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Die Feuerpriesterin und der Wolf

Das nördliche Nachbarland Mérindars, schon seit Jahrhunderten in Feindschaft mit jenem Reich. » Ortsbeschreibung
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Thėro Schattenmal
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Re: Die Feuerpriesterin und der Wolf

Beitrag von Thėro Schattenmal » Do, 20. Sep 2012 22:44

Der Nordmann schlang seine Arme um ihre Taille und zog sie enger an sich heran. Dann küsste er sie ebenfalls und grinste danach, "Ich dich auch... Aber dieses ganze Lernen ist nicht meine Art. Ich brauche nicht lesen und schreiben zu können, das brauchte ich noch nie..." Er zuckte mit den Schultern als er ihren Blick sah und strich ihr etwas Schnee aus dem Haar, "Ich bin ein Mann der Axt und des Waldes... Meine Schrift ist aus Blut. Das reicht mir und ich will immer besser darin werden, damit ich dich beschützen kann. Verstehst du? Ich bin ein schlechter Schüler, glaub mir..." Er zwinkerte ihr zu, natürlich war es wunderbar das sie sich solch eine Mühe für ihn gab. Wohl wissend das er weder lesen noch schreiben konnte. So etwas brauchte er nicht, dafür war er einfach nicht der Typ und ausserdem hingen unter jedem Steckbrief Bilder oder Zeichnungen. Mit seinem Namen würde wohl kaum ein Arcanier etwas anfangen können, geschweige denn ihn erkennen. Er seufzte leise und sein Blick irrte über die Schriftzeichen auf dem Boden und in dem Schnee, die sich nun quer über den Hof verteilten. Mit dem nächsten Schnee würde sie verschwunden sein, aber er hatte sich zumindestens diese Worte gemerkt, um sie wiederzuerkennen. Erneut kreuzten sich ihre Blicke und er schmunzelte leicht, "Du willst das ich lesen lerne? Du kannst doch schon lesen und schreiben... Vielleicht lasse ich es mir irgendwann zeigen, wenn du dir von mir das Kämpfen beibringen lässt." Er zwinkerte schelmisch und war sich sicher das die letzte Übungsstunde durchaus gereicht hatte. Sie wollte es sowieso nicht mehr lernen und wozu auch, er beherrschte es ja. Aber so war es ein Kompromiss für beide Seiten und wohl zufriedenstellend, hoffte er. Er nahm ihre Hände, spürte wie kalt sie bereits waren und drückte sie in seinen. Dann strich er darüber und sah ihr in die Augen, "Versteh mich nicht falsch, es ist toll das dir solche Mühe gibst... Aber meine Hände sind nicht dafür geschaffen kleine Zettel zu beschreiben." Dann beugte er sich erneut vor und küsste sie. Er hatte sie vermisst, den Geschmack ihrer Lippen und das kleine Lächeln, das sie immer dann umspielten wenn sie ihm nahe war. Er nahm sie bei der Hand und zog sie wieder hinein ins Herrenhaus. Hinauf in die Küche, denn es war eisig kalt draussen und die Küche der wärmste Ort hier in den Steinmauern.

Théro wärmte sich am Feuer die kalten Hände auf und sah wieder zu Aenaeris, "Ich habe über diese Sache nachgedacht, mit Arcanis. Von mir aus können wir mit den Händlern nach Shuridron reisen und von dort aus nach Arcanis. Ich kann dich ja doch nicht hier festhalten und bevor du alleine gehst, begleite ich dich lieber... Nicht das du etwas dummes anstellst." Er zog ein mürrisches Gesicht und starrte wieder in die Flammen. All das hier hatte er erschaffen und repariert um ein Zuhause zu haben, um ihr etwas zu bieten. Um ihr einen Ort zu schaffen, an dem sie ungestört und frei leben konnten, an den sie sich zurückziehen konnten und an dem sie vielleicht sogar eine Familie gründen konnten. Es war ihr scheinbar egal, oder sie wusste das alles nicht so genau. Vielleicht war sie die Einsamkeit auch einfach nur satt, aber sie waren doch gerade erst in den Clans gewesen. Er würde die Menschen wohl nie verstehen, was sie in ihre dreckigen und stinkenden Städte zog, wo sie sich dann gegenseitig ausraubten, ermordeten und angifteten. In seinen Augen hatte er hier alles was er brauchte, etwas zu essen und ein Dach über dem Kopf. Er hatte Annehmlichkeiten, hatte seine Geliebte an seiner Seite und herrschte über sein eigenes Grundstück. Grummelnd sah er wieder zu ihr hin, sah ihr in die Augen, "Ich will nicht dorthin zurück. Ich hasse Dörfer, Städte und diesen ganzen Mist... Ausserdem sind wir in Arcanis immer noch gesucht und gleicht es nicht reinem Selbstmord dorthin zu gehen? Es ist töricht so eine weite Reise auf sich zu nehmen nur um im Gefängnis zu verroten, oder am Stadttor aufgespießt zu werden..." Zumindestens versuchte er noch sie umzustimmen. Er wusste nicht ob das klappen würde, war sich aber ziemlich sicher das sie mit ihrem sturen Charakter schon längst beschlossen hatte zu gehen. Ob mit oder ohne ihn, "Und bestimmt nicht nach Irukhan. Ich werde nie wieder in eine dieser Hauptstädte gehen, niemals. Ich schwöre dir bei den Alten, das ich dann Tag und Nacht damit verbringen werde mein überteuertes und mageres Schweinefleisch wieder rauszuwürgen. Ich bin ein Wolf, verdammt, du weißt gar nicht wie es in diesen scheiß Städten stinkt..." murrte er ungebremst weiter vor sich hin. Es war ihm nun auch egal, er hasste das alles so sehr und musste seinem Ärger nun Luft machen, "Schleif mich nicht mit dorthin, glaub mir das würdest du bereuen. Ich bin nicht gemacht für diese... stinkenden Ansammlungen von Menschen und ihrer Scheiße. Ich bin ein Wildtier, ob du das wahr haben willst oder nicht..." Er seufzte leise, sie würden wohl nie auf einen Nenner kommen was diese Dinge anging. Théro stand wieder auf und legte etwas Feuerholz nach. Er sah mit verschränkten Armen dabei zu wie die Flammen knackend an dem frischen Holz leckten und schüttelte stur den Kopf, "Ich geh etwas Feuerholz machen... Sonst haben wir bald keines mehr. Lass uns damit warten, bis Skarvo und die Händler da sind. Ich will das Kastell nicht alleine zurücklassen, nicht nachdem wir so viel aufgebaut haben und so viel Arbeit hier drin steckt."

Es knackte unter jedem Schlag, als der Nordmann die gewaltige Holzfälleraxt auf einen der Baumstämme niedergehen ließ. Er stand mitten in der großen Halle und zerschlug nun schon den zweiten der Bäume, die eigentlich als Dachbalken vorgesehen waren. Mittlerweile hatte er so viel Holz angesammelt, das er es auch ruhig andersweitig nutzen konnte. Zunächst zerschlug er die Bäume in handliche Stücke, die er dann wiederum in vier Viertel spaltete. Die Arbeit trieb ihm den Schweiß auf die Stirn und schon bald stand er nur mehr im Wams und seiner Hose in der Halle und schlug ächzend und stöhnend auf das schwache Holz ein. Jeder Schlag hallte von den steinernen Wänden wieder und dröhnte leicht in seinem Kopf. Er war überanstrengt und knurrte unwillig, weil er das zugeben musste. Als er den letzten Scheit zerschlagen hatte, legte er die Axt weg und könnte sich eine Pause. Er hatte einen Schluck getrunken und etwas von dem Dörrobst heruntergewürgt, ehe er schließlich damit begann das Holz in den Lagerraum zu tragen und dort aufzuschichten. Sie brauchten unbedingt mal wieder Fleisch und er würde heute Nacht jagen gehen. Vor ein paar Tagen hatte er die Wildfährte entdeckt und mit etwas Glück konnte er ihr noch einmal folgen. Es würde eine lange und weite Jagd werden, aber er brauchte unbedingt wieder Fleisch, sonst würde sein Blutdurst und sein Hunger ihn noch umbringen, oder in den Wahnsinn treiben. Schwitzend stemmte er die Arme in die Hüften und besah sich das frische Holz. Dann drehte er sich herum und öffnete die Küchentür. Aenaeris saß am Feuer und schien zu meditieren und ausnahmsweise störte er sie dabei. Der Nordmann umschlang sie von hinten mit seinen Armen, zog sie zu sich hoch und küsste ihren Nacken. Er roch an ihren Haaren und küsste sie überall, ehe er leise seufzte und in ihr Ohr flüsterte, "Ich sage nicht das wir nicht gehen, aber lass uns warten bis die Händler da sind und bis wir Pferde haben und dann sehen wir weiter... In Ordnung meine hübsche Feuerblume?" Er grinste verschmitzt und als sie ihren Kopf zu ihm drehte verschloss er ihre Lippen schnell mit den seinen und küsste sie lang und innig. Dann strich er über ihre Wange, wischte sich den Schweiß von der Stirn und sah in die Flammen, "Ich verbiete dir die Magie nicht, nur damit du das weißt... Nur sei bitte vorsichtig damit... Es ist bald Nacht und ich werde heute jagen gehen." Er zuckte leicht mit den Schultern, als sie sich in seinen Armen zu ihm umdrehte und ihn ansah. Noch bevor sie etwas sagen konnte, hob er leicht die Hände, "Ich weiß das du mich bei dir haben willst... Aber ich brauche endlich wieder Fleisch und ich muss etwas reißen, sonst muss ich meinen Hunger woanders stillen..." Grinsend biss er ihr sacht in den Hals und zwinkerte schelmisch, "Ich glaube ich habe die Möglichkeit uns etwas frisches Wild auf das Feuer zu zaubern.. Und die will ich nutzen."
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ich meine Gefühle abschaff.
Unterdrück am Tag noch den Hass,
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Re: Die Feuerpriesterin und der Wolf

Beitrag von Aenaeris » Fr, 21. Sep 2012 9:54

Aenaeris seufzte. Es mochte sein, dass hier viel Arbeit drinsteckte, doch, ganz ehrlich gesagt hatte die meiste Arbeit Théro erledigt und daher war es für sie ein wenig schwerer nachzuvollziehen, was er für eine Geschichte daran hatte. Er war wie er war, und sie war, wie sie war. Er wollte nicht lesen und schreiben lernen, das war in Ordnung für Aenaeris, sie wollte ihn keinesfalls zu etwas zwingen, doch verwunderte es sie unter diesen Umständen nicht, dass die Völker der wilden Lande daher allenfalls als bauernschlau und unzivilisiert galten, vermutlich scherten sich die wenigsten um Bildung und Wissen aus Büchern. Théro konnte sich ebenso wenig verbiegen wie sie, und doch fand sie, dass sie, vom Clan einmal abgesehen, zu viel Zeit in der Wildnis verbracht hatte. Natürlich würde sie nicht alleine zurück nach Arcanis gehen und ihn hier zurücklassen, doch hatte er nicht immer gesagt, er wollte ihr etwas bieten? Dazu gehörte für Aenaeris auch, nicht immer nur an einem Ort zu verweilen… sie war ihr ganzes Leben an einem Ort geblieben, und hatte kaum etwas von der Welt gesehen, und nun wollte sie all das Verpasste nachholen. Es gab zu viel, was sie sehen wollte, und verdammt, er wollte nicht in die Wüste und das akzeptierte sie auch. Sicherlich waren sie gesucht in Arcanis, vielleicht war es reiner Wahnsinn, und doch wollte sie es wagen… doch das war schon so lange her, und sie mussten ja nicht gleich nach Lanyamere, andererseits wollte sie gerne ihren Bruder wieder sehen, also vermutlich würden sie doch einen Abstecher nach Lanyamere machen, danach war es ihr egal, Irukhan... Arcecius … sie konnten ja auch zunächst in Mérindar umherstreifen… es war ihr beinahe egal, nur ab in die Zivilisation… Außerdem fand sie sein Verhalten immer seltsam, auf der einen Seite sagte er immer sofort zu, um dann Stunden später, nachdem er darüber nachgedacht hatte, heftig abzulehnen, um kurze Zeit danach erst wieder einzulenken. Es hieß zwar immer, dass keiner die Frauen verstand, doch, wer verstand schon die Männer? Und Théro war durch seine animalische Seite wohl noch eine Spur komplizierter als andere Männer. Trotzdem, oder gerade deswegen liebte sie diesen Mann, er war bodenständig und schwierig gleichzeitig. Als sie sich kennenlernten, war er noch ein wenig anders gewesen, zurückhaltender, oder hatte er sich einfach nur zurückgenommen? Je mehr Zeit sie miteinander verbrachten, umso richtungsweisender wurde er. Doch sie war eine Frau, die sich nicht bestimmen ließ, nie… ihr Geist war schon immer auflehnend gewesen und meistens konnte sich Aenaeris nur schwer unterwerfen, einzig ihren Eltern war es mit Gewalt gelungen, sie in die Schranken zu weisen, doch wie es geendet hatte, konnte man ja nun sehen. Sie runzelte die Augenbrauen, als er sie mitten im meditieren hochzog und sie ungefragt und unvorbereitet beschwatzte, dass er ihr die Magie nicht verbieten wollte. Was sollte das? Sie verstand ihn manchmal wirklich nicht. Als er sie sachte in den Hals biss, seufzte sie auf. Es war so ein schmaler Grat zwischen Verlockung und Verhängnis… wenn die Bestie in ihm durchbrechen würde… und gerade das war so unglaublich aufregend… und nun würde er jagen gehen und sie hier alleine lassen. „Geh nur…“ meinte sie gönnerhaft. „Geh jagen, wann immer Du willst, du brauchst auf mich keine Rücksicht nehmen… wenn wir erst in Arcanis sind, musst Du Dir ohnehin etwas einfallen lassen…“ lächelte sie ihn herausfordernd an. An seinem Blick erkannte sie, dass sie schon längst gewonnen hatte. Sie nahm ihn an der Hand und zog ihn in Richtung Schlafzimmer.

[18]Sie stieß ihn aufs Lager und öffnete langsam die Schnürung, während sie ihm dabei in die Augen sah und er sie beobachtete. Sie zog sich ihre Kleider über den Kopf und warf sie achtlos zu Boden, und obwohl im Feuerkorb einige Holzscheite brannten und der Raum warm war, lief ihr eine leichte Gänsehaut über den Körper. Als er sie im Feuerschein betrachtete, meinte sie „Du bist ja immer noch angezogen…“ Sie trat an ihr heran, kniete nieder und befreite ihn von Wams und Hose. Sie setzte sich auf seine Oberschenkel und küsste ihn, langsam, sanft und süß. Sie wollte diesen Augenblick auskosten und ließ sich alle Zeit der Welt, seine Lippen zu kosten, an ihnen zu knabbern und zu saugen, sich mit ihrer Zunge den Weg in seinen Mund zu bahnen, mit den Fingern durch seinen Bart zu streichen, ihn daran umso näher an ihn heran zu ziehen. Sie wühlte in seinem Haar, hielt seinen Kopf, küsste ihn abermals und spürte mit einem lächeln, wie erregt er war. Sie beugte sich weiter hinunter und küsste seine Brust, vergrub ihren Kopf zwischen seinem Hals un seiner Schulter und mit einer geschickten Bewegung ließ sie ihn in sich gleiten wobei beide aufseufzten und stöhnten. Sie schloss die Augen und bewegte sich auf ihm, ließ sich treiben, genoss mit all ihren Sinnen, nur nicht mit den Augen. Heute wollte sie es ihm nicht so einfach machen, immer, wenn sie das Gefühl hatte, er war kurz davor, hielt sie inne in ihren Bewegungen, während er sich fordernd in ihren Hintern krallte, küsste ihn, betrachtete ihn ihm Feuerschein, verfolgte die tanzenden Schatten, die von seinen zahlreichen Narben ausgingen. Als sie es dann selbst nicht mehr auszuhalten vermochte, beschleunigte sie ihr Tempo, hielt es zurück bis auch er soweit war, erlöste ihn von seiner süßen Qual, ließ sich treiben und sackte dann langsam erschöpft und keuchend auf seine Brust. Sie küsste ihn noch einmal, kostete seine Lippen, als würde sie sich ein Stück von ihm für die einsame Nacht bewahren wollen. „Jetzt kannst Du jagen gehen…“ flüsterte sie und ließ sich dann seitlich neben ihm auf das Bett fallen.[/18]

Sie hatte keine Lust, sich wieder anzuziehen, sondern blieb einfach liegen. Das Feuer brannte warm und die Felle und Laken wärmten zusätzlich. Théro legte noch zwei Holzscheite nach, bückte sich nach Wams und Hose und verließ dann den Raum, nicht ohne ihr noch einen Blick zu zuwerfen. Aenaeris schmiegte sich in die Laken und lauschte der Stille des Winters. Ab und an hörte sie den Ruf eines Käuzchens. Der Schnee dämpfte alle Geräusche, nur Théro, der durch den Innenhof stapfte, war noch für eine kurze Weile zu vernehmen doch danach war es wieder totenstill. Das war es, was sie so hasste. Diese ständige Ruhe und Stille gab ihr das Gefühl von Einsamkeit, es war der Lärm der Städte und der Zivilisation, den sie so sehr brauchte und mochte. In Städten war man nie einsam, man brauchte sich nur in eine Schenke zu setzen und das Treiben der Menschen zu beobachten. Den Gestank, von dem Théro sprach, nahm sie nach kurzer Weile überhaupt nicht mehr wahr. Sie war sich bewusst, dass die Vorfälle im Clan ausschlaggebend dafür waren, dass sie Arcanis wieder vermisste. Kurz davor hatte sie sich so an das Leben in den wilden Landen gewöhnt, sich dem alten Glauben zugewandt, sich für Sitten und Gebräuche interessiert, doch diese eine verheerende Nacht der Wintersonnenwende hatte alles zerstört… eigentlich wollte sie ihre Gedanken nicht mehr dieser Sache widmen, doch sie konnte nicht anders. Vielleicht mochte Théro es aus seinem Kopf verbannen, doch sie konnte es nicht. Es würde noch lange dauern, bis sie die Zerstreuung fand, dass sie nicht mehr an die Vergewaltigung dachte, an den Clan, an Tyn und Caldric… und Arcanis würde ihr dabei helfen diese Menschen zu vergessen, hoffte sie … selbst wenn es den Weg aufs Schafott bedeutete…

