Profil von She'sejia

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Profil

Benutzername:
She'sejia
Alter:
20
Gruppen:

Charakter

Name:
She'sejia
Alter:
41
Rasse:
Wüstenelfe
Heimat:
Cala an Darh
Aufenthaltsort:
Steppen
Waffen:
zwei Säbel, Wurfmesser
Inventar:
-Proviant
-Wasserbeutel
-Kamm

Steckbrief

Name: She'sejia Elyria
Ihr eigentlicher Name, den ihre Eltern ihr gaben, ist Elyria doch von den Banu Bareŷah erhielt sie den Namen She'sejia, was so viel wie die Feurige heißt und den sie aufgrund ihres Temperamentes, der roten Augen und den damit verbundenen Funken bekam. Sie sieht diesen auch vielmehr als ihren richtigen Namen an.
Alter: 41 („äußeres“ Alter: 24)
Rasse: Wüstenelfe

Aussehen

She'sejia wirkt auf die meisten geheimnisvoll und undurchschaubar, was daran liegen mag dass sie manchmal wie aus dem Nichts aufzutauchen scheint und ebenso ungesehen verschwindet, oder weil ihr Gesicht meist vollkommen ausdruckslos ist und man eigentlich nie genau sagen kann wie sie sich fühlt oder was sie gerade denkt, das beschert ihr aber auch eine recht kühle Wirkung. Die geheimnisvolle Wirkung verstärkt sich, wenn man sie in der offenen Wüste antrifft, da sie dort fast vollkommen vermummt ist und man nur die roten Augen und die Narbe über dem linken Auge sieht (dazu später mehr) dann kann sie sogar fast unheimlich wirken.
Vor allem auf Männer kann sie wegen ihrer Schönheit und der raubkatzenartigen Eleganz und vielleicht auch gerade wegen der geheimnisvollen und kühlen Art durchaus auch attraktiv wirken.

Dabei ist sie nicht unbedingt unauffällig, allein ihre ausdrucksstarken Augen, welche eine rot-orangene Farbe haben die man mit dem Sonnenuntergang vergleichen könnte, stechen besonders hervor. Sie sind Auslöser für die Funken, die She'sejia in Momenten in denen sie starke Emotionen durchlebt oder ihre Gefühle einfach aus sich herauslässt, heiß und flimmernd umgeben. In solchen Momenten beginnen ihre Augen auch glühend rötlich zu leuchten und können eine beinahe beängstigende Wirkung haben.
Diese außergewöhnliche Augenfarbe hat aber auch ihre Nachteile, besonders die Funken betreffend denn vor allem in jungen Jahren geschah es nicht selten, dass ihre Kleidung anbrannte, weswegen sie von klein an versuchte, solche Gefühlsausbrüche möglichst zu vermeiden oder, wenn es zu spät war, schnell unter Kontrolle zu bringen. Dadurch wurden diese Gefühlsausbrüche zwar seltener und weniger verheerend, aber es kommt doch hin und wieder vor und kann bei genügend Intensität für leicht verbrannte oder angekokelte Kleidung sorgen, weshalb sie darauf achtet, nicht zu leicht entflammbare Kleidung zu tragen. An manchen Orten, beispielsweise kleinen Dörfern/Stämmen deren Bewohner wenig von der Welt außerhalb ihres Dorfes/Stammes wissen, sorgen ihre roten Augen auch hin und wieder für Misstrauen und oft versteckt sie ihr Gesicht dann unter ihrem Kopftuch oder der Kapuze und verweilt nicht lange an diesem Ort. Außerdem sind ihre Augen von dichten, dunklen Wimpern umrahmt, leicht schräg gestellt und das Einzige in She'sejias Gesicht, was ihre Gefühle an Freunde oder besonders aufmerksame Menschen verraten kann.

Sie hat sie ein schmales und doch sehr schönes Gesicht, typisch elfische, feine Gesichtszüge, volle, schön geschwungene und meist ungewöhnlich rote Lippen und eine kleine, unauffällige Nase. Die Linke ihrer Augenbrauen ist durch eine fast verblasste Narbe geteilt, die man sonst auf linker Wange und Stirn nur als einen hellen Strich erahnen kann und die sie als kleines Kind von Sklavenhändlern erhielt. Schwarze, seidige Haare umrahmen ihr Gesicht und reichen fast bis zur Taille hinab, wobei sie meistens die vorderen Strähnen in kleinen Zöpfchen verschiedener Größe, aus denen sich jedoch hin und wieder die ein oder andere Strähne befreit und ins Gesicht fällt, nach hinten flechtet.
Ihr Körper ist schlank und trainiert, dabei aber keinesfalls besonders muskelbepackt (sie ist für eine Frau ihren alters zwar muskulös, doch sind diese Muskeln nicht besonders auffällig sondern lassen sich eher als sehnig und belastbar beschreiben) oder besonders groß. Tatsächlich ist sie mit ihren 164 cm von höchstens durchschnittlicher Größe und deshalb auch etwas kleiner als manche Menschenfrauen. Sie bewegt sich elegant und geschmeidig und ihrem Gang sieht man, dass sie stolz ist und sich nicht so leicht unterwerfen lässt. Wie gesagt könnte man She'sejia wegen ihrer nicht unauffälligen weiblichen Kurven auch als attraktiv beschreiben, doch wird das mehr oder weniger unter ihrer einfachen Reisekleidung versteckt, ist aber noch zu erkennen.

In der Wüste trägt sie Kleidung aus leichten Stoffen die, typisch für die Banu Bareŷah, auf der einen Seite sandfarben und auf der Anderen schwarz sind und sich von der Kleidung normaler Wüstennomaden kaum unterscheidet. Sie ist so geschnitten, dass She'sejia vor allem an den Beinen gute Bewegungsfreiheit hat. Dazu gehört auch ein Kopftuch (ebenfalls auf der einen Seite sandfarben und auf der anderen schwarz) das sie sich so um den Kopf bindet, das nur noch die Augen zu sehen sind. In ihrem Beutel, den sie wie einen zweiten Gürtel an der Hüfte trägt, ist ein Proviant enthalten, das für drei, höchstens fünf Tage reicht sowie einen Wasserbeutel und einen Kamm, mit dem sie sich regelmäßig die Haare kämmt, da sie es hasst, Sand in den Haaren zu haben. Ihr restlicher Besitz befindet sich in der Satteltasche ihres Hengstes Anion. Hält sie sich jedoch für längere Zeit in einer Stadt auf, trägt sie die ein luftiges, schulter- und bauchfreies Oberteil aus blauem, dünnen Stoff mit roten Stickereien und einen ebenso luftigen, dunkelblauen Rock, der am Saum ebenfalls mit roten Stickereien geschmückt ist. Obwohl sie meist einfache und praktische Kleidung präferiert, genießt sie es, sich auch mal herauszuputzen und so trägt sie dazu manchmal auch Schmuck, der meist aus Silber besteht.
Bei ein paar Händlern kaufte sie sich zudem Kleidung, die sie auch außerhalb der Wüste tragen kann, was bedeutet dass sie vor allem nicht so luftig sind. Sie bestehen aus einer naturfarbenen Bluse mit dreiviertellangen Ärmeln, die sie mit zwei Bändern aus rotem Leder bändigt sowie einer anliegenden, ärmellösen Weste aus weichem, ebenfalls rotem Leder, die sie über der Bluse trägt. An den Beinen trägt sie eine Hose aus festem, dunkelbraunen Stoff und dazu Stiefel aus robustem, braunem Leder, wenn sie unerkannt oder -bemerkt bleiben will und wenn es kalt ist trägt sie darüber einen schwarzen Umhang, dessen Kapuze sie sich tief ins Gesicht zieht. Alle Kleidung, die sie gerade nicht am Leib trägt ist ordentlich in einer Satteltasche verstaut.

An ihrem Unterarm ist das Zeichen der Banu Bareŷah eingebrannt, zwei leicht versetzt nebeneinander liegende Bs und eine Raute darunter, was ihren ehemaligen Rang als Hadjet zeigt, jedoch für jeden, der das Zeichen nicht kennt, wie eine einfache Brandwunde aussieht. Ein zweites Brandzeichen befindet sich auf ihrem rechten Schulterblatt und ist das Zeichen des Sklavenhändlers, in dessen Gewalt sie sich als kleines Kind befand. Jedoch zieht sich eine lange Narbe darüber, für die She'sejia selbst sorgte (da sie nicht so gut an die Stelle drankam ist die Narbe so lang), um sie unerkennbar zu machen (was ihr nur mäßig gelungen ist, bei genauem hinsehen ist die Brandmarke noch zu erkennen) und so ihre Freiheit zu sichern. Außer den Brandzeichen und der Narbe im Gesicht hat sie auch am restlichen Körper ein paar Narben, (beispielsweise auf dem Rücken) die sie durch das Training bei den Banu Bareŷah und diverse Kämpfe erhielt und die jedoch alle gut verheilt und schwer zu erkennen sind.

