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Profil

Benutzername:
Azar
Gruppen:

Charakter

Name:
Azar
Alter:
22
Rasse:
Mensch
Heimat:
Naradesh
Aufenthaltsort:
Wüste
Waffen:
Hammer
Inventar:
Umhang, Hemd, Hose, Stiefel; Beutel mit drei Meisseln, Wetzstein & 13-Knotenschnur; Weidenrute und etwas Geld

Steckbrief

Hauptaccount: Qimmiq

Name: Azar
Alter: 22 Jahre
Rasse: Mensch (Wüstenbewohner)

Aussehen: 1,72 m groß, von hellbrauner Hautfarbe, mit nicht ganz schulterlangem glatten schwarzem Haar, das sein schmales Gesicht mit den vollen Lippen und dem leichten gepflegten Vollbart stets seicht umrahmt, und seinen schlanken aber kräftigen Gliedmaßen versehen, fiele Azar unter den Wüstenbewohnern kaum auf, wären da nicht seine Augen, die, dort wo die Iriden sich normalerweise fänden, wie ein dunkelblauer Nachthimmel voller funkelnder Sterne den Betrachtern entgegen blicken. Die Heiler erklärten sich das Phänomen damit, das dort wo sich die – in seinem Fall ungewöhnlich großen – Iriden seiner unbeweglichen Augen befinden müssten, das ansonsten durch diese sich dem Blick eines Betrachters entziehende Augeninnere zeigte. Die wie Sternenwirbel zuerst wirkenden Punkte, so die Heiler, seien indes nichts weiter als Trübungen im Augeninneren. Doch da Azar mit diesen seinen blinden Augen nichts zu sehen vermag, hält er seine Lieder meist geschlossen, womit er wiederum wunderbar in der Menge der ihn umgebenden Wüstenbewohner unterzutauchen weiß. Meist trägt Azar einen dunkelbraunen schweren Umhang aus feinem gefetteten Gazellenleder, der mit seinem seidenen, sowie mehrere Luftschlitze aufweisenden naturfarbenes Innenfutter ihn des Tags gut vor der heißen Wüstensonne schützt, ihm in den teilweise bitterkalten Nächten Wärme indes auch spendet und vor allen Dingen bei seinen bisherigen Arbeiten am Leitungssystem vor Tropf und Spritzwasser aus den Aquädukten schützte. Die Kleidung unter diesem teuren Umhang ist jedoch sehr viel schlichter gehalten. Neben einer aus grobem ungefärbten Leinen gefertigten Hose, deren Schnitt eher praktisch denn modisch ist und einem weißen Hanffaserhemd das in früheren Tagen in besseren Kreisen mit den ornamentalen Stickereien an Kragen und Ärmeln und der feinen Webart vermutlich Eindruck gemacht hatte, heute aber schmutzig und löchrig bloß noch ist, besitzt Azar noch einen einfachen Gürtel, der aus einer zweifach um den Leib gewundenen und dann verknoteten weißen Kordel besteht. Einzig die maßgeschneiderten metallverstärkten schweren Stiefel, welche mit ihren punzierten Rankenornamente genauso gut zu einer leichten Lederrüstung passen würden und gleichsam seine Arbeits-, wie Alltagsschuhe repräsentieren, deuten wiederum das zumindest zeitweise Vorhandenseins guten Geldes an. Der an dem einfachen Gürtel seiner Hose befestigte Beutel beinhaltet, nebst einer Dreizehnknotenschnur, schwere Handschuhe, ein Set von drei verschiedenen Meißeln und einem Wetzstein und hängt damit stets unter seinem Umhang schwer ihm an der Seite. An dem einfachen aber robusten Gürtel findet sich linkerhand ein kleiner aber hochwertiger Hammer aus den Schmieden der Bergelfen. Dessen flache Seite taugt zum Zerklopfen kleinerer Steine. Das spitz zulaufende Ende des kaum eine Elle messenden stählernen Werkzeugs dient dabei als kleines spitzhackenartiges Werkzeug. Aber es kann wohl auch als steigeisenhafte Kletterhilfe oder aber – bedarfsweise – durchaus auch als nicht zu unterschätzende Waffe wohl Verwendung finden. Meist hat Azar statt des Hammers aber vielmehr eine dünne, leichte und biegsame Weidenrute in seiner Linken, mit welcher er entspannt den Untergrund vor sich abzutasten vermag. Zuletzt mag auch noch Erwähnung finden, das an eben jenem linken Fußknöchel, den Zeit seines Lebens eine filigrane goldene Sklavenkette umspannte nun vielmehr eine silberne Kette zu finden ist auf deren Plakette nicht länger sein Status und seine Besitzzugehörigkeit geschrieben steht, denn vielmehr nun zu lesen ist: „Die heiligen Wasser sind eines freien Mannes Schutzgeist!“

Waffen: Azar kann von Berufs wegen gut mit schweren Hämmern fuhrwerken, was auch – oder gerade – vor einem ungestüm sich zu verteidigen suchenden Blinden, viele doch erst einmal zurückweichen lässt.

