Profil von Tabitiah

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Profil

Benutzername:
Tabitiah
Alter:
33
Gruppen:

Charakter

Name:
Tabitiah „Schimmerauge“ Aynur
Alter:
25
Rasse:
Mensch/Halbraéyun
Heimat:
Mérindar
Aufenthaltsort:
Mérindar
Waffen:
Dolchmesser
Inventar:
Kohlestifte und Pergament, Tamburin, Geldbeutel, Schlüssel

Steckbrief

Name: Tabitiah „Schimmerauge“ Aynur
Alter: 25
Rasse: Mensch/Halbraéyun
Familie: Vater: Aynur, Mutter: Sinaida, Geschwister: keine

Aussehen:
Das Auffälligste an Tabitiah ist ihr roter Wollmantel. Sie besitzt ihn schon seit ihrer Kindheit. Weil er ein Geschenk ihrer Mutter ist, hat sie ihn immer gut gepflegt und man sieht ihm sein Alter erst bei näherem Hinsehen an. Die Kapuze des Mantels hat sie stets über den Kopf gezogen, um in deren Schatten ihre Augen zu verbergen. Darunter fällt ihr langes, dunkelbraunes Haar, welches sie meist - mal mehr, mal weniger ordentlich – zu einem Zopf geflochten hat, bis über den Rücken. Recht oft lösen sich jedoch einzelne Strähnen, die dann ihr schmales Gesicht umranden. Unter der Kapuze blicken ihre grau-blauen Augen oft scheu auf Alvarania. Sie ist eine halbe Raéyun, hat aber nicht die bernsteinfarbigen Augen ihres Vaters geerbt. Ihre Augen schimmern nur, wenn das Licht in einem bestimmten Winkel auf sie fällt, in einem goldenen Ton. Der Mantel reicht bis auf den Boden, hat weite, lange Ärmel und umhüllt die zierliche Frauengestalt vollkommen. Darunter trägt Tabitiah einfache, praktische Kleidung. Sie besitzt zwei Kleider, aus blaugefärbten Leinenstoff eines für den Sommer und eines für den Winter, sowie eine ungefärbte Bluse. Für schneereiche Winter hat sie robuste Lederstiefel und für den Sommer leichte Lederschuhe. Sie ist ungefähr 1,65 m groß und ihr schmales Gesicht, wirkt durch seine ebenmäßigen Züge fast schon kindlich. Ihre Nase ist eher klein und unauffällig, im Gegenzug zu ihren vollen Lippen, die Tabitiah für viel zu groß hält. Aber dennoch bedauert sie es, dass sie nicht von ihren Augen ablenken, die ihr raéyunsches Erbe zeigen.

Waffen:
Tabitiah trägt nur ein kleines Dolchmesser bei sich. Hauptsächlich benutzt sie es zum Essen, kann sich aber im Zweifelsfall damit auch wehren, sollte ihr jemand zu nahe kommen. Sie trägt es immer griffbereit in einer Lederscheide am Gürtel, gut versteckt unter ihrem Mantel. Die Klinge ist etwa so lang wie ihre Hand, der Griff, aus unverziertem Holz.

