Des Schmiedes Paradies

Der fruchtbare Südosten Alvaranias, Einflussgebiet des Königspaares der Elfen.
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Ibenir
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Beitrag von Ibenir » Mo, 28. Mär 2011 15:18

Schnaufend hievte Ibenir den schweren Sack Kohle über die Hängebrücke, welche gute Zwölf Fuß über dem Wasser hing. Die Schmiede auf der Insel war wahrlich eine Idylle so fernab der Dörfer inmitten der Natur und umgeben vom berauschenden Duft der Bäume. Nur schwere Lasten über die Brücke zu kriegen war eine Herausforderung. Man konnte nasses Gras riechen, das der Fluss in der Nacht etwas über die Höhe der Insel getreten war und nun waren der Garten unterhalb des Felsens auf dem die Schmiede stand, nass und glänzte in der Sonne. Die Brücke pendelte leicht unter dem Gewicht und ächzend zog der Waldelf weiter. "Ich brauche einen Flaschenzug über den Fluss", murmelte er zu sich selbst. Endlich kam er nach langer Plackerei auf dem Felsen an. Er hievte den Sack grummelnd auf eine Karre und schob sie zu seiner Schmiede, anschließend kam die selbe Prozedur erneut, diesmal jedoch mit Erz. "Hmpfm", machte er als er das schwere Bündel über die wankende Brücke zog. Seit gut drei Stunden verstaute er seine Einkäufe nun in der kleinen Schmiede und langsam näherte sich die Arbeit ihrem Ende. Der Tag allerdings auch, dass machte es nur umso dringlicher fertig zu werden. Es begann jedenfalls schon zu Dämmern. Endlich schleppte er das letzte Bündel in die Hütte. Er zündete die Lampen an und verstaute das Erz sorgfältig zusammen mit den restlichen Säcken im Regal. Dann streckte er sich gähnend aus. In ein paar Tagen würde ein Händler aus dem Norden kommen, welcher ihm günstiges Erzversprochen hatte. Er war schon lange ein Lieferant seines Vaters, daher kannte er ihn seit seiner Kindheit. Ibenir hoffte mal, dass er auch heile ankam, der Weg war mit den Jahren immer beschwerlicher und riskanter geworden, Räuber hielten ihr Unwesen auf den Straßen, zumindest erzählten die Händler das, um die Preise nach oben zu treiben. Langsam löschte der Waldelf die Flammen, schlurfte aus der Scheune und verstaute die kleine Karre in einem Erker an der Schmiede. Stolz lehnte er sich an einen Pfosten und betrachtete das Wohnhaus. Er hatte es nach der Zeichnung eines Shiin-Tempels erbaut und hatte auch tatkräftig Hilfe von Freunden und seinem Vater erhalten. Nun stand das Gebäude auf diesem Felsen und sah traumhaft aus. Ein richtiges kleines Idyll. Jedes Mal aufs neue verliebte er sich in diesen Flecken, wenn er nach Hause kam und das stolze Haus über dem Wasser thronen sah. Zufrieden ging er ins Haus, stieg die schmale Holztreppe hoch und zog sich andere Klamotten an. Dann deckte er den Esstisch, heute hatte er sich für Käse und Brot entschieden, sowie einen Wein. Alles hatte er im Nachbardorf gekauft, zum Jagen hatte er selten Zeit.

