Des Schmiedes Paradies

Der fruchtbare Südosten Alvaranias, Einflussgebiet des Königspaares der Elfen.
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Re: Des Schmiedes Paradies

Beitrag von Ibenir » So, 05. Jun 2011 18:43

"Wasserratte?", fragte der Elf empört und kitzelte Selicia erst einmal überall durch für diese scheinbar ungeheuerliche Beleidigung. Dann ließ er sie verschnaufen und guckte sie grinsend an. "Wenigstens achte ich auf Körperpflege! Nein im Ernst, ich habe die Hängebrücken gestern Abend an den Ufern losgemacht und eingeholt. Und die Leiter zum Garten habe ich hochgezogen, weil ich keine Lust auf unliebsame Besuch hatte. Zum Beispiel von Wölfen. Darum musste ich vorhin die Leiter runter schieben und anschließend zum Früchteholen über den Fluss schwimmen." Die Söldnerin blickte ihn erstaunt an. Entweder hatte sie ihm taktisches Denken nicht zugetraut oder sie war erstaunt, dass er die Gefahr als so hoch einschätzte. "Die Waldläufer können auch nicht überall sein. Und sowas wie gestern hat mir arg zu denken gegeben." Er nahm sich ein paar Früchte, steckte eine davon Selicia in den Mund und aß die übrigen selbst, während er einen Arm um sie schlang und seinen Kopf an ihren anlehnte. Wölfe und Waffen waren momentan das, an das er am wenigstens nachdenken wollte, auch wenn das schmieden von Todeswerkzeugen sein Beruf war, von dem er mehr als gut lebte, da sie so wertvoll waren. Er hoffte, dass die Waldläufer die Wölfe bald töten würden. Oder zumindest soweit vertreiben, dass diese nicht mehr als Gefahr eingestuft werden mussten. Aber warum sollten die gehen? Hier gab es Händlerkarawanen, genug Wild und Elfen um ihren Blutrausch zu befriedigen und Hunger würden sie erstrecht nicht leiden. Trotzdem vertraute er auf die Waldläufer, die seit jeder alles in ihrer Macht stehende getan hatten um ihn zu verteidigen. Warum sollten sie also diesmal scheitern? Vielleicht, sagte eine kleine Stimme in seinem Hinterkopf, vielleicht, weil es noch nie vorgekommen war, dass so ein Rudel Tagsüber unbehelligt tun und lassen konnte was es wollte? Und weil sie derartig stark waren, dass sie selbst für die Waldläufer gefährlich waren. Er wischte diese Gedanken beiseite und widmete sich wieder dem Frühstück.

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Re: Des Schmiedes Paradies

Beitrag von Selicia » Mo, 06. Jun 2011 14:41

Er hätte niemals herausfinden dürfen, dass sie kitzelig war. Das war ein großer Fehler gewesen. Denn das nutzte er jetzt schon wieder leidlich aus, um sich für die Wasserratte und den Frühaufsteher zu rächen. Lachend lag sie auf dem Rücken, die Beine leicht angezogen und versuchte ihn von sich fernzuhalten. Nur leider war das nicht so ganz einfach und so wurde sie erst erlöst, als er von sich aus aufhörte, sie zu kitzeln. Als er ihr dann erzählte, was für Vorsichtsmaßnahmen er getroffen hatte, zog sie etwas überrascht die Augen hoch. An sich war das schon sinnvoll, aber das er so umfassende getroffen hatte, überraschte sie doch etwas. Er schätzte die Gefahr also doch als größer ein als erwartet. Entsprechend schweigend ließ sie sich eine der Früchte zwischen die Lippen schieben und genoss dann die Nähe seines Körpers. Zwischendurch angelte sie sich immer wieder eine Frucht oder ein Stück Brot von dem, was er hochgebracht hatte, bis sie keinen Hunger mehr hatte. Erst dann löste sie sich aus seiner Umarmung und stand auf. Ihre Kleidung lag noch neben dem Bett, wohin sie sie gestern achtlos geworfen hatte. Nachdem sie sie einmal ausgeschüttelt hatte, zog sie sich an und kämmte sich dann die Haare. Dann zog sie ein Lederband aus einer ihrer Taschen und klemmte es sich zwischen die Lippen, während sie zu Ibenir ging und sich mit den Händen einen Zopf formte. Sie setzte sich neben Ibenir und band dann das Band um die Haare. "Wenn diese Wölfe hier herumstreifen, verschiebt sich die Reise in das Dorf ja weiter. Immerhin ist es zu gefährlich, nun zu reisen, würde ich sagen. Selbst im Norden reisen wir nur ungern, wenn große Wolfsrudel gesichtet wurden. Und das sind ja...nunja, etwas größere Wölfe hier." Sie stopfte einen Hemdzipfel wieder in die Hose, der sich gelöst hatte. "Mit anderen Worten wir sitzen hier fest. Ich denke, die Zeit könnten wir ganz gut nutzen, damit du ein bißchen besser mit dem Schwert wirst." Etwas spitzbübisch sah sie ihn an und küsste ihn dann auf die Wange. "Oder ich zeige dir ein paar Kniffe, wie du dich ohne Waffe verteidigen kannst. Das ist auch sehr nützlich. Was meinst du?" Sie zupfte an einer losen Haarsträhne. "Aber vorher geh ich zum Fluss runter und bade."

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Re: Des Schmiedes Paradies

Beitrag von Ibenir » Mo, 06. Jun 2011 20:07

Er sah ihr zu wie sie sich anzog und sah dabei ziemlich verträumt bis dösig aus. Dann fing er sich wieder und grinste sie an. "Wenn du meinst mir was beibringen zu können gerne", rief er lachend. Dann machte er sich daran das Zimmer aufzuräumen und das Bett neu zu beziehen, während Selicia zum Fluss ging. Einen Moment lang hatte Ibenir Bedenken wegen der Wölfe, außerdem hoffte er sie würde durch die Waffen am Ausgang nicht verschreckt werden aber dann lachte er über sich selber. Sie war eine Söldnerin. Vermutlich, nein sogar höchstwahrscheinlich hatte sie mehr Belagerungen erlebt als er und deutlich mehr Kämpfe bestritten. Als er mit dem Schlafzimmer fertig war, machte er sich daran Esszimmer und Vorratsraum zu reinigen und nachzusehen, wie viel sie noch zu Essen hatten. Viel Brot war nicht mehr da, was ihm etwas Sorge bereitete. Normalerweise kam Wöchentlich ein Händler mit Lebensmitteln aus dem Dorf hergefahren, dem er bei dieser Gelegenheit die Messer und Schwerter aus dem Dorf abnahm um sie zu schärfen und auszubessern. Diesmal jedoch war er nicht gekommen. Er hoffe inständig, dass dieser morgen auftauchen würde, sonst müsste er selbst losgehen um Lebensmittel zu holen. Die Leute aus dem Dorf nutzten seine Schmiede, um ihre Waffen instand zu halten, im Gegenzug bekam er vieles günstiger, da schärfen und ausbessern etwas war, das er kostenlos erledigte. Man arrangierte sich hier und drehte nicht jeden Taler um. Sie waren unter sich und so vertraute man sich. Nur hoffte er, dass sie ihn jetzt nicht vergaßen, wo die Wölfe hier ihr Unwesen trieben. Die Gegend wurde immer noch von den Waldläufern bewacht und Ibenir hoffte, dass diese ihn nicht in Gefahr brachten indem sie Kundschaft und Handel der Region blockierten. Als er fertig war, lief er hinaus in den Hof, kletterte runter in den Garten und setzte sich unter die Weide, in deren Schatten Selicia planschte. Aus Vorsicht hatte er Pfeil und Bogen mitgenommen. Er lächelte ihr zu und sie strahlte zurück, auch wenn sie das Schwimmen noch unterließ und lieber im seichten Wasser blieb. "Und ich bin eine Wasserratte ja?"