Charakter:
Wenn man Tabitiah mit nur einem Wort beschreiben müsste, dann wäre es: Vorsichtig. Schon von klein auf ist ihr die Vorsicht von ihren Eltern beigebracht worden. Auch, wenn sie nicht für alle sichtbar eine Raéyun ist, so weiß sie doch, wie grausam die Menschen zu ihrem Volk sein können. Deshalb wirkt sie ängstlich und schüchtern auf andere. Besonders bei Fremden ist sie zurückhaltend, aber höflich. Wenn sie etwas gefragt wird, dann antwortet sie, aber nur das, was sie muss. Auf Provokationen reagiert sie meistens gelassen und lässt diese an sich abprallen. Sollte dies möglich sein, wird Tabitiah immer versuchen die Flucht zu ergreifen. Insbesondere in Situationen, in denen ihr Leben bedroht ist. Sie stellt sich zwar nicht ungeschickt im Umgang mit ihrem Dolchmesser an, doch würde sie immer den sicheren Weg der Flucht wählen.
Für einen Fremden ist es nicht leicht ihr Vertrauen zu gewinnen. Sie vertraut nur denjenigen, die sie schon eine Weile kennt und die auch ihre schimmernden Augen respektieren. Ihren Freunden gegenüber ist Tabitiah loyal. Sie würde für sie alles tun, was in ihrer Macht steht, sich aber nicht kopflos in Gefahr begeben, dennoch aber ein gewisses Risiko eingehen. Wie jeder Mensch hat Tabitiah Träume. Sie träumt, wie viele junge Frauen davon, eine eigene Familie zu gründen. Sesshaft zu werden und einen Raéyun an ihrer Seite zu haben. Jemand der ihr das Wissen ihres Volkes näher bringt, seine Magie versteht und die bernsteinfarbenen Augen an ihre Kinder weitergibt. Aber das ist ein Traum, dem sie niemanden offenbaren würde. Außerdem möchte sie herausfinden, was es mit dem Schlüssel ihres Vaters auf sich hat.
Tabitiah hat ihre Phasen in denen sie verträumt ist. Besonders, wenn sie sich neue Geschichten ausdenkt, die sie für ein paar Jestu erzählen kann. Dann ist sie ganz zwischen den Worten gefangen und kann sie nicht schnell genug mit ihren Kohlestiften zu Pergament bringen. Dennoch hat ihre Zeit bei den Zigeunern sie gelehrt, die Realität nicht zu missachten. Sie weiß, dass man Geld braucht zum Überleben, dass man es nicht verschwenden darf. Und sie weiß, dass es nicht nur gute Menschen in Alvarania gibt.
Oft wirkt sie auf andere geizig, vielleicht auch egoistisch, aber ihr Vorrat an Münzen war schon immer bescheiden und sie gibt nie mehr davon aus, als es unbedingt sein muss. Ihr Mantel hingegen ist so gut gepflegt, dass es wirkt als ob sie Geld hätte.
Ihre Moralvorstellung verbietet es ihr zu stehlen. Lieber verdient sie ihren Lebensunterhalt als Geschichtenerzählerin. Ihr Stolz erlaubt es ihr nicht zu betteln, lieber tut sie etwas für ihr Geld, setzt sich in eine Schenke und unterhält die Gäste für ein paar Münzen.
Tabitiah kennt die Macht der Worte. Durch ihre raéyunsches Erbe wurde ihr der geschickte Umgang mit den Worten in die Wiege gelegt. So vermag sie andere mit ihren Geschichten zu verzaubern. Ähnlich, wie es begabte Raéyun mit ihrer Musik können. So manches Mal vermochte sie schon eine Prügelei verhindern, indem sie den Streithähnen eine Geschichte erzählte, sodass ihre Wut aufeinander verrauchte. Das ein oder andere Mädchen wurde schon von ihrem vom Liebeskummer befreit und so manchem neuer Lebensmut eingehaucht. In ihren Geschichten und Worten verbirgt sich keinerlei Magie, aber Tabitiah ist sensibel, so dass sie für jeden genau die richtige Geschichte auswählt. Sie vermutet, dass diese Sensibilität ein Teil ihres raéyunschen Erbes ist, auch wenn sei nicht die Macht besitzt die Gefühle anderer zu erspüren oder zu beeinflussen. Während sie eine Geschichte erzählt blüht Tabitiah auf, sie wird mutiger, zeigt ihre Gefühle anderen und vermag sogar Charme zu versprühen. Im Alltag ist sie jedoch zurückhaltend und in sich gekehrt.
Sie ist zwar zurückhaltend und wartet oft erst ab, wie sich eine Situation entwickelt, doch weiß Tabitiah den Schutz einer Gruppe zu würdigen. So ist ihre größte Angst allein durch Mérindar reisen zu müssen. Außerdem hat sie Angst davor von anderen als Raéyun erkannt zu werden. Sie weiß von Angehörigen ihres Volkes, die aufgrund ihrer Augen verbrannt wurden.

Glaube und Religion
Tabitiah glaubt an die Götter und Geister der Berge. Wenn man den Geschichten Aynurs glauben mag, dann haben die alten Götter den Raéyun ihre Bernsteinaugen verliehen und wachen noch heute über ihre Kinder. Früher wandelten die Götter noch zwischen den Menschen, und die Vereinigung zwischen ihnen erklärt warum nicht alle Raéyun ihre Augen und Kräfte erhalten haben. Als die Götter sahen, dass die Menschen den Raéyun missgünstig gesinnt waren, zogen sie sich voller Enttäuschung in die Berge zurück. Aber noch heute wachen sie als Geister über ihre Kinder. Die Raéyun richten ihre Gebete an sie – manche in einer Art Singsang, der die Wirkung verstärken und den Geistern und Göttern gefallen soll. Da es keine Tempel und Schreine für die Berggötter gibt, sprechen die Raéyun mit dem Wind, der ihre Gebete bis in die Berge trägt.

