Profil von Aelis von Avalé

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Profil

Benutzername:
Aelis von Avalé
Gruppen:

Charakter

Name:
Aelis Idalia Amelya von Avalé
Alter:
30
Rasse:
Mensch (Arcanier)
Heimat:
Avalé
Aufenthaltsort:
Arcanis
Waffen:
Kurzschwert, Jagdarmbrust

Steckbrief

Hauptaccount: Rahela

Name: Aelis Idalia Amelya von Avalé - Arcanische Vollstreckerin im Dienste der heiligen Geschwister und seiner Majestät, dem Priesterkönig

Alter: 30

Rasse: Mensch (Arcanier)

Aussehen:

Aelis wird dem Bild eines idealen Arcaniers durchwegs gerecht. Sie besitzt langes, hellblondes Haar, welches sie meist zu einem strengen Knoten gedreht im Nacken trägt, oder aber nur zu einem einfachen Zopf flicht, welcher dann auf dem Rücken liegt. Selten trägt sie es allerdings auch offen, dann erkennt man am besten, dass dieses nicht spiegelglatt, sondern leicht naturgewellt ist. Ihre Haut ist recht hell, die Augen sind graugrün und blicken meist streng und ernst in die Welt. Wenige Mimikfältchen zieren ihr Gesicht, so dass man beinahe annehmen könnte, sie hätte in ihrem Leben kaum Grund zum Lachen gehabt, oder hätte ein emotionsloses Leben geführt. Tatsächlich sieht man sie nicht oft lachen, was aber nicht bedeutet, dass sie das nicht gerne mal tut. Ihre freundliche, oder freundlich wirkende Seite lernt man nur kennen, wenn man sie zu ihren Freunden zählen darf, und dann auch eher nur in geschlossenem Kreise. Ihr Lächeln ist sogar das Bezauberndste an ihr, was viel von der Tatsache wettmacht, dass sie keine wirkliche Schönheit ist. Ihre Nase ist mittelgroß und leicht gebogen und erinnert ein klein wenig an den Schnabel eines Adlers. Zusammen mit ihren kühlen Augen, die einen mit Blicken regelrecht aufspießen können, verleiht ihr dies eine gewisse autoritäre Strenge, die ihr in ihrer Berufung aber durchaus zu Gute kommt. Aelis ist mit einer Körpergröße von 1.75 normal groß. Ihre Gestalt ist recht schlank, langgliedrig, nicht unbedingt besonders weiblich, jedoch auch nicht mager. Lediglich ihre Brust ist im Vergleich zum Rest relativ gut ausgeprägt, Taille und Hüfte stehen beinahe in einer Linie, und auch ihr Po ist eher klein und unbedeutend. Ihre einstige Lieblingsbeschäftigung, das Reiten, wofür sie heutzutage nicht mehr so viel Zeit hat, wie sie gerne hätte, hat ihren Körper gestrafft und gestärkt, und ihr eine aufrechte Körperhaltung verliehen, durch welche sie stets selbstbewusst und unbeugsam wirkt, aber auch ihre Kampfausbildung haben ihren Körper leicht gestählt. Von einem Unfall bei Kampfübungen hat sie eine ungefähr zwanzig Centimeter lange Narbe davongetragen, die nach einigen Jahren zwar verblasst, aber dennoch noch gut sichtbar ist, sofern die Arme nicht von Kleidung bedeckt sind. Aelis ist keine besonders vornehmliche Schönheit, alles in allem wirkt sie auf den ersten Eindruck eher langweilig und uninteressant, das ist ihr durchaus bewusst, und sie würde sich auch niemals als Schönheit bezeichnen. Doch dies ist ein Umstand, der ohnehin alles andere als von besonderer Wichtigkeit für sie ist.

Ihre Kleidung ist typisch arcanisch. Zweckmäßig muss sie sein, daher trägt sie, wenn sie im Dienste der Zwei unterwegs ist stets Männerkleidung. Eine weiße Wolltunika, die auf der linken Brustseite bestickt ist mit ihrem Familienwappen, ein weißer Fisch über blauen Wellen, in den Wintermonden zusätzlich Wollbeinlinge, in den Sommermonden sonst nur eine braune Wollhose. Dazu Lederstiefel aus dickem Rindsleder, deren Schaft beinahe bis ans Knie reicht, und mit breiter, heruntergeklappter Krempe. Die Stiefel sind stets gut gepflegt und werden bei Bedarf durch neue ersetzt, ein Umstand, den sie sich dank ihrer wohlhabenden Familie durchaus leisten kann. Streng von der militärisch beeinflussten Mode im arcanischen Stil ist der schwarze Klappenrock aus Wolle, mit aufgesetztem Kragen, den man bei Schlechtwetter und Wind hochklappen kann. Darüber trägt sie einen Rindsledergürtel. Der Gürtel ist kunstvoll mit bronzenen Zierbeschlägen, die symbolische Zeichen aus den Schriften der Zwei darstellen, verziert und mit einer edlen Riemenzunge versehen. Das Herzstück des Gürtels bildet eine wertvolle Gürtelschnalle, in Durchbruchsarbeit, die das Geschwisterpaar darstellt. An diesem, Aelis‘ Lieblingsstück, trägt sie ihre wichtigsten Habseligkeiten, die sie benötigt oder benötigen könnte. Ein aufwändig bestickter und mit Seide gefütterter Almosenbeutel mit Münzen, ein eher schlichtes aber durchwegs meisterlich geschmiedetes Kurzschwert, dessen einzige ringförmige Zierde sich am Ende des Schwertknaufs befindet und ein ebenso gutes wie schlichtes Allzweckmesser sind am Gürtel befestigt. Neben dem Klappenrock besitzt Aelis noch eine Brigatine aus schwarzem Wollstoff, ein dem Klappenrock nicht unähnliches Kleidungsstück, zwischen dessen Außen- und Futterstoff Metallplättchen, wie bei Reptilienschuppen angeordnet, angenietet sind. Von außen sind die Nieten sichtbar und verraten dem Kenner sogleich, dass es sich hierbei um ein Rüstungsteil handelt. Das Futter ist nach Aelis‘ Wunsch entsprechend in dunkelrot gehalten, da solch ein wichtiges Kleidungsstück durchaus auch geschmackvoll und edel sein darf. Aelis besitzt noch eine Tasche, die ihre weiteren wichtigen Besitztümer birgt. Am wichtigsten zu nennen wäre eine in Leder gebundene Abschrift der Lehren der Zwei, ein Fläschchen mit Neskunvá, ein Wasserschlauch, ein Leinenbeutel mit etwas Proviant, Armbrustbolzen und eine Zunderbüchse, deren Umgang sie selbstverständlich beherrscht, aber im Prinzip nur bei sich trägt, um sich stets an die Lehre des heiligen, reinigenden Feuers zu erinnern, aber auch, dieses im Bedarfsfall anzuwenden. An einem Ledergurt, welcher quer über die Brust geschnallt wird, baumelt am Rücken ihre kleine, aber gut gearbeitete Jagdarmbrust.