Waffen

She'sejia besitzt zwei schlanke, mittellange Säbel, deren Klingen nur leicht gebogen und zwar fein gearbeitet, aber vollkommen schmucklos und schlicht sind. Die Griffe sind mit dunklem Leder umwickelt und liegen gut in der Hand. Sie trägt sie so am Rücken, dass sie schnell an die Säbel herankommt und sofort kampfbereit ist.
Neben den Säbeln besitzt She'sejia auch noch sieben Wurfdolche, die sie am Gürtel verborgen, aber jederzeit gut greifbar, trägt. Die Klingen sind jeweils zwischen 8 und 10 cm lang, scharf und spitz, die kurzen Griffe sind auch mit etwas dunklem Leder umwickelt.

Charakter

She'sejia ist rastlos und abenteuerlustig, sie kann nicht nicht zu lange an einem Ort verweilen. Tut sie es dennoch, meldet sich ein sehnsüchtiges Brennen nach der Weiterreise und anderen Orten in ihrem Herzen, das sich mit der Zeit immer weiter ausbreitet. Dazu kommt eine undefinierbare Unruhe im Bauch, die dafür sorgt, dass sie unkonzentrierter und hibbeliger wird. An manchen Orten kann sie es zwar länger aushalten, aber auch dann nie wirklich lang, da sie daran gewöhnt ist, eigentlich ständig in Bewegung zu sein und umher zureisen.
Außerdem ist sie wissbegierig, vor allem was die Bräuche und Ansichten aber auch das Wissen fremder Völker angeht und so saugt sie jede diesbezügliche Information auf und kann sich auch Jahre später an beeindruckende Details erinnern.

Eine weitere, sehr dominante Eigenschaft ist ihr Stolz, den sie leicht auch durch eher harmlose Provokationen gefährdet sieht und dann öfter überreagiert, also, je nach Provokation, mit Arroganz oder Wut/Zorn reagiert. Richtet sich die Provokation gegen sie selbst, reagiert sie eher mit Arroganz, richtet sie sich jedoch gegen ihre Freunde, ihre Familie oder ihr Volk (das können die Wüstenelfen genauso wie die Nomaden oder Banu sein) reagiert sie weitaus empfindlicher und wird schnell wütend oder sogar handgreiflich. Spricht man sie sonst auf ihre Familie, besonders ihre Eltern, an, reagiert sie zurückhaltend und wird ruhig, in ihren Augen kann man dann tiefe Trauer und Schmerz erkennen, spricht man sie sonst auf ihre Vergangenheit an, reagiert sie verschlossen und gereizt. Auch zeigt sie es nicht gern, wenn sie Schmerzen hat, ob körperliche oder seelische. Allerdings geht dieser Stolz nicht so weit dass sie sich für etwas besseres hält, zumindest nicht meistens. Legt man jedoch ein Verhalten an den Tag, das She'sejia verabscheut und verurteilt (z.B. wenn man Unschuldige und Hilflose verletzt oder angreift) kann das schon passieren. Wegen ihres Stolzes kann sie auch nicht gut verlieren, vor allem wenn es in der Öffentlichkeit ist und der Sieger dann überhebliche, provozierende Bemerkungen macht, fällt es ihr äußerst schwer sich im Zaum zu halten. Zudem kann sie ausgesprochen stur sein, das sorgt dafür das es ihr einerseits manchmal schwerfällt, zuzugeben dass jemand anderes im Recht ist, andererseits ist es auch schwerer sie zu manipulieren, da sie recht lange an ihrer Meinung festhält.
Wie gesagt genießt sie es auch, sich mal herauszuputzen, was aber nicht unbedingt heißt, das sie übermäßig eitel ist. Sie weiß zwar, dass sie schön ist und mag es, das mit schöner Kleidung zu unterstreichen, doch beispielsweise in der offenen Wüste schert sie sich wenig darum, wie sie aussieht.

She'sejia ist sehr temperamentvoll und hat typisch Wüstenelfische, starke und intensive Gefühle und Emotionen, die sie jedoch ungern vor Feinden oder Fremden zeigt und lieber hinter einem nicht entschlüsselbarem Gesichtsausdruck zu verbergen versucht, was ihr aber oft wegen der starken Gefühle nicht gelingt. Vor Freunden und seltener auch vor sympathischen Fremden jedoch lässt sie diese Maske fallen und zeigt ihre Gefühle sehr viel offener. In der Öffentlichkeit aber erreichen diese selten ihr Gesicht sondern lassen sich wie gesagt nur in den Augen lesen. Ihr Temperament sorgt jedoch auch dafür, dass sie oft impulsiv handelt und Entscheidungen fällt ohne viel darüber nachzudenken, das wiederum kann hin und wieder zu gefährlichen Situationen führen und es fiel ihr manchmal auch schwer sich dabei an die Regeln der Banu Bareŷah zu halten. Wenn sie sich über Etwas besonders aufgeregt hat, hilft ihr am besten Training und Bewegung, um sich wieder zu beruhigen. Die regelmäßige Bewegung, für die sie möglichst oft durch Training oder ähnliches sorgt, sorgt auch dafür das sie ausgeglichener ist und verkleinert die Wahrscheinlichkeit eines Gefühlsausbruchs, der wiederum für die Funken sorgen kann, erheblich. Sie hat auch ein paar bestimmte Atem- und Meditationstechniken zur Beruhigung und Kontrolle dieser Ausbrüche gelernt.
Fremden gegenüber verhält sie sich meist kühl und distanziert und wenn sie angesprochen wird freundlich und höflich doch geht sie von sich aus meist auf keine Fremden zu, und sollte sie es doch tun, dann ist es gezielt und direkt. Ist man dann aber mit ihr in ein Gespräch verwickelt, fällt ihr Temperament sehr schnell auf. Unter Menschen und auch sonst verhält sie sich zudem sehr wachsam und aufmerksam, ja fast misstrauisch beäugt sie jeden Fremden um sich herum, sodass ihr ja nichts entgeht.

Sie hat zwar ein paar Freunde, doch ist es sehr schwer wirklich ihr vollständiges Vertrauen zu erlangen, da sie immer Angst hat zu naiv zu sein und ausgenutzt zu werden, da ein solcher Fehler dafür sorgte, dass sie von den Banu Bareŷah verstoßen wurde. So gibt es bei ihr auch kaum etwas zwischen Freund und jemandem den sie einfach nur kennt, entweder sie vertraut jemandem vollkommen oder sie tut es kaum, das heißt auch, das sie von ihren Freunden am angreifbarsten ist. Würde sie sich in jemanden verlieben oder auch nur interessiert sein, würde sie versuchen ihn von sich weg zu stoßen und sich ihm gegenüber kalt und gereizt verhalten, aus Angst er könne ihre Gefühle erraten und ausnutzen, obwohl sie ihm vielleicht nahe sein möchte. Aus diesem Grund versucht sie solche Gefühle zu vermeiden, obwohl sie sich auch danach sehnt. Das kann dafür sorgen dass sie manche Gefühle immer weiter in sich hineinfrisst, als sich ihnen zu stellen und so mit Trauer und Schmerz, aber eben auch mit Liebe besser klarzukommen. Das wiederum sorgt dafür das sie mit solchen Gefühlen wegen ihrer Unerfahrenheit schlecht umgehen und daher zum Beispiel schnell eifersüchtig werden kann.
Außerdem kann sie es nicht lange in großen Menschenmengen aushalten, ein abendliches Fest hält sie noch gut aus, doch ein Tag auf dem Markt oder ein bis zwei Wochen in einer Stadt sind dann schon sehr grenzwertig und sorgen dafür, dass sie ungeduldiger und reizbarer wird. Bei kleineren Gruppen hat sie kein Problem.