Charakter: Azar hat als das Kind einer Sklavin früh gelernt, sich zu fügen, sich zurück zu nehmen und das, den Wüstenbewohnern an sich zu eigen seiende, hitzige Temperament zu zügeln, wo es sich denn möglicherweise zu zeigen versuchte. Inzwischen ist ihm dieses Verhalten so in Fleisch und Blut übergegangen, dass es nicht mehr nur Fassade ist und er auch kaum noch anderweitig sich provoziert zeigt Trotz seines eigenen gesellschaftlichen Status, wurde er indes von Kindesbeinen an stets gut behandelt, weswegen er sich auch klaglos in die bestehende Gesellschaftsstruktur einfügte und selbst heute noch unbekümmert bestehende Herrschafts- und Sozialstrukturen hinnimmt. Insbesondere Jenen, die ihm gegenüber niemals falsch spielen und ihn trotz seines Status in Offenheit begegnen, zeigt er sich freundschaftlich, wobei er echte Freundschaft nur jenen wenigen offenbart, denen er unumwunden trauen zu können glaubt? Woran er das indes festmacht? Er hört da schlicht auf sein Bauchgefühl. Obgleich ihm Verbrechen und Unrecht zutiefst fremd doch sind, hat seine ihm doch auch gegebene, unbändige Neugierde auf die Welt und deren Geheimnisse, ihn in manch fragwürdige Situation doch schon gebracht. Doch wann immer man ihn mit der Nase in fremden Angelegenheiten ertappte, war es doch auch offensichtlich, das er sich weder bereichern, noch aus solcherart möglicherweise gewonnenen Einsichten unlautere Vorteile sich zu verschaffen versuchte, weswegen – von gelegentlichem Unbill abgesehen – selten ernstere Strafen ihm darob drohten. Der den Wüstenbewohnern zu eigen seiende Stolz zeigt sich bei Azar indes nur noch verborgen und insofern, als er sich bei verletztem Stolz zurück zieht und sehr lange doch nachtragend wider die Verursacher dieser Schmach ist. Doch statt solchen Menschen offensiv zu schaden, reagiert Azar vielmehr distanziert freundlich bis kalt und wird allenfalls etwaige Hilfeleistungen solchen Menschen gegenüber nicht erteilen, wenn er es denn irgends zu vermeiden können glaubt, ohne sich selbst darob zu schaden. Aber selbst dort, wenn es auch lange dauern mag, kann man sein Vertrauen durchaus doch zurück gewinnen. Doch auch die gelegentlichen kleineren Strafen vermochten seine Neugierde nicht zu bändigen, insbesondere da ja nun weder Kalkül noch Böswill seinen Vergehen je zugrunde lagen und darum auch etwaige Konsequenzen, dem ‘armen blinden Jungen’ gegenüber, selten ernsterer Natur doch waren.

Allgemein lebt Azar meist ganz in der Gegenwart, statt sich groß um die Zukunft zu sorgen. Ist ihm seit jeher doch schon bewusst, dass bereits sein Überleben der unmittelbaren Stunden nach der eigenen Geburt ein schier unbeschreibliches Geschenk schon war, das es in vollen Zügen auszukosten gilt. Wenn er also zu Geld kommt, lässt er es sich damit unbeschwert gut gehen ohne an Besitz indes groß festzuhalten. Wenn er in der Folge dessen dann wiederum Zeiten entgegenblickt, in welchen er selbst mit harter Arbeit nur ein äußerst bescheidenes Auskommen in ärmlichen Verhältnissen zu erwarten hat, trägt er dieses indes mit der gleichen stoischen Gelassenheit, mit welcher er Monate zuvor etwa im teuersten Lokal des Ortes, sein Geld bedenkenlos den dafür feilgebotenen Freuden opferte. Das Leben ist zu kurz, sich zu grämen. Also nimmt er was kommt und stellt sich von Tag zu Tag den kommenden Herausforderungen des Lebens. Doch berührt selbstverständlich auch ihn seine eigene Blindheit. Während er seinen anderen Sinnen zu vertrauen gelernt hat und so etwa dem kühlen Nachtwind auf seiner Haut, dem Duft der Gräser und Sträuchern in den Gärten der Wohlhabenden oder auch der ersten wärmenden Strahlen der Morgensonne auch nicht sehenden Auges auf seine ganz eigene Art gewahr wird und also, nur anders denn Sehende, einem faszinierenden Sonnenaufgang an auf der östlichen Stadtmauer beispielsweise seine bewundernde Aufmerksamkeit schenkt, gibt es doch auch Dinge, die ihm auf immer verwehrt seinen werden. Etwa die Geheimnisse und Wunder welche zwischen den Einbanddeckeln von Büchern sich finden. So kommt es nicht von ungefähr, das er sich in beinahe schon sardonischer Verzückung Geschichten vorlesen lässt; aus Büchern wo sich solche finden, aber auch gerne von versierten Erzählern, die aus dem Gedächtnis heraus rezitieren. Aus diesem Grund auch ist Azar ein regelmäßiger Besucher der Kaffeehäuser Naradeshs, in welcher Geschichtenerzähler, neben Musikanten, für das so beruhigende Hintergrundgeräusch sorgen, das man in solchen Häusern doch auch sucht. Ob es sich indes um die Kaffeehäuser der Reichen handelt oder um düstere und zwielichtige Kaschemmen, das schert den jungen blinden Mann kaum. ‘Soll doch ein Jeder leben, wie er mag!’ ist ein häufig von ihm zu vernehmender Grundsatz und tatsächlich behandelt Azar die Mächtigsten wie die geringsten mit dem gleichen zurückhaltenden Respekt. Einzig wer es sich mit Azar ernstlich verscherzt, wird es für schwierig befinden, das Vertrauen des Blinden Bildhauers zurückzugewinnen.

Einen ehernen Grundsatz nennt Azar aber sein Eigen und wird ihn wohl niemals willentlich aufgeben: Er wird niemals töten und akzeptiert solches auch nicht von Anderen! Auch wenn er im Töten zum Nahrungserwerb eine Ausnahme sieht, dieses Töten als natürlichen Teil des Lebenskreislaufs versteht, und auch wenn er ab dessen nichts gegen die Anwendung von Gewalt einzuwenden hat, wird er unter keinen anderen Umständen je zulassen wollen, das jemand oder etwas getötet wird, geschweige denn eine solche Tat je selbst gar wagen.