Waffen:

Aelis besitzt eine Jagdarmbrust, deren Umgang sie gelernt hat. Diese dient in erster Linie ihrer Selbstverteidigung auf Reisen, aber auch, sollte es nötig sein, zur Exekution von Feinden und Feindbildern. Auf Distanzen bis etwa zwanzig Meter hat sie eine recht gute Trefferquote, bei weiteren Distanzen, die darüber hinausgehen, nimmt diese stark ab, oder sie schießt am Ziel vorbei.

Die Arcanierin trägt auch stets ein Kurzschwert bei sich. Dieses ist heutzutage allerdings nur mehr ein Statussymbol für ihren Rang und ihre adelige Herkunft. Im Nahkampf könnte sie es allerhöchstens benutzen, um damit jemanden zu verprügeln, aber nicht, um damit Schwertkampf auszuüben, was einer Verletzung an ihrem rechten Arm in ihrer Ausbildungszeit geschuldet ist, die den Unterarmmuskel, den Handbeuger schwer verletzt hat, weswegen sie im Schwertkampf heutzutage nicht mehr allzu sicher ist.

Charakter:

Aelis war schon als kleines Mädchen kein Kind, welches nicht besonders trotzig, aufbegehrend oder eigensinnig war. Sie tat stets, was man von ihr erwartete. Zum einen, weil es ihrem Charakter entsprach, und zum anderen, da ihr als Kind adeliger arcanischer Eltern eine beträchtliche Anzahl an Erziehern zur Seite standen, die dem elterlichen Wunsch nach strenger und disziplinierter Erziehung nachkamen und ihr daher ohnehin nichts anderes übrig blieb, als sich, selbst wenn sie hätte aufbegehren wollen, zu beugen. Nach und nach, je älter sie wurde, und natürlich auch im Rahmen ihrer religiösen Ausbildung wandelte sich diese Angepasstheit zu Demut, jedoch gesellte sich nun doch eine gewisse Eigensinnigkeit hinzu, die sich darin äußerte, dass Aelis sich für jene Dinge einsetzte, die sie selbst betrafen, und die ihr besonders wichtig waren. Was ihre Berufung betrifft, ist sie auch heute noch demütig und stellt etwa Entscheidungen oder Aufträge nicht in Frage, handelt es sich hier doch um religiöse Angelegenheiten. Privat ist sie allerdings anders. Sie handelt so, wie sie es für richtig hält, und lässt sich in ihren Entscheidungen kaum bis gar nicht manipulieren oder beeinflussen. Im Zuge ihrer Erziehung zeigte sich schon früh, dass sie einen leicht formbaren Charakter besaß, dem man die Lehren der Zwei gut und plausibel eintrichtern konnte. Sie zeigte auch durchaus Begeisterung für den Glauben und die Lehren der Geschwister, sodass ihre Lehrer ihre reine Freude an ihrer Schülerin hatten. Wie schon erwähnt besitzt Aelis einen ruhigen und beherrschten Charakter. Sie neigt tendenziell nicht dazu, allzu temperamentvoll zu sein, oder ihrem Ärger, den sie ebenso immer wieder erfahren hatte, allzu offensichtlich und laut Luft zu machen. Ihre Art ist es eher, still und überlegt zu handeln, auch wenn dies bedeutet, für den Moment zurückzustecken und sich lieber schweigend für sich ihre Gedanken dazu machen muss. Aelis ist sehr stolz, patriotisch und besitzt ein gut ausgeprägtes Selbstbewusstsein, welches in ihrer adeligen Herkunft, ihrer Bildung und Ausbildung und natürlich auch im Glauben an die Zwei zugrunde liegt. Daher macht er ihr auch nichts aus, dass sie keine besonders gut aussehende Frau ist, weil sie ihren Wert nicht in Schönheit oder Äußerlichkeiten sucht. Sie achtet allerdings schon darauf ihren Körper zu hegen und zu pflegen, und ihn gesund zu erhalten, strebt aber nicht danach, ihn gezielt zu verschönern, etwa mit Schminke oder sonstigen Schönheitsritualen, wie andere adelige Frauen dies zu tun pflegen. Aelis umgibt sich trotzdem gerne mit kostbaren und teuren Dingen wie hochwertige, ausgewählte Kleidung aus teuren Stoffen, und Ausrüstung aus guter Handwerksarbeit. Davon abgesehen ist sie eher eine genügsame und bescheidene Frau, die nicht viel braucht um zufrieden zu sein. Sicherlich kann man auch eine besonnene Persönlichkeit wie Aelis reizen und provozieren. Dazu würde es schon genügen, den Glauben der Arcanier anzuzweifeln, oder diesen oder gar die Geschwister zu verhöhnen. Bei einer glaubensstarken Frau, die sie ist, wäre dies wohl der größte Fehler, den man machen könnte, und es wäre ganz sicherlich einer, den die Arcanierin niemals vergeben würde, mehr noch, man würde sie sich zum Feind machen, was sehr gefährlich ist bei einer arcanischen Vollstreckerin. Dass sie besonders laut oder gar ausfallend wird, würde man bei ihr allerdings dennoch nicht erleben, selbst, wenn sie wütend, oder in Rage gerät, ist sie eher still und schweigsam. Manch einer würde dies als gefährlicher finden, als ein schreiendes, tobendes Frauenzimmer.