Was She'sejia besonders Auszeichnet ist ihr klares Bild für Recht und Unrecht. So ist es für sie zum Beispiel die Hand an Unschuldige zu legen ein schreckliches Vergehen, doch rächt sie eine solche Tat, ist sie kompromisslos, ja fast grausam. Sollte sie bei einer solchen Situation anwesend sein, greift sie sofort ein meist vorerst nur verbal, hier jedoch oft mit Drohungen, wird dann aber auch schnell handgreiflich. Trotzdem hat sie ungewöhnlich hochgesteckte Ideale, oder wie man auch sagen könnte eine Art Ehrenkodex und legt so großen Wert auf Loyalität, Respekt und Mut. So respektiert sie zum Beispiel die Banu, die für sie etwas wie eine Familie waren, vor allem jene, die älter, weiser und erfahrener sind als sie. Aber auch sonst respektiert sie die meisten Krieger, besonders dann wenn es gute und erfahrene sind, selbst wenn es sich um ihre Gegner handelt, so respektiert sie sie als starke Gegner. Außerdem respektiert sie ihre Freunde und ihre Familie.
Das mag ja schön und gut sein, wenn sie es auch schafft diese Ideale zu erfüllen, was ihr nicht immer, aber meistens auch gelingt, doch sie erwartet dies auch von anderen und ist enttäuscht, sollte das nicht der Fall sein. Zwar weiß sie das nun mal nicht jeder dem gerecht werden kann und hält sich so gut es geht zurück, doch gelingt ihr dass nicht immer und es kann sein dass sie eingeschnappt ist wenn man nicht so handelt wie sie es für richtig hält. Doch wie geragt weiß sie darum und arbeitet diesbezüglich an ihrer Selbstbeherrschung. Für viele mag das seltsam klingen, eine Assassine mit einem Ehrenkodex, oder auch eine Mörderin mit einem Ehrenkodex, doch muss man beachten, das She'sejia einen ganz anderen Blickwinkel darauf hat. Für sie ist der Mord ein Geschäft, eine Notwenigkeit, durch ihre Erziehung bei den Banu sieht sie es nicht als ein Verbrechen sondern als Maßnahme, als Strafe. Kurz gesagt würde sie zwar niemanden vollkommen grundlos töten, doch schon recht banale Gründe, beispielsweise Beleidigungen, lüsterne Anspielungen (die sie als Angriff ihrer Würde oder der anderer sieht) oder Drohungen, reichen ihr, es kann auch vorkommen dass sie sich dabei hin und wieder in dem Willen zu helfen in fremde Angelegenheiten einmischt. Dabei kann es auch passieren dass sie eine Situation falsch deutet oder einfach nicht genug in die Tiefe geht (ganz abgesehen davon, das das nicht immer im Sinne der Beteiligten ist) um die wahren „Unschuldigen“ zu beschützen und sich so gegen die falschen stellt und das mag auch schon mal geschehen sein (dann jedoch ohne dass sie es im Nachhinein noch erfuhr), doch dieses Risiko ist so groß nicht da sie sich in keinen Disput zwischen, ihrer Meinung nach, Ebenbürtigen einmischt.
Gegenüber Hilflosen und Unschuldigen sowie ihren Freunden hat sie außerdem ein sehr ausgeprägtes Beschützerinstinkt, und geht um anderen zu helfen auch große Risiken ein.

She'sejia ist weder eine große Rednerin noch besonders charmant oder witzig. Zwar kann sie durchaus auch charmant, witzig und seltener sogar schlagfertig sein, doch kommt das nicht oft vor und beabsichtigt schon gar nicht. Vielleicht ist das auch ein Grund warum sie so wissbegierig ist. So versucht sie ihre fehlende Redegewandtheit mit Wissen auszugleichen, doch diese Strategie ist nur äußerst selten von Erfolg gekrönt, vor allem dann nicht wenn ihr ein guter Redner oder eine gute Rednerin gegenübersteht oder jemand, der über ähnlich viel Wissen verfügt, und vermindert meist die Niederlage nur, weshalb sie Wortgefechten möglichst aus dem Weg geht.

Schon immer träumte sie davon, fliegen zu können, für sie hieß das wirklich frei zu sein und jeden beliebigen Ort erreichen zu können, wie unmöglich es auch schien. Sie bewunderte die Vögel, die eben das konnten und die Welt aus einem anderen Blickwinkel sahen. Für She'sejia stehen sie für die Freiheit, die ihr so wichtig ist, weshalb sie sich niemals irgendjemandem unterwerfen würde. Zu der Wüste, ihrer Heimat, hat sie eine recht starke Verbindung, sie kann sie zwar verlassen, doch sie wird die Wüste immer ein wenig vermissen. Zudem träumt sie heimlich von einer Familie und einem Zuhause, das heißt nicht, das sie sesshaft werden will und in einem Haus wohnen, sondern das sie einen Platz in der Welt haben will, zu dem sie gehört und an dem sie sich wohlfühlen kann.
Ihre größte Angst ist es, gefangen oder eingesperrt zu sein, hilflos zu sein und sich nicht befreien zu können. Auch in engen Räumen, ob sie nun darin eingesperrt ist oder nicht, bekommt sie schnell Panik und auch schon größere, geschlossene Räume sind ihr zuwider, zwar hält sie es, je nach der Größe des Raumes, ganz gut aus, doch bevorzugt sie es doch, vor allem auf Reisen, unter freiem Himmel zu schlafen. Jenes Unwohlsein, das mit zunehmender Enge zu Nervosität und Dekonzentration führt, kommt manchmal auch schon in sehr engen Tälern oder Schluchten vor. Auch bei Fesseln kommt in ihr die Panik hoch, doch kann sie sie dort meist noch kontrollieren. Hilf- oder Machtlosigkeit sind Ängste, die ihr nicht nur in solchen Momenten hochkommen, sondern auch in anderen, zum Beispiel im freien Fall (in Alpträumen), trotzdem sind sie meist nur flüchtig und wenig intensiv. Außerdem hat sie Angst davor, das Vertrauen ihrer Freunde (und Familie) zu enttäuschen.
Zur Zeit ist es ihr Ziel, umher zureisen und möglichst viel von der Welt zu sehen, vor allem die Nordreiche interessieren sie, da sie schon viele Händler von ihnen hat erzählen hören, und sie diese Welt, die sich in diesen Erzählungen von der Wüste so sehr unterscheidet mit eigenen Augen sehen will.

Fähigkeiten

Was She'sejia vor allem auszeichnet sind ihre Kampffähigkeiten. Ihre bevorzugten Waffen, zwei Säbel im Nahkampf und Wurfmessern für die Entfernung, beherrscht sie dank jahrelangem intensiven Trainings nahezu perfekt. Sie kämpft schnell und intuitiv, wenig mit Stärke sondern vielmehr mit Schnelligkeit und Technik. Außerdem hat sie sich beigebracht den Kampf mit diesen Waffen mit Elementen des unbewaffneten Nahkampfes, den sie bei den Banu Bareŷah gelernt hat, zu verbinden. Diese Technik ist zwar noch nicht ganz ausgereift, jedoch arbeitet sie ständig daran und Trainiert die entwickelten Bewegungen, außerdem hat es zur Folge, das She'sejia einen ganz eigenen Kampfstil hat, der dem Normalen der Banu zwar zum verwechseln ähnlich ist, sich aber trotzdem leicht von ihm unterscheidet. Zudem wird ihr Kampfstil von ihrer natürlichen, raubkatzenartigen Eleganz beeinflusst, sodass es manchmal einem tödlichen Tanz zu ähneln scheint. Dieser Kampfstil ermöglicht es ihr auch, gegen mehrere Gegner gleichzeitig zu kämpfen, wobei sie diesbezüglich noch eher unerfahren ist und ihr erfolg davon abhängt, wie gut ihre Gegner sind. Mit den Wurfmessern kann sie auch recht weit entfernte Ziele treffen, wobei ihre Trefferquote bei zunehmender Entfernung abnimmt und sie am liebsten so nah wie möglich an ihr Opfer herangeht. Auch bewegliche Ziele kann sie aus kurzer Entfernung gut treffen, aus größerer Entfernung hat sie damit allerdings Probleme.

Auch wenn sie keine ihrer Waffen zur Hand hat, ist es nicht unbedingt ratsam sich mit ihr anzulegen, da sie auch im unbewaffnetem Nahkampf recht gut ist und die erforderlichen Griffe und Stellen kennt um jemanden mit nur einer gezielten Bewegung außer Gefecht zu setzen. Hat ihr Gegner jedoch dasselbe Wissen, ist es für sie viel schwerer ihn außer Gefecht zu setzen, bei Gegnern die geübt und stark sind ist es für sie nahezu unmöglich. Ist der Gegner jedoch einfach nur stark und kämpft ohne jegliche Technik, ist es für sie wieder viel einfacher, wenn auch kein Kinderspiel, ihn zu besiegen. Neben Säbeln und Wurfmessern kann sie auch mit einem einzelnen Säbel gut umgehen, doch bevorzugt sie es mit zwei da sie sich darauf spezialisiert und daran gewöhnt hat. Mit schweren, zu großen oder klobigen Waffen, wie Äxten, Keulen oder Speeren, kann She'sejia kaum umgehen, teils fehlt ihr dafür einfach die benötigte Kraft, was heißt dass sie sie zwar halten kann und vielleicht auch schwingen, jedoch keineswegs wirklich damit kämpfen kann, teils hat sie bei langen Waffen ständig das Gefühl sich selbst im Weg zu stehen und teils mangelt es ihr einfach an Begabung. Ihre sonst sehr guten Kampffähigkeiten verschlechtern sich, wenn sie sich eingeengt oder eingesperrt fühlt, also nervös und unkonzentriert ist, oder wenn sie blind vor Zorn ist und es ihr einziger Wille ist, den Gegner zu verletzen und zu töten, was jedoch sehr selten passiert, da dazu schon mehr als eine einfache Provokation nötig ist, vielleicht wenn jemand einen von She'sejias Freunden oder jemanden aus ihrer Familie verletzt. Zwar ist sie noch schnell und durchaus gefährlich, doch achtet sie weniger auf Technik und Präzision, was sonst zu ihren Stärken gehört.