Fähigkeiten: Man hatte Verschiedenes versucht Azar zu lehren, dass wenn er volljährig würde, er auf eigenen Beinen zu stehen vermöchte. Doch während die meisten denkbare Tätigkeiten an seiner Blindheit scheiterten, zeigte sich recht schnell seine Begabung, wie Begeisterung für die Bildhauerei. Erst übte er sich als Töpfer und in der Porzellanmanufaktur, später in der Holz- und Knochenschnitzerei und zuletzt dann in der hohen Steinmetzkunst, in welcher er schlussendlich auch zum Gesellen, sprich zum Handwerker jüngst berufen wurde. Neben dieser Tätigkeit, welche eine gewisse körperliche Agilität auch verlangt, und seiner großen Neugierde, welche wiederum von einem wachen Geist doch auch zeugt, hat Azar es indes nie für nötig befunden Kenntnisse in anderen Bereich sich anzueignen, Wobei der Umgang mit schweren Hämmern, eine Notwendigkeit bei seiner Arbeit, ihn diese indes doch auch als Streitwaffen im Notfall wohl – im wahrsten Sinne des Wortes ‘blind’ – schwingen lässt. Zwar würde sich Azar aufgrund seiner Geübtheit mit diesem Werkzeug kaum nicht selbst verletzen, wäre aber wohl jedem Gegner, der sich von den ungestümen Schlägen nicht abschrecken ließe, stets haushoch doch unterlegen. Auch ist er, ebenfalls eine Notwendigkeit bei seinen nicht immer ungefährlichen Arbeiten, leidlich in den Ersthilfepraktiken der regionalen Heilkunst bewandert.

Zu seinen Sinnen bleibt zu sagen das Azar, wie andere Blinde auch, das ihm abgehende Augenlicht durch die Verschärfung der ihm verbliebenen Sinne mehr denn auszugleichen weiß. Insbesondere sein Tastempfinden, was wohl auch seine hochgradige bildhauerische Begabung ausmacht, aber auch sein Gehör sind weit ausgeprägter denn normal. Insbesondere letzteren Sinn haben ihn die Priesterinnen seiner Herrin, in einer schwierigen Unterweisung aktiv zu nutzen gelehrt. Indem er leise mit der Zunge schnalzt und so ein vernehmliches Klicken erzeugt, was den Meisten als seltsame Marotte zuerst bloß erscheint, vermag Azar anhand des Echos Widerstände vor sich, in den letzten Jahren sogar seine Umgebung wie bildlich um sich herum wahrzunehmen. Doch während Meister dieser Kunst sogar die Beschaffenheit der Sie umgebenden Objekte dergestalt gut erkennen können sollen, das sie selbst sagen könnten, ob ein Türsturz voraus nun etwa aus Holz oder aber Stein besteht und welche Formen in selbigen Türsturz vielleicht hinein geschnitzt wurde, ist Azar es froh, grob zu wissen, wo auf etwa fünf bis neun Meter voraus Hindernisse sind. Weder erkennt Azar so jeden möglichen Stolperstein auf seinem Weg, noch weiß er etwa so ohne Weiteres ob das Hindernis voraus nun ein Fuhrwerk, ein kleiner Schuppen oder ein gemauerter Ziehbrunnen vielleicht einfach nur ist.

Ansonsten zeigen sich ihm im Umgang mit seiner Umwelt all jene Schwernisse und Schwächen, mit welchen Blinde stets zu kämpfen haben. Vielleicht ja auch aufgrund dessen, verfügt Azar über ein ausgesprochen räumliches, wie allgemeines, Erinnerungsvermögen. Einen einmal abgeschrittenen Weg, wird er vergleichsweise leicht zurück finden, wie er Erinnertes generell auch leicht wiederzugeben vermag. Hierzu nutzt er seine Vorstellungskraft in Kombination mit seinem räumlichen Denken, sowie die von einem Priester in jungen Jahren ihm einmal gelehrte Mnemotechnik des sogenannten Gedankenpalastes. Hierbei bilden seine Kenntnisse der Stadt, gleichzeitig den Grundstock zur Ablage, wie Wiederaufgreifung von Erinnerungen. Da Azar die Umgebung Naradesh bis zum heutigen Tage nicht verlassen hat, sah er auch nie einen Sinn darin eine der unzähligen fremdländischen Sprachen zu erlernen. Aus diesem Grunde spricht er einzig Emenisch, wobei der typische Dialekt der Naradeshis in jeder seine Lippen verlassenden Silben unüberhörbar mitschwingt.

Weil Azar sich nicht auf seine Blindheit reduziert sehen wollte, hatte er sich von Kindesbeinen an darum bemüht Mimik und Manirismen denen der Sehenden anzupassen, weswegen er früher stundenlang mit seiner Spielgefährtin Mirjam daran gefeilt hatte ‘normal’ zu wirken. Zuletzt hatten sie beide sogar eine Art Spiel daraus gemacht, bei welcher es darum ging, fremde Besucher im Haus möglichst lange über seine Blindheit im unklaren zu belassen.

Zuletzt sei noch zu erwähnen, das Azar ein begeisterter Schwimmer ist, der sich ausdauernd, wenn auch aufgrund seiner Blindheit eher vorsichtig im und unter Wasser zu bewegen weiß.