In ihrem Beruf ist sie ziemlich geradlinig und skrupellos. Wird sie zu einem ‚Auftrag‘ geschickt, ist dies meist bereits sein Todesurteil, denn wenn jemand erst einmal aufgefallen ist, sei es, dass er ein Spion für den Feind Mérindar, ein Blasphemiker oder ein vom Glauben abgefallener ist, dann gibt es keine Rettung für diese arme Seele. Denn die Inquisition, die nach den Lehren der Zwei arbeitet, macht keine Fehler. Sie hat immer Recht. Und wenn nicht, wird die Wahrheit so zurechtgebogen, wie es dienlich ist. Mit diesem Standpunkt hat die Arcanierin auch keine Probleme. Ihre Moral und ihre Prinzipien enden dort wo der Glaube nicht relevant ist. Ihre Loyalität gehört ganz und gar Arcanis und den Geschwistern. Nichts und niemand geht über die Geschwister wenn sie ihrer Arbeit nachgeht. Wie es in diesem Fall bei Personen aussieht, die ihr nahestehen, vermag sie vermutlich selbst nicht zu sagen, da es noch nie vorgekommen ist, dass sich in den Reihen der ihr Nahestehenden, Verräter befanden. Vielleicht würde sie hadern, vielleicht würde sie ein Auge zudrücken, vielleicht würde sie versuchen, derjenigen Person zur Flucht zu verhelfen, vielleicht aber auch nicht. Man weiß es nicht. So etwas war schließlich noch nicht vorgekommen. Aelis wirkt auf den ersten Eindruck unterkühlt, arrogant, und vielleicht ist sie das auch, nichtsdestotrotz ist sie höflich, drückt sich gewählt aus und kann durchaus auch nett und hilfsbereit sein, ganz sicherlich jedoch nur zu Angehörigen ihres Volkes. Fremden Arcaniern, oder zumindest anderen Menschen gegenüber ist sie sicherlich freundlich und höflich, wenn auch eher distanziert. Andere Rassen kommen in punkto Höflichkeit deutlich schlechter weg. Elfen sind ihr natürlich am meisten verhasst, aber auch in ihren Augen die Wilden, wie die Wilden Menschen, Steppenreiter, Menai oder gar andersartige Rassen, beispielsweise Shíin, Elvoin oder Orks, um nur die Rassen zu nennen, die man auch zum Beispiel auf Sklavenmärkten zu Gesicht bekommt. Würde Aelis einem dieser Genannten begegnen, wäre eine offen zur Schau gestellter Abneigung sehr wahrscheinlich. Doch trotz ihrer Abneigung ist Aelis keine kaltblütige Mörderin, die jeden, der ihr nicht passt, einfach exekutiert. Sie würde sich wohl abwenden, oder einfach weggehen.

Ihr Vertrauen, ihre Freundschaft oder ihre Zuneigung kann man auf jeden Fall eher dann gewinnen, wenn man gläubiger Arcanier ist, und auf keinen Fall, wenn man diesem Volk nicht zugehörig ist. Davon abgesehen muss sie diesen Menschen einfach sympathisch finden. Hat sie sich einmal ein Urteil über einen Menschen gebildet ist sie nur schwer davon wieder abzubringen. In gefährlichen Situation ist Aelis im Zuge ihrer Ausbildung darauf geschult, durch ein stilles Gebet und Zuversicht Ruhe zu bewahren und dementsprechend besonnen zu handeln. Einst pflegte sie im Geheimen ein intimes Verhältnis mit einem arcanischen Grafen. Fast hätte sie darüber ihre Prinzipien und Linientreue vergessen, ein Wort von ihm hätte genügt und sie wäre wohl mit ihm durchgebrannt. Doch dieses Verhältnis war nicht von allzu langer Dauer und bald verlor er das Interesse an Aelis, und ließ sie tiefer noch fallen, wie er sie hochgehoben hatte. Dies verletzte und kränkte die junge Frau selbstverständlich, und nach dieser Zeit fiel es ihr nicht schwer, ihre Arbeit noch gewissenhafter und erbarmungsloser auszuführen, als eine Art Ventil für die Zurückweisung und Kränkung, die sie erfahren musste.

Aelis Wünsche, Träume und Ziele im Leben sind eigentlich nur, ihr Leben so weiterführen zu können, wie sie dies bisher tun konnte. In aller Demut den Zweien dienen und dadurch Ruhm und Ehre und dafür Anerkennung von der arcanischen Obrigkeit zu erhalten. Aelis hat ganz sicherlich auch Ängste. Sie kennt die Gnadenlosigkeit der arcanischen Religion und Hierarchie, und so hat sie wohl im Verborgenen die Angst, zu Versagen und dadurch in Ungnade zu fallen.