Außerdem ist sie körperlich, wegen der harten Ausbildung der Banu, nahezu perfekt trainiert, sie ist reaktionsschnell, ausdauernd und dabei doch recht schnell, wendig und geschickt, hinzu kommt noch ihre natürliche Eleganz. Ihre einzige Schwäche ist, dass sie nicht Stark ist und in einem Kampf, in dem eben das gefragt wäre, höchstwahrscheinlich unterliegen würde. Meistens gelingt es ihr jedoch, das mit ihrer Schnelligkeit und Technik auszugleichen, es sei denn dass können ihres Gegners basiert nicht nur auf Stärke und er ist ebenfalls geschickt, schnell und/oder hat eine gute Technik. Bei ihrer Ausbildung lernte sie außerdem zu klettern, zwar nicht übermäßig gut, doch die meisten Häuser und Mauern kommt sie schon hinauf, und sie lernte zudem, die Balance auch auf recht schmalen Mauern zu halten und darauf zu laufen.

In der Wüste kann She'sejia fast problemlos mehrere Tage alleine überleben, bei ihrer Ausbildung lernte sie alles über Überleben, Orientierung und Tarnung in der Wüste und kann so auch ohne Hilfe und, wenn sie es möchte, unentdeckt durch die Wüste reisen. Hinzu kommt das sie, da sie ihr ganzes Leben dort lebte und dabei auch noch die Ausbildung der Banu Bareŷah absolvierte, abgehärtet und zäh ist. Im Wald und nördlicheren Gegenden jedoch hilft ihr dieses Wissen und die Fähigkeiten weniger und sie hätte deutliche Probleme allein klar zu kommen, zwar kann sie Feuer machen, doch kennt sie sich kaum mit den dort heimischen Tieren oder Pflanzen aus.

Bei Auftragsmorden hat sie verschiedene Vorgehensweisen an ihr Opfer heranzukommen und es zu ermorden, ob sie sich nun vollkommen unentdeckt an das Opfer heranschleicht, es tötet und ungesehen wieder verschwindet, ihm in einer Gasse auflauert oder in es einem Kampf ermordet, doch nie verlässt sie sich auf Zufälle oder Glück. Jeder ihrer Morde ist durchdacht und genauestens geplant, sie informiert sich im Vorfeld schon so gut es geht über die Person und ihr Umfeld, nicht nur das soziale. Bei reichen Personen, die in großen Villen leben, versucht sie alles über den Aufbau der Villa und des restlichen Grundstücks erfahren, erkundet zudem die direkte Umgebung. Stößt sie während der Durchführung eines Attentats unerwartet auf Wachen oder wird erwischt, tötet sie je nach Anzahl ihrer Gegner eben jene oder flieht (selten ohne zwangsläufig einen oder zwei von ihnen zu töten), meist versucht sie erst möglichst viele von ihnen mit den Wurfmessern auszuschalten, bevor sie in den Nahkampf übergeht. Ihre Opfer können eigentlich alle sein, Rasse, Heimat und Stand interessieren sie nicht, es kann genauso gut ein reicher Händler sein wie der Anführer einer Räuberbande, trotzdem müssen einige Kriterien erfüllt sein. Das wohl wichtigste Kriterium ist, das das Opfer tatsächlich etwas getan/verbrochen haben muss, ist er ihrer Meinung nach unschuldig, nimmt sie den Auftrag nicht an. Außerdem tötet sie keine Kinder (nie, auch nicht bei Überfällen, insgesamt greift sie tunlichst keine Karawanen (o.ä.) mit Kindern an, da es sie an den Verlust ihrer Eltern erinnert) und nur in Ausnahmefällen Frauen (wenn deren Schuld bewiesen ist).

Bei den Wüstenelfen lernte sie reiten, und entdeckte, dass sie dafür auch Talent, hat. Da sie jedoch noch nicht sehr lange reitet ist sie keine perfekte Reiterin, verbessert sich aber jeden Tag. Sie bewunderte die Eleganz und Ausdauer der Pferde und für sie ist reiten fast wie fliegen, und so galoppiert sie manchmal los und stellt sich vor, sie würde fliegen. Weil sie das Reiten auf ihrem Hengst Anion erlernte, hat sie eine starke Bindung zu ihm, sie sieht ihn als einen ihrer besten Freunde.
Auf den verschiedenen Festen, auf denen sie während ihrer Zeit bei den Wüstenelfen war, lernte sie den ein oder anderen Tanz und machte sich dabei gar nicht so schlecht. Sie genießt vor allem die Musik die dazu gespielt ist und beneidet das Können der Tänzerinnen, das ihres bei weitem übertrifft, wobei es bei ihr auch wegen ihrer Eleganz gar nicht so schlecht aussieht.
Zu ihren weiteren Fähigkeiten gehören lesen, schreiben und rechnen, doch hier beherrscht sie jeweils nur die Grundlagen, sodass man sie bei einem Handel nicht übers Ohr hauen kann. Auch mit Geld kann sie mehr oder weniger gut umgehen, wobei sie Nahrung, Stoffe, Nutztiere, Waffen oder Werkzeuge schon immer als wertvoller ansah, also sieht sie nie den Wert des Geldes an sich an, sondern was man dafür kaufen kann.
Elyria spricht die Sprache der Wüstenbewohner sowie Wüstenelfisch fließend.

Keinerlei Begabung hat sie bei Handwerklichen Fähigkeiten, sie kann weder Nähen noch stricken oder Kochen. Ein Stück Fleisch über dem Feuer zu Braten, ohne dass es anbrennt bekommt sie gerade noch so hin, doch alles weitere übersteigt ihre Fähigkeiten. Ebenso wenig Begabung oder Fähigkeiten hat sie, was das Ausbessern der Kleidung anbelangt, sollte diese beschädigt sein. So bleibt ihr nichts anderes übrig, als sorgfältig darauf zu achten, dass das nicht der Fall ist. Auch an künstlerischen Fähigkeiten fehlt es bei ihr, sie kann also weder malen noch beherrscht sie ein Musikinstrument noch etwas anderes dieser Art, zwar singt sie hin und wieder für sich Lieder, die sie in den Wüstenstadten oder bei den Wüstenelfen aufgeschnappt hat, doch man kann das kaum als richtiges singen bezeichnen, ganz zu schweigen davon, das es sich wirklich nicht gut anhört.

Vergangenheit

She'sejia wurde in Aysibrir geboren. Ihre Eltern waren, wie die meisten Wüstenelfen, Pferdezüchter und lebten direkt am Ufer des Lamaschtu. Ihr Aussehen, bis auf die Augen, erbte sie von ihrer Mutter Teilia, welche eine wunderschöne Frau gewesen war, die roten Augen und ihr Temperament jedoch von ihrem Vater Kion, der eben jene heißblütige Art hatte, für die die Wüstenelfen bekannt sind. Dort, am Ufer des Lamaschtu, verbrachte sie eine glückliche Kindheit, in der es ihr an nichts fehlte, zumindest bis zu jenem schicksalhaften Tag (sie war gerade einmal 12 Jahre alt), an dem die Familie während eines gemeinsamen Ausrittes (She'sejia saß zusammen mit ihrer Mutter auf deren Pferd), sich plötzlich von einer Gruppe Sklavenhändler umzingelt sah. Jene Sklavenhändler hatten die Familie nur zufällig entdeckt, doch für sie galt es, stets das Beste aus einer Situation zu machen und so überfielen sie die drei Elfen, was sich dann doch schwerer gestaltete als erwartet.
Denn zwar waren die Männer in der Überzahl, mindestens zwanzig von ihnen waren es, doch She'sejias Eltern waren beide Feuermagier, und so doch nicht so wehrlos wie erwartet. Sie schafften es am Anfang sogar, sich mehr oder weniger effektiv zu verteidigen, doch waren die Sklavenhändler einfach in der Überzahl und während die meisten von ihnen die beiden Feuermagier ablenkten, schaffte es ein junger Bogenschütze unter ihnen erst Kion, und dann die vor Schock und Trauer erstarrte Teilia zu erschießen. Jene fiel nicht wie ihr Mann direkt vom Pferd, sondern kippte nach vorne auf ihre Tochter, die erst überhaupt nicht verstand was los war. Sie schüttelte ihre Mutter und rief nach ihr, bat sie aufzuwachen, dann als die Sklavenhändler sie vom Pferd zogen rief sie auch nach ihrem Vater, der auch nicht reagierte sondern nur regungslos im Sand liegen blieb. Vielleicht hat sie es dann langsam gewusst was passiert war, warum sich ihre Eltern nicht regten und was die Pfeile in ihren Körpern zu bedeuten hatten, doch selbst wenn dem so war, konnte sie es trotzdem nicht begreifen.

Die Sklavenhändler beschlossen die beiden Leichen im Sand zu begraben, um sicher zu sein dass sie nicht gefunden wurden, die beiden Pferde und die kleine Wüstenelfe wollten sie behalten. Doch im Gegensatz zu She'sejia, die zu geschockt und verstört war etwas zu tun, wehrten sich die beiden Tiere gegen die Gefangennahme, denn sie waren sehr treue Tiere und ließen es nicht zu von solch grausamen Menschen geritten zu werden. Da die Tiere jedoch zu schade waren, um sie zu töten, verkauften die Sklavenhändler sie an die nächste Karawane, der sie begegneten, zu einem sündhaft teuren Preis. Wegen ihrer roten Augen hofften die Männer mit der kleinen Wüstenelfe ein gutes Geschäft machen zu können. Also reisten sie erst nach Berrak Asrar, um ihre üblichen Geschäfte abzuwickeln und dann machten sich die meisten von ihnen nach Naradesh auf, um dem Sultan ihren wertvollen Fang anzubieten.