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Re: Des Schmiedes Paradies

Beitrag von Selicia » Mo, 06. Jun 2011 20:56

Selicia griff sich ein Tuch, um sich damit später abzutrocknen und schlüpfte einfach aus Gewohnheit in die Stiefel, in deren Schaft sie den einen Dolch schob. Nach einem kurzen Schulterblick verließ sie das Zimmer und ging nach unten. Ibenir hatte seine Waffen direkt neben der Tür postiert, die beste Lage überhaupt, wie Selicia fand. So musste man nicht suchen und sie waren griffbereit. Nur hinderlich, wenn so ein Vieh hier hinein kam und sie oben überraschte. Aber dem hatte Ibenir ja schon den Riegel vorgeschoben, indem er die Hängebrücken und den Garten unpassierbar gemacht hatte. Daher machte sie sich auch keine weiteren Gedanken und ging einfach nach draußen, in Richtung des Garten. Die Leiter lag oben und sie musste sie erst wieder hinstellen. Das stellte allerdings kaum ein Problem für sie dar. Unten im Garten angekommen sah sie sich erst einmal um, suchte die Flussufer ab und fand nichts. Daher machte sie sich auch keine weiteren Gedanken und ging zu der Weide. Im Schatten dieser zog sie ihre Kleidung aus, den Dolch legte sie zuoberst. Sie war vielleicht schwer zu erreichen, aber unmöglich war es nicht. Daher war sie lieber vorsichtig als nachher tot zu sein. Mit kleinen Schritten watete sie in den Fluss, so weit, bis es ihre Brust erreichte. Was schon nach einigen Schritten der Fall war, da es hier steil abfiel. Dort holte sie tief Luft und tauchte erst einmal komplett unter. Blieb solange unter Wasser, bis sie die Luft nicht mehr anhalten konnte. Erst dann tauchte sie wieder auf und blickte sich um. Noch immer war nichts und niemand zu sehen. Entsprechend entspannt wusch Selicia sich gründlich und watete dann in das etwas flachere Wasser zurück, sodass sie sich im Wasser hinsetzen konnte. Immer wieder hob sie etwas in ihren Händen hoch und ließ es sich übers Gesicht laufen. Einen Zuber voll mit warmen Wasser hätte sie zwar lieber gehabt, aber in dieser Jahreszeit konnte man ruhig in einem Fluss baden. Nach einiger Zeit kam auch Ibenir dazu, bewaffnet mit Pfeil und Bogen. Er war wegen diesen Wölfen wohl ziemlich mißtrauisch. Und auch wenn Selicia Bögen immer noch nicht mochte, sinnig war er wohl. Immerhin waren sie hier auf freiem Gelände, da war jeder verloren, wenn Ibenir ihn ins Visier nahm. Auf seinen Kommentar zog sie einen Schmollmund und machte schmale Augen, als wenn sie ihm das übel nahm. Nachdem er sich bequem hingesetzt hatte, setzte sie sich auf die Seite. Das Wasser umspülte ihren Körper immer noch und als sie im Augenwinkel sah, wie Ibenir zur Seite blickte, bekam er einen guten Wasserschwall ab. "Im Gegensatz zu mir schon." Breit grinste sie ihn an und stand dann auf, um den Fluss zu verlassen.

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Re: Des Schmiedes Paradies

Beitrag von Ibenir » Mi, 08. Jun 2011 17:16

Ibenir zuckte zusammen, als ihn das Wasser traf, dann grinste er Selicia einfach nur an und schüttelte das Haar aus. "Ich bin keine Wasserratte", rief er gekränkt klingend und blickte dann wieder aufs Wasser hinaus. Heute war das Wetter einfach herrlich und passte genau zu Ibenirs Stimmung. er fühlte sich absolut wohl hier mit Selicia aber etwas in ihm nagte natürlich auch an seiner guten Laune. Das Ausbleiben des Händlers und die Wölfe. Er erhob sich und pflückte einige Blumen, die er zurück ins Haus brachte und dekorierte damit das Esszimmer. Dann holte er die beiden Trainingsschwerter aus der Schmiede, welche er zwei Tage zuvor geschmiedet hatte. Sie glänzten hell im Sonnenlicht und der Elf besah sich beide nochmal genau um Fehler und Makel zu entdecken. Es fiel ihm jedoch nichts auf, sie lagen gut in der Hand und ließen sich leicht durch die Luft wirbeln. Zudem war die Klinge absolut grade und wies nicht die geringste Delle auf. Zufrieden polierte er beide und lehnte sie sorgfältig gegen die Wand der Schmiede, sie wurden ja noch gebraucht. Selicia hatte sich unterdessen wieder angezogen und sah ihm zu. Er blickte zu ihr auf und meinte: "Wollen wir erst mal den Schwertkampf trainieren? Ich denke, da brauche ich die meiste Übung" Die Söldnerin blickte ihn kritisch an, nickte dann und ging schweigend aber trotz allem wie immer frech lächelnd in Kampfposition. Mit mulmigem Gefühl tat es der Elf ihr nach. Dann griff der Elf gewohnheitsmäßig an. Er wirbelte von links nach rechts, schlug dabei stets ordentlich zu und versuchte die Söldnerin zu überlisten. Die jedoch schien genau zu wissen, was er als nächstes machen würde. So kam es, dass Ibenir zwar nicht in Bedrängnis geriet, die Söldnerin jedoch auch nicht aus der Fassung bringen konnte. Und sobald er aus der Konzentration geriet, hatte sie sogleich die Oberhand und drängte ihn mehrere Meter zurück, bis er sich wieder fangen konnte. Dann versuchte er ein Muster in ihren Schlägen zu finden und so den Spieß umzudrehen.

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Re: Des Schmiedes Paradies

Beitrag von Selicia » Do, 09. Jun 2011 17:03

"Nein, du doch nicht", lachte Selicia und griff sich dann das Tuch, um sich abzutrocknen. Ibenir pflückte derweil ein paar Blumen und verschwand mit diesen im Haus. Selicia sah ihm nur kurz nach und rubbelte sich dann die Haare halbwegs trocken. Jetzt sah sie aus wie eine Hexe, deren Haare wild abstanden, aber sie war trocken. Daher zog sie sich wieder an, erst das Hemd, dann die Hose und zum Schluss die Stiefel. Dann setzte sie sich auf den Stein und kämmte mit den Fingern ihre Haare durch, während ihr Blick wieder über die Flussufer wanderte. "Ob Siltith oder wie er heißt und seine Schülerin die Werwölfe wohl schon gestellt haben? Das waren ja nicht grad wenige und dann nur zu zweit...das ist ziemlich gefährlich, aber vermutlich haben sie schon andere Waldläufer getroffen und reisen mit ihnen zusammen. Alles andere wäre absolut unsinnig und viel zu gefährlich. Naja, kann mir ja egal sein, solange die Viecher nicht hierher kommen." Ihre Haare waren mittlerweile wieder halbwegs glatt und sie band sie wieder mit dem Lederband zusammen, ehe sie aufstand und die Leiter nach oben kletterte, um zu sehen, ob Ibenir bereit für einen kleinen Übungskampf war. "Die Grundlagen beherrscht er auf jeden Fall, aber er kämpft noch ein wenig zu sehr wie in einem typischen Übungskampf. Er muss neue Kniffe lernen und mehr Erfahrung bekommen. Bisher war sein Kampfstil ziemlich leicht zu durchschauen, mal sehen, wie er sich gegen einen Gegner mit einem Schwert schlägt." Tatsächlich war Ibenir bei der Schmiede und polierte zwei Schwerter, bei denen Selicia auf den ersten Blick feststellen konnte, dass sie stumpf waren. Übungsschwerter, ganz eindeutig. "Definitiv, dann lass uns mal loslegen. Mal sehen, was ich dir noch so alles beibringen muss." Sie zwinkerte ihm zu, damit er ihre Worte nicht als Beleidigung, sondern als Scherz aufnahm. Er musste noch einiges lernen, daran bestand halt kein Zweifel. Sie nahm eines der Schwerter und ließ es probehalber durch die Luft zischen. Ehe sie sich in einen Kampf mit ihm verwickeln ließ, machte sie ein paar Aufwärmhiebe, auch, um sich an das Schwert zu gewöhnen. Zwar stumpf, aber es lag gut in der Hand. Nur zu leicht war es, Übungsschwerter mussten schwerer sein, damit man mit den leichteren Waffen länger kämpfen konnte und mehr Kraft in den Hieben hatte. Aber das ließ sich bei seiner Arbeit wohl verschmerzen, Kraft würde er wohl haben. Nur griff er leider immer noch auf die alte Art und Weise an, passte seinen Stil nicht an. "Flexibilität, das braucht er. Man beginnt einen Kampf nie mit den gleichen Attacken. Ein Schwertkampf ist keine einstudierte Vorführung, sondern bitterer Ernst." Entsprechend parierte sie seine Angriffe immer wieder und sobald er einmal nicht genau aufpasste, brachte sie ihn in die Bredouille. Manchmal passte er auch einfach nicht gut genug auf und schon trieb sie ihn ein Stück zurück. Mit der Zeit schien er anzufangen, sie genauer zu beobachten, als wenn er ein Muster erkennen wollte, aber den Gefallen tat ihm Selicia nicht. Es gab kein Muster in ihrem Kampfstil. Sie reagierte auf die gegebene Situation, wie es gerade passte. So parierte sie einen seiner Schläge, riss dabei die Klinge plötzlich zur Seite, sodass seine Klinge ebenfalls zur Seite gedrückt wurde und sie sich plötzlich ohne Waffen gegenüber standen. Blitzschnell packte Selicia ihn an der Kehle, machte einen Schritt nach vorne und berührte mit ihrer Stirn seine. "Das hätte ich normalerweise jetzt durchgezogen, das hätte dir ganz schön Kopfschmerzen bereitet. Ein Kampf ist kein einstudiertes Theater oder so, variiere deine Attacken, mach aus den einfachen Grundschlägen komplizierte. Sonst hast du irgendwann Probleme. Los, wieder in die Ausgangsposition." Sie ließ ihn los, ging ein paar Schritte zurück und ging wieder in Position. Eine Grundposition, aus der sie auf jede Art reagieren konnte. Das, was er noch nicht gelernt hatte. Gerade, als Ibenir sie wieder angreifen wollte, hörten sie ein lautes Heulen durch den Wald hallen. Selicia erstarrte mitten in der Bewegung und drehte den Kopf seitwärts, in die Richtung, aus der das Heulen erklungen war. Das klang...verdammt nah. Nervös sah sie Ibenir an. "Das klang...verdammt nah. War das einer von diesen Werwölfen?" Auf ihrer Stirn erschienen Sorgenfalten, als sie den Elf kurz anblickte. So nah, das gefiel ihr nicht. Diese Viecher waren groß. Die Insel war jetzt vielleicht schlecht zugänglich, aber es war nicht unmöglich. Selicia legte das Übungsschwert auf den Boden und suchte dann das gegenüberliegende Ufer ab. Es war nichts zu sehen, aber das musste nichts heißen. Ibenir hatte bessere Augen als sie.

