Profil von Asua

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Glücksritter
Avatar: `Anathematixs

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Benutzername:
Asua
Gruppen:

Charakter

Name:
Asua Estanór
Alter:
44
Rasse:
Elf (Bergelf)
Heimat:
Yath-Zuhárra
Aufenthaltsort:
Das Gebirge
Waffen:
Gliederring

Steckbrief

Hauptaccount: Rahela

Name: Asua Estanór, "Die eiserne Jungfrau"

Alter: 44 (sieht aus wie ein 26 jähriger Mensch)

Rasse: Elf, Bergelf

Aussehen:

Asua ist eine hübsche junge Frau, die dank der elfischen Gegebenheiten deutlich jünger aussieht, als sie tatsächlich ist. So sieht sie mit ihren vierundvierzig Jahren aus wie eine sechsundzwanzigjährige Menschenfrau. Sie besitzt ein schmales, leicht herzförmiges Gesicht mit einem vornehmlich blassen Hautton. Ihre Gesichtszüge wirken recht kühl und unnahbar, beinahe schon arrogant, eine Eigenschaft, die den meisten Bergelfen zugrunde liegt. Ihre Augen sind von einem kühlen Grau, wie Blaustein, welchen man in der Zuhandal-Kette Zuhauf findet, und sind von schwarzen, dichten Wimpern eingerahmt, und ebenso kühl und oft ausdruckslos blicken Asuas Augen in die Welt, so dass man beinahe annehmen müsste, Asua interessiere sich für kaum etwas, was aber nicht der Wahrheit entspricht. Ihre Nase ist hübsch gewachsen, ihre hohen Wangenknochen vervollkommnen Asuas Gesicht. Ihre Lippen sind voll und von einem blassen Rotton. Oft sieht man diese Lippen nicht zu einem Lächeln verzogen, was ihrem Gesicht noch etwas zusätzliche Strenge verleiht. Ihre großen, spitzen Elfenohren sind meistens unter ihrem dichten, langen, und rabenschwarzem Haar verborgen, welches ihr beinahe bis an die Hüfte reicht. Nur manchmal lugen die Elfenohren zwischen ihren Haaren hervor. Sie trägt ihr Haar meistens offen, und sie hat es noch nie in ihrem Leben schneiden lassen, eine Tatsache, worauf sie irgendwie stolz ist, auch, wenn es dadurch an den Haarspitzen ein wenig dünn zuläuft, woran Asua sich allerdings nicht stört. Asua ist recht zierlich, mit einer Größe von 1,70cm wiegt sie ungefähr 60 kg. Allzu weiblich ist Asuas Körper nicht. Die Arme und Beine recht schlank und zart, die Brust ist nicht übermäßig entwickelt, die Taille ist ebenso schmal, und auch ihre Hüften sind nicht übermäßig stark ausgeprägt. Asuas aufrechte Körperhaltung zeugt von einem unbeugsamen, und stolzen Charakter.

Asua trägt ein langes, dunkles, langärmeliges Kleid, aus hochwertigem Diamantköper, welcher von der Wolle der schwarzen Ziegen und Schafe stammt, welche im Gebirge von Zuhandal domestiziert wurden, und als Nutztiere gehalten werden. Um ihren Hals trägt sie eine goldene, filigrane Kette, an welcher ein blutroter Granat baumelt, der im Antikschliff geschliffen wurde. Es ist das einzige Schmuckstück, welches sie trägt. Ein dunkler Wollumhang mit weiter Kapuze, aus dickem gewalktem Wollstoff, komplettiert ihr Gewand, diesen trägt sie allerdings nur im Winter. Asua hat robuste Stiefel aus dickem Kernleder, welche für die schroffe und unwegsame Umgebung der Zuhandal-Kette geradezu ideal sind. Sie reichen Asua ungefähr eine Handbreit bis unter die Knie, und haben eine breite Krempe, die man hochklappen kann, sollte es zum Beispiel durch hohe Schneelage erforderlich sein. Asua trägt außerdem einen dunkelbraunen, ca. zwei Zentimeter schmalen, gut eingetragenen Gürtel, der ebenso aus hochwertigem Kernleder besteht. Der Gürtel wird vorne geknotet, hat Überlänge, ist kunstvoll punziert, und hat an seinem Ende einen ebenso kunstvollen Messingbeschlag. Asuas Kleidung und ihre äußere Erscheinung zeugen davon, dass sie aus gutsituierten Verhältnissen stammt.



Waffen:

Asua ist im Grunde der Meinung, dass sie keine Waffe braucht. Sie hat auch nie den Umgang mit einer solchen gelernt. Dennoch, es kann nie schaden, eine subtile und unscheinbare Waffe bei sich zu haben, und da die Schmiedekunst der Bergelfen in aller Munde, und Asua auch eine stolze Vertreterin ihres Volkes ist, besitzt sie für ihre rechte Hand an jedem Finger einen Fingergliederring, welcher in Form einer Kralle geschmiedet wurde. Diese Krallen wurden mit sehr filigranen Symbolen der Erdmagie geätzt und aus hochwertigem Bergelfenstahl geschmiedet. Wie es den Bergelfen zu eigen ist, kann sie darin Magie speichern, um diese spontan nutzen zu können, wenn es erforderlich ist. Die Krallen selbst sind so spitz und scharf, dass Asua damit mit entsprechendem Kräftewirken mühelos Stoff und Haut aufschlitzen könnte, wenn es denn nötig sein sollte. Außerdem nutzt sie diese Krallen, um die Symbole der Erdmagie in Erdreich, Steine oder gar Metalle zu ritzen, wenn sie ihre Magie wirkt. Sie trägt diese Gliederringe allerdings nicht ständig, sondern legt diese nur an, wenn es erforderlich sein sollte.

Charakter:

Stolz, unbeugsam, selbstbewusst und eigenwillig, dies sind die Eigenschaften, die Asua am treffendsten beschreiben, und besonders hervorzuheben sind. Es sind die Charakterzüge, die man den Bergelfen wohl am ehesten zuschreibt. Doch haben sich diese, vermutlich in ihr schlummernden, Eigenschaften erst mit den Jahren herauskristallisiert. Als kleines Mädchen war Asua doch eher ein Wildfang, doch als sie ihre Familie verlor, wurde diese Wildheit in einen Käfig gedrängt, nur darauf wartend, irgendwann wieder freigelassen zu werden, wie lange es auch immer dauern mochte...

Asuas Persönlichkeit ist sehr vielfältig. Neben den bereits genannten Charakterzügen ist die Elfe auch recht besonnen, geduldig, und hat schon in jungen Jahren gelernt, ihre Bedürfnisse in den Hintergrund zu stellen. Dies hat wohl mit ihrer Ausbildung zur Erdmagierin zu tun. Asua musste sich schon früh in Geduld, Ausdauer, Konzentration und Disziplin üben, und dieses kam ihrem Charakter nur zu Gute. Doch wer sie über alle Maßen reizt, provoziert, und wer sie sich zum Feind macht, hat nicht unbedingt etwas zu lachen. Sie kann dann sehr nachtragend sein, und zusammen mit ihrer Geduld und Ausdauer würde sie auch nicht davor zurückschrecken, einen auch länger dauernden Racheplan zu schmieden, um Vergeltung zu bekommen. Doch jede Geduld ist einmal erschöpft. Asua neigt ein wenig zu Übertreibungen, und so kann es passieren, dass sie dabei übers Ziel schießt, in dem sie zum Beispiel eine gegen ihre Person gerichtete Sache doppelt und dreifach heimzahlt. Asua nimmt viele Dinge gleich sehr persönlich und ihre Reaktionen diesbezüglich können auch sehr heftig ausfallen. Dies wäre zum Beispiel, wenn sie jemand verspottet, wenn ihr ein Zauber nicht gelänge. Da ihr die Magie sehr wichtig ist und sie in diesem Punkt auch sehr ehrgeizig ist, wäre es für Asua ganz sicherlich ein rotes Tuch, wenn man sie verspottete, oder auslachen würde. Von einer rüden Beschimpfung, bis hin zu einer wirklich verhängnisvollen Rache wäre hier alles denkbar, was vermutlich stark von Asuas momentanen Gemütszustand abhängt. An gefährliche Situationen versucht sie, ruhig und gefasst heranzugehen, aus diesen zu entkommen, oder diese zu meistern. Ob das gelingt, hängt natürlich sehr von der Situation ab. Würde sie beispielsweise mit einer Waffe bedroht werden, wäre sie ganz sicherlich unterlegen, doch würde sie angenommen mit Worten erpresst werden, würde Asua auf jeden Fall nicht unüberlegt und spontan reagieren, sondern in sich gehen, jede erdenkliche Möglichkeit, die ihr zur Verfügung steht, ausloten und abwägen, und versuchen, eine Lösung zu finden. Asua ist eitel, sie ist sich ihrer Schönheit durchaus bewusst, und tut viel, um diese auch zu unterstreichen, und hervorzuheben, wenn auch sehr puristisch, edle Gewänder, ein hübsches Schmuckstück, ein gepflegtes Äußeres, mehr ist nicht nötig. Sie ist grundsätzlich eine eher genügsamer Elfe, was weltliche Güter betrifft. Lieber Weniges und Edles, als einen Haufen nutzlosen und wertlosen Tand. Die Bergelfe ist sehr stolz auf ihre magischen Fähigkeiten. Dafür hat sie auch hart gearbeitet und verbissen, viele Jahre gelernt. Aus diesen ihren Fähigkeiten schöpft sie großes Selbstbewusstsein. Sie ist auch eher realistisch, denn eine Träumerin. Sie weiß, dass einem im Leben kaum etwas geschenkt wird, und dann man für sein Tun und Handeln selbst verantwortlich ist, immer an sich arbeiten muss und dafür kämpfen und auch hart arbeiten muss, um im Leben etwas zu erreichen, oder zu werden. Das beste Beispiel hierfür ist ihr magisches Können. Um beispielsweise ihre Freundschaft und ihr Vertrauen zu gewinnen, bedarf es schon einiges an Zeit und Sympathie den betreffenden Elfen gegenüber. Wahrscheinlich haben es Magier erdenklich einfacher, da dies einfach schon gewisse Grundsympathien von Asuas Seite entgegen bringt. Einfache Freundlichkeit ist kein ausschlaggebendes Kriterium, sie könnte z.B. auch die beste Freundin einer boshaften Frau oder eines solchen Mannes werden, kurz gesagt, sie muss diese Person einfach "riechen können". Bei Fremden ist sie aber generell eher zurückhaltend und abwartend, bevor sie sich ein Urteil bildet, und eine einmal gefällte Meinung über eine Person ist für sie meist unumstößlich. Auch hat Asua für das Schicksal anderer nicht unbedingt viel übrig. Ihre Hilfsbereitschaft hält sich in Grenzen. Natürlich steht sie ihrer Familie, oder Personen, die ihr nahe stehen, mit Rat und Tat zur Seite, aber bei Fremden hält sie, was das betrifft, Distanz und hat eher Ablehnung, oder maximal den Rat zur Selbsthilfe parat. Was Asua nicht leiden kann, sind unbesonnene Elfen. Auf den Tod sind ihr Arroganz, Intoleranz und Lügen zuwider. Sie selbst bezeichnet sich als durchaus ehrliche Person. Es fällt ihr leicht, die Wahrheit zu sagen, auch wenn diese nicht immer positiv ausfällt, oder Sympathien für Asua weckt. Um auch etwas über ihre hervorzuhebenden positiven Eigenschaften zu sagen: Asua ist im Grunde eine freundliche und zurückhaltende Frau. Man kann in ihr eine ehrliche, treue und loyale Freundin finden. Ihre leibliche Familie liegt ihr sehr Herzen. Für ihre Ziehfamilie brachte sie durchaus ebenso Zuneigung entgegen, wenn auch mehr verhaltene. Sie ist sehr lernbereit, wissbegierig und neugierig. Auch sind ihre moralischen Vorstellungen und Werte von ehrbarer Absicht. Sie verabscheut es, zu lügen, zu stehlen, zu betrügen, sowohl bei sich, als auch bei anderen, und ihr Handeln dient in erster Linie meist ihrem eigenen Wohl, sofern sie anderen damit nicht schadet. Würde es jemand anderem schaden, bliebe abzuwägen, ob Asua diese Person mag, oder nicht. In ernsten Belangen, wie zum Beispiel ihr Leben oder das einer geliebten Person zu verteidigen, würde sie aber nicht davor zurückschrecken, jemanden zu verletzen, oder ihn gar zu töten.