Es waren einige Wochen vergangen. Es schneite nicht mehr, und der bestehende Schnee schmolz langsam und beständig weg. Vereinzelt wuchsen an den Mauerritzen kleine Winterblümchen wie Schneeglöckchen und Schneerosen, die Tage wurden langsam auch merkbar länger, die Sonnenstrahlung wurde allmählich intensiver und die Tiere kehrten auch in diese Einöde zurück oder beendeten ihren Winterschlaf. Charr, der nun schon zu einem richtig großen Jungwolf geworden war, schleppte des Öfteren das eine oder andere Kaninchen an. Er und Aenaeris hatten sich noch immer nicht so wirklich aneinander gewöhnt, aber das war für Aenaeris nicht so wichtig. Solange er sie duldete und nicht als Feind betrachtete, war es in Ordnung. Es war langsam Zeit, alles für die Reise vorzubereiten. Théro würde vermehrt jagen müssen, sie brauchten Fleisch, um daraus Trockenfleisch zu machen. Bald würde der Frühling ins Land kehren, und mit ihm hoffentlich auch die Händlerkarawane. Aenaeris warf beinahe täglich Blicke auf die Landschaft, lauschte, ob etwas zu vernehmen war...
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Re: Die Feuerpriesterin und der Wolf

Beitrag von Thėro Schattenmal » Fr, 21. Sep 2012 17:19

Der Nordmann rümpfte etwas abfällig die Nase. Er stand inmitten vieler Bäume und strich sich durchs Haar. Dann kniete er nieder und zog den Bolzen aus dem leblosen Kadaver vor ihm. Er war an einem Knochen abgebrochen und knurrend warf er den restlichen Schaft hinter sich auf den Boden. Er hatte den Winter vermehrt damit zugebracht Bolzen für seine Armbrust zu schnitzen und wollte den Frühlingsanfang voll ausnutzen. Die Sonne schien durch die lichten Baumkronen und es hingen schon viele grüne Blätter an den Ästen. Théro trug nur mehr seine normale Kleidung und die Waffengurte, denn es war wärmer geworden und er war an das raue Klima eher gewöhnt als Aenaeris. Langsam kniete er sich vor dem dicken Eber hin und senkte die schmale Klinge in sein Fleisch. Es wunderte ihn etwas woher das Schwein so viel Masse angesetzt hatte über den Winter, aber eigentlich war es egal. Er machte sich nicht die Mühe die Borsten und die Haut abzuziehen, sondern weidete ihn lediglich aus und schnitt dann so viel Fleisch aus dem Körper wie er konnte. Die Arcanierin hatte recht, sie mussten Vorräte anlegen für die weite Reise und er musste so viel Fleisch heranschaffen wie es möglich war. Der Eber war da doch schonmal ein guter Anfang und als er fertig war, säuberte er seine Hände mit dem Wasserschlauch und auch die gebogene Klinge. Dann rieb er sich mit einem Stofffetzen trocken und packte das Fleisch in die Säcke, die er mitgenommen hatte. Er schulterte beide und machte sich auf den Rückweg zum Kastell. Irgendwie fehlte ihm Abari ja doch ein wenig, so musste er alles selber tragen und sie waren ortsgebundener... Aber zumindestens hatte er es dadurch geschafft sie den Winter über hier zu behalten.

Als er im Kastell ankam, begrüßte er Charr grinsend und kraulte ihn hinter den Ohren. Er warf ihm einen kleinen Brocken Fleisch zu, sah ihm nach wie er damit im Burgfried verschwand und nahm selber Kurs auf das Herrenhaus. Nachdem er eingetreten war, suchte er Aenaeris und fand sie in der Küche. Sie bemerkte ihn nicht als er eintrat und das nutzte er aus. Langsam und vorsichtig stellte er die fleichgefüllten Säcke neben der Tür ab und schlich sich an sie heran. Dann grollte er in seiner tiefsten Stimme, "Der Metzger ist zurück!" Und packte sie gleichzeitig von hinten. Unnachgiebig schlangen sich seine Arme um ihre Taille und er hob sie etwas hoch, kicherte leise und gab ihr eine Kuss, als sie ihm erschrocken das Gesicht zuwandte, "Und er hat dir Fleisch mitgebracht..." Théro löste sich grinsend von ihr, strich über ihre zarte Wange und nickte auf die Leinensäcke. Er musste noch immer lachen, weil sie überrascht und überrumpelt aussah und strich sich die Haare zurück. Er hatte sie letztens erst gekürzt und auch seinen Bart gestutzt und neu geflochten. Der Frühling war da und sie würden wohl bald von hier fortziehen, also konnte er sich ruhig etwas zivilisierter herrichten und Aenaeris schien es so auch besser zu gefallen hatte er den Eindruck. Seine Hände strichen kurz über ihren Körper, ehe er sich den Waffengurt zurechtrückte und wieder straffte, "Du kannst es ja schonmal trocknen und ich werde noch einmal jagen gehen... Vielleicht habe ich Glück und finde noch so einen fetten Eber." Zwinkernd gab er ihr noch einen Kuss und sah sie kurz mahnend an, "Und pass auf dich auf..." Dann drehte er sich um und verließ die Küche wieder. Kurz verschwand er im Keller um noch einen der Leinensäcke mitzunehmen und betrat dann wieder den Innenhof. Die Sonne begrüßte ihn und wärmte seine Haut, trotz des kühlen Klimas und des Windes. Er schmunzelte und pfiff leise nach Charr, er wollte das Jungtier mitnehmen auf einen Jagdzug. Der Wolf war ziemlich groß geworden und Théro hatte ihm Respekt beigebracht und heimlich sogar etwas trainiert, sodass er auf Worte und Gesten hörte wie ein Hund. Es war interessant, das Charr sich so schnell an ihn gewöhnt hatte und ihn als Leitwolf ansah. Ob schon jemals ein anderer einen Wolf als Gefährten hatte? Grinsend verschwand er schließlich wieder im Wald, von dem leisen Pfotengetrippel verfolgt.

Sie hatten tatsächlich eine Fährte gefunden und dem Nordmann war es gelungen eine Gruppe Wild aufzustöbern. Geschickt und leise hatte er sich heran gepirscht, aber der ungeduldige Wolf musste nach vorne preschen und die Rehe auseinanderjagen, sodass ihm nur ein einziger Schuss glückte. Zumindestens hatte er so eines der Rehe erlegt, auch wenn er eigentlich mehrere haben wollte. Théro grummelte leise vor sich hin, während er sich vor das erlegte Wild kniete und damit begann es auszuweiden. Es lagen schon ein paar saftige Fleischsstücke neben ihm, als er erneut die Klinge in das weiche Fleisch rammte und ein weiteres Stück herausschnitt. Charr lag neben ihm auf der Wiese und kaute an einem fleischbestückten Knochen herum. Ab und an knurrte er leise, oder japste nach Luft. Théro musste grinsen und konzentrierte sich auf das erlegte Wild vor sich. Der Frühling trieb die Tiere nur so in Scharen heraus. Es war zwar lang nicht so viel Fleisch dran wie bei dem Eber, aber dafür war es zarter und schmackhafter, fand er zumindestens. Die Sonne hing schon ziemlich tief am Himmel und er wollte vor der Abenddämmerung wieder im Kastell sein. Urplötzlich ruckte der Kopf des Wolfs herum und kurz danach auch seiner. Die vier gelben Wolfsaugen fixierten eine Stelle im Dickicht, in der es erneut knackte und rumpelte. Er griff nach seiner Armbrust, spannte sie und ging langsam zurück zu seinem Wolf. Dann kniete er sich neben ihn hin und richtete den hölzernen Lauf auf die Quelle der Geräusche. Charr knurrte leise, aber Théro beruhigte ihn wieder, "Ganz ruhig, Kleiner... Bleib schön hier, ruhig..." Dann durchbrach etwas den dunklen Waldrand und schnaubte laut auf. Der Nordmann richtete die Armbrust etwas höher, auf den Lenker des Karrens, und ließ die Waffe kurz darauf sinken. Es waren Skarvo und die fahrenden Händler, welch ein Zufall... Nun eigentlich nicht, denn er hatte mit ihnen gerechnet und seine Jagd hatte ihn in die Richtung des Clans geführt. Théro verstaute die Armbrust wieder an seinem Waffengurt und krallte eine Hand in das weite Nackenfell des Wolfs. Knurrend stand er an seiner Seite, bis Skarvo ihn sah und ihm zuwinkte. Lachend hielt er die Karawane an und stieg ab. Dann kam er langsam auf sie zu, hielt dem Wolf seine Hand hin und dieser schien die wahre Natur Skarvos zu spüren und ließ sich von ihm graulen, "Théro Wolfsherr, hm?" grinste der alte breit und der Wolf nickte ebenfalls grinsend, "Skarvo... Ihr seid spät dran. Habt ihr die Reise gut überstanden?" Er nickte und seine Augen blickten ihn kurz darauf fragend an. Eigentlich hatte er keine Lust darüber zu reden, oder nachzudenken, aber er beantwortete die ungestellte Frage trotzdem, "Es ist alles in Ordnung... Du weißt doch, die Zeit heilt alle Wunden. Bei manchen langsam und bei uns schneller..." Er zwinkerte ihm zu und nickte in Richtung der Karren, "Ich lade noch mein Fleisch auf und dann komme ich mit euch..." Der Nordmann stopfte die rohen Fleischsstücke in den Leinensack und warf ihn auf Skarvos Karren. Dann nahm er die blutige Keule und warf sie so weit er konnte in den Wald hinein. Kurz darauf war mit ihr auch Charr verschwunden und der Nordmann stieg zusammen mit dem alten Händler auf den Kutschbock. Dann rumpelten die Wagen auch schon wieder los, weiter in die Richtung des Kastells.

"...schlussendlich haben wir also beschlossen, das es für uns genug Handel war. Die Jungen sollen das von nun an übernehmen." Théro sah Skarvo stirnrunzelnd an, "Achja? Nun... Wie der Zufall es so will, wollte ich dich fragen ob du nicht ins Kastell ziehen willst. Aenaeris will zurück nach Arcanis und ich will es nicht leerstehen lassen." "Das käme mir gelegen. Ich schätze wir müssen die Feste mit deinem Wolf teilen?" Théro nickte grinsend und sah geradeaus. Die Wagen rumpelten über Steine und fuhren in den Innenhof des Kastells hinein. Es waren nur vier an der Zahl, anscheinend hatten sie die restlichen verkauft, denn der Preis an die Orks und den Winter war hoch gewesen, "Wir? Hm, ja... Aber du bringst ihn schon unter Kontrolle." "Ja, ich habe ein Weib gefunden... Und Jeraz bleibt mit seiner Frau ebenfalls hier, wenn dir das Recht ist." Der Wolfssöldner nickte nachdenklich und stieg von dem Karren ab. Er begrüßte die anderen und schmunzelte kurz, "Es gibt noch nicht so viel Platz und wie du siehst, ist es nicht das was es einmal war... Aber ihr könnt euch in der Haupthalle einrichten. Ich habe schon Dachbalken gefällt, wenn ihr den Dachstuhl neu aufbaut, könnt ihr dort oben eure Zimmer einrichten, der erste Stock ist schon vergeben." Skarvo grinste und klopfte ihm auf die Schulter, "Jeraz kennt sich damit aus, er wird sicher etwas draus machen. Steine hast du sicher auch noch genug, wir werden hier eine Menge Arbeit haben... Aber es sieht gar nicht so schlecht aus." Théro hob die Hand und deutete auf den Burgried, "Das ist Charrs Reich, ich würde dort also nicht anfangen mit den Reperaturen. Der Stall braucht Bretter, ihr behaltet sicher einen Wagen und eure Pferde hier, nicht wahr?" "Ja, zwei aber nur, sonst können die anderen nicht weiterziehen. Wir haben auch noch einige Vorräte und andere Dinge dabei, sollte also kein Problem sein sich hier einzurichten." Er wollte gerade etwas darauf erwidern, als Aenaeris aus der Tür des Herrenhauses kam. Zwinkernd wandte er sich zu ihr um und ging ihr entgegen, den Fleischssack in der Hand. Dann berichtete er ihr von Skarvos und seiner Entscheidung und sah die Vorfreude in ihren Augen aufleuchten. Trotzdem musste er sie etwas mindern, denn es würde nun schnell gehen, "Ich habe bereits mit den Händlern gesprochen, sie bleiben höchstens ein oder zwei Tage... Es bleibt uns also nicht allzuviel Zeit um alles vorzubereiten. Aber begrüße sie erst einmal, ich bringe das Fleisch rauf, komme gleich wieder...
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Re: Die Feuerpriesterin und der Wolf

Beitrag von Aenaeris » Mi, 26. Sep 2012 12:29

Aenaeris saß ein wenig missmutig in der Küche. Es war eine unglaublich langwierige und schwierige Aufgabe, das Fleisch richtig zur Faser zu schneiden mit dem kleinen Dolch, mit dem sie sich begnügen musste. Er war mehr säbeln als schneiden, doch der Dolch war zumindest scharf, so dass der Dolch trotzdem recht sauber durch das Fleisch glitt. Die eingesalzenen Streifen legte sie über dünne Stöcke und platzierte diese nahe am Feuer, so dass diese nicht geröstet aber schneller trockneten als wenn man sie einfach lufttrocknen ließ. Sie hatten wenig Zeit und es ging nicht anders. Sie freute sich schon, das Kastell zu verlassen, und sie freute sich, Skarvo wieder zu sehen. Er hatte einige Zwiebeln und Rüben spendiert, und Aenaeris hatte damit einen großen Kessel voll Eintopf mit Getreide und viel Fleisch gekocht, zusätzlich zu dem riesigen Stück Wild, das über dem Feuer briet. Es waren einige Händler und Söldner, die versorgt werden wollten, und auch das fahrende Volk war willkommen. Sie wusste nicht sicher, ob Skarvo sein Fleisch ebenfalls roh und blutig bevorzugte, wie Théro, und sie wusste auch nicht, wie es all die anderen Händler halten würden. Sie ging einfach davon aus, dass im Zweifelsfall jeder, der sein Fleisch sonst roh bevorzugte, höflich genug sein würde, das Fleisch auch gebraten zu verzehren. Wer wusste schon, wie viele Werwölfe sich tatsächlich unter den Händlern befanden? Sie hatte aus dem Keller noch einige Flaschen aus ihrem Vorrat an Schnaps Wein und Met geholt. Théro kam zu ihr in die Küche. Er kniete sich neben sie und strich ihr mit seiner großen Hand wohltuend über den Rücken. „Charr bleibt hier?“ fragte sie ihn nach einer Weile. „Willst Du ihn nicht mitnehmen?“ Sie war ein wenig verwundert darüber, er hatte erst wenige Wochen mit ihm verbracht seit sie aus dem Clan zurückgekommen waren, und wollte er ihn wieder zurücklassen. War es so ungewöhnlich, einen Wolf als Weggefährten mit sich zu führen? Théro sah sie an, als wäre sie verrückt geworden. „Doch, ich meine es Ernst… lass uns den Wolf mitnehmen, warum denn auch nicht? Er hat sich längst an Dich gewöhnt, es wäre idiotisch, ihn jetzt hier zu lassen, du bist sein Rudel, wenn man es so nennen möchte…“ Sie rührte noch einmal den Eintopf um. „Dass der alte Skarvo sich noch einmal ein Weib nimmt überrascht mich nun schon ein wenig…“ lachte sie „Aber es ist gut, dass er sich nun zur Ruhe setzt, nicht wahr?“

Nach dem Essen saßen alle noch zusammen, tranken Wein, Met und Schnaps und besprachen alles weitere Vorgehen, sowohl was das Kastell betraf als auch die Reise. Die Händler konnten es nicht abwarten, die wilden Lande endlich zu verlassen und würden ihren Weg durch Coralay und Cathrad fortsetzen. Das fahrende Volk würde sich am Treffpunkt des fahrenden Volkes von der Händlertruppe abspalten. Wo genau dieser Ort war, wusste außer dem fahrenden Volk niemand, und jene, die nicht dazu gehörten, würden es auch nie erfahren. Die Händler strebten den Handelsposten an, der nicht weit von Shuridron lag. Aenaeris hatte sich die Karte lange angesehen und spielte mit dem Gedanken, vom Handelsposten nach Shuridron zu laufen. Wenn sie sich beeilten, würden sie nur drei bis vier Tagesmärsche nach Shuridron bewältigen. Von dort gab es bestimmt die Möglichkeit, auf einem Schiff anzuheuern und auf dem Châbur entlang zu fahren. Dieser mündete später in den Aras und von dort würden sie, wenn sie wollten, bis nach Merridia fahren können. Arcanis war dann von diesem Punkt aus nur mehr ein Katzensprung. Dies war zumindest einmal etwas anderes, als zu Fuß unterwegs zu sein, und außerdem ging es erheblich schneller. Die Küche war sonst immer recht leer, weil sonst nur Aenaeris und Théro darin saßen. Doch heute war es beinahe brechend voll in der Küche. Es war anders als damals in den wilden Landen als sie bei den fahrenden Händlern waren, damals saßen die Händler getrennt von dem fahrenden Volk. Wenn es nach Théro gegangen wäre, hätte er diese unten in der Eingangshalle sitzen lassen, da er ihnen augenscheinlich nicht vertraute, doch es war schließlich Aenaeris, die diese trotzdem einlud, sich zu Ihnen zu gesellen und mit Ihnen zu essen und zu trinken. Diese dankten es ihr, in dem sie aufspielten und einige ihrer Weisen zum Besten gaben. Aenaeris hatte es sich mit dem Kopf in Théros Schoß bequem gemacht und lauschte mit geschlossenen Augen den Spielleuten. Sie hatte einen Becher Wein zu viel getrunken und war nun ziemlich müde. Irgendwann war sie eingeschlafen, und Théro weckte sie sacht, als die Händler sich zurückgezogen, und im gesamten Kastell verteilt hatten. Sie stützte sich schlaftrunken bei Théro ab, während sie hinüber ins Schlafzimmer gingen. Sie betrachtete mit zugekniffenen Augen den Türrahmen, in dem er die Tür nicht erneuert hatte. Damals hatte er noch den Gedanken gehabt, dass sie hier alleine im Kastell keine Privatsphäre bräuchten, somit hatte das Zimmer nie eine Tür erhalten. Théro grummelte ein wenig, doch dann legte er sich auf das Lager und Aenaeris tat es ihm gleich. Sie schmiegte sich in seinen Arm und schloss die Augen. „Morgen ist es soweit…“ flüsterte sie ihm glücklich zu, bevor sie wieder einschlief.