Doch so leicht wie am Anfang machte sie es ihnen dann doch nicht, denn nachdem sie den ersten Schock überwunden hatte, war sie zwar meist ruhig und in sich gekehrt und ihre Augen von Trauer gefüllt, doch sobald die Sklavenhändler sie anfassten, sei es um sie zum aufstehen zu bringen oder dazu, das sie schneller lief, wehrte sie sich mit Händen und Füßen, reagierte störrisch und tat meist das Gegenteil von dem, was von ihr verlangt worden war. Dadurch waren die Sklavenhändler natürlich weit langsamer, als sie es gerne wären und obwohl sie beschlossen hatten, ihr nichts zu tun, um einen guten Preis für sie zu erzielen, schaffte es einer von ihnen bei einer solchen Situation sich zu beherrschen und in seiner Wut verpasste er ihr den Schnitt im Gesicht, der heute nur noch als Narbe zu sehen ist. Ein weiteres großes Ärgernis waren die Funken die oft in solchen Momenten auftauchten und nicht nur ein paarmal ihre Kleidung in Brand steckten, sondern viel öfter auch die der Händler und ein paar von ihnen sogar verletzten. Trotzdem fanden sie andere Wege sie für ihren störrischen Ungehorsam zu bestrafen, sie kürzten ihr die Nahrung oder ließen sie barfuß, an eines ihrer Pferde gebunden, über den heißen Sand laufen, bis sie vor Erschöpfung fast umfiel, dabei achteten sie jedoch stets darauf, dass sie sich keine ernsthaften Verletzungen zuzog oder in Gefahr lief zu verhungern oder sonst irgendwie tot umzufallen. Die einzige „Verletzung“ die die Sklavenhändler ihr vollkommen willentlich zufügten, war die Brandmarke auf ihrem rechten Schulterblatt, um sie als ihre Sklavin zu kennzeichnen.

Dann Geschah eines Tages ein Wunder, zumindest schien es für She'sejia so. Sie war nun schon ein knappes Jahr oder ein halbes, so genau wusste sie das nicht, eine Sklavin und noch immer waren die auf dem Weg nach Naradesh und das Wunder geschah am späten Abend eines anstrengenden Tages, gerade als die ein Lager aufgeschlagen hatten. Sie wurden überfallen, von Kriegern die ganz in schwarz gekleidet waren und es passierte so schnell und überraschend das sie erst begriff, was da passierte, als es schon fast vorbei war. Genauso war es ihr ein Rätsel wer sie da überfiel, denn es schien unwahrscheinlich dass es eine normale Händlerkarawane war oder einfache Nomaden, sie konnte nicht einmal sagen wie viele es waren, dazu bewegten sie sich zu schnell und immer wenn sie einen dieser Krieger im Blick hatte, schien er sich einfach aufzulösen. Der einzige Hinweis darauf, wer sie sein könnten kam von einem der Sklavenhändler, der während er verzweifelt versuchte zu entkommen, „Hilfe, die Geister der Wüste! Hilfe!“ rief und dann von einer der schwarz vermummten Gestalten niedergestreckt wurde. Doch da sie sich sicher war, das es sich bei ihnen nicht um Geister handelte (schließlich waren sie ja offensichtlich greifbar und fest) half ihr der Ausruf genauso wenig wie seinem Urheber.
Als dann alle Sklavenhändler tot am Boden lagen, kamen die Gestalten, She'sejia erkannte nun dass es gerade einmal sechs waren, auf die kleine Gruppe Sklaven zu, zu der auch sie gehörte und die sich während des Kampfes und auch jetzt ängstlich und zusammengedrängt an die Seite gekauert hatte. Doch sie wurden keineswegs angegriffen, sondern ihnen wurde geholfen. Die Krieger, die nun die Kopftücher abnahmen, erkundigten sich nach ihrem wohlergehen und versorgten sie mit Wasser und Nahrung. „Wer ist das?“ fragte She'sejia einen Sklaven, der neben ihr saß. „Das sind die Kinder der Wüste!“ antwortete der Angesprochene vielsagend, als er jedoch sah das sie immer noch fragend dreinblickte, hob er zu einer weiteren Antwort an, wurde jedoch von einem etwa 30 jährigen Mann unterbrochen. „Wir sind die Beschützer der Nomaden, die Kinder der Wüste oder auch Banu Bareŷah!“ sagte er voll stolz und die kleine Wüstenelfe sah ihn einfach nur neugierig an. „Und wer bist du? Wo ist deine Familie? Wo lebst du oder wo sollen wir dich hinbringen?“ fragte der Mann sie. Sofort verschwand ihre Neugierde und machte der Trauer Platz. „Es gibt keinen Ort wo ihr mich hinbringen könnt, ich habe kein Zuhause“ antwortete sie nur und versuchte die Tränen zurückzuhalten. Der Mann blickte sie verständnisvoll an, dann sagte er: „Weißt du, ich hätte vielleicht ein Zuhause für dich...“.

Und so wurde sie mit 13 Jahren von den Banu Bareŷah aufgenommen.
Das Training war hart, vor allem am Anfang, denn es gab keine Schonung, wie die anderen ihrer Gruppe wurde She'sejia ins kalte Wasser geworfen. Sie mussten bei Tag und Nacht laufen, wurden so ausdauernd und zäh gemacht, sie schliefen kaum. Vielleicht hätte sie es nicht geschafft damals, denn das war fast das härteste: Der Anfang der Ausbildung, wenn die Schwachen aussortiert werden, doch da sie schon als Sklavin ähnliches hatte durchstehen müssen, schaffte sie es. Eine große Hilfe zu dieser Zeit aber auch später in der Ausbildung waren Lazul und Arela, mit denen sie sich von Anfang an gut verstand und die schnell ihre besten Freunde in der Gruppe waren.
Sie begannen ihren Körper mehr und mehr zu fordern, zu trainieren, machten Kraftübungen, marschierten stundenlang, mussten runden rennen, weiter immer weiter, ausruhen gab es nicht, es sei denn, es fiel mal jemand vor Erschöpfung um. Doch wenn er sich erholt hatte ging es weiter, und wenn es zu oft geschah, wurde er fortgeschickt. Sie lernten klettern und balancieren, wie man nicht entdeckt wird, sich tarnt und schleicht. Wie man in der Wüste überlebt, Wasser und Nahrung findet, wie man sich orientiert und Sandstürme erkennt, kurz: Sie lernten alles, um problemlos in der Wüste zu überleben.
Als sie dann stark, schnell und ausdauernd genug waren lernen sie zu kämpfen, mit und ohne Waffen. Sie lernen mit Wurfmessern und Krummdolch umzugehen, lernen die Würfe und Hebel des unbewaffneten Nahkampfes sowie die bestimmten Druckstellen am Körper. Es eröffnete She'sejia eine gute Möglichkeit ihre den anderen etwas hinterherhinkende körperliche Fitness auszugleichen, denn sie konnte sich die Techniken am besten merken und sie auch schnell effektiv einsetzen. In regelmäßigen Zweikämpfen treten sie gegeneinander an und gehen dabei nicht zimperlich miteinander um. In den Kämpfen unterlag sie anfangs meist, doch schnell begann sie, ihre Talente mehr auszuspielen und mit ihrer Technik zu glänzen, und tatsächlich schlug sie sich von da an weit besser.

Als die ersten Mädchen ihre Monatsblutung bekamen, wurde das Training während ihrer Tage abgeschwächt und sie wurden währenddessen in Lesen, Schreiben und Rechnen unterrichtet. Bei She'sejia tauchte diese jedoch viel später auf als bei den anderen, da sie auch viel langsamer alterte. Deshalb kam sie auch manchmal kaum mit den anderen mit und konnte sich nur knapp davor bewahren, fortgeschickt zu werden.
Dann, als sie die erlernten Grundlagen sicher beherrschten, wurden sie in kleineren Gruppen trainiert und in neue Waffenformen eingewiesen. She'sejia konzentrierte sich auf den Kampf mit zwei kleinen Krummsäbeln auf einmal und das Verbessern ihrer Fähigkeiten mit den Wurfmessern. Sie erkannte auch ihre Probleme mit langen und schweren Waffen und lies schnell davon ab.
Nach 13 Jahren Ausbildung, mit 26 Jahren, und somit weit nach den anderen aus ihrer Gruppe (was zu Folge hatte, das sie Lazul und Arela vorerst aus den Augen verlohr), schloss sie ihre Ausbildung als Sabeŷ ab. Der Grund dafür war ganz einfach ihre langsame Alterung, die dafür sorgte das sie ihre Fähigkeiten nicht so schnell aufbauen konnte wie die anderen, der Vorteil war, das sie am Schluss ganz alleine Ausgebildet wurde und das Training dadurch zwar auch härter, aber gründlicher und effektiver war. In der Zeit lernte sie von ihrem Lehrer (einem älteren Rāsched namens Kelav, der sie am Anfang für schwach gehalten hatte, dann aber ihre Stärken sah und als gute Schülerin respektierte) auch ihre Gefühlsausbrüche, die während ihrer Ausbildung zwar kaum ein Problem, trotzdem aber gefährlich waren, mithilfe von Atem- und Meditationstechniken besser zu kontrollieren. Kelav nahm zu dieser Zeit für sie eine Art Vaterrolle ein, obwohl ihre Beziehung bis zu dem Einzeltraining nie besonders tiefgreifend war, das lag wohl daran, dass sie sich erst dann wirklich gegenseitig kennenlernten.

