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Die Feuerpriesterin und der Wolf

Das nördliche Nachbarland Mérindars, schon seit Jahrhunderten in Feindschaft mit jenem Reich. » Ortsbeschreibung
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Thėro Schattenmal
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Re: Die Feuerpriesterin und der Wolf

Beitrag von Thėro Schattenmal » Sa, 08. Sep 2012 10:58

Der weiche Schnee setzt sich in seine Haare, seinen Bart und auf seine Kleidung. Aber das bemerkte er nicht wirklich, auch die Kälte die ihm nun in die Glieder kroch und nur noch wenig von dem warmen Schnaps gemindert wurde. So war das nun einmal, man traf Entscheidungen. Es gab kein Gut oder Böse, nur Konsequenzen. Als Konsequenz für das Urteil hatte er sie nun verloren, erst hatte er noch einmal kurz Hoffnung gefasst als sie meinte das sie nun ausgegelichen wären. Aber dann hatte sie ihn zurückgewiesen und ihren Standpunkt deutlich klar gemacht. Er wollte ihr all das erklären, wollte ihr sagen wie es gewesen war und warum er es getan hatte. Wollte sagen das ihn die Bestie dazu getrieben hat, das er es für sie getan hat, damit sie den Winter hier gut überleben konnten. Er wollte ihr sagen das er sie liebte, das sein Leben ohne sie seinen Sinn verlieren würde. Aber all das tat er nicht, er behielt es für sich. Théro senkte den Kopf und betrachtete seine Hand, auf der sich langsam weißer Schnee türmte und die sie zurückgewiesen hatte. Es hatte keinen Sinn mit ihr zu reden, dafür war sie zu aufgewühlt. Überhaupt hatte gar nichts mehr einen Sinn, vielleicht wollten ihn die Götter prüfen, ihn auf den Tod vorbereiten der beim morgigen Kampf vielleicht kommen würde. Er sah sie an, sah ihr in die Augen und suchte ihren Blick. Dann meinte er ganz leise, "Dann geh, nimm dein Pferd und geh bevor der Winter einbricht..." Der Alkohol brannte ihm im Magen und er wollte eigentlich nur noch schlafen, oder sich übergeben. Übelkeit breitete sich in ihm aus, er war angewidert von sich selbst, dem Alkohol und all dem was geschehen war. Sein Blick richtete sich in den Himmel, der Mond schien hell und klar zwischen den Wolken und er spürte das der Schnee schmolz und seinen Rücken hinablief. Fröstelnd strich er sich durch die Haare und warf den angesammelten Schnee auf den Boden, "Wenn ich dir etwas bedeute, bist du morgen da... Wenn du mir noch eine Chance gibst, sei da, denn du bist der einzige Grund warum ich töten und siegen will." Er ließ die andere Konsequenz unausgesprochen, nämlich das er keinen Sinn in einem Kampf sah, wenn sie nicht da sein würde. Er wollte sie an sich ziehen und berühren, ihre Wärme in dieser kalten Nacht spüren... Aber es war nicht mehr die Zeit dafür und so wandte er sich und stiefelte zurück in das Wachhaus. Er sah nur kurz zu den Männern, die ihn anblicken, und verschwand direkt in einem der zahlreichen Betten.

Der Morgen kam und der Drang sich zu verwandeln und zu töten, der Trauer und der Wut freien Lauf zu lassen, verschwand nun allmählich. Er hatte kaum geschlafen die Nacht, denn er wollte sich nicht verwandeln und den Clan zerfetzen, wieder verbannt und gejagt werden. Andererseits warum auch nicht, er war nun einmal das was er war. Er setzt sich auf und strich sich durchs lange Haar. Der einzigste Grund warum er es nicht getan hatte, war die Hoffnung das sie dort sein würde. Schließlich stand er auf und ging in den Wachraum. Die anderen machten sich bereits für den Kampf fertig, zogen ihre Rüstungen an und schnallten sich die Waffengurte um. Er selbst spritzte sich etwas kaltes Wasser ins Gesicht und nickte Caldric knapp zu. Dann nahm er die Rüstung, nahm seine Axt an dem Waffengurt und stapfte nach draussen. Der Schnee lag noch in den Bergen und der gesamte Clan war in Weiß getaucht. Aber die Sonne kam heraus und kämpfte gegen Kälte und Schnee. Es war ihm egal und schulterzuckend stapfte er zum Lazarett. Er nickte auch Tyn nur knapp zu, setzte sich auf ein Bett und begann damit seine Verbände abzuwickeln. Die alte Schmanin beließ es dabei und war seltsamerweise ebenfalls schweigsam. Vielleicht spürte sie was mit ihm war und beließ es lieber dabei, anstatt noch etwas hinzuzusetzen. Sie hatte beide Wunden genäht und man sah zum Glück nicht das sie bereits im Inneren am heilen waren. Théro hob sie Arme und ließ sie den verband um den Bauch wieder anlegen. Dann folgte der an der Wange und er stand wieder auf. Es raschelte leise als er in das Wams schlüpfte und es zuschnürte. Dann folgte die Lederrüstung. Er zog sich die Schienbeinschützer an, den Lendenschutz, den Brust- und Rückenpanzer. Dann folgten die Schulterstücke und die Unterarmschienen. Sein Blick fiel auf Herans schlafende Frau und er senkte einen Moment den Kopf. So war es Recht, so war es Brauch. Er tat was getan werden musste, nun würde er die Rechnung dafür tragen und sie vielleicht sogar bezahlen. Die Götter würden sich sicher darüber freuen. Kopfschüttelnd vertrieb er die Gedanken und streifte sich den Blutroten Wappenrock über. In schwarzer Farbe prangte darauf das Zeichen des Clans, mit dem Zusatz der Familie. Er bemerkte es nicht, oder ignorierte es und zog den Kettenpanzer an. Dann schnallte er alles fest, zog den Gürtel etwas enger und schnallte sich den Waffengurt um die Brust. Er seufzte leise auf, bewegte sich etwas und machte ein paar Übungen um die Beweglichkeit zu testen. Dann lockerte er ein paar Schnallen wieder etwas und bemerkte das Tyns Blick auf ihm ruhte.

Die Lazaretttür schlug in den Türrahmen, als er hinaustrat und vom eisigen Wind umfangen wurde. Die wenigen Worte der alten Kräuterhexe brachten ihm nun auch keinen Frieden mehr. Vielleicht war es gut einen Segen der Götter zu erhalten, andererseits schienen ihm selbige nicht gerade wohlgesonnen. Vielleicht war es ja ein Segen wenn die Bestie nun fallen würde. Seine Stiefel hinterließen Fußspuren in dem Schnee und sein Kettenhemd klirrte leise bei jedem Schritt. Er ging in die Mitte des Clans, zu dem Platz der mal als Markt, mal als Lager und am öftesten als Arena genutzt wurde. Er befand sich direkt hinter dem Haupttor, auf einem großen Platz. In der Mitte hatten sie bereits in einem kreisrunden Stück den Schnee weggeräumt und Holzpalisaden aufgestellt, die den Kampfbereich darstellten und die Zuschauer abhalten sollten. Der Nordmann stellte sich neben Caldric und spürte kurz dessen Hand auf seiner Schulter. Er spendete ihm ein paar aufmunternde Worte, die nicht recht helfen mochten und sah dann nach vorne. Umringt von vier Leibwachen betrat der Fürst die Arena und hob die Hände, damit das Gemurmel in der Menschenmenge still wurde. Es kamen noch immer mehr, fast der gesamte Clan. Ein Kampf war ein Spektakel das man nicht so oft sah, wenn er von Leben und Tod handelte. Théro gähnte leicht, während der Ansprache und musterte seine Gegner. Er war gespannt wie besessen sie von ihrer Rache waren. Solche Menschen musste man meiden, oder sehr genau beobachten. Dann verkündete er den ersten Kampf, Darn gegen den Bruder von Rackor. Die beiden betraten den Ring und zogen ihre Schwerter. Die gelben Augen des Wolfs richteten sich auf die Arena, fixierten sie kompromisslos und er verfolgte jede Bewegung. Kampf bis zum Tod hieß es. Sollte Darn fallen, hatten sie also einen Gegner mehr. Die Männer umkreisten sich, man sah das Darn einen kleinen Vorteil in der Geschwindigkeit und Wendigkeit hatte. [18]Er bewegte sich geschmeidiger, fließender und war anscheinend besser trainiert. Das Klirren der Klingen wurde von gröhlendem Johlen der Menge quittiert. So folgte es noch ein paar mal, es folgten kleine Schnitte und Ausweichmanöver, aber keiner landete einen richtigen Treffer. Der Kampf zog sich in die Länge, als Théro einen Vorteil erkannte. Darn hatte ihn ebenso erkannt, er nutzte den weit ausgeholten Schlag seines Gegners und rammte sein Knie in dessen Magen. Dann wich er zur Seite aus, trat ihm in die Kniekehlen und als er zu Boden sackte, zerschnitt er ihm die Kehle.[/18]Kurz folgte Stille, ehe er das blutige Schwert hob und die Menge wieder gröhlte. Dann ging er zurück an seinen Platz, setzte sich in den Schnee und ruhte sich erschöpft aus.

Der Fürst betrat wieder die Arena, verkündete den nächsten Kampf und würdigte den Sieger. Sein Blickte folgte Erik, der Axtschwingend gegen seinen Gegner antrat. Der Kampf war wesentlich brutaler, denn zwei Äxte waren anders als zwei Schwerter. Ein Schwert streift dich kurz und fügt einen kleinen Schnitt zu, eine Axt dagegen richtete viel mehr Schaden an, wenn sie traf. Théro zuckte leicht zusammen und senkte seinen Blick, als das Blut auf den Boden floss und der Kampf endete. Er hörte die Schreie aus der Menge heraus, Vater, Mutter und Weib... Er war für ihn gestorben, für einen Verbannten. Erik wurde aus der Arena gebracht und der Fürst betrat sie erneut. Es folgten Caldric und Herans Vater. Der Junge hatte Mut, Erfahrung und war gerade im besten Alter. Der Alte dagegen besaß wesentlich mehr Erfahrung, war ruhiger und überlegter. Allerdings verspielte er diesen Vorteil ein wenig, durch die Rache die ihn antrieb. [18]Wie zuvor fand auch Caldric eine Schwachstelle, nutzte sie und stach zu. Dann drehte er das Schwert, zog es nach oben und es schabte an den Rippenknochen[/18]. Auch dieser Kampf war schnell vorbei und es folgte dasselbe Gejohle wie zuvor. Dann betrat der Fürst erneut die blutige Arena. Er würdigte den dritten Sieger und kündigte den letzten Kampf an. Nun war es wohl soweit, Zeit für die Rache und Vergeltung. Zeit für den Tod und alle damit einhergehenden Folgen.

Der Boden fühlte sich matschig und seinen Stiefeln an, als er in den Kreis ging. Das Blut und der Schnee waren längst eingesickert und hatten ihn aufgeweicht und klebrig gemacht. Théro zog die Axt aus seinem Waffengurt und klopfte sie gegen seinen Brustpanzer. Die Ketten klirrten und er ging ihn Kampfhaltung. Dann fixierte er seinen Gegner, Herlans Bruder im übrigen, und achtete auf jede kleine Bewegung. Sie war nicht dort, sah ihm nicht zu. Zumindestens hatte er sie bisher noch nicht entdeckt und nun musste er sich auf anderes konzentrieren. Er verstand ihre Verachtung und ihre Ablehnung ihm gegenüber. Aber er konnte sie wohl nicht mehr ändern, vielleicht war es das beste im Kampf zu sterben und in Würde abzutreten. Er spuckte auf den Boden, hob die Axt und machte einen Satz auf den Mann gegenüber. [18]Dann wirbelte er zur Seite, zog die Axt im Schwung mit sich und ließ sie auf die Kehle zielen. Der Schlag ging ins Leere, als er sich duckte und gleichzeitig sein Schwert in Théros Magen rammte. Der Nordmann nutzte den Schwung zu einer weiteren Drehung, sodass die scharfe Klinge nur an seinem Kettenhemd vorbeischabte. Gleichzeitig versuchte er diesen Vorteil wieder auszunutzen und löste eine Hand von der Axt um den Ellenbogen in richtung Nase zu rammen. Herlans Bruder, Jolf, zuckte zurück als er getroffen wurde und ihm Blut aus der Nase floß. Dann gingen sie wieder auf Abstand und fixierten sich. Seine Hand umklammerte die Axt fester, als er es wagte kurz einen Blick in die Menge zu werfen. Er sah schwarze Haare, aber war es wirklich Aenaeris? Genauer konnte er es nicht sagen, denn die Klinge raste wieder auf ihn zu. Théro hob die Axt, fing sie über sich ab und zog den Stiel dann mit beiden Händen ruckartig nach rechts. Das Schwert ritzte seine Finger ein und er ließ die Axt los, sodass sie vom Schwung getrieben mit dem Schwert verkantete und davonflog. So waren sie beide unbewaffnet und keiner hatten einen Vorteil gewonnen. Blut troff von seiner linken Hand in den Schnee, als er sie zur Faust ballte und in Jolf's Magen rammte. Im Gegenzug kassierte er einen Schwinger, der seinen Kniefer knacken ließ. Théro wich etwas zurück, spuckte Blut aus dem Mund und fixierte seinen Gegner wieder. Der Kiefer war nicht gebrochen, aber er tat höllisch weh. Trotzdem tat es gut zu kämpfen, seine Wut rauszulassen und den Schmerz zu spüren der einen ins Leben zurückholte. Er wich dem nächsten Schlag aus, drehte seine Hand an ihm vorbei und packte sein Genick. Dann riss er das Knie hoch und zog seinen Kopf gleichzeitig nach unten. Es gab ein lautes Knacken und Théro zog ihn wieder hoch, schlug ihm noch einmal ins Gesicht und stieß ihn etwas zurück. Blutverschmiert taumelte Jolf zurück und gegen die Palisaden.[/18] Der Wolf nutzte die Gelegenheit um schnell nach seiner Axt zu greifen und sich den Vorteil zu sichern, auf den er gewartet hatte. Es könnte schnell vorbei sein, er brauchte nur zuzuschlagen und Jolfs Leben war beendet. Sein Blick ging noch einmal durch die Menge, suchte nach Aenaeris. War sie dort? Sah sie ihm zu? Oder hatte sie sich endgültig abgewendet? Das musste er wissen, bevor er tötete. Es lag vielleicht Ehre im Kampf, für ihn aber nicht gegen so einen Hund zu sterben. Dennoch war die Gelegenheit günstig und ehrenhafte Tode sollte man allemal bevorzugen...
Zuletzt geändert von Thėro Schattenmal am Mo, 10. Sep 2012 19:31, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die Feuerpriesterin und der Wolf

Beitrag von Aenaeris » Sa, 08. Sep 2012 16:12

Aenaeris hatte ihre Arme um ihren Körper geschlungen und sah Théro nach, der wieder zurück in die Wachstube ging. Sie fuhr sich mit beiden Händen über ihr Gesicht und wischte die Tränen weg. Sie fröstelte und drehte sich um, um in das Quartiergebäude zurück zu gehen. Sie hoffte inständig, dass sie niemandem begegnen würde, denn sie hatte keine Lust auf dumme Fragen oder Blicke. Sie hatte Glück, und begegnete niemandem. Wahrscheinlich waren die meisten noch in der Methalle, tranken, lachten, oder unterhielten sich. Immerhin gab es morgen etwas zu sehen. Kämpfe um Leben und Tod. Aenaeris hatte schon gar nicht mehr daran gedacht, erst als Théro ihr diese letzten Satz entgegengebracht hatte, war es ihr wieder eingefallen. Als sie in ihr Zimmer ging, warf sie sich trotzig aufs Bett. Sie würde nicht hingehen, sie ließ sich nicht erpressen… Was sollte das bedeuten? Wenn er so erpicht darauf war, sein Leben wegzuwerfen, und in einem Kampf durch einen Gegner, der ihm nicht einmal halbwegs ebenbürtig war, sterben wollte, sollte es so sein. Und Aenaeris hatte die Herausforderer gesehen, sie waren bestenfalls mittelmäßig… vielleicht waren sie Gegner für Caldric, doch nicht für Théro…

Aenaeris sprang wieder vom Bett auf, sie wollte etwas trinken, egal was, sie wollte vergessen und einfach ihre Gedanken und alles ausblenden. Sie lief in die Methalle, wo es eigentlich immer etwas zu trinken gab. Alles, außer Met… Aenaeris fragte sich, woher diese Halle ihren Namen hatte, wenn es dort doch nicht gab, wofür ihr Name stand. Sie stand ein wenig unschlüssig in der Halle. Eine kleine Gruppe mit Männern und Frauen saßen auf den Bänken und als sie Aenaeris sahen, winkten sie sie zu sich heran. „Komm, setz Dich zu uns, und trink was mit uns…“ luden sie sie ein. Man konnte viel über die Nordmänner behaupten, doch großzügig, gastfreundlich und gesellig waren sie, das musste man ihnen lassen. Einer der Männer schob ihr einen Becher zu und füllte ihn bis beinahe an den Rand. Aenaeris nahm ihn vorsichtig hoch, um nichts zu verschütten und trank einen großen Schluck ab. Sie hustete, denn es war Schnaps, und dazu noch ziemlich starker. Wenn sie diesen Becher ausgetrunken hatte, würde sie nicht mehr gerade stehen können, vermutete sie. Doch es war ihr egal, im Gegenteil, es war ihr sogar Recht. „Keine einfache Zeit, die letzten Tage hm?“ meinte er der Männer. Er war blond, wie die meisten aus den wilden Landen, und hatte einige geflochtene Strähnen, an deren Enden kleine aus Knochen geschnitzte Perlen aufgefädelt waren, die baumelten, wenn er den Kopf bewegte. Dazu trug er einen beachtenswerten Schnauz- und Vollbart. Aenaeris war es ein wenig unangenehm, so indirekt auf die Erlebnisse angesprochen zu werden. Sie wusste, dass es alle wussten, und sie mochte es nicht, dass, zumindest die Frauen, ihr mitleidige Blicke zuwarfen. Trotzdem nickte sie zustimmend den Kopf und hielt den Tonbecher mit beiden Händen umschlossen. „Du kommst nicht klar mit den hiesigen Bräuchen und Traditionen der wilden Menschen, nicht wahr?“ meinte die Frau, die neben ihm saß. Sie war eine hübsche Blonde, ein wenig stärker gebaut, und sie hatte eine kleine rote Narbe auf der Wange und doch konnte dieser kleine Makel ihrer Schönheit nichts abtun. Aenaeris schüttelte den Kopf und trank einen erneuten Schluck und sie hatte das Gefühl, dass sich alles in ihrem Körper zusammenzog, ob der scharfen Flüssigkeit. Doch es brannte angenehm im Magen und sie mochte die Hitze, die sich in ihrem Leib ausbreitete. „Und doch hat es nichts über die wilden Menschen an sich auszusagen. Das sind nun einmal unsere Bräuche… In anderen Völkern gibt es ähnliche, oder es wird im Namen der Götter und Gottheiten gerechtfertigt. Woher kommst Du?“ „Arcanis…“ erwiderte Aenaeris. „Du liebe Güte, Arcanis eilt seinem Ruf weit voraus…!“ lachte die Frau. „Wir wilden Menschen sind auch nicht gut Freund mit den Elfen. Doch wir verfolgen sie nicht, und wir bringen sie auch nicht um, weil sie Elfen sind… nicht immer sind nur wir Wilden roh und grob hm? Auch die feinen Arcanier, die sich für soviel besser halten als alle anderen Völker, haben diesen dunklen Fleck auf ihren Wamsen…“ Aenaeris erwiderte trotzig „Doch Herans Frau hatte nichts damit zu schaffen, sie verdiente es einfach nicht…“ und nahm noch einen großen Schluck des Schnapses. Je mehr sie davon trank, desto weniger scharf und widerlich empfand sie ihn. Ein anderer Mann mischte sich ein. „Hast Du es verdient? Was hattest Du zu schaffen mit den beiden?“ Aenaeris zuckte die Schultern. Ihr schwirrte ein wenig der Kopf. „Sei nicht so streng mit ihm, und hol Dein spitzes Näschen wieder ein wenig weiter nach unten… er riskiert sein Leben morgen…für Dich… auch wenn wir vermutlich alle jetzt schon wissen, wie es ausgehen wird, dennoch riskiert er sein Leben für Dich…“ Aenaeris wollte davon nichts hören. Sie nahm den Becher, trank den Rest aus und musste sich sehr bemühen um den Brechreiz zu unterdrücken, den sie dabei empfand. „Ich danke Euch…“ meinte sie mit einem Fingerzeig auf den Becher. Die Leute nickten, und Aenaeris stand auf. „Gute Nacht…“ murmelte sie und ging langsam aus der Methalle. Die frische Luft fuhr ihr ins Gesicht, als sie die Methalle verließ und beutelte sie durch. Die fühlte sich gleich noch ein ordentliches Stück betrunkener als sie ohnehin schon war. Dann wankte sie vorsichtig zurück zu den Quartieren und als sie in ihrem Zimmer angekommen war, warf sie sich aufs Bett. Sie konnte heute ohnehin keinen klaren Gedanken mehr fassen. Sie schloss die Augen und wartete, bis der Schlaf sie übermannte.