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Re: Des Schmiedes Paradies

Beitrag von Selicia » Mo, 28. Mär 2011 15:39

Warum hatte sie diese Arbeit noch einmal angenommen? Ach ja, da war ja was. Das mangelnde Gewicht ihres Geldbeutels an ihrem Gürtel erinnerte Selicia daran, waum sie sich das hier antat. Fern der Heimt, zusammen mit einem Händler und zwei anderen Söldner quälte sie sich durch teils nicht existente Straßen. Glücklicherweise musste sie nicht immer sofort ran, wenn der Wagen mal stecken blieb, da war sie dann doch gerne mal Frau und ließ das die großen starken Kerle machen. Die taten ja sonst nichts, außer ihr auf den Hintern zu starren und anzügliche Bemerkungen zu machen. Na gut, ein wenig mit ihrern Schwertern fuchteln konnten sie auch, sowie herumgröhlen und sich größer machen, als sie waren. Laut Händler würden sie in ein paar Stunden bei dieser Waldelfenschmiede ankommen, für die er Erz geladen hatte. Ein Spitzohr und schmieden...wie sollte das denn funktionieren? Sprach er mit dem Erz, damit es sich verformte, wie er wollte? Irgendwie konnte sich Selicia einen Elfen beim herkömmlichen Schmieden nicht so wirklich vorstellen. Das waren doch alles so zierliche zerbrechliche Dinger, jedenfalls die, die sie bisher gesehen hatte. Oder gehörte der Betreiber dieser Schmiede zu einer anderen Sorte Waldelf? Was auch immer. Die Kaltblüter legten sich gut ins Zeug und Selicia musste nur darauf achten, dass sie in die richtige Richtung gingen. Das Lenken hatte der Händler freundlicherweise ihr überlassen. Er selber ging neben dem Wagen her, "seiner Gesundheit wegen". Selicia war das herzlich egal, so konnte sie jedenfalls bequem sitzen. Und war etwas für sich. Tatsächlich erreichten sie nach zwei weiteren Stunden eine kleine Insel, mitten in einem Fluss, zu der eine schmale Hängebrücke führte. Und auf dieser kleinen Insel stand ein ziemlich seltsames Gebäude. Für Selicia hatte es absolut keine Ähnlichkeit mit einer Schmiede, aber diese Spitzohren tickten ja generell etwas anders. Und es war auch nicht das einzige. Sie zügelte die Pferde und sprang dann vom Kutschbock. Der Händler bat sie, den Schmied zu holen, damit der Handel abgeschlossen werden konnte. Die junge Söldnerin zuckte nur mit den Schultern und marschierte dann zielstrebig über die Hängebrücke hinauf auf die Insel. Dort blieb sie erst kurz stehen und orientierte sich etwas und lauschte, ob sie vielleicht Hammerschläge hörte. Aus einem Schornstein quoll dicker Rauch, da könnte jemand sein. Schnurstracks marschierte sie darauf zu und öffnete einfach die Tür, anklopfen wurde schlicht und einfach überbewertet. Auf den ersten Blick sah sie niemanden, daher rief sie erst einmal laut: "Heda, ist jemand hier? Die Erzlieferung aus den Nordreichen ist da." Dann wartete sie ab, was passieren würde. Irgendjemand hatte sie bestimmt gehört. Und ansonsten würde sie halt weiter suchen, wenn sich in den nächsten Minuten niemand meldete.

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Re: Des Schmiedes Paradies

Beitrag von Ibenir » Mo, 28. Mär 2011 17:37

Ibenir hatte gemütlich gegessen und den Tisch abgeräumt. Der Rest des Tages war sehr ruhig gewesen, er hatte noch seine Schmiede aufgeräumt und war dann in seinen "Garten" hinabgestiegen. So nannte er die Sedimentinsel die sich um den Felsen gebildet hatte und gelegentlich überflutet wurde. Er hatte sich dort hingesetzt und sich das Gezwitscher der Vögel angehört. Danach war er wieder nach oben gegangen um zu lesen. Er wollte sich grade Schlafenlegen und hatte sich sogar schon umgezogen als eine weibliche Stimme ziemlich rau durch die Gegend schrie.
"Heda, ist jemand hier? Die Erzlieferung aus den Nordreichen ist da." Um diese Zeit? Ibenir sprang wieder er war aus dem Bett, er hatte lediglich eine Leinenhose an, doch er schnappte sich seinen Geldbeutel und rannte hinaus, leichtfüßig wie ein Elf es nur konnte hinaus. "Ihr seid früher als ich dachte, Thorgrim", rief er lachend und rannte an der Frau vorbei. Sie war nur eine Söldnerin mehr nicht, wichtig war der alte Freund seines Vaters. Er umarmte den Alten lachend und besah sich dann erst den Rest der Gruppe. "Neue Söldner, wie ich sehe. Zeig mir was du für mich hast" Bedeutungsvoll ließ der Elf den Geldbeutel klirren. Auf der Karre war ein großes Bündel verstaut. "Ich freue mich dich zu sehen Ibenir. Du bist ziemlich erwachsen geworden seid ich dich zuletzt gesehen habe. Sieh selber, der Preis bleibt wie ich es mit deinem Vater verhandelt habe" Ibenir lächelte, dann sprang er zum Bündel und sah hinein. Es war sehr reines Erz, von schöner Qualität und gutem Glanz. "Du bist ein Freund Thorgrim, ich danke dir. Es gibt viel Erz aber nur sehr selten sehe ich so gutes Erz wie das deinige. Meinst du deine Söldner helfen abladen? Falls nicht könnt ihr auch bis morgen hier bleiben, es ist sowieso schon dunkel." Erst jetzt erblickte er die Frau und zog eine Braue hoch. Sie war recht hübsch für einen Menschen aber was machte sie hier als Söldnerin? Er legte den Kopf schief. "Und was genau macht ihr hier Mylady?"