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Re: Des Schmiedes Paradies

Beitrag von Ibenir » Sa, 11. Jun 2011 14:18

Die Unsicherheit und wenig Kampferfahrung machte sich jetzt derartig bemerkbar, dass der Elf richtig sauer über sich selber wurde. Wie hatte er das all die Jahre nur so vernachlässigen können? Die Antwort war aber genauso einfach. Er hatte schlicht keine Zeit gehabt, neben seiner Schmiedetätigkeit noch andere Dinge zu studieren. Jetzt erst wurde es langsam ruhiger, da er keine Massenprodukte mehr herstellte, sondern wie sein Vater feine Schwerter, die auf den Nutzer zugeschnitten waren und dadurch auch mehr Gewinn abwarfen. Das brachte ihm nun erst den Luxus ein, seine Freizeit anderen Dingen widmen zu können. Er verwarf diese Gedanken wieder und obwohl er sich sehr bemühte, konnte er der Söldnerin nicht standhalten. Sie entwaffnete ihn und bevor er recht wusste was nun war, hatte sie ihn an der Kehle gepackt und wollte ihm einen Kopfstoß versetzen. Er lächelte unsicher, als sie ihm sagte, was sie normalerweise getan hätte. Er hatte nicht den geringsten Zweifel, dass sie trotz ihrer unterlegenen Körperkraft trotzallem auch ohne Waffe ihm mehr als wehtun konnte. Schlagartig war es aber mit Selicias Gelassenheit vorbei. Direkt in der Nähe hörte Ibenir das tiefe Heulen eines Wolfes. Er warf das Schwert zu Boden, zog die Leiter hoch undschnappte sich den Bogen. Dann zog er in einer fließenden Bewegung den Bogen nach oben und einen Pfeil auf die Sehne. Er musterte mit gespitzten Ohren den Waldrand und wartete auf eine Bewegung im Wald. Dann ertönte ein Schrei eines Pferdes und eine Elfische Stimme folgte, ebenfalls panisch rufend. Estilis, der Händler aus dem Dorf, durchzuckte es ihn siedend heiß. Es war der Händler, der Ibenir mit Lebensmitteln versorgte. Er ließ die Leiter wieder herunter und sprintete nach unten, durch den Garten, dann schwamm er in Rückenlage, den Bogen nach oben haltend zum anderen Ufer und legte sich dort auf die Lauer. Hinter sich hörte er Selicia rufen, doch er beachtete sie nicht, er musste dem Händler helfen, wenn es die Waldläufer schon nicht taten. Leise lief er den Weg hinab und an einer Wegkehre erblickte er die massige Gestalt eines Werwolfes, welche einen Wagen umkreiste. Auf diesem stand der Händler mit gezücktem Schwert und angstverzerrtem Gesicht. Er war es also tatsächlich. Wortlos legte Ibenir einen Pfeil auf und zog die Sehne bis hinters Ohr, während er auf den Nacken des Wolfes zielte. Mit einem leisen Surren flog die Sehne zurück und der Pfeil traf sein Ziel. Das folgende Geheule des Wolfes ließ Ibenir fast taub werden, sein Gehör protestierte gegen diesen Lärm. Dann drehte sich das Tier langsam und etwas unbeholfen um und blickte ihn grollend an. Der Elf schluckte und legte den nächsten Pfeil auf, als aus dem Gebüsch eine Gestalt in einem grünen Mantel gekleidet sprang. es war die Schülerin von Siltith, welche sich Schwertschwingend daran machte, den Wolf zurückzutreiben. Ibenir atmete für einen Moment auf, doch dann erscholl ein erneutes Geheule, direkt vom Rand des Weges. Ein zweites Untier, welches auf die Kämpfenden zusprang. Dann hörte er Schritte hinter sich und bevor er sich umdrehen konnte rannte Selicia an ihm vorbei. Er riss die Augen auf, schnappte sich erneut einen Pfeil und legte an. Egal was mit dem Händler und der Waldläuferin passierte, Selicia durfte nichts passieren, dafür musste er irgendwie sorgen. Irgendwas in ihm ließ den sonst so ruhigen Elfen rasend vor Wut werden und er schoss auf den Kopf der ersten Bestie, die das Geschoss kurz danach in ihrem Kiefer hängen hatte und vor Schmerz aufjaulte.