Fähigkeiten:

Bevor Aelis zu einer Vollstreckerin ausgebildet wurde, drehte sich ihr Leben eher um jene Dinge, die adeligen Mädchen beigebracht werden, um sie zu einer guten, gebildeten und brauchbaren Ehefrau zu formen. Trotzdem lernte sie z.B. so etwas wie Kochen nicht, dafür gibt es schließlich Angestellte. So lernte sie schon im Alter von etwa sechs Jahren schreiben, lesen und rechnen. Dazu kamen in späterer Folge nähen, sticken, Hoftänze und Konversation. Auch das musizieren und Spielen einer Flöte. Dinge, bei welchen Aelis keine wirklich herausragende Begabung oder gar Begeisterung zeigte, was bei ihren Eltern wiederum nicht unbedingt für Begeisterung sorgte, im Gegenteil. Aelis musste deswegen zunächst viel Häme, Spott und Tadel von ihren Eltern ertragen. Ihrem Selbstbewusstsein war dieses Versagen auch nicht gerade dienlich. Schließlich sollte sie einst einen arcanischen Grafen heiraten, und eine repräsentative Ehefrau sein. Allerdings hatte sie einen Lehrer, der es vermochte, ihr die Lehren der Zwei in den schillerndsten Farben auszumalen, und Aelis zeigte sofort glühende Begeisterung dafür. Man erkannte, dass ihre Talente in anderen Dingen schlummerten, als man sie für gewöhnlich bei Frauen suchte. So zeigte sie Begabung für Reiten, Fechten und Schwertkampf, in welchen man sie zunächst eher lapidar unterrichtete, weil es die Figur erhielt, und weil man glaubte, die junge Frau würde sich bald anderem zuwenden. Dass sie, zusammen mit ihrer Begeisterung für den Glauben, eine gute Dienerin der Zwei sein würde, ergab sich erst einige Zeit später.

Aelis Konsitution ist mittelmäßig. Sie kann auf eine kurze Distanz (300m) schnell laufen, doch hält sie diese Geschwindigkeit nicht lange durch. Einem, der also ein flinker Ausdauerläufer ist, hätte sie wohl also kaum etwas entgegen zusetzen, sofern sie nicht auf einem Pferd sitzt. Ihre Geschicklichkeit ist da schon deutlich besser, beschränkt sich aber seit ihrem Unfall auf ihre Fähigkeiten die nicht mit dem Schwertkampf zu tun haben.

Sie besitzt gute Kenntnisse der Anatomie des menschlichen/elfischen Körpers. Sie weiß, welche Körperstellen man wie treffen muss, um einen tödlichen Streich zu erzielen, oder aber wie man einen Hieb versetzt, der zwar außer Gefecht setzt, aber nicht tötet. Sie besitzt Wissen um einige landestypische Gifte, wie man sie verwendet und darreicht. Ebenso wie sie in mehr oder weniger geheime Studien um Neskunvá eingeweiht ist, und alles darüber gelernt hat, was man in Arcanis heutzutage darüber weiß, ist sie bestens in der peinlichen Befragung (Folter) ausgebildet.

Die Arcanierin hat im Zuge ihrer Ausbildung zur Vollstreckerin die Handhabung mit einer Jagdarmbrust gelernt. Mit dem Schwert ist Aelis zwar auch geschickt, aber ihre in ihrer Ausbildung zugezogene Armverletzung erlaubt ihr den intensiven Schwertkampf nicht mehr. Ihr Kurzschwert dient nur mehr repräsentativen oder einschüchternten Zwecken. Möglicherweise könnte sie jemanden damit ‚eine drüberziehen‘, doch im Schwertkampf gegen einen geübten Kämpfer hätte sie keine Chance mehr. Ansonsten hat sie keine körperlichen Beeinträchtigungen.

Was Aelis ebenso nicht gelernt hat, bzw beherrscht, ist das Überleben in der freien Natur. Feuermachen mit Schlageisen und Zunder kann sie, was an sich schon eine beachtliche Fähigkeit ist, jedoch kann sie nicht jagen, kennt die hiesigen heimischen Pflanzen (mit Ausnahme von den sehr bekannten Beeren oder Pilzen) nicht und könnte daher eher nicht giftige von ungiftigen Pflanzen unterscheiden, sofern diese nicht in ihrer Ausbildung aufgetaucht sind. Sollte sie jedoch einmal einen Auftrag erhalten, der sie außerhalb der Stadt führt, so könnte sie sich einen Knappen oder Ritter zur Seite stellen lassen, der in diesen Fertigkeiten unterrichtet wurde, von daher macht sie sich nicht wirklich etwas daraus, dass sie diesbezüglich keine Ahnung hat. Was Tiere betrifft, so ist sie den Umgang mit Pferden und Hunden gewöhnt, die sich auf adeligen Anwesen natürlich zahlreich tummeln. Für diese Gattungen kann sie auch das nötige Interesse aufbringen, und darüber hinaus interessiert sie sich natürlich für Falken, die bei Beizjagden der Familie eingesetzt werden, hat aber den aufwendigen Umgang mit diesen sensiblen Tieren nie wirklich gelernt.

Der Umgang mit Geld ist für Aelis eine Angelegenheit, die keine wirkliche Rolle für sie spielt. Ihre Familie hat es ja. Somit könnte man sagen, dass Aelis keinen wirklich bewussten Umgang mit Geld hegt. Sie hat es, sie gibt es aus, sie erhält neues, wenn sie sie es braucht.