Am nächsten Morgen weckte Théro Aenaeris. Es war noch ziemlich früh, die Sonne war noch nicht aufgegangen doch es war schon ziemlich laut in den Räumen, irgendwo schnatterte oder lachte immer jemand und Aenaeris murrte unzufrieden und drehte sich am Lager wieder um und döste einfach weiter. Als die Sonne später in ihr Gesicht schien und sie damit weckte, schälte sie sich unwillig aus dem warmen Bett. Es war recht kühl in dem Raum, das Holz im Feuerkorb war vermutlich schon vor Stunden ausgegangen und Théro hatte kein Feuerholz nachgelegt, so dass die Kälte bereits wieder durch die Mauern kroch und sich in dem Raum ausbreitete. Als sie die Küche betrat, waren die meisten schon fertig mit dem Frühstück. Aenaeris erntete den einen oder anderen missbilligenden Blick, vermutlich weil sie einfach länger geschlafen hatte als alle anderen und damit den Zeitplan durcheinander gebracht hatte. Sie würde nichts essen, dadurch konnten sie zumindest ein wenig verlorene Zeit aufholen. Zumindest hatte Théro alle notwendige eingepackt und hergerichtet, das Trockenfleisch, Trockenfrüchte und die Wasserschläuche. Sie verabschiedeten sich herzlich von Skarvo und seinem Weib und von Jeraz und seiner Frau, und stiegen hinten in den Laderaum einer der Karren. Auch Charr sprang dazu, als Théro ihn mit einer Geste dazu aufforderte und die Karren setzten sich bald holpernd und knarrend in Bewegung. Sie benutzten die breiten Handelswege, auf anderen würden sie mit den breiten Karren nicht vorankommen. Sie waren bereits Stunden unterwegs, und Aenaeris tippte jetzt schon ungeduldig mit den Fingern auf ihrem Oberschenkel. Zu Fuß wäre sie den Karren vermutlich bereits weit voraus gelaufen, und wie viel der Strecke sie auf Abari bereits geschafft hätte, wenn es ihn noch gegeben hätte, wollte sie gar nicht erst denken. Es würde eine langwierige Reise werden, doch sie hatten so schlechte Zeiten hinter sich, es konnte einfach nur bergauf gehen…
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Re: Die Feuerpriesterin und der Wolf

Beitrag von Thėro Schattenmal » Mi, 26. Sep 2012 18:39

Der Nordmann sah aus dem Karren hinaus. Er hatte dies nun schon öfter getan und drehte immer wieder den Kopf in diese Richtung. Am Anfang hatte er noch das Kastell gesehen und die Wälder darum. Nun sah er nur noch mehr die Berge an denen das Herrenhaus gebaut wurde. Er dachte an Skarvo und die Händler und fragte sich ob sie dort zurecht kommen würden. Natürlich würden sie das, er konnte gut jagen und die Frauen waren sicher nicht nur Zierde. Er lächelte kurz traurig, irgendwie war es nun doch als ob er seine Heimat ein zweites mal hinter sich lassen würde. Er hatte seinen Clan verlassen, zweimal, hatte alles verlassen wo er jemals zu Hause gewesen war. Vielleicht war es einfach Schicksal und dem Wolf war keine Ruhe vergönnt. Immerzu sollte er durch die Nordreiche reisen. Er drehte den Kopf und sah kurz Aenaeris an, sah auf ihre nervös tippelnden Finger und senkte dann den Kopf. Er starrte eine Weile auf seine Stiefel, ehe er die Augen schloss. Wahrscheinlich würde sie am liebsten vorne auf den Kutschbock kriechen und die Händler vom Karren schmeißen, nur um die Pferde richtig anzutreiben. Sie war so ungeduldig und vorfreudig, das er sich fragte ob sie die restliche Reise im Galopp verbringen würden. Andererseits war er genauso, nur gegenteilig. Es war als ließ er ein Stück von sich zurück, Heimat, Arbeit und Vergangenheit. Er wollte die wilden Lande nicht schon wieder verlassen, er hasste diese ganzen Städte und auch die Menschen. Man konnte ja nicht einmal den Gastwirten vertrauen, oder den Bettlern... Jeder versuchte einen zu betrügen oder zu bestehlen. Er wollte nicht dorthin, nie wieder, Städte waren einfach nichts für Nordmänner. Erst recht nicht für jene, die eine wilde Bestie in sich trugen. Der Nordmann fuhr sich durch die langen, blonden Haare und trank einen Schluck aus seinem Wasserschlauch. Sein Blick richtete sich auf die Kisten und auf ihre eigenen Sachen. Er hatte aus den Satteltaschen mehr oder weniger gute Tragetaschen gemacht, in denen sich nun ihr Proviant befand. Ja, was hatten sie eigentlich noch dabei ausser dem Proviant? Nicht wirklich viel. Das goldene Amulett würde vielleicht gerade reichen um seine neue Streitaxt zu bezahlen und ihr Geldvorrat war schon lange erschöpft. Sie hatten noch ein paar Felle und andere nützliche Dinge mitgenommen, aber sie hatten eigentlich nichts. Sie waren so gut wie Bettler, er wusste überhaupt nicht wie sie das alles bezahlen wollte. Sie konnten sich wahrscheinlich nichtmal das Gasthaus in Shuridron leisten, geschweige denn dort zu essen. Sollten sie in den Wäldern schlafen? Dann hätten sie auch in dem Kastell bleiben können... Théro knurrte leise auf und lehnte sich zurück, nur um erneut aus dem Karren heraus zuschauen. Es war einfach schlecht geplant und sie hatten nichts. Bei den Ahnen, als Söldner würde er nicht mehr arbeiten. Davon hatte er genug, er hatte genug sich seinen Körper zerfetzen zu lassen, nur damit ein Händler seine feinen Stoffen unversehrt nach Merridia schaffen konnte und ihm anschließend ein paar Münzen in die Hand drückte.

Es war dunkel geworden und nun saß Théro unruhig da. Die Karren rumpelten noch immer vor sich hin, auch wenn sie bald abbrechen und ein Lager aufschlagen würden. Er starrte in die Wälder und auf die breite Handelsstraße hinter sich und seine Augen waren längst glasig, vom in die Ferne starren. Er hatte die trüben Gedanken mehr oder weniger beendet, denn schließlich tat er dies alles für Aenaeris, weil er sie liebte. Aber heimlich und unbewusst warf er ihr es doch vor. Er knurrte leise, sie hatte ihn überredet von dort wegzugehen und zurück in die verdammten Städte und Siedlungen zu gehen. Wieder ziellos durch die Wälder zu streifen und kaum über die Runden zu kommen. Er konnte es sich nicht leisten so nahe an den Dörfern jagen zu gehen und sie konnten es sich nicht leisten essen zu kaufen. Er fragte sich noch immer woher sie Geld bekommen sollten, aber wahrscheinlich würde Aenaeris schon einen Weg finden. Er hoffte nur das dieser Weg ohne Blut enden würde, er war es irgendwie Leid ihre Probleme auszubügeln. Auch wenn das hart klingen mochte und er es eigentlich nicht so meinte, aber sie schien Probleme und böse Dinge anzuziehen wie die Erde das Regenwasser. Sein Kopf fiel kurz nach unten und ruckte dann wieder hoch, der Nordmann war müde und unkonzentriert. Dabei hatte er kaum etwas getan, ausser hier zu sitzen und nachzudenken. Aber gar nichts zu tun war oft schlimmer als viel zu tun. Er sah wieder in die Ferne und fragte sich ob Skarvo und die Händler im Kastell wirklich zurechtkamen. Es machte ihm einige Sorgen, das er Charr zurücklassen musste. Ob Skarvo mit ihm zurechtkommen würde, zweifelte er nicht an. Aber die anderen Menschen machten ihm Sorgen. Es war ihm egal ob der kleine Wolf sich an ihn erinnerte, oder auf ihn wartete. Hauptsache er blieb am Leben und schaffte es auszuwachsen. Das wäre auf so einer Reise niemals möglich, alleine die Händler und ihre Karren wären viel zu viel für Charr gewesen. Er war schlussendlich ein wildes Tier und die Menschen waren Beute... Oder aber Rivalen. Die Augen fielen ihm langsam zu und er sackte etwas zurück. Aber selbst wenn er es geschafft hätte Charr unter Kontrolle und bei sich zu halten, hätten sie in doch spätestens in der nächsten Stadt erschossen. Nur weil sie es konnten, wegen seinem Fell, oder einfach weil es ein gefährliches Tier war. Er verlor den Faden von diesen Gedanken und schimmerte ins Traumreich hinüber. Er träumte von der Heimat und der Vergangenheit, träumte von Feuer, Blut und Schwärze...

Die Tage und Wochen zogen an ihnen vorrüber und die Zeit verging langsam und zäh. Théro hatte sich mittlerweile ein paar Äste gesucht und wieder damit begonnen zu schnitzen. Er schnitzte dies oder das, Bolzen oder Waffengriffe, kleine Statuen oder Amulette. Zeit dafür war wahrlich genug vorhanden und zumindestens würden diese Dinge ein wenig Geld in ihre leeren Beutel bringen. Die Spitze seines Messer puhlte in dem weichen Holz herum und ab und an pustete er den Staub und die Späne weg. Zum Glück hatte er ein paar starke Bäume gefunden, dessen Holz sich gut beabreiten ließ. Die Nächte dagegen verbrachte er immer öfter in der Wildnis. Er wollte Aenaeris nicht vernachlässigen, aber andererseits musste er es wohl ausnutzen solange er noch in der Wildnis war und sich verwandeln konnte. Sein Blutdurst war größer geworden, seit dem Vorfall im Clan, und die Bestie scheinbar auch. Aber er hatte noch immer mehr Macht als sie und schaffte es sie nieder zukämpfen, auch in den Vollmondnächten. Die Karren wurden merklich langsamer und er hob den Kopf. Sein Blick blieb kurz auf der Arcanierin hängen, ehe er die unfertige Statue in die Tasche packte und mit dem Messer in der Hand aus dem Karren sprang. Kurz darauf hielten die Pferde und ihre hölzernen Gefolge vollends an. Als er herumging sah er auch schließlich warum. Sie waren im Handelsposten angekommen und somit rückte die Stunde ihrer Verabschiedung wohl immer näher. Er ging zurück und hob Aenaeris aus dem Karren. Dann raffte er seine Sachen zusammen und verpackte alles noch einmal ordentlich. Der Nordmann trug seine Lederrüstung, mitsamt dem Kettenhemd, und über seine Brust spannte sich der lederne Waffengurt der Armbrust. Das Messer verschwand wieder im Stiefel und Théro packte die Taschen zusammen und überprüfte ihren Inhalt. Die Reise hatte schon stark an ihrem Proviant gezehrt, aber den Ahnen sei dank hatte er genug Fleisch gefunden, sodass es zumindestens an Trockenfleisch nicht mangelte. Schließlich drehte er sich wieder zu Aenaeris um, packte sie und zog sie an sich heran. Er umschloss ihre Taille eng und küsste sie lang. Kurz teilte seine Zunge ihre Lippen, ehe er sich wieder von ihr löste und in ihre Augen sah, "Verabschieden wir uns, ich schätze von hier aus müssen wir zu Fuß nach Shruidron, ich hoffe sie erinnern sich dort nicht an uns."
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Re: Die Feuerpriesterin und der Wolf

Beitrag von Aenaeris » Do, 27. Sep 2012 20:03

Aenaeris und Théro hatten die Wagen verlassen. Sie bedankten sich bei den Händlern noch fürs mitnehmen, wünschten ihnen noch eine gute Weiterreise und verließen dann den Weg und schlugen sich in die Wälder. Die Wälder in Coralay und Cathrad waren nicht mehr reine Kiefernwälder wie in den wilden Landen, es gab auch viele Laubbäume und dieser Umstand alleine machte schon vieles aus. Es war schon dämmrig, und sie liefen unermüdlich durch den Wald auf den festgetretenen Wegen. Es war beinahe totenstill in diesem Wald, was Aenaeris ein wenig unheimlich fand, irgendwelche Geräusche im Wald gab es doch immer, doch sie hörte nur die lauten Schritte von ihnen, wie sie knackend Äste brachen, durch das Laub raschelten und sie hörte ihrer beiden Atem, die mehr oder weniger keuchend gingen. Nach einer Weile meinte Aenaeris zu Théro „Ich kann nicht mehr weiter, lass uns hier unser Lager aufschlagen hm?“ Er stand ein wenig unschlüssig herum, und nickte dann. Lager aufschlagen war beinahe übertrieben, es gab kein Pferd zu versorgen, sie hatten keine Decken, sie konnten höchstens ein Lagerfeuer errichten und am Trockenfleisch knabbern. Aenaeris betrachtete Théro forschend im Schein des Feuers. „Es macht Dir etwas aus, hab ich nicht Recht?“ Er schreckte aus seinen Gedanken hoch und sah sie verständnislos an. „Ich meine, dass wir das Kastell verlassen haben, Du tust es nur für mich, nicht wahr?“ Er brummte, sagte aber weder nein, noch ja. Aenaeris scherzte „Wenn sie mich erwischen, kannst Du ins Kastell zurückgehen.“ Théro fand es anscheinend nicht so lustig wie sie sondern rollte nur mit den Augen. Sie stand auf und setzte sich an seine Seite, und lehnte sich an ihn an. „Sie werden mich aber nicht kriegen … und Dich auch nicht … niemand wird uns erkennen … und wenn doch, dann werde ich ihn töten …“ zwinkerte sie. Théro sah sie zweifelnd an, doch wahrscheinlich wusste er insgeheim, dass sie es Ernst meinen könnte. „Wir kamen mit nichts ins Kastell, und wir gingen mit nichts wieder… ich könnte in Arcanis oder Merindar wieder als Schankmaid arbeiten, was meinst Du? Ich arbeite den ganzen Tag, und Du hockst den ganzen Tag in der Schenke, versäufst das Geld, das ich verdiene und und passt auf, dass mir keiner zu nahe kommt…“ lachte sie. Sie holte sich ein Stück Trockenfleisch hervor und begann daran herum zu kauen. Dann sah sie ihm in die Augen und strich ihm mit der Hand über sein Gesicht. „Ich danke Dir, dass Du das Du das alles auf dich nimmst, nur weil ich das will. Ich weiß das wirklich sehr zu schätzen… eines Tages mache ich es bestimmt wieder gut… ich weiß, wie sehr Du Städte hasst…“ Wir sind einfach zu verschieden in dieser Weise …“

Als sie sich zu ihm beugte, um ihn zu küssen, sah sie plötzlich hinter ihm im Wald ein Licht, ein kurzes aufblitzen … irritiert und gleichzeitig neugierig sah sie auf. Was war das? Die Wälder hier waren so still, hier konnte sich niemand bewegen, ohne zumindest ein wenig Lärm zu machen, dass hier jemand rumschlich, ohne dass man zumindest ein Ästeknacken oder Laubrascheln vernehmen konnte, war höchst unwahrscheinlich. Neugierig stand sie auf und verließ den Waldboden. „Wohin gehst Du?“ fragte Théro sie. „Pssst“ meinte Aenaeris und winkte ab. Sie lief über den weichen Waldboden, in Richtung des Lichts. Dann sah sie es erneut, es war nur nicht mehr exakt an der selben Stelle. Sie lief noch wenige Schritte, dann spürte sie, wie der Boden langsam unter ihren Füßen nachgab. Zunächst ignorierte sie es. Wahrscheinlich hatte es die letzten Tage stark geregnet und der Waldboden war einfach nur aufgeweicht. Doch je weiter sie in den Wald lief, desto mehr matschiger und beinahe flüssiger wurde es, bis sie gewahr wurde dass sie langsam aber stetig versank. „Théro… ich versinke… was ist das hier nur?“ rief sie und ein banges Gefühl beschlich sie. In der Ferne sah sie wieder ein aufblitzen. Mit wenigen Sätzen war er bei ihr und zog sie hinaus. Offensichtlich hatte er die Lage schnell erfasst. „Raus hier…“ knurrte er und schnell liefen sie wieder zu ihrem Lager zurück, bis sie wieder festen Boden unter den Beinen spürten. „Was… bei den Göttern… was ist das hier?“ fragte sie und ihre Stimme zitterte ein wenig und sie keuchte vor Angst und Aufregung. „Wahrscheinlich sind wir in den Sümpfen von Coralay und Cathrads…“ meinte Théro. Nun war klar, dass das Aufblitzen im Wald Irrlichter gewesen waren. Sie hatten keine Karte, auf die sie blicken konnten, vermutlich wäre es auf einer Karte eingezeichnet gewesen. Warum hatte sie es nicht bemerkt, als sie sich vorher die Karte der Händler angesehen hatte? Unter diesen Umständen war heute an ein weiterziehen nicht mehr zu denken, sie wagten es nicht, in der Dunkelheit durch die Sümpfe zu ziehen, schon am Tage war dies ein riskantes Unterfangen… Aenaeris war der Appetit vergangen. Sie fragte sich, ob Théro auch heute Nacht als Wolf umherstreifen würde, in dieser Landschaft, die beinahe gefährlicher zu sein schien, als die wilden Lande… Sie schmiegte sich an Théro und lauschte dieser unheimlichen Stille, als wäre etwas in den Wäldern, das zu hören sie versuchte. Es dauerte ewig, bis sie müde genug war, um einzuschlafen. Ihr letzter Gedanke, bevor sie endlich in den Schlaf fand, war, endlich in Shuridron anzukommen…