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Re: Des Schmiedes Paradies

Beitrag von Selicia » Sa, 11. Jun 2011 16:11

"Aber nein, du musst mir nicht antworten. Lass mich hier einfach dumm stehen und Däumchen drehen, ohne zu wissen was passiert." Es ärgerte sie, dass er einfach losgelaufen war, auch wenn die Situation es vielleicht erfordern mochte, ein kurzer Hinweis hätte ja wohl noch drin sitzen können. Stattdesssen rief sie ihn. "Ibenir! Ibenir!" Aber keine Reaktion, er schwamm stattdessen mit Pfeil und Bogen über den Fluss. Und was sollte sie jetzt tun? So gut konnte sie nicht schwimmen und hier herumsitzen, während er sein Leben riskierte, nein, das war nicht Selicias Art. Hektisch blickte sie sich um und lief dann zu der Hängebrücke, die Ibenir hochgezogen hatte und die in Richtung des Lärmes lag. Ein Seil war über den Fluss gespannt und kurzerhand hangelte sich Selicia an diesem über den Fluss. Sie hatte zwar nur den Dolch in ihrem Stiefel dabei, aber im Gegensatz zu Anderen war sie nicht auf Waffen angewiesen. Ganz im Gegenteil. Sie war sogar bald besser ohne. Und sie war flink, das reichte vielleicht. Mit weit ausgreifenden Schritten rannte sie in die Richtung, aus der der Lärm erklang. Was sie vorfand war nicht überraschend. Ibenir mit dem Bogen in der Hand, auf dem Weg ein Wagen, auf dem ein Elf stand und ein Schwert in der Hand hielt und niemand anderes als die zickige Elfenschülerin im Zweikampf mit einem Wolf, aus dessen Nacken ein Pfeil ragte. Ibenir hatte also getroffen. Und die Schülerin schien in echter Bedrängnis zu sein. Denn was sie nicht sah, ein zweiter Werwolf brach sich Bahn und drohte, ihr in die ungeschützte Flanke zu fallen. Das würde sie definitiv nicht überleben, daher sprintete Selicia ohne groß nachzudenken mit riesen Sätzen zu ihr, drückte sich vom Boden ab sprang dem unverletzten Werwolf in die Seite, um ihn aus dem Gleichgewicht zu bringen. Sonst hätte er die Schülerin jetzt wohl zerrissen. Diese erschrak über die Bewegung immerhin so heftig, dass sie zusammenzuckte und nur Ibenirs zweiter Pfeil sie vor einem grausamen Tod bewahrte. Selicia hatte derweil den zweiten Werwolf umgerissen, alleine durch die Wucht ihres Aufpralls und rollte nun mit ihm ein Stück weiter. Sie kam nicht sofort wieder auf die Beine, das Mistvieh blockierte ihr eines Bein. Und es wollte sich umdrehen, um sie zu beißen. Das ließ sich Selicia nicht gefallen und packte den Hals der Bestie, drückte fest zu und zog derweil ihr blockiertes Bein heraus. Dann rollte sie sich zur Seite, kam fast sofort wieder auf die Beine und zog den Dolch aus der Scheide. Auch der Wolf kam wieder auf die Beine, wandte sich ihr zu und knurrte bösartig. Die beiden umkreisten sich etwas, belauerten sich. Jedenfalls bis die Schülerin ihm in den Rücken fiel und er abgelenkt war, diese Gelegenheit nutzte Selicia, um einen Satz nach vorne zu machen und dem Wolf den Dolch bis zum Heft in die Brust zu rammen. Aber dieser war wohl zäher als erwartet, denn er fiel nicht tot zu Boden, jedenfalls noch nicht. Stattdessen verpasste er Selicia einen heftigen Hieb, der sie mehrere Meter weit fliegen und dann noch weiterrollen ließ. Der Schlag war gegen ihre Seite gegangen. Noch etwas bedröppelt stemmte sich Selicia wieder hoch, die getroffene Seite von den anderen abgewandt. Aber der Werwolf ging zu Boden. Er hatte zu schwere Wunden erlitten. Und auch der erste hatte die Pfeile nicht gut verkraftet. Anstatt also aufzustehen setzte sich Selicia im Schneidersitz hin, die Beine nur leicht angezogen, etwas nach vorne gebeugt und sich die Seite haltend. Das gab mindestens einen blauen Fleck. Erst jetzt sickerte in ihr Bewusstsein, dass etwas nasses an ihren Fingern klebte. Und langsam kam auch der Schmerz. Ein kurzer Blick reichte. Das Hemd war zerrissen und schon rot vor Blut. Ihrem Blut. Der Werwolf hatte mit seinem Hieb eine Krallenspur über ihre Seite und einen Teil ihres Bauches gezogen. Die junge Söldnerin wurde blass. Die Wunde war zwar nicht tief, aber es war eine Wunde! Geschlagen von einem Werwolf...Sie wandte den Blick zur Seite. Die Schülerin des Waldläufers vergewisserte sich, ob die Wölfe wirklich tot waren und der Händler hatte Ibenir in Beschlag genommen und plapperte auf elfisch mit ihm. Und als wenn das nicht genug Elfen auf einem Haufen wären, kam auch noch dieser Meister Siltith aus dem Unterholz. Er sah auch ziemlich mitgenommen aus, aber auch er war nicht verletzt. Er ließ den Blick über den Schauplatz des Geschehens wandern und ging dann zu seiner Schülerin. Selicia musste es einfach wissen. "Ähm, wie überträgt sich das eigentlich mit dieser Werwolfskrankheit?" Ihre Stimme zitterte leicht vor Schmerz und Nervosität, man mochte es ihr aber auch als Angst auslegen können. Siltith hob den Kopf. "Ein Biss oder ein Kratzer. Aber eines von beiden ist noch keine Sicherheit, dass man zum Werwolf wird. Es gibt keine hundertprozentige Übertragung. Warum fragst du, Selicia Rhaquast?" Selicia senkte den Kopf. "Durch Kratzer...", echote sie. Und bekam Angst. Bekam fast keine Luft mehr und brauchte einen Moment um sich zu fangen, dann stand sie vorsichtig auf, die verletzte Seite immer noch von den anderen abgewandt. "Wenn es durch Kratzer übertragen wird...dann habe ich jetzt ein Problem." Sie sagte es ganz ruhig und löste dann ihre Hand von ihrer Seite, sodass alle anderen das Blut an dieser sehen konnten und drehte sich dann um, sodass sie auch die Wunde sehen konnten. Das ehemals weiße Hemd war an dieser Stelle zerrissen, man sah fünf lange Kratzer an der Seite, die zwar nicht tief waren, aber trotzdem ziemlich bluteten. Und den Stoff rot färbten. Sie sah von ihrer Hand auf, alle anderen an und dann wieder ihre Hand. Dann tastete sie mit der noch unblutigen Hand vorsichtig die Wunde ab, zog den Stoff etwas beiseite. Er lag eh nur noch in Fetzen. "Ein echt ernsthaftes Problem...", murmelte sie leise. Mehr als das tat sie nicht. Es war, als hätte ihr Verstand ausgesetzt und sie konnte nur dumm dastehen und das Blut betrachten, was an ihrem Körper hinab lief.

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Re: Des Schmiedes Paradies

Beitrag von Ibenir » So, 12. Jun 2011 14:53

Ibenir ignorierte das Geplapper des Händlers. Seine Selicia war von dem Wolf durch die Luft gewirbelt worden, das allein ließ seine Wut noch deutlich steigen. Völlig außer Atem und mit zu schlitzen verengten Augen wandte er sich an Siltith. Dabei ließ er die Tatsache, dass der Mann einen Kopf größer und viel Gefährlicher war als er total außer Acht. " Sie unnützer Narr", schrie er. "Die Waldläufer schützen also den Wald vor Gefahren. Und warum könnt ihr übermächtigen Krieger dann nicht verhindern, dass ein Rudel riesiger Werwolf lautstark durch die Gegend toben kann und dabei alles vernichtet was in ihrer Reichweite ist? Wegen ihres Versagens werden Leute verletzt und meine Gefährtin verletzt. Und sie stehen hier völlig ruhig herum und gucken sich dummdreist um. Haben sie denn wenigstens den Rest dieses Rudels gefunden oder müssen wir das auch noch selbst erledigen?", schrie er. Der Meister hätte ihn vermutlich in der Luft zerfetzen können, aber er hörte dem Elf mit gesenktem Kopf zu und wartete bis dieser an ihm vorbeigerauscht war um nach Selicia zu sehen. " Ich kann euren Unmut verstehen, aber bedenkt, dass auch wir Fehler machen können. Wir haben alles in unserer Macht stehende getan, aber diese Wesen haben ihren Ort zu schnell geändert, wir konnten nur die wichtigsten Orte der Umgebung sichern, nicht jeden Einsiedler oder Händler. Und ja wir haben das Rudel ausradiert, dieses hier waren die Letzten. Und auch wir Waldläufer haben heute Verluste erlitten. 7 meiner Mitstreiter sind gefallen. Und außer eurer Gefährtin ist niemand sonst auch nur verletzt worden. Und auch wenn ihr sicher zum Teil recht habt ist es unvorsichtig gewesen mit nur dem Dolch und einem Bogen loszuziehen um Werwölfe zu erlegen." Der Schmied stieß einen knurrenden Laut aus und drehte sich langsam um. "Wenn wir nicht gewesen wären, hätten sie ihre Schülerin und diesen Händler verloren und die Wölfe wären vermutlich gleich weitergezogen, bevor sie überhaupt hier aufgekreuzt wären. Und jetzt ersparen sie mir zurechtgelegte Entschuldigungen und helfen sie uns oder lassen sie uns in Ruhe." Der Schmied nahm Selicia und zog sie vorsichtig mit sich. Dann ging er mit ihr schnellen Schrittes zum Flussbett, wo er mithilfe seines Wamses und dem Flusswasser die Wunde notdürftig auswusch. Die Söldnerin blickte ihn mürrisch an und schien alles selbst machen zu wollen, doch er ignorierte ihre Versuche. Und sie ließ ihn schließlich gewähren ohne etwas zu sagen "Je schneller wir sie säubern, desto besser. ", flüsterte er fast schon beschwichtigend und suchte ein paar Kräuter am Fluss. Diese förderten Heilung und hatten die Eigenschaft Entzündungen zu verringern und die Heilung zu beschleunigen. "Das wird eine Infektion hoffentlich verhindern", sagte er mit belegter Stimme. Noch immer raste er vor Wut, doch er zwang sich äußerlich ruhig zu bleiben. Die Wunden, die der Wolf Selicia geschlagen hatte waren nicht tief, aber sie bluteten recht stark und an der Stelle, wo die Wunden anfingen ging eine bis zur Rippe hinunter. Gebrochen schienen die Rippen jedoch nicht zu sein, denn beim Behandeln schien Selicia dafür zu entspannt zu sein.