Magie/Zauber: Azar ist ein Naturmagier, der das Bewusstsein ihn umgebender Lebewesen regelrecht zu erspüren vermag. Dies ist keine in dem Sinne gegenständliche Wahrnehmung, als das er sagen könnte ob sein gegenüber nun etwa ein kleines dürres Bettlerkind oder aber ein schmerbäuchiger, um nicht zu sagen feister, Händler etwa sei. Vielmehr verspürt Azar eine Präsenz, die er genau verorten kann. Auch vermag er anhand der Deutlichkeit dieser seiner naturmagischen Begabung die Willensstärke der jeweiligen Lebensform zu erahnen. Während Tiere für ihn eher schwächer scheinen, als die Vertreter der intelligenten Völker, kann er doch auch innerhalb dieser beiden Gruppen wohl Unterscheidungen doch treffen und so willensstarke und starke Individuen von den schwächeren, wie eher instinktgeleiteten Vertretern ihrer jeweiligen Art inzwischen leicht unterscheiden und so bisweilen gar verhohlene Absichten Anderer zu erahnen, etwa wenn eine vermeintlich schwaches Gegenüber sich ihm ausgesprochen willensstark zugleich so doch auf präsentiert. Auch vermag er naturmagisch inzwischen alles in einem Umkreis von inzwischen zweieinhalb Metern gut und im Umkreis von etwa fünf Metern vage zumindest doch noch zu erkennen, wobei es hierbei keine Rolle spielt, was davon in seinem Rücken sich etwa befindet. Dieses in Kombination mit seiner erlernten Form der Echoortung ermöglicht ihm, zumindest innerhalb der ihm inzwischen vertrauten Regionen der Stadt, eine trotz seiner Blindheit relativ eigenständige Fortbewegung. Doch einen simplen Text zu lesen, die Farben der ihn umgebenden Welt zu erfassen oder den Himmel auch nur zu erahnen, all das ist ihm ebenso unmöglich wie jedem anderen Blinden auch. Er vermag seine naturmagische Begabung über das bisher Vollbrachte hinausreichend vermutlich wohl noch zu schulen. Gänzlich andere naturmagische Fähigkeiten indes, etwa jene der Linderung, sind ihm, wie die dies versucht habenden Heiler sehr zu derem Bedauern, sich schlussendlich haben eingestehen müssen, wohl nicht vermittelbar.

Vergangenheit: Avar, die Tochter von Mut die ihrerseits bereits Sklavin im Hause der Händlerfamilie der Var-Shim in Naradesh war, hatte nach dem Tode ihrer Mutter ihre Herrin darum gebeten ihr zu erlauben ein Kind zu gebären. Doch so gut ihre Mutter und auch sie, selbst als Sklavinnen, stets behandelt wurden, wollte ihre Herrin, Mira, den Ausfall der Arbeitskraft ihrer einzigen Dienerin, den die Schwangerschaft und Geburt mit sich gebracht hätten, ganz zu schweigen von der niemals auszuschließenden Gefahr im Kindbett den Tod etwa zu finden, nicht erlauben. So blieb Avar folglich kinderlos. Doch als Mira Monate später selbst schwanger wurde und aufgrund aufgekommen seiender Komplikationen ihrerseits nun allen Grund hatte, um das Überleben ihres Ungeborenen, wie aber auch ihr eigenes, zu fürchten, ermöglichte Ihr Gemahl Shâzham ihr, für eine horrende Summe, ein nächtliches Vollmondbad in einem der schneeweißen, von Sintertapeten halb verhangenen natürlichen Becken am Fuße der 5. Stufe der Götter zu nehmen und Avar als die stets treue Dienerin begleitete ihre Herrin selbstverständlich. So badete Mira also zu den Gesängen bestellter Priesterinnen Sah'meenas und betete um das Wohl ihres Kindes und ihrer selbst. Und stets an ihrer Seite betete Avar still und heimlich um die Erfüllung ihres Kinderwunsches zur Göttin Sah'meena. Und Sah'meena erhörte sie. Ein leises Wimmern und Klagen erfüllte Avars Ohren, als Mira und die Priesterinnen sie kurz fort sandten die allerheiligsten Zeremonien so nicht durch die unreine Präsenz einer einfachen Sklavin zu verderben. Und vorsichtig stieg Mira in ein höher gelegenes Becken hinauf und fand im dort gerade erstaunlich ruhigen Wasser einen Weidenkorb schwimmen, darin in schlichte aber edle Tücher gewickelt ein kleiner Knabe schlief.

Der offensichtlich blinden Augen wegen hatte man das Neugeborene wohl ausgesetzt. Gerade dort wiederum hatte man es vermutlich der Hoffnung wegen ausgesetzt, dass das Kind so den Reichsten der Reichen, denn wer sonst konnte sich dort ein Bad im so heiligen Wasser schon erlauben, unter die Augen kam. Oder aber es mochte die Hoffnung diesem Tun zu Grunde gelegen haben, das der Neugeborene den über diese Becken wachenden Priestern zu Augen kam und deren Mitleid womöglich darob erweckte. Doch Avar sah nur ihre stillen Gebete erhört und als sie mit dem Weidenkörbchen wieder hinab zu ihrer Herrin und den Priesterinnen stieg, war ihr klar, das niemand Anderes denn Sah'meena selbst ihr diesen ihren innigsten Wunsch erfüllt haben konnte. Zuerst erschrocken berieten die Priesterinnen darüber, was das Erscheinen des Kindes bedeuten mochten, doch als Mira in den flehenden Augen Avars den unausgesprochenen Wunsch ihrer Dienerin las, versprach sie das Avar es an Kindes statt aufnehmen könne, wenn – und nur wenn – Mira und ihrem Kinde der Segen Sah'meenas gleichfalls denn zuteil würde. Und tatsächlich gebar Mira Wochen später eine gesunde und wohlbehaltene Tochter.