Fähigkeiten:
Ihr Raéyun-Blut hat ihr eine natürliche musikalische Begabung verliehen. Sie versteht den Umgang mit dem Tamburin, seit sie ein Mädchen war. Außerdem kann sie geschickt mit Worten umgehen, Geschichten erzählen und es scheint, als ob sie menschliche Gefühle damit beeinflussen kann. Auch, wenn sich hinter diesem Talent keine Magie verbirgt, sondern eine angeborene Sensibilität. Da sie sich immer nur mit den Worten und dem Tamburin beschäftigt hat, beherrscht sie weder die Kunst des Tanzens noch andere Instrumente.
Kampffähigkeiten besitzt sie so gut wie keine. Sie kann sich mit ihrem Dolchmesser zudringlichen Menschen erwehren, aber gegen einen geübten Kämpfer wäre sie hilflos. Tabitiah beherrscht alles, was eine Frau können muss. Sie kann die gröbsten Löcher in ihrem Mantel flicken, kann essbare Mahlzeiten zubereiten. Jedoch beherrscht sie nur das Notwendige, was man im Alltag braucht. Handwerklich hat sie keinerlei Geschick. Ebenso sieht es in der Wildnis aus. Sie könnte kein Tier erlegen. Aber sie weiß welche Beeren essbar sind –zumindest kennt sie die meisten Pflanzen Mérindars- und auch ein Feuer könnte sie entzünden. Ein paar Tage wäre es ihr also möglich zu überleben.
Sie versteht es Geschichten zu erzählen, diese mit ihrem Tamburin musikalisch zu untermalen und so die notwendigen Münzen für ihr Überleben zu verdienen. Manches Mal verfällt sie während des Erzählens in einen klangvollen Singsang, doch das richtige Singen beherrscht sie nicht und überlässt dies lieber den Barden. Ihr Vater brachte ihr bei die coreonische Sprache Schreiben und Lesen zu können. Merridisch hingegen war die Sprache ihrer Mutter, die sie zwar lesen und sprechen, deren speziellen Worte ihr aber manchmal nicht gut aufs Pergament fließen. Körperlich hingegen unterscheidet sie sich nicht von durchschnittlichen Frauen. Sie vermag, wenn sie reist ein Tagespensum zu marschieren, aber dies gehört nicht zu ihrem Alltag, deshalb ist ihre Konstitution durchschnittlich. Wenn es sich für sie ergibt reist sie gern auf den Wagen der Händler mit. Manches Mal schon durfte sie auch eines der Pferde reiten, was sie recht geschickt beherrscht. Aber auch hier sind ihre Fähigkeiten nichts im Vergleich zu denen eines geübten Reiters. Den Umgang mit anderen Tieren beherrscht sie nicht.

Magie/Zauber: Sie beherrscht keinerlei Magie oder Zauber und besitzt kein Talent um diese zu erlernen.