In Asuas Leben gab es nicht wirklich Männer. Zwar war sie einst sehr verliebt in Ann'ai, der Mitglied der Magiergilde war, doch wäre es eine verbotene Beziehung gewesen, denn grundsätzlich ist es in der Gilde nicht gerne gesehen, wenn auch toleriert, dass Studierende eine Beziehung unterhalten, da dadurch immer die Gefahr gegeben ist, vom rechten Weg abzukommen. Und der rechte Weg in der Magiegilde ist, stets mit all seinen Sinnen beim Lernen und Studieren zu sein. Aber eine Beziehung zwischen zwei Studierenden ist ein vollkommenes Unding. Auch Ann'ai fühlte sich zu Asua hingezogen, doch als er sich ihr eines Tagesernste Absichten erklärte und sich ihr nähern wollte, hatte sie ihn dann harsch zurückgewiesen und ging ihm künftig aus dem Weg. Wohl aus Angst, da sie noch nie intimere Begegnungen mit einem Mann hatte, aber am meisten aus Angst davor, den rechten Weg zu verlassen, der für sie nur die Magie war. Nie wieder hatte sie sich danach einem Mann wieder so zugewandt, wie Ann'ai. Vermutlich war der Verlust für Asua zu schmerzhaft. Ann'ai hat nach einiger Zeit die Magiergilde verlassen und sie haben sich nie wieder gesehen. Doch immerhin hat sie noch ihre wichtigste Stützen im Leben, ihre Ziehfamilie, die Magiergilde, die ihr ebenso immer mit Rat und Tat zur Seite steht, sowie ihre innigste Freundin Amera'su.

Der Glaube ist für Asua etwas, aus dem sie Kraft schöpft. Schon immer fühlte sie mit sich den Göttern wie mit einem unsichtbaren Band verbunden. Sie achtet alle der Sieben, jedoch ganz besonders Jonlai, den Gott der Magie, aber auch den Gott Hernýs, welcher der Schirmherr der Diebe ist. Aufgrund von Asuas Familie und deren Vergangenheit und Lebensweise, kann sich Asua nicht gänzlich von diesem Gott abwenden, auch wenn ihre Gläubigkeit sich mit ihrer Vergangenheit nicht unbedingt vereinbaren lässt, denn Diebe sind Verbrecher, Gläubige sollten keine Verbrecher sein, und so ist dies stets ein zweischneidiges Schwert, doch trotz allem betet Asua auch voller Inbrunst zu diesem Gott. Gott ist schließlich Gott. Zuletzt ist auch Vai'leska einer ihrer auserkorenen Lieblinge unter den Sieben. Die Göttin der Liebe und der Schönheit ist wohl für die meisten der gläubigen Elfenfrauen ein Vorbild. Aus der Politik hält sich Asua gänzlich heraus, da sie hierfür gar kein Interesse aufbringen kann.

Asua fürchtet sich wohl am meisten dafür, dass sie verraten, oder dass man sie hintergehen würde, sprich, dass man ihr Vertrauen missbrauchen, oder sie in böser Absicht belügen würde.

Asuas Träume und Ziele im Leben sind recht einfach gestrickt. Die Magie ist neben dem Glauben der wichtigste Punkt in ihrem Leben, um den sich ihr ganzes Bestreben dreht. Ihr aktuelles Ziel im Leben ist eigentlich nur, mehr zu lernen, und es eines Tages zu einer Meistermagier zu bringen, wenn Jonlai so gnädig ist, und ihr neben dem vorhandenen Talent auch die Ausdauer schenkt, oder gar zu einer Erzmagierin, wenn ihr von den Göttern ein entsprechend langes Leben zugesprochen würde. Doch eine Erzmagierin hat sie einstweilen noch nicht im Sinne, ihr Ziel liegt erst einmal im Erreichen des Status' des Meistermagiers.

Asua hat ihren Zwillingsbruder, von welchem sie mit neun Jahren getrennt wurde und zu welchem sie ein sehr inniges Verhältnis hatte, nie gänzlich vergessen. Zu stark ist das unsichtbare Band trotz der langen Trennung, das die beiden Geschwister stets miteinander verband. Natürlich weiß sie nicht, ob ihr Bruder noch am Leben ist, doch sie hofft es natürlich sehr, und neben dem Traum, Meistermagierin zu werden, ist es ihr größter Wunsch, dass sie sich einst wieder begegnen. Auch wenn sie diesbezüglich keine Energien in die Suche nach ihm steckt, da sie trotz aller Hoffnungen keine wirklich realistischen Hoffnungen hat, ihm wirklich noch einmal zu begegnen, da einfach zu viele Jahre vergangen sind.


Fähigkeiten, Stärken, Schwächen:

Asuas größte Fähigkeiten liegen natürlich in der Eisenmagie. Doch sie besitzt neben diesen auch andere erwähnenswerte Fähigkeiten, auch wenn diese nicht immer hilfreich oder praktisch sind. So ist Asua eine begnadete Zeichnerin. In ihrer Jugend hat sich diese Fähigkeit heraus kristallisiert, wenn sie neben den Schriften, welche sie auf Pergamenten verewigt hat, auch immer Skizzen und schnelle Zeichnungen mit der Feder mit aufs Papier gebracht hat. Sie begann dann, wann immer es ihre Freizeit zuließ, mit dem Zeichnen der Gebirgslandschaften, den Tieren, anderer Elfen und alles, was ihr schön und zeichnenswert erschien, und beherrscht dieses recht gut und auch detailliert. Asua kann selbstverständlich auch lesen und schreiben. Musizieren liegt ihr leider nicht im Blut, was das betrifft ist sie völlig unmusikalisch, auch was tanzen oder andere schöne Künste und Fähigkeiten betreffen. Ebenso wenig wie handwerkliche Tätigkeiten. In ihrer frühen Kindheit hat sie noch Nähen und Sticken betrieben, doch mit ihrem Eintritt in die Magiergilde wurde diesen Tätigkeiten kaum mehr Beachtung geschenkt, und damit blieb es bei ihren wenigen Kenntnissen und dem Können. Mit häuslichen Dingen wie kochen, sich um den Haushalt kümmern und dergleichen, hat sie nur wenig am Hut. Es war auch nie nötig. Solange sie als Kind bei ihrer leiblichen Familie war, wurde ihr dieses Joch noch nicht auferlegt. Und später war es dann auch nicht nötig, da sie in eine gutsituierte Familie kam, wo es für die entsprechenden Tätigkeiten auch eine entsprechende Dienerschaft gab. Asua kann weder schwimmen, noch reiten, auch liegen generell ihre Stärken nicht im Überleben in der Wildnis. Sie kann weder Spurenlesen, verfügt auch kaum über das Wissen der Pflanzenkunde, um damit etwa Krankheiten zu lindern, oder Wunden zu versorgen. Ihr stand auch immer ein Heiler zur Verfügung, daher hat sie solche Fertigkeiten nie lernen müssen oder wollen. Mit einer Zunderbüchse kann sie umgehen, doch ob sie damit auch in der Wildnis ein Feuer entfachen, kann, sei dahingestellt. Ohne Zunderbüchse jedenfalls, könnte sie wohl kaum ein Feuer entfachen. Sie könnte auch nicht Jagen, um sich zu ernähren. Wohl aber könnte sie regionale Beeren und Pilze, die sie kennt, und von denen sie weiß, dass sie genießbar sind, sammeln. Asua kann auch nicht kämpfen. Sie hat nie den Umgang mit einer Waffe gelernt. Weder mit Bogen, noch mit Schwert, oder anderen Waffen, deren kunstvolle und meisterhafte Herstellung die Bergelfen sich rühmen, ja nicht einmal im Nahkampf mit ihren Gliederringen. Asua ist recht wendig und schnell. Dies ist auch nötig, und Teil der Magieausbildung. Man muss entsprechend schnell reagieren können, wenn es nötig ist, und so wurde die Bergelfe in Ausdauer, Schnelligkeit und Behändigkeit gut geschult. Eine Ausdauerläuferin ist sie dennoch nicht, was auch ihrer zarten körperlichen Konstitution zuzuschreiben ist. Körperliche Beeinträchtigungen hat sie keine, verfügt allerdings nicht über sonderlich viel Kraft, was daran liegt, dass sie eine Frau ist.