In den kommenden Jahren wuchs der blinde Azar als der treue Spielgefährt der Tochter der Hausherrin auf und erfuhr dabei stete Freundlichkeit durch seine Herren, sei es einfach nur dem guten Gemüt seiner Herrin geschuldet oder vielleicht aber auch der steten Befürchtung Miras wegen, das ihr damaligen Gebete – und deren göttliche Erfüllung – enger an das ihrer Sklavin vom Schicksal damals überantwortete Findelkind geknüpft war, wie die Priesterinnen es in jener Nacht doch vermutet hatten. Weder Avar, noch Azar sollten den Grund jemals erfahren. Und doch trug Azar, vom ersten Tage bei seiner neuen und überglücklichen Mutter an, ein kleines goldenes Sklavenkettchen um den linken Fußknöchel, welches seinen Status unmissverständlich bezeugen sollte. Das Kind einer Sklavin konnte selbstverständlich niemals etwas Anderes sein, als ein Sklave daselbst. Doch, wohl auch um dem über das eigenen Hause stets dräuende göttliche Vermächtnis entgegenzuwirken, war sowohl Mira, als auch ihrem Gemahl Shâzham stets daran gelegen, dem Jungen mit der Mündigkeit die Freiheit auch zu schenken! Hofften sie doch beide, das die Göttin Sah'meena deren Verpflichtung in diesem gegenseitigen Austausch der Gefälligkeiten damit dann als abgegolten erachten würde und dass, in Folge dessen, das zukünftige Schicksal von Mira und Mirjam, von Mutter und Kind, nicht weiter an jenes von Avar und Azar geknüpft sein mochte.

Insofern schnell offensichtlich wurde, das der kleine Junge so blind wie ein Maulwurf war und die das Schicksal Miras und Mirjams über die Jahre stets begleitenden Priesterinnen Sah'meenas ob der Art seines Auftauchens die Segnung Azars durch Sah'meena erkannten, verwehrte ihm das Schicksal offenkundig die Aufnahme in die Priesterschaft des himmlischen Götterpaares. Zum Einen könnte er die heiligen Schriften niemals lesen und hätte so den alltäglichen Tempeldienst auch niemals verrichten können. Und außerdem, wie sollte er als blinder Junge und später Mann, denn bitte dem mächtigen Shihab dienen, wenn er, Azar, doch stets ein blinder und hilfsbedürftiger Krüppel wohl bleiben würde. Und er als Mann, der er naturgemäß nicht gebären konnte, wie sollte er der Mutter allen Lebens als Priester je gehören können? Dennoch bezahlten seine Besitzer, Shâzham und Mira ihm eine kostspielige Ausbildung, welche von seinem fünften bis zu seinem zehnten Lebensjahr andauern sollte und mit welcher man – was gewöhnlich nur den blinden Sprösslingen wohlhabendster Familien zuteil wurde – ihm ermöglichte durch leichte mit der Zungenspitze verursachten Schnalz-, beziehungsweise Klicklauten, respektive deren Echos einen bildhaften, wenn auch zu Anfang doch noch sehr undeutlichen, Eindruck seines Umfeldes zu schaffen. Doch wurde Azar mit den Jahren immer geschickter und sollte niemals aufhören, sich in dieser Form der Wahrnehmung zu schulen; wollte er eines Tages doch mindestens genauso gut sein, wie jener ihn beeindruckt habende Meister, der ihn besagte Kunst gelehrt hatte.

Doch selbst ein Priester zu werden, ward ihm auf ewig verwehrt. Also versuchte man ihn einen weltlichen Beruf zu lehren. Viele Blinde arbeiteten in den Badehäusern der Stadt, walkten die Badegäste dort ordentlich durch, massierten die Verspannungen aus den Gliedern so manches malträtierten Besuchers. Also schickte man ihn sehr früh, nicht um zu arbeiten, denn eher nur um sich ein Bild von seinen Fertigkeiten so zu machen, eben dorthin, zu den anderen Blinden Doch erkannten man rasch: Azar, würde keinen guten Masseur abgeben. Er sagte den fetten Badegästen geradeheraus, dass bei ihrem Lebenswandel keine noch so gute Behandlung ihre Wehwehchen wohl vertreiben würde, weigerte sich, sich den von schorfigen Ekzemen, Ungeziefer, Pilzen befallenen oder auch schlicht stinkenden Besuchern zu nahe zu kommen und war auch alles in allem dort nicht sonderlich glücklich. Da viele weitere weltliche Berufe einem Blinden schlicht nicht zuzutrauen waren, steckte man ihn eines Tages schließlich, nur bis man ‘etwas Besseres’ denn fände, mit zehn Jahren in die Werkstatt eines nahen Töpfers. Tonklumpen dem Gewicht nach abzumessen und dem Töpfermeister auf der Drehscheibe zu platzieren, das konnte schließlich auch ein Blinder und er sollte rasch lernen, das es harter Arbeit in der fernen Zukunft bedürfen würde, wollte er mehr denn bloß ein weiterer Bettler auf den Straßen Naradeshs jemals werden. Und ein Tonklumpen dem die Wahrheit über dessen Zustand gesagt wird, steht auch selten anderntags vor dem Bademeister und verlangt den sofortigen Rausschmiss des ihn so rüpelhaft beschimpft habenden Sklaven. Doch was als Zwischenlösung nur angedacht gewesen war, entpuppte sich als die endgültige, Azar wie auch alle Anderen gleichermaßen befriedigende, Lösung. Begeistert half der, ob der Reaktionen auf seine ehrlichen Worte bei den Masseuren, still gewordene Junge dem Meister. Auch hierbei ging es vornehmlich nicht darum, einen jungen Sklaven auszubeuten, denn vielmehr einem blinden und damit gehandicapten Jungen möglichst früh einer Ausbildung zuzuführen lehren und tatsächlich: Bald fertigte Azar selbst die Vorformen von Schalen und Krügen, die der Meister kaum mehr verbessern, denn vielmehr nur noch zu verzieren brauchte. Später dann schickte man ihn auch in die Porzellan-Manufaktur, doch liebte Azar es weit mehr, die Formen der ihn umgebenden Dinge nachzubilden, als bloß Becher und Krüge etwa zu gestalten. Also erlaubte man ihm das Schnitzen von Knochen und später auch jenes in der Wüste weit selteneren und darum kostbaren Holzes. Mit vierzehn schließlich schickte man ihn zu den Steinmetzen in eine ernsthafte Ausbildung.