Vergangenheit:
Ihre Mutter Sinaida hatte sich halsüberkopf in einen Raéyun verliebt. Aynur. Es war dem Barden nicht schwer gefallen, die hübsche Frau aus Mathrun zu verzaubern. Mit Worten und mit Liedern. Weil sie beide noch jung waren, verließen sie in einer hellen Mondnacht den Ort an der Küste. Gemeinsam bereisten sie die Nordreiche bis Sinaida schwanger wurde. Sie wussten, dass es ihr Körper nicht mehr lange schaffen würde, die Strapazen des Vagabundendaseins zu meistern. Deshalb kehrte das Paar zurück in Sinaidas Heimat und es geschah das, was Aynur niemals für möglich gehalten hätte: Er wurde sesshaft. Sein Raéyun-Blut versuchte zwar immer noch ihn hinaus in die Welt zu ziehen, aber er wusste, dass er bald ein Kind würde ernähren müssen. Die beiden hatten Glück und konnten von ihrem Ersparten ein kleines, aber sauberes Haus erwerben. Aynur zog jeden Tag hinaus um seine Lieder und Geschichten zu verkaufen. Besuchte alle erreichbaren Gasthäuser, Tavernen und Marktplätze und benutze seine raéyunschen Gaben um sich und seine Frau zu ernähren. Oftmals viel ihm das schwer, seine goldene Augen erweckten immer wieder misstrauen, aber er hatte es sich zur Gewohnheit gemacht sie unter einer Kapuze zu verbergen. Sinaida hingegen verdiente sich durch Näharbeiten ein paar Kupfermünzen hinzu.
Tabitiah wurde in Mathrun geboren. In einer sternenklaren Winternacht wurde Sinaida von den Wehen überrascht und schon rasch tat Tabitiah ihren ersten Schrei. Weil ihr Vater ein Raéyun mit bernsteinfarbenen Augen war, beobachteten ihre Eltern mit jedem vergangenen Mond genau ihre Augenfarbe, doch sie behielt die grau-blauen Augen ihrer Mutter. Erst, als Tabitiah bereits laufen lernte sah Aynur in den Augen seiner Tochter ihr raéyunsches Erbe schimmern. Nur für wenige Atemzüge –Sinaida behauptete lange er hätte es sich eingebildet- und doch nannte er fortan seine Tochter „Schimmerauge“. Tabitiah war ein fröhliches Mädchen. Brav ging sie ihrer Mutter im Haushalt zur Hand, aber dennoch floss das Blut ihres Vaters in ihren Adern, was sie immer wieder dazu trieb, die Enge des Hauses zu verlassen und durch die Straßen Mathruns zu ziehen. Wie es üblich ist spielte sie mit den Kindern aus der Nachbarschaft, solange diese ihre Augenfarbe nicht bemerkten. Es gelang ihr jedoch nicht, eine richtige Freundschaft zu schließen, da den Kindern irgendwann das Schimmern auffiel. Oftmals kam die kleine Tabitiah weinend nach Hause, wenn die anderen sie deshalb nicht mehr mitspielen ließen. Manches Mal mussten die Kinder auch ihr Spiel unterbrechen, wenn besorgte Eltern ihre Sprösslinge von dem „Bardenbalg“ trennten. Ihre Eltern trösteten die Kleine dann mit versöhnlichen Worten.
Gerade als ihre Tochter ihren zehnten Winter erlebte erlag Sinaida einem Fieber. Das ihre Mutter plötzlich nicht mehr da war, traf das kleine Mädchen schwer. Immer wieder fragte sie ihren Vater nach ihr und sprach ansonsten wenig. Auch mit den anderen Kindern spielte sie kaum noch. Um über diesen Verlust hinweg zu kommen und auch um seine Tochter auf andere Gedanken zu bringen beschloss Aynur sich dem Fahrenden Volk anzuschließen. Als typischer Raéyun besaß er das Misstrauen gegen die Menschen und sie gegen ihn und seinen „Bardenbalg“. Auch wenn Tabitiah nicht seine Augen hatte, so war sie dennoch seine Tochter. Warum Sinaida ihm aber nie ein weiteres Kind geschenkt hatte, wusste er nicht. Vielleicht wäre es dazu gekommen, wenn er sie nicht viel zu früh an das Fieber verloren hätte.
Den Zigeunern war es gleich, welche Augenfarbe man besaß, wichtig war, dass man Geld verdienen und für sein Essen etwas tun konnte. Aynur konnte das. Sein Raéyun-Blut verlieh ihm die Gabe die Laute zu spielen wie kein zweiter und das Publikum zu verzaubern. Mal machte er sie so fröhlich, dass sie fast schon mit ihrem Geld um sich warfen, mal erregte er ihr Mitleid, damit sie ihren Beutel öffneten, so wie er es schon in Mathrun getan hatte. Das Fahrende Volk mochte den Mann mit den seltsamen Augen und auch sein Töchterchen. Das Kind schien sich für alles in Welt zu interessieren. Für Menschen, Tiere und jeden Grashalm. So war es kein Wunder, dass die Kleine sich schnell zu einem Musiker gesellte, der das Tamburin beherrschte. Als ob das Instrument sie magisch angezogen hätte, berührte einer der kleinen Finger, wie selbstverständlich eine der Schellen, die einen hellen Ton von sich gab. Ligorio - ein bereits in die Jahre gekommener Nordelf, dessen schwarzes Haar, aber stets glänzte – nahm es mit einem Lächeln zur Kenntnis und als ob er sich schon immer nach einem Schüler gesehnt hätte, nahm er die Zehnjährige auf seinen Schoß und brachte ihr die nötigen Griffe bei. Wie es aber bei Kindern so üblich ist, verlor die kleine Tabitiah bei jedem Misslaut die Konzentration und suchte das Weite. Aber Ligorio nahm es jedes Mal mit einem gütigen Lächeln zur Kenntnis, denn es dauerte stets nur eine Nacht bis das Mädchen wieder mit großen Augen vor ihm stand und sich erneut darin übte das Instrument zu spielen. Die Beiden verbrachten einige Monde damit, dass Tamburin zu spielen. Übten manches Mal einige Stunden am Stück, oder an arbeitsreichen Tagen nur kurze Zeit. Schließlich versuchte Tabitiah sich an einem komplizierten Lied, von dem Ligorio ihr erzählt hatte, dass es in seiner Heimat zu Festlichkeiten angestimmt wurde. Als ihr dies schließlich gelang, verkündete der Elf wortreich und nicht ohne Stolz, dass ihre Ausbildung bei ihm abgeschlossen wäre. Zum Zeichen seiner Gunst schenkte er ihr ein handliches Tamburin von dem er wusste, dass es auch in schlanke Frauenhände passen würde, welches Tabitiah fortan stets mit sich trug. Nun durfte sie auch mit ihrem Vater auf die Bühne. Er erzählte eine Geschichte und sie spielte dazu auf ihrem Instrument. Besonders an Stellen, die von Festlichkeiten und Freude erzählten, mochte es das Publikum sehr, dass kleine Mädchen spielen zu hören. Aber auch, wenn ihr Vater seine Laute erklingen ließ, erfreuten die beiden die Zuschauer gerne, in dem sie gemeinsam musizierten. Als sie dann die ersten Geschichten alleine erzählen durfte, wusste Aynur, dass doch mehr Raéyun-Blut in ihr floss, als ihr Äußeres verriet. Die Zuschauer mochten, dass kleine, erzählende Mädchen so gerne, dass sie schon bald in das Bühnenprogramm aufgenommen wurde.