Magie/Zauber:

Asua offenbarte sich schon sehr früh ein Talent für die Erdmagie. Heute beherrscht sie diese Elementarmacht sogar so gut, dass sie sich seither eine Eisenmagierin nennt, denn sie hat sich auf den Aspekt des Eisens, welche der Erde zugehörig ist, spezialisiert. Inzwischen hat sie es bisher bis zum Magus geschafft. Ihre magische Ausbildung begann sie mit elf Jahren, und hat bis zu ihrem heutigen Lebensalter von vierundvierzig Jahren gelernt. Sie besitzt ein recht gutes Talent und auch Gespür dafür, was aber nicht bedeutet, dass ihr alles zufiel. Sie hat dafür immer ausdauernd, hart und diszipliniert studiert und geübt. Mit etwa elf Jahren hat sich offenbart, dass sie das Element Erde zu erspüren vermochte. Es oblag ihr alleine, dass sie das Element erspüren konnte, und als sie elf war, und somit über ein entsprechendes Alter verfügte, wurde sie in die Magiergilde aufgenommen, zum einen, da man gutes Potenzial in ihr erkannte, und zum anderen, da ihre Eltern als Gönner der Magiergilde auch ein gewisses Händchen im Spiel hatten. Asuas erster Zauber, den sie lernte, war

Stufe 1:

"Erde, gehorche!" (Erdstoß)

Vorhandenes, lockeres Erdreich (Erde, Sand, kleine Kieselsteinchen, oder auch ein Gemisch aus allem, wie Erdreich meist so ist) kann zu ihrem Zwecke aufgewirbelt werden. Ein kleiner, unbedeutender Zauber, doch man vermag ihn auch nicht zu unterschätzen, da Feinde damit konfrontiert werden können. Sand oder Erde im Gesicht, in Augen, Nase und Mund, ist keine sehr angenehme Sache. Hierfür ist nicht viel von Nöten. Sie muss lediglich ihre Handflächen über den Boden ausbreiten, die Magie in sich wirken lassen, und nach nur wenigen Augenblicken (fünf bis zehn Sekunden) kann sie sich die Erde in dieser Weise auch schon Untertan machen. Dieser Zauber gelingt ihr meist sehr gut, und sie kann diesen auch wirken, wenn sie nicht besonders konzentriert ist, oder gar Ablenkung durch äußere Umstände erfährt.

Ein Jahr später, also mit zwölf, beherrschte sie den Zauber:

"Hinterhalt" (zupackende Erde)

Asua kann sich die Erde derart untertan machen, dass sie den Boden zu verändern vermag. Ob sie einen ausgetretenen Waldpfad in Treibsand verwandelt, oder gar die gepflasterten Straßen einer Stadt dazu bewegt, sich zu öffnen, um ihre Feinde, welche darauf stehen, ins Wanken zu bringen. Dieser Zauber macht es möglich. Sie kann die Erde nach Belieben verfestigen oder gar verstärken. Wenn sie die volle Konzentration für diesen Zauber aufzubringen vermag, dann gelingt es ihr sogar, ihre Feinde in den weichen Lehmboden, den sie geschaffen hat, einsinken zu lassen, nur um ihre Füße dann, durch die Verfestigung der Erde, im Erdreich einzuschließen. Für diesen Zauber benötigte Asua zu Anfangs eine enorme Konzentration, die unter keinen Umständen gestört werden durfte. Doch nach weit über zwanzig Jahren beherrscht sie diesen mittlerweile auch mit geschlossenen Augen. Alles was sie dafür machen muss, ist ihre Hände in die Erde graben, um der Erde ihren Willen aufzuzwingen. Hierfür trägt sie ihre Fingergliederringe, welcher die Form einer Kralle tragen, um auch in das härteste Gestein die magischen Symbole einritzen zu können, welche diesen Zauber zu entfesseln vermögen. Diesen Zauber kann sie solange aufrechterhalten, solange sie Magie wirkt. Hält sie inne im Magiewirken, endet auch der Zauber sofort. Der Wirkungsradius sind etwa fünf Meter.

Als sie diesen Zauber beherrschte, wagte sie sich an den nächsten Zauber. Sie war nun dreizehn Jahre alt.

"Erdzorn"

Dieser Zauber bereitete Asua zu Anfangs ziemliche Schwierigkeiten, so dass sie immer wieder mit Rückschlägen zu kämpfen hatte. Inzwischen beherrscht sie ihn aber genauso gut, wie die anderen Zauber der ersten Stufe. Als sie ihn beherrschte, war sie weit über vierzehn Jahre alt, aber noch keine fünfzehn. Da Asua so ehrgeizig ist, hat ihr dies besonders sauer aufgestoßen, für Beherrschung dieses Zaubers so viel länger gebraucht zu haben, als für die anderen beiden. Vielleicht lag es auch daran, dass sie noch so jung und ungestüm war. Der Erdzorn ist ein Angriffszauber. Hierbei festigt und formt sich Erdreich zu einem etwa faustgroßen Klumpen, und sie kann diesen auf Gegner oder Ziele schleudern. Alternativ kann Asua auch Pflastersteine aus den Straßen der Städte reißen, um diese zu werfen. Sie muss für diesen etwas kniffligeren Zauber schon deutlich mehr Konzentration aufbringen, und sie muss hierfür eine kleine Spirale, das Symbol für diesen Zauber, in die Luft zeichnen, während sie mit ihren Füßen die Symbole für Standhaftigkeit ins Erdreich zeichnet. Nach einer kurzen, jedoch deutlich längeren Wirkungszeit des Magieflusses (etwa dreißig bis sechzig Sekunden) kann dieser Zauber schon gewirkt werden. Die Erde formt sich zu einem harten, mitunter sogar scharfkantigen Klumpen aus Geröll und Steinen, und kann auf Hindernisse, Gegner oder andere Ziele geschleudert werden. Die Reichweite von Magierin zum Ziel beträgt ungefähr zehn Meter.

Der letzte Zauber der ersten Stufe, welchen Asua mit Mitte fünfzehn gemeistert hatte, nennt sich:

"Steinfaust"

Als Frau, deren Fokus deutlich auf der Magie liegt, kann dieser Zauber ungemein praktisch sein, sollte Asua in Bedrängnis geraten. Hierfür kann sie ihre Krallen über Steine wetzen, um so die Symbole für Schutz einzuritzen, und so den Stein dazu zwingen, sich über ihre Hände zu legen. Wie ein schützender Handschuh. Diese Steinfäuste kann sie dann dazu verwenden, diese ihrem Feind gegen den Kopf oder die Knie zu schlagen. Beim Wirken dieses Zaubers muss Asua jedes Mal eine Gratwanderung begehen. Denn werden die Steinfäuste zu schwer, kann sie ihre Hände kaum mehr heben und sich so selbst außer Gefecht setzen. Zieht sie allerdings zu wenig Stein aus dem Boden, halten die Steinfäuste kaum zwei Schläge aus, bevor sie zerbröseln. Der Zauber wirkt so lange, bis Asua die Wirkung aufhebt, oder sie zerbrechen.


Nachdem sie sich sechs Jahre dem Studieren der Erdmagie befasst hatte, stieg sie in den zweiten Zirkel der Elementarmagie auf und durfte die Zauber der zweiten Stufe erlernen. Während ihrer Lehre hat sie immer wieder gute Fortschritte, aber gelegentlich auch Rückschritte gemacht. Allerdings hatte sie, anders als die meisten ihrer Mitschüler, ein besonders intensives und feinfühliges Gespür für die Erze, welche der Erde anhaften. Während andere nur die Erde zu bändigen lernten, war Asua immer wieder die Präsenz dieser nicht-erdigen Anteile aufgefallen. Als sie eines Tages ihren Lehrmeister darauf ansprach, hat er begonnen mit ihr einige Übungen zu machen, ob es nur Zufall war, oder gar eine versteckte Gabe, die ihr anhaftete. Die großen bergelfischen Schmiede vergangener Tage, so sagte eine Legende, waren Imstande ihre Waffen ohne eine Esse oder einen Amboss zu schmieden. Einzig und allein mit der Kraft ihrer Gedanken. Asua war von dieser Geschichte derart gefesselt, dass sie sich schwor, eine solche Eisenmagierin zu werden. Jede freie Minute, welche sie nicht mit dem Studium ihrer Zauber zu verwenden hatte, übte sie immer wieder das Erspüren von Eisen in der Erde. Mit mehr oder weniger befriedigendem Erfolg. Sie ging sogar soweit, dass sie heimlich den Zauber Suche studierte, obwohl sie die zweite Stufe noch nicht abgeschlossen hatte. Hierfür freundete sie sich gezielt mit einer Studentin der dritten Stufe an, nur um ihr dieses Wissen abzuluchsen. Sie konnte zwar nur die Bewegungen, die Atemübungen und die Zaubertechniken lesen und sich einprägen, nicht aber den Zauber lernen, doch tat sie dies in aller Heimlichkeit. Dieses Fehlverhalten ihrerseits wurde später erst bestraft, als Asua Schwierigkeiten zeigte, sich auf den Spruch zu konzentrieren, den sie eigentlich lernen musste.


Stufe 2:


"Schützender Stein"

Für diesen Zauber benötigte die Elfe, aufgrund ihrer heimlichen Studien des Suche-Zaubers, knapp drei Jahre, bis sie ihn halbwegs gut konnte und es ihr somit gestattet wurde, den nächsten zu erlernen. Steine Geröll, Erdreich oder Lehm können zu einer schützenden Steinmauer geformt werden, und so die Magierin vor physischen Angriffen schützen. Ob jetzt Pfeile, Schwerter oder Feuerbälle. Für diesen Zauber muss Asua in die Hocke gehen, oder sich niederknien, damit sie von der schützenden Erde gänzlich umschlossen werden kann. Sie muss hierfür die Worte "Conura sianley" sprechen, "Erde, schütze mich!" Dies ist ein rein defensiver Zauber, der so einige Tücken mit sich bringt. Denn wenn sie so vergraben ist, kann ihr zwar niemand etwas anhaben, aber kann Asua auch nichts anderes mehr machen, solange sie den Zauber aufrechterhält. Und wenn ihre Feinde einfach darauf warten, dass sie wieder herausgekrochen kommt, kann sie erneut vor einem Problem stehen. Dieser Zauber kann aber hilfreich sein, um sich eine Verschnaufpause zu gönnen, um Kraftreserven und Willenskraft aufzufrischen.

