schütten.


Aussehen - Nacht

In der Nacht wächst Luanda um genau 68 Zentimeter und ist somit 2,47 Meter groß. Ihre Muskeln treten nun deutlich an ihren Armen und Beinen hervor.
Luas Streifen sind jetzt von einem dunklen Blau, was ihre Haut fast weiß aussehen lässt. Ihre Krallen werden schärfer und spitzer, wobei es an ihren Füßen deutlicher ist als an den abgekauten Fingernägeln.
Doch auch diese kann sie jetzt als Waffen verwenden.
Ihre Augen sind wie flüssiges Silber, Mund und Nase ziehen sich in die Länge und seitlich davon sprießen kleine Härchen. Ihre Ohren gleichen sich denen von Katzen an und sitzen weiter oben an ihrem Kopf.
Luandas Zähne werden spitzer und schließlich ist ihr –ja, wie soll man es anders sagen – Maul voller scharfer Reißzähne, die zum Töten bestimmt sind.
Der Schwanz, welcher ihr wächst, erinnert eher an eine Langhaarkatze. Auf dem schwarzen Fell leuchten die blauen Streifen hell.
Auch über andere Teile ihres Körpers ist unregelmäßig nachtschwarzes, gestreiftes Fell verteilt.


Charakter


Lua ist eine Einzelgängerin. Von Gesellschaft ist sie nicht besonders angetan, Dinge erledigt sie im Alleingang. Sie hasst es, sich von jemandem helfen zu lassen und so Schwäche zu zeigen. Als jüngste von vier Kindern musste sie sich immer beweisen, das machte sie stark. Da sie immer nur die geteilte Aufmerksamkeit genoss, lernte sie früh, unabhängig zu sein. Sie hasst es, eingeengt zu werden, oder an Verpflichtungen gebunden zu sein.
So würde man Lua nicht gerade als angenehme Zeitgenossin bezeichnen. Sie redet nicht viel, ist eher in sich gekehrt. Doch nicht, weil sie schüchtern ist, eher weil sie keine Angriffsfläche geben möchte. Mit Fremden spricht sie so gut wie gar nicht, um sich mit ihr anzufreunden muss man Geduld und Zeit investieren. Luas Misstrauen macht es ihr schwer, neue Freunde zu finden, da sie ihn ihnen meist nur das Schlechte sieht, das, was ihr zur Gefahr werden könnte. Ja, man könnte Lua manchmal auch fast schon paranoid nennen.
Lua lässt sich leicht provozieren. Sie wird dann auch schon mal sehr ungemütlich, wenn nicht sogar handgreiflich werden. Wegen ihrem ungezügelten Temperament hatte sie auch schon viele Probleme. Sie legt sich gern mit anderen an, um ihre Stärke und Überlegenheit zu demonstrieren. Jedoch hat sie nach einiger Zeit und den vielen Malen, als sie Niederlagen einstecken musste, gelernt, sich offensichtlich Stärkeren zu fügen, auch wenn sie sich noch schwer damit tut.
Sie ist sehr selbstbewusst und intelligent, weshalb sie aus Wortgefechten meist als Siegerin hervortritt. Sie ist sehr stolz und würde es niemals zugeben, wenn sie einen Fehler gemacht hätte. Sturheit und Ungeduld zeichnen sie aus, zwei weitere Gründe, die ihr das Anfreunden mit anderen erschweren. Sie beharrt kontinuierlich auf ihre Meinung, und wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hat, möchte sie es unbedingt erreichen. Lua kann sich nicht kontrollieren und ist sehr wechsellaunig. Sie kann von einem Moment zum anderen wütend werden, manchmal weiß sie nicht einmal, warum. Lua ist sehr temperamentvoll –hitzig und ungestüm, sagt man der jungen Tigún nach.