Sechs Jahr brauchte es immerhin, bis man ihn zu einem Handwerksgesellen erhob und Mira ihn dazu in die Freiheit entließ. Doch trotz der ausgesprochen langen Ausbildungszeit, welche seiner Blindheit geschuldet war, bescheinigten ihm seine Meister, kaum je einen begabteren Bildhauer in der Ausbildung gehabt zu haben, was direkt nach seiner Ausbildung zu einer Anstellung bei den Renovierungsarbeiten an der Halle des Wassers führte. Diese ausgesprochen anspruchsvolle wie gut entlohnte Tätigkeit erledigte Azar, dem Ergebnis nach, zwar zur vollsten Zufriedenheit, lag mit der Fertigstellung aber – wiederum aufgrund seiner Blindheit – zeitlich dermaßen im Rückstand, das man von einer Fortsetzung seiner Anstellung dort vorerst absah. Noch immer steht Azar derweil mit seiner Mutter, wie auch seiner eher einer Schwester gleich kommenden Freundin Mirjam gut und selbst Shâzham und Mira behandelten ihn nach seiner Entlassung in die Freiheit weiterhin wie einen vertrauten Teil der Familie, obgleich sein Status weiter unauslöschlich zwischen ihm und den Herrschaften doch auch fortbestand. Vermutlich auch um eine zu große Nähe zu seiner Quasi-Schwester zu unterbinden, man wusste ja wie Freundschaften ab einem bestimmten Alter sich wandeln konnten, hatte man ihn mit Beginn seiner Ausbildung ausquartiert und ihm schließlich dann, zu seiner Berufung als Steinmetzgeselle, die Freiheit noch geschenkt, womit zugleich auch das Wohnrecht unter dem Dach seiner ehemaligen Herren nun aber aufgekündigt ward. Doch Azar scherte es kaum, denn Mirjam und er wussten es besser als ihre Eltern, das sie Freund nur, ja fast Geschwister doch waren und die diesbezüglichen Befürchtungen von Shâzham, Mira, und auch Azars eigenen Mutter, gänzlich unbegründet doch waren.

Also schickte sich Azar an, die neugewonnene Freiheit auszukosten. Bei den jungen Frauen der Stadt war er, wohl aufgrund seines Aussehens, der zurückhaltenden und emphatischen Art, seiner gewisse Beschützerinnenistinkte wohl weckenden Blindheit, aber auch seinem künstlerischen Talent und der sanften Fingern wegen durchaus beliebt. Doch hatte Azar nicht vor, seine neu gewonnene Freiheit so bald wieder durch eine Bindung aufzugeben, weswegen er durchaus freundschaftlich mit diesen Frauen wohl verkehrt, bei gelegendlichen ernsthafteren Ambitionen ihrerseits aber meist abgeschreckt dann reagierte. Aufgrund der letztjährigen Fertigstellung von Bauteilen für die Renovierung, wie den Umbau der renommierten ‘Halle des Wasser’, eines bei Reich und Arm gleichermaßen beliebten Badehauses, in welchem man Badegäste verschiedensten Standes bei einem gemeinsamen Plausch antreffen konnte, hatte Azar im vergangenen Jahr mehr Geld verdient und aber auch wieder durchgebracht, als so manchem einfachen Menschen wohl gut täte, insbesondere wenn der zuvor als Sklave nur gelebt hatte. Doch statt es sich zu Kopfe steigen zu lassen, ließ er es sich einfach gut gehen, verkehrte eine Weile lang in den besseren Häusern Naradeshs, gab aber auch den Armen ihren Teil oder unterstützte ein ihn überzeugendes Projekt als Geldgeber und verschaffte sich so, ohne es selbst indes zu bemerken, einen doch recht guten Ruf in den verschiedensten Ständen und mithin gesellschaftlichen Kreisen der Stadt, was vor etwa einem Jahr zu einer ersten Einladung in die Quelle der Erkenntnis, einem öffentlichen Haus der Hüter des Wassers führte. Seitdem sein Geld indes während der Mitte des letzten Monats verbraucht ward und der nächste größere Auftrag indes immer noch auf sich warten ließ, schaut es etwas anders doch mit ihm aus. Aber das kleine, von ihm aus dem Karstgestein heraus geschlagene, Zimmer inmitten des hochgelegenen wie ärmlichen Ifrit–Viertels im Schatten der nordöstlichen äußeren Stadtmauer, wo die Morgensonne nicht hin reichte, die Kälte der Nacht zu vertreiben, derweil den Rest des Tages keine Schatten dort Abkühlung spendeten und die zum Furat hinab fließenden Wasser so ohne Weiteres die Anhöhe nicht wieder hinauf geschafft werden konnten, so dass es nur Ziehbrunnen gab, die bis zu 20 Meter tief zu den dort durch den Untergrund getriebenen Aquädukten reichen, das ihm auch zu seinen besseren Zeiten nie zu schade war, es kostete ihn im Unterhalt noch immer nicht viel. Und das er zuletzt auch häufiger mal hungrig zu Bette gar ging? Nun, er hatte zuletzt eh vorgehabt etwas gegen die ersten Anzeichen eines kleinen Bäuchleins zu unternehmen. So musste er sich darum nun also keinerlei Gedanken mehr machen. Auch konnte er so einige falsche Freunde, gleich welchen gesellschaftlichen Standes auch immer, entlarven und sich dieser leidigen Bekanntschaften darauf schnell und schmerzlos entledigen. Und da er aus seiner jüngsten wie weit besser gestellten Vergangenheit noch gute Hämmer und Meißel und sonstige Werkzeuge sich bewahrt hat, arbeitet er halt für sich an der im Eingang zu seinem zukünftigen zweiten Zimmer noch stehenden Statue einer Schönheit, die fertig gestellt hüftabwärts den beschuppten Fischleib einer Lyr, wie er sie sichvorstellte, aufweisen sollte. Für ihn war dies zwar nur ein reines Privatvergnügen. Doch wenn die Arbeit dereinst fertig gestellt wäre, könnte er sie vermutlich nichtsdestotrotz für einiges Geld an den Mann oder auch die Frau bringen und an die besseren Zeiten so erneut dann möglicherweise wieder anknüpfen.