Da sie heimlich den Studien der Suche nachhing, hat dieser Zauber dabei sehr gelitten, was ihr heute noch zu schaffen macht. Immer wieder machen sich die Lücken ihres Studiums bemerkbar, wenn sie diesen Zauber zu wirken versucht, so dass sie ihn oftmals gar nicht wirkt, bevor sie daran scheitert, was ihr viel zu oft passiert, selbst heute noch.


Sie war nun fast achtzehn Jahre, als eines Tages ihr Meister an sie herantrat. Er hielt ihr die Schriftrolle vor Augen, welche sie von ihrer falschen Freundin ergaunert hatte, und stellte sie zur Rede. Sie leugnete natürlich alles und stritt jeden Zusammenhang ab oder wies ihn von sich. Doch ihr Meister hatte sie längst durchschaut und ihre falsche Freundin, welche er bereits verhört hatte, hatte auch alles gestanden. Und so bestrafte er Asua indem er ihr ein Jahr lang jedes Studium weiterer Zauber verbot. Somit hat sie in diesem einen Jahr nichts anderes zu tun gehabt, als die Zauber zu üben, die sie bisher kannte. Doch anstatt dies zu machen, was ihr so viel mehr genutzt hätte, verbiss sie sich noch viel intensiver in das Studium der Suche. Und so kam es eines Tages, als sie das Eisen zu erspüren vermochte, welches der Erzen in der Schmiede anhaftete. Natürlich versuchte sie sogleich dieses Eisen aus dem Erz heraus zu lösen, was ihr kläglich misslang. Als das Jahr ihrer Sühne verstrichen war, trat ihr Meister an sie heran. Er lächelte subtil und zugleich maßregelnd, was Asua dazu zwang den Kopf zu senken. Und so fragte er sie, was sie denn nun, da das Jahr vorüber war, lernen wollen würde. Und sie hob den Kopf und sah ihn fragend an. Und da lächelte ihr Meister. "Asua Ich habe großes Potential in dir gesehen. Doch dein Handeln, dein Studium auf eigene Faust voranzutreiben, bedurfte einer Strafe. Doch wäre ich ein Narr, dieses Potential zu unterdrücken, wenn ich es nicht fördern würde." Und da strahlte Asua und äußerte die Bitte, die Suche studieren zu dürfen. Ihr Meister schlug diese Bitte sogleich aus. Doch da zeigte Asua, was sie gelernt hatte und ihr Meister lenkte ein, und nur seine elfische, ernste Miene verhinderte, dass seine Überraschung verborgen blieb. "Ich kann dich nicht die Suche lehren, Asua. Die Regeln der Magiegilde verbieten dies. Doch kann ich dich lehren, das Erz zu erspüren." Und so wurde dies der zweite Zauber, den Asua erlernt hatte.

"Erspüren von Erz"

Wenn Asua sich stark konzentriert, kann sie Eisen im Erdreich aufspüren und erfühlen. Anfangs, als sie den Zauber frisch gelernt hatte, konnte sie dies nur auf wenige Fuß Entfernung erspüren. Zudem bedurfte es enormer Konzentration. Doch heute, kaum zwanzig Jahre später vermag sie verschiedenes Erz selbst auf die Entfernung von zehn Metern zu erspüren, was allerdings noch immer mit einem enormen Konzentrationsaufwand verbunden ist, je weiter das Eisenerz entfernt ist.

Als sie diesen Zauber erlernt hatte, zählte Asua einundzwanzig Jahre und sogleich stürzte sie sich auf den nächsten Zauber. Einen Zauber, der für gewöhnlich ein Zauber der Stufe eins war. Doch in ihrem Fall ausschließlich auf Metalle und Mineralien beschränkt war.

"Aus eins mach zwei!" (Vermehren von Eisen)

Wie ein normaler Erdmagier die Erde zu vermehren mag, vermag Asua Eisen vermehren. Dadurch Eisen eine härtere Struktur und festere Form besitzen, als gewöhnliche Erde oder gar Stein, benötigt sie hierfür nicht nur mehr Willenskraft, sondern auch viel mehr Zeit. Abhängig davon, wie viel Eisen sie zu vermehren wünscht, kann dieser Zauber schon bis zu zwei Stunden in Anspruch nehmen. Je mehr Zeit dieser Zauber in Anspruch nimmt, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass sie dabei scheitert und aus Kraftmangel oder an schwindender Konzentration den Zauber verpatzt und dann, wenn sie sich ausgeruht hat, von neuem beginnen muss.

Als Asua dies gemeistert hatte, durfte sich dem nächsten Zauber zuwenden. Ihr Meister schlug ihr eine Reihe von Möglichkeiten vor, um sich etwa zu spezialisieren, denn jeder Zauber brauchte so seine Zeit. Und jedes Jahr, das verstrich, war in einem falschen Zauber eine Fehlinvestition. Und so entschied sich Asua für folgenden Zauberspruch:

"Eisen beherrschen"

Asua kann das Eisen, welches sie im Erdreich erspürt, oder auch einfach nur Rüstungen und Waffen mithilfe ihrer Gedanken an sich zwingen um es zu sich zu ziehen. Dazu muss sie ihre Hände von sich ausstrecken, in die Richtung des Eisens, welches sie an sich zu ziehen wünscht, und die Worte "Ley yas á conura", was so viel wie "Ich gebiete über die Erde" bedeutet, sprechen. Zugleich muss sie sich allerdings auch auf das Metall konzentrieren, das sie an sich zu ziehen wünscht, wobei sie sich meist nicht auf mehr als einen großen, oder wenige kleine Gegenstände zu fokussieren vermag. Dieser Zauber ist sowohl ein Ressourcenzauber, als auch ein Schutzzauber. Denn sie vermag, beispielsweise für einen Schmied, Erze aus dem Erdreich zu ziehen, wenn diese nicht zu tief oder zu fest darin sitzen, als auch die Waffe eines Feindes aus seinen Händen zu reißen, wenn dieser sie damit bedroht und nicht allzu weit entfernt ist Je höher die Reichweite, desto höher der Konzentrationsaufwand. Um die Magie zu entfesseln, muss sie mit ihrer krallenbewehrten Hand das folgende Symbol in die Luft zeichnen, während sie obigen Zauberspruch ausspricht: △


Als sie durch diese drei Zauber zur Eisenmagierin wurde, hatte sie den vierten Zauber der zweiten Stufe erlernt. Mit fünfundzwanzig Jahren wurde sie feierlich in den Rang der Adeptin erhoben und es wurde ihr erlaubt, den ersten Zauber der dritten Stufe zu erlernen, um ihren Weg zum Magus einzuschlagen. Nun begann das wahre Studium der Magie. Alles, was sie bisher gelernt hatte, waren nur Spielereien und Nichtigkeiten, um Vergleich dazu, was die Macht der Erde und des Eisens zu bieten hatte. Ihr bisheriges Studium beschränkte sich auf das Erspüren, begreifen und herbeiholen von Eisen. Doch nun durfte sie sich der Manipulation und der Erschaffung dieser Dinge widmen. Und jeder dieser Zauber bedurfte eines derart intensiven Studiums, dass sie volle drei Jahre für den folgenden Zauber benötigte, um ihn zu meistern.


Stufe 3

Nun begann Asuas Lehre zur Magieschmiedin. Sie lernte, wie sie den Metallen ihren Willen aufzuzwingen vermochte, wie es ihr gefiel, um so, eines Tages, dazu in der Lage zu sein, Metall bearbeiten zu können, ohne dafür eine Esse oder einen Amboss zu benötigen. Der erste Schritt hierfür war der Zauber

Eisenurgie

Die Metallurgie gestattet es Eisen zu verhärten, zu schärfen oder es zu verflüssigen. Dieser Zauber ist einer der Grundpfeiler der magischen Schmiedekunst. Stumpf gewordenes Metall kann sie schärfen, oder scharfes Metall stumpf werden lassen. Und das Verflüssigen des Metalls dient in erster Linie dem Zweck, es leichter formbar zu machen. Da die Verflüssigung des Metalls auf magischem Wege geschieht, und nicht durch die Glut einer Esse, bleibt das Metall dabei kühl und dadurch wird eine höhere Dichte möglich, als es beim Falten des Stahls möglich wäre.

Asua benötigt hier viel Konzentration und Ruhe. Da dieser Zauber eine enorme Vorbereitungszeit von einer Stunde benötigt, hat Asua gelernt die nötige Energie, um diesen Zauber zu entfesseln, in ihren stählernen Krallen einzuspeichern, um bei Bedarf darauf zurückgreifen zu können. So kann sie in einer Notsituation schnell auf die Energie zurückgreifen, was diese natürlich augenblicklich verbraucht. Je nach Größe und Entfernung zum Objekt, welches sie zu manipulieren wünscht, kann selbst das Entfesseln dieser gespeicherten Kraft mehrere Atemzüge in Anspruch nehmen, was in besonders heiklen Situationen dennoch zu viel Zeit in Anspruch nehmen könnte. Allerdings kann der Stahl diese Energie nicht auf Dauer speichern. Nach maximal einem vollen Tag, beginnt die magische Macht sich zu verflüchtigen. In diesem Fall muss Asua die magische Energie kanalisieren und freilassen, denn die entweichende Macht, welche sich aus dem Metall zwängt, erhitzt dieses kontinuierlich, was dazu führt, dass ihre Krallen ihr starke Verbrennungen zufügen könnten.


Zu ihrem achtundzwanzigsten Geburtstag, beherrschte traten einige, bergelfische Schmiede an sie heran, da es bereits die Runde gemacht hatte, dass es da eine Elfe gab, welche über das Eisen gebieten konnte. Und da Asua nicht immer nur von ihren Eltern abhängig sein wollte, und sich hin und wieder auch einmal den einen oder anderen Luxus gönnen wollte, nutzte sie die freie Zeit zwischen ihrem Studium um in der Schmiede ihres Vaters zu lernen und auch zu arbeiten, um ihr eigenes Geld zu verdienen. Dort lernte sie die Finessen der Schmiedekunst, wie sie ein Meister der Erdmagie nicht zu vermitteln vermochte, was ihr letzten Endes sogar für ihr Studium geholfen hatte. Mit diesem Wissen, folgte sogleich der nächste Zauber, welchen sie in Angriff nahm.

