Profil von Learcan

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Glücksritter
Avatar: Lorwen

Profil

Benutzername:
Learcan
Gruppen:

Charakter

Name:
Learcan
Alter:
32
Rasse:
Raéyun
Aufenthaltsort:
Córalay & Cathrad
Waffen:
Schwert und Messer

Steckbrief

Hauptaccount:Learcan

Name:Learcan
Alter:32
Rasse:Raéyun

Aussehen
Er ist 183 cm groß und von athletischem Körperbau. Sein Gang ist aufrecht und seine Bewegungen geschmeidig. Learcan hat sehr ebenmäßige Gesichtszüge, eine schmale Nase, ausdrucksstarke Augen unter leicht buschigen Brauen, volle Lippen und ein Grübchen am Kinn. Er hat helle Haut und tiefdunkelbraune Haare, die er nie ganz unter Kontrolle hat, so dass seine Frisur oft wirkt, als wäre er gerade aus dem Bett gestiegen. Seine Augen sind blaugrau, wirken aber nicht kalt, da sie von kleinen Lachfältchen umrahmt werden. Meist trägt er einen Dreitagebart, rasiert sich aber regelmäßig. Learcan spricht (und singt ab und zu) mit einer warmen, angenehm tiefen Stimme. Er hat eine lange Narbe am linken Oberarm und eine kleine, kaum sichtbare neben dem rechten Auge. Letztere von einer Schlägerei, die lange Narbe am Arm von einem Zusammenstoß mit einem Ast. Er erzählt aber gerne, dass sie von einem Schwertkampf stammt. Learcan wirkt auf den ersten Blick nicht unfreundlich.
Er kleidet sich schlicht, bevorzugt aber gute und haltbare Materialien, denn nur diese sind am Ende ihr Geld wirklich wert und Learcan hasst es, sich neue Sachen kaufen zu müssen, nur weil etwas von seinem Zeug auseinanderzufallen droht. Nachdem er einmal zwei Wochen mit quasi nur einem Schuh unterwegs war, legt er immer sehr viel Wert auf gutes Schuhwerk. Außer normaler Kleidung, wie einem hellen Hemd aus gebleichtem Leinen, einer Hose aus Leder (braun), einem Wams aus Wolle (ebenfalls braun) und schwarzen Lederstiefeln besitzt er einen braunen Kapuzenmantel aus gewachster Wolle, der ihn vor der Witterung und mitunter vor neugierigen Blicken schützt. Die richtige Kleidung ist auf Reisen ein wichtiger Faktor. Darum lohnt es sich für Learcan, seine Sachen in Ordnung zu halten. Learcan verdient zwischendurch mit seinem Flötenspiel, durch Glücksspiel und ab und zu durch harte körperliche Arbeit (wenn sich ein Gelegenheitsjob bei einem Bauern, in einem Hafen oder ähnlichem ergibt) genug Geld, um sich entsprechend einzukleiden. Außerdem gab ihm sein Schwiegervater etwas Geld (mehr dazu unter Vergangenheit). Natürlich ist manches abgetragen und sieht nicht immer brandneu aus. Er besitzt aber ein neues weißes Leinenhemd, das er für besondere Ereignisse schont und das noch so gut wie nie aus den Tiefen seines Rucksackes herausgekommen ist.
Learcan trägt ein Schwert auf dem Rücken und besitzt einen Rucksack, in dem seine Habseligkeiten verstaut sind. Dazu gehören Dinge des täglichen Gebrauchs wie Zunderbüchse, Wasserschlauch, ein Stück Seil, ein kleiner Topf, Seife, Rasiermesser, wenige Wäschestücke, mal mehr, mal weniger Proviant und wechselnde Kleinigkeiten. Was man eben so braucht, um in der Wildnis zu überleben (und dabei noch so auszusehen wie auf dem Avatar und einigermaßen annehmbar zu riechen…). Ein Jahr lang trug er das Haarband seiner Frau mit sich herum, warf es in einer dunklen Stunde aber ins Feuer.
Seine Wertsachen, wie z.B. seine Geldbörse, trägt er dicht am Körper und ein paar Münzen sind für alle Fälle im Saum seines Umhangs vernäht. Zu seinem Inventar gehört außerdem eine Flöte, auf der er die wundersamsten Weisen spielen kann. Er trägt dieselbe Halskette wie sein Bruder und ein Lederband um das rechte Handgelenk.