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Re: Des Schmiedes Paradies

Beitrag von Selicia » So, 12. Jun 2011 18:49

Ibenirs Wutausbruch und Siltiths Antwort bekam Selicia gar nicht richtig mit. Sie war viel zu sehr damit beschäftigt zu verstehen, was da wirklich passiert war. Mit jedem Herzschlag quoll mehr Blut aus der Wunde und sie war damit beschäftigt, vorsichtig die Hemdfetzen davon abzuzupfen. Ihre Hände waren mittlerweile komplett rot und dass sie Schülerin des Waldläufers sie etwas seltsam ansah, bemerkte sie gar nicht. Es tat immer noch nicht wirklich weh, als würde sie die Wunde einer anderen Person betrachten, nicht ihre eigene. Ganz schmerzlos war sie nicht, aber eine Wunde...diesen Ausmaßes...müsste doch stärker schmerzen? Aber ihre Gedanken kreisten fast nur um ein Thema. "Übertragen durch Kratzer...heißt das, ich werde jetzt auch ein Werwolf? Was...was dann? Wenn ich ein Werwolf werde...dann werden sie mich töten...Ohne zu zögern. Siltith sagt zwar, es ist keine hundertprozentige Möglichkeit, dass dieser Fluch jetzt auch auf mich wirkt, aber wie hoch ist sie dann? Habe ich überhaupt eine reelle Chance?" Als Ibenir zu ihr trat und sie am Arm nahm, sah sie ihn etwas hilflos und irritiert an. Was sollte denn nun werden? Aber anstatt etwas zu ihr zu sagen zog er sie mit sich, mit langen Schritten. Fast zu lang für Selicia, die so langsam die Auswirkungen der Wunde und des damit verbundenen Blutverlustes zu spüren begann. Aber Ibenir schien gerade nicht in der Laune für Diskussionen zu sein und sie wusste nicht einmal, was sie sagen sollte. Ihr Verstand war wie umgeben von Dunst und damit beschäftigt, die Frage zu klären, was nun passieren würde. Am Fluss angekommen half er ihr, sich hinzusetzen und kümmerte sich dann um die Wunde, wusch sie mit Wasser aus dem Fluss und mit Hilfe seines Wamses aus. Rein aus Gewohnheit wollte sie es ihm abnehmen, sich selber darum kümmern. Dass er sie nicht ließ irritierte sie, aber schließlich ließ sie es bleiben, ließ ihn einfach gewähren. Als er fertig war, ging er suchend am Flussufer entlang und Selicia tastete wieder über die Wunde. Dreck und die letzten Reste von Stoff waren gewichen, Ibenir hatte das Hemd etwas nach oben geschoben, damit die Wunde frei lag. "Das...wird Narben geben. Und was für welche...Verdammt, was mache ich mir Gedanken über Narben? Wenn ich Pech habe, bin ich bald ein Werwolf!" Ihre Unterlippe zitterte leicht, als sie mit den Fingerspitzen wieder über die Wundränder strich. Ibenir kam mit ein paar Kräutern wieder, mit denen er die Wunde abdeckte und aus seinem Wams Streifen riss, mit denen er sie festband. Selicia sah ihm still zu, versuchte immer noch zu realisieren, was wirklich passiert war. Langsam wurde ihr schwindlig und sie ließ sich einfach nach hinten sinken. Dank dem abfallenden Gelände lag sie so nicht ganz flach, aber sie musste nicht mehr sitzen. Die Beine hatte sie leicht angezogen, die Knie aneinander gelehnt. Sie atmete ruhig durch. Langsam sickerte der Schmerz in ihr Bewusstsein und vertrieb die Gedanken, die sie sich um ihre Zukunft machte. Lange blieben sie nicht alleine, die Schülerin des Waldläufers kam zu ihnen, alleine. Sie ließ sich neben Selicias Kopf nieder und sah diese an. Es war der jungen Söldnerin nicht möglich, den Blick der Elfe zu deuten, mit dem diese sie musterte. Und sie hatte auch keine Lust, irgendetwas zu deuten oder zu verstehen. Sie hatte Schmerzen und das mittlerweile nicht zu knapp. Plötzlich ergriff die Elfe das Wort. "Danke." Mehr sagte sie nicht. Und Selicia war gerade nicht in der Laune, da irgendwie drauf einzugehen. Daher sah sie die Elfe nur kurz an und ließ dann den Kopf wieder zurück sinken, schloss die Augen und schluckte den bitteren Geschmack herunter, der sich langsam auf ihrer Zunge bildete. Sie fühlte sich schwach und das mochte sie nicht. Genau wie die Schmerzen, die jetzt anfingen zu strahlen. Ihr Atem wurde etwas flacher. "Gibts auch irgendwelches Grünzeug gegen Schmerzen?", fragte sie flüsternd und blickte erst Ibenir und dann die Elfe an. Diese nickte tatsächlich und stand dann auf. "Ich gehe Kräuter sammeln, die müssen allerdings gekocht werden, damit sie helfen. Vielleicht wäre es besser, wenn du sie auf Insel schaffst." Den letzten Satz hatte sie zu Ibenir gesagt, dann verließ sie das Flussufer und schlug sich in den Wald. Selicia sah ihr so weit nach, wie sie konnte, ohne sich den Hals zu verrenken. Dann blickte sie Ibenir an. "Durch den Fluss bestimmt nicht", sagte sie leise und verzog leicht die Lippen. Was sie damit meinte, dürfte ja wohl ziemlich klar sein. Sie würde nicht ins Wasser gehen.