Loyalität und Vertrauen spielen bei ihr eine große Rolle. Sie erwartet es von sich selbst genauso wie von anderen. Ihrer Familie vertraut sie vollkommen, sie ist für Luanda das wichtigste im Leben. Für ihre Familie würde sie sogar ihr Leben geben, ansonsten hat sie einen hohen Selbsterhaltungstrieb und würde eher sich selbst retten.
Lua ist sehr risikobereit. Sie lässt keine Gelegenheit aus, um sich selbst zu prüfen und zu beweisen. Dass sie sich dabei auch oft verschätzt, beweisen die Narben auf ihrem Körper.
In Luas Familie ist es Brauch, dass die Kinder nach ihrer ersten Verwandlung einem Totem zugewiesen werden, dass bestimmte Eigenschaften hat. Luas Totem ist Myann. Es hat den Kopf eines Fischadlers, als Zeichen für Intelligenz und Scharfsinn; die Pranken eines Bärs für die Stärke und den Körper eines Wolfs für Schnelligkeit. Lua beruft sich in gefährlichen Situationen auf ihr Totem. Es gibt ihr Kraft und Vertrauen in sich selbst. Zwar betet sie nicht direkt zu ihm, doch man könnte es schon als eine Art Religion bezeichnen. Zu einem Tier aufzusehen, ist für sie normal, doch sie versteht nicht, wie diese Menschen auf dem Festland zu Leuten im Himmel, diesen sogenannten „Göttern“, beten können, die gar nicht existieren.
Luas Ziel ist es, sich nachts besser zu kontrollieren. Denn obwohl sie viel übt, ist sie in der Nacht deutlich aggressiver und noch unberechenbarer als am Tag, wird nur noch von ihren Instinkten geleitet. Sie hat meist nur noch fetzenweise Erinnerungen an die vergangenen Nächte.
Angst hat Lua nur vor einem: sich selbst. Sie hasst es, dass sie sich nicht sonderlich beherrschen kann und so schon von ihr geliebte Menschen verletzte. Dabei hegt sie keinen Hass gegen andere Tigún. Ein besonderes Missfallen hat Luanda gegenüber Werwesen. Es wurde ihr von Anfang an beigebracht, dass diese die Tigún vertrieben und töteten, und so hat sie diese Abneigung übernommen. Doch würde sie auf eines dieser Wesen treffen, würde ihre allgegenwertige Neugier, die sie aber gut zu verstecken indem sie durch ihre Wortgewandtheit ihrem Gegenüber unbemerkt Informationen entlockt, siegen, und sie würde sich wahrscheinlich neutral verhalten. Als kleines Kind verbrannte Lua sich am Feuer. Sie hat zwar keine Angst davor, denn wer könnte sich schon vor Wärme und Licht fürchten, doch hielt sie stets etwas mehr Abstand zu den Flammen.
Obwohl Lua es versteht, ihre Ängste zu verbergen, ist sie nicht unverwundbar. Am schlimmsten würde sie der Tod eines ihrer Familienmitglieder treffen, vor allem, wenn sie selbst daran schuld wäre.
Nun, da Lua auf dem Festland ist, möchte sie so viel wie möglich von der neuen Welt entdecken. Doch auch wünscht sie sich, zu ihrer Familie zurückkehren zu können, irgendwann, wenn sie alles gesehen hat.




Waffen
Tagsüber verteidigt sie sich mit Händen und Füßen, nachts sind ihre einzigen Waffen ihre Zähne und Krallen.