Am nächsten Morgen erwachte sie mit heftigen Kopfschmerzen. Sie stöhnte und fasste sich an die Stirn. Sie hatte ein ziemlich flaues Gefühl im Magen. Etwas essen konnte sie nun beim besten Willen nicht. Sie beschloss, zu Tyn zu gehen. Tyn hatte sicher etwas Passendes. Sie verließ die Quartiershalle und lief ins Nebenhaus zum Lazarett, in die Kräuterstube. Tyn war eigentlich nur dort anzutreffen. Sie hatte sie noch nie in der Methalle, noch anderswo gesehen. Tyn nickte ihr zu, als sie sie sah. „Du siehst furchtbar aus Aenaeris…“ stellte diese fest. Aenaeris lächelte schief. „Zuwenig Schlaf?“ Sie schüttelte den Kopf und verzog schmerzhaft das Gesicht. „Zuviel getrunken… hab ichs mir doch gedacht…“ Sie stemmte die Hände in die Hüften. „Ich war auch mal jung, aber so…“ Sie unterbrach sich und vollendete den Satz nicht. Sie schlurfte zu einem Schränkchen und goss Aenaeris etwas in einen Becher und schob ihn ihr zu. „Was ist das?“ fragte Aenaeris skeptisch. „Es wird Dir helfen…“ meinte Tyn und schmunzelte. Aenaeris stürzte die dunkle Flüssigkeit herunter und verzog angewidert das Gesicht. Es war irgendein stark alkoholischer Kräuterauszug und er war bitter wie Galle. Aenaeris musste einen Moment gegen den Brechreiz ankämpfen. „Was war der Grund für diesen Zustand? Hast Du mit Théro gesprochen?“ Aenaeris blickte düster drein und nickte den Kopf. „Ich wusste es… er war heute Morgen auch hier, weißt Du… ich glaube er sah noch elender aus als Du…“ Aenaeris blickte Tyn an und zuckte dann mit den Schultern. „Egal, ich bin fertig mit ihm…“ Tyn sah sie forschend an. „Er kämpft für Dich… sein Leben als Pfand für Vergeltung…“ Als die alte Frau bemerkte, wie Aenaeris unsicher den Mund verzog, sprach sie weiter. „Blut für Blut…“ und sah Aenaeris herausfordernd an. „Vermutlich haben sie bereits angefangen…“ meinte sie beiläufig und blickte in dem Raum in die Richtung, wo der Kampf stattfinden würde. „Ist ja schon gut, Du alte Hexe…“ murrte Aenaeris ein wenig schnippischer als sie wollte, und war ob ihrer Frechheit ein wenig verwundert, und stand auf. Tyn bedachte sie mit einem empörten Blick, doch sie lächelte. Aenaeris bemerkte, dass der Kräuterauszug gut geholfen hatte. „Danke Tyn…“ fügte sie hinzu. „Danke für alles…“ und verließ die Kräuterstube.

Die Kämpfe waren bereits im Gange, und die Menschen grölten und johlten als Aenaeris den Schauplatz erreichte. Sie konnte nichts sehen, weil der Platz ziemlich voll war und sich viele Menschen dicht aneinander drängten. Sie schob und drängte sich grob durch die Menschen, erntete viele empörte Blicke. An einem Hünen scheiterte sie. Er war so groß und breit, dass es kein vorbeikommen gab. Sie stieß ihm von hinten in den Rücken. „Du da, lass mich vorbei!“ Der Mann drehte sich um, blickte auf sie herab und betrachtete sie wie ein Insekt, das es zu zertreten galt. Doch dann grunzte er, und ließ sie durch. Noch etwa zwei Reihen, dann würde sie an den Holzpalisaden ankommen. Sie drängte sich durch und fluchte. Dann schob sie sich noch durch die letzten Menschen, stolperte und fiel hart gegen die Palisade. Sie sah Théro, der am anderen Ende der Arena stand und gerade Blut spuckte. Sie rief nach ihm, doch er konnte sie natürlich nicht hören, der Krawall war einfach zu laut. Er stieß seinem Gegner sein Knie ins Gesicht und setzte noch eins drauf, in dem er ihm mit der Faust ins Gesicht schlug. Hart schlug der Mann blutüberströmt gegen die Holzpalisade, so dass diese erzitterte. Théro hielt kurz ein, hob seine Axt vom Boden auf und drehte sich, ließ seine Blicke durch die Menge wandern, und schließlich wandte er den Kopf in ihre Richtung und ihre Blicke kreuzten sich. All der Zorn und Ärger fiel ab von ihr, als sie ihn so dastehen sah. Es schien ihm neue Kraft zu geben, und er schien plötzlich wie ausgewechselt. [18]Er packte den Kerl an der Schulter, hob seine Axt und ließ das scharfe Blatt auf den Kopf niedergehen, und spaltete ihm den Kopf, und Knochensplitter sowie Hirnmasse flogen umher. Dann ließ Théro Jolf los und der Tote sackte zu Boden.[/18] Aenaeris wandte angewidert den Kopf ab und ein allgemeines Ächzen ging durch die Massen und der Kampf war vorbei…
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Re: Die Feuerpriesterin und der Wolf

Beitrag von Thėro Schattenmal » Sa, 08. Sep 2012 22:13

Der Nordmann hob brüllend die Axt und drehte sich, während die Menge wieder anfing zu grölen. Der Fürst ließ ihm den Erfolg einige Zeit, ehe er sich wieder in Bewegung setzte um den Rest zu verkünden. Plötzlich kam in einer Ecke Bewegung in die Menge und seine gelben Augen richteten sich dorthin. Rackors Vater, der letzte der gegnerischen Kämpfer, schubste jemanden zur Seite und sprang mit blank gezogener Klinge über die Holzpalisade. Wut und Rachdurst blitzten in seinen Augen auf, als er auf Théro zustapfte und unflätige Beschimpfungen mit sich brachte. Er sah wie Caldric aufspringen wollte, aber zurückgehalten wurde. Ebenso wie der Fürst seine Wachen zurückhielt. Es ging dabei nicht darum ihn sterben zu sehen, sondern um die Ehre. Der Mann brach zwar die Regeln mit seinem plötzlichen Auftauchen und Eingreifen in die fast zeremonielle Handlung, aber er hätte so oder so noch einen Kampf führen müssen. Wahrscheinlich war ihm der Tod bewusst und er wollte den Rest seines Lebens mit dem Versuch zubringen den Mörder seines Sohnes zu töten. [18]Der Matsch saugte sich an Théro Stiefeln fest, sodass er schwerer in Bewegung kam und dem ersten Streich nicht ausweichen konnte. Die Klinge bohrte sich durchs Kettenhemd und in den Brustpanzer hinein, ritzte den verband an seiner Seite auf und verkantete sich dann. Der Wolf hob dagegen wieder die Axt, ließ den Dorn auf der anderen Seite krachend von unten in den Kiefer seines Gegners donnern und zog ihn wieder heraus. Dann drehte er die Klinge, zog sie quer nach unten und durchtrennte die Halsschlagader des Kriegers. So starb auch Rackors Vater, allerdings hatte er während diesen beiden Angriffen sein Schwert gedreht und sich darauf gestützt, sodass es weiter hineingeglitten war. Théro wich ein Stück zurück, ließ die Axt fallen und umfasst mit beiden Händen das Heft des Schwertes, welches immer noch eingeklemmt zwischen Lederrüstung und Kettenhemd in seinem Fleisch stach. Er spuckte wieder etwas Blut aus, keuchte leise und zog dann mit aller Kraft. Die Klinge fiel in den vom Blut schon zu Morast verwandelten Boden und er selbst auf die Knie. Sie hatte den Verband aufgerissen und hatte sich ein Stückweit neben der bereits vorhandenen Wunde in sein Fleisch gebohrt. Er blickte auf seine zitternden Hände, die dunkelrot von dem Blut glänzten und brüllte vor Schmerzen. Dann presste er die Hände auf die Wunde, stöhnte leise und hustete erneut Blut. Sollte das nun das Ende gewesen sein? Er durfte nicht so sterben, nicht wo Aenaeris ihn brauchte und wollte.[/18]

Der Fürst stieg über den Leichnam und legte eine Hand auf Théros Kopf, "Der Rechtssprechung wurde Genüge getan, der Kampf geht zugunsten Théro Skjalfsson und alle folgenden Rachewünsche sind hiermit beseitigt. Ehre dem Schlächter der Wolfsbestie, Ehre auch Caldric unserem Wachhauptmann und Darn, dessen Offizier. Erik Tjalfe musste zwar sein Leben für den Sieg geben, aber auch ihm soll Ehre im Tode zuteil werden." Dann machte der großgewachsene und breite Mann einen Schritt zurück und hob die Ende zum Zeichen das der Kampf vorbei war. Caldric und Darn waren nun an seiner Seite, hoben ihn hoch und er legte seine Arme um sie. Sie wussten das der Erfolg einiges Wert war, die nach einem Kampf folgende Verarztung aber wesentlich mehr. Ohne weitere Worte zu verschwenden, oder auf die gröhlende Menge einzugehen trugen sie ihn aus der Arena und die Menge machte Platz vor ihnen. Dann gingen sie so schnell wie möglich zurück ins Lazarett und setzten Théro wieder auf sein altes Bett. Dieser stöhnte schmerzhaft auf und löste mit zittrigen Fingern die Schnallen seiner Rüstungsteile und des Ringpanzers. Dann ließ er sie nacheinander fallen. Tyn und Caldric ging das viel zu langsam, sodass sie ihm dabei halfen den Rest auszuziehen und vorsichtig den Brustpanzer anhoben. Théro zog das durchbohrte und glänzende Wams darunter aus und Blut lief ihm aus einem Mundwinkel. Er brüllte vor Schmerz, als der Stoff an der Wunde schabte und noch einmal als er sie betastete. Sie war tief und er konnte von Glück sagen, wenn sie keine inneren Organe verletzt hatte. Tyn beugte sich über ihn, zog seine Hände von der Wunde und pfiff leise, "Bereite das Brenneisen vor, Caldric..." Théro riss die Augen auf, er hasste diesen Schmerz wenn das glühende Metall in seine Haut fuhr und alles versengte. Das Schlimme war das er durch sein Wolfsblut nicht einmal wirkliche Infektionen bekommen konnte. Es war also ein unnötiger Schmerz, den er nur ertragen musste um sein Gesicht zu wahren und weiterleben zu können. Darn schob ihm ein Holzstück zwischen den Mund und er biss darauf, keuchend und mit hektischeren Atemzügen. Dann hatten sie alles vorbereitet und Tyn griff nach dem Eisen. Darn und Caldric stellten sich an jeweils eine Seite vom Bett und hielten den Wolf gut fest. Seine Augen folgten dem Metallstab, bis er in die Wunde fuhr. Er wusste das er stillhalten musste und sollte, aber der Schmerz war so heftig und plötzlich das er sich laut keuchend und brüllend aufbäumte. Dann folgte die begnadete Schwärze und Dunkelheit umfing seinen Geist.

Er war leider nicht lange bewusstlos und als er wieder wach wurde stieg ihm als erstes der Geruch von verbranntem und gebratenem Fleisch in die Nase. Er würgte und spuckte schwer keuchend das Holzstück aus. Caldric legte ihm eine Hand auf die Brust und hob einen Krug an, "Trink." Théro schüttelte allerdings den Kopf, stöhnte vor Schmerzen auf und versuchte sich umzusehen. Tyn war noch an der Wunde am Werkeln, er wusste nicht ob sie sie noch nähte oder nur schon verband. Ansonsten war niemand hier, er wollte Aenaeris sehen. Vielleicht wollte sie ihn ja nicht sehen, oder sie ließen sie nicht durch... Vielleicht hatte er in ihren Augen versagt. Er ließ den Kopf zurück auf das Kissen sinken und starrte Caldric an, während er das bittere Gesöff schluckte und kurz darauf wieder in die sanfte Dunkelheit überging. Darn und Caldric verließen das Zimmer um Erik die letzte Würde zu erweisen und sich um die Rüstungen und Waffen zu kümmern. Nichts rostete schneller als getrocknetes Blut im Schnee. Der Wind draussen war noch einmal aufgefrischt und es schien bald wieder Hagel oder Schnee zu geben. Sicherlich wollten die beiden sich auch das ganze Blut abwaschen und ordentlich feieren, trinken und ausruhen. Théro hätte es ihnen nicht verdacht, er wollte nicht das jemand an seinem Bett wachte, wenn es so einen Sieg zu feieren gab. Obwohl er diesbezüglich bei einer Person sicher eine Ausnahme gemacht hätte. Als Tyn die Wunden verbunden hatte, verließ sie das Lazarett, nur um direkt auf einen der Soldaten zu stoßen, "Der Fürst will ihn persönlich sprechen..." "Das geht jetzt nicht, er soll morgen wiederkommen wenn er nicht an seinen Wunden erliegt." Das war vielleicht übertrieben, vielleicht auch nicht. So genau konnte man das bei der Alten nie sagen. Aber mit Sicherheit wollte sie nur Zeit, damit Théro genesen konnte. Auch seine Eltern standen vor dem Lazarett, offensichtlich besorgt und durch Tyn's Worte noch mehr in Sorge. Scheinbar hatte die Wache niemanden hineingelassen, somit auch Aenaeris nicht. Als der Soldat weg war, beruhigte Tyn die besorgten Menschen vor ihr und schickte sie dann doch wieder fort. Théro war sowieso erst einmal am Schlafen und brauchte dazu vor allem Ruhe. Aber sie meinte noch leise zu Aenaeris, das sie gerne früh am Morgen kommen könne, wenn sie wolle. Scheinbar hatte die alte Hexe die Arcanierin mittlerweile doch recht lieb gewonnen, oder zumindestens fand sie sie nett.

Er schlief die Nacht unruhig, trotz des bitteren Kräutergesöffs das sie ihm verabreichten hatten. Mehrmals in der Nacht wachte er schweißgebadet auf, bemerkte das die Bestie in ihm Ruhe gegeben hatte und spürte die Schmerzen, ehe er wieder wegdämmerte. Am Morgen dann war er schon früh wach und versuchte den Schmerz zu ignorieren und sich in seinen Gedanken zu vergraben. Viel zu viel war geschehen, das nicht hätte geschehen sollen. Er hatte die Frau verloren die er liebte, hatte getötet und war so oft verletzt worden wie lange nicht mehr. Nun war er dem Tod und den Göttern wohl ein Stück näher. Er wusste nicht ob sie ihn jemals wiederhaben wollte, ob sie überhaupt noch mit ihm reden würde. Hatte es denn einen Sinn gehabt zu gewinnen? Vielleicht wäre es besser gewesen er wäre in dem blutigen Schlamm erstickt. Dann blitzte etwas Hoffnung in diesen trübseligen Gedanken auf. Immerhin war sie da gewesen, sie hatte ihn gesehen, hatte seinen Kampf gesehen. Sie hatte gesehen wie er gewonnen hatte und er hatte sie gesehen, wenn auch nur kurz. So war es nunmal in den wilden Landen, es ging um Blut, Ehre und den Kampf. Vergeltung hatte hier ihre eigene Gerechtigkeit, aber eigentlich war es in anderen Ländern nicht besser. War es denn recht Elfen zu töten, nur weil sie Elfen waren? Oder Dieben eine Hand abzuhacken, sodass ihr Leben noch mieser wurde? In den wilden Landen zählte gleiches mit gleichem. Diebe wurden hier bestraft, oder mussten ihre Schuld zurückzahlen. Aber eigentlich gab es bei den Clans gar keine Diebe, denn sie waren eine Familie. Doch auch bei den besten Familien gab es wohl viel Streit... Théro drehte leicht den Kopf und tastete nach dem Krug und leerte ihn hastig. Gut ein Viertel des Inhalts floss an seinen Mundwinkeln herab, als er prustete und würgen musste. Das Medizin immer so widerlich schmecken musste... Der Schmerz verebbte und der Nebel in seinem Kopf wurde dichter. Er wischte sich mit dem Handrücken über den Mund, schloss die Augen und dachte an die junge Priesterin. Dachte daran wie sie sich kennengelernt hatten, das er für sie getötet hatte. Das dies sogar wörtlich gewesen war, denn er hatte viele getötet nur um sie zu bekommen und er hatte mehr bekommen als er eigentlich verlangte. Ihre Jungfräulichkeit war sein und mehr noch, sie war sein gewesen. Freiwillig war sie bei ihm geblieben, hatte sein Lager und seine Gedanken geteilt, hatte ihm bei allem geholfen und ihm immer zugehört. Nun hatte er sie vielleicht verloren und das alles nur wegen seinem Clan. Wäre er nicht hier gewesen, hätte er den Rechtsspruch nicht angenommen...

Träge bewegte er den Kopf hin und her und sah einen Schemen an sein Bett kommen. Wäre sie von Orks verschleppt worden, hätte er sie alle getötet. Wäre sie bei einem anderen Clan oder Sklavenhändlern gelandet, hätte er sie alle getötet und zerrissen. Aber sie musste unbedingt hierher gebracht werden, es war schon listig was die Götter für ein Spiel mit ihm trieben. Vielleicht hätte er es ablehnen sollen, hätte Caldric die Sache alleine erledigen lassen sollen. Aber dann hätte er auf alles gespuckt was er kannte und gelernt hatte und die Gesetze der Nordmänner mit Füßen getreten. Es war eine harte und schwere Entscheidung gewesen, aber sie musste gefällt werden und er hatte wohl das Richtige getan. Seine Augenlieder flackerten kurz, aber er erkannte den Schemen nicht. Er hoffte es war Aenaeris und tastete nach ihrer Hand. Die Kräuter wirkten bereits und er würde nicht mehr lange halbwegs klar denken können, weshalb er langsam den Mund öffnete. Er schien zu überlegen und sprach dann mit einer etwas verwirrten, leisen Stimme. "Es tut mir Leid... Ich wollte das nicht, aber es war Recht und Gesetz... Es hatte absolut nichts zu bedeuten... So Leid... Nur du bist wichtig... Verzeih mir..." Die folgenden Worte wurden noch zusammenhangsloser und Théros Kopf rollte auf dem Kissen etwas zur Seite, ehe die Dunkelheit ihn wieder umfing und sicher für ein oder zwei Stunden anhalten würde.
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ich meine Gefühle abschaff.
Unterdrück am Tag noch den Hass,
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Re: Die Feuerpriesterin und der Wolf

Beitrag von Aenaeris » So, 09. Sep 2012 0:54

Unruhig ging Aenaeris vor dem Lazarett auf und ab und sie tobte innerlich… Sie ließen niemanden hinein, dabei wollte nichts anderes, als zu sehen, wie es Théro ging. Der einzige Trost, den sie empfand, war die Tatsache, dass selbst dem Fürsten der Zugang verwehrt wurde. Und dennoch war dieser Trost höchst zweifelhaft. Sie setzte sich in die Kräuterstube und wartete auf Tyn, etwas anderes konnte und wollte sie nicht tun. Irgendwann kam Tyn in die Stube und war augenscheinlich nicht überrascht, dass Aenaeris hier hockte. „Wie geht es ihm?“ fragte sie. Tyn zuckte die Schultern. „Er ist recht zäh… ich habe ihn schon schlimmere Verletzungen wegstecken sehen… das hier wird ihn nicht umbringen… ich vermute, die Schwertklinge hat nur Gewebe aber keine Organe verletzt, viel Blut… wir haben die Wunde ausgebrannt… in ein paar Tagen wird es ihm schon viel besser gehen…“ Aenaeris runzelte die Augenbrauen und zischte die Luft zwischen den Zähnen ein… Sie musste an ihr Brandmal denken und an die höllischen Schmerzen, die sie dabei empfunden hatte… doch denselben Schmerz auf eine offene Wunde umzumünzen erschien ihr beinahe unerträglich… Könnte sie doch nur bei ihm sein… sie tippte nervös mit den Fingern auf der Tischplatte. „Geh schlafen, Aenaeris, du kannst hier heute Nacht nichts ausrichten…“ „Lass mich zu ihm, Tyn… es wird niemand erfahren…“ Sie schüttelte den Kopf. „Ich habe den Fürsten höchst selbst weggeschickt, ich kann Dich beim besten Willen nicht zu ihm lassen…außerdem hat er Schlafmohn bekommen, er wird die Nacht über vermutlich durchschlafen… Du kannst morgen Früh zu ihm gehen…“ „Und wenn etwas ist..? Was dann?“ fragte sie unsicher. Sie wollte sich mit dieser Absage einfach nicht abfinden. „Was soll schon sein? Es ist keine tödliche Verletzung, Du kannst mir ruhig glauben…“ „Das kann ich nicht, was, im Leben hat schon Bestand und Sicherheit?“ Tyn zuckte die Schultern. Wohl nichts, doch das wollte sie vor Aenaeris nicht zugeben. „Ich bleibe hier…“ erwiderte sie trotzig. Tyn seufzte. „Bei den Alten, dann bleib doch hier hocken… ich lasse Dich trotzdem nicht zu ihm…“ Aenaeris schmollte und blieb am Tisch sitzen. „Hier, das ist der letzte Wein… trink ihn, vielleicht beruhigt er Deinen unruhigen Geist…“ Aenaeris murrte und starrte eine Weile den tönernen Becher an. Nach einer Weile nahm sie ihn, und trank den Wein. Er war süß und schwer und machte sie, als sie den Becher schließlich geleert hatte, schläfrig. Sie kämpfte gegen den Schlaf an… sie wollte wach bleiben… doch sie war so müde, dass sie die Arme verschränkte, auf die Tischplatte legte und ihren Kopf darauf bettete. Sie wollte nur kurz die Augen schließen, nur ein wenig ruhen, um sich dann wieder aufzusetzen… doch der Schlaf forderte sein Recht und sie öffnete ihre Augen nicht mehr, bis es Morgen war.

Am Morgen, als sie erwachte, galt ihr erster Gedanke Théro. Sie stand auf und ihr Rücken und ihr Nacken schmerzten ein wenig, da sie unbequem halb im sitzen geschlafen hatte und vollkommen verspannt war. Sie blickte sich suchend um und sah bereits Tyn, die allerlei Arzneien und Pulver mischte. Wie lange war sie schon munter? Schlief diese Frau eigentlich nie? Und wenn, wo? Aenaeris zuckte die Schultern, im Grunde war es ihr ja egal, für sie zählte jetzt nur ein Gedanke und sie blickte Tyn erwartungsvoll an. Tyn seufzte und deutete mit dem Kopf. „Na los, geh schon, vorher lässt Du mich ja doch nicht in Ruhe, und wie ich dich kenne, wirst Du ohnehin nicht in die Methalle gehen um eine Mahlzeit zu Dir zu nehmen. Aber wundere Dich nicht, er hat starke Opiate bekommen gegen die Schmerzen, er wird recht schläfrig und nicht wirklich ansprechbar sein die nächsten Stunden…“ Dann betrachtete Tyn sie und stellte fest „Du siehst gut aus… man kann kaum mehr etwas von deinen Verletzungen erkennen… meine Salben haben wirklich gute Arbeit geleistet… bin ich nicht die Beste?“ lachte sie. Dennoch musste man es ihr lassen, sie hatte Recht… Aenaeris lächelte, und drückte im vorbeigehen die Hand der alten Frau. Sie eilte hinüber ins Lazarett. Als sie Théro schlafen sah, machte ihr Herz einen kleinen Sprung und setzte sich an sein Bett. Sie beobachtete ihn, er schlief unruhig und irgendwann öffnete er seine Augen für einen kurzen Moment, um sie allerdings gleich wieder zu schließen. Sie wusste nicht, ob er sie erkannt hatte, doch er murmelte leise Entschuldigungen, so dass sie annahm, er wusste, wen er vor sich hatte. Sie nahm seine Hand und drückte sie leicht, doch er hatte den Kopf wieder zur Seite gedreht und war weggeschlummert. Tyn kam ans Bett und brachte einiges an Verbandmaterial. „Brauchst Du Hilfe, Tyn? Ich kann es doch machen…“ Tyn nickte zustimmend, doch sie blieb an seinem Bett stehen und sah ihr dabei zu, als sie die Verbände abwickelte und die blutgetränkten Kompressen entfernte, die Wundränder vorsichtig säuberte und durch neue Kompressen ersetzte. „Gerade erst war alles zugeheilt…“ meinte Aenaeris mit Bedauern als sie die Wunde betrachtete. Es tat ihr weh, das verbrannte Fleisch und geronnene Blut zu sehen. „Und hoffentlich wird es nun wieder so werden und so bleiben…“ meinte Tyn trocken. „Verdammter Clan, verdammte Rechtsprechung…“ Sie schüttelte den Kopf. „Dafür habe ich überhaupt kein Verständnis… aber was soll ich machen, ich bin hier nur die Heilerin, ich habe nichts zu bestimmen… ich versorge nur die Clan-Mitglieder…“ Aenaeris überlegte kurz. „Denkst Du, wir sind jetzt sicher? Ich meine, ist die Fehde wirklich beigelegt, auch wenn wir uns außerhalb des Clans befinden?“ Tyn zuckte die Schultern. „So sind die Gesetze… doch ich weiß es nicht…wer im Leben kann schon Sicherheit geben?“ Aenaeris schwieg. „Théro hat mir immer Sicherheit gegeben…“ dachte sie, während sie auf ihn blickte. Dann ließ sie ihren Kopf nachdenklich zu dem kleinen Fenster schweifen.