Ihre Prüfung bestand She'sejia nur knapp, sie hatte sich in einem engen Raum von Fesseln befreien müssen und sich dann erst ohne Waffen und dann nur mit einem Krummdolch gegen drei erfahrene und starke Gegner behaupten müssen. Das heißt, dass sie die Nervosität, die bei ihr ja in engen Räumen hochkommt, überwinden musste, um sich konzentrieren zu können und sich von den Fesseln befreien zu können und danach noch gegen drei Gegner kämpfen müssen, die ihr kräfte- und erfahrungsmäßig überlegen waren. Nur dank ihrer Technik, Wendigkeit und Reaktionsschnelle und natürlich dank des Krummdolchs hatte sie die Prüfung doch noch bestehen können.
Als sie bei der folgenden Aufnahmezeremonie ihr erstes Brandzeichen bekam und so zum Sābeq aufstieg, war sie sehr stolz auf sich, weil sie es doch geschafft hatte, trotz ihrer langsamen Alterung und trotz dass sie den anderen aus ihrer Ausbildungsgruppe um Jahre hinterher war. Manche von eben jenen waren auch bei der Zeremonie dabei und beglückwünschten sie, besonders freute sie sich, Lazul und Arela wiederzutreffen und sich die Geschichten ihrer ersten Aufträge anzuhören (nach diesem Treffen verlor sie sie jedoch endgültig aus den Augen). Dieser Stolz lies sogar einen Teil der Schmerzen, die sie durch das Brandzeichen erlitt, verschwinden. Bei jenem Ritual erhielt sie auch den Namen She'sejia.
Als sie dann nach einem Lehrmeister fragte, der sie als Sābeq ausbilden wollte, meldete sich ein Mann, dessen Gesicht ihr irgendwie bekannt vorkam. Ihr Gefühl täuschte sie nicht denn als er vor ihr stand fragte er: „Erinnerst du dich noch an mich?“. Und da, als er sie freundlich anlächelte, erinnerte sie sich: „Ihr seid derjenige, der mich hierhin gebracht hat!“ rief sie und musste unwillkürlich daran denken, wie sie sich damals verängstigt in den Sand gekauert hatte und den Mann über ihr ehrfürchtig anblickte. Und da erkannte sie, dass er ihr wirklich ein Zuhause gegeben hatte, denn trotz des harten Trainings und trotz der Tatsache, dass hier nie etwas leicht gewesen war, es war ihr Zuhause, hier fühlte sie sich akzeptiert und wohl, hier konnte sie glücklich sein. Zwar war sie noch manchmal traurig wegen ihrer Eltern und es war eine Wunde, die sich nie ganz schließen würde, aber hier konnte sie trotzdem froh sein und es hin und wieder vergessen.
Also lächelte sie auch und sagte: „Es wäre mir eine Ehre eure Schülerin zu sein!“. „Sag doch einfach Alim zu mir“ bot er ihr darauf an.
Alim war damals noch Hadjet gewesen, inzwischen jedoch nach langem umherziehen in der Wüste zum Rāsched aufgestiegen und war extra zu ihrer Prüfung hergekommen.

So reisten sie zusammen umher und Alim bildete sie weiter aus, gab ihr Tipps und Ratschläge und lies sie Erfahrungen sammeln. In der ersten Zeit begleiteten und beschützten sie nur Karawanen, und She'sejia lernte, wie sie Karawanen folgen konnte, ohne von ihnen gesehen zu werden, was sich vor allem dann als schwer erwies, wenn die Händler von erfahrenen Wüstenführern geführt wurde. Dadurch kamen sie in der gesamten Wüste herum, meist an den Handelswegen entlang von Stadt zu Stadt oder Oase zu Oase, aber auch abseits dieser oft genutzten Wege, wo Alim ihr geheime Unterschlüpfe und Oasen zeigte.
Da sie sich schnell verbesserte, fand schon nach einem halben Jahr ihr erster Überfall statt. Zusammen mit drei anderen Banu überfielen sie eine Gruppe Händler, die einem nahegelegenen Nomadenstamm mehrere Kamele gestohlen hatte. Tatsächlich hatte es sich jedoch um einen recht unfairen Handel gehandelt, bei dem die Händler die Nomaden „magischen Stein“ angedreht hatten, der angeblich für reiche Ernte und fruchtbares Land sorgte, in Wirklichkeit war er aber wertlos. Bei jenem Überfall tötete sie auch das erste Mal in ihrem Leben einen Menschen, hatte danach jedoch nur wenig Skrupel. Einerseits war sie davon überzeugt, das sein Tod notwendig war, andererseits musste sie unwillkürlich an den Tod ihrer Eltern denken. Um ihr Gewissen zu beruhigen sagte sie sich dass der Mann, wenn sie ihn nicht getötet hätte, sicherlich sie getötet hätte. In Zukunft hatte sie immer weniger Skrupel, was nicht heißt das sie es genoss oder die Skrupel vollkommen verschwanden, nein, sie würde niemals jemanden ohne Grund töten, wobei ihre Gründe auch sehr banal sein können.

Nach einem Jahr kam Kara zu ihnen, sie war gerade zum Sābeq aufgestiegen und da Sābeq sowieso normalerweise zu zweit Ausgebildet wurden, kam sie auch zu Alim. Sie hatte das typische Aussehen einer Wüstennomadin (wenn man mal von der Männerkleidung absah) und war meist ruhig, aufmerksam und kontrolliert, doch wenn sie einmal wütend war dann richtig. Während der Ausbildung wurden sie und She'sejia (trotz She'sejias feurigem und Karas (meist) ruhigem Temperament) beste Freundinnen und sie entwickelten sich zu einem sehr guten Team, da sie sich aufeinander verlassen konnten, sich vertrauten und sich so gut kannten, dass sie fast über Blicke kommunizieren konnten. Zusammen begannen sie auch recht bald damit, Morde und Attentate zu begehen, meist teilten sie sich die Arbeit so auf, dass eine den Mord beging und die andere sich um die Wachen und andere potentielle Gefahren kümmerte.
Ihren ersten Auftragsmord beging sie zwar noch unter der strengen Aufsicht Alims, sah größtenteils zu und bekam von ihm genaue Anweisungen (ab dann lies er sie und Kara immer mehr ihre eigenen Strategien und Vorgehensweisen entwickeln) trotzdem war es ein besonderes Erlebnis an das sie sich noch gut erinnern kann. Die Spannung, das alles davon abhing vollkommen ruhig zu sein und das kurze aufwallen von Panik, als sie vor Schreck, einen Wachen fast direkt vor sich zu sehen, zu rasch die Luft einzog und fast gehört worden wäre... Sie musste sich an diese Spannung erst gewöhnen und war am Anfang noch etwas Nervös, erschrak die ersten Male schnell, doch mit der Zeit gewöhnte sie sich daran und lernte, immer ruhig und kontrolliert zu bleiben.
Hin und wieder lies Alim sie aber auch einzeln solche Morde durchführen, sodass sie nicht davon abhängig waren, immer noch jemand anderes als Hilfe zu brauchen.

In ihrer Zeit als Sābeq begann sie auch, ihren eigenen Stil zu entwickeln, also den waffenlosen Nahkampf mit dem Kampf mit zwei Säbeln zu verbinden. Vor allem am Anfang tat sie sich dabei noch recht schwer, neben den beiden Säbeln auch noch auf den restlichen Körper zu achten oder die Balance zu halten, wenn sie versuchte Tritte und Sprünge zu vollführen und gleichzeitig die Säbel in den Händen halten oder effektiv zu nutzen. Es brauchte doch recht lange, bis sie begann, da etwas wirklich nennenswertes zustande zu bringen, um genau zu sein ihre gesamte Zeit als Sābeq.
Jene dauerte insgesamt ungefähr drei Jahre, und als sie dann zum Hadjet aufstieg, und das zweite Brandzeichen erhielt, war sie nicht weniger stolz als beim Ersten. Denn jetzt war sie endlich, nach 16 Jahren intensiver Ausbildung und harten Trainings eine richtige, vollwertige Banu, kein Frischling oder Neuling mehr.