Fähigkeiten

Wie bei allen Tigún sind Luandas Sinne ausgeprägter als bei anderen Rassen, was es ihr erleichtert, Wasser zu finden oder Gegner ausfindig zu machen. Doch schadet es ihr auch zu einem gewissen Teil. Geräusche, die Menschen einfach nur als laut ansehen, verursachen bei der Tigún Kopfschmerzen, von intensiven Gerüchen wird ihr schwindlig.
Doch sie hat es gelernt, für kurze Zeit ihre Sinne abzustumpfen, indem sie sich auf eine bestimmte Sache konzentriert und andere Geräusche, Gerüche,… ausblendet; obwohl sie das stärkeren Gefahren aussetzt und verletzbarer macht.
Luanda ist eine gute Kämpferin, von ihrer Schwester erlernte sie verschiedene Angriffs- Verteidigungstechniken.
Sie weiß, wo sie welche Schläge und Tritte platzieren muss, um Gegner möglichst hart zu treffen, Knochen zu brechen und bewusstlos zu schlagen. Doch dieses Wissen umzusetzen, hat sie manchmal noch Schwierigkeiten. Mit ihrem rechten Arm kann sie so gut wie gar nichts mehr machen, außer vielleicht ihn schützend vor sich zu halten. Also schlägt sie meist nur mit der linken Faust – was ihr zum Verhängnis werden könnte, wenn jemand diesen Arm festhält - zu oder tritt nach einem Gegner. Damit kommt sie Wenn das Überraschungsmoment auf ihrer Seite ist, hat sie gute Chancen, zu gewinnen. Mit ihren ausgeprägten Sinnen weicht sie schneller aus, als so mancher Mensch es könnte. Gegen diese hätte sie auch eine beträchtlich größere Chance als gegen ihre Artgenossen.
Aber mit Waffen kann sie nicht umgehen. Vielleicht gerade noch das Zustechen mit einem Messer würde sie hinbekommen, aber darüber hinaus wird es schwierig.
Doch Lua könnte recht schnell neue Sachen erlernen, sie war schon immer sehr ehrgeizig.
Anschleichen war für sie nie ein Problem, und schnell ist sie auch. Und sie kann über lange Strecken auch eine relativ hohe Geschwindigkeit halten.
Das Einzige, womit sie sich noch schwertut, ist das Klettern. Lua hat nämlich Höhenangst, auch wenn sie es nicht zugibt.
Da Luandas Familie nicht weit entfernt vom Meer wohnte, erlernte sie schon ziemlich früh das Schwimmen.
Lua kann ein Feuer machen, Nahrung zubereiten und über Pflanzenkenntnisse verfügt sie auch. Sie kennt die meisten Pflanzen der Insel, kann zuordnen, ob jene giftig ist oder nicht und welchen Teil man essen oder für verschiedene heilende, oder betäubende Pasten verarbeiten kann. Dabei beziehen sich ihre heilerischen Kenntnisse nur auf oberflächliche Schmerzlinderungen und Heilungsprozess beschleunigende Pasten. Ihre betäubende Mischung zeigt sich erst einmal mit Schwindel, nach kurzer Zeit verliert der Betroffene das Bewusstsein und kann sich nach dem Aufwachen je nach Größe, Gewicht und Menge der Betäubung, nicht oder nur noch verschwommen an das Erlebnis erinnern. Nur wenige behalten einen klaren Kopf.
Sie kann Löcher behelfsmäßig nähen, doch bei ihrem Kleid hat sie es schon lange aufgegeben.
Da die Tigún keine Schrift haben, hat Lua weder das Lesen noch das Schreiben erlernt.
Genauso wenig beherrscht sie den Umgang mit Zahlen, und schon gar nicht mit diesem Metall, mit dem die Menschen handeln, wie sie von ihren Geschwistern wusste. Was brachten einem kleine metallene Stücke?
Auf ihrer Reise hat sie ein paar Worte in der Sprache der Steppenreiter gelernt, genug, um sich mit anderen zu verständigen. Außerdem kann sie etwas coreonisch, doch spricht sie mit einem Akzent in ihrer eigenen Ursprache.
Handwerklich ist sie nicht besonders begabt, sie kann etwas schnitzen, doch bringt sie das auch nicht sonderlich weiter.
Im Gegensatz zu ihren Geschwistern ist Lua musikalisch begabt. Sie kann zwar kein Instrument spielen, hat noch nicht mal eines gesehen, aber ihre Stimme klingt wunderschön, wenn sie singt und ihre Bewegungen beim Tanzen sind fließend und so leicht, als ob sie schwebt. Doch Lua singt und tanzt nur, wenn niemand sie beobachten kann, sie schämt sich für dieses Talent.
Lua hat von ihren älteren Geschwistern Geschichten über Menschen gehört, die auf Tieren reiten. An den Namen dieses Tieres konnte sich Lua nicht erinnern, aber gleich am nächsten Tag versuchte Lua, sich auf einen Hirsch zu schwingen. Natürlich ohne Erfolg und mit mehreren blauen Flecken beschloss sie, das Reiten erst einmal auf Eis zu legen. Heute wundert sie sich, wie man Tiere nur so quälen kann.