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Re: Des Schmiedes Paradies

Beitrag von Ibenir » Mo, 13. Jun 2011 15:05

Schnaubend durchquerte Ibenir mit seinem Bogen den Fluss. Wäre ihm überhaupt nicht eingefallen, dass Selicia nicht schwimmen konnte und sie auf die Insel musste. Erkletterte nach oben und verknotete das Führungsseil der Brücke wieder an der Hängebrücke, deren haken er von den Pfosten löste an der sie momentan hing. Dann schwamm er zurück ans andere Ufer, kletterte hinauf zur Anhöhe auf der die anderen Brückenpfeiler hingen und zog das Führungsseil zu sich hin, um so die Brücke wieder zu spannen. Nach einigen Zügen befestigte er die Brücke sorgfältig mit den Ketten an den Pfosten und Selicia bewegte sich langsam zu ihm hin und überquerte die Brücke. Der Elf begab sich nun in die Küche und setzte Wasser auf, damit die Schülerin später nur noch die Kräuter hineinmischen musste. Dann begab er sich zurück zum Ort des Kampfes und räumte zusammen mit dem Händler die Straße frei. Die Werwölfe hatten sich zurückverwandelt und waren nun wieder Elfen. Es waren zwei Männer, die Ibenir nicht kannte und er machte sich nicht die Mühe ihnen irgendeinen Respekt zu zollen, sondern vergrub sie einfach schweigend in der Erde. Dann führte er den Händler zu seinem Haus, wo sie die Waren für Ibenir abluden. Der Händler hatte nun sein Schweigen doch gebrochen und plapperte den Schmied voll mit Geschichten über Werwölfen und Infizierungen, bis dieser ihn mit einem Blick zu schweigen brachte. Er kümmerte sich um die Klingen und als er fertig war gab er sie dem Händler zurück. "Möchtest du heute Nacht hier bleiben?", fragte Ibenir Estilis mürrischen. "Nein ich muss zurück die Leute warten auf mich. Außerdem fühle ich mich im Dorf wohler. Bis nächste Woche dann Ibenir", sagte er knapp und schien etwas gekränkt zu sein. Ibenir wartete bis der Elf verschwunden war udn war froh, dass der Händler zumindest wiederkommen wollte, dann erschien jedoch Siltith an der Brücke, mit einem Büschel Kräutern in den Händen. Seine Schülerin war jedoch schon in der Küche und rührte den Kräuterbrei an. "Was wollt ihr hier?", fragte Ibenir knapp und musterte den Waldläufer misstrauisch. "Ich denke diese Kräuter werden Selicia helfen, sie sind nicht für die Heilung sondern sie wirken der Infektion entgegen, allerdings nur kurz nach dem Biss, wenn der Speichel oder der Erreger schon zu tief im Körper ist, dann wird auch das nichts mehr helfen." Ibenir nickte und winkte den Mann hinter sich her. In der Küche machte sich der Mann dann wortlos daran den Brei wie seine Schülerin zu kochen und ziehen zu lassen, während Ibenir die Lebensmittel verstaute. Dann sah er nach Selicia, die in ihrem Zimmer aus dem Fenster blickte. Er stellte sich neben sie und strich ihr traurig über die Wange. Es war nicht hilfreich aber er konnte schlicht nichts tun, also beschränkte er sich auf diese fast schon hilflose Geste. Wenn sie infiziert war, würden sie das sehr bald sehen, die Symptome sollten laut den Erzählungen sehr schnell eintreten. Krämpfe und Fieber waren da nur der Anfang.

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Re: Des Schmiedes Paradies

Beitrag von Selicia » Mo, 13. Jun 2011 16:30

Jetzt lag sie ganz alleine am Ufer des Flusses. Ibenir war auf die Insel geschwommen, um die Brücke wieder begehbar zu machen und die Schülerin war im Wald verschwunden. Trotz des leichten Schwindels setzte sie sich wieder auf. Der Blutverlust machte ihr zwar zu schaffen, aber sie würde jetzt bestimmt nicht damit anfangen, sich hinzulegen und in Selbstmitleid zu versinken. Die Wunde an sich war nicht das Problem, die würde verheilen. Es würden zwar ziemlich große Narben zurück bleiben, aber das waren nur ein paar mehr in ihrer Sammlung. Allerdings auch die mit Abstand größten. Viel gravierender war das Problem, was die Wunden anstellen konnten. Und dagegen konnte sie sich nicht wehren. Das machte ihr zu schaffen, genau das. Eine normale Wunde konnte man sauber halten, vernähen, verbinden, sich ausruhen, alles half. Aber nichts half gegen dieses Gift oder wie man das auch immer nennen sollte, was nun in ihren Adern pulste. Oder sie hatte Glück und es war gar nicht in ihrem Blut. Diese Ungewissheit war gelinde gesagt abartig. Sie drehte den Kopf in Richtung der Brücke, Ibenir war mittlerweile schon zum zweiten Mal über den Fluss geschwommen. Ohne lange zu zögern, aber doch vorsichtig stand Selicia auf und machte sich auf den Weg zur Hängebrücke. Eine Hand auf die Seite gelegt schlurfte sie durch das Gras und dann über die Brücke. Ibenir eilte derweil in Richtung des Kampfschauplatzes, der Händler war wohl noch dort und Siltith und seine Schülerin waren augenscheinlich im Wald verschwunden. Kurz sah sie dem Schmied nach, dann wandte sie sich gen Haus. Langsam ging sie über die Brücke, dann über den freien Platz. Die Schwäche breitete sich immer stärker in ihren Gliedern aus und ihr war immer noch schwindlig vom Blutverlust. Im Grunde trieb nur ihr Wille es alleine zu schaffen weiter. Sie hätte sich gerne hingesetzt oder hingelegt, aber das war inakzeptabel. Auf den Treppen musste sie dann allerdings doch kurz innehalten und durchatmen. Die Schmerzen wurden schlimmer oder bildete sie sich das nur ein? Aber endlich hatte sie es geschafft, sie war in ihrem Zimmer angekommen und setzte sich aufs Bett, versuchte tief und ruhig zu atmen. Da die Wunde aber quasi auf den Rippen anfing und dann schräg nach unten über die Seite bis auf den Bauch reichte, war das gar nicht so einfach, sogar schmerzhaft. Nicht schlimm, aber eine beständige Erinnerung. Das Fenster stand noch offen, daher konnte sie das Rumpeln des Wagens des Händlers hören. Danach war wieder für eine ganze Weile Ruhe, sah man von ein paar Gesprächsfetzen ab, die Selicia aber nicht verstand. Nach einiger Zeit stand sie auf und trat an das Fenster, blickte hinaus, während sie sich mit der unverletzten Seite an die Wand lehnte. Nach einiger Zeit ging die Tür auf und Ibenir kam herein, gesellte sich zu ihr. Aber er sagte nichts, stattdessen strich er ihr nur über die Wange. Selicia sah ihn nur kurz an, dann blickte sie wieder aus dem Fenster. Das zerrissene und blutige Hemd war über den Verband gefallen und das Blut an ihren Händen war mittlerweile getrocknet. Wäre nicht der beständig pochende Schmerz in ihrer Seite und der Schwindel...nein, es wäre nur eine Illusion gewesen. Das hier war auch kein Alptraum, aus dem man einfach aufwachen konnte. Stattdessen war es nur eines, die brutale Realität. Sie war von einem Werwolf gekratzt worden, beziehungsweise eher fast zerfetzt und jetzt stand es zur Debatte, wurde sie selber einer oder nicht? Selicia seufzte und löste sich dann von der Wand, lehnte sich stattdessen leicht an Ibenir an, legte den Kopf auf seine Schulter. Kurz war sie überlegt, etwas zu sagen und ließ es dann doch. Was sollte man denn in so einem Moment auch großartig sagen? Die Fragen, die sie hatte, konnte er nicht beantworten, ihre Sorgen nicht zerstreuen. Er hatte kein ultimatives Heilmittel oder so. Worte waren überflüssig und ohne Sinn. Erst als leise an die Tür geklopft wurde löste sie sich von Ibenir. Herein kam die Schülerin, sie hielt eine Schale in der Hand, von der Dampf aufstieg. "Gegen die Schmerzen." Sie hielt die Schale Selicia hin und sah etwas seltsam zwischen Ibenir und der jungen Söldnerin hin und her. Das war der Verletzten aber herzlich egal, sie setzte die Schale an die Lippen und trank vorsichtig den kompletten Inhalt aus. Er schmeckte nicht wirklich und verursachte ihr noch stärkeren Schwindel. Zum Bett schaffte sie es noch, dort setzte sie sich vorsichtig hin und stellte die Schale beiseite. "Das Mittel ist recht stark und dürfte schnell wirken. Meister Siltith bereitet noch etwas vor, was vielleicht gegen die Infektion mit der Werwolfskrankheit hilft. Es wäre also gut, wenn du wach bleibst." Selicia nickte nur schweigend und blieb dann auf dem Bett sitzen, anstatt sich hinzulegen und die Augen zu schießen, wonach ihr gerade eigentlich war. Die Schülerin verließ das Zimmer wieder und schloss leise die Tür. Und dann konnte Selicia einfach nicht mehr schweigen. "Was ist, wenn alle Hilfe zu spät kommt? Was ist, wenn ich zum Werwolf werde?" Sie sah Ibenir nicht an, starrte zu Boden. Eigentlich war klar, welche Antwort sie bekommen würde. Es war mehr...eine Bestätigung. Oder es half, mit der Angst zurecht zu kommen. Indem man es laut aussprach. Dadurch wurde es zwar real, aber auch greifbar. Und man verlor nicht den Verstand vor Angst. Dann sah sie ihn doch an. Ihr Unterkiefer zuckte und in ihren Augenwinkeln sammelten sich Tränen, die unbedingt ihren Weg über ihre Wangen finden wollten. "Was ist, wenn ich ein Werwolf werde?", fragte sie noch einmal flüsternd.