Magie/Zauber:

Aelis besitzt keine magischen Kräfte, und als gute und gläubige Arcanierin verachtet sie diese auch dementsprechend.

Vergangenheit:

Aelis Idalia Amelya von Avalé wurde im Frühling des Jahres 1339 als drittes Kind auf dem Familienanwesen der Grafschaft Avalé geboren. Es war zu dieser Zeit eine Zeit der Unruhe zwischen Arcanis und Mérindar. Ihre Eltern, Graf Eradis Adrion von Avalé und Gräfin Adena Estella von Avalé, gaben ihrer ersten und auch einzigen Tochter den Zweitnamen Idalia, zu Ehren der göttlichen Schwester, neben dem Beinamen Amelya, jenen der Großmutter väterlicherseits. Aelis hat noch zwei ältere Brüder, Aduan Janus Eledran von Avalé und Ariston Kiran Tybald von Avalé.

Ihre Mutter erkrankte in Aelis‘ Wochenbett an einer schweren Infektion, von welcher sie sich erst nach einigen Monden wieder gänzlich erholte und zur Folge hatte, dass die Gräfin keine weiteren Kinder mehr empfangen konnte. Trotzdem es zwei gesunde Stammhalter gab, wurde dadurch, wenn auch eher subtil und verborgen, das Verhältnis ihrer Eltern, beziehungsweise ihres Vaters zu Aelis nachhaltig gestört. Das gräfliche Paar hatte für weiblichen Nachwuchs ohnehin wenig übrig, da es für eine adelige Familie mehr Vorteile hatte, Söhne zu haben, diese zu verheiraten und mit Mitgift die eigene Familie zu stärken. Auch wenn es durchaus normal und üblich war, dass adelige Kinder von Ammen und Kinderfrauen aufgezogen wurden, so hatte Aelis zu ihren Ammen und Kinderfrauen ein deutlich besseres Verhältnis als zu ihren leiblichen Eltern. Natürlich bemerkte Aelis, dass es Unterschiede gab zwischen ihren Brüdern und ihr, doch sie war es ohnehin nicht anders gewohnt und fand sich damit relativ schnell ab, wobei sie stets versuchte, ihren Brüdern in Nichts nachzustehen, ihnen nachzueifern, und in allen Dingen besser oder zumindest gleichgestellt zu sein.

Nichtsdestotrotz fehlte es Aelis nie an etwas. Neben einer stattlichen Anzahl an Bediensteten die sich um ihr Wohl kümmerten, sorgten ihre Eltern stets für eine standesgemäße Garderobe und Erziehung. So hatte Aelis bis etwa zu ihrem zehnten Lebensjahr eine eher lockere und unbeschwerte Kindheit. Die Sommer verbrachte sie zusammen mit ihrer Familie auf dem Landsitz unweit von Tarrunath, was für das junge Mädchen jedes Jahr ein Erlebnis war. Mit dem Knappen ihres Onkels, Darion Arrun Malistaer verstand sie sich in Kindertagen recht gut, und die beiden verband Freundschaft miteinander. Aelis lernte nun Lesen, Schreiben, Rechnen, und wurde im Reiten, in Hofetikette, Tänzen, Nähen und Sticken unterrichtet. Bis auf Lesen und Schreiben, sowie Reiten konnte Aelis kaum Begeisterung für diese für sie nutzlosen Fertigkeiten aufbringen. Sie mochte Tanzen nicht, komplizierte Rechenaufgaben zählten nicht zu ihren Stärken, und Nähen und Sticken waren ihrer Meinung nach Tätigkeiten für Hofdamen oder Schneiderinnen, jedoch nicht für sie. Außerdem war Aelis in diesen Dingen auch nicht besonders talentiert. Doch Aelis konnte dafür umso mehr Begeisterung für jene Lehrstunden aufbringen, die die Geschichte von Arcanis oder die Lehren der Zwei behandelten. Ihre Eltern, welche die zähen Fortschritte in den schönen Künsten missbilligten, waren aber zumindest in diesem Punkt doch ein wenig stolz auf Aelis, die mit diesen Interessen von ihren drei Kindern am meisten hervorstach, und sie beschlossen, das Mädchen in diesen Dingen mehr zu fördern und zu unterstützen, was ein wenig Druck von den Schultern der jungen Frau nahm.

So begann Aelis mit etwa vierzehn Jahren, die Lehren der Zwei intensiver zu studieren. Die von den Eltern fehlende Bestätigung erhielt sie von ihren Lehrern, und wenn sie Zeit hatte, sah sie ihren Brüdern zu, die Unterricht im Schwertkampf erhielten. Wann immer es sich ergab, bat sie ihre Brüder, ihr Schwertübungen zu zeigen. Erstaunlicherweise stellte sich Aelis bei Schwertübungen geschickter und begeisterter an als bei fraulichen Tätigkeiten, und da es den Brüdern ebenso Spaß bereitete, übten sie mit ihrer Schwester, manchmal heimlich, manchmal öffentlich. In der Familie gab es noch ihren Onkel, Acardo Elhan von Avalé, zu welchem Aelis ein recht gutes Verhältnis hatte, und ihn fast wie eine Vaterfigur ansah. Er war das genaue Gegenteil von Aelis Vater, zu den seinen milde und freundlich, und ihn belustigte stets das außergewöhnliche Mädchen, das einerseits so still und angepasst war, doch in anderen Dingen, wie zum Beispiel Diskussionen über Religion und Glauben regelrecht zum Leben erwachte und mit guter und überlegter Argumentation auf sich aufmerksam machte. Acardo war Wahrheitsbringer, und Aelis saß, wann immer es ihr möglich war, des Abends bei Tisch an seiner Seite und lauschte gespannt den Geschichten und Begebenheiten, die er stets zu erzählen wusste.