Nachts wird Lua aggressiv und man sollte sich ihr besser nicht nähern. Immer im Auge behalten muss man ihre Krallen und Zähne, mit denen sie kämpft. Sie übt immer noch, sich unter Kontrolle zu behalten und hat inzwischen schon ein paar Erfolge erzielt. Die meiste Zeit verbringt sie damit, sich im Unterholz zu verstecken und auf Tiere zu warten, die sie dann aus dem Hinterhalt angreifen kann. Sie versucht, keinen anderen Tigún über den Weg zu laufen. Denn dann würden ihre Instinkte sie beweisen lassen wollen, dass sie die Stärkere ist und des Nachts hat sie kein Gefühl dafür, welchen Gegnern sie überlegen ist und welchen nicht.
Doch oft erinnert sie sich nicht, oder nur wenig daran, was in der vergangenen Nacht passierte.

Restliches
Lua ist Linkshänderin. Aufgrund einiger Kämpfe in der Vergangenheit hat sie in drei Fingern ihrer rechten Hand kein Gefühl mehr, und durch mehrere Brüche des Armes kann sie mit diesem nicht mehr so stark zu schlagen wie mit dem linken.


Magie/Zauber

Wie alle Tigún, kann auch Lua keine Magie wirken.


Vergangenheit

Luandas Eltern Jerái und Lîra kannten sich schon von Kindheit an und nachdem sie endlich zueinander gefunden hatten, warteten sie mit dem ersten Kind nicht mehr lange. Doch stellte sich bald heraus, dass Zwillinge unterwegs waren. Vi´kaan und Caribya. Jahre später, schon lange nach den ersten Verwandlungen der Zwillinge, kam Indias zur Welt.
Luanda wurde also in eine Familie mit drei Kindern hineingeboren. Die Familie lebte in einer gemütlichen Höhle fernab von anderen Tigún am Rande des Waldes und nicht weit entfernt vom Strand.
Zur Zeit Luas Geburt waren Vi´kaan und Caribya schon 12 Jahre alt und konnten sich mit viel Konzentration schon einigermaßen unter Kontrolle halten, die kleine India war gerade einmal zwei Jahre alt und hatte sich somit noch nicht verwandelt.
Einen Tag vor der Sommersonnenwende fand sich die ganze Familie am Schlafplatz der Eltern ein. Lîra hielt ihre Tochter in den Armen. „Luanda“, sagte sie stolz, „Luanda Myann Elae.“
Bild Alfiriel
Die ersten Jahre erkundete Luanda mit ihren älteren Geschwistern die Insel, spielte mit Indias oder suchte mit ihrer Mutter nach Kräutern. So lernte sie selbst auch und konnte schon mit fünf Jahren einige Kräuter erkennen.
Am Abend blieb sie meistens zusammen mit Indias zuhause, ihren Vater als Wächter vor der Höhle. Bis eines Abends auch Indias sich verwandelte. Mit sieben Jahren war sie recht spät dran. Die Fünfjährige Luanda schaute entsetzt mit an, wie ihre große Schwester sich veränderte und plötzlich ein Monster vor ihr stand. Sie fing an zu weinen, was glücklicherweise ihren Vater anlockte. Er konnte gerade rechtzeitig zwischen die Beiden treten und einen Angriff verhindern. Das war die erste von vielen Nächten, in denen die kleine Lua allein in der Höhle blieb. Am Morgen wartete die Tigún vor der Höhle, bis ihre Geschwister nach Hause kamen. Ihre Eltern blieben meist länger weg. Oft sah Lua die blutverkrusteten Kleider ihrer Schwestern, den blutigen Mund ihres Bruders und den letzten silbrigen Glanz in den Augen der drei, was in Lua Angst hervorrief, aber paradoxerweise auch eine gewisse Neugier. Was war wohl am Abend zuvor passiert? Was würde ihr später alles passieren?
Ihr Bruder Vi´kaan interessierte sich für die Völker Alvaranias und erzählte ihr viele Geschichten über die Elfen, Menschen, Shíin…