Waffen
Learcan besitzt ein sehr scharfes, schmales Schwert, das er einem Südländer beim Kartenspiel abgenommen hat und mit dem er hervorragend umgehen kann. Es ist ein anderthalbhändiges Schwert, ähnlich einem japanischen Katana, beidseitig geschliffen und nicht gebogen. Es ist aus mehrfach gefaltetem Stahl und zwei verschiedenen Strahlarten gefertigt. Es ist ca. 1m lang, schmal und wiegt ca. 1000g. Der Griff ist kunstvoll mit Schlangenleder umwickelt. Learcan trägt es in einer Schwertscheide aus lackiertem Holz auf dem Rücken. Natürlich gab es Probleme, denn der Vorbesitzer wollte sich nicht ganz freiwillig davon trennen. Zum Glück hatte dieser aber dem Alkohol schon gut zugesprochen und Learcan war nicht allein. Dank Dylans Hilfe und weil sich die Brüder recht schnell aus dem Staub machen können, wenn es drauf ankommt, nahm alles ein gutes Ende.
Außerdem trägt er ein Messer am Gürtel, das jedoch meist für die alltäglichen Dinge des Lebens benutzt wird und nur selten zur Verteidigung.
Einst hatte er auch einen Bogen, der irgendwann zerbrach. Er ist stets auf der Suche nach einem Ersatz hierfür.


Charakter
Wer die beiden Brüder besser kennt, wird Learcan für den ruhigeren Teil des Geschwistergespanns halten. Er ist besonnener und nicht so impulsiv. Was aber nicht bedeutet, dass man ihn nicht aus der Ruhe bringen kann. Es dauert nur vielleicht etwas länger als bei Dylan. Schnell in Rage gerät er aber, wenn jemand bei ihm einen wunden Punkt trifft. Meistens wenn es um die geht, die ihm etwas bedeuten. Learcan könnte niemals ruhig daneben stehen, wenn sein Bruder angriffen würde. Oder wenn die Ungerechtigkeit so groß ist, dass er einfach einschreiten muss. Er lässt sich aber nicht sinnlos provozieren. Vieles prallt einfach an ihm ab.
Im Grunde seines Herzens ist Learcan ein guter Mensch, verantwortungsbewusst, optimistisch, humorvoll, meist friedlich gesinnt und auf seine Art ehrlich, auch wenn er den Begriff Ehrlichkeit mitunter sehr weit ausdehnt, wenn es seinen Zwecken dienlich ist. Er bedient sich mitunter Notlügen oder –was noch eher seinem Naturell entspricht- er sagt einfach gar nichts in Situationen, in denen es nötig wäre zu sprechen. Learcan kann aber auch bewusst täuschen und sogar betrügen, wenn er es für angebracht hält (meist beim Kartenspiel). So etwas tut er selber für sich als Kavaliersdelikt ab und hat damit moralisch kein Problem. Vor allem, wenn er der Meinung ist, dass derjenige, den er belügt oder betrügt, es nicht besser verdient hat. Aber dies alles sind Ausnahmen. Ehrlichkeit hat generell einen recht hohen Stellenwert in Learcans Wertesystem.
Das Leben hat Learcan bereits geprägt (s. Lebenslauf). Er ist nicht mehr so leichtsinnig und übermütig, wie er dies noch vor 10 Jahren war. Außerdem ist er vorsichtiger geworden und hält seine wahren Gefühle eher unter Verschluss, wahrscheinlich, um nicht verletzt zu werden.
Learcan kann mitunter recht egoistisch sein, frei nach dem Motto: „Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht“. Leuten gegenüber, die ihm etwas bedeuten, ist er allerdings sehr loyal. Für Menschen, die er liebt, würde er sein Leben riskieren. Überhaupt ist er nicht feige und versteckt sich nicht, wenn es Schwierigkeiten gibt. In Konfliktsituationen versucht er eher zu schlichten als sie weiter anzustacheln und obwohl er willensstark ist, lässt er sich von guten Argumenten oft überzeugen.
Learcan sieht die Welt realistisch und versucht, nicht zu weit in die Zukunft zu blicken. Denn man weiß ja nie, was als nächstes passiert.
Götter spielen in seinem Leben keine Rolle, höchsten wenn er vor sich hinflucht. Wie alle Raéyan fühlt er sich der Natur und den Naturgeistern sehr nah.
Learcan ist interessiert an Neuem. Besonders Bücher haben es ihm angetan. Das ist seine geheime Leidenschaft. Seit er lesen und schreiben kann, ist er völlig fasziniert von Büchern. Leider hat er so gut wie keine Gelegenheit, dies auszuleben, denn Bücher sind teuer und unterwegs zu schwer. Da er wenig Übung hat, dauert das Lesen außerdem länger als bei Leuten, die tagtäglich mit Schriften zu tun haben. Aber sein Traum ist es, eines Tages gleich mehrere Bücher zu besitzen und sie zu studieren.
Die Jahre, in denen er allein unterwegs war, haben ihm etwas von der fröhlichen Spontanität genommen, die er vorher besaß. Manchmal erscheint er wortkarg und introvertiert. Wenn er schlecht gelaunt ist, kann er einen recht muffeligen und abweisenden Eindruck machen. Außerdem ist er hin und wieder gerne für sich. Aber er liebt auch die Gesellschaft anderer und lernt gerne neue Leute kennen. Manchmal geht ihm sein Bruder mit seiner Art auf die Nerven und dann ist Learcan froh, andere Gesichter zu sehen. Neuen Bekanntschaften gegenüber ist er deshalb grundsätzlich aufgeschlossen. Sein Selbstbewusstsein ist recht ausgeprägt, was dazu führen kann, dass er vielleicht überheblich wirkt oder es tatsächlich auch ist. Außerdem ist er ungeduldig und hat ein sehr schlechtes Namensgedächtnis. Ordnungsliebe liegt ihm auch nicht besonders, wobei er es ansich gerne ordentlich hat. Er hasst es nur, selber aufzuräumen.
Das Weltgeschehen interessiert ihn soweit, wie es ihn selber betrifft. Länder und Herrscher samt deren Interessen sind ihm egal. Insofern wäre er eigentlich der perfekte Söldner.