Doch wurde es dieser Tage auch an der Zeit, dass es galt, einen passenden Gemahl für die junge Frau zu finden. Aelis war von diesem Plan ihrer Eltern, sie zu verheiraten und an einen anderen Hof zu schicken, alles andere als begeistert. Sie wusste, sie war keine vornehmliche Schönheit, um deren Hand die heiratsfähigen Männer buhlen würden und sie sah in ihren zukünftigen Lebensweg einen anderen, als eine Ehefrau, die Herrin eines Anwesens und Mutter einer Kinderschar zu werden. Sie wollte in die Fußstapfen ihres Onkels treten und ebenso ein Wahrheitsbringer werden. Sie bat und flehte ihre Eltern an, sie nicht an irgendeinen Grafen zu verschachern und zu verheiraten, sondern stellte sich zum ersten Mal gegen den Wunsch ihrer Eltern und ihrer Bestimmung, und erklärte, sie wolle ihr Leben voll und ganz in den Dienst der Geschwister stellen. Unterstützung erhielt sie dabei von ihrem Onkel, der ihr Potenzial erkannte, und mit seinem Bruder, Graf Eradis, eine ernste Unterhaltung unter vier Augen führte. Was immer er gesagt hatte, man weiß es nicht. Doch danach gaben ihre Eltern die Zustimmung, dass Aelis ihren Onkel nach Irukhan begleiten durfte, um dort unter seinen Fittichen eine militärische und religiöse Ausbildung zu beginnen.

Doch in Irukhan angekommen, entpuppte sich das Leben dort als deutlich schwieriger, als Aelis es sich vorgestellt hatte. Die Hauptstadt Irukhan war so groß, und selbst die Silberzitadelle war größer als das Anwesen in Avalé, wovon Aelis zunächst etwas eingeschüchtert wurde. Die Schule war hart, härter und unbeugsamer als der Unterricht zuhause, so dass Aelis erst einmal auf den Boden der Realität geholt wurde. Nun war sie mehr auf sich alleine gestellt, und hatte natürlich keine Bediensteten mehr. Das erste, das sie erfahren musste war, dass eine Frau unter keinen Umständen ein Wahrheitsbringer werden konnte. Dieser Rang war den besten unter den edelsten Männern vorbehalten, und nur, wenn sie bereit war, alles und noch viel mehr zu geben, dann vielleicht würde sie es eines Tages zu einer Vollstreckerin bringen. Von diesem Bewusstsein angestachelt, und von dem Wunsch getrieben, zu beweisen, dass auch eine Frau im arcanischen Militär ihren Platz finden könnte, nahm sich Aelis vor, dieses Ziel zu erreichen, und es zu einer Vollstreckerin zu bringen. Zunächst, als Rekrut, musste sie ihre feine, adelige Kleidung ablegen und erhielt stattdessen einfache, beinahe sackartige Bauernkleidung, als Lektion, dass nicht Wohlstand und Äußerlichkeiten einen guten Diener der Zwei machten, sondern Demut, Bescheidenheit, Wissen und vor allem körperliche Ertüchtigung. Aus langen Tagen, voll vom Studium der Lehren der Geschwister, Schwertkampf, aber auch Verteidigung ohne Waffen, wurden lange Wochen, lange Monde, bis ein Jahr schließlich vergangen war. In dieser ersten harten Zeit plagten Aelis ob der körperlichen aber auch geistigen Anstrengung heimliche Zweifel, ob sie den richtigen Weg beschritten hatte. Sie musste sich als Frau doppelt und dreifach anstrengen, um mit den beinahe zur männlichen Mitstreiter mithalten zu können, und der Weg war steinig. Auch Freundschaften zu schließen war in diesr männlichen Hierarchie eher schwer, weswegen Aelis eher für sich alleine blieb. Aelis musste sich gegen Häme und Spott behaupten, und wurde am Anfang so gar nicht ernstgenommen. Vielfach musste sie sich anhören, dass ihr Platz nicht hier unter Männern sei, sondern sie in einem Tempel, Zuhause oder als Ehefrau besser aufgehoben wäre.

Das erste Jahr war nicht einfach für die junge Frau, und oftmals überlegte sie im Stillen, ob die Kritik nicht berechtigt sei. Aber sie wollte nicht einfach so klein beigeben, da sie so ihren Spöttern Recht gegeben hätte. Doch als zwei Jahre vergangen waren, wurde die Zähheit der jungen Frau, die mittlerweile sechzehn Jahre alt war, belohnt, und sie wurde in den Rang eines Unteroffiziers gehoben. Aelis empfand viel Stolz bei dieser Auszeichnung und sie spürte, dass sie am richtigen Weg war. Die einfache Kleidung verschwand und wurde durch eine schlichte militärische Kleidung ersetzt, die sie schon rein äußerlich von den meisten Soldaten unterschied. Auch verstummten viele spöttische Stimmen nach dieser Beförderung. Die Unruhen zwischen Arcanis und Mérindar erreichten ihren Höhepunkt und gipfelten in einem Krieg um die mérindarische Festung Candobar. Aelis erhielt neben anderen Soldaten die Gelegenheit, in dieser Schlacht mitzuwirken, wenn auch nicht im Kampf. Aelis, die als Unteroffizier eine kleine Gruppe anführte, konnte mit verdecktem Auskundschaften beim Feind Informationen sammeln, die zu einer entscheidenden Wendung in der Schlacht führte. Nach zwei Jahren herrschte Waffenstillstand um Candobar und für Aelis folgte die nächste Beförderung.