Caribya trainierte Luanda. Sie ging mit ihr laufen und so wurde Lua ausdauernd und schnell. Auch zeigte sie ihr, wie sie sich verteidigte schon bald beherrschte Luanda einige Nahkampftechniken und konnte Angriffe auch abblocken. Was ihr nur helfen konnte, falls sie einmal flüchten musste.
Wie ihre ältere Schwester, verwandelte auch Lua sich recht spät. Sie war wie fast jede Nacht wieder allein in der Höhle und plötzlich merkte sie, wie sie sich veränderte. Ein Ziehen ging durch ihre Glieder, als ihre Muskeln sich veränderten und ihr Körper sich dehnte. Ihr Gesicht prickelte, als sich die Schnauze bildete und ihre Zähne schmerzten, als sie sich veränderten.
Nach der Verwandlung kann sich Lua nicht mehr an vieles erinnern. Sie weiß noch, dass sie in den Wald gelaufen ist.
Am nächsten Morgen wachte sie mit Blut an den Kleidern auf. Wen sie alles verletzt oder getötet hatte, oder ob es ihr eigenes war, wusste sie nicht. Sie stand tränenüberströmt auf und schleppte sich irgendwie zurück zur Höhle, wo ihre Eltern und Geschwister schon auf sie warteten, Lua beruhigten und ihre Wunden verbanden.
Später am Tag kam ihr Vater zu ihrem Schlafplatz und setzte sich neben sie. Er erklärte ihr, dass jeder aus der Familie nach seiner ersten Verwandlung eine Kette bekam. Eine Kette mit seinem jeweiligen Totem. Jedes dieser Totems hatte verschiedene Eigenschaften, die dem Träger helfen und ihn leiten sollten. Und bei Luanda war es Myann, die Kriegerin.
Jerái öffnete seine Hand, und in ihr befand sich ein Lederband mit einer kleinen Holzfigur daran, die eine Mischung aus Wolf, Bär und Adler war. Lua ließ sich die Kette von ihrem Vater umbinden und hatte sie seither nicht einmal abgenommen.
Jeden Abend, an dem sie sich verwandelte, passierte das Gleiche: Sie hatte nur noch verschwommene Erinnerungen an Blut, Tiere oder andere Tigún. Und jeden Morgen wachte sie mit getrocknetem Blut an ihrem Körper auf. Auch ihren Geschwistern passierte das noch, doch vielweniger als ihr selbst. War es nur die innere Beherrschung, die sie davor bewahrte, die Kontrolle zu verlieren? Oder steckte noch etwas anderes dahinter?
Nach zwei Monaten ging Lua zu ihrem Vater und bat ihn darum, ihr beizubringen, wie sie sich kontrollieren kann. Fast ein halbes Jahr übten die beiden, bis sich die ersten Erfolge zeigten. Lua war nun auch nachts im Wachzustand und bekam alles mit. Aus Angst, jemandem wehzutun, hielt sie sich meist von anderen Tigún fern. Bei dem Geruch von Blut konnte sie sich aber nach wie vor nicht beherrschen.
Bis zu ihrem zwölften Geburtstag passierte nichts Unvorhergesehenes bis auf ein paar Kämpfe gegen andere Tigún, in denen Lua nicht selten den Kürzeren zog.
Sie blieb nun auch oft zuhause bei ihrer Mutter und lernte verschiedene Haushaltsarbeiten wie zum Beispiel Nähen, waschen, Feuer machen oder Nahrung zubereiten. Lua wurde möglichst früh alles beigebracht, was sie zum Überleben brauchte.
In den Nächten übte sie allein, sich auf zwei statt vier Beinen fortzubewegen. Schließlich gelang ihr auch das, und ab dieser Zeit lief sie nur noch, wenn sie schnell sein wollte, also bei der Jagd oder auf der Flucht auf vier Beinen.
Eine Nacht in ihrem 15. Lebensjahr traf sie auf einen anderen Tigún, als sie nach langer Zeit versteckt wieder draußen im Wald umherstreifte.
So etwas passierte nicht oft, Lua lebte weit abseits von anderen Tigún und traf sie einen ignorierte sie ihn meistens. Direkte Konversationen ging sie nur selten ein. Lua beobachtete lieber als zu reden.