Bis dahin aber arbeitete er hart und mehr denn bescheiden nur entlohnt, an dem von (auch seinen früheren) Spendengeldern mitfinanzierten, sowie von Sultan Amjad ibn Akin ibn Thaaqib al Farhaan ins Leben gerufene Wasserprojekt, dabei es sowohl darum ging, teils marode Aquädukte zu reparieren, beziehungsweise instand zu halten, als auch den neueren baulichen Erweiterungen der Armenviertel gleichfalls freien Zugang zu öffentlichen Brunnen doch zu verschaffe. Im Rahmen dessen hat Azar sich jüngst auch den öffentlich zwar bekannten, wie gleichermaßen aber doch auch als vermeintlichem Geheimbund verschrienen, Hütern des Wassers angeschlossen und bekleidet nun den Rang eines Hüters in dieser in Naradesh momentan mit drei Quellen und insgesamt vermutlich knapp einem Gros an Menschen (144) vertretenen Gemeinschaft, wobei die Wenigsten dieser die höheren Ränge bereits erklommen haben..
Die Hüter des Wassers:

Bei dieser Gruppierung, welche vor wenigen Jahren erst von wohlhabenden Architekten, Bauherren und einflussreichen Wassermagiern ins Leben gerufen wurde und inzwischen aber auch einfachen Leute, die vielleicht bloß um ihren Zugang zu sauberem Trinkwasser sich sorgen, offen steht, handelt es sich streng genommen wohl unbestreitbar um eine Geheimgesellschaft. Und doch sind die Absichten der Hüter des Wassers als durchweg ehrenhaft zu bezeichnen. Neben der Ermöglichung des ungehinderten Zugangs zu sauberem Wasser haben sich die Mitglieder dieser Geheimgesellschaft der charakterlichen Verbesserung und der Persönlichkeitsentwicklung verschrieben, welche sie als die Läuterung der Wasser [der Seele] bezeichnen. Diese Läuterung glauben die Hüter durch karitative Taten, gelebte Hilfsbereitschaft, Toleranz, die Förderung von Bildung und allgemeinen Wohlstand, aber auch durch praktizierte Philosophie zu erlangen.

Man munkelt das gar der Sultan Naradeshs, Amjad ibn Akin ibn Thaaqib al Farhaan, in dessen Mauern dieser Bund erstmals Reden von sich machte, den Hütern angehört. Manch Außenstehende begründen eben damit das erstaunlich unbehelligte Expandieren der mit geheimen Zeichen sich selbst in der Öffentlichkeit unbemerkt austauschen könnenden, wie der gegenseitigen Hilfsbereitschaft dabei verpflichteten seienden Hüter, die so auffällig jedweden Repressalien seitens weltlicher wie auch religiöser Obrigkeiten stets entgehen. Tatsächlich hat diese, sich mit geheimnisvollen wie quasireligiösen Ritualen umgebende Organisation, aber kein religiöses Dogma, weswegen sogar manche Priester den Hütern des Wassers bereits beigetreten sind und von diesen beispielsweise einzelne der Meditationstechniken zur Läuterung der Wasser überhaupt erst eingeführt wurden. Da auch einflussreiche Adlige sich den Hütern des Wassers angeschlossen haben, besteht selbst seitens der herrschenden Klasse wenig Grund eine wie auch immer geartete Gefahr in den Hütern zu wähnen. Dazu lockt die Verpflichtung der Hüter des Wassers zu gegenseitigem Beistand untereinander, auch manche Einfluss suchende Händler und Ränkeschmiede. Doch scheitern diese vielfach daran, dass die von ihnen anvisierten höheren Grade der hierarchisch organisierten Hüter des Wassers eine erkennbare Arbeit an sich und eben also auch gelebte Selbstlosigkeit etwa verlangen. Um solch selbstsüchtige Nutznießer von den Hütern fern zu halten, versammelt diese Organisation von teils höchsqualifizierten Handwerksmeistern, Architekten, Priestern, Magiern, et cetera doch damit einen außerordentlichen und begehrenswerten Wissensschatz in seinen Reihen, der untereinander gar brüderlich noch geteilt wird, beschlossen die Hüter bereits während der Bildung ihres Zusammenschlusses eine Politik strikter Geheimhaltung nach außen hin. Einem Jeden soll dieses gesammte Wissen zur Verfügung stehen, der die Werte der Hüter des Wassers teilt und billigt und also auch seine Wissen und Können dem Allgemeinwohl zur Verfügung stellt. Allen, rein selbstsüchtig agierendenen Individuen indes, soll so die Ausnutzung der Kenntnisse und Fähigkeiten der Gemeinschaft der Hüter zur Erfüllung eigensüchtiger Ziele so nach Möglichkeit verwehrt bleiben.