"Stahlkunst"

Mit diesem Zauber ist Asua in der Lage vorhandenes Metall in eine gewünschte Form zu zwingen. Hierfür ist es Vonnöten, dass sie sich entweder sehr stark auf das Metall, welches sie zu verformen wünscht konzentriert, und dabei durch nichts abgelenkt wird, oder, was den Zauber ungemein vereinfacht, sie muss das Metall in den Händen halten, um sie die Macht, welche ihr zu eigen ist, in das Metall weiter zu leiten.

Diesen Zauber hatte sie verhältnismäßig schnell erlernt, da er im Grunde sehr stark dem vorangegangenen ähnelte. Sie hatte hierfür keine ganzen drei Jahre benötigt, und war nun dreißig Jahre alt. Nur mehr zwei Zauber der dritten Stufe standen bevor. Ein wichtiger Zauber, denn er war die letzte Hürde, vor der Weihung zum Magus, oder Magea, wie es manche Frauen vorzogen, genannt zu werden. Einem wahren Elementaristen.

Asua wollte nicht nur lernen zu erschaffen und zu gestalten. Sie wollte umfassenderes Wissen auf dem Gebiet der Eisenmagie, und zu jenen Tagen gedachte sie oft ihrer Eltern, welche wohl auf dem Schafott gestorben waren. Hätte sie damals schon über diese Macht gebieten können, die ihr heute zu eigen war, hätte sie ihre Eltern vielleicht sogar davor bewahren können, ergriffen zu werden, und dann wäre sie, und ihr Bruder, wohl auch niemals getrennt worden. Und so entschied sich Asua einen Zauber zu lernen, der ihr in einer solchen Situation einmal dienlich sein könnte, wenn es denn Vonnöten wäre.

"Korrosion"

Mit der Korrosion kann Asua die Schärfe, wie auch den Zustand einer Waffe oder einer Rüstung maßgeblich beeinflussen. Wenn Asua unter Zeitdruck steht, kann sie den Sand zu ihrem Willen rufen, welcher die Schneide der Klinge abschmirgelt, wie Sandpapier. Die Waffe kann so recht schnell stumpf werden, was ihr zumindest einen Teil ihrer Gefährlichkeit nimmt. Für tiefergreifende Manipulation, wie Sprödigkeit, Rost oder Korrosion ist ein weit höheres Maß an Konzentration und Zeit Vonnöten. Hierfür kann Asua ebenfalls die Macht, welche sie in ihren, mit magischen Symbolen geätzten, Krallen speichern kann, anzapfen, um entweder die Wirkung zu verstärken, oder die benötigte Zeit zu verkürzen. Zumeist zehrt dieses rapide Anzapfen von dieser Macht aber stark an ihrer Ausdauer, wie auch an ihrem Gemütszustand. Sie spürt förmlich wie der Zorn des Eisens auf sie übergeht, und wenn die Macht verbraucht wurde, könnte sie sogar eine gewisse Müdigkeit überkommen, wenn sie zu viel Macht in zu kurzer Zeit entfesselt hat.

Sie war nun dreiunddreißig Jahre alt, und nur mehr drei Jahre davon entfernt, das Studium der dritten Stufe abzuschließen. Und so gönnte sich Asua keinen Müßiggang und setzte unermüdlich ihr Studium fort, bis sie den folgenden Zauber beherrschte:

"Kinetik" (Magnet)

Basierend auf dem Wissen, welches sie aus den Studien des Zaubers "Beherrschen von Eisen" gezogen hat, hat sie diesen Zauber weiter verbessert und ausgefeilt. Während sie früher nur in der Lage war das Eisen zu sich zu ziehen, kann sie es nun auch von sich abstoßen, wie ein gegenpoliger Magnet (hierbei ist kein echter Magnetismus im Spiel). Sie vermag es auch beide Zauber miteinander zu kombinieren, um etwa Metall, welches sie umgibt, Gürtelschnallen, Nägel in den Türen und Wänden oder ähnliches, zu sich herziehen, und während des Fluges auf einen Gegner umzulenken, um es mit brutaler Härte auf diese hernieder gehen zu lassen. Wenn ihre Krallenhand voll aufgeladen ist, und sie gut ausgeschlafen ist, kann sie während sie die Kinetik wirkt, zugleich das Metall schärfen, um so, beispielsweise aus einem Eisenstück, ein tödliches Geschoss zu machen. Dies ist aber nur ein Aspekt der Kinetik. Der weitaus wichtigere und maßgebliche Teil dieses Zaubers dient einem höheren Zweck. Die Bauingenieure und Architekten der Bergelfen benötigen komplizierte Konstruktionen und Gerätschaften, um beispielsweise große Zahnräder, oder Gegengewichte zu bewegen. Asua hingegen kann mit dem Zauber Kinetik hierbei stärkend zur Hand gehen, um diese Arbeiten zu erleichtern und, was noch viel wichtiger ist, effizient zu beschleunigen.

Feierlich und im Alter von sechsunddreißig Jahren, wurde Asua dann in den Rang eines Magus erhoben. Die große Feier, welche nach der Zeremonie abgehalten wurde, ließ Asua eine Woche lang nicht fähig sein sich weiteren Studien zu widmen. Doch bald schon holte ihr Alltag sie wieder ein, als sie damit begann sich dem ersten Zauber der vierten Stufe zuzuwenden. Dem …

Stufe 4

"Erschaffen von Eisen"

Wie viele Elementarmagier der vierten Stufe und ihres Jahrgangs, so hat auch Asua diesen Zauber gewählt, um beim Ausüben ihrer Macht nicht ständig davon abhängig sein zu müssen, vorhandenes Metall zu finden. Die Effektivität und die Ausbeute dieses Zaubers variieren allerdings sehr stark. Wenn Asua beispielsweise genug Metall erschaffen wollen würde, um daraus ein Schwert, oder eine Rüstung schmieden zu wollen, so kann dieser Zauber schon fast einen ganzen Tag in Anspruch nehmen. Sie müsste sich hierfür immer wieder Pausen gönnen um neue Kräfte zu sammeln. Wenn sie allerdings nur eine Unze an Metall braucht, um beispielsweise einen Gauklertrick vorzuführen, oder eine kleine, eiserne Kugel zu formen, um diese auf einen Gegner zu werfen, kann sie diese in wenigen Augenblicken erschaffen. Auch die Reinheit des Metalls und die Dichte hängen sehr stark davon ab, wie viel Zeit sie sich damit nehmen muss. Außerdem kann sie vorhandenes Metall in anderes umwandeln, was ihr, wenn irgend möglich, natürlich lieber ist, da sie dafür weit weniger Anstrengung in Kauf nehmen muss. Und altes, stumpfes Eisen kann man schneller ergattern, als es vorher mühsam zu erschaffen.


Kurz vor ihrem vierzigsten Lebensjahr, kam es in der Schmiede ihres Vaters, in welchen Asua mit ihrem magischen Wissen aushalf, zu einem Unfall, der dazu führte, dass sie Blut auf der Zunge schmeckte. Dabei ihr der metallische Geschmack ihres Blutes nicht entgangen. Als sie wieder genesen war, begann sie ihr Studium wieder aufzunehmen.


"Rotes Eisen"

Sie versuchte das Eisen, welches ihrem Blut innezuwohnen schien, zu erspüren, was ihr anfangs nur mit mäßigem Erfolg gelang. Ganze zwei Jahre hat sie dafür gebraucht, um die feinen, mikroskopisch kleinen Elemente in ihrem Blut zu erspüren, und ein weiteres Jahr, um dieses auch, mit Hilfe des Zaubers Magnet aus dem Blut zu ziehen. Sie begann damit das Blut von Tieren zu ihren Studienzwecken zu verwenden, da sie nicht Gefahr laufen wollte, sich selbst Schaden zuzufügen, wenn sie ihr eigenes Blut verwendete. Diese Macht erforderte ein hohes Maß an Konzentration und Willenskraft. Nur unter enormen Anstrengungen, welche ihr zeitweise sogar den Schweiß auf die Stirn trieben, gelang es ihr, das Eisen zu so winzigen Kugeln zu formen, dass man sie gerade noch mit einem Vergrößerungsglas erkennen könnte. Asua war mit dem Ergebnis von drei Jahren Studium alles andere als zufrieden. Es erforderte ihr noch immer viel zu viel Zeit und Anstrengung, um so winzige Eisenmengen aus dem Blut zu fördern, dass sie begann Experimente mit Magiespeichern zu versuchen. Sie schmiedete eine runde Kugel, in welche sie die verschiedenen, magischen Zeichen ihrer Eisenmagie einprägte, und begann damit ihre Macht, über mehrere Tage hinweg, in diesem Gefäß anzustauen. Als sie dann nach drei Tagen die volle Macht aus dem Gefäß anzapfte, um das Eisen in dem Blut zu beherrschen, verlor sie die Kontrolle über den Zauber und wurde dabei ohnmächtig.

Als sie von ihrem Meister gefunden wurde, und er die Tragweite ihrer geheimen Studien erkannte, da ließ er dieses Artefakt zerstören und Asua wurde vor das Tribunal der Magiegilde geführt … ohne den Zauber gänzlich erlernt zu haben.

Vermerk: Asua kann mit diesem Zauber nur geringen Schaden, oder Schwächungen wie Eisenmangel, verursachen und ist nicht stark genug, um damit jemanden zu töten!