Es hatte wieder zu schneien begonnen und die dicken Schneeflocken tanzten vor dem Fenster auf und ab, und setzten sich an dem bleiernen Fensterkreuz ab. Es gab kaum verglaste Fenster in dem Clan, doch das Lazarett hatte eines, die Kranken sollten die Möglichkeit haben, Tageslicht zu erhaschen, ohne dabei der Witterung ausgesetzt zu sein… möglicherweise war das Glas dem Einfluss der Bergelfen zu verdanken, von denen die wilden Menschen auch den Baustil der großen hölzernen Hallen übernommen hatten. Als Aenaeris fertig war mit dem verbinden, breitete sie noch eine Decke über seinen nackten Oberkörper und stand schließlich auf um das Fenster für eine Weile zu öffnen. Die Luft in dem Krankenzimmer war stickig, heiß und muffig. Der Wind wehte den Schnee beim Fenster hinein und Aenaeris stand am offenen Fenster und ließ ihre Blicke über die Berge schweifen. Sie waren schneeüberzogen. Dieser plötzliche Wintereinbruch war, zumindest für Aenaeris, ziemlich überraschend über die wilden Lande gekommen. Vermutlich war es in den tiefer gelegenen Reichen erst Spätherbst und noch durchaus mild, doch hier in den wilden Landen herrschten andere Naturgesetze. Bald würde es eisige Temperaturen geben. Sie überlegte, ob es jetzt überhaupt möglich war, zurückzureisen. Das Kastell stand einsam und verlassen da, mit Schaudern dachte sie an das Hirschfleisch, welches Théro noch ausgelöst hatte und wie lange es wohl dauern würde, bis er komplett verdorben war. Möglicherweise würde sich der kleine Wolfswelpe dem Fleisch annehmen. Was wohl aus ihm geworden war? Sie waren zwar erst einige Tage weg, doch trotzdem musste sie auch an den kleinen Kerl denken. Wahrscheinlich war an eine Rückkehr ins Kastell derweil nicht zu denken. Nach einigen Minuten war die Luft schließlich wieder frisch und sie schloss fröstelnd wieder was Fenster. Sie gähnte, denn sie war noch müde. Auch knurrte ihr Magen ein wenig, doch sie wollte das Lazarett nicht verlassen, nicht, solange er nicht wieder erwacht war und sie mit ihm gesprochen hatte. Sie setzte sich an sein Bett und wartete.

Nach einer schier endlosen Zeit, vermutlich zwei Stunden, genau wusste sie es nicht, erwachte Théro. Er blinzelte ein wenig verwirrt. Offensichtlich war sein Geist noch benebelt von den Schmerzmitteln, doch er registrierte, dass es Aenaeris war und ein mattes Lächeln huschte über sein Gesicht. Aenaeris erwiderte es und nahm seine Hand und strich sanft darüber. „Guten Morgen…“ flüsterte sie. Er wollte etwas sagen, doch sie beugte sich zu ihm und schloss seine Lippen mit einem sachten Kuss. Alles, was vorgefallen war, hatte in diesem Moment keine Bedeutung mehr. Wenn denn wirklich noch Redebedarf bestand, konnte sie auch mit ihm diskutieren, wenn er wieder genesen war. „Es wird alles wieder gut… Tyn meint, Du hattest ziemliches Glück, und hast keine schwerwiegenden Verletzungen davongetragen… ich werde ihr nahelegen, dass sie Dich nicht mehr mit dem Wurzelbrei zustopfen soll, sondern dass etwas Handfestes Deiner Genesung viel besser zuträglich ist…“ lächelte sie. „Ich bin so froh, dass es Dir gutgeht…“ meinte sie leise. „Ich hätte es nicht ertragen wenn Du…“ sie unterbrach sich. Sie hasste es, so gefühlsbetont zu sein, dennoch war es bei Théro etwas anderes und es ging ihr nicht so schwer über die Lippen. Nach einer Weile kam Tyn heran. „Es wollen Dich einige Leute sehen… Deine Eltern, der Fürst, Deine Waffenbrüder…entscheide Du, ob und wann ich sie zu Dir lasse, dann schicke ich einen Boten…“ Dann warf sie einen Blick auf Aenaeris. „Mach, dass Du weiterkommst… Du musst etwas essen…“ Aenaeris blickte verunsichert von ihr zu Théro. „Du kannst wieder kommen, wenn Du fertig bist…“ versprach sie Aenaeris. Aenaeris nickte, und stand auf. Sie musste zugeben, dass eine kleine Mahlzeit jetzt genau das Richtige wäre. Ihr letzter Blick galt Théro, bevor sie das Lazarett verließ. Tyn gab Théro einen Kräutersaft gegen die Schmerzen. Er würde nur gegen die Schmerzen helfen, ihn jedoch nicht schläfrig machen, zumindest nicht schläfriger als er ohnedies war. „Sie war die ganze Nacht hier… falls das für dich eine Bedeutung hat…“ meinte sie unschuldig und zwinkerte ihm spitzbübisch zu…
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Re: Die Feuerpriesterin und der Wolf

Beitrag von Thėro Schattenmal » So, 09. Sep 2012 13:03

Der Nordmann blickte Aenaeris nach, ehe er sich wieder der Kräuterhexe zuwendete. Selbige hielt ihm schon wieder einen Becher mit dunklem Inhalt hin und er nahm ihn ihr ab. Unentschlossen roch er daran, spürte wie sich wieder ein Schmerz in seinem Bauch aufbaute und durch seinen Körper zog. Er seufzte leise und kippte das Gesöff mit einem Zug hinunter. Erneut musste er würgen, es schmeckte wie er es erwartet hatte. Bitter und ekelhaft, fraß es sich in seine Eingeweide und stillte den Schmerz soweit, bis er nur mehr ein dumpfes Pochen war. Er drehte den Becher zwischen seinen Finger und fuhr über den rauen Ton. Schließlich hob er wieder den Kopf und sah Tyn an, "Das hat es und das weißt du auch... Danke für alles, ich schulde dir was. Ich..." Es war eigentlich Brauch nach Rang zu entscheiden und nicht nach Belieben. Würde er zuerst seine Eltern wählen, würde der Fürst sich sicherlich gekränkt fühlen und seine Vorteile waren verspielt. "...Schick bitte einen Boten zum Fürsten, er soll gegen Mittag kommen. Er soll auch etwas aus der Halle mitbringen, hab ein wenig Hunger..." Mürrisch schielte er auf den Kessel, in dem sonst der Wurzelbrei kochte und bemerkte dann Tyn's schelmisches Zwinkern. Er lehnte sich wieder zurück und starrte an die Decke, während die Alte einen Boten holte und ihm Bescheid sagte. Es würde ein wenig dauern und er konnte sich ausruhen. Trotz allem lächelte er vor sich hin und stellte dann den Becher zur Seite. Sie war wegen ihm hier gewesen und das die ganze Nacht, obwohl sie ihn nicht einmal sehen durfte. Er liebte diese Frau wirklich und mit diesem Gedanken schlief er ein.

Es war Mittag als Tyn ihn weckte und er hatte ruhig und fest geschlafen. Es war als wären alle schlimmen Erinnerungen, bösen Vorahnungen, Verletzungen und Dinge die entschieden und getan wurden mit einem einzigen Kuss verschwunden. Gähnend streckte er sich und zuckte schmerzhaft stöhnend zusammen, vielleicht war doch nicht alles vergessen. Zischend sog er scharf die Luft ein und betastete seine Seite. Dann setzte er sich in eine halbwegs angenehme und aufrechte Position auf und sah sich blinzelnd um. Er leckte sich über die Lippen und hoffte noch etwas von ihrem süßen Geschmack zu finden, bei den Alten am liebsten würde er jetzt zu ihr gehen... Aber das würde wohl fürs erste nicht gehen, denn die Wunde war tief und schmerzhaft und er würde wohl noch etwas liegen bleiben müssen, in solch Punkten war Tyn gnadenlos. Eben jene rührte gerade in einem großen Kessel und als sie sah das er wach war, goss sie etwas Inhalt daraus in eine Schüssel und brachte sie ihm mit einem kleinen Kanten Brot. Ein karges Frühstück und wenig, aber ehrlich gesagt war sein Hunger auch nicht gerade groß. Er riss ein Stück von dem Brot ab und tunkte es in die dickflüssige Suppe. Sie schmeckte gar nicht mal so schlecht und so aß er sie komplett auf. Es waren sogar viele Fleischstücke drin und Théro musste ab und an einen Blick zu Tyn werfen, wenn sie nicht hinsah. Die Kräuterhexe konnte ja wirklich kochen und das sogar gut. Wahrscheinlich machte sie sich nur einen Spaß daraus ihm diesen ekelhaften Wurzelbrei zu geben, oder er hatte einen anderen medizinischen Zweck. Stirnrunzelnd wischte er mit dem letzten Brotstück die Schüssel aus und stellte sie neben sich auf den Tisch. Es dauerte nicht mehr lange, bis der Fürst eintrat und seine scharfen Wolfsaugen die zwei Leibwächter vor dem Lazarett wahrnahmen. Tyn verschwand in irgendein Hinterzimmer, sodass sie alleine waren. Er musterte den mächtigsten Mann des Clans ruhig, er war sonderbar. Sein Handeln schadete den Menschen zum Zweck des Clans, er versklavte sie und machte sie zu Dienern, aber nicht nur diese Handlung war etwas komisches. Normalerweise genoss der Fürst ein sehr großes und hohes Ansehen im Volk, da er durch seine Taten und Schlachten gemessen und zum Fürsten ernannt wurde. So brauchte er lediglich einen Wächter, den man Huscarl nannte, und der eine Mischung aus Kriegsberater, Leibwache, Diener und allem anderen darstellte. Es war eine große Ehre Huscarl zu werden, aber dieser hier war stets umgeben von mehreren Wächtern. Théro nickte ihm knapp zu und ließ die förmlichen Glückwünsche über sich ergehen. Er nahm den Siegertitel an, nickte als er ihn wieder in den Clan aufnahm und zu einem Mitglied machte. Somit war er nicht mehr verbannt, sondern genoss wieder Ansehen und Rang. Er bot ihm sogar seinen alten Posten an, als Führer eines Spähtrupps. Der Wolf stockte, "Nein... Lasst mich darüber nachdenken, es ist eine große Ehre, aber ich wollte eigentlich nicht hierbleiben." Es lag kein Gefühl in den Worten, aber den Satz hätte er wohl anders beendet, denn ihm gefiel die Situation hier und der Clan nicht mehr. Es war ihm egal, er wollte einfach nur wieder heim... In das Zuhause, welches er für Aenaeris aufgebaut hatte.

Es folgten noch ein paar Worte, unnötiges Geplänkel und der Fürst verschwand wieder. Théro sah ihm stirnrunzelnd nach und fuhr sich mit der Hand durchs Gesicht. Er wusste genau wie er sich zu verhalten hatte, kannte alle Regeln und alten Bräuche. Trotzdem hatte der Fürst Veränderungen angeordnet und durchgerungen, die die wilden Stämme nur noch mehr in Verruf bringen würden. Reichte es nicht schon, wie der Rest der Welt sie sah? Nun verschleppten sie auch noch Menschen. Er seufzte leise auf, es war nicht sein Problem und er würde sich nicht mehr damit beschäftigen, denn ihre Zeit hier war so oder so knapp bemessen. Tyn war wieder da und füllte seine Schale noch einmal auf, "Iss ruhig, du brauchst deine Kräfte. Ich habe übrigens deinen Eltern ebenfalls Bescheid gesagt, sie werden bald hier sein." Der Wolf nickte dankend und nahm das Essen entgegen. Schweigend machte er sich dann darüber her und in der Stille wurde ihm das dumpfe Pochen der Wunde wieder bewusst. Er hasste es verletzt zu sein, immer an diese Einschränkungen und Schmerzen gebunden zu sein. Es dauerte nicht lange bis sein Vater und seine Mutter auftauchten und er kurz darauf ihre warme Hand an seiner Wange spürte. Besorgt strich ihr Blick über seinen Verband und stellte direkt ihre besorgten Fragen. Théro schüttelte sacht den Kopf, es war nunmal nichts ernstes, nur etwas schmerzhaftes. Dann wartete er bis sie beide neben seinem Bett Platz genommen hatten und drückte leicht die Hand seiner Mutter. Er blickte abwechselnd zwischen ihnen hin und her, "Ich bin wieder ein Mitglied des Clans, der Fürst hat mir sogar meinen alten Rang angeboten... Aber nein, bevor ihr etwas sagt, ich werde sie nicht annehmen. Ich werde wieder gehen, sobald ich das kann und Aenaeris mit mir nehmen. Dies hier ist nicht mehr mein Leben, so Leid es mir tut..." Er lächelte traurig und sein Vater sah ihn einen Moment lang an, "Der Wintereinbruch ist dieses Jahr früher und heftiger gekommen, es wird immer schlimmer. Du wirst die wilden Lande nicht verlassen, bis der Frühling die Pässe wieder freigeschmolzen hat, mein Sohn." Théro seufzte auf und senkte den Kopf, "Ach verdammt... Na gut, ich werde über den Winter hier bleiben und eines Tages komme ich sicher zurück." Plötzlich fiel ihm Neré ins Wort und drückte seine Hand fester, "Sie hat einen Ring, sie sagte er wäre von dir..." Ihre Augen blitzten freudig auf und Théro senkte kurz den Blick. Sie war an seiner Seite und er hoffte es war alles geklärt, also warum sollte er das Risiko nicht eingehen, "Joh. Aber es gab keine Zeremonie oder Feier... In den Nordreichen ist so etwas nur Tand und Geschenke." Neré strahlte ihn freudig an, "Dann sollten wir das nachholen, schließlich ist sie deine Frau und hat es verdient nach den alten Bräuchen und vor den alten Göttern geehrt und an dich und den Clan gebunden zu werden!" Ganz euphorisch und bevor er noch etwas erwidern konnte, sprang sie auf und zog seinen Vater mit nach draussen. Schmunzelnd schnappte er noch einige Worte auf, sie war schon alles am planen und würde es vorbereiten.

Der Nordmann schielte zu Tyn die ihn schelmisch angrinste, aber nichts dazu sagte. Kopfschüttelnd starrte er einen Moment auf seine Decke und sah dann wieder zu der Alten, "Sag meinen Brüdern sie sollen Morgen kommen, ich bin erledigt und würde gerne noch etwas schlafen... Und Tyn? Lass Aenaeris bitte am Abend rein..." Dann rutschte er wieder nach unten, zuckte vor Schmerz zusammen und zog die Decke enger um seinen Körper. Kurz darauf umfing ihn die wohlwollende Dunkelheit und sein Körper begann wieder zu ruhen und zu heilen. Er schlief wieder traumlos, so wie er es gewohnt war, aber dafür ruhig. Es war spät am Abend, als er wieder die Augen öffnete und sich brummend umsah. Aenaeris saß neben seinem Bett und hatte ihre Hand in seine gelegt. Ihr Blick ruhte auf ihm und er musste lächeln. Er wusste nicht wie lange sie hier schon gesessen hatte und ihrem Blick nach zu urteilen hatte seine Mutter sie wahrscheinlich schon mit dem ganzen überfallen. Die Zeremonie glich einem Ehegelübde und verlangte den Segen der Götter, sicher konnte Neré es nicht abwarten das ihr Sohn sein Weib zur Frau machte. Ehrlich gesagt wusste er nicht, in wie weit sie Aenaeris dabei einbinden würde, aber zumindestens ein Kleid würde sie ihr nähen. Der Nordmann streckte sich ein wenig in ihre Richtung, "Ich... Der, ähm, Ring den ich dir geschenkt habe bedeutet in den wilden Landen viel... Meine Familie wird eine Zeremonie vorbereiten und ein großes Fest planen, es wird viel getrunken und gegessen werden und wir werden vor den alten Göttern aneinander gebunden, ich wollte eigentlich... naja..." Théro druckste etwas herum, umfing ihre Hüfte mit seinen Händen und hob sie hoch. Das Wolfsblut gab ihm zwar Kraft, aber die Bewegung forderte trotzdem ihren Tribut und Schmerz explodierte in seinem Magen. Er stöhnte laut auf, zog sie aber dennoch mit auf sein Bett und sah ihr dann in die Augen. Er wartete bis der Schmerz abebbte und strich über ihren Rücken, genoss den Moment das sie bei ihm lag und sie ihm so nah war. Er schluckte leise, "Ist vielleicht etwas einfallslos... Aber Aenaeris Ardere, willst du meine Frau werden und vor den Göttern dein Leben in meine Hände legen? Du würdest dann zu meiner Familie gehören und zu dem Clan, jeder hier in den wilden Landen müsste dich aktzeptieren, abgesehen von den Grünhäuten natürlich..." Er zuckte leicht mit den Schultern, klappte den offenen Mund wieder zu und sah sie fragend an. Besonders gut war er in solchen Dingen wirklich nicht, aber er hoffte sie würde zusagen. Besonders da seine Mutter wahrscheinlich schon Boten in alle Clans geschickt hatte um jeden noch so fernen Verwandten einzuladen...
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bis ich ihn am Morgen rauslass."
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Re: Die Feuerpriesterin und der Wolf

Beitrag von Aenaeris » Mo, 10. Sep 2012 0:37

Aenaeris sah ihn mit großen Augen an und dachte einen Moment nach. Dann meinte sie. „Ich habe nicht eine Sekunde nachgedacht, als ich Deine Mutter gebeten habe, mir den Ring wieder zu beschaffen, ich wusste ja auch nicht, wie es in den wilden Landen gehandhabt wird… ich dachte, dieser Ring von Dir, naja sei einfach eine nette Geste… bis Du mir Skero vorgestellt hattest…“ sie errötete immer noch leicht, wenn sie an diesen Abend dachte… „Ich hätte jeden darum bitten können, warum habe ich Deine Mutter darum gebeten?“ Sie schmunzelte. „Wenn Deine Familie die Feier schon vorbereitet, dann kann ich jetzt ohnehin nicht mehr nein sagen oder? Vor allem, nachdem mich Deine Mutter genauestens ausgefragt hat…“ Théro grinste schief. „Was hat sie Dich gefragt…?“ Aenaeris errötete erneut. „Oh, so ziemlich alles, was sich schickt und was sich nicht schickt…“ Neugierig blickte Théro sie an. „Naja, sie hat mir die Sitten der wilden Lande und des Clans erklärt… da ich keine Familie habe, außer meinem Bruder, würde sie Ihn benachrichtigen wollen, weil er der einzige Hinterbliebene ist, der mir Erlaubnis zu diesem Bund geben darf. Ich weiß nun nicht, ob ich ihn wirklich benachrichtigen soll… Du weißt ja, er ist Arcanier mit Herz und Seele… und Du kennst seine Befehle, die er hat… er würde uns nie ausliefern und er würde sich bestimmt für mich freuen. Und ganz sicher hätte er bestimmt nichts dagegen, vor allem weil Du meine Ehre wieder hergestellt hast… meine zweifelhafte Ehre..." grinste sie. "Wie er wohl reagieren würde, wenn er wüsste, dass Du sie mir als Erster genommen hast… ich hätte ihn so gerne dabei, aber ich bin mir eben nicht sicher… doch Deine Mutter erwartet es, weil es eben so Brauch ist… Verhandlungen über Mitgift habe ich gar nicht erst zugelassen… Du liebe Güte, ich bin doch kein Vieh, das so gewinnbringend als nur möglich verkauft wird… ich habe gemeint, wir haben alles, was wir zum Leben brauchen und ich fordere von meinem Bruder bestimmt keine Mitgift, und ich hoffe, Deine Eltern auch nicht… Ich kann froh sein, dass aus der Vergewaltigung keine Nachteile entstanden sind… sie denken, dass ich noch Jungfrau war…und sie wollte auch wissen, warum ich mit zwanzig noch nicht verheiratet bin und sie sprach von vielen kräftigen Söhnen und Töchtern…“ Sie senkte den Blick, denn sie erinnerte sich an das Gespräch, das er mit Skjalf geführt hatte, so dass sie ahnte, dass er ganz bestimmt Kinder wollte… „ Und ich glaube nicht, dass ich überhaupt Kinder möchte… und… oh Théro… es war so unangenehm über all diese Dinge mit ihr zu sprechen… sie ist sehr nett, sie ist wie meine Mutter wie ich sie immer gerne gehabt hätte, aber es war so furchtbar…“ Sie überlegte, denn sie sie hatte zu viel abgeschweift und vom eigentlichen Thema abgelenkt hatte. „…ich dachte eigentlich, dass es diesbezüglich nichts mehr zu fragen gibt nachdem Du mich Skero vorgestellt hattes, und es wäre schön gewesen, ohne eine solch aufsehenserregende Sache wie so eine große Feier zu bleiben …“ sagte sie leise. Du liebe Güte, sie redete schon wieder, ohne irgendetwas zu sagen… und er sah sie so erwartungsvoll an „Aber… ja… natürlich will ich…mein Leben liegt ohnehin schon seit unserer ersten Begegnung in Deinen Händen...“ lächelte sie und dachte an diesen Abend in der Schenke. „Aber bei den Alten, ich werde mich nicht Aenaeris Schattenmal nennen… und Aenaeris Skjalfson, ich weiß nicht… ich finde Ardere trotz allem am hübschesten…“ überlegte sie laut… „Egal… nie wird mich jemand so nennen, wenn wir erst in unserem Kastell versauern und wenn mich dennoch die Lust packt, zu entfliehen, musst Du mit mir kommen, Du kannst dann nicht einfach…“ grinste sie. Sie schwieg für einen Moment und meinte dann „Du weißt, es gab nie etwas zwischen uns… kein Preis für die Hilfe bei der Sache bei meinem Eltern, und auch Abari ist kein Geschenk für erwiesene Annehmlichkeiten… du musst Dir also noch eine Morgengabe für die Hochzeitsnacht überlegen…“ lachte sie. „Du liebe Güte, unter all diesen Facetten betrachtet, bin ich wirklich eine Dirne…“ meinte sie. „Ich bin froh, dass niemand Bescheid weiß… wer weiß, was Deine Eltern sonst denken oder sagen würden…ich hätte nie gedacht, dass all dies eines Tages eine Rolle spielen würde… Warum nimmt Dich eigentlich niemand ins Kreuzverhör?“ Aenaeris plauderte unbekümmert und ohne Punkt und Komma… Théro betrachtete sie und als sie nichts mehr sagte, beugte er sich zu ihr und küsste sie, als hätte er nur darauf gewartet, dass sie endlich den Mund hielt. Sie schloss die Augen und erwiderte seinen Kuss. Es war schon so lange her, dass sie sich geküsst hatten, und es fühlte sich in diesem Moment so richtig an, dass ihr keinerlei Zweifel aufkamen. Sie strich seine Haare aus seinem Gesicht und nahm seinen Kopf zwischen ihre Hände um ihn erneut zu küssen. Doch dann kam Tyn herein und klatschte aufscheuchend in die Hände. „Auseinander ihr beiden… los, los…! Aenaeris Du kannst nicht hier bleiben, das hier ist ein Lazarett und kein Freudenhaus… Théro braucht immer noch seine Erholung…“ Aenaeris war vor Schreck aufgesprungen und blickte Tyn düster an, auch wenn sie wusste, dass es nicht böse sondern lustig gemeint war. Doch schließlich hatte sie Recht. Aenaeris verspürte ein wenig Hunger. „Ich komme morgen wieder…“ „Natürlich tust Du das…“ stichelte Tyn. Sie verabschiedete sich widerwillig von Théro und auch von Tyn und verließ dann die Kräuterstube und das Gebäude und lief Richtung Methalle. Dort war eigentlich immer etwas los und Aenaeris fand es aufregend. Nun gab es auch keinen Grund mehr, sich in Acht zu nehmen. Théro und seine Waffenbrüder hatten alle umgebracht, die blutige Rache geschworen hatten, und damit stand sie hoffentlich auch unter dem Schutz des Clans, so dass es niemand wagen würde, sich ihr in böser Absicht zu nähern.