In ihrer ersten Zeit als Hadjet reiste sie alleine umher und hielt sich meist in der offenen Wüste auf, da sie, obwohl sie nun schon 29 Jahre alt war, äußerlich einer siebzehnjährigen entsprach, also ging sie, um Komplikationen aus dem Weg zu gehen, nur selten unter Menschen. Es mag vielleicht seltsam erscheinen, dass sie am Anfang allein umherreiste aber da sie geplant hatte, mit Kara zusammenzubleiben und deren Ausbildung noch nicht ganz fertig war, beschloss sie solange allein zu bleiben.
In den ersten Wochen war sie noch recht unsicher und hielt sich zurück, manchmal vermisste sie die Sicherheit, die sie durch Alim gehabt hatte, die Sicherheit, dass er sie darauf hinwies wenn sie Fehler machte und ihr Ratschläge erteilte und dass er für alles eine Lösung zu haben schien. Doch nach und nach gewann sie an Sicherheit und wurde erfahrener. Genau wie in ihrer Ausbildung trainierte sie jeden Tag und verbesserte ihre Kampffähigkeiten, vor allem arbeitete sie an dem von ihr entwickelten Stil, aber auch bezüglich der Orientierung in der Wüste und des Erkennens von Gefahren wie Sandstürmen oder Treibsand wurde sie besser und sicherer.
Erst mit Kara, die nach einem knappen Jahr ihre Ausbildung abschloss und zu ihr stieß, ging sie auch öfter unter Menschen, was zur Folge hatte dass sie viel mehr Aufträge hatten als She'sejia als sie noch allein war. Zudem lernte sie, so gut es für sie als Beobachterin möglich war, das normale Leben der Wüstenbewohner kennen und weil es sie an ihre Kindheit in Aysibrir erinnerte, war sie in dieser Zeit des Öfteren etwas niedergeschlagen und in sich gekehrt. Denn sie beneidete jene Menschen um ihr einfaches, kleines Leben und vor allem um deren heile Welt. Doch immer wenn sie sich in diesbezüglichen Gedanken verfing, tadelte sie sich selbst für ihre Träume und sagte sich, dass sie es nicht ändern konnte und ja eigentlich alles hatte, was sie brauchte, ein Zuhause, ja sogar eine Art Familie, trotzdem erwischte sie sich manchmal noch bei solchen Gedanken. Was ihr jedoch am besten aus dieser Krise heraushalf war Karas Gesellschaft und ihre aufmunternden Worte, die ihr auch nochmal zeigten, was für eine gute Freundin sie mit ihr hatte. Sie hielten sich die meiste Zeit in verschiedenen Städten und verbrachten nur wenig Zeit in der offenen Wüste, meistens um von der einen zur anderen Stadt zu gelangen.

Als sie dann 34 Jahre alt war, also äußerlich einer 20jährigen entsprach, lernte sie Jerran kennen. Er war der Sohn eines wichtigen Kontaktmannes in Naradesh (einem kleineren Händler der viele nützliche Beziehungen in der Stadt hatte, von hochgestellten Beratern bis zur Diebesgilde war alles dabei), der jene vermittelte, die die Dienste der Banu in Anspruch nehmen wollten, und dazu äußerst gutaussehend und charmant. Obwohl er sich mit den dunklen Augen, dem schwarzen Haar und dem gebräunten Teint nicht von den anderen Beraji unterschied, fiel er einem dank seines hübschen Gesichts und der selbstbewussten und doch charmanten Art schnell ins Auge. Die Mädchen verfielen ihm reihenweise und mit She'sejia war es nicht anders, sie war sofort von ihm hingerissen und verliebte sich in ihn. Sie nutzte jeden Vorwand, um ihn zu sehen und konnte kaum an etwas Anderes denken und da sie in seiner Nähe immerzu kicherte, sich sogar herausputzte und sich eben wie ein verliebter Teenager verhielt, bemerkte er ihre Gefühle recht schnell. Sofort erkannte Jerran den Nutzen, den ihm eben diese Gefühle bringen konnten und er begann ihr Komplimente und Geschenke zu machen, kurzum, er verführte sie, um ihr Vertrauen zu missbrauchen.
Tatsächlich stellte er immer öfter fragen zu den Banu, versteckte diese gekonnt, stellte sie in überraschenden Momenten und versuchte eben mit aller Kraft an Informationen zu kommen. Anfangs wich She'sejia den Fragen aus oder lies sie unbeantwortet, doch mit der Zeit vertraute sie ihm immer mehr und begann ihm zu Antworten, erst machte sie meist nur Andeutungen oder beantwortete seine Fragen nur halb, doch dann begann sie ihm auch genaue Antworten zu geben und es hätte wohl ein böses Ende gegeben, wenn sie nicht schon zu jener Zeit von Kara erwischt worden wäre.
Kara war in dieser Hinsicht schon einige Zeit lang Misstrauisch gewesen. Sie lies sich nicht von Jerran beeindrucken und es gefiel ihr nicht, wie sich ihre Freundin in der Anwesenheit dieses jungen Mannes veränderte, sie wirkte wie ein vollkommen anderer Mensch. Es gefiel ihr auch nicht, dass She'sejia ihre Pflichten, die sie als Banu zu erfüllen hatte vernachlässigte und so oft in Gedanken versunken und abwesend war. Weil sie aus diesen Gedanken kein Geheimnis machte und ihre Freundin immer wieder darauf ansprach und ihr die Augen zu öffnen versuchte, gab es immer wieder Meinungsverschiedenheiten und hitzige Diskussionen zwischen den beiden.

Als sie dann jedoch She'sejia dabei erwischte, wie sie Jerran Informationen zum Aufbau und der Organisation der Banu geben wollte, erfüllten sich ihre schlimmsten Befürchtungen. Tatsächlich war sie ihm (wegen ihres Misstrauen ihm gegenüber und dem unguten Gefühl das er etwas plante) vor nicht allzu langer Zeit abends gefolgt und hatte dabei beobachtet, wie er sich mit einer vermummten Gestalt getroffen hatte (in einer dunklen, kleinen Gasse, in der die Gestalt allen Anschein nach auf ihn gewartet hatte) und mit ihr geredet. In den wenigen Worten, die sie aufschnappen konnte, ging es ohne Zweifel um die Banu, und Kara, die wusste das die Banu viele Feinde hatten, hatte sofort die Gefahr, die ihre Freundin nun für die Kriegersekte darstellte, erkannt.
Sie schickte ihn fort und drohte ihm, dass wenn er es jemals wieder herkommen sollte, es das letzte wäre, was er tun wurde und stellte dann ihre Freundin zur Rede. Fast sofort verwandelte sich die Unterhaltung in einen heftigen Streit, Kara warf She'sejia vor, naiv und leichtgläubig zu sein, wenn sie Jerran vertraute. Diese wollte nicht einsehen, dass ihre Freundin Recht hatte und sagte, dass sie Jerran sehr wohl vertrauen könne, und selbst als sie dann langsam zu begreifen begann, dass Kara die Wahrheit sagte, verboten ihr ihr Stolz und ihre Sturheit ihr das zuzugeben. Kara versuchte es noch mit dem Argument, dass man sowieso Niemandem, ob nun vertrauenswürdig oder nicht, die Geheimnisse der Banu verraten dürfe, doch als sie Bemerkte, das jedes noch so gutes Argument in dieser Situation nichts half, beschloss sie, mit dem Problem vor einen Quedam zu gehen. Die Freundschaft von She'sejia und Kara überlebte diesen Streit nicht und vielleicht war es auch diese Erkenntnis gepaart mit ihrem hitzigen Temperament, die Kara zu diesem Schritt verleitete, von dem sie wüsste, das er für She'sejia gefährlich, wenn nicht gar tödlich enden konnte.

Jerran, der für die Männer, denen er Bericht erstattet hatte, nichts mehr als eine (nun nicht mehr funktionierende) Informationsquelle gewesen war, die sich nun in nichts weiter als ein nutzloses Anhängsel verwandelt hatte (das ,obwohl es nur von der Existenz dieser Gruppe wusste, schon viel zu viel wusste), ahnte dass er nun sowohl von den Banu als auch von ihren Feinden gesucht wurde und floh aus der Wüste um an einem fernen Ort ein neues Leben zu beginnen.

Als She'sejia dann für einen Richtspruch zu dem Quedam gerufen wurde, der von Kara benachrichtigt worden war, war es beinahe zu viel für sie. Jerrans Verrat schmerzte sie sehr, genauso wie der Verlust ihrer Freundin, zudem machte sie sich Vorwürfe, wie naiv sie gewesen war und das ihr Starrsinn ihr eine wunderbare Freundin gekostet hatte. Die Angst, die sie nun vor dem Urteilsspruch empfand machte alles noch viel schlimmer. Sie zog es sogar mal in Erwägung zu fliehen, entschied sich dann jedoch dagegen, da die Banu sie wahrscheinlich sowieso einfangen würden, bevor sie die Chance hatte richtig zu verschwinden, außerdem war sie zu Stolz um so feige zu handeln, also entschloss sie sich dazu, sich ihrem Urteil zu stellen.
Fast hätte der Quedam sich dazu entschieden, sie für ihren klaren Verstoß am Kodex der Banu Bareŷah mit dem Tod zu bestrafen, allein die Tatsache, dass sie Jerran keine wirklich wichtigen Informationen gegeben hatte, bewahrte sie vor diesem Schicksal. Stattdessen wurde sie von den Banu verbannt und davor gewarnt dass sie bei einer Rückkehr höchstwahrscheinlich keine Gnade mehr erwarten würde. Trotz dass sie wusste, das sie unglaubliches Glück gehabt hatte, traf sie das Urteil schwer, denn sie hatte damit mit 35 Jahren ihre zweite Familie, ihr Zuhause verloren.