Wenn sie nicht musizierte und ihren Vater bei seinen Auftritten unterstützte, dann kümmerte sie sich um die Pferde der Zigeuner, oder half den Frauen bei ihren Arbeiten. Sinaida hatte ihrer Tochter alles beigebracht, was eine Frau - ihrer Meinung nach - können musste. Deshalb konnte Tabitiah kein besonderes, aber dennoch schmackhaftes Essen zubereiten und mit Nadel und Faden umgehen. So war es kein Wunder, dass sie oft Hand an ihren Mantel anlegte den ihre Mutter begonnen hatte zu nähen, bevor sie dem Fieber erlag.
Den Zigeunern hatten sich aber auch andere Familien angeschlossen. Sei es um sicher von einem Ort zum anderen zu gelangen, oder um vor der eigenen Vergangenheit zu flüchten. So kam es, dass die zwölfjährige Tabitiah Tiago kennenlernte. Der schmächtige, weißhaarige Junge mit den hellgrünen Augen, erschien ihr zunächst seltsam. Er behauptete ein Katzenelf zu sein und zeigte ihr seine spitzen Ohren. Weil er durch sein seltsames Aussehen von den anderen Kindern gemieden wurde, freundeten die beiden sich an. Wann immer es ihre Pflichten erlaubten, erkundeten die beiden die Umgebung. Spielten verstecken im Wald, oder überließen, auf einer sonnigen Wiese liegend, der Welt ihren Lauf. Er zeigte ihr die Natur, ihre Pflanzen und Geschöpfe und sie erzählte ihm dafür alle Geschichten die sie kannte, oder spielte ihm ein Lied auf ihrem Tamburin vor.

Die Zigeuner reisten hauptsächlich durch Mérindar. Ihr Treffpunkt befand sich in der Nähe der Burg Kernok und oftmals folgten sie dem Aras bis an die Küste. Die Hafenstadt Merridia versprach ihnen ein zahlreiches Publikum, aber auch in Onvorthad oder in Trimarcia schlugen sie oft ihr Lager auf. Tabitiah lernte diese Orte im Laufe der Zeit gut kennen, musste aber auch erkennen, dass ihrem Volk stets Misstrauen entgegengebracht wurde. Wann immer sie auf Fremde traf, senkten diese den Blick oder jagten sie fort, als ob sie Angst vor ihnen hätte. Ebenso erging es Aynur und ihr, wenn sich Fremde ihrer fahrenden Gruppe anschlossen. Stets mussten sie zuerst ein paar Münzen verdienen und zeigen, dass sie für ihren Unterhalt etwas tun konnten.

Sah man von den Fremden ab, war es für Tabitiah und ihren Vater eine harmonische Zeit bei den Zigeunern. Sie erlaubte es ihnen, sich nicht vor allen Menschen in Acht nehmen zu müssen und die Nordreiche im Schutz der Gruppe zu durchqueren. Aynur gab sie Gelegenheit seiner Tochter ihr raéyunsches Erbe weiterzugeben. Er sah gerne in ihre schimmernden Augen und es war ihm eine besondere Freude, als er erfuhr, dass sie ein Talent für das Tamburin besaß. Aber es steckte keinerlei Magie hinter diesen Klängen. Das spürte Aynur, mit großer Enttäuschung und doch keimte immer die Hoffnung in ihm, dass Tabitiah diese Magie zu einem späteren Zeitpunkt würde wecken können. Er erzählte ihr von den Geistern der Berge. Den Geistern der Raéyun, welche über ihr Volk wachten und ihnen ihre Kräfte schenkten. Neugierig hörte Tabitiah ihm zu und schien sich jedes Wort sofort einzuprägen. Aynur entdeckte ihre Begabung für die Worte, nachdem sie eine seiner Geschichten erzählen konnte, obwohl sie sie erst einmal gehört hatte. Seit diesem Abend begann er ihr das Lesen und Schreiben zu zeigen. Er wusste sich in der Schrift nicht gewählt auszudrücken, aber die Grundkenntnisse konnte er seiner Tochter beibringen. In vielen mühseligen Nächten, in denen er oft seine Tochter zur Konzentration ermahnen musste, erklärte er ihr die Worte und Buchstaben des Coreonischen. Doch Tabitiah schien zunächst nur die Musik im Sinn zu haben. Immer wieder erzählte sie ihrem Vater von Tiago, Ligorio, oder summte eine der erlernten Melodien. Aynur verlor hin und wieder die Geduld, unterbrach den Unterricht und schickte seine Tochter zu Bett. Doch je älter sie wurde, umso mehr enthüllten sich ihr die Geheimnisse der Worte, der Schrift und der Sprache. Gerade durchlebte Tabitiah ihren fünfzehnten Winter, als ihr Aynur verkündete sie könne nun Lesen und Schreiben. Als ob sie nur darauf gewartet hatte, brachte sie schon bald ihre ersten eigenen Geschichten auf das Pergament. Zuerst nur Abwandlungen von Aynurs Erzählungen, aber im Lauf der Zeit, schrieb und erzählte sie ihre eigenen.