In der Methalle ging es recht laut zu. Sie sah sich um und sah an einem der langen Tische ein kleines Grüppchen von Männern. Es waren Théros Waffenbrüder Caldric, und Darn und noch ein paar andere, die sie nicht kannte. Als Caldric Aenaeris erblickte, hob er die Hand und winkte sie zu sich. Sie schritt zu ihnen heran und setzte sich zu ihnen. „Guten Abend, Aenaeris…“ meinte Caldric zu ihr und schob ihr einen Becher zu und füllte ihn mit Wein aus einem Tonkrug. „Wie geht es Dir?“ Aenaeris nahm dankend den Becher an sich und schickte ein Dankesgebet an die Götter, weil es Wein und kein Schnaps war. „Wie soll es mir schon gehen, ohne den besten Leibwächter an meiner Seite?“ scherzte sie. Sie betrachtete ihn. Er war ein ansehnlicher junger Mann im besten Alter, und es wunderte sie ein wenig, dass er keine Frau hatte, obwohl es im Clan eine beträchtliche Anzahl an hübschen unverheirateten jungen Frauen gab. Vielleicht würde Théro eines Tages Licht ins Dunkle in dieser Sache bringen… Sie nahm einen Schluck Wein. „Wie geht es Théro?“ fragte Darn. „Danke, es geht ihm gut… er schläft viel und Tyn bewacht ihn mit Argusaugen. Es durfte bislang niemand zu ihm außer dem Fürsten, seinen Eltern und mir… er will Euch morgen sehen, aber das wisst ihr ja vermutlich bereits…“ Caldric meinte leise zu ihr „Ich hoffe, zwischen Dir und Théro ist alles in Ordnung…“ Aenaeris nickte. „Du sollst wissen, er wollte das nicht… er war hin und hergerissen zwischen den Gesetzen, Bräuchen und der Ehre, und dem, was Du davon halten würdest… er hat mich zuerst hineingeschickt und ich habe die meisten Dinge gemacht…“ Aenaeris sah ihn ziemlich überrascht an. Er sprach weiter „ich habe sie geschlagen und gebrochen und sie zuerst genommen. Théro wollte es nicht, doch letzten Endes haben ihn sein Pflichtbewusstsein und der Wunsch nach Vergeltung wegen Dir dazu bewogen. Er hat sie nicht geschlagen… er hat einfach nur schnell hinter sich gebracht, was es zu erledigen galt….Danach wollte er einfach nur trinken und vergessen und hat die ganze Zeit nur von Dir gesprochen…“ Aenaeris sah ihn an. „Danke, Caldric… es tut so gut das zu wissen, wirklich, Du weißt nicht, wie froh ich bin das zu hören…“ Er nickte ihr aufmunternd zu und widmete sich dann wieder seinem Wein.

Am nächsten Morgen lief Aenaeris in aller Früh, beziehungsweise erst als Tyn sie ließ, zu Théro. Sie hatte gestern Abend noch eine Unterhaltung mit Théros Vater Skjalf geführt. Er hatte ihr erklärt, dass sie frühestens im Frühjahr, wenn der Schnee geschmolzen war, den Clan verlassen konnten, so sie dann noch wollten. Und deswegen gab es einige offene Fragen. Sie bat Tyn eindringlich, sie nicht zu stören und sie versprach es und verließ die Kräuterstube und schloß die Türe. Trotzdem sprach sie im Flüsterton mit ihm. „Du hast gesagt, ich darf niemandem von Deiner Lüge erzählen, dass Du den Werwolf bezwungen hast… und nun sitzen wir hier aller Wahrscheinlichkeit nach mindestens vier Monde hier fest. Glaubst Du, Du kannst die Bestie so lange einsperren? Und wird es auch niemandem auffallen, Du siehst doch ein wenig anders aus als andere Nordmänner… Was wirst Du nun tun…?“
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Re: Die Feuerpriesterin und der Wolf

Beitrag von Thėro Schattenmal » Mo, 10. Sep 2012 19:00

"Ich weiß nicht ob du deinem Bruder Bescheid sagen willst... Du solltest dir aber sehr sicher sein, das er alleine kommen wird und vertrauenswürdig ist. Natürlich wäre es gut, wenn er hier wäre... Aber ich habe keine Lust das das die Arcanier wieder auf unsere Spur bringt..." Er schmunzelte kurz und strich nebenher durch ihr Haar. Sie war wirklich ziemlich aufgeregt, fast schon wie seine Mutter und hatte damit begonnen sich alles zu überlegen und zu planen und was, wo, wie genau hinmusste. Frauen waren nunmal so, wobei er bei diesem Gedanken kurz Kichern musste. Beruhigend strich er über ihre Wange, "Du musst keine Kinder haben, wenn du es nicht willst... Schon gar nicht zu diesem Zeitpunkt. Ich weiß nicht ob ich jemals in der Lage wäre ein Kind groß zu ziehen oder ein guter Vater wäre... Du bist noch jung, Aenaeris, und du kannst dir mit diesem Gedanken Zeit lassen so viel du willst." Seine Mutter hatte es anscheinend doch ganz schön übertrieben, sie war ja richtig aufgewühlt und durch den Wind. Er kam fast kaum hinterher mit Antworten und Kommentaren, so sehr überschüttete sie ihn mit Worten. Kurz stöhnte er auf, als sie ihr Gewicht etwas verlagerte und schob sie sacht wieder ein Stück zur Seite. Das dumpfe Pochen in der tiefen Wunde wurde wieder deutlicher und es war schwieriger das zu ignorieren. Sein Blick senkte sich kurz, ehe er sie wieder schmunzelnd ansah, "Bei den Wilden ist dein Name deine Person. Ich heiße Skjalfsson, weil mein Vater Skjalf hieß und ich nahm den Namen Schattenmal an, als mich der Werwolf gebissen hat. Du dagegen bist weder von dem einen, noch von dem anderen betroffen... Einen Namen muss man sich verdienen, aber ich glaube kaum das die Zeit dafür ausreicht, Ardere ist ein guter Name." Er zwinkerte ihr schelmisch zu und strich sacht über ihren Rücken. Dann runzelte er kurz die Stirn und musste über ihre Worte lachen. Seine Hände kniffen ihr in den Hintern, "Ich mache was ich will, Bund hin oder her... Und das mit der Morgengabe... Nun da wird mir schon einiges einfallen denke ich, lass dich überraschen..." Er genoss den folgenden Kuss und zuckte zusammen als die alte Schamanin hereinkam. Aenaeris war von seinem Bett aufgesprungen, ehe er überhaupt realisiert hatte was passiert war und Tyns Worte hallten in seinem Schädel wieder. Dann sah der Nordmann ihr schmunzelnd nach und warf der alten einen gespielt bösen Blick zu, "Sicher das das hier kein Freudenhaus ist, alte Hexe? Wir hatten doch so viel Spaß..."

Knurrend duckte er sich unter einem der Tonbecher weg und büßte in einem Regen aus Tonscherben seine Aufmüpfigkeit, als selbiger gegen die Wand knallte und zerbrach. Dann kicherte er jedoch wieder leise in sich hinein und sammelte die Tonscherben in seinem Bett und aus seinem Haar ein. Er war schon früher so gewesen, hatte die alte fast vergessen. Sie war immer gut zu ihm gewesen und sie wusste genauso wie er, das man so eine Schuld nie gut machen konnte. Klirrend ließ er die Scherben auf den Tisch fallen und sah wieder zu der alten hin. Sie sah ihn ebenfalls an und ihn überkam dieses schlimme Gefühl, die Eiseskälte die ihm in den Nacken kroch, das leise Wummern in seinem Kopf und das Klingeln in seinem Ohr... Sie zermalte etwas Kräuterstaub zwischen ihren Fingern und murmelte leise etwas und er sah kurz ein paar Bilder an sich vorbeiziehen, starrte die Alte an und ihn beschlichen Schuldgefühle, "Ich habe dir doch schon öfter gesagt das du nicht in meinem Kopf rumkriechen sollst!" Die Schamanin lachte leise, "Ich habs mir doch gedacht... Sie hat das alles zu gut verkraftet und ihr seid zu vertraut..." Der Nordmann funkelte sie Böse an, als das Gefühl sich schnell wieder zurückzog und alles wie vorher war, "Wirst du es jemandem verraten?" "Nein, Schattenmal... Das bleibt mein Geheimnis." Théro schluckte laut und ballte seine Hände zu Fäusten. Sie hatte nicht nur gesehen, wie er ihre Reinheit genommen hatte, sondern auch was er in Wirklichkeit war und immernoch. Tyn kam näher, winkte mit dem Finger und beugte sich nah zu ihm herunter, "Ich hab gesehen das du noch immer den Wolf in dir trägst. Es gibt keine Heilung, aber die suchst du ja auch nicht wirklich... Du kannst die Bestie also kontrollieren. Ich werde nichts sagen, solange es so bleibt... Wenn du die Kontrolle verlierst und jemanden verletzt dann werde ich tiefer in deinen Kopf kriechen als jemals zuvor, ich werde ihn solange umdrehen bis du dein Inneres ausspuckst, ist das klar?" Der Wolf schlug die Augen nieder und atmete tief ein und aus. Als er sie wieder aufmachte, stand die alte an ihrem Kessel und rührte darin herum, alles war wie vorher. War das nun ein Traum gewesen? Nein die Schamanin hieß nicht umsonst so, sie konnte den menschlichen Geist verdrehen und ändern... Sie wusste also Bescheid, aber sie gab ihm die Gelegenheit es besser zu machen. Er vertraute ihr in diesem Punkt, sie hätte ihn schon längst töten können oder die Wachen holen. Schweigend nahm er etwas von dem Wurzelbrei entgegen, murmelte ein leises "Danke..." und aß dann schweigend auf.

Er war noch immer ein wenig unruhig und schlief erst spät in der Nacht ein. Dafür jedoch umso länger und fester. Als er am Morgen aufwachte, aß er wieder seinen Wurzelbrei und ließ Tyn die Verbände wechseln. Sie pfiff leise zwischen den Zähnen hindurch und ihre eisblauen Augen ruhten einen Moment auf seinem Gesicht, "Das ist erstaunlich... Du heilst schnell, Wolfsbezwinger..." Er schluckte leise und zog es vor nichts darauf zu erwidern. Dann war sie fertig und ließ ihn einen Moment alleine. Als sie wiederkam, brachte sie Darn und Caldric mit. Théro schmunzelte ein wenig vor sich hin, es war doch Recht früh für Besuch. "Guten Morgen, schönes Blutbad gewesen..." meinte Darn zwinkernd, "... Die Erde und der Schnee darauf sind noch immer Rot von dem Blut unserer Feinde." Caldric winkte ab und erklärte ihr frühes Erscheinen, "War doch klar, keine Gegner für uns und den Wolfstöter... Wir müssen gleich direkt weiter, die Spähposten haben ein paar Grünhäute aufgestöbert und wir gehen auf die Jagd." Der Nordmann nickte leicht und gab ihnen beiden fest die Hand, "Passt auf euch auf, ihr habt schließlich von mir gelernt... Und nun seid ihr meine Waffenbrüder." "Das Ganze wird ein wenig länger dauern..." "Genau, die Grünhäute wollen schließlich richtig verjagt werden!" fiel Darn wieder dazwischen und lachte, bis ihn Tyns Blick traf. Sicher war er auch schon in den Genuss gekommen ihren Brei zu essen und wollte das nicht zwangsweise wieder tun müssen. "Hm. Wie dem auch sei, ich weiß nicht wann wir zurück sind." Théro winkte sie beide zu sich heran und umschloss ihre Nacken mit seinen Armen, "Ihr seid bei mir immer willkommen, wenn es euch hier zu viel wird. Skarvo und die Händler werden auf ihrem Rückweg wieder hier vorbeikommen, sie wissen wo ich lebe... Schließt euch ihnen an, ich wäre froh euch zu sehen." Dann verabschiedeten sie sich lachend und rissen noch einige Witze über die Orkjagd.

Théro sah ihnen nach und blickte dann zu Tyn. Diese zwinkerte ihm leicht zu und er wusste bereits das Aenaeris schon wartete um zu ihm zu kommen. So war es auch und sie sprach kurz mit Tyn. Er sah der alten Hexe kurz nach und blickte Aenaeris dann fragend an. Er zuckte leise zusammen, bei ihren Worten und blickte auf die Decke auf seinem geschunden Körper. Dann nahm er ihr Gesicht zwischen seine Hände, zog es zu sich heran und küsste sie innig. Er sah ihr in die Augen, "Ich kann sie nicht so lange einsperren, denke ich... Ich habe es noch nie so lange versucht. Die Wunden halten sie fern, bis ich wieder gesund bin. Keine Ahnung... Es gibt Wege und Möglichkeiten aus dem Clan zu kommen, ich lebte hier lange genug als Kind, glaub mir ich komme raus wenn ich will." Er zwinkerte kurz und küsste sie erneut, "Ausserdem gibt es ja auch die Jagd und als Clanmitglied muss ich meinen Beitrag leisten, die perfekte Gelegenheit. Das sollte also kein Problem darstellen... Die Sache mit dem Aussehen. Hm, Joh du hast Recht damit, aber sie wissen wer ich bin und was ich... war... Und sie wissen das dies daher kommt. Ausserdem sieh Skarvo an, sie verdächtigten ihn nie... Es wird nicht auffallen, oder kaum. Mach dir keine Sorgen um mich, Weib." Er grinste breit, denn bald würde sie wirklich sein Weib sein. Es war komisch, aber irgendwie freute er sich auf die Zeremonie und den Bund... Schließlich war das genau das Richtige um nach all diesen schlimmen Ereignissen wieder zusammen zu sein und es diesmal besser zu machen. Bewusst hatte er allerdings verschwiegen was Tyn gesagt hatte, absichtlich ließ er sie im unklaren das die Schamanin darüber Bescheid wusste was er war. Sie musste sich keine Gedanken um Dinge machen die sich von selbst erledigen würden. Tyn würde schweigen und er würde auf sich aufpassen, würde den Winter irgendwie überstehen und dann mit ihr wieder zurück ins Kastell reisen. Er zog sie noch näher zu sich heran, "Ausserdem ist bald Neumond... Hm... Wie hast du Tyn dazu gekriegt uns alleine zu lassen?" Er schmunzelte und winkte kurz darauf wieder ab. Dann strich er über ihre Haare und ihre weiche Haut, "Egal, was meinst du wie lange sie weg sein wird, hm?" Er zwinkerte ihr schelmisch zu und musterte sie brummend. Sie sollte wohl wissen was hinter dieser Frage steckte, er wollte sie mehr als je zuvor. Es war so lange her, das er sie wirklich gespürt hatte...
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ich meine Gefühle abschaff.
Unterdrück am Tag noch den Hass,
bis ich ihn am Morgen rauslass."
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Re: Die Feuerpriesterin und der Wolf

Beitrag von Aenaeris » Di, 11. Sep 2012 10:15

Aenaeris lächelte ihn an. „Lange genug… Ich hab ihr einfach gesagt, dass ich mit Dir alleine sein möchte… und dass wir viel nachzuholen haben…“ Sie küsste ihn und schloss ihre Augen. Es war seltsam, sie wollte ihn so sehr, doch sie fürchtete sich so sehr davor wie es sein würde, nach dieser Sache… Sie konnte sich vor wenigen Tagen nicht vorstellen, dass sie dabei je wieder etwas bei empfinden würde, was jenseits von Angst, Abscheu und Ekel lag. Doch sie würde es nicht herausfinden, wenn sie es nicht versuchen würde. Das Krankenbett war zwar nicht gerade einladend, doch eine andere Wahl gab es nicht. [18]„Du hast mir so gefehlt...“ murmelte sie, während sie seinen Gürtel aufzog und er sich an ihrer Schnürung zu schaffen machte. Schneller als erwartet waren beide unbekleidet und sie betrachtete für einen kurzen Moment seinen vernarbten Oberkörper, der ihr so vertraut war. Dann ließ sie sich in seine Arme sinken und küsste ihn erneut. Er strich über ihren Oberkörper und umfasste ihren Po, während er sich langsam in sie schob. Aenaeris hielt für einen Augenblick den Atem an und verharrte so, doch es geschah nichts, es war aller in wunderbarer Ordnung. Sie lächelte ihn etwas scheu und überrascht an und ließ ihn gewähren, während sie leise aufseufzte. Er stöhnte auf, doch eher vor Schmerz. Aenaeris entzog sich ihm.[/18]„Es ist noch zu früh…“ meinte sie „Die Verletzung ist noch zu frisch, wir sollten das nicht tun…“ Sie löste sich aus seiner Umarmung und stand auf und angelte sich ihr ihre Kleider. „Wenn eine Deiner Wunden wieder zu bluten beginnt, bekomme ich Ärger von Tyn…“ grinste sie. Er brummte ein wenig enttäuscht, wusste aber sicher insgeheim, dass sie Recht hatte. Sie streifte sich ihre Kleider über, schnürte hinten das Mieder zu und setzte sich an sein Bett. „Vermutlich werden wir ohne meinen Bruder auskommen müssen…“ begann sie schließlich. „Überleg doch, Lanyamére ist am anderen Ende des Kontinents. Wie lange wird es dauern, bis ein Bote oder ein Rabe dort ankommt? Monate… Bis Pereon dann da wäre oder Nachricht entsendet, dauert es abermals Monate… Entweder wir warten oder wir verzichten auf ihn…“ meinte sie ein wenig enttäuscht. „Es ist ohnedies nicht sicher, dass er kommen würde. Ich glaube nicht, dass er für so lange Zeit dem Militärdienst einfach den Rücken zukehren kann… und es ist einfach zu riskant… was, wenn die Nachricht in die falschen Hände gerät, wer kann schon sagen, ob Nachrichten die nach Arcanis kommen, nicht abgefangen und inspiziert werden? Sie wüssten sofort, dass wir in den wilden Landen wären und würden uns früher oder später finden und aufgreifen, oder wir wären abermals auf der Flucht… nein, darauf habe ich keine Lust… aber das kannst Du den Deinen erklären… Théro erhob sich und zog seine Hose wieder an. „Es wird Zeit, dass Du das Lazarett wieder verlassen kannst…“ meinte sie. „Ich kenne hier kaum jemanden… Deine Eltern, ja, aber ich habe auch keine Lust auf ihre ständige Belagerung, und Caldric ist bald weg… Ich verbringe meine Zeit hier meist alleine in meinem Zimmer, und Du weißt wie sehr ich es hasse allein zu sein… und Tyn hat auch nicht immer Zeit für mich…“ Sie dachte kurz nach. „Ich werde morgen ein wenig mit Abari ausreiten… er steht ja nur noch in den Stallungen herum, er braucht Ausritt…“ Sie sah seinen Blick. „Ich werde achtgeben. Vielleicht hast Du ja noch einen anderen Aufpasser für mich, der nichts Besseres zu tun hat, als mir Gesellschaft zu leisten… Aber bitte einen, der so gut aussieht wie Caldric…“ kicherte sie. Théro brummte „Du kriegst den hinkenden Torvin…“ Sie lachte empört auf „Ein hinkender Kämpfer nützt mir im Ernstfall beim besten Willen nichts… Ich habe es ja nicht so gemeint… doch, wieso hat er eigentlich kein Weib? Er ist im besten Alter, er ist Wachhauptmann und tu bloß nicht so, als hättest Du die hübschen unverheirateten Frauen hier nicht bemerkt…“ feixte sie. Sie legte sich wieder zu ihm auf das Krankenbett und gähnte. „Ich will heute Nacht hier bei Dir sein. Wenn ich Glück habe, und schnell einschlafe, wird Tyn mich nicht aufwecken, wenn sie wiederkommt…“ lachte sie. Sie legte den Kopf auf seine Schulter und er legte seinen Arm um sie. „Wo werden wir eigentlich die nächsten Monate leben? So eine kleine Holzhütte wäre mir allenfalls lieber als in dem großen Quartiershaus zu bleiben…“ murmelte sie im Halbschlaf. Aenaeris hatte Glück, sie schlief tatsächlich ein, bevor Tyn zurückkam.