Am nächsten Morgen liefen sie Stunden, bis um die Mittagszeit. Aenaeris hatte die letzten Monate sehr viel an Durchhaltevermögen entwickelt. Es war nun nicht mehr so, dass sie immer und ewig zurückfiel. Nachdem sie Abari verloren hatten, musste sie zu Fuß Théros Tempo im Schnee mithalten, im Vergleich dazu war diese Reise das reinste Kinderspiel. Als sie Mittags Pause machten, meinte Aenaeris „Hast Du Dir eigentlich schon Gedanken gemacht, wie wir in Shuridron verfahren werden? Möchtest Du auf einem Schiff anheuern? Ich war noch nie auf einem Schiff … Wir könnten auch unser Halunkenleben in Shuridron fortsetzen und uns Pferde besorgen … oder aber wir laufen zu Fuß weiter, was ich ehrlich gesagt nicht möchte…“ Théro sah sie ein wenig seltsam an, vermutlich lag er daran, dass sie ernsthaft vorschlug, dass sie Pferde klauen wollte. Sie kniff die Augen zusammen und sah ihn ein wenig beleidigt an. „Sieh mich nicht so an, es ist ja nicht so, dass wir nicht schon genug Dreck am Stecken haben…Du genauso wie ich… ich habe keine Lust, ewig zu Fußzu laufen… ich vermisse Abari und ich hätte gerne ein neues Pferd. Aber Du weißt, wie teuer diese Tiere sind… Auf dem ehrlichen Weg können wir uns niemals ein Pferd kaufen. Das hätten wir vielleicht können, als der Geldbeutel von meinen Eltern noch unangetastet war. Was haben wir nur Geld verprasst! Was haben wir schon groß damit angestellt? Wir haben hauptsächlich die Schenken damit bezahlt, Essen, Unterkunft, meine Kleider, und den Rest haben wir bei den Händlern gelassen, und all der Tand liegt nun im Kastell und einzig Skarvo und seine Gefährten haben etwas davon… Auf ehrlichem Weg erreicht man nichts… wir holen uns alles, was wir brauchen.. wir führen momentan ein Leben wie die Bettler… wir haben nichts, außer die wenigen Dinge, die wir mit uns führen…“ Sie wollte sich nicht beklagen, denn immerhin waren sie nun hier, weil sie es so wollte. Aenaeris seufzte. Sie hatte das Gefühl, sie war immer unzufrieden, egal, was sie gerade tat. Unzufrieden holte sie ihre Zunderbüchse hervor und begann damit eher lustlos herum zu zündeln, anstatt ein Feuer zu machen. Théro tat ihr leid… er tat immer zu, was sie wollte und sie war so ein schwieriges Frauenzimmer… Sie dachte an ein Bad… das wäre jetzt genau das Richtige…
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Re: Die Feuerpriesterin und der Wolf

Beitrag von Thėro Schattenmal » Do, 27. Sep 2012 22:30

Der Nordmann schüttelte den Kopf und beobachtete sie dabei, wie sie mit der Zunderbüchse herumspielte. Ja es war sicher einfacher Pferde zu klauen, aber irgendwann würden sie erwischt werden und ehrlich gesagt hatte er seine Hände viel zu lieb gewonnen um sie aufgrund von Pferdediebstahl zu verlieren. Er brummte unwillig vor sich hin und musterte Aenaeris. Es schien als wäre sie schon wieder unzufrieden damit, das sie nun hier draussen hockten und nichts dabei hatten. Sie war unzufrieden das sie nichts besaßen, weil sie nicht wussten wie sie weiterkommen sollte... Sie war unzufrieden im Kastell gewesen und unzufrieden mit dem Leben als Priesterin. Letzteres konnte er zwar nur vermuten, aber das tat sowieso nichts zur Sache. Sollte nun einer diese Frau verstehen, egal was sie tat und er für sie tat... Es schien als wäre sie nie wirklich mit dem zufrieden was sie hatte. Sie wollte zwar immer alles haben, aber sobald sie es bekam war es nach ein paar Tagen wieder uninteressant. Er hatte wieder sein Messer gezückt und schabte die Rinde von einem dünnen Zweig. Seine Aufmerksamkeit richtete sich wieder auf das Stück Holz und er brummte missmutig, "Ist ja nicht meine Schuld das wir nichts mehr haben und mitten in den Sümpfen sitzen, hm? Und das Geld hast hauptsächlich du verprasst." Er sah auf und blickte sie mit hochgezogener Augenbraue an. Allein die vielen Münzen die an die Händler gegangen waren, er wusste gar nicht was sie alles damit angestellt hatte. So teuer konnten die Sachen ja wirklich nicht gewesen sein. Er verzog seine Lippen kurz zu einem Lächeln, um anzudeuten das die Worte nicht ganz ernst gemeint waren und richtete den Blick wieder auf das Stück Holz. Seine tiefblauen Augen hatte er schon vor langem verloren, größtenteils ersetzt durch das Gelb des Wolfes. Théro zuckte leicht mit den Schultern, "Mir einerlei, wie oder wohin wir reisen... Du wolltest weg und irgendwohin, also entscheide du was wir tun." Er sah wieder auf und ließ das Messer etwas sinken. Sein Blick suchte nach ihrem und er musterte die braunen Augen, die ihn anblickten, "Ich bin kein kleiner Dieb und wir müssen uns ja nicht auffälliger verhalten, als wir sowieso schon sind, oder?"

Schließlich stand er wieder auf, warf den zerschnitzten Stock weg und schob das Messer zurück an seinen Platz. Er half Aenaeris aufzustehen und sah sich grummelnd um. Ohne seine Hilfe wäre sie ja bereits gestern im Sumpf versunken und qualvoll ertrunken. Hätte er sie alleine losziehen lassen, würde sie keinen Tag in der Wildnis überleben. Der Nordmann bog einen Ast zur Seite und wartete bis sie an ihm vorübergegangen war. Dann folgte er ihr und starrte auf ihren Rücken. Sie mochte sich vielleicht in den Städten auskennen und dort besser zurechtkommen. Der Unterschied aber war das er auch hier überleben konnte, allein mit seinen Fähigkeiten. In den Dörfern und Städten dagegen brauchte man immer Geld zum Überleben. Man musste handeln und verkaufen... Musste kaufen und dafür bezahlen um irgendwo zu schlafen. Er knurrte erneut leise vor sich hin, irgendwie wurde er die schlechte Laune nicht recht los. "Aber egal wohins geht, schleif mich ja nicht in so eine große Stadt... Ich ertrag den Fäkaliengestank nicht und die vielen Menschen." Er war nunmal ein wildes Tier und man konnte ihn nicht in einer Stadt einsperren. Irgendwann würde er dort durchdrehen und in Tobsucht jemandem umbringen. Dann würde die Stadtwache ihn jagen und im schlimmsten Fall würden Werwolfsjäger dazukommen. Es gab mehrere Gruppierungen und er hatte bisher Glück ihnen nie begegnet zu sein. Ein Schnitt mit ihren Silberschwertern, oder ein gefiederter Pfeil in seinem Körper und er würde qualvoll sterben. Kopfschüttelnd verjagte er die Gedanken und es schmatzte leise als er seine Stiefel zum gefühlten tausendsten Mal an diesem Tag aus dem Morast zog und weitermarschierte. Er würde sicher auch bald Neue brauchen, das Leder war ziemlich abgewetzt und sie würden nicht ewig halten. Ausserdem war er diese ewigen Schlammspritzer leid, die seine Rüstung beschmutzten und ihm ab und an sogar im Gesicht landeten. Seine Hände griffen nach den Gurten und er zurrte sie etwas enger an seinen Körper, dann fasste er an Aenaeris Arm und blieb kurz mit ihr stehen, "Wie weit ist es denn noch?" Er sah ihr ahnungsloses Gesicht und brauchte gar keine Antwort von ihr zu hören, "Du hast die verdammte Karte gelesen, nicht ich..." grummelte er unwillig vor sich hin und schob sich an ihr vorbei. Witternd hob er die Nase in die Luft und schnupperte, aber hier gab es wirklich gar nichts. Keine Menschen und kein Wild, also blieb ihnen wohl nichts anders übrig als einfach weiterzulaufen.

Sie liefen weiter, bis es dunkel wurde. Der Nordmann hatte sich eine Fackel gebastelt, aus einem breiten schweren Ast und etwas Zunder in dessen Spitze. Erneut schob er ein paar Blätter zur Seite und endlich betrat er wieder festen Boden. Vielleicht waren sie immer noch nicht aus dem Sumpf draussen und es handelte sich nur um eine Insel, aber die Erde war endlich wieder trocken und fest unter seinem Stiefel. Er machte ein paar Schritte weiter und blieb dann stehen. Sein Blick ging hinauf in den Himmel und einen Moment starrte er die Vollmondscheibe zwischen den kleinen Sternen an. Dann ging er in die Knie und rammte die Fackel in den Boden. Er schnallte sich die Felle und Taschen ab und ließ den Waffengurt zu Boden gleiten. Den ganzen Tag durchzulaufen war letztendlich doch anstrengend, auch für einen ausdauernden Nordmann wie ihn. Er fragte sich wie Aenaeris das überhaupt aushielt und wie sie es schaffte mit ihm Schritt zu halten. Aber andererseits legte er längst keine schnelle Gangart vor und sie machten oft genug kleine Zwischenpausen. Er entblößte zwei Reihen scharfer Zähne, als er kurz grinste und sich auf den Hintern zurückfallen ließ. Dann streckte er sich quer dort aus, wo er lag und stützte sich auf seine Unterarme. Er sah in den Himmel, musterte die Sterne und den Mond auf der Suche nach Antworten oder seiner Zukunft. Aber er fand weder das eine, noch das andere. Reine Ungewissheit war die immergleiche Folge solcher Gedanken und Hoffnungen. Dann wandte er den Kopf nach Aenaeris um und beobachtete sie eine Weile. Die Fackel spendete nur mäßig Licht und fast gar keine Wärme, aber das war auch nicht mehr notwendig. Zumindestens für ihn nicht, denn der Winter war fort und seine Kleidung und Rüstung wärmte ihn gleichermaßen wie die Anstrengung der langen Märsche. Wie so oft begann er dann damit seine Rüstung abzulegen und packte sie in Einzelteilen auf die Taschen. Er setzte sich dafür wieder auf und schnallte sich die Rüstungsteile ab. Als er fertig war und den Blick wieder durch die Gegend schweifen ließ, sah er das die Arcanierin an einem Stück Trockenfleisch knabberte und ihn musterte. Wahrscheinlich hatte sie ihm die ganze Zeit zugesehen, er hatte das Gefühl das sie das häufiger tat, wenn er nicht darauf achtete. Er winkte sie zu sich und schloss kurz die Augen. Er konzentrierte sich auf ihre Schritte, hörte wie sie näher kam und ebenso wie ihr Herz schlug und ihr Atem ganz leise aus ihren Lungen entwich. Er hörte förmlich das Leben in ihr pulsieren, bis es in der Nacht wieder zur Ruhe finden würde...

[18]Seine Augen öffneten sich wieder und er starrte sie einen Moment lang an. Dann nahm er ihre Hände und zog sie auf seinen Schoß. Er ließ sich wieder zurück ins weiche Gras und die harte Erde sinken und zog sie mit sich. Dann genoss er einen Moment die Nähe, die sie ihm schenkte und teilte, und gab ihr einen langen Kuss. Seine Hände strichen über ihren Rücken, fuhren durch ihr Haar und ihren Hals hinab. Er wollte mit ihr reden, wollte ihr erklären was ihn bedrückte, aber irgendwie wollte er es auch nicht. Sie hatte gewusst das er dagegen war und worauf sie sich eingelassen hatte, also brauchte er ihr das nicht noch vorzuwerfen. Er wischte die Gedanken hinfort, sie sollten für einen Moment komplett ruhen, und verschloss ihre Lippen erneut mit den seinen. Dann glitten seine Hände fordernder über ihren schlanken Körper, kniffen in ihren Hintern und fuhren zwischen ihre Schenkel. Er sah ihr in die Augen, hob ihre Röcke soweit an das er ihre sanfte Haut spürte und zog seine Hose etwas hinunter. Erneut küsste er sie kurz und flüsterte leise, "Ich liebe dich..." Théro schmunzelte und küsste sie erneut, strich mit seiner Zunge über ihre und ihre Zähne, schmeckte ihre süßen Lippen und küsste sie fordernder. Dann strichen seine Hände ihre Oberschenkel hinab und er drang leise stöhnend in sie ein, genoss das Gefühl sie wieder so zu spüren und schloss kurz die Augen. Seine rauen Finger strichen über ihren Hintern und unterstützten ihre langsamen auf und ab Bewegungen, die ihn immer schnell in den Wahnsinn trieben. Ihr junger Körper war einfach eine Droge und berauschte ihn jedes Mal mehr, als ein Krug voller Schnaps. Er stöhnte erneut dumpf in ihren Mund hinein und löste sich von ihren Lippen. Dann ließ er den Kopf zurücksinken und gab sich ganz dem Gefühl hin. Er spürte ihre Hitze, spürte das sie ebenfalls kurz davor war und versuchte es erfolgreich lange genug hinauszuzögern. Er spürte ihre Hände auf seiner Brust und wie sie es sich auf ihm bequem machte. Matt und sacht strich er ihr ein paar Haarsträhnen aus dem Gesicht und betrachtete sie einen Moment. Der Tag war erschöpfend gewesen und es dauerte nicht lange bis beide eingeschlafen waren.[/18]
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Re: Die Feuerpriesterin und der Wolf

Beitrag von Aenaeris » So, 30. Sep 2012 6:56

Es stimmte, Aenaeris war unzufrieden. Sie war ein launenhaftes Ding, und sie ließ sich von den nebensächlichsten Dingen die Laune verderben. Sie spürte, wie unzufrieden Théro war, seit sie das Kastell verlassen hatten, und das machte sie, zusammen mit den Unannehmlichkeiten, die die Natur ihnen derzeit bot, noch unzufriedener. Doch wenn sie darüber nach dachte, fand sie nichts Verwerfliches daran, wieder in eine der freien Städte zu gehen. Sie waren nun seit Sommer nur noch in der Wildnis gewesen, mit Ausnahme der kurzen Aufenthalte in den kleineren Städten um dort Rast zu machen oder sich mit dem Nötigsten zu versorgen, und nun war Frühjahr. Théro und Aenaeris waren, was das betraf, sie Feuer und Wasser. Sie liebte die Städte und die Zivilisation und er gab der rauen Wildnis in den wilden Landen den Vorzug. Manchmal fand sie, dass sie am besten harmonierten, wenn sie sich liebten. Was das betraf, war er großartig. Doch sie zweifelte manchmal, dass ihr dies auf Dauer genügen würde, wenn er sich weiterhin so bockig benehmen würde. Er war manchmal viel zu anständig, dass sie ihre Wut am liebsten bis zum Himmel schreien würde. Wer behauptete denn, dass sie sich beim Pferdeklauen so dämlich anstellen würden, dass sie erwischt würden?

Nach einigen Tagen Fußmarsch erreichten sie wahrhaftig Shuridron. Als Aenaeris in der Ferne die beleuchteten Fenster der ersten Häuser entdeckte, fiel sie Théro jauchzend um den Hals und riss ihn beinahe zu Boden, so sehr war sie erleichtert. Sie begann beinahe hysterisch zu lachen und weinen gleichzeitig und Théro bedachte sie mit einem seltsamen Blick, aber ihm solche Blicke zu entlocken, war nicht unbedingt schwer. „Endlich … endlich wieder Zivilisation …“ hauchte sie. Für einen Moment dachte sie an den toten Halbelf. Doch es war so unwahrscheinlich, dass sie jemand hier wieder erkannte. Der Tote war vermutlich viele hundert Meilen weiter weg angespült worden, aufgeschwemmt und entstellt bis zur Unkenntlichkeit, und in Shuridron selbst war ein Dorf in dem reger Durchreiseverkehr herrschte. Die Gesichter wechselten täglich und niemand konnte sich so viele Gesichter merken, und sie hatten sich ja trotz allem recht unauffällig verhalten. Aenaeris warf einen Blick in ihren Geldbeutel. Viel Geld hatten sie wahrhaftig nicht mehr, doch dass sie alles verprasst hatte, stimmte so nicht. Vermutlich würden die paar Silbermünzen noch reichen für ein paar Nächte in einer lausigen Gaststätte, die Nächtigung enthielt sowieso ein ebenso lausiges und bescheidenes Mahl. Sie hatte keine Begriffe davon, was eine Schiffsfahrt nach Merridia kosten würde, doch das konnte man ja in Erfahrung bringen. Vielleicht würde sich noch ein Besuch im Badehaus ausgehen. Als sie Richtung Shuridron gingen meinte Aenaeris. „Ich habe nachgedacht … wir sollten vielleicht vorläufig in Shuridron bleiben. Vielleicht finde ich Arbeit in einer der Schenken … Du brauchst neue Stiefel, und in den größeren Städten sind diese erheblich teurer. Wir bleiben hier, bis wir genug zusammen haben, was meinst Du? In Shuridron können wir sicher irgendwo einen Blick auf eine Karte werfen und dann entscheiden wir gemeinsam, in welche Stadt wir gehen. Wir müssen ja nicht sofort nach Arcanis, in Merindar sind wir bestimmt nicht gesucht, und dort würde mich auch niemand verfolgen … Und, Shuridron ist ein Dörfchen fast, dort gibt es kaum fünfhundert Einwohner, das ist genau das richtige für Dich, keine stinkende Großstadt…“ Théro sah sie ein wenig unglücklich an. Sie stieß ihm in die Seite „Ach, nun sei nicht so … hast Du denn überhaupt keine Lust darauf, etwas zu erleben? Wir waren jetzt beinahe neun Monate in der Wildnis, Du kannst nicht behaupten, wir haben nicht auch auf Deine Bedürfnisse geachtet …“ Sie hielt ihn im gehen auf und stellte sich vor ihn. Dann schlang sie ihre Arme um seinen Hals und sah im tief aber aufmunternd in die Augen. „Freust Du Dich denn nicht, wieder einmal in einem Bett zu schlafen?“ Sie küsste seinen Hals und becircte ihn „Wir könnten den ganzen ersten Tag Bett verbringen, und ich werde Dir alle Deine Wünsche erfüllen …“ zwinkerte sie ihm zu und fuhr ihm langsam aber eindringlich mit der Hand frech in den Schritt. „…wir trinken Wein, oder Bier, stehen den ganzen Tag nicht auf, und schauen dann, was der nächste Tag bringt. Ich habe einen frühen und harten Winter in den wilden Landen überstanden, ich glaube, ich kann alles schaffen…“ lächelte sie ihn an.