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Re: Des Schmiedes Paradies

Beitrag von Ibenir » Mi, 15. Jun 2011 15:54

Ibenir hielt kurz inne, dann nahm er ihren Kopf zwischen seine Hände, zwang sie sanft ihm in die Augen zu schauen und strich ihr mit den Daumen die Wange trocken. "Sieh mal, du bist nicht gebissen worden und selbst mit einem Biss ist eine Infektion nicht sicher. Dann haben wir deine Wunde sofort versorgt und du bekommst alles an Kräuter und Heilmöglichkeiten, die man aufwenden kann und wenn ich den Waldläufern im Moment auch nicht zu sehr vertraue, so weiß ich, dass sie einzigartige Möglichkeiten bei der Heilung haben. Also wirst du kein Werwolf. Maximal bleiben die Narben, aber damit kann ich gut leben. Dann hab ich wenigstens eine Frau, die mit einem Werwolf gekämpft hat und das überlebt hat, mit mehr kann man selbst bei uns Elfen nicht prahlen.", sagte er tapfer lächelnd. Tief in ihm machte sich eine große Unruhe breit, er wusste, dass die Waldläufer sie jagen und töten würden sobald sie Symptome zeigte, aber er würde es nicht zulassen können, dass Selicia etwas zustieß. Er würde sich um sie kümmern, egal wie es um sie stand und verlassen würde er sie schon mal gar nicht. Er strich ihr gedankenverloren über den Kopf und sang ein leises Lied in elfischer Sprache. Es handelte über Verlust und Hoffnung auf eine bessere Welt, doch er übersetzte es nicht um sie nicht zu verwirren. Für ihre Ohren musste es sehnsüchtig und beruhigend klingen, während sie still vor dem Fenster standen. "Möchtest du was essen?", fragte er sie leise, als er schließlich geendet hatte. "Wir haben ja endlich wieder was. Nur Fleisch ist grade rar, ich könnte aber eine schöne brühe mit Kaninchen machen, damit du bei Kräften bleibst, die wirst du noch brauchen wenn das schnell verheilen soll", meinte er sachte lächelnd. Dann öffnete sich die Tür und Siltith kam herein. "Das solltet ihr euch auf die Wunde schmieren, es ist eine Salbe die Wunden von nahezu allem reinigt, was dort nicht hineingehört. Aber seid vorsichtig es brennt manchmal ziemlich stark." , erklärte dieser mit einem merkwürdigen Gesichtsausdruck. Fast lag etwas bedauerndes darin als er die nun recht schwach aussehende Selicia erblickte."Danke", sagte Ibenir grob und nahm dem Mann den kleinen Topf aus der Hand. "Wollt ihr die Nacht hier bleiben oder wollt ihr weiterziehen?", fragte er dann und blickte währenddessen den Boden an um den Waldläufer nicht ansehen zu müssen. Verdient hatte er es seiner Meinung nach nicht, aber sie hatten ihm geholfen und Selicia diese Salbe kreiert, daher fand Ibenir er sollte es zumindest anbieten. "Ich denke das wäre eine gute Idee. Aber ich hoffe es macht ihnen nicht zu viele Umstände", sagte der Meister lächelnd. Ibenir hätte am liebsten doch gesagt, aber er verkniff es sich. "Nein sicher nicht. Ich habe aber momentan nur Gemüse zu essen, ich wollte sonst eine brühe machen, weil das letzte Kaninchen sollte wenn es schon nicht für alle reicht zumindest Selicia stärken soll." "Darum werde ich mich kümmern. Machen sie ruhig die Brühe ich werde unterdessen etwas Fleisch und andere Dinge aus unserem Lager besorgen.", antwortete der Meister ernst und ging aus dem Zimmer.Wenn er einen groll gegen den Schmied ob der Zurechtweisung hegte, so ließ er es sich doch nicht anmerken. Dieser jedoch drehte sich um und führte Selicia zum Bett. "Ich denke wir sollten die Wunden jetzt einreiben, solange du noch das Schmerzmittel hast."

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Re: Des Schmiedes Paradies

Beitrag von Selicia » Mi, 15. Jun 2011 17:58

Still hörte sie ihm zu, mehr als ein paar Tränen flossen glücklicherweise nicht. "Prahlen...", murmelte sie leise und musste sogar leicht lächeln. Es ging ihr jetzt etwas besser, immer noch nicht gut, die leise nagende Angst blieb, aber trotzdem war es etwas besser. Sie war sogar so zuversichtlich, dass sie sich mehr Gedanken um die Narben machte, als eine eventuelle Verwandlung. Und das war auch wesentlich besser als dieses Damoklesschwert, was jetzt über ihr schwebte. An Ibenir gelehnt lauschte sie ruhig atmend seinem Lied. Selicia verstand zwar kein Wort, aber irgendwie beruhigte es sie. Und nicht nur das. Eine Verwandlung kam ihr auf einmal als völlig unmöglich vor. Es mochte vielleicht Einbildung sein und vielleicht würde sie damit gewaltig auf die Nase fallen, aber im Moment war es einfach tröstlich zu wissen. Auf seine Frage hin, ob sie etwas essen mochte, zuckte sie mit den Schultern. "Wirklich Hunger habe ich nicht. Eigentlich möchte ich jetzt nur schlafen und irgendwann aufwachen, um dann festzustellen, dass das alles nur ein Alptraum war. Und mehr nicht." Sie seufzte und ließ den Kopf hängen. Als hätte er den Moment abgepasst, kam Meister Siltith zur Tür herein. Er hatte augenscheinlich eine Salbe hergestellt. Ibenir reagierte ungewohnt giftig auf die Anwesenheit des Waldläufers. Und so sagte Selicia nichts, sondern blickte zwischen den beiden hin und her. Was hätte sie auch sagen sollen? Eigentlich wollte sie sich nur noch hinlegen und sich tot stellen. Dass der Waldläufer über Nacht bleiben wollte, brachte sie dann aber doch fast dazu, laut aufzulachen. Nur der Schmerz und die Schwäche hielten sie davon ab. Erst als Siltith das Zimmer verlassen hatte, sagte sie etwas dazu. "Der hätte sich wahrscheinlich selber eingeladen, wenn du es ihm nicht angeboten hättest. Will wohl direkt vor Ort sein, falls doch alle Stricke reißen und ich kein Glück habe. Dann erspart er sich die lange und nervenaufreibende Jagd." Ihre Lippen waren ein schmaler Strich und ihre Stimme troff geradezu vor Hohn und Verachtung. Es machte sie einfach wütend. Als wenn er nicht glauben würde, dass sie es schaffte. So fühlte es sich an, dass er hierblieb. Jetzt wieder still ließ sie sich von Ibenir zum Bett führen und setzte sich dort hin. Der Elf löste vorsichtig den Verband, der allerdings schon ziemlich fest klebte. Entsprechend tat es auch weh und Selicia biss die Zähne zusammen, verkniff sich mit Mühe Schmerzenslaute, besonders als er die Kräuter, die er selber gesammelt hatte, entfernte. Das war allerdings nichts gegen die Salbe von Siltith. Ibenir war zwar vorsichtig, aber trotzdem brannte das Zeug wie Feuer und Selicias Gesicht verzog sich heftig vor Schmerzen, sie knirschte sogar mit den Zähnen. Und es hörte auch nicht auf. Klang nur zu einem schwachen aber dauerhaften Brennen ab. Erschöpft ließ sie sich auf die Seite sinken. "Das Schmerzmittel der Elfe ist doch ein Witz, das hilft ja gar nichts. Verdammt, ich will nur noch schlafen." Aber immer noch trug sie ihre blutige Kleidung und ein neuer Verband musste auch noch auf die Wunde. Das mit dem Verband überließ sie nur zu gerne Ibenir, der kurz aus dem Zimmer verschwand und dann mit Verbandszeug, sauberer Kleidung, einer Schüssel Wasser und sauberen Tüchern zurück kam. Mit seiner Hilfe entledigte sie sich ihrer kaputten Kleidung, wusch sich das Blut ab und zog schlussendlich saubere Kleidung über, nachdem die Wunde wieder verbunden war. Mittlerweile wirkte das Schmerzmittel doch, sie bekam fast nichts mehr mit und fühlte sich fürchterlich schwach. Richtig unwohl. Aber endlich, endlich konnte sie sich hinlegen. Vorsichtig ließ sie sich zur Seite sinken, zog die Beine an und atmete entspannt aus. Ibenir deckte sie zu und sie griff nach seiner Hand, verschränkte ihre Finger mit seinen und zog seine Hand zu ihrem Gesicht, wo sie ihre Wange auf seinen Handrücken legte und schließlich endlich die Augen schloss. Sie war so müde...