In der Nacht hatte es stark geschneit. Der ganze Clan war zugeschneit und aus den meisten Kaminen auf den schwer schneebeladenen Dächern der Holzhütten stieg Rauch auf. Tyn hatte Kräutertee und Getreidebrei gekocht. Für Aenaeris war das eine wunderbare Sache, sie mochte diese einfachen Dinge, doch sie ahnte, wie Théro darüber dachte. Für ihn mochte vermutlich nur der Wurzelbrei noch schlimmer sein. Doch er war bereits am besten Weg der Besserung, vielleicht konnte er morgen das Lazarett schon verlassen, es würde von Tyn abhängig sein, ihr oblag die Entscheidung. Tyn warf einen vielsagenden Blick auf die beiden und Aenaeris sah immer wieder etwas unsicher zu Théro. Man konnte bei der alten Frau nicht ergründen, was sie dachte. Als er Aenaeris zuviel wurde, stand sie auf, gab Théro einen Kuss und verabschiedete sich. Sie wollte ohnehin zu Abari. Sie holte sich aus ihrem Zimmer ihren Wollmantel und ging dann hinaus. Sie versank knöcheltief im Schnee und fror rasch. Es war kein Wunder, sie hatte ja nur diese Halbschuhe, die für diese Witterungen ungeeignet waren. Eigentlich war ihr rotes Kleid auch gänzlich ungeeignet für die wilden Lande, und der Wollmantel wärmte auch nicht so sehr, wie sie es benötigte. Sie beschleunigte ihre Schritte und lief zu den Stallungen. Der Hengst schien sie zu erkennen, denn er schnaubte leise, als sie das Gatter öffnete und hereinging. „Guten Morgen, mein Großer…“ meinte sie liebevoll zu ihm und tätschelte ihm den Hals. Sie nahm das Halfter, das an der Wand hing und legte es ihm an. Sie verzichtete auf die Zügel, als sie bemerkte, dass ihm ein Hufeisen fehlte, nahm ihn am Halfter und führte ihn aus dem Stall. Aenaeris verstand nicht viel von Pferden, doch dass Hufeisen regelmäßig erneuert werden sollten, das konnte auch sie sie denken. Sie nahm daher das verlorene Hufeisen zum Anlass, doch nicht auszureiten, sondern Abari erst einmal zum Hufschmied zu führen. Der Hufschmied war ein hünenhafter Mann, wie man sich einen wilden Mann wohl vorstellte. Trotz der kalten Temperatur hatte er nur eine wollene Bundhose an und eine dicke speckige Lederschürze über seinem muskulösen Oberkörper die ihm bis zum Schritt reichte. Die langen blonden Haare hingen in einem langen dicken Zopf bis beinahe zur Lende hinab, über welches Aenaeris schmunzeln musste, zumindest sein Haar passte artverwandt zu seinem Beruf, denn es erinnerte sie stark an einen Pferdeschweif und er hatte dichten Kinn- und Backenbart. Er nickte, als sie mit Abari auf ihn zukam und er besah sich dann dessen Hufe und er pfiff. „Höchste Zeit, dass die Hufeisen erneuert werden“ meinte er und sah sie aus tiefblauen Augen an. Aenaeris war ein wenig betreten. „Es ist erst seit kurzem mein Pferd, es war ein Geschenk und ich hatte davor in den wilden Landen keine Gelegenheit, weil es keinen Hufschnied gab…“ Dies stimmte ja auch, die letzten Monate hatte es sich irgendwie nicht ergeben, und solange es Théros Pferd war, hatte sie sich weder dafür gekümmert, noch dafür interessiert… doch dafür war sie ja nun hier. „Ich werde die Hufeisen erst schmieden und anpassen müssen, ich habe zwar einige hier, doch die Größe passt nicht, es ist ja doch ein großes Pferd…“ meinte er. „Wie lange wird es ungefähr dauern?“ Der Hufschmied wiegte abschätzend den Kopf. „Zwei Tage, wenn ich sofort damit beginne…“ Aenaeris nickte. Somit hatte sich der Ausritt von selbst erledigt. Ein wenig missmutig ging sie zurück ins Lazarett zu Théro. „Du hättest Abari ein wenig besser pflegen können. Ich musste vom Hufschmied vorwurfsvolle Blicke über mich ergehen lassen. Wann, bei den Alten, hat er das letzte Mal einen Hufschmied gesehen? Ein Wunder, dass er überhaupt noch reiten konnte… der Arme… in diesen felsigen Landen…“ murrte sie ihm zu, noch bevor sie die Türe hinter sich geschlossen hatte. Tyn lachte leise und Théro rollte mit den Augen. „Also lass den hinkenden Torvin, wo immer er auch ist, denn ausreiten werde ich die nächsten Tage ohnehin nicht können…“ „Der hinkende Torvin? Der Mann ist älter als ich, scheint es mir, was soll Aenaeris mit ihm?“ fragte Tyn und stemmte ihre Hände in die Hüften. Aenaeris lachte. „Théro wollte ihn mir für den Ausritt zur Seite stellen, nachdem der hübsche Caldric nun nicht mehr verfügbar ist…“ zwinkerte sie Tyn zu. „Torvin ist nicht einmal mehr in der Lage aufrecht zu stehen, und das hat nichts mit seinem kürzeren Bein zu tun sondern mit seinem greisen Alter…“ Aenaeris sah Théro an und grinste „Du wolltest mir einen Greis geben? Das ist ja ekelhaft…“ Tyn lachte laut auf und ergriff ihre Hände. „Komm, wir trinken einen Kräutertee, Deine Hände sind ja wie aus Eis... und dabei erzähle ich Dir ein wenig von den Männern hier im Clan… Du hast ja schließlich noch ein Weilchen Zeit, es Dir anders zu überlegen, nicht?“ meinte sie und warf einen spöttelnden Blick über die Schulter zu Théro.
Zuletzt geändert von Aenaeris am Di, 11. Sep 2012 19:24, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die Feuerpriesterin und der Wolf

Beitrag von Thėro Schattenmal » Di, 11. Sep 2012 19:21

Der Nordmann sah Aenaeris kurz nach und tauschte einen Blick mit Tyn aus. Er verstand ihre Reaktion mehr als nur zu gut und wünschte sich er könnte auch einfach aufspringen und davon laufen. Leider war dem nicht so, mit Sicherheit könnte er schon wieder aufstehen und herumspazieren, aber die Schmerzen wären sicherlich ziemlich stark und die anschließende Rede von der alten Hexe noch wesentlich schlimmer und langwieriger. Der Schmerz würde ihn zumindestens nach einiger Zeit in Ruhe lassen, Tyn wohl eher weniger. Murrend streckte er sich ein wenig, zuckte vor Schmerz zusammen und ließ sich zurück in das Bett sinken. Nur herumzuliegen war nicht gerade toll für ihn, so war er schließlich ganz alleine mit sich, der Bestie und den ganzen Gedanken die von beiden Wesen stammten. Er seufzte leise auf und fragte sich was wohl passiert wäre wenn er Aenaeris nicht mehr gefunden hätte, oder nicht so schnell... Wahrscheinlich hätten sie sie noch öfter vergewaltigt, bis sie ihnen hörig war und alles tun würde. Dann wäre sie als Dienerin und Sklavin im Clan geblieben, bis irgendeiner der Männer sie vielleicht zur Frau genommen hätte. Zumindestens wenn sie das Glück hatte und Hübsch anzusehen war sie allemal. Seine Gedanken zogen zu Caldric, sie hatte Recht mit dem was sie sagte. Natürlich gab es allemal schlechtere Männer, sowohl vom Charakter als auch vom Aussehen und gerade hier in den wilden Landen wurde Hygiene oder Aussehen nicht für wichtig empfunden. Er war sich relativ sicher das Caldric hohe Ansprüche hatte und sich nicht mit irgendeiner Frau zufrieden geben würde. Doch die hübschen Weiber suchten meistens nach jemandem der ihren Stand hob und damit den ihrer Söhne und Töchter. Caldric hatte noch fast nichts, er war in der Wache und ein Krieger also keine schlechte Wahl, aber er hatte sich noch keinen eigenen Namen verdient, hatte noch nichts großes geleistet. Nicht so wie Rorik Einauge, der einen riesigen Bären in den Wäldern bezwungen hatte. Ganz alleine und ohne Waffen war er in die Wildnis gezogen und in das riesige Bärenfell gehüllt wiedergekehrt. Er hatte noch andere Dinge vollbracht und wurde dafür geehrt, so viel das er schließlich zum Fürsten ernannt wurde. Théro verzog leicht das Gesicht, wo er nun wohl war? Ein Fürst verließ seinen Clan eigentlich nur aus einem einzigen Grund, nämlich wenn er starb.

Seine Gedanken wurden kurz unterbrochen als er endlich spürte wie Tyns Blick die ganze Zeit auf ihm lag. Fragend sah er zurück, erkannte ihr schelmische Grinsen und schüttelte dann entschieden den Kopf. "Das wollte ich auch geraten haben... Dafür sind deine Wunden noch viel zu schwer, Wolfling." Théro grunzte leise und strich über seinen nackten Oberkörper und über den weißen Verband. Schade eigentlich, er wollte sie so gerne wieder richtig spüren, in diesen Momenten waren sie sich am nächsten fand er. Schulterzuckend warf er der Alten noch einen Blick zu und ließ sich zurückfallen in die Kissen. Kurz zuckte ein Schmerzblitz durch seinen Unterkörper und zog sich in seinen Magen. Er würgte leicht, hustete und knurrte dann unwillig und unzufrieden vor sich hin. Flüche murmelnd schloss er die Augen und fand wieder zu seinen ursprünglichen Gedanken zurück. Rorik war ein guter Fürst gewesen, es war schade um ihn. Sollte er wieder gehen können, würde er sein Grab besuchen. Die Wilden hatten nie besondere Bauten, aber der gesamte Clan war an ein Höhlensystem gebaut worden und der ansässige Steinmetz hatte selbiges zu einem Mausoleum für die Fürsten umgebaut. Wenn er tot war, würde er also dort zu finden sein, begraben unter kaltem Stein. Ein kleiner Gedanke schob sich in ihn hinein und er wünschte sich kurz das auch der jetzige Fürst abtreten und in das Mausoleum ziehen würde. Vielleicht würde Théro es sogar schaffen mit Gewalt und seinem Namen gegen den Clan zu marschieren und selbst Fürst zu werden... Aber da hatte er eigentlich nicht einmal wirklich Lust drauf. Er war ein guter Anführer gewesen, hatte seine Männer unter Kontrolle gehabt und ihren Respekt gewonnen. Aber für so viele Leben verantwortlich zu sein, er wusste nicht ob er so eine Last tragen wollte... oder konnte.

Erneut wurden seine Gedanken unterbrochen, als Aenaeris wieder hineinkam. Der Nordmann öffnete wieder die Augen und sah sie schmunzelnd an. Schulterzuckend grinste er breit, "Noch nie. Zumindestens nicht seit er bei mir ist... Aber ich glaub der Bauer hat ihn schon gut gepflegt. Immerhin war er mal ein Ackergaul." Er schmunzelte noch immer und verfolgte dann das Gespräch der beiden mit hochgezogener Augenbraue. Kopfschüttelnd beugte er den Kopf zur Seite und hielt sich gerade noch zurück. Eigentlich wollte er ausspucken, aber er lag ja ausnahmsweise in einem Lazarett und nicht in der Wildnis. Leise fluchend kämpfte er ein wenig mit der Felldecke und wickelte sie sich dann um seinen Oberkörper, als er sich aufsetzte. Er hatte nicht wirklich Lust auf so ein Gespräch und erst Recht nicht dabei anwesend zu sein, "Jaja... Überlegs dir gut, um der Männer willen." knurrte er leise etwas eifersüchtig und stand auf. Er machte ein, zwei wackelige Schritte und Schmerz durchzog seinen Unterkörper. Er stöhnte auf, unterdrückte ein zweites Stöhnen und spürte Tyns vorwurfsvollen Blick, "Du sollst doch nicht aufstehen, bleib gefälligst liegen oder du kannst was erleben!" Der Nordmann ignorierte den Schmerz und machte noch ein paar Schritte, bis er halbwegs sicher gehen konnte. Dann wandte er sich Richtung Tür. Wäre es nicht so schmerzhaft gewesen, wäre sein Gang sicher eher fluchtartig als ruhig gewesen, "Ich muss pissen..." grummelte er laut in die Richtung der beiden Frauen und stieß die Tür auf. Weiße Häuser, Hütten und Berge erhoben sich vor ihm und er fluchte noch lauter und spuckte diesmal wirklich aus. Nicht einmal Stiefel hatte er an, aber das war ihm egal. Alles war besser als weiter hier zu bleiben und er wollte sich endlich wieder mal bewegen.

Das Fell enger um sich gezogen, stapfte Théro durch den Schnee und zwischen zwei Hütten. Er ließ die Hose etwas runter und färbte den Schnee hinter den Holzhütten etwas Gelb, ehe er leise aufseufzte und wieder zurücktappte. Der Schnee wühlte sich bereits in seine Füße hinein, sodass er nun doch etwas schneller ging und dafür den Schmerz in Kauf nahm. Kurz darauf stieß er die schmale Tür auf, duckte sich unter dem niedrigen Rahmen hindurch und lief hastig die Holzstufen hinauf. Oben angekommen, nickte er dem Wachsoldaten kurz zu und setzte sich neben ihn auf die Bank. Er war froh das auf den Wachtürmen alte Felle lagen, und zog das um seine Schultern etwas enger. Dann wärmte er seine Füße an dem warmen Fell und dem kleinen Eisenkäfig, in dem zwei Holzscheite brannten. "Théro Skjalfsson, der Wolfschlächter... Genug von der alten Hexe, hm?" Der Nordmann sah hinüber zu dem jungen Mann, er mochte vielleicht achtzehn Lenze zählen, und nickte schmunzelnd. Manches änderte sich halt nie und wurde von Generation zu Generation weitergegeben, "Joh. Die und ihr scheiß Wurzelbrei." "Wahres Wort. Hier, das wärmt..." Théro nahm die Flasche danken an und trank einen Schluck daraus. Der heiße Schnaps brannte sich seine Kehle hinab und in seinen Magen hinein, stillte dabei den Schmerz der Wunde ein wenig und gleichzeitig wärmte er seinen Körper. So saßen sie stillschweigend auf dem Wachturm, spähten in die Umgebung des Clans hinaus und tranken ab und an etwas Schnaps. Irgendwann stand Théro wieder auf, klopfte dem Wachmann auf die Schulter und ging zurück ins Lazarett. Hastig betrat er mit eiskalten Füßen die Hütte, schüttelte sich Schnee von selbigen und huschte schnell wieder in sein Bett. Zitternd breitete er das Fell wieder über sich aus, stöhnte leise vor Schmerz auf als er sich instinktiv zusammenkauerte und schloss die Augen ohne darauf zu achten wer noch da war. Er dachte an Charr, dachte an den kleinen Welpen und ob er über den Winter kommen würde. Er würde die Reste und die Knochen fressen, würde nachts jagen gehen... Die Frage war nur ob er es schaffte auch etwas zu erlegen. Er seufzte leise bei dem Gedanken das er ihn alleine gelassen hatte und fluchte kurz darauf wieder. Er fluchte oft in letzter Zeit, vielleicht eine alte Angewohnheit die im Clanleben wieder auftauchte. Eine dieser Dinge die immer aufkamen, wenn die Vergangenheit einen einholte...
"Ich mache nichts lieber als das,
ich meine Gefühle abschaff.
Unterdrück am Tag noch den Hass,
bis ich ihn am Morgen rauslass."
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Re: Die Feuerpriesterin und der Wolf

Beitrag von Aenaeris » Mi, 12. Sep 2012 10:03

Es waren nun schon zwei Monde vergangen seit Aenaeris und Théro in seinem Clan waren. Es war der Abend vor der Jahreswende und im Clan herrschte geschäftiges Treiben. Das Fest zur Jahreswende stand immer ganz im Zeichen der alten Götter und es wurde jedes Jahr gefeiert, getrunken und gegessen. Gleichzeitig wurde auch nachträglich die Wintersonnenwende gefeiert, bedeutete es schließlich, dass die Tage wieder länger wurden und es erinnerte die Menschen daran, dass der Winter, auch wenn er den Norden noch fest und hart im Griff hatte, nicht mehr ewig währen würde. Der Fürst des Clans ließ sich zu diesem Anlass nicht lumpen und in die Methalle wurde massenhaft das Bier in großen Fässern gerollt, es war das Fest des Jahres und zu diesem Anlass gab es auch Met, nicht soviel Met, wie Bier, aber immerhin soviel, dass die Methalle einmal im Jahr ihrem Namen alle Ehre machte... Die Jäger im Clan hatten in den Wäldern reichlich Wild gejagt und das Fleisch briet seit Stunden auf Spießen auf dem Platz vor der Methalle und verströmte seinen köstlichen Duft. Es waren viele Wildschweine dabei, denn der Verzehr von Fleisch von solchen am Abend der Jahreswende brachte dem alten Glauben nach Glück und Segen im kommenden Jahr. Die Tische bogen sich förmlich unter den reichen Speisen, die aufgetischt waren. Vor einigen Tagen waren die anderen Jäger zurückgekehrt, unter ihnen auch Caldric und Darn, und jeder von ihnen hatte zahlreiche Orkköpfe mitgebracht, die sie beinahe feierlich auf die angespitzten Pfeiler der Holzpalisaden spießten wo diese im Lauf der Zeit vor sich hin rotten und eventuelle Feinde abschrecken würden. Sie konnten sich nun mit ein wenig Stolz „Orkfäller“ nennen… nur ein kleiner Meilenstein auf der ruhmreichen kämpferischen Laufbahn eines Nordmannes… doch einige Frauen würde dies mit Sicherheit beeindrucken… Auch waren die fahrenden Händler heute angereist. Diese wurden von dem so plötzlich und unerwartet hereingebrochenen Winter überrascht und förmlich zu dem Clan gedrängt, es war sicherlich eine harte und beschwerliche Reise mit den Karren durch die verschneiten Pässe gwesen, doch der Clan nahm die fahrenden Händler immer gastfreundlich auf und das war die beschwerliche Reise allemal wert, zumal sie dieses Mal ohnehin keine andere Wahl hatten, die Alternative wäre gewesen, in dem verschneiten menschenleeren Gebirge zu pausieren, doch die Nächte waren mittlerweile so kalt, dass es jede Nacht die Gefahr barg, zu erfrieren. Théro und Aenaeris wussten noch nichts von der Ankunft der fahrenden Händler. Es mochte Zufall sein, dass alle so kurz vor dem Neujahrsfest im Clan aufeinandertrafen, oder es war nichts anderes als Berechnung, denn dieses Fest war wie gesagt einmalig, so dass es niemand verpassen wollte.