Sie wurde nun in den Rang eines Offizieranwärters erhoben, und damit begann nun Aelis‘ ‚richtige‘ Ausbildung. Sie war nun achtzehn Jahre alt, und nun änderte sich die Ausbildung. Sie erfolgte nun nicht mehr mit so viel Drill und Härte wie die vergangenen Jahre. Der Schwerpunkt verlagerte sich nun auf den religiösen Schwerpunkt. Doch auch Schwertkampf und Fechten stand noch auf dem Tagesprogramm. Jedoch deutlich anders als sie es in Avalé getan hatte. Hier lernte sie, wie man 'richtig' und hart Schwertkampf lernte. Die junge Frau musste viele Rückschläge, blaue Flecken, schmerzende Arme und Schwielen an den Händen wegstecken, was sie mitunter sehr erschöpfte. Doch Aelis lernte hier auch viel von ihrem Onkel, mit dem sie nun mehr Zeit verbringen konnte. Über den Sommer war es ihr auch gestattet und freigestellt, nach Hause zu fahren. Doch Aelis bevorzugte es, in Irukhan zu bleiben, da sich eine lange Hin- und Rückreise nicht gelohnt hätte. Die junge Frau bekam durch ihren einflussreichen Onkel viele Einladungen zu Empfängen, Festen und Bällen, von welchen es im Sommer reichlich gab. In diesem Sommer lernte Aelis auf einem Fest einen jungen arcanischen Grafen, Derec, kennen. Er schien im Glauben sehr fest zu sein, und beeindruckte sie mit anregenden Gesprächen. Außerdem sah er hinreißend gut aus und stammte aus gutem Hause. Die beiden freundeten sich miteinander an, und es dauerte nicht lange, bis aus dieser Freundschaft mehr wurde und die beiden ein heimliches Verhältnis miteinander begannen. Heimlich deshalb, weil Aelis mit sich selbst im Zwiespalt war. Einerseits hatte sie sich in den Dienst der Zwei verschrieben, und fand, dass da für eine ernsthafte Beziehung kein Platz sei, dann war da noch die Angelegenheit mit ihrem Ruf, welchen sie tadellos halten wollte, aber andererseits fühlte sie sich zu Derec auf beinahe magische Art und Weise hingezogen, so dass sie bald schwach wurde und in seine Arme sank. Doch kaum, da der Sommer vorbei war, hatte Derec an Aelis bereits das Interesse verloren. Für ihn war es nur Kurzweil gewesen, nichts ernsthaftes, und so ließ er sie fallen. Aelis hingegen hatte sich in den jungen Flegel verliebt, und nur ein Wort von ihm hätte genügt, und sie hätte das arcanische Militär hinter sich gelassen. Als er sie verließ, fiel Aelis aus allen Wolken. Sie zog sich in sich zurück, tief verletzt und in Trauer. Doch ihr Dienst begann nun wieder und so stürzte sie sich wieder in ihre Studien um sich abzulenken. Mit den richtigen Schriften ausgelegt, sah Aelis diese Affäre nun im Nachhinein wie eine Prüfung durch die Geschwister, wie stark sie im Glauben war. Aelis hatte nicht vergessen, wie wankelmütig sie im Sommer gewesen war, und begann eine Zeitlang zu fasten und Buße zu tun, um für sich selbst Vergebung zu erlangen. In dieser Zeit, in welcher ihr Herz und ihr Kopf mit anderen Gedanken beschäftigt war, verletzte sie sich bei ihren Übungen durch eine Unaufmerksamkeit im Schwertkampf am Arm. Ihr Handbeuger wurde schwer verletzt und Aelis musste einige Wochen pausieren um wieder völlig zu genesen. Den Schwertkampf konnte sie danach nicht mehr so gut ausführen, wie zuvor, daher konzentrierte sie sich zukünftig mehr auf die Übungen mit einer kleinen Jagdarmbrust, die weniger körperliche Anstrengung erfordern, aber nicht minder effektiv sind. Aelis stellte fest, dass die Jagdarmbrust ein praktische Waffe war. Sie erforderte deutlich weniger Kraftaufwand, dafür aber genaues Zielen, was man durch viel Übung erlernen konnte. Und das tat sie.