Der Tigún musterte sie angriffslustig, es musste ein jüngerer sein, dachte Lua. Eigentlich wollte sie sich umdrehen und weglaufen, damit sie ihn nicht verletzte. Doch dann bemerkte sie das Blut an seinem Arm.
Sie wechselte in den Raubtiermodus. Ein Knurren drang aus ihrer Kehle, und eine Weile umkreisten sich die Tigún, bereit zum Angriff, bis Luanda schließlich einen Satz nach vorn machte…
An mehr konnte sie sich nicht erinnern. Am nächsten Morgen wachte sie mit vielen Kratzern und mehreren größeren Wunden auf, und von dem anderen Tigún war keine Spur.
Lua lief unter Schock nach Hause. Die nächsten Monate über sprach sie nicht viel mit ihrer Familie, und nachts wagte sie sich nicht mehr aus der Höhle heraus. Der Gedanke, dass sie einen anderen Tigún, vielleicht sogar einen Bekannten, umgebracht hatte, nagte an ihr.
Lua sprach nun nur noch selten mit anderen, zog sich mehr und mehr zurück,
Davon, dass ihre Befürchtungen sich bald bewahrheiten sollten, ahnte sie nichts.
Ein paar Monate nach Luas 16. Geburtstag streifte sie schon vor Anbruch der Nacht in den Wäldern umher. Bald spürte Lua das inzwischen vertraute Ziehen, mit dem sich ihr Gesicht verformte und ihre Muskeln verstärkten. Sie landete auf vier Beinen und lief im Wald umher. Sie lauschte auf Wild, dass sie reißen konnte und wollte gerade eine andere Richtung einschlagen. Doch der Weg wurde von einem anderen Tigún versperrt.
Luanda stieß ein Fauchen aus, das die Aufmerksamkeit ihres Gegenübers auf sie lenkte.
Ohne Nachzudenken, denn sie war schon mehr Raubtier als Tigún, stürzte Lua sich auf den anderen. Sie war stärker und riss ihn zu Boden. Sein Gesicht zeigte nur ein Gefühl: Panik. Und Lua registrierte noch etwas anderes. Das vertraute schwarze Haar, die gleichen Augen, nur in Silber.
Indias.
Das war das letzte, an das Lua sich erinnerte, bevor sie sich, unfähig etwas anderes zu tun, im Hals ihrer Schwester verbiss.
Als Lua die Augen öffnete, sah sie wie immer, den Wald über sich. Sie richtete sich auf und musste sich an einen Baum lehnen, weil sich alles drehte.. Dann stürmte die Erinnerung an vergangene Nacht auf sie ein. Sie hatte Indias angegriffen!
Sofort lief Luanda zu ihrer Höhle, um nach Indias zu sehen. Doch sie war nirgendwo zu finden. Panik übermannte Luanda. Sie hatte vielleicht ihre Schwester verletzt. Oder get…Nein! Daran durfte sie nicht denken.
Sie versteckte sich im Gebüsch in der Nähe ihrer Höhle und wartete. Nach einer Stunde kamen Caribya und Vi´kaan, danach ihre Eltern und schließlich, nach mehreren Stunden taumelte Indias aus dem Wald. Sie war schwer zugerichtet und Lua musste ein Schluchzen unterdrücken.
Dann fasste sie einen Entschluss. Sie musste hier weg.
Die Gefahr, dass sie noch jemanden verletzte, war zu groß. Wäre es ein fremder Tigún gewesen, wäre es ja nicht so schlimm. Doch ihre eigene Schwester? Das konnte Luanda nicht mit sich vereinbaren. Eher würde sie selbst sterben, als jemand aus ihrer Familie Schaden zuzufügen. Doch sich umzubringen, würde sie nicht schaffen. Also blieb er nur noch dieser Weg.
Sie schlich sich in die Höhle und holte Vorräte. Ein paar Hasen und ein halbes Wildschwein, sowieausreichend Wasser für eine Woche, denn mehr plante sie nicht ein, war alles, was sie tragen konnte.