Ein paar Tage lief sie ziellos in der Wüste umher, von einer tiefen Leere erfüllt, durch die sie nur hin und wieder eine dumpfe, hoffnungslose Traurigkeit spürte, sie hatte keine Familie mehr, kein Zuhause, keine Freunde und auch ihr Vertrauen in andere Menschen hatte sie verloren. Bis sie schließlich nach Aysibrir kam, da das eigentlich vollkommen unbeabsichtigt war, erkannte sie ihre frühere Heimat erst nicht, doch dann, als sie die Häuser am Flussufer sah, erinnerte sie sich. Erinnerungen an ihre Eltern überfluteten sie, Erinnerungen daran, wie sie im hohen Gras am Flussufer mit ihnen verstecken gespielt hatte, Erinnerungen, die sie traurig und wehmütig machten. Also wollte sie umdrehen, weggehen von diesem Ort der sie nur an Verlust erinnerte. Doch aus ihr unerfindlichen Gründen tat sie das Gegenteil, sie ging auf die Stadt zu, an den Häusern vorbei immer weiter in die Stadt hinein bis sie schließlich auf dem Marktplatz stand.
Und es geschah, das She'sejia in eben jenem Moment von einer älteren Frau, in die sie beinahe hineingelaufen wäre, erkannt wurde. Denn vielleicht war es einfach nur ein unerhörter Zufall, vielleicht Schicksal oder vielleicht hatten die Götter sie zusammengeführt, aber eben diese Frau war She'sejias Großmutter. Die hatte ihre Enkelin auf den ersten Blick gar nicht erkannt, wie wäre das auch möglich gewesen, doch im ersten Augenblick, dachte sie ihre Tochter vor sich zu haben, als sie dann aber die roten Augen sah, begriff sie, obwohl sie es im ersten Moment noch nicht so Recht Glauben konnte. Wer würde ihr das auch verdenken, wo sie ihre Enkelin eigentlich für Tot gehalten hatte?
„Elyria!“ brachte sie leise heraus, so leise, das diese es gerade noch so hören konnte. Zunächst war sie vollkommen verwirrt, erstens, weil sie mit ihrem wirklichen Name angesprochen wurde und zweitens, weil eine ihr vollkommen Fremde ihren Namen kannte. „Wer seid ihr und woher kennt ihr meinen Namen?“ fragte sie, die Frau vor ihr misstrauisch musternd. „Elyria! Du bist es wirklich! Oh Elyria, wir hielten dich für Tot, wir dachten... Oh mein Mädchen, was hast du gemacht? Wo bist du gewesen?“ sagte die Frau ohne ihr zu antworten. „Und wie groß du geworden bist! Du siehst genau so aus wie deine Mutter!“, She'sejia wurde durch ihre Worte immer verwirrter und fragte: „Woher kennt ihr meine Mutter und überhaupt woher kennt ihr mich?“ fragte sie, schon etwas genervt. „Also erinnerst du dich gar nicht? Ich bin deine...“ „Großmutter!!“ rief She'sejia aus „jetzt erkenne ich dich, verzeih, es ist nur so lange her dass ich...“ begann sie, doch ihre Großmutter brachte sie mit einer Handbewegung zum schweigen. „Jetzt kommst du erst einmal zu mir und dann erzählst du mir alles, was geschehen ist!“, und so machten sie es, auch wenn sie die Banu in normale Wüstennomaden verwandelte und ihr Leben bei ihnen auch entsprechend anpasste, denn es kam ihr immer noch falsch vor, obwohl sie von ihnen verstoßen worden war und obwohl es ihre Großmutter war, mit der sie sprach.

Sie blieb noch längere Zeit bei den Wüstenelfen und lernte das Leben dort kennen, die vielen Feste, auf denen sie Tanzen lernte (am Anfang traute sie sich kaum, weil sie von den anderen Tänzerinnen so beeindruckt war und ihr Können sie ein wenig einschüchterte), was nach ein paar holprigen Anfängen doch gar nicht so schlecht aussah (aber lange nicht so gut wie bei den Anderen) und auch die Pferde. Mit Pferden hatte sie in ihrer Kindheit schon viel zu tun, da ihre Eltern ja Pferdezüchter gewesen waren und so konnte sie sich zwar recht gut um die Tiere kümmern (Natürlich hatte sie ihr Wissen hier erst wieder auffrischen müssen), doch da sie nie reiten gelernt hatte, war sie hier eine komplette Anfängerin, und brauchte doch ihre Zeit, bis sie sich auf dem Sattel halten konnte und noch länger, um sich dabei auch sicher zu sein. Dadurch, das sie schon immer lange und hart trainiert hatte, verbesserte sie sich stetig, genauso trainierte sie auch weiter mit- und ohne ihre Waffen (die sie trotz ihrer Verbannung hatte behalten dürfen, was sie vor allem Alim zu verdanken hatte, der sich stark für sie eingesetzt hatte), denn sie war das ständige Training gewohnt und fühlte sich eingeengt, wenn sie sich zu lange nicht bewegte.
Freundschaftliche Beziehungen hatte sie nur sehr wenige und nur einen wirklich guten Freund, das lag hauptsächlich daran, das sie vollkommen anders als sie aufgewachsen war und sich deshalb nicht so gut mit ihnen verstand. Eine Ausnahme war Trálír, ein eher schmächtiger dafür aber unglaublich kluger Elf, der ungefähr in ihrem Alter war. Sie kannte niemanden, der so viel wusste, so viele Sprachen sprach (sie lies sich von ihm die Grundsätze des Coreonischen beibringen) und für sein Alter so weise war. Er verstand sich mit den anderen seines Alters eigentlich nicht so gut und wurde nicht selten von ihnen gehänselt, selbst als junge Erwachsene ärgerten sie ihn noch manchmal und überfielen ihn als Gruppe. Sie lernten sich kennen als She'sejia bei einem solchen Vorfall, ihrem Beschützerinstinkt folgend, dazwischen ging und den Elf vor einer weiteren, wie die jungen Elfen es nannten, „Lektion“ bewahrte. Es war nicht das erste Mal dass sie eine solche „Rettungsaktion“ durchzog und sie hatte durch diese Aktionen schon einen gewissen Ruf, da sie sich dadurch schon ein paar mal in brenzlige Situationen gebracht hatte. Auch mit ihrer Moral war sie in der Gesellschaft der Wüstenelfen anfangs etwas angeeckt, denn obwohl sie niemanden getötet hatte, hatte sie ein paar Elfen sogar verletzt, glücklicherweise hatte es kaum ernste Folgen (neben einer Entschädigung) und es blieb bei dem einen mal.
So wie She'sejia Trálírs Wissen und seine Weisheit bewunderte, bewunderte er ihren Mut und interessierte sich für ihre Geschichten von den Erlebnissen bei den Banu, ihm vertraute sie sogar Dinge an, die sie ihrer Großmutter verschwiegen hatte, kurz, er war ihr bester Freund. Die Erinnerungen an ihre Eltern begleiteten sie anfangs überallhin und bedrückten sie doch mit der Zeit und vor allem dank Trálír verschwand die Traurigkeit nach und nach.

Doch nach sechs Jahren (sie ist nun 41 Jahre aus, äußerlich wie eine 24jährige junge Frau) hielt sie die innerliche Unruhe im das Brennen in ihrem Herzen, das immer stärker wurde nicht mehr aus. Außerdem fühlte sie sich, trotz dass es ihr bei ihrer Großmutter und den Wüstenelfen gefiel, nie so zuhause, wie sie es einst getan hatte. Also beschloss sie in der Welt umher zureisen, um neue Volker kennen zu lernen, die Welt zu sehen und vielleicht das ein oder andere Abenteuer zu erleben.
Ihr Ziel sind vor allem die Nordreiche die sie, seid sie den Geschichten von ein paar Händlern, die auf Durchreise da waren, unbedingt sehen wollte. Was sie dort machen will oder wie sie sich das Leben dort erhofft weiß sie noch nicht (sie hatte aber schon mit dem Gedanken gespielt dort wieder als Assassine zu arbeiten), aber sie musste fort.
Sie besorgte sich zu ihrer üblichen Kleidung auch welche, die sie gut an kälteren Orten als der Wüste tragen konnte, und machte sich, nachdem sie sich von ihrer Großmutter, die ihr Anion, den Hengst auf dem sie das reiten erlernt hatte schenkte, verabschiedet hatte, auf die Reise.

Restliches

She'sejia hat einen braunen Hengst mit dem Namen Anion, den sie von ihrer Großmutter geschenkt bekommen hat, er ist ein Sihu'sai.

Kontaktdaten von She'sejia

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Nicht alles, was Gold ist, funkelt,
Nicht jeder, der wandert, verlorn