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Re: Des Schmiedes Paradies

Beitrag von Selicia » Mo, 28. Mär 2011 17:51

Mit hochgezogener Braue und halb umgedreht sah Selicia dem halbbekleideten Spitzohr nach. Dass er sie nicht umgerannt hatte, war auch alles. "Spinner...allesamt..." knurrte sie leise, als sie dem euphorischen Spitzohr zurück zum Wagen folgte. Dort war der Elf dem Händler um den Hals gefallen und lachte fröhlich. Kannten diese Waldliebhaber eigentlich auch so etwas wie schlechte Laune? Mit gemächlichen Schritten schloss sie auf, währenddessen sprang der Elf auf den Wagen und inspizierte die Ware. Teufel, die wurden doch so verdammt alt, also warum hatte der es so extrem eilig? Am besten war ja dann noch seine Frage, ob die Söldner beim Abladen helfen würden. Die beiden sahen sich nur kurz an und einer blickte dann doch glatt Selicia an. Diesen Blick quittierte die junge Blondine mit warnend zusammengekniffenen Augen und eiskaltem Blick. Aber wenn sie dachte, dass das alles gewesen wäre, nein, jetzt sprach dieser Elf sie auch noch mit "Mylady" an. Selicias Gesichtsausdruck fror ein und sie blickte dem Spitzohr mitten ins Gesicht. Die beiden Söldner beobachteten das Geschehen interessiert. Sie hatten jetzt schon lange genug mit Selicia zu tun, um zu wissen, was einem von ihnen blühen würde. Eine gebrochene Nase wäre da noch wenig. Nachdem sie den Elf einige Zeit kalt gemustert hatte, löste sie sich aus ihrer Starre und kletterte zu ihm auf den Wagen, schob ihn kurzerhand beiseite und schulterte einen der schweren Erzsäcke. Kurz schwankte sie und verfluchte sich innerlich selber, das Ding war viel zu schwer, aber jetzt gab es kein Zurück mehr. Sie drehte sich um und sah dem Elfen kurz ins Gesicht. "Sieht nach arbeiten aus" sagte ihm kalt und mit gehässigem Unterton. Dann kletterte sie vorsichtig wieder vom Wagen herab, was alles andere als leicht wäre, aber Hilfe annehmen ging gar nicht. Die beiden anderen Söldner standen immer noch auf ihrem Platz. Selicia drehte sich zu ihnen "Wirds bald oder braucht ihr ne schriftliche Einladung?" fauchte sie sie an. Nun kam Bewegung in die beiden Männer. Während sie sich am Wagen zu schaffen machten, blickte Selicia den Elfen über ihre Schulter an. "Wohin mit dem Kram?" betont lässig. Dabei hatte sie das Gefühl, mit dem Sack auf der Schulter keinen Schritt gehen zu können. Aber ihn jetzt abzulegen wäre ein Eingeständnis ihrer Schwäche gegenüber den anderen Söldnern und das würde sie bestimmt nicht zulassen. Wenn nur dieses Spitzohr endlich sagte, wohin dieser dämliche gottverdammte Sack sollte!