Was sie sonst noch brauchte, befand sich in dem Beutel an ihrem Gürtel. Ohne „Auf Wiedersehen“ zu sagen, denn ein Wiedersehen würde es nicht geben, oder sich umzudrehen, ging Luanda zum Strand. Dort befand sich ein altes, aber noch fahrtüchtiges Ruderboot. Ohne zu überlegen, lud sie ihre Vorräte ab und schob es ins Wasser. Sie sprang auf und ruderte so lange, bis die Inseln außer Sicht waren. Tränen liefen ihr übers Gesicht, die Gewissheit, ihre Familie nicht wieder zu sehen, nagte an ihr. Sie ruderte angestrengt und zwang sich, nicht umzudrehen und zu den Inseln zurückzukehren. Lua hörte erst auf, als sie ihre Arme vor Schmerz nicht mehr Rühren konnte. Sie fiel in einen tiefen Schlaf, und sie wachte auch während der Verwandlung nur kurz auf.
Eine gute Woche verging, bis sie mit ihrem Boot einen schmalen Küstenstreifen sah, umgeben von steilen Klippen. Sie zog ihr Boot aus dem Wasser und suchte sich einen Weg nach oben, um die Gegend zu erkunden. Außerdem musste sie sich etwas zu essen suchen und auch das Wasser war knapp geworden. In ihrer nächtlichen Gestalt riss sie Tiere, unbekannte, fremdartige Kreaturen. Sie waren schneller als sie es von den Tieren auf den Inseln gewohnt war und Lua musste sich anstrengen, überhaupt etwas zu fassen zu bekommen. Am nächsten Tag nahm sie die Reste mit runter zu ihrem Boot. Die Krüge mit Wasser füllte sie an einer nahen Quelle, dann machte sie sich zur Weiterreise bereit. Als sie wieder auf dem Wasser war, kam ihr eine Erinnerung aus der vergangen Nacht in den Sinn. Sie hatte zum ersten Mal in ihrem Leben andere Wesen gesehen. Doch sie glaubte nicht, dass es Menschen waren. Eher sahen diese Wesen aus wie die Eidechsen auf den Inseln, die sie immer geärgert hatte, als sie kleiner war. Diese Kreaturen weckten Luandas Neugier auf das Festland. Ihr Bruder hatte ihr nie etwas von Echsenmenschen erzählt, was gab es dann wohl noch für Wesen, von den sie nichts wusste?
Weitere Zeit verging und das kleine Boot lief erneut an einem Strand ein. Luas Vorräte waren schon vor zwei Tagen zu Ende gegangen und die erschöpfte Tigún schleppte sich bis zu den ein paar Meter, und döste dort ein. In ihrer Nachtgestalt kam sie wieder zu Kräften.
Das Boot wurde ihr zur Last, da der Weg über Land viel einfacher war. Hier würde sie genug zu essen haben, tagsüber könnte sie schlafen und nachts weite Strecken zurücklegen.
Lua beschloss, einem Fluss zu folgen. Sie passierte viele Wälder, kam über weite Wiesen und an steinigen Stellen vorbei. Sie kam gut voran, sah viele neue Dinge und gewöhnte sich mehr und mehr an den Kontinent. Natürlich dachte sie noch oft traurig an ihre Familie, aber sie konnte sich dem Sog eines Abenteuers in der fremden Welt nicht entziehen. Wenn Lua sich tagsüber ausruhte, kam es vor, dass sie in weiter Ferne Tiere beobachten konnte. Doch es waren keine normalen Tiere, sie erinnerten die Tigún sehr an die Echsenmenschen. Wesen mit dem halben Körper eines Tieres. Glücklicherweise wurde Lua nie entdeckt. Dem Fluss stets in Richtung der Quelle folgend, gelangte sie von den Wäldern, die denen auf der Inseln so erstaunlich ähnlich sahen, in einen Teil des Kontinents, wo riesige Flächen nur von Gräsern und vereinzelten Bäumen bedeckt waren. Wochenlang traf sie keine einzige Seele, auch das Jagen wurde ihr zum Verhängnis. Oft sah sie über mehrere Tage kein einziges Tier und ihre mitgebrachten Vorräte neigten sich dem Ende. Eines Tages wurde die junge Tigún von lauten Geräuschen geweckt. Eine Horde Menschen, jedenfalls glaubte Lua, dass es Menschen waren, saßen auf Tieren und kamen direkt auf sie zu. Dicht vor ihr hielten sie an, einer stieg von seinem Tier herunter und begann zu reden. Lua verstand kein einziges