Fähigkeiten
Learcan ist gut an das Leben in der Natur angepasst. Dort kennt er sich aus. Er ist körperlich fit und ausdauernd beim Laufen, versteht sich auf Fährtensuche und kann auch unter widrigen Voraussetzungen (z.B. im Winter) überleben. Alle Fähigkeiten, die das Überleben in der Wildnis sichen, beherrscht Learcan, denn sie wurden ihm von klein auf beigebracht. Die Kinder, die im Tross des fahrenden Volkes mitfuhren, wurden nicht geschont. Sie durften nicht den ganzen Tag spielen, sondern mussten schon früh mit anpacken, sobald sie laufen konnten. So lernte er früh, Feuerholz zu sammeln, Feuer zu machen, welche Pflanzen genießbar und welche giftig waren und wo es Wasser oder Nahrung zu finden gab. Schon im zarten Alter von 3 Jahren hatte er sein erstes Holzschwert in der Hand und als er 12 war, durfte er die Männer zum ersten Mal auf die Jagd begleiten. Da die Gruppe –besonders im Winter- oft auf engem Raum zusammengepfercht war, bekam er zwangsläufig vieles mit, ohne dass es ihm explizit beigebracht werden musste. Von den alten Weibern lernte er Nähen, seine aufgeschrammten Knie und kleineren Verletzungen wurden immer mit den gleichen Kräutern behandelt und weil Learcan ein aufgeweckter Junge war, schaute er sich vieles ab und das Wissen blieb hängen.
Wobei es da Abstufungen in seinen Fähigkeiten gibt. Er kämpft besser als er näht oder kocht. Beim Bogenschießen reicht es zur Jagd, wobei das nicht immer heißen muss, dass die Jagd erfolgreich verläuft. Aber da er 20 Jahre lang regelmäßig mit einem Bogen auf die Jagd ging, brachte das eine gewisse Übung mit sich. Da er sich mit seinem Lehrmeister und später seinem Bruder öfter im Kampf mit Schwert und Messern übte, beherrscht er diese Fertigkeit weitaus besser. Der Schwertkampf war von Beginn an das, was er am liebsten in seiner knappen Freizeit übte und er nutzte fast jede freie Minute, um es zu perfektionieren.
Für Handwerkliche Dinge besitzt er oft nicht die nötige Geduld, erledigt sie aber meist zufriedenstellend.
Obwohl ihm die Musik im Blut liegt, tanzt er ungern, was dann auch entsprechend aussieht und natürlich gibt es viele weitere Bereiche, in denen er nicht perfekt ist oder die er gar nicht beherrscht (vom Topflappenhäkeln bis zum Schwimmen). Er liest und schreibt nicht so flüssig wie er es gerne hätte. Das ärgert ihn am meisten.
Wie alle Raéyun hat Learcan die Begabung, Gefühle und Stimmungen in den Augen anderer zu lesen. Früher hat er dies öfter ausgenutzt, besonders wenn es um Frauen ging. Heute ist er zurückhaltender und wendet sogar den Blick oft bewusst ab, um nicht zu viel zu erfahren.
Mit seinem Flötenspiel vermag Learcan seine Zuhörer zu verzaubern. Dies ist kein echter Zauber, aber sein Können auf diesem Gebiet ist groß genug, um beim Zuhörer Gefühle zu wecken oder eine Gänsehaut zu erzeugen. Das Musizieren ist für ihn nicht nur eine Einnahmequelle. Learcan genießt das Flötenspiel, denn hier lässt er seinen Emotionen freien Lauf. An dem, was er spielt, ist oft erkennbar, wie er sich gerade fühlt. Learcan singt auch gut, überlässt dies aber gerne seinem Bruder. Früher spielte er die Harfe und sang dazu. Er erreichte aber nie Dylans Niveau auf diesem Gebiet. Außerdem sang und musizierte er einst für seine Frau und nach deren Tod singt er so gut wie nicht mehr, weil dann schmerzliche Erinnerungen an frühere Zeiten zurückkehren.
Das Becircen von Frauen hat er noch nicht völlig aus seinem Fähigkeitenkatalog gestrichen. Schnelle Eroberungen reizen ihn aber nicht mehr, seit er die Liebe seines Lebens verlor. Oder was er dafür hielt. Man weiß ja nie, was noch kommt....
Wenn Learcan als Musikant aufspielt, verdient er gerade genug für die nächste Mahlzeit. Falls er gut drauf ist und nicht nur düstere Lieder spielt. Wesentlich besser läuft es, wenn er mit seinem Bruder zusammen musiziert. Seine Haupteinnahmequelle sind jedoch Gelegenheitsarbeiten, die ihn manchmal Tage oder Wochen an einen Ort binden. Im Sommer ist es oft Feldarbeit. Oder er hilft in einem Hafen, die Schiffe zu beladen oder die Ladung zu löschen. Jemand, der gesund und kräftig ist und sich nicht dumm anstellt, findet relativ leicht eine Stelle. Im Winter ist ein Musikant ein gern gesehener Gast auf größeren Höfen oder Gütern, um für Abwechslung an nie enden wollenden trüben Wintertagen zu sorgen. Dann arbeitet er meist für Kost und Logis.
Wenn Learcan Glück hat, findet er jemanden, dem er mit simplen Fingerspielertricks ein paar Münzen aus der Tasche locken kann. Außerdem gibt es ein Würfelspiel, das dem Pokern sehr ähnlich ist und bei dem sich Learcan sehr geschickt anstellt.
Seine Notreserve, die er nie anrührt, sind ein paar Goldmünzen, die er von seinem Schwiegervater (einem wohlhabenden Kaufmann) zum Abschied bekam. Diese hat er teilweise in seiner Kleidung vernäht.
Natürlich kann er sich nicht um all seine Belange selber kümmern. Darum besucht er regelmäßig Dörfer und Städte, um sich mit Proviant einzudecken, einen Schuster aufzusuchen, Heilsalben zu kaufen u.ä.
Insgesamt kommt er also gut zurecht.