Ein Jahr später, ihr sechszehnter Sommer begann, hatten sich Tabitiah und Tiago – völlig ihre Pflichten vergessend - aus dem Lager gestohlen. Wie schon so oft lagen sie auf einer sonnigen Lichtung und träumten von weit entfernten Orten. Sie wusste nicht woher dieses Gefühl kam, aber ganz plötzlich, wurde ihr bewusst, wie nah Tiago neben ihr lag und die Erkenntnis traf sie wie ein Blitz: Da war mehr zwischen ihnen, als bloße Freundschaft. Von einem Moment auf den nächsten, hatten die beiden sich ineinander verliebt. So war es kein Wunder, dass sie sich immer öfter die Zweisamkeit suchten, einander Küsse raubten und nach einiger Zeit auch die Unschuld. Aber das junge Glück war nicht von langer Dauer. Tiagos Familie trennte sich von den Zigeunern, um nach Hause in die Wälder Sieryans zurückzukehren. Tabitiah war untröstlich. Wochenlang hörte Aynur des Nachts schluchzen aus ihren Decken, tagsüber war sie schweigsam und verschlossen und auf der Bühne erzählte sie tragische und traurige Geschichten. Das ging einige Monde so, bis sie schließlich begann wieder fröhliche Geschichten zu erzählen und eines Tages schien der Schmerz verschwunden. Doch ab und zu stahl sich noch immer ein sehnsüchtiger Blick in ihre Augen, wenn sie gerade in Richtung Süden blickte.

Das mit dem Schlüssel
Das Lagerfeuer ließ Aynurs Augen besonders intensiv glühen. Tabitiah mochte die Augen ihres Vaters. Sie versprachen ein machtvolles Erbe. Auch, wenn sie nicht dieselbe Farbe wie ihre trugen.
„Komm. Setzt dich zu mir Schimmerauge.“ Sie setzte sich neben ihren Vater und schlang den Mantel enger um sich. Die Nacht versprach kühl zu werden – sie brachte bereits den Duft des Winters mit sich. Tabitiahs neunzehnter Winter, sie würde von nun an nicht mehr wie ein Kind behandelt werden.
„Ich möchte dir etwas geben.“ Sie blickte zu ihm auf. Neugierig. Hoffnungsvoll. Aynur steckte die Hand in seine Tasche. Für einen Moment schien er zu zögern – unentschlossen zu sein. Doch dann schien er sich selbst einen Ruck zu geben und zog die Hand wieder hervor. Beinahe andächtig öffnete er die Finger und Tabitiah sah darin einen Schlüssel ruhen. Er wirkte alt und doch schien er im Schein des Feuers zu glühen, wie die Augen ihres Vaters. Sie streckte ihre Finger danach aus – zögerte dann aber. „Darf ich?“
„Nur zu. Er gehört jetzt dir.“ Vorsichtig nahm sie den Schlüssel in die Hand und wagte kaum den Blick davon zu lösen.
„Vor vielen Jahren habe ich ihn von deinem Großvater erhalten. Er sagte, dass er die Tür öffnet hinter der sich die Geheimnisse unseres Volkes verbergen.“
„Geheimnisse?“, es war nur ein geflüstertes Wort, welches Tabitiah über die Lippen kam, dennoch hatte sie das Gefühl man könnte es im gesamten Lager hören.
„Ich habe nie herausgefunden, was er damit meinte, obwohl ich ihn in viele Schlösser gesteckt habe. Vielleicht ist es nicht an mir sein Geheimnis zu ergründen.“
Versonnen betrachtete er seine Hände, wohl in Erinnerungen daran welche Türknäufe sie nicht zu drehen vermocht hatten.
„Es wird Zeit, dass ein jüngerer und wacherer Verstand als meiner versucht dahinter zu kommen.“
„Aber Vater. Ich …“
„Pass gut darauf auf, Schimmerauge.“ Aynur erhob sich und überließ Tabitiah ihren Gedanken. Seit dieser Nacht sprachen sie nie wieder über den Schlüssel.