Wort, was die Reiter auch zu bemerken schienen. Ratlos fragten sie untereinander, was sie mit dem Mädchen machen sollten, und nach einigen Diskussionen beschlossen sie, Lua mitzunehmen. Diese wusste gar nicht wie ihr geschah, da wurde ihr die Leine eines Tiers in die Hand gedrückt. Und obwohl sie den Menschen mit Misstrauen begegnete, wusste sie, dass das vielleicht die einzige Möglichkeit sei, zu überleben. Wer weiß, wie lange sie ohne eine weitere Beute durchgehalten hätte. Die Menschen trauten ihr auch nicht so ganz, dass merkte die Tigún sehr wohl. Sie zeigten mit ihren Fingern auf sie und wunderten sich über ihr Aussehen, über die bläulichen Streifen, das wusste sie. Doch niemand schien ihre Rasse zu kennen, und wenn doch, hielten sie sie für ein Märchen. Nachts hielt sich Lua immer auf Abstand zu der Gruppe, um niemanden zu verletzen. So freundete sie sich langsam mit den Menschen an und erlangte ihr Vertrauen. Nach einiger Zeit kannte sie auch ein paar Worte in der fremden Sprache und konnte einfache Unterhaltungen mit der Gruppe führen. Als sie auf ihrer Reise größere Handelsstraße passierten, trennte sich Lua von den Steppenreitern. Einige Monate waren vergangen, seit sie das Festland betreten hatte und so langsam gefiel ihr ihr neues Leben. Wenn das das Gefühl von Freiheit war, konnte Lua gar nicht genug davon bekommen. Ihre Abenteuerlust war geweckt worden und so reiste sie weiter. Manchmal heftete sie sich Kutschen an den Fersen und belauschte Gespräche in fremden Sprachen, wenn sie tagsüber nicht schlief, suchte sie bei vorbeifahrenden Händlern eine Mahlzeit oder fuhr bei ihnen mit. Denn obwohl die meisten Händler ihr aufgrund ihres Aussehens eher misstrauisch begegneten, konnten die meisten dem hübschen Mädchen ihren Wunsch nicht verwehren.
Oft stahl sie von den Händlern oder Siedlern, um zu überleben. Stolz war sie nicht auf darauf. Mithilfe der Händler erreichte sie nach fast einem Jahr den großen See Nii – Talúta. Die Händler hatten viele Geschichten erzählt, die sich um das Gewässer rankten und obwohl Lua nie alles verstand, glaubte sie kein einziges Wort. Rotes Wasser? Doch als sie es mit ihren eigenen Augen sah, musste sich auch die Tigún eingestehen, dass die Händler recht hatten. Rot wie Blut, schoss es ihr durch den Kopf.
Am nächsten Tag legte sie sich nicht weit entfernt von einem kleinen Dorf schlafen. Geweckt wurde sie von einem Scharren. Schläfrig öffnete sie die Augen und sah vor sich die Silhouette eines Mannes. Hellwach sprang sie auf und brachte eingen Abstand zwischen sich und den anderen. Dann sah sie einen Dolch in seiner Hand blitzen. „Dreckige Tigún..“, hörte sie ihn wispern. Ohne groß zu überlegen sprang sie nach vorn, schlug dem überraschten Mann das Messer aus der Hand und trat zu. Schnell sprang sie über dem sich auf dem Boden windenden Menschen und rannte weg von dem Dorf nach Norden.
Sie wusste nicht, wohin sie lief, doch sie musste weiter. Immer weiter.

Kontaktdaten von Lua

Benutzer-Statistik

Registriert:
So, 18. Aug 2013 22:23
Letzte Aktivität:
Di, 10. Mär 2020 20:44
Beiträge insgesamt:
13
(0.04% aller Beiträge /0.00 Beiträge pro Tag)
Am meisten aktiv in Forum:
Die Eiswüste
(13 Beiträge /100.00% der Beiträge des Benutzers)
Am meisten aktiv in Thema:
Inmitten der eisigen Wildnis
(13 Beiträge /100.00% der Beiträge des Benutzers)

Signatur

Es ist das Schicksal eines Genies, unverstanden zu bleiben,
doch nicht jeder Unverstandene ist ein Genie.