Als sie in Shuridron ankamen, suchten sie zunächst eine Bleibe. Sie gingen nicht wieder in die Gaststätte, die sie beim letzten Mal aufgesucht hatten. Sicher war sicher… Die Schenke war ein Drecksloch. Der Schankraum stank und Aenaeris wurde speiübel, als sie den Geruch aufzog und sie wurde blass. „Entschuldige mich bitte für einen Moment…“ murmelte sie leise und hoffte, er würde sich einstweilen darum kümmern, ein Zimmer zu bekommen, und sie betete inständig, dass es dort ein wenig sauberer und wohlriechender war, als hier unten im Schankraum. Sie lief vor die Tür um ein wenig frische Luft zu schnappen. Nach einer Weile fühlte sie sich besser, doch kaum betrat sie die Schenke wieder, kroch ihr die Übelkeit wieder hoch. Sie ging zu Théro und meinte „Es tut mir leid, ich kann hier nicht bleiben, diese Schenke ist ein einziges Drecksloch, es wäre eine Schande, dafür auch nur ein Kupferstück zu bezahlen …“ Der Wirt sah sie ein wenig verärgert an, doch sie ignorierte seine Blicke und zog Théro wieder aus der Schenke. Sie liefen in der Dunkelheit durch die ein wenig vertrauten Gässchen Shuridrons. Hier war die mit Cerbor entlang gelaufen, bevor sie mit ihm aus dem Dorf gegangen war. Sie musste schmunzeln. Als sich doch nichts Besseres fand, betraten sie doch wieder die Schenke, die sie beim letzten Mal bewohnt hatten. Hier war es schon deutlich besser. Der Wirt war noch derselbe doch er nahm keinerlei Notiz von Ihnen und händigte ihnen den Schlüssel zu ihrem Quartier aus. Sie stiegen die Treppen hinauf und Aenaeris wurde von Stufe zu Stufe erschöpfter, und die Übelkeit stioeg ihr für einen kurzen Moment erneut hoch. Was war nur los, dachte sie bei sich, wurde sie krank? Bis auf Erkältungen, die nicht der Rede wert waren, war sie die letzten Jahre nie krank gewesen. Sie betraten das Zimmer, in dem eine Magd bereits eine Kerze hineingestellt hatte. Es war zwar nicht dasselbe Zimmer wie beim letzten Mal, doch es war meistens so, dass diese Zimmer gleich eingerichtet waren. Bett, Tisch und zwei Stühle, mehr gab es nicht. Als sie im Zimmer angelangt waren, umarmte sie Théro. „Endlich…“ flüsterte sie erleichtert. Ein wohliger Schauer durchfuhr sie, als sie seinen warmen Atem an ihren Hals spürte.

[18]“Ich will Dich…“ flüsterte sie ihm in sein Ohr und küsste und knabberte zärtlich daran. Er brummte wohlig und ihre Lippen suchten einander gegenseitig. Sie küsste und saugte an seinen Lippen, sog seinen moschusartigen Duft ein, den sie so an ihm liebte, fuhr ihm mit einer Hand durch den Bart und kraulte mit der anderen seinen Nacken. Langsam fuhr sie ihm mit beiden Händen über den Rücken und legte ihre Hände auf seinen Hintern. Sie ließ ihre kleinen Hände nach vorne gleiten und nestelten an seinem Gürtel. Als sie ihn geöffnet hatte, war es ein leichtes, an der Hose zu ziehen und sie glitt an seinen Beinen hinab und leise polterte die Gürtelschnalle auf den harten Eichendielen. Zärtlich fuhr sie ihm mit den Händen über seine harte Männlichkeit. Théro zog an ihrer Schnürung und zitternd und eilig zog sie sich die Kleider aus und als Théro sie zum Bett drängte, riss er sich das Wams über den Kopf und gab ihr einen leichten Schubs so dass sie rücklings aufs Bett fiel. Er kam über sie und küsste sie. Er ließ seine Zunge über ihre Brüste und über ihren Körper wandern und Aenaeris genoss seine Liebkosungen. Sie löste das Band, das seine Haare zusammen hielt, aus seinen langen blonden Strähnen und fuhr mit ihren Händen durch sein Haar. Endlich schob er sich leise stöhnend in sie und Aenaeris seufzte erleichtert auf. Théro bewegte sich wild und schnell in ihr und erwiderte ihre stürmischen Küsse, die ein eindeutiges wortloses Anzeichen waren, dass es ihr zu gefallen schien. Heute sollte er sich alles von ihr nehmen, was ihm gefiel und was er von ihr wollte. Er stöhnte laut auf, als er sich schließlich in ihr ergoss, so dass es vermutlich das ganze Wirtshaus hatte vernehmen können. Matt sank er in die Kissen neben Aenaeris.[/18]

Sie schmiegte sich an ihn und dachte nach während sie seinem schnellen Atem und dem schnellen Herzschlag lauschte. Es waren schon zwei Monde vergangen, dass sie das letzte Mal geblutet hatte … sie hatte es gänzlich übersehen … sie… diese Anzeichen der plötzlichen und immer wieder aufkehrenden Übelkeit ... Aenaeris fuhr hoch, und sah Théro verstört an. Dann stammelte sie „Théro … ich glaube … ich bin schwanger …“
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Re: Die Feuerpriesterin und der Wolf

Beitrag von Thėro Schattenmal » So, 30. Sep 2012 10:00

Da waren sie also, endlich in Shruidron angekommen. Es war ihm recht das sie zuerst hierher gekommen sind, denn es war nur ein kleines Dorf und die meisten Menschen hier waren Reisende. Er verstand diese Frau einfach nicht, nun wollte sie hierbleiben und als Schankmaid arbeiten. War es nun soviel besser hier zu leben und arbeiten zu müssen, anstatt in dem Kastell? Er verstand die Menschen in diesem Punkt einfach nicht. Die Natur gab einem alles was man zum Überleben brauchte, aber die Nordländer waren vielleicht einfach zu weich, im Gegensatz zu den Wilden. Zugegebenermaßen hatte er absolut keine Lust hier zu bleiben und sich Arbeit zu suchen, deren Bezahlung größtenteils von der teuren Schenke wieder aufgefressen wurde. Aber er hatte noch weniger Lust in eine der größeren Städte zu reisen, eigentlich wollte er nie wieder in diese stinkenden Kloaken. Sie hatte ihn gefragt, ob er denn keine Lust hätte etwas zu erleben, fast so als ob die Zeit in den wilden Landen von Langeweile geprägt gewesen wäre. Er hatte ihr nichts darauf erwidert, aber ehrlich gesagt war er müde von diesen ganzen Abenteuern. Er war müde vom Kämpfen und vom herumreisen, schließlich hatten die letzten zehn -oder waren es nur acht?- Jahre daraus bestanden. Théro zählte mittlerweile schon neunundzwanzig Winter, oder sogar dreißig. Vielleicht war er einfach zu alt für all das, er war zu anders für all das. Ein Mensch war er schon lange nicht mehr, warum sollte er also so leben wie sie? Warum sollte er Aenaeris immer wieder nachgeben, immer das tun was sie wollte? Nur weil er sie liebte, weil sie noch jung war und er ihr anders nicht gerecht werden konnte? Ja, das waren wohl die einzigen Gründe dahinter und das erklärte wahrscheinlich auch seine miese Laune in den letzten Tagen. Manchmal fragte er sich, wie das mit ihr je halten oder funktionieren sollte... Sie war noch so jung und wollte immer bei diesen stinkenden Affen, in ihren stinkenden Städten leben. Er dagegen war alt, er war ein Wolf und er brauchte die Wildnis wie die Luft zum atmen. Er war einfach nicht dafür geschaffen in ein Haus eingepfercht zu werden und täglich zu seiner Arbeit zu gehen und sein Geld für Dinge auszugeben die er auch umsonst bekommen konnte. Nein, soweit würde es niemals kommen. Von ihm aus sollte sie doch tun und gehen wohin sie wollte. Momentan sah er sich nicht mehr als einen Söldner, er kam nur mit um auf sie aufzupassen und weil er sie nicht verlieren wollte.

Sie waren tatsächlich wieder in der Schenke gelandet, in der sie auch bei ihrer Anreise gewesen waren. Eigentlich ein ungeschickter Schachzug, wenn man ihre Vergangenheit hier betrachtete, aber andererseits erinnerte sich niemand mehr an sie. Ausserdem gab es in diesem verdammten Dorf wirklich keine andere Gaststätte, in der er hätte leben wollen. Natürlich war diese hier auch entsprechend teuer, besonders wenn man ihren Bestand an Münzen ansah. Müdigkeit kroch nun durch seine Glieder, wie er so neben der Arcanierin lag und an die Decke starrte. Er fragte sich manchmal ob das nicht wirklich alles war, was sie zusammenhielt. Wenn sie sich liebten, war das einfach perfekt... So wie mit keiner anderen Frau zuvor. Aber andererseits waren sie in allen anderen Punkten grundverschieden, schien ihm. Hatten sie denn überhaupt eine Zukunft, wenn sie sich nicht einmal in den einfachen Punkten des Lebens einig wurden? Er wischte diese Gedanken beiseite und dachte kurz an Caldric. Natürlich rührten all diese Gedanken von den Erlebnissen in seinem Clan wieder. Er hatte dies wohl immer noch nicht ganz überwunden, auch wenn er es sich fleißig einredete. Vielleicht würde er es ja nie vergessen, aber das musste Aenaeris nicht wissen und erst recht nicht spüren. Der glasige Blick seiner gelben Augen wanderte über die Decke und die Holzbalken entlang. Er verstand noch immer nicht was hier dran besser sein sollte als an dem Kastell. Nicht eine Sache fiel ihm ein, die er vermisst hatte. Sie hatten alles, wirklich alles, dort gehabt was sie brauchten. Nur wegen einem Bett? Er schlief sowieso lieber auf dem Boden. Vielleicht wegen seiner Axt oder den neuen Stiefeln, aber die fahrenden Händler hätten sicher ebenfalls etwas passendes gehabt. Er murrte leise auf und schloss kurz die Augen. Es brachte ja doch nichts, andauernd seine Gedanken daran zu verschwenden. Sie würden weder umkehren, noch jemals etwas ändern. Es blieb ihm nichts anderes übrig als sich damit abzufinden, wenn er bei ihr bleiben wollte. "Hm?!" All diese Gedanken waren mit einem einzigen Atemzug weggeblasen. Er sah zu Aenaeris hoch, sah ihren Blick und hörte ihre Worte. Sie ergaben keinen Sinn für ihn und in schierer Endlosigkeit setzte sein Gehirn die Buchstaben zu Worten zusammen und diese dann zu einem Satz. Sein Blick veränderte sich in einen ungläubigen, von einem verwirrten. War das nun wirklich ihr ernst? Unangenehme Stille war eingekehrt und er fand keine Worte um sie zu brechen. Théro setzte sich ebenfalls auf, sah sie noch einmal von der Seite an und mied ihren Blick. Seine Füße berührten den kühlen Holzboden, als er aufstand und sich Hose und Wams wieder zusammensuchte. Anschließend zog er sich die Stiefel an und schnallte den Gürtel zu. Es war einfach zu viel für ihn. Zu viel in diesem Moment, in dieser Zeit und in dieser Situation. Er wollte einfach nur noch weg, wollte raus aus dieser verdammten Schenke, in diesem verdammten Dorf. "Das ist schön... Ich... Hm... brauche frische Luft... Alleine." stotterte er in ihre Richtung, ehe er die Tür aufriss und hinter sich ins Schloss zog.

Haut traf auf Haut, etwas rumpelte laut und der Schemen verschwand aus seinem Gesichtsfeld. Dann erschien erneut Holz vor ihm, das er packte, aufriss und endlich sah er den dunklen Nachthimmel. Hinter ihm erscholl noch ein Schrei und eine wüste Beschimpfung, des Mannes der ihm im Weg gestanden hatte. Es war ihm egal, er musste hier raus. Er musste diese Gedanken loswerden und irgendetwas dagegen tun. Erneut schob er sich grob zwischen ein paar Menschen durch, spuckte angewidert auf den Boden und wandte sich in die Richtung des Stadtrandes. Ihm kroch der widerliche Geruch von beißender Galle und Fäkalien in die Nase, als er aus der Schenke getreten war. Kurz blieb er stehen und hielt sich an einer Holzwand fest. Schließlich lehnte er sich mit dem Rücken dagegen und sah in den Himmel. Dann sah er in die Richtung aus der er gekommen war, wandte sich wieder um und stürmte weiter die Straße entlang. Es war nicht viel Zeit vergangen, bis er nun hier saß. Das dumpfe Rauschen drang an seine Ohren, denn er saß am Ufer des Chaburs. Vielleicht saß er sogar genau dort, wo er den Halbelf ins Wasser geworfen hatten. Er hatte so viel getan für sie, getötet und gemordet. Gestohlen. Die Gedanken verschwanden, als er sein Gesicht in das eiskalte Wasser tauchte und die Strömung bereits hier am Ufer merkte. Zitternd ließ er sich zurückfallen und strich sich durch das nasse Haar. Es war eiskalt in der Nacht und die Sterne funkelten klar am Himmel, wie nie zuvor. Sie war schwanger. Sie hatte ein Kind von ihm empfangen und war tatsächlich schwanger. Er hatte nie wirklich gewusst ob der Werwolf in ihm es überhaupt noch zuließ das er jemals Kinder bekommen würde. Vielleicht war es ja auch gar nicht von ihm... Er wischte knurrend diesen Gedanken weg und tunkte seinen Kopf erneut in das Wasser. Vielleicht war es Schicksal, vielleicht war es seine einzige Chance jemals einen Sohn zu haben. Aber wollte er ein Kind, wollte er es jetzt und hier? Erneut ließ er sich auf den harten Boden zurückfallen und schloss die Augen. Sie hatten ein Zuhause, in dem das Kind gut aufgehoben war... Aber er bezweifelte das Aenaeris auch nur einen Deut nachgeben würde. Sicherlich würde sie es in so einer miefigen Stadt aufziehen wollen. Er schüttelte den Kopf und spürte die kalten Tropfen über seinen Körper laufen. Er wollte es. Es gab keinen besseren Zeitpunkt, keine bessere Frau und vielleicht auch nie wieder eine Gelegenheit. Théro setzte sich wieder auf, ja er wollte ein Kind von ihr. Egal mit wie viel Arbeit das verbunden sein mochte, oder wie sehr es ihn nerven würde. Er lächelte kurz und strich sich erneut durch das nasse Haar. Vielleicht war es Zeit zurück zugehen, bevor sie etwas dummes tat.

Er würde ihr sagen das er sie liebte. Würde ihr sagen das er ihr Kind wollte, das er es liebte. Dem Wolf blieb nur das hoffen, das sie noch da war und seine Reaktion nicht falsch aufgefasst hatte. Er stürmte wieder in das Dorf, durch die Gasse und in die Schenke. Erneut drängte er sich unsanft durch die Menschen und hastete die Treppen hinauf. Kurz glaubte er, das er denselben wie vorher umgestoßen hatte, aber das war nun unwichtig. Es ging um mehr, um seine Zukunft, um Glück in seinem Leben... Vielleicht war das genau die Sache die ihre Abenteuerlust bremste, die in ihm etwas weckte und die sie beide noch enger verband. Vielleicht war dies das fehlende Glied in ihrer Kette. Seine Hand fühlte das Holz, kurz holte er Luft und strich darüber. Dann stieß er die Tür auf, "Aenaeris..." und betrat das Zimmer. Hinter ihm fiel die Tür ins Schloss und er hoffte inständig, das sie nun vor ihm stehen würde...
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Re: Die Feuerpriesterin und der Wolf