Magie/Zauber
Learcan verfügt über Naturmagie in Form von Beeinflussung. Dabei versteht er es, die Gedanken und Taten anderer zu lenken. Doch dies geschieht nicht auf die Art und Weise, wie dies zu erwarten wäre und wie es üblich ist. So wie die Natur selbst immer wieder neue Variationen und Anpassungen hervorbringt, haben sich auch Learcans magische Fähigkeiten ihren ganz eigenen Weg gesucht. Aufgewachsen mit einem Bruder, der die Macht hatte, Learcans Willen zu beeinflussen und weiter in seinen Geist vorzudringen als ihm lieb war, entwickelte Learcan mit den Jahren (teils von selbst, teils mit Hilfe der Schamanin/Naturmagierin, die das fahrende Volk begleitete)eine Art Abwehrmechanismus gegen diese Form der Beeinflussung. Er kann die Gedanken und Taten anderer zwar lenken, aber nur in eine einzige Richtung, nämlich von sich weg. So ist es kaum möglich, Learcans Gedanken und Gefühle zu erahnen oder seinen Geist zu beeinflussen. Learcan spürt den Versuch und lenkt die Gedanken in eine andere Richtung ab. Lenkung manifestierte sich so zu einer Art passiver Ablenkung. Das macht ihn für manch einen undurchsichtig und geheimnisvoll. Selbst Dylan weiß oft nicht, was in Learcan vorgeht. Andere Richtungen der Naturmagie beherrscht er nicht, ebenso wenig wie die Fähigkeit der Linderung. Dazu fehlt ihm die nötige Ausbildung.