Bislang hatte es sich nicht ergeben, dass sich Aenaeris und Théro vor den Göttern zusammen gefunden hatten, doch, da ohnehin noch nicht alle, die von Neré voreilig benachrichtigt wurden eingetroffen waren, war dies nicht so schlimm. Die beiden lagen auf einem Bett in einem Quarantäneraum, der eigentlich dem Zweck diente, einen Kranken mit einer gefährlichen ansteckenden Krankheit vor dem Clan oder den anderen Verletzten im Lazarett zu isolieren und dort zu behandeln, um jede Seuchengefahr im Clan zu minimieren. Es war in etlichen Clans zu jeder Zeit vorgekommen, dass ganze Clans binnen eines oder zwei Monden von der Pest, Cholera oder den Pocken ausgelöscht wurde. Tyn war allerdings sehr weise, erfahren und umsichtig, daher hatte das Lazarett auch diese Räumlichkeiten, doch diese Räume wurden eher selten bis gar nie, den Göttern war es gedankt, gebraucht. Théro fragte sich vermutlich des Öfteren, wie Aenaeris Tyn nur dazu gebracht hatte, ihr Einverständnis zu geben, dass sie sich ab und an in einem solchen Raum treffen konnten, um ungestört zu sein. Théros Mutter Neré hatte, obgleich sie wusste dass Aenaeris schon allein durch die Vergewaltigung keine Jungfrau mehr war, eine besondere Einstellung dazu, wenn es darum ging, dass Théro und Aenaeris sich eine der Holzhütten miteinander teilten, daher blieb vorerst alles, wie es war. Vermutlich wusste sie auch, dass ihr Sohn mit Sicherheit kein unbeschriebenes Blatt war, doch Aenaeris war so etwas wie ein zartes Blümchen für sie, dass es deshalb zu beschützen galt, bis sie sich vor den Göttern einander versprochen hatten. „Sollten wir nicht langsam rüber in die Methalle gehen?“ fragte Aenaeris „Ich glaube, das Fest beginnt bald…“ Sie freute sich sehr darauf. Sie liebte Feste, und wenn die Dämmerung hereinbrechen würde, würden überall in den Clans die großen mit Holz aufgeschichteten Haufen zu Ehren der alten Götter entzündet werden, worüber sie sich noch mehr freute. Es war wie die Erntedankfeste in Arcanis zu Ehren der Geschwister, nur würde es wahrscheinlich wesentlich ausgelassener und zwangloser werden. Sie hatte in der kurzen Zeit, die sie hier im Clan gelebt hatte, die Sitten und Gebräuche der wilden Menschen, auch wenn diese auf den ersten Blick vermutlich für viele rau, grob und manchmal eigentümlich wirkten, schätzen gelernt. Aenaeris kannte von früher nur die Erzählungen aus Arcanis über die wilden Menschen, und es hatte ihr als junges Mädchen immer den Anschein erweckt, die wilden Menschen seien bestenfalls bauernschlau, ungebildet und dumm. Doch dies stimmte nicht. Zwar waren die wilden Menschen nicht so fortschrittlich und zivilisiert wie andere Völker, doch dies lag größtenteils darin begründet, dass die wilden Lande recht unbezwingbar in Landschaft und Beschaffenheit waren. Man konnte die Natur nicht einfach übers Knie brechen, man musste sich mit ihr arrangieren und sich nach ihr und ihren Begebenheiten richten und daraus das Beste machen. Dafür waren die wilden Menschen vielen anderen Völkern körperlich überlegen. Nirgendwo sonst gab es derart viele große kräftige und starke Menschen, dies galt auch für die Frauen, und sie waren ausgezeichnete Krieger, wie man sie zum Bespiel in Arcanis nur bei den Lichtbringern fand. Auch wenn Aenaeris nie in das Idealbild der wilden Menschen passen würde, schon allein da sie nicht blond und blauäugig war, und auch von den Wesenszügen nicht an dieses Volk reichte, fühlte sie sich ihnen sehr verbunden und alles war ihr schon so vertraut.
[18]Théro küsste sie und ließ seine Hände über ihren Körper wandern. Es war naheliegend, warum er noch nicht in die Methalle gehen wollte. Aenaeris lächelte und setzte sich auf. „Wenn das Deine Mutter wüsste!“ drohte sie ihm lächelnd mit dem Finger. Er zuckte die Schultern und grinste breit, während er mit flinken und geschickten Fingern ihre Schnürung im Rücken des Kleides löste. Er zog ihr eilig die Kleider über den Kopf und hatte sich selbst auch schneller als erwartet entkleidet. Das Zimmer war recht kühl, dies lag daran, dass die kleine Kaminstelle ebenso wie der Raum selbst ungenutzt war und kein Feuer darin brannte, so war es im Winter immer sehr kalt darin. Aenaeris fröstelte und schlüpfte eilig unter die Decke, Théro tat es ihr gleich und zog sie eng an sich heran. Sie genoss es, seinen warmen Körper an ihrem zu spüren, sie schlang ihre Beine um seinen Körper und sie genoss es, wie er sie umfing und küsste. Sie kicherte leise und liebkoste seinen Hals und knabberte zart an seinem Ohr, während er brummend über ihren Rücken strich. Er mochte nicht länger warten, teilte ihre Beine und schob sich in sie. Sie seufzte auf und strich sacht über seinen Rücken und seinen Po, während er sich in ihr bewegte und suchte seinen Mund, teilte ihn mit der Zunge und begann ihn fordernd zu küssen. Das sparrige Bett knarrte heftig und Aenaeris dachte daran, was wäre, wenn Tyn es hören würde. Sie grinste innerlich, Tyn hatte ihre einige Geschichten erzählt, als sie selbst noch eine junge Frau war, und soviel stand fest, dass sie kein Kind von Traurigkeit gewesen war. Sie stöhnte leise auf unter seinen Stößen, und wie so oft war es dann leider auch schneller wieder vorbei, als ihr lieb war. Théro keuchte leise und sie blieb an seiner Schulter liegen und er legte seinen Arm um sie. „Ich liebe Dich…“ flüsterte sie ihm leise zu.[/18]
Sie blieben noch eine Weile liegen, dann löste sie sich aus seiner Umarmung und setzte sich auf. „Na komm, es wird Zeit…“ meinte sie zu ihm. Ihre Wangen waren leicht gerötet und ihre Augen glänzten beinahe fiebrig. Trotz des fehlenden Kamins war ihr nun heiß und sie stand auf, und öffnete das kleine Fenster, um ein wenig frische Luft in den Raum zu lassen. Kalt strömte die Luft um ihren nackten Körper und sie bückte sich um die am Boden verteilten Kleidungsstücke wieder einzusammeln. Rasch zog sie sich diese über und schnürte es im Rücken wieder zu. Sie strich ihr zerwühltes Haar wieder einigermaßen glatt, welches sie immer noch offen trug, da sie bislang kein geeignetes oder hübsches Haarband gefunden hatte. Dies machte nichts, da in den wilden Landen ohnehin eher die ungebundenen Frauen ihr Haar offen trugen. Neré störte sich ganz bestimmt nicht daran… Dann ging dann wieder ans offene Fenster und sah auf die verschneiten Gebirgsketten, die in der Dämmerung gräulich und schwarz waren. Théro indes hatte sich auch wieder angezogen. Sie bot ihm noch einmal ihre Lippen dar und dann verließen sie gemeinsam das Lazarett.

Die Feuer im Dorf loderten bereits hell auf dem Weg Richtung Methalle und Aenaeris war erfreut darüber. Die Faszination für dieses Element war bei ihr weiterhin ungebrochen, auch wenn sie, seit sie im Clan war, sich nicht mehr mit der Feuermagie befasst hatte. Es gab kaum Gelegenheit dazu, und da die wilden Menschen nichts für Elementarmagie übrig hatten, fand Aenaeris dies auch unpassend. Nur ab und zu, heimlich, wenn es niemand sah, wenn sie etwa alleine in ihrem Zimmer war, spielte sie mit der Zunderbüchse, doch sie beschränkte sich hierbei auf das Entzünden einer Kerze, oder übernahm die Aufgabe, den Kamin selbst zu beheizen. Nur hin und wieder meditierte sie vor dem Kamin, doch sie tat dies vielmehr aus Gewohnheit und nicht, um eins mit dem Feuer zu werden. Sie blieb eine Weile an einem der großen Feuer stehen, starrte beinahe sehnsüchtig in die Flammen, und ließ sich dann nach einer kurzen Weile von Théro weiterschieben. Einige Kinder spielten auf den Dorfplätzen, es gab allerlei Sitten, Brauchtümer und Spiele, um nach dem Glauben oder Aberglauben böse Geister und Dämonen zu vertreiben, die meisten von ihnen bestanden eigentlich nur darin, möglichst viel Lärm zu machen. Als sie die Methalle betraten, herrschte bereits lauter Trubel. Eben wurden etliches des gebratenen Wildes in die Hallen getragen, zu einem abseits stehenden großen Tisch, wo die großen Braten zerteilt wurden. Natürlich bekam der Fürst selbst die besten Fleischstücke, und der Rest wurde an die Tische gebracht. Einige der Clanmitglieder hatten sich erklärt, heute als Spielleute zu fungieren. Es waren bei weitem keine wahren Meister, doch es tat der Stimmung keinen Abbruch, im Gegenteil, oftmals sorgte ein schiefer Ton für schallendes Gelächter. Zur Not war ja schließlich noch das fahrende Volk, die zusammen mit den Händlern angereist waren, vorhanden. Eben wurde das erste Bierfass angestochen, und eine wahre Menschentraube stand bereits davor, mit großen Tonkrügen, Trinkhörnern und was sich noch so alles an Trinkgefäßen anbot, Hauptsache, sie waren groß genug… Heute Abend gab es keine Sitzordnung, jeder konnte zwanglos Platz nehmen, wo er wollte, und sogar jeder, der sich bemüßigt fühlte, sich einen Platz nahe beim Fürsten des Clans zu nehmen, konnte dies tun, sofern sich die Gelegenheit ergab, die nächsten Plätze zum Fürsten waren ohnehin die seiner Leibwache... Théro ließ seine Blicke über die Tischreihen schweifen und entdeckte dann die fahrenden Händler, unter ihnen natürlich auch Skarvo. Er nahm dann Aenaeris bei der Hand und zog sie mit sich. Sicherlich hatte er wieder einige Geschichten auf Lager, und sie selbst hatten ja auch einiges zu erzählen.
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Re: Die Feuerpriesterin und der Wolf

Beitrag von Thėro Schattenmal » Do, 13. Sep 2012 10:59

Der Nordmann räumte zwei Plätze neben Skarvo frei, indem er kurzerhand zwei der Nordmänner zur Seite stieß. Das war nichts schlimmes oder unhöfliches in den wilden Landen, erst Recht nicht wenn man einen Namen trug. Skarvo bemerkte ihn und stand auf, er breitete die Arme aus und klopfte ihm auf die Schulter, "Théro Wolfstöter, der Orkschlächter höchstpersönlich, hier in seinem Clan?" Er lachte und Théro stimmte mit ein, "Skarvo, es tut gut dich zu sehen... Es ist viel passiert." Er sah sich kurz zu Aenaeris um, winkte Caldric zu und schob sie vor sich. Er stieß einen der Männer zur Seite, der anscheinend seinen Platz zurückerobern wollte und knurrte ihn an. Dann schob er Aenaeris vor sich her bis zu dem Tisch und setzte sie sacht auf einen der freien Stühle. Er nahm neben ihr Platz, zwinkerte ihr kurz zu und sah dann zu Skarvo der an seiner anderen Seite Platz genommen hatte. Er schnappte sich zwei Humpen bei einer vorbeigehenden Bedienung und konnte es nicht lassen ihr kurz einen Blick hinterher zu werfen. Dann hustete er gekünstelt, als er Aenaeris Blick bemerkte und stellte ihr einen der Humpen hin. Er selbst trank einen Schluck aus dem anderen und wendete sich Skarvo zu, "Nun seid ihr also doch hier eingeschlossen, den restlichen Winter..." "Wohl wahr... Aber das ist Nebensache, was hat dich dazu bewogen hierher zurückzukehren? Du hattest dir doch geschworen nie wieder zurückzukommen..." Er trank noch einen Schluck, starrte einen Moment auf die dunkle Flüssigkeit und sah sich um. Keiner interessierte sich für sie, bis auf Caldric der wohl versuchte sich von seinem Gespräch loszueisen um herüber zu kommen. Er sah einen kurzen Moment zu, bis dann eine der Bedienungen ihm einen neuen Humpen brachte. Ein ansehnliches Weibsbild, das offensichtlich Interesse hatte... Der Rest erledigte sich scheinbar von selbst und Théro wandte sich wieder dem alten Händler zu. Er räusperte sich und begann ihm dann alles zu erzählen. Angefangen von der Jagd, der Reise und dem Verschwinden von Aenaeris. Dann erzählte er ihm wie er ihr nachgejagt war und Skarvo unterbrach ihn kurz, "Unser Blut... Ist wesentlich stärker als du denkst, Kleiner. Je öfter du seine Kräfte ausschöpfst, desto stärker wirst du... Merk dir das." Théro nickte und ließ den Blick erneut kurz schweifen. Es war ihm schon aufgefallen das er sich besser fühlte als vorher und auch stärker und ausdauernder war. Es war nicht viel, aber es war immerhin ein kleiner Schritt. Er war ein besseres Wesen, stärker, schneller und gerissener. Aber die Bestie in ihm schenkte diese Kraft und sie forderte für mehr Kraft auch einen höheren Preis. Sie wurde lauter und blutrünstiger... Er riss sich von den Gedanken los und erzählte dann weiter. Er erzählte ausschweifend von seiner Ankunft, dem Kampf in der Halle und seinem Rachefeldzug. Skarvo nickte mitfühlend und warf einen Blick zu Aenaeris. Auch die Fehde ließ er nicht unerzählt und die Worte strömten förmlich aus ihm heraus. Nur die kleine Krise die er an dem Abend mit Aenaeris hatte, ließ er weg. So etwas ging nur sie beide an...

Der Abend zog schneller vorüber als man erwarten mochte. Er hatte schon den zweiten Humpen geleert, als er schließlich zum Ende kam, "...und wir werden uns vor den Göttern binden. Es ist gut das du nun hier bist... Ich freue mich das du dabei sein wirst." Skarvo grinste breit und zwinkerte ihm zu. Théro sah ihn dagegen fassungslos und fragend an, bis ihm ein Gedanke kam, "Oh nein... Ihr seid nicht zufällig hier vorbeigekommen, hab ich Recht? Meine Mutter hat dich wirklich eingeladen?" "Natürlich, immerhin bin ich sowas wie dein... zweiter Vater." Théro musste lachen und schüttelte dann Kopf. Seine Mutter hatte wahrscheinlich die gesamten Clans eingeladen. Er sah kurz zu Aenaeris und dann zu Caldric. Oder zumindestens dorthin, wo er mal gesessen hatte, denn er verschwand gerade mit der Bedienung aus der Halle. Dann hob er Darn prostend seinen Humpen zu und meinte spöttelnd zu Aenaeris, "Mir scheint dein schöner Caldric hat ein anderes Weib gefunden..." Er schmunzelte schweigend vor sich hin und stand schließlich wieder auf. Dann strich er durch Aenaeris Haare und küsste sie innig und lange. Er schmeckte ihre Lippen, den Met darauf und grinste dann breit. "Ich besorg uns mal was zu essen... Skarvo hat sicher noch einige Geschichten auf Lager." Dann wendete er sich ab, drängelte sich durch die Menge hindurch und um den Tisch herum. Er warf noch einen Blick zurück zu ihr und konzentrierte sich dann auf seinen Weg. In der Mitte der Halle briet noch Fleisch und darum waren kleine Tische aufgestellt, mit allerlei Beilagen. Genau das war Théro Ziel. Er hatte einen Bärenhunger und wollte am liebsten genau so einen jagen und verputzen, aber für die heutige Nacht würde er sich damit zufrieden geben zu trinken und gebratenes Wild zu essen. Aenaeris tröstete ihn über seinen Jagdtrieb gut hinweg, immerhin hatte er noch andere Triebe...

Er wurde von der Seite geschubst, prallte gegen einen hühnenhaften Mann und schubste zurück. Im Handumdrehen wurde aus dem Hin- und hergeschubse ein größeres Gerangel als Met und Bier verschüttet wurde. Ein Humpen flog und der Nordmann duckte sich drunter durch. Schlägereien waren bei solchen Festen an der Tagesordnung und man konnte sicher die Uhr danach stellen. Wie aus dem Nichts war ein Kreis grölender Männer und interessierter Frauen entstanden, in dessen Mitte sich nun Théro und der Hühne befanden. Der große Wilde hob die Hände und brüllte, "Jalf Königsmörder! Schlächter des Orkkönigs und seines Schamanens aus dem Süden!" Die Worte dröhnten laut in der Halle wieder und wurden mit Applaus und Gegröle vergütet. Dann breitete Théro ebenso seine Arme aus und brüllte -so laut er konnte- zurück, "Théro Wolfstöter! Bezwinger der Werwolfsbestie und ihrem Fluch!" Auch dieses mal gab es Gegröle und Applaus und es schien als ob er ganz schön Pech hatte. Er kannte Jalf nur vom Hörensagen, gesehen hatte er ihn noch nie. Der Krieger war schon an die Vierzig und gehörte zu den Leibwächtern des Fürsten. Auch sein Name machte ihm alle Ehre, der Orkkönig hatte einige Stämme unter sich vereint und sich selbst den Namen gegeben. Er hatte sie angeführt, den Angriff auf diesen Clan befohlen und viele der Nordmänner getötet. Aber dies war eine andere Geschichte und er war sich fast sicher das Skarvo sie gerade Aenaeris erzählte, falls er den Namen mitbekommen hatte. Er sah den ersten Schlag gar nicht kommen, drehte die Schulter reflexartig zurück und fing ihn wenigstens etwas ab. Dennoch torkelte er zurück, drehte sich nach links und landete einen Tritt an dem Schienbein. Er lachte als er den Schmerz aufblitzen sah und stöhnte kurz darauf die Faust des Hühnen in seinem Magen landete. Dann knurrte er leise und etwas wütend und hielt den Kopf gesenkt. Er nutzte den Größenvorteil aus, stürmte wie ein Stier nach vorne und rammte seinen Kopf mit voller Kraft in den Unterleib von Jolf. Durch die Wucht kugelten beide über den Holzboden der Halle und am Ende war Théro unten und kassierte zwei, drei Schläge ins Gesicht. Dann riss er ruckartig die Knie hoch, verlagerte das Gewicht und tauschte die Plätze. Nun war er an der Reihe und schlug seinerseits zweimal mit Kraft zu. Natürlich ging es in dem Kampf ums Gewinnen, aber ohne den Tod und vollen Krafteinsatz. Er war nicht mehr als eine Showeinlage und ein kindisches Kräftemessen.

Es ging ein paar mal so hin und her, bis sie wieder auf die Beine kamen und sich umklammerten. Théro zog sein Knie hoch und in den Magen des Hühnen, dieser konterte das Ganze mit einem Kopfstoß. Sie taumelten beide zurück und in die Menge hinein. Dann stürmten sie beide vor, schlugen gleichzeitig zu und fingen mit der anderen Hand jeweils den gegnerischen Schlag ab. So standen sie in der Mitte, drückten mit schwitzigen und angestrengten Gesichtern gegen den anderen gegen und bewegten sich kaum. Théro wich plötzlich zurück, zog Jolf mit sich und ließ sich fallen. Dann winkelte er die Knie an und als der Hühne durch den Schwung auf ihn fiel, trat er zu und schleuderte ihn über seinen Kopf hinweg in die Menge hinein. Aus einer Platzwunde an der Wange blutend und mit aufgeschlagener Lippe und Knöcheln, stand er dann wieder auf und hob eine Hand. Er brüllte und streckte die andere in Jolfs Richtung aus. Damit war der Kampf vorbei und es war theorethisch eine Niederlage für den Wolf. Aber wenn man in einer Siegesposition aufgab zeugte das von Weisheit, denn so schonte man die Ehre des anderen und dieser zahlte dies meistens irgendwann zurück. Er reichte Jolf die Hand, nickte ihm grinsend zu und spuckte etwas Blut aus. Dann kämpfte er sich durch die grölende Menge, besorgte sich zwei Holzplatten und türmte Fleisch darauf. Ausserdem häufte er eingelegte und süße Waldbeeren auf den anderen und legte etwas Brot dabei. Dann kämpfte er sich durch die Menge zurück, versuchte dabei halbwegs erfolgreich alles auf den Tellern zu behalten und stellte sie an Aenaeris Platz. Er war zwar auf der anderen Seite des Tisch, das war nun aber auch egal und so sprang er kurzerhand über das Bankett, ließ sich keuchend wieder auf dem Stuhl nieder und leerte den restlichen Met mit einem Zug. Er wärmte ihn und Théro seufzte zufrieden auf und griff nach einem Stück Fleisch. Er bemerkte Aenaeris Blick, schmeckte sein eigenes Blut im Mund und zuckte mit den Schultern. Skarvo hatte ihr sicher schon erklärt was das alles zu bedeuten hatte, wenn sie es sich nicht selbst zusammenreimen konnte. Sie hatte immerhin viel gelernt in letzter Zeit, aber bei so einem großen Fest galten immer noch besondere Bräuche und auch alte. An solch Abenden konnte man Dinge einfordern die man sonst niemals erhalten würde... Kurz dachte er grinsend an Caldric und dessen Begleitung und riss etwas von dem gebratenen Fleisch von seiner Keule.
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Re: Die Feuerpriesterin und der Wolf

Beitrag von Aenaeris » Do, 13. Sep 2012 13:50

„Caldric ist anscheinend doch nicht so wählerisch, wie wir dachten, wenn er mit der erstbesten Schankhilfe verschwindet…“ säuselte Aenaeris süß, während sie Théros Spitze geflissentlich ignorierte. Caldric mochte ein ansehnlicher Mann sein, doch sie hatte Théro, und wenn sie ihn nicht hätte, würde sie vermutlich immer noch in Calders Schenke arbeiten für einen Hungerlohn und vielleicht in genau diesem Moment in den Armen eines der zahllosen Freier in Lanyamere liegen, und jeden Tag hoffen und beten dass sie an keinen Perversen geriet, der ihr danach die Kehle aufschlitzte. „So eine schlechte Wahl bist Du ja nun auch nicht“ feixte sie schlussfolgernd an ihre Gedanken, als er sich von ihren Lippen löste. „Joh, und ich bin ja auch mit der erstbesten Schankhilfe verschwunden…“ grinste er breit und wandte sich um, um etwas zu essen zu holen. Empört schlug ihm Aenaeris nach, doch sie erwischte ihn nicht mehr. Aenaeris saß am Tisch gegenüber von Skarvo und lauschte seinen Erzählungen. Sie staunte, es war noch nicht so lange her, seit sie sich das letzte Mal begegnet waren und dennoch hatte er immer neue großartige Geschichten auf Lager. Dann fragte sie ihn. „Hast Du schon Eryks Witwe getroffen?“ Eryk war der Söldner, der bei dem Orkangriff bei den fahrenden Händlern seine Hand eingebüßt hatte und schließlich an den Folgen des Wundbrands verstorben war. Er hinterließ Frau und Kind und Aenaeris hatte Skarvo gebeten, ihr etwas zu geben. Skarvo nickte. „Sie war natürlich gebrochen, als sie vom Tod ihres Mannes erfuhr, doch sie war auch fassungslos, als ich ihr Deinen Beutel überreichte. Sie brach in Tränen aus, war aber froh dass sie eine gute Aussicht hat, ihren Sohn alleine großzuziehen, ohne dass es Ihnen an etwas fehlen muss. Sie bedankt sich ganz herzlich bei Dir und lässt Dir ausrichten, dass sie sehr hofft, dass die Götter Dir immer wohlgesonnen sein mögen…“ Aenaeris nickte. „Das ist gut… als Frau hat man es nicht immer leicht in dieser männerdominierten Welt…“ Skarvo sah sie eindringlich und mitleidig an und ergriff ihre Hand und drückte sie. „Ich habe es erfahren… es tut mir sehr leid, Aenaeris…“ Sie sah ihn etwas irritiert an „Er hat es Dir erzählt?“ und eine leichte Röte überzog ihr Gesicht während er nickte. Vermutlich hätte er es so oder so erfahren, wenn nicht von Théro dann von irgendjemand anderem an irgendeinem der vielen Saufabende, denn im Winter saßen die Menschen meistens alle zusammen in der Halle, wenn es gerade nichts besseres zu tun gab abends. Trotzdem wäre es ihr lieber gewesen, die Spatzen würden es nicht von den Dächern pfeifen.

Es gab einen Tumult und viel Gebrüll und als Aenaeris aufblickte, sah sie, dass Théro sich prügelte unter dem Gejohle und Gegröle vieler Nordmänner. „Was tut er da?“ fragte sie ihn. Skarvo hob die Hände und winkte ab „So ist das im Norden… nur Gerangel, nichts Ernstes… [18]Schwanzvergleich[/18], wenn Du mich fragst…“ grinste er. Sie hob verstehend den Kopf und blickte Théro nur seltsam an, als er wieder, mit Essen beladen, zurückkam. Immerhin hatte er noch eine Flasche Met unter den Arm geklemmt, das war praktischer, als für jeden Becher erneut aufstehen zu müssen. Das Bier war sehr stark, und der Met auch, aber immerhin war der Met süß und Aenaeris‘ erste Wahl, besonders, wenn man bedachte, wann sie das letzte Mal Mel getrunken hatte, und wann sie je wieder einen bekommen würde. Der Abend wurde immer später, und Aenaeris hatte die Flasche Met alleine ausgetrunken und spürte die ziemlich berauschende Wirkung des Mets. Doch heute hieß es, dass man einfordern konnte, was immer man wollte, und Aenaeris forderte sich selbst heraus, in dem sie auf Konventionen pfiff und trank, wie ihr der Sinn danach stand. Wann, wenn nicht heute? Caldric war auch wieder an den Tisch zurückgekehrt, lange hatte er wahrlich nicht gebraucht und er tauschte grinsend siegessichere Blicke mit Théro.