Beitrag von Aenaeris » So, 30. Sep 2012 11:37

Théro hatte das Zimmer verlassen. Vermutlich war er geschockt. Doch ganz sicher nicht so geschockt, wie Aenaeris. Sie saß am Bett und überlegte fieberhaft … vielleicht hatte sie ihn voreilig damit belangt … vielleicht war sie wirklich nur unpässlich … und doch wusste sie tief in ihrem Inneren, dass sie sich noch nie genau so gefühlt hatte, wie die letzten Tage. Sie wusste, dass etwas anders war als sonst, und doch wollte sie es nicht wahrhaben. Allein, wieso sollte es gerade jetzt passieren? Sie waren mitten auf der Reise nach Merindar, oder Arcanis oder … wohin eigentlich? Vermutlich egal wo hin, nur weg vom Kastell und dessen bedrückende Einsamkeit … Sie versuchte, klare Gedanken zu fassen, nach zu rechnen wann es passiert sein könnte, doch die Gedanken in ihrem Kopf überschlugen sich. Unweigerlich musste sie an Caldric denken, wäre das möglich? Wie viel Zeit war überhaupt vergangen, seit sie von Tyn das Mutterkorn genommen hatte, wie viel Zeit war vergangen, seit dieser verhängnisvollen Nacht? Nein, das konnte nicht sein, es war die Jahreswende gewesen… nun war Frühjahr… und doch… aber seit dem waren zwei Monde vergangen … warum zwei und nicht drei? Drei Monde würden die Sache erheblich erleichtern und sie würde sich nicht mit der Frage herumquälen müssen, ob es wirklich von Théro war… ob sie auch diesen Mond nicht bluten würde, würde sich erst zeigen… Caldric hatte sich, soweit sie sich an diese Nacht überhaupt erinnern konnte, vorher zurückgezogen … hatte er? Doch, er hatte … Aenaeris konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen, sie wusste nicht, was sie Théro sagen würde, wenn er sie direkt fragen würde, ob es von ihm war. Wäre sie ganz ehrlich, müsste sie gestehen, dass sie es nicht wusste, nicht mit Sicherheit sagen konnte, alles stützte sich auf die Vermutung dass es durch Caldric nicht passiert sein konnte, weil er sich nicht ihn ihr vergossen hatte.. Aber spielte das eine Rolle? Caldric war tot, es war irrelevant, und wer würde je sagen können, wer der Vater eines Kindes war, wenn es ihm nicht wie aus dem Gesicht geschnitten war? Bei Théro war es so, dass er viel von seinem Vater hatte, fand sie. Nein, nein und nochmals nein, es war nicht von Caldric … Aenaeris schob diesen Gedanken vehement beiseite. Wo stand sie bei dieser Geschichte eigentlich? Eben erst, als ihr klar geworden war, dass sie bestimmt nie ein Kind haben wollte, wurde sie schwanger? Was konnte man jetzt noch dagegen tun? Gar nichts … Sie hatte Théro viel zu voreilig davon erzählt, sie hätte zu einem Medicus oder meinetwegen zu einem Bader gehen können … Théro hätte nie ein Wort davon erfahren … Was dachte sie da eigentlich? Er hatte sich vor den Göttern zu ihr bekannt, zwar ohne jegliche Zeremonie, doch das war Aenaeris ohnehin so lieber, und sie gehörten zusammen. Und dann schürte sie solche Gedanken in sich, dass sie sein Kind nicht wollte? Vielleicht musste sie mit dieser Sache erst warm werden. Ändern ließ es sich ja ohnehin nicht mehr, außer es würde sich herausstellen, dass sie nicht schwanger war. Hatte sich ihr Körper verändert? Sie war nie in Geburtshilfe miteinbezogen worden im Tempel. Es war auch dort vorgekommen, dass eine Frau in den Wehen hilfesuchend vor den Toren des Tempels gestanden hatte. Sie war jedoch nur hilflos daneben gestanden, wusste nicht, wie sie Reyar hätte helfen sollen, der eigentlich auch keine wirkliche Hilfe gewesen war. Geburten waren seit jeher Frauensache gewesen, und doch nicht ihre. Sie musste daran denken, wie sich diese Frau unter Schmerzen gebogen hatte, geschwitzt und geschrien hatte, wie sie geblutet hatte… Aenaeris schloss die Augen… nein, das wollte sie nicht erleben … doch was konnte sie jetzt noch tun? Und wie würde Théro überhaupt damit umgehen? Er war verschwunden, und hatte sie hier alleine zurück gelassen … vielleicht saß er gerade in einer Schenke und ertränkte seine Gefühle in Schnaps … das fehlte noch, dass er ihr letztes Geld versoff… nein, das würde er nicht tun … so etwas würde vermutlich Aenaeris tun, doch nicht er, er war viel zu geradlinig, verantwortungsbewusst, vernünftig… Sie musste lächeln. Er würde bestimmt ein besserer Vater sein als sie eine Mutter … Dann verzog sich ihr lächeln zu einer bitteren Miene. Nun würden seine Eltern nie davon erfahren … Sie hatte mit ihrem törichten Verhalten alles zerstört und Théro hatte mit seinem Gemetzel dem ganzen noch die Krone aufgesetzt … wenn alles anders verlaufen wäre, würden sie vermutlich nun vor der Entscheidung stehen, ob sie ihren Aufenthalt im Clan noch hätten verlängern müssen oder ob sie überhaupt dort hätten sesshaft werden wollen. Egal, es tat nichts mehr zur Sache … Viel mehr mussten sie nun eine Entscheidung treffen, wohin sie nun gingen, was nun weiter passieren würde… zurück ins Kastell? Auf keinen Fall … schon gar nicht zu Fuß… das steinerne kalte Kastell war für sie kein Ort an dem sie ein Kind aufziehen wollte … mitten in der Wildnis… Wohl war dies für die wilden Menschen Gang und Gebe… doch sie war aus der Stadt… durch und durch ein Mensch der Zivilisation … Wieso war Théro gegangen? Sie fröstelte ein wenig, stand dann schließlich auf, sammelte ihre Kleider zusammen und zog sich wieder an. Für einen Moment dachte sie daran, auf die Straße zu gehen, einfach durch Shuridron zu laufen, doch sie entschied sich dann doch, auf dem Zimmer zu bleiben. Sie räusperte sich, ihr Hals war trocken und sie ersehnte einen Schluck Wasser. Gab es hier überhaupt sauberes Brunnenwasser? Sie wusste es nicht, als sie das letzte Mal hier waren, hatten sie nur Wein und Bier und Schnaps getrunken. Ein Wein wäre genau das richtige …

Sie erhob sich, und stand plötzlich vor Théro, der wieder ins Zimmer gekommen war. „Aenaeris …“ sagte er. Sie blickte ihn an und fühlte sich mit einem Mal so elend, all die düsteren Gedanken, die sie verspürt hatte … Sie ging zum Bett zurück und setzte sich darauf. Sie wartete, dass er etwas sagen würde … Doch dann drängten sich diese Gedanken förmlich auf die sie in Worte fassen und ihm hier und jetzt sagen musste. Dann begann sie. „Früher oder später wirst Du mir diese Frage stellen … also werde ich Dir schon jetzt Antwort geben. Du fragst Dich sicher, ob es von Dir ist, nicht wahr? Und ich kann dir nur eine Antwort darauf geben … ich weiß es nicht, ich kann es nicht mit absoluter Sicherheit sagen … ich hoffe es … ich wünsche es mir, doch ich weiß es nicht. Vielleicht wird die Zeit es offenbaren, vielleicht aber auch nicht … Ich will Dir nur sagen, dass Dir jetzt klar werden muss, wie es weitergehen soll. Wenn Du glaubst, Dich nicht mit dem Gedanken anfreunden zu können, dass es vielleicht nicht von Dir ist, dann solltest Du mir es sagen. Nicht heute, wenn Du Zeit brauchst um darüber nachzudenken, aber bitte bald …“ Aenaeris war manchmal unerträglich realistisch und nüchtern … Ihr wurde übel, dass sie immer wieder damit anfangen musste, doch sie sagte „Aber ich glaube nicht, dass es von Caldric ist, er … er hat nicht …“ Seine Miene ließ sie verstummen, doch er wusste sicher, was sie meinte. Sie nahm ihn an der Hand und strich leise darüber. „Komm, heute ist mir ohnehin schon alles egal, lass uns in die Stube hinunter gehen und wir reden bei einem Becher Wein weiter…“
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Re: Die Feuerpriesterin und der Wolf

Beitrag von Thėro Schattenmal » So, 30. Sep 2012 14:19

"Nein." knurrte Théro und zog seine Hand zurück. Es war ihm egal wie es ihr ging und ob sie sich jetzt betrinken wollte. Das war bei all den alten Göttern sicher nicht die richtige Situation um sich in einen übervollen Schankraum zu setzen und Alkohol in sich hinein zu kippen. Kurz wurde sein Blick wieder leer und er machte ein paar Schritte zurück, nahm Abstand von ihr und dem Bett auf dem sie saß. Er hatte gedacht es wäre genug Zeit vergangen... Gott, er hatte gedacht sie hätte darauf geachtet und etwas dagegen getan! Er knurrte leise als sie aufstehen wollte, "Du bleibst genau da wo du bist!" Wut stieg wieder in ihm auf, Wut über den Verrat und diese Nacht. Wut darüber das niemand aus seiner, oder ihrer, Familie jemals das Kind sehen würde. Am liebsten würde er sie packen und solange auf sie einschlagen, bis das alles ein Ende gefunden hatte. Er drehte sich um, wandte sich ab von ihr und stützte sich auf dem Tisch ab. Mit geschlossen Augen versuchte er gegen die Bestie anzukämpfen und das Blut rauschte laut in seinen Ohren. Adern pulsierten auf seinen Armen und seiner Stirn, als ob sie gleich platzen würden. Er war bereit sein Kind aufzuziehen und sich darum zu kümmern. Er war bereit dafür ein paar Dinge aufzugeben, aber bei den Alten er war nicht bereit Caldrics Kind aufzuziehen. Das war einfach zu viel für ihn. Er keuchte leise und fegte mit einer Armbewegung die Kerze von dem Tisch. Sie war das einzige worauf er seine Wut richten konnte und das Wachs zerbrach auf den Holzdielen in viele Einzelteile. Der Docht flammte kurz auf, ehe er ausging und der eiserne Kerzenhalter rollte leise klirrend durchs Zimmer und gegen die Holztür. Der Nordmann fuhr sich durchs Haar und drehte sich wieder zu Aenaeris um. Sie redete von dem Kind als wäre es ein Gegenstand den man einfach so wieder zurückgeben konnte, wenn er einem nicht gefiel und das ließ Übelkeit in ihm heraufsteigen. Natürlich hatte sie Recht, aber die Art wie sie redete war einfach kaltherzig. Er war sich ja nichtmal sicher, ob sie sein Kind überhaupt behalten wollte. Er wusste nicht, ob er überhaupt in der Lage war Kinder zu zeugen, oder ob das Virus ihm diese Gabe auch genommen hatte. Er wusste nicht was Caldric mit ihr getrieben hatte und ob das Kind von ihm sein konnte. Er wusste überhaupt gar nichts und das regte ihn nur noch mehr auf. In ihm rissen die Ketten nacheinander unter den Kraftanstrengungen der Bestie und sie brüllte immer wieder in ihm, schrie nach Tod und Blut...

Der Nordmann funkelte sie wütend an und das Schweigen schwoll wieder an. Er konnte nicht reden, konnte ihr nicht wirklich etwas sagen... Die Bestie schwoll immer weiter an und seine Muskeln verkrampften. Mit Mühe zog er sein Messer und setzte es an seinen Unterarm. Ohne auf die Arcanierin zu achten, zog er die Klinge mit Gewalt an dem Arm entlang und hinterließ quer einen Schnitt auf der Haut und dem Fleisch darunter. Der Schmerz brachte ihn gleichermaßen wieder zur Besinnung, wie er ihn rasend machte. Aber dann übernahm das Pochen die Wut und der Nordmann rang die Bestie in sich nieder und steckte sie wieder in ihren Käfig. So etwas durfte ihm nicht mehr passieren, weder hier in Shruidron, noch sonst wo. Langsam ließ er die Klinge wieder sinken und Blut quoll aus der Wunde hervor, dick und zähflüssig lief es seinen Arm entlang und tropfte auf den Boden. Er atmete tief durch und verdrängte die Schmerzen. Dann machte er wieder ein paar Schritte zurück und sah Aenaeris an. All das war wieder hochgekommen, jede einzelne Situation in dem Clan in der er Wut und Hass empfunden hatte war urplötzlich wieder dagewesen. Aber er hatte sie besiegt, hatte damit verdammt nochmal abgeschlossen und es hinter sich gelassen. Kopfschüttelnd wandte er sich wieder zu dem Tisch um und rammte die Klinge in das weiche Holz. "Du glaubst du bist schwanger, du glaubst es nicht von Caldric und... du glaubst so viel, Aenaeris. Aber du kannst es nicht mit Sicherheit sagen... Ich will keinen verdammten Bastard großziehen." Erneut schloss er die Augen und ließ langsam den Griff des Messers los. Das Blut tropfte noch immer von seinen Fingerspitzen auf das Holz und hatte mittlerweile kleine rote Bahnen auf seinem Unterarm geschaffen. Es war ihm egal und auch der Schmerz pochte nur leise zwischen seinen Gedanken. Sie hatte recht, er musste sich entscheiden. Wollte er das Kind haben, oder wollte er es nicht? Wahrscheinlich war es von ihm, wenn Caldric wirklich getan hatte was sie sagte. Wahrscheinlich war es von ihm, denn er hatte viel mehr Gelegenheiten dazu gehabt. Aber der Virus in seinem Blut machte ihm Sorgen, was wenn er es überhaupt nicht sein konnte. Was wenn er niemals eigene Kinder haben würde? Théro knurrte unwillig, was würde er tun wenn sie das Kind aufzogen und es nach Caldric kam? Wenn es aussah wie er? Er wusste es nicht, aber mit Sicherheit würde das nicht gut enden. Aber es wuchs in ihr, vielleicht schon länger. Er wollte sein Kind nicht grundlos töten, ohne zu wissen ob seine Befürchtungen wahr sein könnten oder nicht. Das alles war einfach zu viel, wie sollte er sich jemals richtig entscheiden?

Sein Blick richtete sich glasig wieder auf Aenaeris und es war als ob er einfach durch sie hindurch sehen würde. Sie erwartete eine Antwort von ihm, erwartete das er nun dieses Problem löste. "Ich will dieses Kind haben und du wirst es behalten. Wenn du so sehr daran glaubst das es nicht von ihm ist, dann wird das ja wohl kein Problem darstellen. Ich liebe dich, Aenaeris... Aber du musst dich ändern, du musst erwachsen werden. Du musst Verantwortung übernehmen für dich, für dein Kind. Für unser Kind. Ich kann nicht auf euch beide aufpassen, verstehst du das? Ich kann nicht immer die ganze Scheiße wegräumen, wie diesen Halbelf... oder deine Eltern." Er klappte den Mund wieder zu, wohlwissend das der letzte Teil unnötig gewesen war. Aber ein Teil von ihm wollte sie immer noch verletzen, für diese verdammte Situation und schob ihr die Schuld dafür zu. Daran konnte er einfach nichts ändern. "Die Zeit..." Er schüttelte den Kopf, zog laut knarrend den Stuhl vom Tisch weg und setzte sich dann. Er fuhr sich durch die immer noch nassen Haare, stöhnte leise auf und sah dann auf seine Hände. Blut klebte nun zwischen seinen Haaren und seine linke Hand glitzerte ebenso rot. Er fluchte unwirsch und spuckte aus, das war nun auch egal. Das Zimmer war mit Bluttropfen und Wachsstückchen übersät und sah wahrlich nicht mehr so schön aus. Mürrisch kramte er in einer der Taschen und wischte sich mit einem Lappen die Haare und den Arm ab. Dann zog er einen Leinenfetzen hervor und verband die Wund mit einer Hand und den Zähnen. Er nahm absichtlich Abstand von Aenaeris, er wollte sie momentan einfach nicht bei sich haben. Schließlich zog er den Knoten mit den Zähnen fest und riss das Messer wieder aus der Tischplatte. Der blutige Lumpen fuhr auch über die silbrige Klinge und wischte das Blut davon ab. "Wir... werden dieses Kind behalten." Er hielt den Blick auf dem scharfen Stahl gesenkt und schob die Klinge schließlich wieder zurück an ihren Platz. Dann warf er den Lappen auf den Tisch und verschränkte mit geschlossenen Augen die Arme. Wenn es ein Bastard war, würde er ihn töten... Und er hatte Angst das sie es in seinem Blick erkennen konnte. Es gab noch so viele andere Sachen die sie erledigen mussten, "Wo willst du es aufziehen? In diesem kleinen Dorf, wo Reisende häufiger sind als Fliegen und Ratten? Oder in einem dieser stinkenden Dreckslöcher, die ihr Städte nennt? Wir haben weder Geld, noch Arbeit. Wir können es in so einer Umgebung nicht großziehen, das weißt du."
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ich meine Gefühle abschaff.
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bis ich ihn am Morgen rauslass."
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Re: Die Feuerpriesterin und der Wolf

Beitrag von Aenaeris » So, 30. Sep 2012 18:06

Irritiert sah Aenaeris ihn an. Seine Reaktion war ein wenig anders ausgefallen, als sie erwartet hatte. Eigentlch wollte sie nur in Ruhe mit ihm reden. Sie war doch nur ehrlich gewesen und hatte ihm die Wahrheit gesagt ohne die Dinge zu beschönigen. Er war doch nicht töricht, er wusste doch, was passieren konnte, wenn sie miteinander das Lager teilten. Und selbst wenn sie nach der Sache mit Caldric wie nach der Vergewaltigung etwas unternommen hätte wollen … das Lazarett war noch in der selben Nacht in Flammen aufgegangen und mit ihm alle Kräuter und Essenzen … sie hätte gar nichts tun können, selbst wenn sie wollte, sie besaß in der Stunde, in der alles eskalierte, nicht die Geistesgegenwart, vorbeugend Mutterkorn oder ähnliches zu nehmen. Vermutlich wäre es für ihn besser gewesen, er hätte mit einer kleinen Lüge gelebt. Mit großen Augen starrte sie ihn an, während er das Messer zog, und für eine Sekunde dachte sie, er würde es nun gegen sie richten. In manchen Momenten wäre es ihr sogar am liebsten gewesen er hätte es getan. Doch dann schnitt er sich selbst in den Arm … einfach so … Ungläubig starrte sie ihn an, während das Blut auf den Boden tropfte und erneut überkam sie eine Welle der Übelkeit, so dass sie sich die Hand auf den Mund presste. Hatte er nun völlig den Verstand verloren? Wie lange würde es dauern, bis er sich in die Bestie verwandeln und sie in seiner ohnmächtigen Wut zerreißen würde? Dann ließ sie seine Wut und seine Worte über sich ergehen und ließ sie auf sich wirken. Als er nichts mehr sagte, funkelte sie ihn wütend an. Ihr war klar, dass ihre Worte nicht unbedingt mit Bedacht gewählt waren, sie verstand einen kleinen Teil ihn ihm, der wütend wurde, weil es die Sache mit Caldric wieder aufwühlte. Und doch war sie rasend wütend… Wütend darüber wie er sie behandelte, sie er sie darstellte, wie er über sie dachte und was er ihr alles vorwarf, so dass die Worte nur so aus ihr heraussprudelten und die Situation erneut zum eskalieren bringen würden. „Du kannst überhaupt nicht sagen, dass ich einen Bastard in mir trage… Du kannst mir nicht vorwerfen, dass ich erwachsen werden soll … ich bin erwachsen! Ich treffe meine eigenen Entscheidungen, wie kannst Du Dir anmaßen zu behaupten, diese wären nicht erwachsen? Schau Dich doch einmal an… Oh … Du warst ja so erwachsen als Du Deinen halben Clan niedergemetzelt, oder als Du als Söldner Menschen für Geld getötet hast! Ich übernehme Verantwortung für mein tun… immer! Auch wenn das vielleicht Konsequenzen hat, die Dir nicht gefallen! Es ist Deine verdammte Pflicht, auf mich aufzupassen, auch wenn ich in Situationen komme, die ich selbst verschuldet habe… es ist Deine verdammte Pflicht weil Du Dich für mich entschieden hast! Du willst Dir diese Pflicht nicht aufbürden? Schön, denn ich kann auch alleine auf mich aufpassen, ich kann meinen Weg finden, wenn es sein muss und ich kann mein Leben meistern, auch wenn ich nur eine Frau bin und dadurch gewisse Nachteile habe! Nicht jeder ist wie Du dass er die Einsamkeit und Stille bevorzugt… mich macht sie krank… ich kann sie nicht mehr ertragen… Lieber würde ich das Kind in diesem Dorf oder in Merindar oder Arcanis in einer dreckigen Schenke aufziehen als in der bedrückenden Einsamkeit des Kastells!“ Bei diesem Satz starrte er sie düster an. „Ich werde morgen den Medicus im Dorf aufsuchen … und was auch immer dort passieren wird, ist meine Sache … Du sagst, Du willst dieses Kind, doch aus Deinen Worten lese ich heraus, dass Du Dich in Wahrheit schon längst dagegen entschieden hast, weil niemand mit Sicherheit sagen kann, wessen Kind es ist. Unter diesen Umständen ist es vielleicht besser, es nicht zu behalten, denn ich habe Angst davor, was passieren wird, wenn sich herausstellen sollte, dass es nicht Dein Kind ist. Und ich gehe jetzt hinunter … dagegen kannst Du gar nichts tun… ich lasse mich von Dir nicht beherrschen!“ erwiderte sie „Entweder Du kommst nach, oder Du bleibst hier … es ist mir ehrlich gesagt egal…“ Mit diesen Worten stand sie auf und wollte gehen, doch er gab ihr einen Schubs und sie fiel auf das Bett zurück. Wütend sprang sie erneut auf und gab ihm eine Ohrfeige. „Du bestimmst nicht mein Leben, verstanden?“ schrie sie ihn an und dann stob sie an ihm vorbei und aus dem Zimmer.