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Re: Des Schmiedes Paradies

Beitrag von Ibenir » Mo, 28. Mär 2011 18:36

Keine Antwort war offenbar auch eine. Trotzdem warf er dem Händler den Geldsack zu, schnappte sich munter zwei Säcke, lud sie leicht schnaufend auf die Schulter und ging voraus. Die Säcke waren leichter als die Kohlesäcke von vorhin und auch viel kleiner. "Folgt mir einfach" Er lief mit etwas angestrengten Schritten über die Brücke hin zu seinem Nebengebäude. "Legt sie einfach ab.", trällerte er melodisch und lief dann den Weg zurück um die nächsten Säcke zu holen. Es waren recht viele, aber da sie zu dritt arbeiteten war die Arbeit an sich sehr einfach. Es dauerte recht lange, und Ibenir verzichtete darauf, die Säcke in die Schmiede zu tragen. Er hörte wie die Söldner ins Keuchen kamen und die Säcke lustlos auf den Boden warfen. Er ersparte sich einen Kommentar und sagte stattdessen: "Ich denke das war genug an Hilfe den Rest werde ich auch alleine Schaffen" Er führte die Gruppe in sein Essstube und packte vier Teller auf den Tisch und packte Brot, Käse etwas Milch, Wein, Met und Schinken auf den Tisch. "Bedient euch." ,sagte er knapp und rauschte wieder aus dem Zimmer. Zum ersten Mal schienen zumindest die Herren der Runde begeistert zu sein, vor allem der Met begeisterte sie. Dann ging er nach draußen und bugsierte vorsichtig die Pferde über die Brücke, jedes trug die restlichen Säcke mit Erz. Die Brücke ächzte unter dem Gewicht, aber sie hielt. Er band die Pferde an einem Balken der Schmiede fest und packte etwas Stroh zu ihnen hin, dass er sonst für das Entfachen des Schmiedeofens nahm. Dann kehrte er zurück zur Stube. Die Herrschaften speisten ziemlich gründlich, der Met war fast leer. "Wollt ihr heute hier übernachten, die Pferde sind jedenfalls schon einmal angebunden." Die Herren schienen einverstanden aber die Dame sah irgendwie skeptisch aus. Es drängte sich der Verdacht auf, dass dieses bezaubernde Wesen etwas gegen ihn hatte. Er lächelte sie ausnahmsweise ernst und liebevoll an. Das war meistens ein Blick der zumindest bessere Stimmung bei weiblichen Wesen erzeugte-meistens.

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Re: Des Schmiedes Paradies

Beitrag von Selicia » Mo, 28. Mär 2011 19:02

Der trug zwei von diesen Säcken?! Was zum Henker war das denn?! Ihr war einer schon fast zu schwer und der...Angestachelt von ihrem eigenen Ehrgeiz half sie weiter mit, blieb aber bei einem Sack. Ihre Schulter schmerzte bereits nach dem ersten, aber wie immer in solchen Momenten war sie zu stur, um nachzugeben. Und dieser Elf ging auch noch schneller als sie! Das gab es doch nicht! Selicia presste ihre Lippen zu einem schmalen Strich zusammen und machte weiter. Bis er sie in seine Essstube führte und ihnen dort auftischte. Der Schmerz in Selicias Schulter strahlte den ganzen Arm herunter und bis in den Nacken. Frustriert ließ sie sich auf einen der Stühle fallen. Der Met war dermaßen schnell in Beschlag genommen, dass sie nicht einen Becher abbekam. Musste sie sich halt mit dem Wein begnügen. Der schmeckte auch nicht schlecht und machte sich viel besser zum Essen. Nach der langen Reise und vielen verschiedenen Gaststuben oder das, was einer der anderen beiden "Kochkünste" nannte, war es eine reine Wohltat mal wieder was anständiges zu essen. Dabei achtete Selicia aber darauf, ihren rechten Arm nicht zu sehr zu benutzen, da er doch ganz schön schmerzte und ihr Nacken immer mehr verkrampfte. Langsam wurde es wirklich schlimm. Was sie dagegen tun konnte, wusste Selicia genau, aber das würde sie nicht hier machen. Auf dumme Fragen konnte sie wirklich verzichten. Besonders von den beiden Söldnern. Als wenn das nicht ihr einziges Problem war, schlug der Elf beim Wiederkommen vor, dass sie hier übernachten konnten. Nicht gerade etwas, was Selicias Begeisterung fand, aber natürlich die der anderen. Daher seufzte sie nur und zuckte nichtssagend mit einer Schulter. Als sie den Blick des Spitzohres bemerkte, zog sie eine Augenbraue hoch und legte den Kopf leicht schräg. Leider war das gar nicht gut für ihren Nacken. Damit blieb ihr aber auch erspart, sich weiter den Kopf darüber zu zerbrechen. Ihr Unterkiefer verkrampfte leicht, um die Schmerzen besser zu ertragen, entsprechend gepresst klangen auch ihre nächsten Worte "Was auch immer, ich geh mir noch ein wenig die Beine vertreten." Sie stand auf und verließ den Raum. Ihr Gang war nicht ganz so fließend wie sonst, ihr ganzer Oberkörper verkrampft. Kaum draußen bog sie ab und ging zu den Pferden, wie um nach ihnen zu sehen. Als sie zwischen ihnen stand und sicher war, dass niemand in der Nähe war, griff sie mit der linken Hand in ihren Nacken und massierte diesen. Hatte sie bisher die Zähne fest zusammengebissen, ging das nun nicht mehr und ein leiser Schmerzenslaut kam über ihre Lippen. Danach ein paar Flüche, deren sich sogar so mancher Fuhrmannsknecht geschämt hätte, aber nach ein paar Minuten ging es wieder, sie konnte Schulter und Nacken wieder normal bewegen. Erleichtert atmete sie aus und nahm dann eine Hand voll Stroh von dem, was der Elf den Pferden wohl vorgeworfen hatte und begann, die beiden Tiere damit oberflächlich abzureiben.