Aenaeris saß auf Théros Schoß und lauschte den Männern, die, selbst nicht mehr so nüchtern, sich die wildesten, absurdesten und schlüpfrigsten Geschichten erzählten die für viel lautes Gelächter in der Runde sorgten. Aenaeris konnte sich an wenige Gelegenheiten erinnern, dass sie so viel und so laut gelacht hatte, ihr kullerten die Tränen herunter vor lauter Lachen und sie konnte sich teilweise überhaupt nicht mehr beherrschen und sie kicherte nur mehr. Vielfach handelten diese aus Théros Jugendzeit und nun verstand sie, warum er kein unbeschriebenes Blatt war. Auch Skarvo gab zu diesem Thema eine Geschichte zum Besten. Es handelte davon, wie er einst als junger Bursche im besten Mannesalter einem weitaus älteren Nordmann Hörner aufgesetzt hatte und mit dessen jungen bildhübschen unzufriedenen Eheweib das Lager geteilt hatte „… und als ich gerade gut drauf und dran war, stürmt dieser Hüne plötzlich in das Haus, brüllt und schwingt seine Axt wie ein Berserker, seine Frau und ich konnten uns gerade noch zur Seite werfenen, als sich seine Axt in dem Federbett versenkte, und die Federn flogen im ganzen Raum umher… Keine Zeit mehr, die Kleider zusammen zu raffen... Ich konnte nichts anderes tun, als nackt und sichtlich immer noch sehr erregt zu flüchten… es war Winter und taghell und ich sprang aus der Hütte und lief nackt durch den schneebedeckten Clan, verfolgt von diesem brüllenden Ungetüm…“ lachte er und wischte sich selbst eine kleine Lachträne weg. „Ich hoffe, sie konnte sich ebenso aus dem Staub machen, wie ich, das süße Ding, es wäre wirklich schade um sie gewesen…“ Allgemeines Gelächter brach los und Théro schmiegte sich gutgelaunt an Aenaeris, küsste sie auf die Wange und schob seine Hand unter ihren Rock, die vordere Schnürung war ebenso ein wenig gelockert und man konnte einen einladenden Blick auf ihr Dekolleté erhaschen, wenn man vom richtigen Winkel aus hinein blickte.

Sie kicherte und dann bemerkten sie Neré hinter sich stehen. Sie wussten nicht, wie lange sie schon so dastand. Ein wenig besorgt wandte sie sich an Aenaeris. „Aenaeris, Liebes, meinst Du nicht auch, dass es für heute genügt?“ Aenaeris war irritiert, sie wusste nicht, was Neré von ihr wollte. „Was… was… genügt…?“ „Nun ja, sieh Dich an…“ Und dabei warf sie ihrem Sohn einen ebenso vorwurfsvollen Blick zu, der schnell seine Hand wieder unter dem Rock hervorzog. Caldric und Skarvo sahen sich vielsagend an und fingen plötzlich heiser zu lachen an, was Neré mit einem eindeutigen Blick bedachte. Der Alkohol benebelte Aenaeris' Sinne und sie fragte sich, was denn nicht stimmte. Sie glitt von Théros Schoß hinab und sah an sich herab und breitete dabei leicht die Arme aus. „Ich sehe mich an. Was stimmt denn nicht?“ fragte sie ein wenig lallend. „Nun ja, Du wirkst ein wenig zügellos… willst Du, dass der Clan über Dich redet? Du bist doch eine anständige Frau….“ Aenaeris wurde ein wenig zornig, sie war beschämt, dass Neré sie hier so vor allen anwesenden zurechtwies, vor allem, mit welchem Recht? „Eine anständige Frau? Bin ich das etwa nicht? Ich sitze hier lediglich bei meinem Mann, und glaube mir, der hat mich schon wesentlich zügelloser erlebt…“ Théro sah ein wenig irritiert zu ihr hoch, mischte sich aber nicht ein. Demonstrativ nahm sie noch einen Schluck von Théros Starkbier und knallte ihn schließlich auf den Tisch, verfolgt von Nerés runden Kulleraugen und einem allgemeinen raunen, das durch den Saal ging. Es war interessant, sobald auch nur einer im Clan von einer Sache Wind bekam, breitete es sich wie ein Lauffeuer aus. Sie wollte sich nun nicht mehr bremsen… die letzten Monate kamen ihr wie eine Farce vor und damit wollte sie nun aufräumen, und der Alkohol war schließlich auf ihrer Seite. [18]„Du hast recht, Neré… eigentlich bin ich überhaupt keine anständige Frau… ich habe Théro mit einem Angebot, von dem ich wusste, dass er es nicht abschlagen würde, in familiärer Sache auf meine Seite gezogen..." Sie kniff ihre Augen zu engen Schlitzen zusammen sah sie herausfordernd an und fuhr fort: "Und möchtest Du wissen, was für ein Angebot das war?" Sie wartete keine Antwort von Neré ab sondern sprach weiter "Meine Jungfräulichkeit… und dann hat er mich noch in derselben Nacht gleich im Wald genommen, erst an einen Baum gelehnt, danach im weichen Gras… und danach habe ich Blut geleckt und wir haben es in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten immer und immer wieder und überall getan, und es war einfach nur wunderbar!" Ihr war bewusst, dass sie gerade heftig übers Ziel geschossen hatte, sprach sie doch immerhin mit Théros Mutter, die im Prinzip nur übereifrig und lästig gewesen war, seit sie den Bund plante. Möglicherweise hatte Neré auch eben ein wenig übertrieben, was ihre Einmischung hier betraf, doch es rechtfertigte in keinster Weise Aenaeris' Verhalten. Doch so war sie nun einmal, und der Alkohol hatte ihre Zunge gelöst und sie konnte nun ohnehin nicht mehr zurück, nachdem sie den letzten Satz beendet hatte. "Den Göttern sei es gedankt, dass es Théro war, der mich zuerst hatte, und nicht diese beiden Scheißkerle, so wie ihr alle vermutlich glaubt, nicht wahr…? Und ich sehe auch überhaupt nicht mehr ein, wieso ich mich hier zusammenreißen soll…" Sie tippt mit dem Zeigefinger auf die Tischplatte. "Wenn ich Lust auf Théro habe, dann ist das in Ordnung und dann nehme ich mir, wonach es mich verlangt…[/18] Und dafür brauchen weder er noch ich Deine Erlaubnis oder Deinen Segen dazu, und ich denke, er sieht das genauso wie ich!“ und sie ließ bei diesem Satz bekräftigend die Handfläche auf seine Schulter fallen. Ihr war gar nicht bewusst, dass der ganze Clan bereits verstummt war und die Ohren gespitzt hatte, um nur ja nichts zu verpassen. „Du hast Recht, Neré, ich bin keine anständige Frau… ich habe vermutlich bereits mehr Menschenleben auf dem Gewissen, als viele andere hier, die sich Krieger nennen…“ Théro sah sie ebenso mit großen Augen an wie kurz zuvor Neré es getan hatte und wusste offensichtlich nicht, was er in dem Moment tun sollte. Nun mischte sich Skarvo, der einige von Aenaeris‘ Geschichten kannte, vorsichtshalber ein. „Kann sie bitte jemand zum Schweigen bringen?“ meinte er vorsichtig. Neré rang sichtlich um Fassung. Man wusste nicht, ob sie vor Zorn zitterte, ob sie gegen die Tränen ankämpfte, oder ob sie wegen dieses Gefühlsausbruchs seitens Aenaeris irritiert war, trotzdem blieb sie ruhig und sie sagte „Ich denke es reicht…“ „...es reicht…“ wiederholte Aenaeris und nahm den Humpen Starkbier in die Hand und trank den letzten Schluck, der sich noch darin befand aus. „Ja, es reicht... es reicht mir nun…“ meinte sie. Dann warf sie Théro, der sie immer noch seltsam ansah, einen Blick zu und sagte zu ihm „Vermutlich habe ich mir heute wahrlich einen Namen gemacht, wie es eine Frau des Nordens verdient, nicht wahr? Sie überlegte kurz, dann sagte sie „Aenaeris Feuerhure…“ Dann wandte sie sich um dass ihre Röcke wirbelten und stob aus der Methalle und die anderen zurück, die seltsame Blicke wechselten...
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Re: Die Feuerpriesterin und der Wolf

Beitrag von Thėro Schattenmal » Do, 13. Sep 2012 18:54

Théro klappte der Mund herunter und er sah ihr hinterher. Unangenehmes Schweigen breitete sich in der Halle aus und irgendwie waren nach ihrem Abgang nun alle Augen auf ihn gerichtet. Er fühlte sich sichtlich unwohl unter dieser Art der Aufmerksamkeit und als er auch den fassungslosen Blick seiner Mutter spürte war das zu viel für ihn. Er stand ruckartig auf, öffnete wieder den Mund um noch etwas zu sagen und sah sich in der Halle um. Ihm fiel allerdings nicht wirklich viel ein, denn er war noch immer erstaunt über ihre plötzliche Offenheit, ihre Aggressivität und ihr Verhalten. Irgendwann erhob sich Skarvo neben ihm und sprach laut, "Der nordische Met ist ihr wohl nicht bekommen, so etwas wunderbares gibt es in Arcanis wohl nicht!" Er lachte und auch Caldric stimmte mit ein. Das brach die unangenehme Stimmung und die meisten der Männer lachten ausgelassen mit, zogen sich wieder zu Gruppen zusammen und feierten weiter. Er sah die beiden dankbar an, "Na los, sieh nach ihr." Théro nickte seinem Waffenbruder noch einmal zu, wagte es nicht seine Mutter anzublicken und machte sich so schnell aus dem Staub wie er nur konnte. Nachdem er sich durch die Menschenmenge durchgekämpft hatte, trat er wieder ins Freie. Sein Blick schweifte über die schneebedeckte Landschaft vor ihm, die förmlich mit Fußabdrücken übersät war. Auch auf seine Nase konnte er sich nicht wirklich verlassen, bei den ganzen Gerüchen und dazu schwirrte ihm noch der Kopf denn er hatte auch nicht gerade wenig getrunken. Grunzend folgte er ein paar den Fußabdrücken, bis ein kleineres Paar ausbrach. Er war immerhin ein guter Jäger und sah an der Entfernung das die Person gerannt und gehetzt war. Gleichzeitig waren die Fußabdrücke aber relativ tief, was auf eine wütende Gangart schließen ließ. Knurrend folgte er der Spur bis zu der alten Hütte am Berg, die als Lazarett diente. Sie war wohl zu Tyn gelaufen, warum auch immer, hier fühlte sie sich scheinbar sicher. Zwischen den beiden Frauen hatte sich sowieso eine merkwürdige Freundschaft gebildet. Aber es war niemand hier, ausser einem verletzten Jäger. Das wusste er, denn er hatte Tyn am Rande in der Methalle gesehen, nicht einmal sie verpasste die Wintersonnenwende.

Grummelnd blieb er unschlüssig vor der Tür stehen und legte eine Hand auf das raue und kalte Holz. Es hatte wieder begonnen zu schneien. Was wenn sie ihn nun gar nicht sehen wollte? Was wenn sie sogar etwas dummes anstellte, oder er, und sie noch verärgerter sein würde? Er war sich nicht sicher ob er dieses Risiko eingehen wollte, schließlich wollte er sie nicht verlieren. Aber sollte er dann nicht für sie da sein? Er knurrte erneut leise und spuckte auf den Schneebedeckten Boden neben sich. Der warme Speichel ließ etwas Schnee schmelzen und hinterließ ein Loch in der Schneedecke. Kopfschüttelnd verließ er sich auf seinen Instinkt und betrat das Lazarett. Er sah sich um, doch fand er sie nirgends. Wütend schlug er auf eine der Matratzen und ließ sich dann darauf niedersinken. Er schloss die Augen und strich sich durchs Haar, übers Gesicht und murmelte leise Flüche. Das warf kein sonderlich gutes Licht auf sie. Gut seine Mutter war vielleicht etwas voreilig gewesen und auch überfürsorglich und gründlich was all dies anging. Aber das rechtfertigte nicht ihren Wutausbruch und vor allem nicht, das sie all das ausgeplaudert hatte was eigentlich niemand erfahren sollte oder musste. Als er die Augen wieder öffnete, blickte er in ein paar stahlblaue Augen, die schelmisch funkelten. Ebenso wie das Grinsen des Jägers, "Suchst du das verrückte Weibsbild? Die ist ins Hinterzimmer gestürmt... Hat mich wachgemacht..." Théro stöhnte leise auf und ließ den Kopf in seine Hände sinken, "Ja, verrückt triffts glaub ich ganz gut... Danke." Schließlich stand er auf, warf dem Jäger noch einen Blick zu und ging dann zu dem Zimmer das als Quarantäneraum genutzt wurde. Erneut hielt er kurz vor der Tür inne und lauschte. Ihm fiel auf das er etwas hin und her schwankte und der Alkohol stieg ihm langsam immer mehr zu Kopf...

Er öffnete die Tür und schloss sie wieder hinter sich. Dann machte er einen Schritt in den Raum hinein und sah Aenaeris auf dem Bett sitzen. Sie war komplett nackt, wahrscheinlich hatte sie seine Stimme draussen gehört oder gewusst das er der einzige war der sie hier suchen würde. Théro biss sich auf die Unterlippe und konnte sich nicht erwehren seinen Blick gierig über ihren Körper schweifen zu lassen. Er war unersättlich was diese Frau anging, warum auch immer. Sie verdrehte ihm jedes mal den Kopf, wenn sie ihn nur ansah und er sah an ihrem Blick wen sie etwas bestimmtes wollte. Noch immer sah sie ihn herausfordernd an, da er sich nicht bewegte, und meinte dann leise, aber mit einem herrischen Ton den er ihr nie zugetraut hätte, "Ich habe gesagt, wenn ich Lust habe, nehme ich mir was ich will. Ich will dich und zwar jetzt." Der Nordmann schüttelte den Kopf, es hatte ihm die Sprache verschlagen. All das war sichtlich etwas viel für ihn, besonders an einem Tag. "Du hast mich vor dem gesamten Clan und meiner Familie bloßgestellt... Und noch schlimmer, dich selbst. Warum hast du das getan? Was ist los mit dir?" Sie war aufgestanden und kam ihm entgegen, während er gleichzeitig etwas irritiert zurückwich und kurz darauf das Holz an seinem Rücken spürte, "Du hättest meine Mutter niemals so anfa....hmhmhm..." Der letzte Teil des Satzes war nicht mehr wirklich verständlich, denn als sie bei ihm war hatte sie ihre Arme um seinen Hals gelegt und ihre Zunge in seinen Mund geschoben. Der Wolf war immernoch ein wenig überrascht und es dauerte kurz bis er reagierte. Dann schloss er die Augen, erwiderte ihren Kuss und drückte sie wieder zurück, etwas von ihm weg. "Du hast... Ich kann das... Unverständlich, warum?" stammelte er etwas überrascht und betrunken vor sich hin und sah sie fragend an.

[18]Dann zog er sich urplötzlich sein Wams aus, knurrte leise und auch der Rest seiner Kleidung fiel schnell von ihm ab. "Ach was solls, Nu ists auch scheißegal..." meinte er lallend und man merkte das der Alkohol ihm nun jetzt erst richtig zu Kopf stieg. Er packte Aenaeris an ihren Hüften und schob sie in Richtung des Bettes. Doch die hatte noch immer ihre herrische Art, drehte ihn herum und stieß ihn lachend aufs Bett. Dann setzte sie sich auf ihn, beugte sich herunter und küsste ihn. Ihre Nägel fuhren über seine Brust und hinterließen dabei schmerzhafte und blutige Striemen auf seiner Haut. Er stöhnte leise in ihren Mund, ob des Schmerzes und hatte nun genug. Er wendete das Blatt und somit auch Aenaeris, sodass er wieder auf ihr lag. Dann bedeckte er ihren Körper mit Küssen, biss in ihre Brust leicht hinein und teilte dann ihre Schenkel. Er ließ seine Zunge in sie hineingleiten und küsste sie dann dort. Dann sah er sie schmunzelnd an und ließ seine Zunge wieder in sie tauchen und nahm sich was er wollte. Als sie sich schließlich stöhnend aufbäumte, hielt er ihre zitternden Oberschenkel fest und leckte erneut über ihren Körper. Er küsste ihren Bauch, ihre Brust und ihren Hals. Er schmiegte sich an ihren warmen zitternden Körper und hörte ihr Stöhnen in seinem Ohr. Dann teilte er ihre Lippen erneut, küsste sie leidenschaftlich und umspielte ihre Zunge mit seiner. Erneut drückte er sein Becken gegen ihres, rieb sich an ihrem Körper und hielt dann schließlich inne. Er bemerkte ihren Blick, erwiderte ihn beschämt und zuckte mit den Schultern. Es bewegte sich nichts und sein Körper zeigte leider keinerlei Reaktion auf ihren... Wahrscheinlich lag das an dem vielen Alkohol und dem schweren Met der Nordmänner, der sich nun in seinem Kopf festgesetzt und seinen gesamten Körper eingenommen hatte. Er öffnete erneut den Mund, ließ die Hände über ihren Körper wandern, in der Hoffnung das sich noch etwas änderte und brachte schließlich ein leises, "Öhm..." hervor.[/18]
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Unterdrück am Tag noch den Hass,
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Re: Die Feuerpriesterin und der Wolf

Beitrag von Aenaeris » Do, 13. Sep 2012 21:41

[18]Aenaeris seufzte wohlig, als er sie verwöhnte und sie wollte ihn so sehr, und zwar sofort… ihr ganzer Körper erzitterte unter seinen Händen und seiner Zunge und ihre Hand glitt hinunter, um ihn endlich in sich zu schieben. Doch als sie seine Männlichkeit berührte, war da…nichts… sie sah ihn an und setzte sich dann auf. „Du…du willst mich nicht…Du liebst mich nicht…“ flüsterte sie entsetzt. Sie hatte sich so entsetzlich nach ihm verzehrt und dann so etwas…[/18]
„Ich muss weg… ich brauche frische Luft…“ stammelte sie, fuhr hoch und ließ Théro, wie er war auf dem Bett liegen. Sie bückte sich und sammelte ihre Kleider zusammen, streifte sie sich über, ließ die Schnürungen hinten und vorne offen und lose und lief stolpernd aus dem Hinterzimmer. Tyn blickte ihr nach. „Was ist denn los, Liebes?“ fragte sie. Sie hatte sich an den Tisch gesetzt, da sie nun sowieso komplett munter war. „Nenn mich ja nicht ‚Liebes‘, Tyn, sonst raste ich komplett aus!“ rief Aenaeris verärgert während sie aus der Kräuterstube lief und die Türe zuknallte. „Seid ihr komplett verrückt geworden, ihr Beiden?“ rief Tyn kopfschüttelnd und schlurfte in das Hinterzimmer, wo Théro lag. „Was ist denn passiert…?“ Sie drehte sich noch im Türstock wieder um, als sie Théro nackt am Bett liegen sah. „Bei den Göttern…“ murmelte sie peinlich berührt. „Zieh Dir gefälligst was an, hörst Du, Théro?“ und knallte die Türe zu und setzte sich wieder an den Tisch. Sie wusste, dass einer von beiden früher oder später zurückkam und Redebedarf hatte und blieb gleich von vornherein wach, und goss sich ein kleines Schnäpschen ein.

Aenaeris lief indes kopflos durch die Dunkelheit. Aus der Methalle drang Musik, und lautes Gelächter und Stimmengemurmel. Sie wollte nichts herausfordern, deswegen betrat sie die Methalle nicht mehr, sondern setzte sich auf einen felsigen Runenstein, der ein Gedenkmal für die Ahnen war. Die Nacht war bitterkalt und sie hatte ihren Mantel nicht mitgenommen, weil sie übereilt aus den Quartieren gelaufen war. Die frische Luft ließ ihren Kopf nur noch mehr dröhnen und dennoch wünschte sie sich nichts sehnlicher als noch einen Becher Met. Es war wohl zu viel des Zufalls, als Caldric aus der Methalle kam. Als er sie sah, kam er auf sie zu. „Ah, da bist Du ja… ich wollte eben nach Euch sehen…“ Er sah sich suchend um „Ist Théro Dir nicht nachgelaufen…?“ „Doch…“ brummte sie. „Aber?“ fragte er forschend. „Holst Du was zu trinken, Caldric?“ Er sah sie zweifelnd an „Ich weiß nicht, hast Du für heute nicht schon genug gehabt?“ Aenaeris winkte wütend ab. „Ja, lass nur, Du hörst Dich schon an wie Théros Mutter… ich kann mir auch selbst etwas holen…“ meinte sie und war im Begriff vom dem Stein zu rutschen. „Warte… ich geh schon… ist wahrscheinlich besser, wenn Du da Dich da drinnen heute nicht mehr blicken lässt…“ Er betrat die Methalle und kam nach kurzer Zeit mit einer Flasche Met und zwei Bechern wieder heraus. „Die letzte Flasche…“ frohlockte er und schüttelte die Flasche siegessicher hin und her. Aenaeris grinste „Du bist der Beste…“ Allerdings hatte er vergessen, dass die Flasche noch verkorkt war. Kurzerhand schlug er den Flaschenhals am Runenstein ab und goss die Becher voll. Aenaeris beobachtete ihn mit großen Augen und meinte schließlich „Du bist auch nicht mehr ganz nüchtern oder?“ „Nein, ganz gewiss nicht…“ lachte er und prostete ihr zu und sah dann, wie sie zitterte vor Kälte. „Willst Du nicht nach oben gehen?“ meinte er und legte ihr seinen Mantel um die Schultern. „Nein…“ erwiderte sie finster und sog Caldrics Duft von dem Mantel auf, den derselbige verströmte. „Dann lass uns zumindest wohin gehen, wo es nicht so kalt ist… vielleicht in die Wachstube? Dort ist jetzt bestimmt niemand, und du kannst mir alles erzählen…“ Aenaeris nickte und sie liefen durch den Clan, bis sie bei der Wachstube waren.