Vergangenheit:


Asua ist eines der Zwillingskinder von H'admar und Asuela Estanór. Asua und ihr Bruder H'adriân wurden in einer frostigen Nacht im Winter inmitten den Wäldern des Gebirges der Zuhandalkette geboren. Ihre Eltern waren die Oberhäupter einer kleinen Diebesbande von Bergelfen, die hauptsächlich davon lebte, kleine Handelskarawanen und Reisende, die zu den Städten der Bergelfen pilgerten, zu überfallen. Auch, wenn sie dabei häufig auch auf kleinen Nebenstraßen lauerten, und immer wieder die Überfallsorte wechselten, um nicht erwischt zu werden, gingen sie dabei meist nicht gerade zimperlich zu Werke. Selten ließen sie jemanden dabei am Leben, gnadenlos wurden den Männern wie auch den Frauen die Kehlen durchgeschnitten, bevor sie sich schließlich deren Güter und Besitztümer an sich nahmen. Doch davon bekamen die Kinder nur sehr wenig, bis kaum etwas mit. Ihre Eltern waren besonnen genug, sie bei ihren Streifzügen und Überfällen nicht mitzunehmen, und so erlebten die Kinder eine recht unbeschwerte Kindheit. Asua war ein recht wildes kleines Mädchen, immer mit ihrem Bruder auf Streifzügen durch Wald und Bergwiesen, keine Tanne, keine Kiefer war zu hoch, um sie nicht zu erklimmen, sie schreckte auch nicht vor dem Klettern auf hohe Felsen, kleine Bergklämme und dergleichen zurück, stets darauf bedacht, ihrem Bruder in nichts nachzustehen. Asua fragte sich in ihrer Kindheit nie, welchem Beruf ihre Eltern nachgingen, wohl stellte sie Fragen, bekam aber selten Antwort darauf, und so lebte sie unbekümmert ihr unbeschwertes Leben weiter. Ihr gewohntes Leben änderte sich, als sie neun Jahre alt war. Damals, wie heute, verstand sie Asua nur wenig, bis kaum, was passiert war. Doch eines Tages kamen ihre Eltern einfach nicht wieder zurück nachhause. Nach etwa zwei Tagen erschienen in ihrem Zuhause, welches eigentlich recht gut verborgen in Holzhütten in den Wäldern der Zuhandalkette war, fremde Männer auf. Sie erklärten dem Geschwisterpaar, dass sie von ihren Eltern geschickt wurden, dass die Kinder keine Angst haben sollten, und dass sie sie zu ihren Eltern gebracht würden. So ließen sich die Kinder, wenn auch ein wenig verunsichert, von den Männern mitnehmen. Man brachte die Kinder nach Yath-Zuhárra, und für einen kurzen Moment, durften sie ihre Mutter sehen, bevor sie von ihr wieder weggebracht wurden.

Was war passiert? Die Diebesbande hatte sich ein wenig überschätzt, oder sie hatten die fahrende Händlerkarawane unterschätzt, und es lief alles schief, was nur schieflaufen konnte. Viele der Diebe fanden ihren Tod, und nur wenige wurden am Leben gelassen und nach Yath-Zuhárra gebracht, zu den Richtern. So auch die Anführer der Diebesbande, H'admar und seine Frau Asuela. H'admar stand seinem Mann, er war hart und schweigsam und beugte sich nicht. Doch anders als er war seine Frau Asuela. Die Frau sorgte sich um die Kinder, die Mutterseelenallein zurückgelassen worden waren. Sie weinte und klagte und bat, dass man sie gehen lassen sollte, nur sie zumindest, der Kinder Willen. Doch die Richter waren unerbittlich und verwehrten ihr diesen Wunsch. Wohl aber unterbreiteten sie ihr einen Vorschlag. Wenn Asuela ihnen über alles berichten würde, über die Diebesbande, wer sie waren, wo ihr Versteck war, welche Überfälle und Morde auf ihre Kappe gingen, dann würden sie Asuela mit ihren Kindern gehen lassen. Der Mutter war jedes Mittel recht, solange sie nur ihre Kinder in Sicherheit wähnen konnte. Und sie dachte in ihrer Verzweiflung, welcher aber auch von Hoffnung genährt wurde, nicht eine Sekunde daran, dass man sie belügen und betrügen würde. So war es dann aber. Man schickte zu dem geheimen Ort in den Wäldern, um die Kinder zu holen. Doch als man sie der Mutter kurz vorgeführt hatte, und diese der Exekutive alles erzählte, und somit auch ihren Mann verriet, da platzte das Versprechen, welches sie Asuela gegeben hatten, dass sie sie, die Mutter, freilassen, und mit den Kindern gehen lassen würden. Asuela, H'admar, sowie der Rest der überlebenden Diebesmitglieder, wurden in einen Kerker gesperrt, wo sie ihr Dasein fristen sollten, bis ein Urteil über sie verhängt werden sollte. Man war sich allerdings ein wenig unschlüssig, was mit den Kindern, die nun hier in Yath-Zuhárra, Elternlos, waren, geschehen sollte. Man beriet sich und kam darüber herein, dass man neue Familien für sie suchen sollte, da ohnehin niemand annahm, dass dieser Abschaum, der im Kerker sein Dasein fristete, jemals wieder das Tageslicht erblicken würde, und wenn dem so war, dann nur, um den Henker vorgeführt zu werden. So wurden die Geschwister, die nur noch sich hatten, voneinander getrennt, und Asua wurde in eine wohlhabende Familie von Bergelfen gebracht, deren zukünftige Zieheltern ein bisheriger Kinderwunsch ohnehin versagt geblieben war...

Viele Jahrzehnte waren vergangen… Asua saß Riân gegenüber und blickte ihrem Bruder tief in die Augen. Oder zumindest in das eine verbliebene. Sie konnte es immer noch nicht fassen, dass sie einander wieder begegnet waren...

"Als wir getrennt wurden, brachte man mich zu einem wohlhabenden Ehepaar, aus einer sehr angesehenen Familie. Kadim war ein sehr begabter Schmied. Er verstand sich wirklich auf dieses Handwerk. Seine Waffen waren in aller Munde, weit über die Zuhandal-Kette, und zu seinen Auftraggebern gehörten auch bedeutende Adelshäuser und reiche Kaufleute. Aelia war eine Erdmagierin. Gemeinsam führten sie ihre Schmiede, sie waren eine großartige Einheit, was das betraf, und sie hatten auch einige Beschäftigte. Damals war ich über alle Maßen von Trauer erfüllt. Ich dachte, meine Welt hatte aufgehört, sich zu drehen, als ich begriff, dass du und ich, uns nie wieder sehen würden. Ich weinte viel. Ich wollte nicht essen, ich wollte nicht schlafen, und doch habe ich mich anfangs jede Nacht in den Schlaf geweint. Vater und Mutter haben mir so gefehlt. Ich habe ihr liebevolles Gesicht vermisst, ihre Güte, ihr Lachen, ihre Stimme, einfach alles. Und doch, am allermeisten hast du mir gefehlt, Riân. Wir hatten schon immer so ein inniges Verhältnis zueinander gehabt, ist es nicht so? Niemand konnte im Entferntesten ahnen, was sie mir damit angetan hatten, als sie dich mir entrissen haben. Ich fühlte mich so alleine, als hätte man mir einen Teil meiner Selbst genommen. Verzeih mir, wenn ich heute ein wenig anders darüber denke. Heute denke ich, dass ich es weitaus schlechter hätte treffen können. Kadim und Aelia, meine Zieheltern, waren wirklich gut zu mir. Sie hatten tiefstes Mitgefühl für mein Leid und für meine Situation. Sie haben mir nie Vorwürfe gemacht, und glaub mir, ich habe es ihnen am Anfang nicht leicht gemacht. Oft bin ich ihnen mit Ablehnung und Trotz entgegen getreten. Ich glaube, die ersten Wochen waren ziemlich hart für die beiden, vielleicht noch härter, als für mich. Aber sie haben nie die Geduld mit mir verloren, immer hatten sie Verständnis für mich, und versuchten, mir Liebe und Respekt entgegen zu bringen. Heute weiß ich, welches Opfer und auch Geschenk dies an mich war. Die ersten Wochen nach unserer Trennung haben sie mich einfach gewähren lassen, mich meine Trauer, meine Ablehnung der ganzen Welt gegenüber, aber auch meinen Zorn darüber ausleben lassen. Eines Tages, im Frühling nach unserer Trennung, kam Aelia auf mich zu. Sie setzte sich zu mir, und sprach lange mit mir. Sie erklärte mir, dass jedes Ende auch ein Neuanfang sein kann. Dass ich Mut und Kraft schöpfen sollte, und dass sie und Kadim mir dabei helfen wollten. Ich weiß es nicht mehr genau, aber ich glaube, an diesem Tag habe ich mit meinem alten Leben abgeschlossen, und habe begonnen, nach vorne zu blicken. Ich habe begonnen, diese beiden Elfen in mein Leben zu lassen. Nie so sehr, wie dich, oder wie unsere Eltern, aber ich konnte mich schließlich gut mit meinem neuen Leben arrangieren. Ich habe in diesem Frühling endlich wieder begonnen, ein halbwegs normales Leben zu führen. Zwar habe ich jeden Tag an dich gedacht, aber mit der Zeit hat es einfach jeden Tag ein bedeutendes Stück weniger wehgetan. Und so taten Kadim und Aelia alles, was in ihrer Macht stand, um mir ein schönes Leben zu ermöglichen. Oft ging Aelia mit mir spazieren, hat mir diese neue Umgebung gezeigt. Yath-Zuhárra liegt ja doch ein bedeutendes Stück höher in der Zuhandal-Kette, als die Wälder, die wir einst unsere Heimat nannten. Sie ging gleichermaßen in die Natur mit mir, wie auch einfach durch Yath-Zuhárra. Sie hat mir alles gezeigt, und alles erklärt, was sie selbst wusste, und sie hat mich dabei nie wie ein Kind behandelt. Vielleicht tat sie dies absichtlich, vielleicht aber auch, weil sie keine Erfahrung mit Kindern hatte...