Die jüngste Vergangenheit
Der Mann, der sich Soleus nannte, strahlte eine Aura des Geheimnisvollen aus, die Tabitiah frösteln lies. Er brachte sie alle zum Lachen, Staunen und manchmal zum Nachdenken. Seine Vorführung war nicht schlecht, dass erkannte Tabitiah sofort. Schließlich hatte sie in ihren zwanzig Lebensjahren schon so einige von ihnen gesehen. Große, Kleine, Arme und Reiche. Einige hatten sich den Zigeunern anschließen wollen, wieder andere wollten sich nur ein paar Jetsu verdienen. Aber dieser Mann war anders. Selbst, wenn er lachte schien er düster zu sein. Finster in seinen Gedanken und Gefühlen. Seine Vorführung neigte sich ihrem Ende entgegen. Alle Geräusche schienen zu verstummen, die Welt den Atem anzuhalten. Tabitiah stand neben ihrem Vater. Auch für Aynur schien die Welt sich nur noch auf der kleinen, hölzernen Bühne abzuspielen. Soleus wurden Kohlestücke gebracht, wie groß von seinem Helfer angekündigt wurde. Einem jungen Burschen, der Tabitiah nicht unsympathisch war. Ihr Blick huschte ein wenig sehnsuchtsvoll zu ihm, denn nach dem Tiago gegangen war hatte sie keinem Mann mehr ihr Herz schenken können. Die Kohle wurde von Soleus entzündet. Sie konnte nicht richtig erkennen, wie er das bewerkstelligte, aber offenbar schien ein Wink mit seiner knochigen Hand zu genügen. Scheinbar genauso spielend leicht, wie er sie entzündet hatte, nahm Soleus die glühende Kohle in seine Finger und warf sie hoch in die Luft und Tabitiah fragte sich, welche geheimen Künste er noch beherrschte. Ein brennender Feuerball – in den sich die Kohle inzwischen verwandelt hatte – nach dem anderen flog in die Luft und wurde von dem Mann wieder aufgefangen. Jedes Mal wenn das geschah war vom Publikum ein aufatmendes „Ah“ oder „Oh“ zu hören und auch Tabitiah erwischte sich dabei, wie sie gespannt die Luft anhielt. Und plötzlich hörte Tabitiahs Welt – so wie sie sie kannte – auf zu existieren. Der beißende Gestank von Rauch hüllte sie ein, nahm ihr die Luft zum Atmen und trieb ihr die Tränen in die Augen. Ihr erster Gedanke galt der Flucht, der zweite ihrem Vater. Doch was sie wirklich tat, war sich flach auf den Boden zu legen und sich die Lugen aus dem Leib zu husten. Jedenfalls fühlte es ich so an. Die Zeit, die sie im trockenen Gras lag fühlte sich wie Stunden an. Hitze trieb ihr den Schweiß über den Körper, doch sie vermutete, dass nur wenige Minuten vergangen waren, bis sie wieder Atmen konnte. Schwerfällig, aber der Husten ließ zumindest jeden zweiten Atemzug zu. Schließlich konnte sie die Augen wieder öffnen. Wo war ihr Vater? Es dauerte eine Weile bis Tabitiah sich in dem Chaos aus Rauch, umherhastenden Beinen und niedergefallenen Körpern zurechtgefunden hatte. Doch dann erkannte sie Aynur, der wohl auch an Flucht gedacht hatte, dem dies aber besser gelungen war, als seiner Tochter. Zumindest für ein paar Schritte. Er lag ein Stück von ihr entfernt. Mühsam kämpfte die junge Raéyun zu ihrem Vater, immer darauf bedacht den Kopf nicht in den Qualm zu heben. Bis sie schließlich neben ihm kauerte. „Vater?“, flüsterte Tabitiah weil ihr die Stimme versagte, nicht nur, weil sie ein neuerlicher Hustenanfall überfiel sondern auch, weil seine goldenen Augen ihr blicklos entgegensahen. Er war zu den Göttern vorangegangen. Tabitiah spürte, wie nicht nur die Trauer plötzlich auf ihre Seele lag, sondern auch Panik. Sie musste fort von hier, wo ihre Welt auseinandergebrochen war. Aber zuerst schloss sie ihrem Vater die Augen damit seine Seele den richtigen Weg finden konnte. Währenddessen sprach sie hastig ein Gebet an die Götter der Berge, sodass diese ihn wohlwollend empfingen. Als dies getan war spürte sie nicht nur die Tränen auf ihren Wangen sondern auch die Hitze des Feuers immer näher kommen. Durch den Rauch sah sie nicht viel, vermutete aber, dass sich die Bühne inzwischen in einen Haufen Asche verwandelt hatte. Sie musste fort. Verzweifelt lief sie mit schwankenden Schritten in den Wald, dessen Lichtung –für sie- nun für immer mit Asche bedeckt sein würde. Völlig erschöpft verbrachte sie die Nacht im Wald. Erst, als sie am nächsten Morgen erwachte, kam ihr der Gedanke an die anderen Zigeuner. Ihr wiederstrebte es zwar an diesen Ort zurückzukehren, aber sie musste einfach wissen, ob es ihnen gut ging. Wer von ihnen überlebt hatte. Schweren Herzens setzte sie einen Fuß in die Asche. Der Wind hatte sie in der Nacht über die Lichtung verteilt. Noch immer hing der Geruch von Verbranntem schwer in der Luft. Sie beobachtete die Zigeuner und stellte fest, dass doch viele von ihnen die Flucht gelungen