Sie lief die Stiegen hinunter, doch sie ging nicht in die Schankstube. Sie lief aus dem Gasthaus… irrte ziellos durch die Gässchen, lief aus dem Dorf, denselben Weg, den sie mit Cerbor, den Halbelf eingeschlagen hatte, lief immer weiter, bis sie zum Chabur kam. Sie setzte sich an dessen Ufer und dachte nach. Für sie war es immer das Letzte gewesen, an ein Kind zu denken. Wie sollte sie wissen, wie eine Mutter sich verhielt, wenn ihre eigene Mutter sich immer so schlecht ihr gegenüber verhalten hatte? Sie war einfach unbedacht gewesen, sie hätte vorsichtiger sein müssen. Eigentlich war es alleine ihre Schuld. Doch sie sing nun jetzt nicht davon aus, dass es Caldrics Kind war, sondern Théros… und er tat die ganze Zeit nur so, als wäre es von Caldric. Er stellte sie wie eine Hure hin, und dabei hatte er selbst bei Herans Frau gelegen. Wer weiß, vielleicht war sie von ihm auch schwanger geworden? Er verhielt sich wie der letzte Idiot und dabei brauchte sie seine Hilfe und seine Unterstützung und auch seinen Trost und seine Zuwendung. Wie konnte dieser Mann sie lieben wenn er sich in ihrer Situation so verhielt? Er hatte ihr versprochen, dass sie nie wieder über diese Sache im Clan sprechen würden… er hatte ihr gesagt dass er sie lieben würde und ihr vergeben hatte, doch das hatte er nicht getan, es hatte nur ihn ihm geschlummert, um eines Tages durch den nächsten Fehltritt und durch so eine Sache wieder geweckt zu werden. Allmählich begann sie ihn zu fürchten. Er wurde immer aggressiver, je länger sie ihn kannte. War es alleine das Wolfsblut? In diesem Moment wünschte sie sich so sehr, sie wären noch im Kastell, und sie könnte mit Skarvo darüber sprechen. Ihm vertraute sie und das Allerwichtigste war, er war ebenso ein Werwolf und konnte ihr die eine oder andere Sache sicher verraten. Dann durchfuhr es sie. Würde das Kind überhaupt normal sein? Würde es ebenso ein Werwolf sein? Hätte Théro unter diesen Umständen nicht ebenso vorsichtiger sein sollen? Aenaeris wünschte sich ebenso, sie wäre in Lanyamere, bei ihrem Bruder Pereon, er war der Einzige den sie noch aus ihrer Familie hatte. Vielleicht sollte sie alleine nach Arcanis gehen ... mit dem Schiff würde es in ihrem Umständen eine wesentlich angenehmere Reise werden als zu Fuß … Oder sie blieb vorläufig in der Stadt … solange sie die Schwangerschaft nicht spürte, könnte sie in einer Schenke arbeiten. Sie konnte bescheiden leben, wenn sie wollte. Sie starrte in den Nachthimmel und suchte Sternbilder. Was sollte sie nun tun? Sollte sie nun hier bleiben und in Wald und Wiese schlafen? So, wie sie Théro verlassen hatte, wagte sie es nicht, ihm wieder unter die Augen zu treten … Sie lächelte bitter ... jetzt fürchtete sie schon ihren Mann und Vater ihres Kindes...

Irgendwann stand sie auf und lief in das Dorf zurück und zurück in ihre Schenke. Es war lächerlich, wenn er sie töten wollte, würde er sie ohnedies finden… es war lächerlich, sich vor Théro verstecken zu wollen, er würde sie in jedem Fall finden, doch es war sicher nicht verkehrt, ihm noch ein wenig aus dem Weg zu gehen… Als sie die Gaststätte betrat, setzte sie sich an einen Tisch. Es war der letzte freie Tisch, die anderen waren alle belegt. Es roch gewohnt nach Alkohol, Schweiß, Urin und all die anderen widerwärtigen Gerüche, die Théro so sehr hasste. Sie bestellte sich einen Krug Bier und beobachtete die anderen Leute…
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Re: Die Feuerpriesterin und der Wolf

Beitrag von Thėro Schattenmal » So, 30. Sep 2012 19:53

Wütend sah er ihr nach und seine Zähne knirschten laut und ungesund. Sie war nicht erwachsen, sie hatte schon so viele Menschen auf dem Gewissen, hatte so viele Entscheidungen getroffen. Ja, am Anfang des Tages hatte sie sogar noch vorgehabt Pferde zu stehlen und ihr Leben dafür aufs Spiel zu setzen, war das etwa erwachsen? Es war also seine Pflicht auf sie aufzupassen? Wäre er nicht so wütend gewesen, hätte er lachen müssen bis ihm die Tränen kommen. Wie konnte sie sich anmaßen ihm solche Pflichten aufzubürden und in einem Atemzug seine vorherigen Taten ins negative und lächerliche zu ziehen. Wie konnte so ein Weib wie sie es sich anmaßen und zur selben Zeit beschließen zu einem Medicus zu gehen und ihre Pflichten nicht wahrzunehmen? Théro schloss die Augen und seine Muskeln verkrampften sich so stark das der Verband abermals mit rotem Blut durchtränkt wurde. Sie wollte sich nicht von ihm beherrschen lassen? Sie wollte ihren eigenen Dickkopf durchsetzen und ihr Ungeborenes in Alkohol ertränken? Düster starrte er aus dem Fenster in die Nacht hinaus, vielleicht traf sie ja noch einen dieser Spitzohren... Dann konnte sie selber zusehen wie sie seine Leiche versteckte. Es war ihm egal, er war ihr egal. Seine Lust steigerte sich unwillkürlich jemanden zu töten und verständlicherweise richtete sich dieser Blutdurst auf den Medicus der Stadt. Aber er würde nicht schon wieder töten, nicht hier und nicht heute. Seine Hände griffen nach den Taschen und er warf sie unter das Bett, schob sie so darunter das man sie nicht sehen konnte und ließ dann kurz seinen Frust an der Matratze aus. Er fand keine Worte mehr für sie. Vielleicht hatte er überreagiert, aber sie hatte ja verdammt nochmal damit angefangen. Sie hatte von Cedric angefangen und ihm erst klargemacht das es von ihm sein könnte. Sie schien sich am Anfang ziemlich sicher zu sein, aber das war nun wohl nicht mehr der Fall. Wenn sie sich sicher wäre, das es sein Kind ist... Würde sie nicht zum Medicus gehen. Es war ihm egal, er musste hier raus, musste sich beruhigen und seine Wut rauslassen. Seine Wange flammte kurz auf und vermischte sich mit den pochenden Schmerzen seines Unterarms. Er hob eine Hand und betastete die rötliche Haut, ehe er unwillig knurrte und ausspuckte. Sie war fort und wenn er nun seine Sachen nehmen und gehen würde, dann würde sie ihn niemals wiederfinden. Bei den Alten, sie würde nicht einmal die wilden Lande wiederfinden. Sie wollte erwachsen sein? Gut, dann sollte sie doch von ihm weglaufen und sich in Alkohol ertrinken.

Seine gelblichen Augen starrten den Verband an, er hatte all das für sie getan. Hatte es getan um sich zu beruhigen und normal mit ihr reden zu können. Dennoch war es unnütz gewesen, er war nunmal kein Mensch. Er hätte wissen müssen das es zwischen ihnen niemals halten würde... Hätte wissen müssen, das sie zu jung war. Zu unerfahren und auch ein wenig zu unreif. Sie wollte Abenteuer erleben? Sollte sie doch, ohne ihn würden diese sicher nicht ganz so glimpflich ausgehen wie bisher. Gott, ohne sie wäre Aenaeris in Lanyamere getötet worden. Sie wäre in Shruidron festgenommen worden, hätte in seinem Clan als Sklavin ihr restliches Dasein gefristet. Die Tür schwang hinter ihm laut wieder ins Schloss, als er das Zimmer verlassen hatte und die Stufen hinunter stieg. Sein finstrer Blick irrte durch den Schankraum, doch er sah Aenaeris nicht. Kurz schloss er die Augen, sog den Geruch der Schenke in sich auf und versuchte dabei nicht zu würgen. Sie hatte es gewagt ihn dermaßen anzuschreien und dann einfach zu verschwinden, ohne eine wirkliche Lösung des Problems? Er öffnete wieder die Augen und sah sie an einem Tisch sitzen. Sie hatte ihn noch nicht entdeckt, also wandte er sich ab. Wollte er es sich nun so leicht machen? Nein, diese Sache war noch nicht erledigt für ihn. Er drehte sich wieder um und sah einen rundlichen Kerl an Aenaeris Tisch treten. Er stützte sich auf die Tischplatte, sagte irgendetwas und allein schon an seinem und ihrem Blick erkannte er was der Mann wollte. Die gesamte Körperhaltung strahlte schon alles aus und zum Schankwirt gehörte er auch nicht. Seine Hand drückte zwei Männer auseinander, als er auf den Tisch zuging und seine Faust sich ballte. Als er an dem Tisch ankam, hatte der Mann noch nichtmal aufgesehen, seine Augen ruhten ganz auf Aenaeris und ihren weiblichen Vorzügen. Théro gab dem Mann mit der rechten einen Klaps auf den Hinterkopf und als er hochsah, riss er mit der linken Aenaeris den Bierkrug aus der Hand und zerschmetterte ihn mit voller Wucht in seinem Gesicht. Der dickliche war solch raue Sprache sichtbar nicht gewöhnt und fiel sogar zu Boden. Théro knurrte leise, "Verpiss dich!" und warf ihm die Reste des Bierkrugs auf den Bauch. Er sah ihm kurz nach und dann wanderte sein Blick zu Aenaeris. Wütend stützte er seine Hände auf die Tischplatte und funkelte sie an, "Du kannst auf dich selbst aufpassen? Du lässt dich nicht von mir beherrschen? Ich habe nie versucht dich zu beherrschen. Und so wie du es als natürlich erachtest das ich alle deine Probleme löse... So sehe ich es als natürlich das du mein Kind austragen wirst! Ich hoffe ich habe mich jetzt klar ausgedrückt. Fein, bleib hier und sauf dir alle Gefühle weg. Aber eines will ich dir sagen, wenn du deiner Pflicht als meinem Weib nicht nachkommst, werde ich das auch nicht mehr tun." Er holte tief Luft und sah dem Dicken nochmal nach, ehe er sich zu voller Größe aufrichtete und einen Schritt zurückmachte. "Von mir aus bestimm dein Leben selber. Von mir aus, gib selbst auf dich Acht. Ich werde jetzt gehen und du kannst genauso wenig dagegen tun. Du kannst entscheiden wie unsere Zukunft aussehen soll, es liegt alles in deinen Händen." Der Nordmann hob die Hände etwas höher und ließ die Fingerknöchel leise knacken. Der widerliche Gestank im Schankraum schien immer stärker zu werden und immer mehr zu zunehmen. Er konnte das alles nicht mehr ertragen, er musste woanders hin.

"Viel Glück, ich lasse dir die nächsten paar Tage Zeit um über all dies nachzudenken." Dann wandte er sich um, schob sich durch die Menschenmassen und riss die Tür auf. Eine kalte Windbrise erfasste ihn und er schloss kurz die Augen. Sie wehte alle Gerüche weiter fort, bis auf diejenigen die sich in seinem Wams festgesetzt hatten. Er wandte sich um und lief ziellos durch die Gassen, rannte sogar durch einige um sich etwas auszupowern. Sie würde ja sehen, wie sie alleine klarkommen würde. Natürlich keimte in ihm Sorge auf, denn er wusste das sie immer etwas anstellte wenn sie alleine war. Er wusste das ihr etwas passieren könnte, aber für diese Nacht und gerade zum jetzigen Zeitpunkt war ihm das alles egal. Sie dachte sie könnte alleine zurechtkommen? Fein, dann sollte sie es doch tun. Er blieb vor einer beleuchteten Schenke stehen, aus der gerade ein Betrunkener wankte und mit dem Finger auf ihn zeigte, "Heda! Willllscht du auch hi... hicks... er kämpfschen? Da gehtsch janz schön zur Sache, mein Freundschen..." Seine gelben Augen verengten sich zu schlitzen und er fixierte den Mann einen Moment lang, ehe er sich an ihm vorbeischob und die Schenke betrat. Er wandte sofort wieder den Kopf ab und hustete, würgte. Das stank ja schlimmer, als all das was er bisher gerochen hatte. Die Schenke war heruntergekommen und dreckig, aber normal eingerichtet. Théro ging zu dem Wirt und sprach ihn auf die Worte des Säufers an. Als Antwort bekam er den Kellereingang gezeigt. Er wusste worum es sich handelte, eine geheime Wett- und Spielhölle. Sicher waren da unten Würfeltische und andere Dinge, ein Ring für die Boxer... Seine Schritte führten durch den Schankraum und er versuchte nah an der Wand zu gehen, die zum Glück zahlreiche Ritzen aufwies. Erneut schubste er einen Mann zur Seite und ging die steinerne Kellertreppe hinunter. Kühle und verstaubte Luft empfing ihn sanft. Sein Blick richtete sich nach rechts und er schweifte durch den Raum. Dann fixierte er den Ring, Blut auf dem mit sandbestreuten Boden und es roch nach Urin. Zwei Männer umklammerten sich gerade und Blut troff aus zahlreichen Wunden. Er legte den Kopf schief, das war gerade genau das Richtige um seine Wut rauszulassen. Er wollte dem Wolf nicht die Genugtuung geben, sonst wäre er schon längst im Wald am Jagen.
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Re: Die Feuerpriesterin und der Wolf