Vergangenheit

Kindheit:
Learcan ist der Erstgeborene seiner Eltern, die stets mit allerlei fahrendem Volk unterwegs waren.
Die Gruppe gewährleiste eine gewisse Sicherheit und jeder einzelne brachte sich mit den Fähigkeiten ein, die er beherrschte. Auch die Kinder bildeten keine Ausnahme. Sie wurden schon früh zum Arbeiten herangezogen, mussten überall mit anpacken und lernten dadurch schnell, was wichtig war, um zu überleben.
Learcan hatte dennoch eine unbeschwerte und schöne Kindheit. Trotz mancher Entbehrung blieb genug Zeit, mit den anderen Kindern zu spielen. Die ganze Welt war sein Abenteuerspielplatz. Learcans Onkel Caorl, der die Gruppe anführte, beschäftigte sich viel mit dem Jungen, um ihm den Schwertkampf beizubringen und ihm so manchen Rat zu geben. Es gab Gerüchte, wonach Caorl in Wahrheit Learcans leiblicher Vater war, aber darüber wurde nur hinter vorgehaltener Hand geredet und das Gemurmel verstummte, sobald Learcan oder jemand aus seiner engeren Familie hinzukam. Jedenfalls entwickelte Learcan im Laufe der Zeit eine besondere Beziehung zu seinem Onkel, die besser war als die zu seinem Vater. Wahrscheinlich, weil er sich von Caorl besser verstanden fühlte, denn er war ihm vom Typ her sehr ähnlich, oder weil Caorl mehr Zeit für ihn hatte. Mit seiner Mutter verstand sich Learcan immer sehr gut, aber je älter Learcan wurde, desto öfter musste sie vermittelnd eingreifen zwischen Learcan und seinem Vater, denn das Verhältnis wurde mit den Jahren nicht besser und verschlechterte sich dramatisch, nachdem die Mutter starb. Der Vater begann immer mehr zu trinken und trieb seinen ältesten Sohn dadurch immer weiter von sich fort.

Als Learcan 10 Jahre alt war, wurde in einer Spätsommernacht, an dem ein Blutmond am Himmel stand, sein Bruder Dylan geboren. Trotz des Altersunterschiedes hatten die Brüder von Beginn an ein enges Verhältnis zueinander, wenn man von den üblichen Streitereien unter Brüdern einmal absieht. Der Tod der Mutter vier Jahre später schmiedete sie nur noch enger zusammen. Sicherlich hätten sie ständig zusammen gehockt, wären da nicht die jungen Mädchen gewesen, die es Learcan schon früh angetan hatten.


Sturm-und Drangzeit:
Das Leben konnte trotz aller Entbehrungen, die ein Leben auf Reisen mit sich brachte, für Learcan schöner kaum sein. Er war kein Kostverächter und weil er gut aussah und außer den richtigen Worten auch die richtigen Flötentöne traf, ergaben sich für ihn viele Gelegenheiten, das Leben (und die Frauen) in vollen Zügen zu genießen.
Dabei erwies es sich oft als praktisch, dass sie nach einiger Zeit weiterreisten. So ergaben sich keine Verpflichtungen. Das Vergnügen war meist flüchtig und unverbindlich. Es brachte allerdings auch kleinere Schattenseiten mit sich. Learcan war (hauptsächlich wegen seiner Frauengeschichten) in unzählige Schlägereien verwickelt und hätte einmal fast einen seiner Schneidezähne verloren. Die Narbe neben seinem rechten Auge ist ein Zeugnis aus dieser Zeit. Neben all den Fähigkeiten, die er weiterentwickelte und vertiefte, lernte Learcan in diesen Jahren auch viele interessante Leute kennen. Das fahrende Volk war nie eine konstante Gruppe. Immer wieder gesellten sich für kurze Zeit neue Mitglieder hinzu oder andere verließen die Gruppe. Das brachte immer wieder neue Erfahrungen mit sich. So lernte Learcan von einem Trickbetrüger ein paar Taschenspielertricks, er brauchte allerdings mehrere Jahre stetigen Übens, bis er sie erfolgreich anwenden konnte. Leider war dies auch die Zeit, in der sich sein Bruder immer mehr entfremdete. Dylan zog sich immer mehr zurück. Er teilte die Leidenschaften seines Bruders nicht. Nur wenn sie sich gemeinsam im Schwertkampf maßen, war es noch genau wie früher und sie waren sich so nah wie einst.