Die Hüter betrachten sich untereinander als Geschwister und akzeptieren jeden Freien unter sich, gleich ob Mann oder Frau. Sklaven, verurteilten Verbrechern, und Schlitzohren aber, wird die Zugehörigkeit verwehrt. Seit seiner Gründung hat sich der Bund der Hüter des Wassers inzwischen weit über die Grenzen Naradeshs hinaus verbreitet und man munkelt gar, dass die Hüter des Wassers über die Salzrouten Kamîrushs bis nach Thasani im Osten und über die Pferdetrails gen Norden bis in die Nordreiche hinein gelangt sind und gar vereinzelte neue Quellen der Erkenntnis dort begründet haben sollen.

Die Quellen der Erkenntnis sind teils geheime, teils öffentlich bekannte Orte der Zusammenkunft der Hütern des Wassers und stehen ausnahmslos nur den Hütern, respektive potentiellen Anwärtern in Begleitung eines für sie bürgenden Hüters offen.

Die Hierarchie der Hüter des Wassers untergliedert sich in die vier Grade: Hüter, Wächter, Lehrer und Begründer, wobei mit jedem Grad weitere Prüfungen, Läuterungen, aber auch Rechte und Pflichten verbunden sind. Mit jedem Aufstieg erlernen die Hütern weitere geheime Formen der Verständigung, insofern die Hüter den Status selbst ihnen unbekannter gleich- oder auch niederrangigerer Hüter innerhalb der Hierarchie feststellen können. Derweil unter Außenstehenden die abstrusesten Mutmaßungen über die oberen Ränge bestehen, bis hin zu der Vermutung das der erste Begründer ein alter Wasserdrache und dessen direkte Untergebene ausnahmslos Drachenerben seien, verhält es sich schlicht so, dass jeder Quelle der Erkenntnis ein Begründer und maximal drei Lehrer vorstehen, wobei es Begründern frei steht jederzeit neue Quellen der Erkenntnis zu gründen. Den Wächtern unter den Hütern des Wassers sind die charakterlichen Anforderungen aller, also auch der höheren Ränge, vertraut. Ihnen kommt so unter Anderem die Aufgabe zu, Aufschneider oder Abgefallene erkennen und die Niederrangigeren so vor diesen warnen zu können. Jeder Hüter kann seinen Rang durch Vergehen, wie aber auch bloße Versäumnisse wieder verlieren, wobei einzig höherrangige Hüter oder alternativ eine Gruppe von mindestens fünf Wächtern dieses nur erwirken kann. Einen Ausschluss aus der Gemeinschaft indes, der endgültig und unwiderruflich ist und nur bei schwersten Vergehen ausgesprochen werden darf kann durch niemand geringeren denn einen Lehrer ausgesprochen werden, der zusätzlich dazu verpflichtet ist Name und Beschreibung der Ausgestoßenen, wie auch deren Vergehen jedem Hüter des 2. oder höheren Grades zugänglich zu machen. Dieses soll der Gefahr des Verlustes der Ziele und Ideale der Hüter des Wassers als Ganzes, entgegenwirken. Dabei steht es jedem Hüter selbstverständlich jederzeit frei aus eigenen Stücken die Gemeinschaft wieder zu verlassen. Solchen, sogenannten einsamen Hütern, steht es jederzeit frei, Hilfe und Beistand der noch aktiven Hüter des Wassers einzufordern. Allerdings sind diese dann nicht zum Beistand verpflichtet und der eventuell dennoch Hilfe Leistende darf dort einen fairen finanziellen Ausgleich dafür dann aber auch fordern. Einsame Hüter gelten des Weiteren nicht als Ausgestoßen und können, wann immer sie wollen, den Hütern wieder beitreten, wobei sie wieder als Anwärter beginnen und bis zur Erreichung ihres alten Ranges weiterhin als einsamer Hüter betrachtet werden.

Der Beistand der Hüter des Wassers meint hierbei keine finanzielle Unterstützung, denn vielmehr eine Art Hilfe zur Selbsthilfe. Dabei braucht sich kein Hüter über sein Möglichkeiten hinaus zu verausgaben, noch ist er zu einer geleisteten Hilfeleistung verpflichtet, wenn er sich selbst direkt oder indirekt dadurch schädigen würde, wobei ob einer verweigerten Hilfeleistung immer doch auch die Gefahr der Aberkennung des eigenen Ranges droht.

Restliches Azar ist ein Linkshänder und erachtet, insbesondere aufgrund seiner Herkunft, die weiß schäumenden Wasser des Furat, wie das Wasser im Allgemeinen, als heiligen Lebensquell, Schutzgeist und Manifestation der göttlichen Mächte daselbst.

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