Beitrag von Aenaeris » So, 30. Sep 2012 22:11

Aenaeris starrte ihm hinterher als er die Schenke verließ und blickte dann mit Bedauern auf die Scherben des Bierkruges. Das Bier war nicht so billig gewesen, besonders weil sie kaum mehr Geld besaß und es war immerhin noch halbvoll gewesen. Die Tatsache, dass Théro sich hier als wütender Ehemann aufgespielt hatte, ließ die Hoffnung schwinden, dass ihr jemand einen Krug spendieren würde. Die Wirtin wandte sich grinsend an sie „Das war Dein Mann? Donnerlüttchen der war vielleicht sauer …“ Sie half dem dicklichen, der noch immer leicht benommen am Boden lag, auf und dieser trollte sich mit einem leicht säuerlichen Blick auf Aenaeris. Die Frau wandte sich wieder Aenaeris zu. „Ihr habt Streit“ stellte sie fest. Aenaeris sah sie ein wenig genervt an. „Du bist schwanger? Du willst sein Kind nicht austragen?“ bohrte sie neugierig nach. „Ersetzt mir den Bierkrug und ich erzähle Euch was Euch sichtlich so interessiert …“ meinte Aenaeris frech. Sie konnte nur gewinnen. Die Wirtin lachte und brachte ihr tatsächlich einen neuen Bierkrug. Dann setzte sie sich mit ihrem Hintern auf den Tisch und blickte Aenaeris erwartungsvoll an. „Ich habe, als ich ziemlich betrunken war, mit seinem besten Freund [18]gevögelt[/18] …“ Die Frau hob anerkennend die Augenbrauen und grinste ob der derben Worte. Aenaeris flüsterte als sie die nächsten Worte ausstieß. „Er hat ihn umgebracht dafür …“ Sie nahm einen Schluck von dem kühlen Bier. „Nun habe ich zwei Monde nicht mehr geblutet und ich weiß nicht, von wem das Kind ist … Ehrlich gesagt weiß ich nicht einmal mit Sicherheit, ob ich wirklich schwanger bin … ich fühle, dass sich in meinem Körper etwas verändert hat, ich ertrage gewisse Gerüche nicht mehr… doch vielleicht bin ich einfach nur krank…“ „Und er ist trotzdem noch bei Dir? Kleine, Du hast ein enormes Glück … andere Männer hätten ihre Frauen totgeschlagen, wenn sie Ihnen Hörner aufgesetzt hätten …“ Aenaeris sah sie mit einem seltsamen Blick an, doch die Wirtin hatte eigentlich Recht. Und wenn schon nicht erschlagen, dann zumindest mit Schimpf und Schande davon gejagt … „Am Rande des Dorfes, die Straße nach Westen hinunter, steht das Haus einer alten Schamanin … man munkelt, dass sie durch Händeauflegen sagen kann, ob es ein Knabe oder nur ein Mädchen wird … vielleicht kann sie Dir weiterhelfen, vielleicht könnte sie Dir auch sagen, von welchem der beiden Männer das Kind ist? Aenaeris blickte auf. "Doch man munkelt auch, dass sie sich dunkler Künste bedient und sich diese in Gold aufwiegen lässt…“ fügte die Wirtin hinzu. Aenaeris stieß einen zweifelnden Ton aus. Sie hatte kein Goldstück, und selbst wenn würde sie es nicht für solch einen abergläubischen Mist ausgeben. „Geh lieber zum Medicus, wenn Du Gewissheit darüber haben willst, Mädchen … Willst Du es überhaupt behalten?“ Aenaeris zuckte die Schultern. „Wüsste ich mit Sicherheit, es ist von ihm, dann ja …“ „Aber das kannst Du nicht, auch nicht wenn es dann auf der Welt ist, es sei denn sein Freund war ein Shiín oder ein Menai, aber das nehme ich nicht an …“ scherzte sie. „Ich werde es natürlich behalten“ meinte Aenaeris. Dann verlor sich ihre Stimme und sie konnte nur noch rau flüstern „Ich kann nicht riskieren, dass es sein ungeborenes Kind ist, das ich umbringen lasse … alleine der Gedanke daran ist schon eine Todsünde …“ Sie leerte den Krug in einem Zug aus und stand dann auf „Ich danke Euch für Eure Großzügigkeit …“ meinte sie mit einem nicken zu dem Bierkrug. Die Wirtin nickte ihr aufmunternd zu und Aenaeris ging nach oben in ihr Zimmer. Sie ließ sich auf das Bett fallen und hing weiterhin ihren Gedanken nach. Sie würde morgen den Medicus aufsuchen, dann würde sich alles weitere schon ergeben. Zumindest war sie froh, dass sie schon eine erste Entscheidung getroffen hatte, sie würde das Kind in jedem Fall behalten, komme, was da wollte …

Als Aenaeris am nächsten Morgen erwachte, war ihre linke Bettseite leer und unberührt. Théro war also nicht dagewesen, zumindest nicht um hier zu schlafen, aber das wusste sie nicht. Sie stand auf und wusch sich in der kleinen Waschschüssel, die auf dem Tisch stand. Das Wasser war kalt und es gab keine Seife, aber immerhin war es besser als nichts. Danach zog sie sich an und lief in die kühle frühlingshafte Morgenluft um den Medicus aufzusuchen. Die Sonne schien und Aenaeris versuchte, dies als positives Zeichen zu werten. Als sie die Hütte betrat, war niemand anwesend, es war auch kein Medicus zu sehen. Aenaeris schnupperte und es roch beinahe wie bei Reyar oder bei Tyn … irgendwie ähnelten sich die Gerüche der diversen Lazarette und Kräuterstuben immer. In dem Raum standen eine Menge dunkler Glasflaschen, irdene Töpfchen, Phiolen und Leinensäckchen. Es wirkte beabsichtigt unordentlich. „Hallo?“ rief sie fragend in den Raum und dann hörte sie schlurfende Schritte. Ein alter leicht gebeugter Mann kam aus dem Nebenraum und betrachtete sie mit leicht zugekniffenen Augen. Er war alt, doch der erste Blick täuschte. Aus seinen Augen schien ein wacher Geist zu blicken und seine Stimme war nicht ältlich und leise sondern kräftig und tief wie bei einem Mann im besten Alter. „Ja? Wie kann ich Euch helfen?“ fragte der Medicus, während er sie betrachtete. „Ich … ich …könnt ihr mir wohl sagen, ob ich guter Hoffnung bin?“ fragte sie schüchtern. Es war eine sarkastische Floskel. Guter Hoffnung sein… Eigentlich hoffte sie, dass sich ihre vermeintliche Schwangerschaft als eine Magengeschichte entpuppte … dann könnte man zwar sagen, dass sie durch ihre Voreiligkeit einen unnötigen Streit vom Zaun gebrochen hatte, doch dann würde sich dieser doch hoffentlich bald in Rauch auflösen. „Wann habt ihr das letzte Mal geblutet?“ fragte er sie. „Vor zwei Monden … vor dem Jahreswechsel …“ Er nickte und reichte ihr einen Becher aus Glas. Ich brauche einen Morgenharn von Euch…und deutete nach hinten, wo eine Abortähnliche Vorrichtung zu sein schien, die durch einen Leinenvorhang verdeckt werden konnte. Nach kurzer Zeit kam Aenaeris mit dem Glas zurück und er hielt das Glas ins Licht, schwenkte es und tauchte danach den Finger rein und kostete davon. Aenaeris verzog innerlich angewidert das Gesicht und sie kämpfte erneut mit einer Übelkeitswelle. „Leidet ihr an Übelkeit?“ Aenaeris bejahte. Der Medicus räusperte sich und stellte den Harnbecher beiseite. „Ich denke mit Sicherheit, dass ihr ein Kind erwartet.“ Aenaeris schloß für einen Moment die Augen und öffnete sie wieder, als er weitersprach. „Wenn es stimmt, dann werdet ihr es im Herbst bekommen, vermutlich im neunten Monat des Jahres. Ihr werdet eine Menge Veränderungen feststellen, durch die ihr dann Gewissheit erlangt … das sicherste Zeichen ist natürlich der bald wachsende Bauch… doch auch werden Eure Brüste schon bald schmerzen und ein wenig größer werden … ihr werdet vielleicht launenhafter sein…“ Théro würde sich zweifelsohne freuen, dachte sie sarkastisch … er empfand sie ja schon, ohne schwanger zu sein, als launenhaftes unerträgliches Weib, wenn sie mit dem falschen Fuß aufgestanden war ... Doch wer wusste, wie die Dinge nun zwischen Ihnen standen? Vielleicht würde er auch gar nicht mehr zu ihr zurückkommen... Aenaeris bezahlte, als sie fertig war, den Medicus mit einem Silberstück und ging dann zurück zu der Schenke.

Obwohl das Wetter so frühlingshaft und vielversprechend war, hatte sie keine Lust, auf den Straßen herum zu flanieren. Sie legte sich auf das Bett und dachte nach. Sie war töricht gewesen, einzugestehen, dass Caldric ebenso in Betracht zu ziehen war, wie Théro. Sie konnte es ja nicht wissen und dies hatte alles nur noch komplizierter gemacht. Wie würde es nun zwischen ihnen weitergehen? Sachte ließ sie ihre Hand über ihren flachen Bauch gleiten und ließ sie dann darauf ruhen. Im Moment fühlte sie nichts Zuversichtliches … keine Freude über das Leben, das in ihrem Leib am entstehen war, keine Freude darüber, sich dafür entschieden zu haben … sie empfand nur Trauer und Wut. Wut darüber, dass ihr Leben stets am Scheideweg stand … kaum lief alles gut, kam schon die nächste Katastrophe wie eine Götterstrafe über sie herein … Trauer, weil Théro nicht bei ihr war, dass sie alleine hier lag, wenn auch nicht direkt ganz allein, dass sie sich Sorgen um ihre weitere Zukunft machen musste, Sorgen, dass sie Théro vielleicht verlieren würde oder bereits verloren hatte. Ohne ihn würde sie nichts schaffen, oder hier in einer Schenke verkommen und arbeiten, bis sie zur Niederkunft kam, und danach würde es mit einem Säugling umso schwieriger werden. Und das Kind würde im Herbst kommen … im kurz darauf folgenden Winter war es dann noch schwerer. Nein, sie würde Théro brauchen … doch sie wollte ihn nicht so, wie er derzeit war … Im besten Fall würde er sich einreden, dass es seines wäre, und dann würden doch immer wieder Zweifel an ihm nagen und alles zerstören... sie wollte kein Mitleid, sie wollte nicht, dass er nur wegen dem Kind zu ihr hielt, sie wollte keine Heuchelei und sie wollte nicht Angst haben müssen, was passieren würde, wenn sich eines Tages herausstellte, dass es nicht Théros Kind war …
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Re: Die Feuerpriesterin und der Wolf

Beitrag von Thėro Schattenmal » Mo, 01. Okt 2012 17:33

Der Nordmann ließ seinen Blick durch den Keller schweifen und schmunzelte kurz. Heute Nacht ging es nur noch um Blut und Geld, nicht mehr und nicht weniger. Er wandte sich nach links und ging zu einem hochgewachsenen und breiten Mann hin, um den ein paar der Kämpfer standen und zu diskutieren schienen. Eigentlich störte er solche Gespräche nicht, oder mischte sich ein, aber das war heute auch egal. "Ich will kämpfen." brummte er lautstark in die Gruppe hinein und erwiderte den harten Blick des Mannes. Er sah zwar aus wie ein Kämpfer, aber er trug Kleidung und dazu noch ziemlich feine. Sicher war er hier der Verantwortliche für die Kämpfe und genau das stellte sich nun auch heraus. "Du? Siehst ja ganz kräftig aus... Na, dann lass mal was sehen, du kämpfst gegen den Kleinen. Ich bin Rasko." Er reichte ihm die Hand und Théro schlug feste ein, "Kannst mich Wolf nennen." Sein Blick schweifte wieder zu dem Boxring hinüber, der eigentlich nicht mehr war als ein kreisrunder Sandhaufen mit ein paar Brettern umzäunt. Aber das war egal, es ging nicht um das Äußerliche, sondern was sich darin abspielte. Erneut wandte er sich um und ging an ein paar Tischen vorrüber, an denen gewürfelt und getrunken wurde. Hier und da machten einige der Männer Armdrücken, anscheinend ebenfalls um Geld. Er blieb stehen und sah in eine dunkle Ecke, in der noch ein weiterer Tisch stand. Ein Haufen Münzen und Lederbeutel lagen darauf und vor ihm standen zwei bewaffnete Söldner. Er erkannte einen etwas dickeren Schemen dahinter und richtete seine Schritte auf das neue Ziel. Kaum war in der Nähe, traten die beiden vor und versperrten ihm den Weg. "Ich will auf einen Kampf wetten..." meinte Théro leise und löste den Geldbeutel von seinem Gürtel. Sie besaßen nicht mehr allzu viel, aber andererseits konnte er auch nicht mehr so viel verlieren. Und Aenaeris würde den anderen Teil beim Medicus ausgeben oder in der Schenke versaufen, was machte das da schon. "Auf wen willst du setzen?" kam es leise und kalt von dem feisten Mann am Tisch und seine braunen Augen fixierten ihn. Der Nordmann dagegen grinste und warf den Beutel auf den Tisch, "Auf mich." Ein Nicken signalisierte das Einverständnis und er wandte sich wieder ab. Sein Blick ging zu der Arena und erneut ging der kleinere der beiden Kämpfer zu Boden. Anscheinend stand er auch nicht mehr auf, womit der Kampf erledigt war. Der Nordmann hielt sich an Rasko und ging hinter ihm her. Kurz vor der Arena fing er sich einen abwertenden Blick von ihm ein, "Mach dich kampffertig, keine Waffen, Kleiner..." Stirnrunzelnd blickte er an sich herab, er hatte doch gar keine Waffen dabei... Oh, er meinte das Messer. Unwillig knurrte er leise, nickte dann aber und zog ein Messer aus dem Gürtel und das andere aus dem Stiefel. Ausserdem schnallte er den Lederbeutel mit seinem geschnitzten Schmuck vom Gürtel ab und legte alles an den Zaun der Arena. Dann schnürte er sein Wams auf und legte es darüber. Er ließ seine Nackenknochen knacken und sah Rasko nach, der in die Mitte der Arena ging.

Er ließ die Schultergelenke rollen und dehnte seine Arme, während Rasko den Kampf beendete und den neuen anpries. Hier unten war Kraft alles was zählte, ein Sieg alles was einen am Leben hielt und eine gewonne Wette sicherte das Geld. Seine gelben Augen fixierten seinen Gegner, den Kleinen, und er leckte sich hungrig über die Lippen. Am liebsten würde er sich verwandeln und hier alles kurz und klein schlagen, fressen und das Blut schmecken. Er wollte ihre Herzen... Kopfschüttelnd vertrieb er diese Gedanken und trieb die Bestie in ihre dunkle Ecke zurück. Instinkte waren gut, aber er brauchte auch einen klaren Kopf für das was kommen würde. Ein Schritt, sein Stiefel berührte den Sand und es knirschte leise. Ein zweiter Schritt, er musterte den schmächtigen, halbnackten Kämpfer vor sich. Und ein dritter Schritt, Théro blieb stehen und hob die Fäuste. Er ballte sie so fest zusammen, das die Knöchel weiß hervortraten und knurrte leise. Das Wolfsamulett baumelte um seinen Hals und kam urplötzlich in Schwung, als er nach links tänzelte und dann auf seinen Gegner zustieß. Seine Faust krachte in den Magen des Mannes, er traf seine Unterarme, die er schützend erhoben hatte, traf ihn im Gesicht und dann erneut im Magen. Der Sand scharrte leise, als er sein Knie ruckartig nach oben rammte, erneut den Magen traf und dann eine Lücke nutzte um seine Faust gegen die Schläfe des Kleinen donnern zu lassen. Es krachte laut, als er zu Boden ging und der Nordmann legte den Kopf etwas irritiert schief. So schnell? Er hatte gedacht er würde einen richtigen Kämpfer kriegen und keinen Schwächling... Dann drang Raskos Stimme an sein Ohr und er hob brüllend die Arme, bejubelt von einem sehr kleinen Teil der Menge. Der Rest war wohl eher wütend, da sie auf den Kleinen gesetzt hatten. Er spuckte auf den Sand, als er die Arena verließ und Rasko zunickte. "Wenn du willst kannst du den übernächsten Kampf haben, der Kleine sollte eigentlich gegen die Schlange antreten." "Joh." Er schlug in die Hand eines anderen Kämpfers ein und überhörte seine Glückwünsche absichtlich. Dann führte ihn sein Weg wieder zurück zu dem schmierigen Wettmeister. Sein Blick folgte dem großen gefüllten Lederbeutel und er fing ihn mit einer Hand auf und wog ihn in der Hand. Er wog ungefähr doppelt soviel wie der Kleine und Théro warf ihn wieder zurück, "Nochmal alles auf mich." "Gegen die Schlange? Du bist mutig, das muss man dir lassen..." kam es leise zurück und der Nordmann grinste breit, "Oder verrückt..."

Er hatte an der Arena gestanden, seine Sachen im Auge behalten und den Kampf beobachtet. Schließlich konnte man dabei so einiges über seine Gegner lernen und er war sich fast sicher das es nicht das letzte mal war, das er kämpfen würde. Schließlich war auch dieser Kampf vorbei und er betrat wieder den Ring. Kurz schlug er in Raskos Hand ein und nahm wieder seine Kampfhaltung ein. Die Schlange war definitiv komplett anders. Sie war nicht größer oder muskulöser als ein vorheriger Gegner, aber man sah die gut definierten Muskeln unter der Haut und man sah die Kälte in seinen Augen. Er bereitete sich auf alles vor, brüllte erneut laut auf und ließ seine Hand nach vorne schnellen. Schon war sein Gegner drunter durch geduckt und rammte seine Faust in seinen Magen. Er keuchte auf, wich zurück und spuckte aus. Die Ratte war schneller, als er dachte. Sie umtänzelten sich ein wenig und er ließ ihn diesmal den ersten Angriff machen. Dann fing er die Hand mit seiner ab, verdrehte das Handgelenk zur Seite und schlug ihm ins Gesicht. Einmal, zweimal, dann wand die Schlange sich irgendwie aus seinem Griff heraus und torkelte zurück. Théro fluchte leise vor sich hin und setzte ihm nach. Doch sein Gegner war plötzlich wieder voll da, sprang auf ihn zu und rammte ihm die Faust zweimal ins Gesicht, ehe er seine Deckung erhoben hatte. Seine Unterlippe war aufgeplatzt und er schmeckte Blut im Mund. Knurrend schlug er zu, traf auf Fleisch, Knochen und die Luft. Er traf nur selten seinen Gegner, ließ ihm aber keine Chance mehr zu einem Gegenangriff und kurz darauf spürte er eine kräftige Hand die ihn zurückzog. Er wandte sich wütend um, starrte Rasko in die Augen und atmete tief durch. Die Schlange lag blutend im Sand und bewegte sich nicht mehr, aber sie lebte noch. Er spuckte erneut aus und Blut landete im Sand, dann folgte er Rasko aus dem Ring. "Nicht so heftig, Kleiner. Das geht nicht bis auf den Tod. Für heute reichts, reagier dich erstmal ab." Jeder Widerspruch brachte überhaupt nichts und so nahm er seine Sachen, ging erneut in die dunkle Ecke und ließ sich die zwei Geldbeutel geben. Er wog sie abschätzend in der Hand und verschwand dann mit einem Nicken und vieler böser Blicke hinter sich. Er hatte so manchen Leuten einiges an Geld gekostet, schien ihm. Seine Schritte führten durch die Schenke und er schnippste dem Schankwirt eine kleine Münze zu. Kurz darauf betrat er den ersten Stock und dann sein Zimmer. Ihm war übel von dem Gestank und dem ganzen Tag davor. Zu allem Übel sah das Bett nicht besonders einladend aus, sodass er es vorzog die restliche Nacht auf dem Boden zu schlafen. Morgen würde sicher alles anders aussehen...
"Ich mache nichts lieber als das,
ich meine Gefühle abschaff.
Unterdrück am Tag noch den Hass,
bis ich ihn am Morgen rauslass."
->K.-M. R. aka PerVerZ

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