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Re: Des Schmiedes Paradies

Beitrag von Ibenir » Do, 16. Jun 2011 16:50

Er ließ sie seine Hand nehmen und setzte sich neben ihr auf das Bett, wo er still wartete, dass sie einschlief. Eine einzige Träne rann an seiner rechten Wange herunter und blinzelnd wischte er sie aus seinem Gesicht. Es war nicht nur Trauer oder Weinerlichkeit, die ihn dazu brachte sondern die bloße Wut auf die Werwölfe in Verbindung mit der Hilflosigkeit. Normalerweise war der Schmied ein Pragmatiker, den kaum etwas aus der Bahn werfen konnte, aber das hier war- wie alles im Moment- neu und brachte sein wohlsortiertes Leben völlig aus der Bahn. Als sich die Söldnerin langsam entspannt hatte und eingeschlafen war, ließ der Schmied ihre Hand los und küsste sie sachte auf die Stirn. Dann ging er leise nach unten um sich um etwas zu Essen zu kümmern. Er verarbeitete das Kaninchen zu einer Brühe, welche er zusammen mit Kräutern und Gemüse aufkochen ließ und dann in einem geschlossenen Topf stehen ließ. Wenn die Söldnerin wach werden würde, so brauchte er das nur aufzuwärmen. Er setzte sich zusammen mit einer Flasche Wein an den Tisch und goss sich schweigend etwas in den Kelch. Er liebte den Wein, auch wenn er nie allzu viel davon trank, so gehörte er dennoch zum alltäglichen Genussmitteln. Es gab Menschen die von so etwas abhängig wurden, sogar Elfen konnten das, Ibenir gehörte trotz aller Vorliebe jedoch nicht dazu. Leise öffnete sich die Tür und der Waldläufer kam rein. Er hatte einen Rehbock erlegt und das Fleisch wohlzerlegt mitgenommen. Er verstaute es eigenständig in Ibenirs Vorratskammer und setzte sich dann zu diesen an den Tisch. "Warum hieltet ihr das für eine so gute Idee hier zu übernachten?", fragte der Elf nachdenklich. "Wollt ihr für den Fall der Fälle in der Nähe bleiben damit ihr möglichst schnell alle Werwölfe und Neuinfizierten los seid?", fragte er denn etwas nachdrücklicher. Der Meister blickte ihn schweigsam an und musterte ihn aufmerksam. Seine Fingerkuppen hatte er zusammengelegt und er hatte eine Miene, wie eine Lehrer vor seinem Schüler. Ibenir nahm ihm das nicht übel,er war schließlich ein Meister, der diesen Gesichtsausdruck wohl über die Jahre zur Gewohnheit genommen hatte. " Selicia wird sich nicht infizieren, da bin ich mir sehr sicher. Vielleicht wird sie von jetzt etwas wilder sein als vorher oder ihr Fleisch etwas blutiger mögen, denn die allermeisten Verwundungen bleiben nie ohne völligen Effekt. Aber es braucht schon mehr um sich wirklich zu infizieren, ich habe schon Leute gesehen, die völlig ohne reinigen der Wunde keine Infektion bekommen haben, deren Wunden jedoch größer waren. Und ich möchte dir erklären weshalb es uns so schwer war die Wölfe zu erlegen, damit du eine Ahnung hast womit wir es zu tun hatten." Der Meister pausierte kurz und deutete fragend auf den Wein. Ibenir nickte bloß und der Mann genehmigte sich ebenfalls einen Kelch. "Alle Werwölfe haben eine große Intelligenz und Auffassungsgabe. Schlimm sind vor allem die elfischen Werwölfe, da ihre ursprünglichen Charakter viel über Natur, Jagd und leben in der Wildbahn wissen. es gibt aber noch etwas schlimmeres, etwas was in diesem Fall geschehen ist. Und das sind Waldläufer, die voll ausgebildet sind, unser Vorgehen kennen und unsere Methoden und dann infiziert werden. Was sie gesehen haben, war ein ganzer Trupp der infiziert worden ist, der Anführer war eines unserer Ratsmitglieder und damit ein Meister wie ich selbst. Genau das hat sie so stark und unberechenbar gemacht, sie sind vom Südwesten des Elfenreiches im Zickzack hier hoch gezogen und haben dabei überall Zerstörung und tot hinterlassen. Infiziert wurde dabei aber niemand und das aus einem Grund: Wen sie einmal hatten, der wurde getötet, und einen fall wie bei Selicia gab es hier nicht, weil kein Opfer je eine Konfrontation überlebt hatte. bis jetzt natürlich. Wir haben sie irgendwann doch eingekreist und es hat uns auch Waldläufer gekostet sie alle zu vernichten. Sie waren wilder und schlimmer als alles, was ich bislang gesehen habe und ich bin froh, dass es nun vorbei ist. Die Verletzung von Selicia wird mit sehr großer Wahrscheinlichkeit keine Infektion bedeuten, dafür ist es einfach zu Oberflächlich geschehen. Die Wunde ist so gut gereinigt wie es nur geht und ich bin mir fast vollständig sicher, dass sie schon bald wieder völlig gesund sein wird. Die ersten Anzeichen einer Infektion sind Fieber, Krämpfe und Attacken von plötzlicher Aggression ohne irgendeinen Grund. Und ihr Gebiss wird sich am Anfang verändern, danach folgen, die Augen und dann der Rest des Körpers." Ibenir blickte den Mann an und nickte dann langsam. "Das erklärt so einiges. Aber wie kann man denn einen Meister der Waldläufer infizieren, ich dachte ihr seid so wachsam. " "Das kann ich nicht sagen, über die Umstände seiner Infektion weiß ich auch nichts. Ich habe gehofft es zu erfahren aber es gibt einfach überhaupt keine Hinweise, weil wir nicht mal den Ort kennen wo es passierte. Aber das ist natürlich die Frage aller Fragen, da stimme ich dir zu." Ibenir blickte auf und der Meister erwiderte seinen Blick mit ruhigem Gesichtsausdruck. "Woher weiß ich, dass ihr Selicia nicht in der Nacht oder sonst wann einfach töten?",fragte der Schmied. "Einfach um das Risiko zu minimieren" Der Mister nickte und dachte eine Weile nach. "Das kannst du natürlich nicht wissen. In diesem Punkt wirst du mir Vertrauen müssen und ich werde dich nicht anlügen. Wenn ich Symptome sehe, die Selicia infiziert erscheinen lassen, dann werde ich das in Erwägung ziehen müssen. Aber bis dahin sei versichert, werde ich alles tun um sie Gesund zu kriegen und die Infektion zu verhindern. Und glaube mir ich töte allgemein nicht gerne, ob nun Wölfe oder anderes. Es ist mir schlicht zuwider aber es muss getan werden. Aber noch nicht jetzt. Erst wenn es keinen Zweifel mehr gibt, dass sie ein Werwolf wird." Ibenir reichte dem Mann die Hand und er verstand. Er gab Ibenir die Hand und erwiderte den festen Händedruck des Schmiedes. Somit hatte Ibenir sein Wort Selicia in Ruhe zu lassen, auch wenn ihn das nicht völlig beruhigte.

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