Manchmal habe ich die Stadt verlassen, und ging in die Berge, habe mich dort einfach hingesetzt, und meinen Gedanken freien Lauf gelassen. Ich spürte so eine Verbundenheit mit den Bergen, und mit der Natur. Ich konnte mir das damals nie wirklich erklären, aber ich sollte die Antwort schon bald erfahren. Kadim und Aelia gaben oft rauschende Feste, sie verstanden es wirklich, zu feiern, und ihre gut situierte Lage hat ihnen das auch gestattet. Sie hatten auch oft Mitglieder der Magiergilde in ihren Kreisen. Manche gingen bei ihnen ein und aus, wie Selbstverständlich. Aelia hat mich immer allen stolz präsentiert, beinahe so, als wäre ich ihr leibliches Kind. Damals habe ich noch nicht verstanden, warum sie mich immer in die Kreise der Erwachsenen miteinbezogen hat. Aber bald darauf erklärte sie mir, dass sie herausfinden wollte, ob auch ich magisch begabt sei, und dass Magie ein unglaubliches Geschenk der Götter sei, welches man nicht verschwenden dürfte. Sie nahm mich dann immer wieder mit, wenn sie die Magiergilde besucht hatte, oder auch in die freie Natur, und zeigte mir, da sie selbst eine Erdmagierin war, was man mit Elementarmagie alles bewerkstelligen könnte. Mich hatte dies sehr fasziniert, und Aelia sagte mir auch, vorausgesetzt, ich hätte die Begabung zur Wirkung von Magie, und wenn ich es wollte, und es schaffe, von alleine das mir zu bestimmte Element zu erspüren, dann würde sie mich in die Magiergilde schicken, damit ich dort studieren könne. Ich wollte es unbedingt erlernen, und so verbrachte ich die nächsten zwei Jahre nur damit, zu meditieren, meinen Geist und meinen Körper zu erforschen, und zu erfahren, ob ich diese Begabung ebenso in mir trage, und vor allem, wenn dem so wäre, welches Element mir zugedacht sein könnte. Und nach zwei Jahren wusste ich es. Nicht die Luft, nicht der Wind sollte mir zu Diensten sein, nein, mein Element war die Erde. Die Mutter Erde, und all ihre Kinder in ihrem Schoß, Metalle, Gestein und die Erde selbst. Wie ich es gemerkt habe? Ich kann es schwer erklären, wie soll man es jemanden erklären, der nicht selbst diese Erfahrung gemacht hatte? Wann immer ich mich zurückgezogen habe, in die Natur, um dort zur inneren Ruhe zu finden, habe ich so eine seltsame Verbundenheit zu Erde, Fels und Stein gespürt. Es lag so viel Vertrautes und Tröstliches darin, ich ahnte, dass mir die Erde zugedacht war, doch wirklich gewusst habe ich es, als sich diese Gefühle gehäuft haben und ich eines Tages schließlich Gewissheit hatte, als ich das Element erspürt habe. Ich war gerade einmal dreizehn, und so hielt Aelia ihr Versprechen, und schickte mich in die Universität der Magiergilde, damit ich meine Ausbildung beginnen konnte. Das setzte leider voraus, dass ich mein Zuhause aufgab, und mich fortan nur noch den Studien, den Meditationen, dem Studieren von Schriften und der Erde mit all ihren Bestandteilen widmen sollte. Aber ich nahm dieses Los in Kauf, denn ich wollte unbedingt Erdmagierin werden, so wie Aelia. Und vielleicht noch viel mächtiger, wenn Jonlai es zuließ. Damals, als junges Mädchen, wusste ich ja noch nicht, wie sich alles entwickeln würde, und so begann ich also zunächst etwas zögerlich meine Ausbildung, und als ich vierzehn Jahre alt war, beherrschte ich meinen ersten Zauber, den Erdstoß. Du kannst dir nicht vorstellen, wie stolz ich darauf war, und so widmete ich mich noch mehr den Studien. Und es schien, dass ich durchaus das nötige Talent hatte, wie Aelia es mir vorausgesagt hatte. Was soll ich dir erzählen, Riân? Dass ich die nächsten dreiunddreißig Jahre mein Leben beinahe nur mit dem Lernen der Magie verbracht habe? Das klingt für dich sehr langweilig, und langwierig, nicht wahr? Und doch ist es so gewesen. Ich habe sehr hart und sehr viel gelernt, Tagein, Tagaus, Jahrein, Jahraus. Ich habe wenig andere Dinge in meiner Freizeit gemacht. Ich hatte nicht einmal wirkliche Freunde, mit Ausnahme von meiner besten Freundin Amera’su. Nur einmal habe ich einer Person meine Freundschaft vorgegaukelt, aus niederen Gründen. Da war ich achtzehn. Sie war ein angehender Magus, und ich wollte unbedingt schon damals wissen, wie ich das Suchen von Metallen und Steinen in der Erde erlernen könnte. Du musst wissen, dass dieser Zauber erst in der dritten Stufe gelernt werden kann. Und weil ich es nicht erwarten konnte, habe ich mich bei ihr eingeschmeichelt. Ich habe mich verhalten, als wäre sie meine beste Freundin, obwohl ich sie nicht einmal leiden konnte! Als ich den Zeitpunkt einmal für günstig erachtete, habe ich sie gebeten, mir die Schriftrolle zu leihen, nur, um sie mir einmal näher anzusehen. Es war viel Schmeicheln und Bitten und Überzeugen notwendig, dass sie mir unter dem Siegel der Verschwiegenheit diese kostbare Schriftrolle ausgehändigt hat. Und kaum hatte ich sie, habe ich sie mir heimlich kopiert. Ich gab ihr die originale Schriftrolle wieder zurück und befasste mich künftig kaum mehr mit Aliceanda, dafür umso mehr mit diesen Sprüchen und Zaubern, die ich mir kopiert hatte. Und es ging zunächst auch gut, ich begann, die Suche zu lernen, aber es gelang mir nicht, und ich vermutete, dass es gar nicht möglich war, eine höhere Stufe zu studieren, wenn man noch nicht mit allen Stufen der vorangegangenen Zauber fertig war. Doch dann kam alles anders. Ich weiß nicht, wie sie es herausgefunden haben, Vielleicht hat Aliceanda geplaudert, aus Rache, weil ich mich kaum mehr um sie geschert hatte, vielleicht hat mich auch jemand beobachtet und verraten. Neider hatte ich ja schließlich immer einige. Wie auch immer, mein Meister wusste, dass ich für kurze Zeit im Besitz dieser Schriftrolle war, und er wusste auch dass es eine Kopie davon gibt. Vielleicht hat er mich einfach nur hinters Licht geführt. Aber ich musste mich diesem Druck beugen und habe schließlich meine Tat gestanden. Mein Meister befahl mir, mein Studium für ein ganzes Jahr auszusetzen, als Strafe. Sie haben mich für ein ganzes Jahr von der Universität geschickt. Ich verbrachte das Jahr zuhause. Ich langweilte mich so sehr, auch wenn ich froh war, meine Zieheltern wieder zu sehen, obwohl ich mich vor ihnen sehr geschämt hatte, dass ich ein ganzes Jahr aussetzen musste. Ich hatte in all den Jahren kaum Kontakt zu ihnen. Geschrieben haben wir uns gegenseitig viel, aber gesehen habe ich sie sehr selten. Und anstatt dieses eine Jahr zu nutzen, und viel Zeit mit meinen Eltern zu verbringen, widmete ich mich weiterhin der Magie. Somit hatte ich in diesem einen Jahr nichts anderes zu tun gehabt, als die Zauber zu üben, die ich bisher kannte. Doch anstatt dies zu machen, was mir so viel mehr genutzt hätte, verbiss ich mich noch viel intensiver in das Studium der Suche, denn ich wollte es einfach nicht wahrhaben, dass ich dazu noch nicht in der Lage war. Dies warf mich ein wenig zurück, aber ich habe trotzdem weiter gemacht, auch wenn es mir nichts brachte. In diesem Jahr lernte ich meine beste Freundin Amera’su kennen. Sie war ebenso eine Schülerin wie ich, nur ein wenig jünger. Sie war mir in der Universität nie aufgefallen, sie war auch eher eine stille, unauffällige Person. Ihr war zu Ohren gekommen, was ich getan hatte, und was der Preis dafür gewesen war. Aber sie verurteilte mich nicht dafür, viel mehr sprachen wir miteinander und stellten fest, dass uns viele Gemeinsamkeiten verbanden. So kam sie mich immer wieder besuchen, erzählte mir das Neueste, was in der Universität passierte, und wir gingen oft spazieren, unternahmen etwas, lachten, scherzten und führten auch tiefsinnigere Gespräche. Sie wurde meine wirkliche, und ehrliche beste Freundin, und mir das Wichtigste in meinem Leben. Als mein Jahr der Sühne verstrichen war, durfte ich wieder in die Universität zurückkehren. Mein Meister trat an mich heran und fragte mich, was ich denn nun, da das Jahr vorüber war, lernen wollte. Und ich hob den Kopf und sah ihn fragend an. Da lächelte er und sagte mir etwas, das ich nie vergessen werde, er sagte "Asua. Ich habe großes Potential in dir gesehen, aber dein Handeln, dein Studium auf eigene Faust voranzutreiben, bedurfte einer Strafe. Doch wäre ich ein Narr, dieses Potential zu unterdrücken, und wenn ich es nicht fördern würde." Ich wusste, was er mir damit sagen wollte und ich äußerte die Bitte, ‚die Suche‘ studieren zu dürfen, vielleicht gab es ja doch einen Weg. Doch der Meister schlug diese Bitte sogleich aus. Aber ich ließ mich nicht beirren und zeigte ihm, was ich in diesem einen Jahr gelernt hatte und mein Meister lenkte ein. Er sagte mir, dass er mich die Suche nicht lehren könnte, selbst wenn er wollte, solange ich nicht die Stufe zwei vollendet hätte. Doch er bot mir einen anderen Zauber der Stufe zwei an, und so begann ich mein Studium wieder aufzunehmen. Und ich fühlte mich endlich wieder vollkommen und glücklich.

So vergingen die Jahre, ich war mittlerweile und ich widmete mich nach wie vor voll und ganz meiner Ausbildung. Oft traf ich mich mit meiner Freundin Amera’su, und ich hatte begonnen zu zeichnen. Wenn ich Ruhe und Entspannung suchte, ging ich oft in die Natur, zeichnete Landschaften, oder versuchte, meine Familie abzubilden, was mir eben gerade einfiel, oder gefiel. In der Gilde war ich mit meiner Verbissenheit schon regelrecht zum Gespött geworden. Da ich mich so der Eisenmagie verschrieben hatte, und nie einen Mann an mich heranließ, gaben sie mir den Namen ‚Asua, die eiserne Jungfrau‘… Ich war zu diesem Zeitpunkt fünfundzwanzig Jahre alt. Es verletzte mich anfangs sehr, und oft kam ich ins Grübeln, ob ich nicht zur Übertreibung neigte, und dass ich vielleicht einen anderen Mittelpunkt in mein Leben setzen sollte. Doch es gab nichts, wonach es mich verlangte, wie etwa eine Familie zu gründen, oder auch nur einen Gefährten zu finden. Ich hatte die Magie, und nichts machte mich zufriedener, als dies, ich wollte einfach nur immer mehr lernen, und mich nicht durch solche einschneidenden Dinge zerstreuen. Ich hatte ja noch meine beste Freundin Amera’su, und ich hatte meine Zieheltern, auch, wenn ich sie kaum besuchte, und den Rückhalt der Gilde, zumindest von jenen, die mich nicht verspotteten. Darum beschritt ich unbeirrt meinen weiteren Weg weiter, wie er bisher lief.