Die sesshafte Zeit:
Doch eines Tages (mit 25) traf er die Frau, die mehr in ihm zu entflammen vermochte als Leidenschaft: Luciana. Sie war die Tochter eines Kaufmanns aus Demera. Es war Liebe auf den ersten Blick. Ihr Vater war Tuchhändler und erst sehr reserviert Learcan gegenüber. Doch dann schloss er den jungen Mann in sein Herz und akzeptierte die Verbindung. Luciana zuliebe verließ Learcan seine Sippe, um mit ihr sesshaft zu werden. Schweren Herzens nahm er Abschied von seinem Bruder, wurde jedoch in der Familie seiner Frau mit offenen Armen willkommen geheißen. Das neue Leben in der Stadt und die Ehe bekamen ihm gut. Aber es war auch eine gewaltige Umstellung für den Raéyun. Er wohnte jetzt in einen Haus aus Stein und half im Geschäft seines Schwiegervaters, der sich redlich mühte, ihm eine Menge neue Dinge beizubringen, denn Luciana war seine einzige Tochter und der Händler hoffte, in seinem Schwiegersohn einen Nachfolger zu finden. Learcan jedoch haderte mit Dingen wie Buchführung und Stoffqualitäten. Er vermisste die Weite der Natur und das Herumreisen. Dennoch fügte er sich nach einiger Zeit ganz gut in sein neues Leben ein. Learcan und Luciana waren sehr glücklich miteinander und die junge Frau fragte nicht nach, wenn ihr Mann stundenlang verschwand, um irgendwo draußen Schwertübungen zu machen.

Ein Schicksalsschlag zerstörte das Glück jedoch schon im zweiten Jahr. Luciana starb, nachdem ihr erstes gemeinsames Kind tot geboren wurde. Ein Junge mit fast goldenen Augen, noch nicht genug entwickelt, um überleben zu können. Vom Schmerz überwältigt gab der Händler Learcan die Schuld am Tod seiner Tochter. Er sagte Dinge, die ihm hinterher leid taten, die aber nicht mehr zurückgenommen werden konnten. Obwohl es noch zu einer Aussprache kam und am Ende sogar etwas wie eine Versöhnung stattfand, blieb eine Distanz zwischen ihnen und Learcan beschloss, Demera zu verlassen und wieder auf Wanderschaft zu gehen. Für ihn gab es keinen Grund mehr zu bleiben. Um sein Gewissen zu erleichtern, gab ihm sein Schwiegervater ein paar Goldmünzen zum Abschied, die Learcan bisher nicht angerührt hat. Er bewahrt sie für Notfälle auf. Die Hälfte ließ er in Demera an einem sicheren Ort, die andere Hälfte nähte er in seine Kleidung ein.
Traurig und ohne Hoffnung machte er sich schließlich auf den Weg. Er ließ sich gehen und gab sich ganz seiner Trauer hin, trank zu viel und ging auch Streitigkeiten nicht aus dem weg. Man hatte den Eindruck als legte er es darauf an, sein Leben zu verlieren, an dem ihm in dieser Zeit nicht mehr viel lag. Es dauerte Wochen, bis er wieder zu sich zu fand und bereit war, positiv nach vorne zu schauen. Drei Jahre lang wanderte Learcan allein durch die Welt und die Zeit veränderte ihn. Er wurde in sich gekehrter und ruhiger, fasste aber neuen Mut. Regelmäßig suchte er wieder die Treffpunkte auf, an denen sich ihr Volk oft versammelte und traf dort auf Dylan. Anfangs waren sie sich etwas fremd, denn auch Dylan hatte sich mit den Jahren verändert. Eine Gasthausschlägerei, bei der Learcan seinem Bruder zur Seite stand, brachte sie aber schließlich wieder näher und sie beschlossen, fortan gemeinsam weiterzuziehen. Seitdem wandern sie zusammen, musizieren gemeinsam in Gasthäusern und ziehen von Ort zu Ort. Sie verstehen sich ohne viele Worte und wenn sie einmal genug voneinander haben, gehen sie auch eigene Wege. Aber nur für einige Tage. Spätestens wenn ein Mondlauf vorüber ist, führen sie ihren Weg wieder gemeinsam fort.




Restliches
wüsste ich derzeit nicht. Keine Tiere, keine besonderen Macken.

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