Dort brannte ein warmes Feuer und Aenaeris rieb sich die kalten Hände. Als sie die Finger wieder einigermaßen bewegen konnte, nahm die den Becher Met und trank. Caldric beobachtete sie forschend, sagte aber kein Wort. Als der Becher leer war, hielt sie ihn ihm erneut hin und er goss nach. „Was ist los?“ fragte er schließlich, um das eiserne Schweigen zu brechen. „Was soll los sein… ist doch jetzt auch schon egal…“ meinte sie und kippte den Met hinunter. „Aenaeris, was ist eigentlich los mit Dir? So kenne ich Dich gar nicht…“ meinte Caldric. „Ich weiß auch nicht… es ist seine Mutter… sie treibt mich zur Raserei… Sie erinnert mich an meine Mutter… diese ständigen Bevormundungen, diese Demütigungen, die ich zeitlebens über mich ergehen lassen musste… warum sind Mütter so…?“ Sie trank noch einen Schluck und meinte dann „Die Einzelheiten habe ich vorhin ausgespart…“ Caldric sah sie verwirrt an. „Welche Einzelheiten?“ „Warum ich Théro meine Jungfräulichkeit angeboten habe“ Caldric begann schallend zu lachen „Das hast Du wirklich gemacht? Ich dachte das war nur so daher gesagt…“ Aenaeris blickte ihn düster an „Ich scherze nicht, Caldric, alles was ich in der Halle gesagt habe, ist wahr…“ Dann sprach sie weiter „Ich habe ihn gebeten, mir zu helfen, meine Eltern umzubringen… er hat sich das Gesinde vorgenommen, und ich habe meine Eltern getötet… meinen Vater habe ich erdolcht und meine Mutter habe ich bei lebendigem Leb angezündet…“ Caldric sah sie ziemlich dumm an. „Aber Théros Mutter willst Du nun nicht anzünden, oder etwa doch...?“ Nun grinste Aenaeris. „Aber nein… ich wollte damit nur zum Ausdruck bringen, wie sehr ich meine Eltern gehasst habe, und weil Théros Mutter so wie meine ist, bin ich wohl so ausfallend geworden… Neré ist eigentlich ganz nett… ach ich weiß auch nicht…“ Caldric leerte seinen Becher und goss beiden noch einmal nach, dann war die Flasche leer. Sie lächelte ihn an „Wie war sie?“ „Wie war wer?“ „Na die Schankmaid, mit der Du verschwunden bist?“ Caldric errötete leicht „Ach so das… das war nichts…“ „Nicht? Ich hab es mir fast gedacht, Du warst ja ziemlich schnell wieder da…“ grinste sie. [18]Aenaeris dachte an Théro, wie er sie geküsst, geleckt und heiß gemacht hatte und sie danach fallen gelassen hatte.[/18] Die Zügellosigkeit und das Verlangen waren immer noch da und fochten einen erbitterten Kampf mit der Vernunft, und dann war da noch die Gleichgültigkeit der Betrunkenheit und schließlich wurde alles ummantelt von der plötzlich bewussten Tatsache, dass sie ihm diesen Fehltritt mit Herans Frau in Wahrheit nicht verziehen hatte. Und schön anzuschauen war Caldric, und sein Mantel roch so gut… er roch mit Sicherheit noch besser… doch da war noch Théro, den sie über alles liebte… und er liebte sie… und dennoch hatte er sie mit Herans Frau betrogen… dies hatte nichts mit Vergeltung zu tun… die Vergeltung betraf nur Rackor und Heran… Seine Frau hatte damit nichts zu schaffen… [18]er hatte die Gelegenheit nicht ausgelassen, ihn anderswo reinzustecken…[/18]

Aenaeris rückte näher an Caldric heran und befreite sich von seinem Mantel, denn ihr war nun schon ziemlich warm, und dies lag nicht alleine am Feuer… Sie sah ihm in die Augen und fragte ihn direkt „Begehrst Du mich?“ Caldric sah sie ziemlich verdutzt an „Was hast Du gesagt…?“ „Ob Du mich begehrst… hast Du schon jemals daran gedacht?“ Sie beugte sich nahe zu ihm und konnte seinen für sie nun unwiderstehlichen Duft tief einatmen. „Aenaeris… wir sind Waffenbrüder… ich...“ „Also nein…?“ meinte sie und sah ihn schief an. Caldric rang mit sich… „Nein… ich meine damit ja, ja doch, ich habe schon einmal daran gedacht, aber…“
[18]Mehr brachte er nicht heraus denn Aenaeris legte ihre Lippen auf die seinen und küsste ihn. Er war zunächst überrascht, doch er packte sie und erwiderte den Kuss. Sie küsste ihn fordernder und zog ihn sich heran. Er hob sie hoch und trug sie zu einer der Pritschen im Wachraum. Hektisch und mit zitternden Händen zog er ihr Kleid aus und zog sich eilig Wams und Hose aus. Er betrachtete für einen kurzen Moment ihren Körper im Feuerschein und legte sich dann über sie. Aenaeris spürte seine Erregtheit und lächelte. Er küsste sie erneut und schob sich schließlich in sie und sie stöhnte lustvoll auf und sie bog sich unter seinen heftigen Stößen. Aenaeris konnte überhaupt nicht mehr klar denken, alles drehte sich in diesem Moment um diesen Mann und dass er ihr Lust bereitete. Lust, die ihr vorher verwehrt wurde… sie sog seinen Duft ein und schloss die Augen und genoss es. Es kam ihr endlos lange vor, dass er über ihr lag. Sie spürte seinen nackten schwitzenden Körper auf ihrer Haut, seufzte unter seinen Liebkosungen am Hals und an den Brüsten und sie stöhnte laut auf, als sie soweit war. Kurz bevor er kam, entzog er sich ihr. Er war verschwitzt und er keuchte. Aenaeris zitterte und als es vorbei war, war es ihr, als wäre sie plötzlich ganz klar im Kopf.[/18]

„Was haben wir getan?“ flüsterte sie heiser und sie setzte sich jäh auf und angelte nach ihrem Kleid. Die Wirkung des Alkohols war noch stark, dennoch war ihr, als wäre sie völlig bei sich selbst… Caldric setzte sich neben sie auf die Pritsche, sein Atem ging noch heftig und er starrte ins Feuer und schwieg. Aenaeris zog sich an und verließ wortlos die Wachstube. Langsam ging sie durch den Schnee und tausend Gedanken schwirrten durcheinander und sie hatte rasende Kopfschmerzen weil sie das Gefühl hatte, dass diese tausend Gedanken zu ihr sprachen, schrien, flüsterten, sie ermutigten, ermahnten, warnten… Sie ging in das Gebäude wo sich das Lazarett befand und betrat die Kräuterstube. Tyn saß am Tisch, und sprach mit Théro, der noch am Bett in dem Hinterzimmer saß und so unterhielten sich die beiden über zwei Räume. Tyn schwieg, als sie Aenaeris ins Gesicht blickte. Aenaeris nahm sie überhaupt nicht wahr und ging zu Théro ins Zimmer und schloss die Türe. Im Zimmer angelangt sah sie ihn an und mit einem Mal fiel ihr all der Kummer, der Ärger und all die vielen anderen Emotionen, die sie mit sich trug, fielen von ihr und sie begann bitterlich zu schluchzen. Théro sah sie bestürzt an und wollte aufstehen. „Nein, bitte, fass mich nicht an… es ist alles verloren… ich hab alles zerstört…“ Er sah sie verständnislos an. „Was ist passiert?“ Sie rang um Fassung und hielt kurz inne, weil sie den Alkohol noch stark spürte und fasste sich an den Kopf. Sie konnte ihm nicht in die Augen blicken. Doch sie musste ihm die Wahrheit sagen, egal, wie er auch reagierte, er hatte nur die Wahrheit verdient… „Caldric und ich… wir beide… wir haben miteinander…“ Sie konnte nicht weitersprechen, sondern hob den Kopf und sah ihm für einen kleinen Moment in die Augen. Sein Blick verriet, dass er es wusste, was sie ihm sagen wollte. „Nein… das ist nicht wahr…“ sagte er und ihm stand für einen kurzen Moment der Mund offen. „Es ist wahr…“ sagte Aenaeris matt… Er beugte sich zu ihr nach vorne und sog ihren Duft ein. Sein Gesicht verzog sich zu einer düsteren Fratze. Dann hob er seine Hand, doch dann hielt er inne und ließ seine Hand wieder sinken. „Nur zu… ich hab es verdient…“ flüsterte sie…
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Re: Die Feuerpriesterin und der Wolf

Beitrag von Thėro Schattenmal » Do, 13. Sep 2012 22:57

Der Nordmann schloss die Augen und senkte den Kopf. In ihm stieg Wut auf, diese unbändige Wut, Hass auf alles. Er verachtete Aenaeris dafür, das sie ihm das angetan hatte. Aber er verachtete Caldric fast noch mehr, dafür das er es zugelassen hatte. Er hatte gesehen was sie in ihm auslöste, was er alles auf sich genommen hatte nur um sie wiederzubekommen und ihre Ehre wiederherzustellen. Als er schließlich aufstand und Aenaeris in die Augen sah, waren sie nicht mehr blau sondern nur noch gelb. Die Iris war zersprengt und seine Augen waren nicht mehr menschlich. Er knurrte laut und verpasste ihr eine harte Ohrfeige, sodass es in dem Raum laut wiederschallte und wahrscheinlich im ganzen Lazarett zu hören war. Dann packte er ihre Kehle schüttelte sie solange, bis sie ihm in die Augen sah und knurrte erneut leise, "Aenaeris Feuerhure. Fürwahr..." Er spuckte angewidert auf den Boden, drückte ihre Kehle einen Moment lang zu und warf sie dann auf das leere Bett. Zumindestens angezogen hatte er sich in der Zeit und ohne einen weiteren Blick auf sie zu verschwenden riss er die Tür auf. Er sah sich Tyn gegenüber, die sofort einen Blick auf Aenaeris und ihre feuerrote Wange erhaschte. Noch ehe sie die Stimme erheben konnte um etwas zu sagen, brüllte die Bestie in ihm laut auf. Sie konnte in seinen Kopf gelangen, konnte ihn verdrehen, ihn manipulieren... Sie war wie eine Hexe, ein schleichendes Gift das sich in ihn zog. Da war auch schon wieder dieses ziehen in seinem Schädel, dieses dumpfe Pochen in seinen Ohren. Er wusste nicht einmal ob es Einbildung war oder nicht, aber er empfand auch Hass für Tyn, dafür das sie so war wie sie war und ihn versuchte zu manipulieren, "Hexe!" zischte er wütend und zog den Dolch aus seinem Gürtel. Dann rammte er ihn in ihre Kehle, stieß sie auf eines der Lazarettbetten und knurrte erneut laut. Seine Gedanken tobten, seine Gefühle lösten einen wahren Sturm in ihm aus, der alles Gute und beständige in ihm verschlang. Der dunkle Sog füllte ihn langsam aus und nur noch die Bestie in ihm hielt ihn davon ab komplett wahnsinnig zu werden. Ohne einen weiteren Gedanken an eine dieser Frauen zu verschwenden nahm er er wieder eine schnelleren Schritt an, riss die Tür des Lazaretts auf und stürmte hinaus. Er fiel auf die Knie und brüllte laut, dann übernahm die Bestie wieder die Kontrolle und er schnupperte am Boden, fand Aenaeris Fährte und rannte sie entlang. Es war viel zu einfach, es war ein Kinderspiel...

[18]Die Kälte und der Schnee konnte ihm überhaupt nichts mehr anhaben. Niemand konnte ihm noch etwas anhaben. Er war die große Bestie, der mächtigste Wolf in diesen Wäldern. Er hatte es als einziger geschafft den Werwolf zu töten, hatte seine Kraft in sich aufgenommen und war zu dem geworden was er einmal bekämpft hatte. Es war ihm egal, dieser verdammte Clan war ihm egal. Aenaeris war ihm egal, genauso wie seine Eltern. Es war ihm alles egal... Bis auf eines. Rache. Es hatte sich bereits Fell auf seinem gesamten Körper gebildet und seine Finger und Fußnägel waren zu massiven und scharfen Klauen gewachsen. Kurz vor der Wachstube brachen seine Beine und er fiel brüllend auf die Knie. Die Knochen in seinem gesamten Körper brachen mit einem einzigen Mal und seine Muskeln zerrisen mit einem lauten Knall, weil sie noch voll von der Anspannung waren. Er brüllte so laut wie noch nie zuvor in seinem Leben, jaulte auf als das Blut schließlich wieder in geregelte Bahnen fand und er sich aus dem Schnee erhob. So schnell hatte er sich noch nie verwandelt, aber auch nie so schmerzhaft. Ausserdem war er noch nie in seinem Leben so wütend gewesen. Es war als wäre seine komplette Person mit diesen paar Worten, dieser einzigen Erkenntnis komplett ausgelöscht geworden. Théro jaulte noch einmal so laut er konnte, erhob sich zu seiner vollen Größe und schlug seine Krallen krachend in die Wachtür. Er riss sie förmlich in Stücke und bemerkte nicht einmal das er selbst bereits Beachtung gefunden hatte. Die meisten der Clanmitglieder waren weit oben am Berg in der Methalle, aber unten an der Wachstube, direkt am Haupttor befanden sich dennoch Wachen und Soldaten die auf den Clan aufpassten. Der riesige Werwolf duckte sich unter der Tür hindurch, sah einem entsetzten Caldric in die Augen und knurrte laut. Er fletschte die Zähne und als Caldric nach seinem Schwert griff, sprang er auf ihn zu, zerfetzte seinen noch nackten Oberkörper mit seinen Klauen und als er dann diesen Geruch in sich sog... Den Geruch von Aeaneris... Wurde er noch wütender und zerfetzte ihn komplett. Er riss seine Arme und Beine bis aufs Knochenmark auf, zerfetzte seine Kehle bis zur Gurgel und zerris seinen Brustkorb bis auf die Organe. Dann senkte sich ein letztes Mal seine Wolfsschnauze und er riss ihm das Herz aus der Brust, fraß es gurgelnd und genoss den Geschmack des heißen metallischen Blutes das nun seine Kehle hinunter floss.

Sein Fell war von der Verwandlung noch etwas weiß gewesen, da er sich im Schnee gewälzt hatte. Nun troff es nur so von dem Blut eines einzelnen Menschen, die einzelnen Schneeflocken waren alle Blutrot und aus seiner Schnauze troff blutiger Geifer und Schaum. Er schwenkte die Schnauze in Richtung Tür, schabte mit den Klauen an Caldrics Knochen, als er sich umwandte und knurrte laut. Er hörte den Soldaten, bevor er überhaupt da war und genau in dem Moment als er die Tür erreichte und in sein Blickfeld rückte, sprang er ihn an. Seine riesigen Pranken schlossen sich um seinen Kopf und er richtete sich zu voller Größe auf. Dann hob er ihn auf Augenhöhe, bohrte die andere Klaue in seinen Magen hinein und verteilte seine Innereien im Schnee. Er warf ihn weg wie Abfall und duckte sich. Es war zu spät, aber der Pfeil war schlecht gezielt gewesen und zischte an seinem Kopf vorbei. Wütend hob er die Schnauze in die Richtung des Angreifers und hetzte auf den Wachturm zu. Auf dem Weg stellte sich der andere Wachposten -der am Haupttor gestanden hatte- zwischen ihn. Beiläufig fegte er ihn mit einem wilden und kräftigen Hieb zur Seite und zerris dabei seine Kehle und seinen Brustkorb. Er hetzte weiter, sprang und schlug die Krallen splitternd in das Holzgerüst des Wachturms. Dann kletterte er auf ihn hinauf, wie so oft auf einen Baum. Er fletschte die Zähne und dem noch jungen Wachmann flogen Knochensplitter und Blut ins Gesicht, als er wütend ausatmete. Es war der junge, mit dem er eines Abends auf dem Wachturm etwas getrunken hatte, doch für ihn war er nun nur noch eine Gefahr. Théro ließ die Wolfsschnauze nach oben schnappen, zerfetzte seine Kehle und riss ihn von dem Wachturm herunter. Dann sprang er wütend hinterher, landete auf dem Toten und brach ihm noch mehr Knochen. Das weiche Fleisch und der Schnee dämpften seinen Aufprall als er aufkam, dennoch kugelte er über seine Vorderpfoten hinweg und blieb etwas verdutzt im Schnee sitzen. Für einen Moment sah er aus wie ein verspieltes Kätzchen, das völlig überrascht war. Dann jedoch blitzten wieder Mordlust in seinen Augen auf, blutiger Geifer troff ihm aus der Schnauze und sein linkes Ohr blutete. Denn der Pfeil hatte es gestreicht und ein Stück Fell mitsamt Fleisch herausgerissen.

Dann war dieses Klingeln wieder da, es erscholl in seinen Ohren und dröhnte in seinem Kopf. Er fuhr sich mit den Pranken über die Ohren, steckte die Schnauze in den Schnee und sah sich dann panisch um. Aber es verschwand einfach nicht, war diese verdammte Hexe etwa immernoch am Leben? Er schüttelte verwirrt den Kopf, bis die Bestie wieder das Ruder übernahm und dieses mal endgültig für die Nacht. Théro folgte seinem Gehör, sah hinauf auf den Wachturm am anderen Ende der Palisade und hetzte sofort in dessen Richtung. Erneut lief er dabei an dem Haupttor vorbei, kugelte durch den Schnee als er stürzte und bemerkte nicht einmal das ein zweiter Pfeil ihn streifte und seine Seite aufriss. Dann war an dem Turm angekommen, von dem heller Lichtschein kam und das unaufhörlich Dong, Dong Dong... der Glocke. Es war der Wachturm, der das Dorf vor einem Angriff warnen sollte und der Wolf sah hinauf. Wie zuvor krallte er sich in das Holz und kletterte hinauf, indem er seine Klauen in das weiche Material schlug und winzige Splitter davon nach unten fielen. Ein dritter Pfeil streifte ihn, als er sich instinktiv enger an das Holz presste und zog eine weitere Wunde von seinem Genick bis zum Schwanz. Es war ihm egal, er spürte den Schmerz nicht und nun letztendlich wusste er was es hieß ein Werwolf zu sein. Schmerz war Nebensache, es gab nur eine Aufgabe... Nein nicht einmal das. Es gab nur noch Gefühle und Triebe die sich gegenseitig anstachelten. Oben angekommen, schlug er dem Bogenschützen die Waffe aus der Hand, rammte seine Klauen in seine Schulter und warf ihn über sich nach unten. Er fiel die drei oder vier Meter, prallte unten auf und man sah an seinem lose herumkugelnden Kopf das er nie wieder aufstehenden würde. Der Wolf bemerkte das nicht, den er war über die Brüstung gesprungen, schnappte mit dem Maul nach dem Nordmann mit dem Glockenhammer. Er bekam einen Schlag ab, der seinen Kopf zur Seite wegdrückte und seine Schnauze blutig aufriss. Es war ihm egal, er wollte nur noch das dieses Geräusch aufhörte, konnte das Klingeln nicht mehr ertragen... Seine Fänge schnappten zu und zerbissen den Holzstiel des Hammers. Dann sprang er auf den Nordmann zu zerfetzte ihn wie zuvor Caldric, aber bei weitem nicht so gründlich. Er riss seinen Brustkorb auf und schlug seine Klauen in das noch schlagende Herz, spürte das Blut hindurch pumpen und trank es. Salzig und heiß floss es wieder seine Kehle hinunter und verlieh ihm neue Kraft und noch mehr Willen.[/18]

Dann ließ er wieder von ihm ab und drehte sich um. Konnte man hier denn nicht einmal in Ruhe fressen? Der Lärm kam von dem Platz vor dem Haupttor, bewaffnete Männer in Rüstungen standen dort. Es waren fast alle Männer des Clans, die noch fähig waren zu kämpfen, inklusive dem Fürsten, Skarvo und seinem Vater. Er krallte sich in die Brüstung und fletschte knurrend die Zähne. Wütend schnappte er in ihre Richtung, als er mit scharfen Augen sah wie die ersten Bogenschützen anlegten. Er entschied sich doch anders und jaulte noch einmal laut den Vollmond an, der prächtig in dieser eiskalten und klaren Nacht am Himmel stand. Dann packte er mit beiden Klauen den Mann und warf ihn hinunter in die näher anrückende Menge. Es war ihm egal, ob oder wen er dabei erschlug und er zeriss das Seil der Glocke, hievte sie ebenfalls auf seine Schulter und warf sie von dem Wachtturm mit aller Kraft nach unten. Dann flogen schon die ersten Pfeile und Théro sprang in die andere Richtung. Er krallte sich in dem Geländer fest, ließ sich einen Meter fallen und fand wieder halt an einem Balken. Unter ihm war eine Schneewehe und er ließ sich die restlichen drei Meter fallen, kam unsanft in dem Schnee auf und versank bis zur Schnauze darin. Wütend und rasend kämpfte er sich daraus hervor, erbrach sich direkt daneben und ein heißer Schwall Blut pumpte aus seinem Magen und färbte die gesamte Schneewehe rot. Er keuchte und würgte und erbrach sich noch einmal. Dann sah er sich wütend um, blickte die Holzpalisaden ein letztes mal an und rannte los. Er rannte auf allen Vieren und so schnell als wäre der Teufel persönlich hinter ihm her. Er sah nach hinten, sah die Fackeln in der Ferne aufleuchten und als er wieder nach vorne sah streifte er einen Baum. Der dicke Stamm riss ihm die rechte Schulter zurück, sodass er bestimmt drei Meter weiter durch den Schnee kugelte und heulend und brüllend schließlich liegen blieb. Kurz übernahm der menschliche Geist wieder die Kontrolle, keuchte vor Empörung und Hass auf und seine Klaue schloss sich um die Schulter. Sie war ausgekugelt und mit ruckartiger Kraft kugelte er sie sich selbst wieder ein und jaulte noch einmal so laut auf, wie nie zuvor. Von da an zog er es vor auf zwei Füßen weiterzuhetzen und sah sich auch nicht mehr um. Er war dennoch schneller in den dunklen Wäldern, denn er brauchte keine Fackeln und konnte Wege nehmen die Pferde niemals finden würden. Ausserdem war es seine Heimat und er kannte sich hier aus...
"Ich mache nichts lieber als das,
ich meine Gefühle abschaff.
Unterdrück am Tag noch den Hass,
bis ich ihn am Morgen rauslass."
->K.-M. R. aka PerVerZ

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