Meine Zieheltern machten mir in dieser Zeit ein wunderbares Geschenk. Sie feierten immer den Tag, an welchem sie mich aufgenommen hatten, als meinen Geburtstag, denn weder sie, noch ich wussten, an welchem Tag ich genau geboren wurde. Und so schenkten sie mir vier fein geschmiedete Gliederringe aus Stahl. Sie hatten viele feine magische Symbole eingraviert, und schimmerten wundervoll matt im Licht. Solch eine Schönheit mag nur derjenige zu erahnen, der eine solche Verbundenheit zu Metallen verspürt, wie ich es tue, oder jener Mann, der für den Kampf lebt und sein Schwert so hegt und pflegt, wie er auch seine Geliebte behandeln würde. Aelia, die selbst Erdmagierin war, wusste genau, wie dienlich mir ein solches Geschenk sein würde. Sie wusste, dass ich damit magische Symbole und Zeichen in Steine, Stahl, oder Metall ritzen könnte, oder dass ich mich damit auch verteidigen könnte, und dass die magischen Symbole meine steten Begleiter sein mögen. Bislang hatte ich nie eine Waffe getragen, doch diese Gliederringe, die wie Krallen anmuten, waren nun meine Waffen und ich trug sie mit Stolz, und bewahrte sie mit größter Sorgfalt auf…

Als ich dreißig Jahre alt war, bekamen wir einen Neuzugang in der Gilde. Annai… Er war ein aufstrebender Magus, und wir verstanden uns sehr gut. Er war ein netter Mann, und darüber hinaus sah er auch sehr gut aus, und war nicht minder ehrgeizig wie ich. Als ich ihn kennenlernte, geriet meine Welt ins Wanken. Ich zweifelte plötzlich, dass mein Weg der Richtige sei. Wir verbrachten viel Zeit miteinander und schließlich passierte das Unvermeidliche, er gestand mir, dass er sich in mich verliebt hatte. Ich mochte ihn auch sehr gerne, und ich glaube, ich war in meinem Leben nie glücklicher, als zu dieser Zeit. Wir hatten eine so wunderbare Beziehung, und er respektierte meinen Wunsch, sich nicht Hals über Kopf in ein Strohfeuer zu stürzen. Er drängte mich nie zu etwas, und gab mir Zeit, um mir über meine Gefühle für ihn klar zu werden. Es hätte alles so wunderbar sein können, doch dann hat der Narr alles kaputt gemacht, als er mich um meine Hand bat. Ich hatte ihm immer gesagt, dass ich mein Leben voll und ganz der Magie verschrieben hatte, und keinen solchen Wunsch hegte. Als er mich schließlich vor die Wahl stellte, fiel mir meine Entscheidung nicht mehr schwer. Ich entschied mich gegen ihn, für die Magiergilde und freilich die Magie. Nach diesem Bruch stürzte ich mich wieder ehrgeizig in das Studium. Wohl auch, um Annai zu vergessen…

Als ich die dritte Stufe der Erdmagie, in meinem Fall eher gesagt, Eisenmagie, erreichte, da war ich sechsunddreißig, In der gildenüblichen Zeremonie wurde ich zu einem Magus ernannt. Du kannst dir nicht vorstellen, Riân, wie stolz ich war. Ich habe mit meinen Eltern eine Woche lang jeden Tag rauschend gefeiert. Noch nie war ich dermaßen entgleist, und ich besuchte die Universität eine ganze Woche lang nicht… Doch dieses Ereignis wurde recht bald überschattet, denn mich erreichte die Nachricht, dass Aelia sehr krank geworden war. Sie war blass und schwach geworden, und war regelrecht ans Bett gefesselt worden, durch ihre Schwäche verfiel sie zusehends. Alle gerufenen Heiler wussten nicht, woran sie litt. Ich besuchte sie häufig, und versuchte ihr, in dieser schweren Zeit beizustehen. Doch nach wenigen Wochen hatte sie den Kampf gegen den Tod verloren. Ich versank in tiefer Trauer, und erst nach ihrem Tod wurde mir bewusst, wie viel sie mir immer bedeutet hatte. Auch für Kadim brach eine Welt zusammen. Und so sehr mich ihr Tod auch schmerzte, und wie sehr ich mich auch dafür schämte, aber insgeheim war ich froh, dass es nicht Kadim war, der gestorben war. Denn Kadim war der Meisterschmied, der mit seiner Kunst viel Geld verdiente. Durch seinen Tod hätte ich mein Studium wohl nicht mehr finanzieren können. Und dennoch schien es an der Zeit, ein wenig selbst dazu beizutragen. So bot ich ihm an, Aelia, die ja selbst Erdmagierin war, dahingehend zu ersetzen, dass ich ihm in der Schmiede half. Und ich war ihm auch eine gute Hilfe, denn mit meinen eisenmagischen Fähigkeiten konnte ich ihm gut dienen. Diese Zeit war sehr hart, und ich war froh, dass ich schon die dritte Stufe vollendet hatte, denn ab diesem Zeitpunkt brachte ich weniger Zeit und Energie auf, um mich dem Studium zu widmen. Ich wollte aber unbedingt weitermachen, denn nun begann die vierte Stufe, und der Zauber, welcher mich erwartete, war das Erschaffen von Metall. Ein für mich unglaublich bedeutsamer Zauber! Ein Stück Unabhängigkeit! Und nach harten vier Jahren hatte ich dann dieses Ziel erreicht. Wie ich das damals geschafft habe, und nebenbei Kadim in der Schmiede zu helfen, weiß Jonlai alleine…

Eines Tages passierte in der Schmiede ein kleiner Unfall. Ein Hilfsknecht meines Vaters war unachtsam. Er betätigte gerade den Blaseblag, um die Esse anzuschüren, und er sah mich nicht, als ich gerade hinter ihm vorbei ging. Er donnerte mir versehentlich seinen Ellbogen ins Gesicht, dass ich dachte, er hatte mir die Nase gebrochen. Den Göttern war es gedankt, dass es nicht so war. Doch dieser Unfall war eine wahre Offenbarung für mich. Ich blutete sehr stark aus der Nase, und das Blut floss mir über die Lippen und in den Mund hinein. Und da fiel es mir zum ersten Mal auf, dieser metallische Geschmack, welchem dem Blut anhaftete. Doch ich trug wohl eine Gehirnerschütterung davon, und benötigte einige Tage Bettruhe, um diesen schweren Schlag zu verdauen. Doch sofort nach meiner Genesung brach ich die Arbeit in der Schmiede ab, sehr zum Leidweisen von Kadim, doch er hatte Verständnis dafür, dass ich meine Studien wieder aufnehmen wollte. So kehrte ich wieder in die Universität zurück, und nahm mein Studium wieder auf. Ich begann also, meinen Körper zu erforschen, und versuchte, das Metall, welches ihm innezuwohnen schien, zu erspüren. Doch das war leichter gesagt, als getan. Es hat zwei volle Jahre gedauert, und nicht selten kam ich in die Verlegenheit, mich rechtfertigen zu müssen, warum ich bei meiner nächsten Stufe keine bedeutenden Fortschritte machte. Dies war natürlich Anlass für manche böse Zunge, zu behaupten, ich sei am Ende meines Magieweges angelangt. Doch das stimmte nicht, ich steckte nur all meine Energie, meinen Willen und meine Konzentration in diesen Zauber. Ich war einfach neugierig, ob ich Recht hatte, dass im Körper von Elfen ebenso Metall enthalten sei, und sei es auch noch so gering... Und dieses Studium unternahm ich heimlich, ich war mir sicher, es war Unrecht, und doch wollte ich dieses Geheimnis um das Blut unbedingt ergründen. Eine verabscheuungswürdige Zeit begann, und ich nahm sehr oft Tiere zu Versuchszwecken heran, um mir selbst nicht unbeabsichtigt zu schaden. Nach insgesamt drei Jahre Studium war ich alles andere als zufrieden, und so begann ich ein Experiment, welches schließlich scheiterte. Ich versuchte, in eine Eisenkugel, die ich mit magischen Zeichen gravierte, meine magische Energie zu speichern. Nach drei Tagen war ich völlig am Ende meiner Kräfte. Doch ich versuchte, mithilfe dieser gespeicherten Energie, das Eisen im Blut zu kontrollieren. Doch es scheiterte, wie gesagt, und ich verlor mein Bewusstsein. Als ich wieder zu Bewusstsein kam, musste ich feststellen, dass mein Magiermeister mich gefunden hatte. Ich konnte ihm nichts vormachen, das Blut in der Schüssel, der magische Kraftspeicher in Form der Kugel… Er zählte eins und eins zusammen, und so kam es wie es kommen musste. Man führte mich vor das Tribunal der Magiergilde, und sie entließen mich unehrenhaft. Sie nannten mir keine Gründe für meine Entlassung, aber ich glaube, sie kannten mich, meinen Ehrgeiz und meine Verbissenheit. Vermutlich hatten sie einfach Angst, dass ich nach Macht strebte, die anderen schaden würde. Vielleicht hielten sie mich auch lediglich für verrückt. Niemals mehr sollte ich den Fuß in die Magiergilde setzen, noch wäre es mir erlaubt, meine Studien je wieder aufzunehmen. Dies war ein unglaublicher Schock für mich, ich war wütend, wütend auf mich und auf die Magiergilde, ich war traurig und fassungslos, aber letztlich musste ich die Entscheidung akzeptieren, was sonst hätte ich auch tun sollen? Ich verließ die Magiergilde und ging wieder in meine letzte Zufluchtsstätte, die mir nach all den Jahren noch blieb: Kadims Schmiede. Ich habe ihm nie die Wahrheit erzählt, ich sagte ihm, dass ich am Ende mit meinem Willen zu studieren sei, und mich dazu entschieden hatte, ihn wieder in der Schmiede zu unterstützen. Vermutlich hat er die Wahrheit ohnehin irgendwann erfahren, obwohl ich es nicht sicher weiß, denn er hat mich nie darauf angesprochen. Und wenn ich nun zurückblicke, war es nicht das Schlechteste, was mir passieren konnte, denn anders wären wir uns wohl nie in Kadims Schmiede begegnet…“ lächelte Asua ihren Bruder an…

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