war. Besonders wurde ihr Herz erleichtert, als sie Ligorio, den alten Bergelfen entdeckte. Sie kümmerten sich um die Toten und verabschiedeten ihre Seelen. Tabitiah zögerte, sollte sie jetzt hinter diesem Baum hervortreten würden die anderen sie mitnehmen und sie würde das Erbe ihres Vaters antreten. Noch einen Atemzug wartete sie, dann trat sie aus dem Wald und wurde sofort in zahlreiche Arme geschlossen. Die junge Raéyun –inzwischen 20 Jahre alt –trauerte lange um ihren Vater. Sprach nur, wenn es sein musste, erzählte traurige Geschichten und schlief viele Nächte nicht. Viele Stunden verbachte sie damit zu den Göttern der Berge zu beten, damit sie Aynurs Seele empfingen und ihr die Trauer erleichterten. Dieser Zustand hielt einige Monate an, bis der Schmerz ihr nicht mehr die Kehle zuschnürte. Ihre Melodien und Geschichten wurden wieder fröhlicher.
Fünf Winter erlebte sie mit dem Fahrenden Volk, zog mit ihnen von Ort zu Ort zu den ihr bekannten Plätzen im Herzen Mérindars. Doch von nun an stand sie alleine auf der Bühne und erzählte ihre Geschichten. Manche Stellen unterlegte sie mit den Klängen ihres Tamburins, an anderen Stellen mit einer Art Singsang. Stets hatten die Zuschauer einige Münzen für das geheimnisvolle Mädchen übrig, dass ihre Augen unter einer roten Kapuze verbarg. Wie mit Magie gelang es ihr, stets die richtige Geschichte auszuwählen, die zur Stimmung des Publikums passte. Wenn ihre Vorstellungen wenig besucht war, ging Tabitiah gerne in die Taverne des Ortes in dem sie sich gerade aufhielten. Dann setzte sie sich in die Ecke neben dem Kamin und spielte auf ihrem Instrument, bis sie die Aufmerksamkeit der Gäste erworben hatte. Sobald diese ihr lauschten erzählte sie eine Geschichte und stimmte, die manches mal missgelauten, Gäste wieder fröhlich. Sie dankten ihr mit ein paar Jestu –der Wirt oft mit einem Bier, da die fröhlichen Kunden seine Kasse füllten- und Tabitiah war Stolz ihr Geld zu verdienen, wie es Aynur getan hatte. Natürlich konnte sie ihre Augen nicht immer verbergen und wenn sie auf einen besonders missmutigen Wirt traf musste sie das Gasthaus unverrichteter Dinge verlassen. Zu ihrem Glück verzichteten die meisten darauf ihren Worten und Drohungen Taten folgen zu lassen, vielleicht weil sie eine Frau war.
Die Jahre verflogen für Tabitiah so rasch, wie dass Laub im Herbst von den Bäumen fiel. Mit dem Beginn ihres fünfundzwanzigsten Winters erreichten die Zigeuner die Ostküste und bauten ihre Bühne auf einem der Marktplätze Merridias auf. Nach einer gelungenen Vorstellung gaben die Schausteller ihre Münzen für eine warme Mahlzeit in einem der Gasthäuser aus. Tabitiah hatte sich ihnen angeschlossen, zog sich aber rasch an ihren Platz neben dem Kamin zurück. Hier hatte sie schon einige Male gesessen, wenn ihre Gruppe die Hafenstadt besuchte, aber heute spielte sie nicht. Ihr Geldbeutel war ausnahmsweise gefüllt, ebenso wie ihr Magen und sie müde. Trotz ihres dämmrigen Halbschlafes hörte sie, wie sich zwei Männer unterhielten. Zunächst sprachen sie von der Vorstellung, von der Tabitiah noch vor wenigen Stunden ein Teil gewesen war. Begeisterung färbte ihre Stimmen und entlockte Tabitiah damit ein Lächeln. Dann geschah das, was Tabitiah wieder hellwach werden ließ. Einer der beiden erwähnte Soleus, den Feuermagier. Er sei wieder an der Ostküste gesehen worden und man hoffe, dass er seine berühmte Kunst auch in Merridia zeigen werde. In Tabitiah stiegen Bilder des Feuers empor, der Schmerz um ihren Verlust holte sie wieder ein und sie konnte nichts anderes mehr denken, als dass sie diesen Magier finden musste.
Am nächsten Morgen packte sie ihre wenigen Habseligkeiten zusammen. In der Kühle des beginnenden Tages fragte sie sich, warum sie den Gedanken an den Magier nicht mehr loslassen konnte. Waren es Rachegedanken? Nein. Vielleicht suchte sie einfach Gewissheit. Er würde ihr sagen können, weshalb Aynur viel zu früh von ihr gehen musste. Weshalb so viele sterben mussten. Sie nahm Kohlestifte und Pergament, Kleidung, ihr Tamburin und den Geldbeutel an sich. Sorgsam überprüfte sie noch einmal, dass der Schlüssel ihres Vaters an einem Lederriemen sicher um ihren Hals hing –gut verborgen unter der Kleidung- dann verabschiedete sie sich von den Zigeunern. Diese umarmten sie und wünschten ihr Glück. Bei den Frauen floßen mehr Tränen, als sonst, wenn jemand die Gruppe verließ, aber sie verstanden die junge Raéyun. An diesem Tag verließ das Fahrende Volk Merridia und Tabitiah sah ihnen lange nach.

Restliches:

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