Als Aelis einundzwanzig war, wurde sie zum Offizier ernannt. Wenige Wochen danach erhielt sie durch einen Kurier einen Brief von ihren Eltern nebst einem Geschenk, ein schlichtes, aber meisterlich geschmiedetes Kurzschwert. In diesen Tagen empfand Aelis Heimweh. Die letzten Jahre hatte sie sich kaum mit ihrer Familie auseinandergesetzt, doch nach diesem Brief, in welchem ihre Eltern ihr höchstpersönlich ihre Glückwünsche übersandten, gedachte Aelis ihrer nun doch. Außerdem war sie nun älter geworden, hatte mehr Einblicke in die Hierarchien und Strukturen erhalten und verstand zu einem gewissen Maß, warum ihre Eltern waren, wie sie waren. Viel mehr jedoch vermisste sie ihre Amme und ihre Brüder. Doch nun, da sie zu einem Offizier aufgestiegen war, nahm ihre Ausbildung zur Vollstreckerin nun richtige Züge an, was auch im privaten Bereich Änderungen mit sich brachte. Man nahm die junge Frau allmählich ernst, man bewunderte sie gewisser Maßen, man wollte ihre Freundschaft und sie erhiel auch die eine oder andere Einladung, die sie meist annahm, sei es aus ernstgemeinten Interesse, oder Höflichkeit. In ihrer Freizeit betrieb sie gerne noch das Reiten, oder unternahm einfach nur einen Spaziergang durch die Stadt, und genoss dieses Leben, das sich nun langsam nach ihren Vorstellungen formte, in durchaus vollen Zügen. Sie erhielt nun Zugang zu den Laboratorien, lernte die Anatomie des menschlichen Körpers und was nach Lehre der Arcanier diesen von jenem der Elfen unterschied, wie man Gifte benutzte und sie erfuhr von einem in Arcanis relativ neuen Elixiers, welches seine Ursprünge in den Wilden Landen, sowie Córalay und Cathrad hatte, und welches in Arcanis an elfischen Strafgefangenen mit magischen Kräften, aber auch an Naturmagien getestet wurde. Mit Sál Andéyoa, oder auch Neskunvá genannt, war es möglich, magische Fähigkeiten zu unterdrücken. Aelis fand diese Versuche faszinierend, und so fiel es ihr nicht schwer, Derec zu vergessen und sich wieder voll und ganz und mit freiem Herzen den Studien zu widmen. Zwei Jahre später, als sie ihre nächste Prüfung erfolgreich abgelegt hatte, folgte nun die letzte Stufe ihrer Ausbildung. Nun gut geschult in der Anatomie und den Hilfmittels aus Laboratorien war sie nun bereit, sich ihrer letzten Ausbildung zu widmen. Jene der Befragung und Rhetorik, dem Sammeln und Festhalten von Beweisen und Beweismitteln, wie man mit Ketzern zu verfahren hat, und auch jene der Foltermethoden und der Hinrichtung. Aelis war ehrlich überrascht, welche und wieviele Foltermethoden es gab. Daran erkannte sie, wie unendlich der grausame Erfindergeist des Menschen sein konnte. Die gängigsten Methoden waren wohl die Daumenschrauben, die Dunkelkammer, und die Streckbank. Mit Verstümmeln hatte Aelis die meisten Schwierigkeiten. Es fiel ihr immer deutlich leichter, an Schrauben oder Hebeln zu drehen, als Glieder abzutrennen, ob das nun nur einzelne Finger, Zehen, oder andere waren, die hier an dieser Stelle nicht erwähnt werden wollen. Anfangs verspürte Aelis sicher Entsetzen oder Übelkeit, manchmal wurde sie auch von schlechten Träumen geplagt, öfters meldete sich ihr Gewissen, welches dies in Frage stellte. Aber es geschah im Namen des Glaubens, viele hatten es nach Ansicht der Lehren der Geschwister nicht anders verdient, außerdem war es eine todsichere Methode, um Geständnisse zu entlocken und früher oder später stumpft jeder Mensch bis zu einer gewissen Weise ab.

Nach einem Jahr, als Aelis zweiundzwanzig war, erfolgte nach der Theorie nun auch die Praxis. Sie wurde mit einem Wahrheitsbringer aus der Eisenzitadelle auf die Straße geschickt, um nun anschaulich aus der Praxis zu lernen. Ketzer oder vermeintlich Gläubige gab es schließlich immer wieder. Aelis konnte bei diesen ‚Übungen‘ durch einen klugen Kopf, durch Unerbittlichkeit und religiöser Unbeirrbarkeit überzeugen. Nach zwei Jahren der Ausbildung mit Wahrheitsbringern auf der Straße, in den Folterkammern der Verließen, dem Aufspüren von Ketzern erfolgte nun Aelis‘ letztes Ausbildungsjahr. In diesem Jahr sollte sie drei Aufträge erfüllen, wofür sie insgesamt dieses eine Jahr Zeit hatte. Dies beinhaltete nach erfolgter Nennung der Verdächtigen das Aufspüren, die Befragung, zur Not mit Folter oder Waffengewalt, bis zuletzt zur verdienten Strafe die ohnehin meist in einer Exekution oder Hinrichtung endete. Aelis sah sich auch hier einer göttlichen Prüfung unterzogen, ob sie stark im Glauben sei, denn bei zwei der Verdächtigen handelte es sich um junge Menschen, fast Kinder, denen man ihre ketzerischen Reden auch als jugendlichem Leichtsinn, Unfug oder Unwissenheit abtun könnte, der dritte war ein alter, arcanischer Kriegsveteran, der in vielen Schlachten mitgekämpft hatte, doch aufgrund des Leids welches ihm widerfahren war und welches er anderen zugefügt hatte, in seinem Glauben erschüttert wurde, und auch auf öffentlichen Plätzen in Form von Reden damit nicht hinter dem Berg hielt, und der arcanischen Obrigkeit somit ein Dorn im Auge war. Doch Aelis, gut geschult und fest im Glauben, nahm die Aufträge selbstverständlich Ernst und begann mit ihren Observationen, sie hielt alle Beobachtungen schriftlich und dokumentarisch fest, bis sie genug Beweise gesammelt hatte, dass es für Festnahmen reichte. Danach folgten die Befragungen, auch unter Zuhilfenahme von peinlicher Befragung und schließlich die Hinrichtungen, die Aelis selbst durchführen musste. Nach der erfolgreichen Erfüllung dieser Prüfung wurde Aelis Idalia Amelya von Avalé im Alter von fünfundzwanzig Jahren feierlich zu einer arcanischen Vollstreckerin erhoben. Sie hatte ihr Ziel erreicht. Zur erfolgreichen Ausbildung, welche die gesamte Familie mit Stolz erfüllte, erhielt sie von ihrem Onkel Arcado ihren prunkvollen und kostbaren Ledergürtel, den sie heute noch mit Stolz trägt. Sie arbeitet dieser Tage an verschiedenen Orten in Arcanis, meistens in der Hauptstadt Irukhan, ihre Aufträge führen sie aber auch in andere arcanische Städte, und ihr Name ist im ganzen Land mit Ehrfurcht oder auch Furcht, bekannt.

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