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Re: Des Schmiedes Paradies

Beitrag von Ibenir » Di, 29. Mär 2011 14:28

Ibenir lächelte die im Zimmer verbliebene Runde an. "Dann werde ich euch wohl einmal die Räume zeigen", flötete der Elf gut gelaunt. Es waren drei kleine aber sehr schick eingerichtete Zimmer im Obergeschoss und er besorgte für jeden Raum je eine Wasserschüssel, Handtücher und Lampen. Die Herren teilten sich die ersten zwei Räume, die Dame bekam das größere der drei Zimmer. Dieses dekorierte er der Form halber mit ein paar Blumen und brachte einen kleinen Spiegel zur Kommode. Er verabschiedete sich von den beiden Söldnern - Ordo und Gnarboth waren ihre Namen sowie von Thorgrim wünschte ihnen eine gute Nacht und ging zurück in das Esszimmer. Die Männer hatten kräftig Met getrunken und waren zusätzlich durch die ermüdende Reise schnell eingeschlafen. Ibenir räumte das Geschirr weg, beseitigte die Essensreste und ging mit einem kleinen Beutel wieder nach draußen. Er lief an der Schmiede vorbei hin zu einer kleinen Leiter und stieg hinunter in seinen Garten. Das nasse grade kitzelte seine nackten Füße und er setzte sich auf einen kleinen Stein am Wasser zwischen dem Schilf. Anschließend packte er den Inhalt des Beutels aus- eine Lampe, eine Flasche Wein und ein kleiner Krug. Die Lampe entzündete er mithilfe einer brennende Kerze, welche er von oben aus der Schmiede holte. Die Söldnerin schien die Pferde zu versorgen, Ibenir hatte es vorgezogen sie nicht zu stören, sie war ihm ganz offensichtlich nicht wohlgesonnen. Das war eigentlich Schade, konnte er sich doch an keine Verfehlung seinerseits entsinnen. Aber so waren Menschen eben-voller Vorurteile denen gegenüber, die ihnen überlegen waren. Und das waren die Elfen definitiv. Er öffnete die Flasche, schenkte sich ein und genoss die Ruhe der Natur. Es war natürlich keine wirkliche Stille aber das Plätschern des Wassers und das Rufen der Tiere des Waldes war in jedem Fall nicht mit Geschrei, Gehämmer oder anderem Krach zu vergleichen. Zufrieden lehnte sich der Elf vor, nippte an seinem Glas und stützte danach seine Ellenbogen auf die Knie während er die Ohren spitzte. Oder besser ausgedrückt in die Welt horchte, da seine Ohren von Natur aus immer gespitzt waren wie Thorgrim jedes Mal schallend lachend feststellte. Ein kurzes Lächeln huschte über seine Lippen.

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Re: Des Schmiedes Paradies

Beitrag von Selicia » Di, 29. Mär 2011 15:35

Die gleichmäßige Bewegung tat ihrer Schulter gut, sie durfte nur nicht zu viel auf einmal machen. Langsam wärmte sich ihre Muskulatur auf und wurde wieder geschmeidiger. Auch das letzte Ziehen in ihrem Nacken ließ nach. Dass das Spitzohr das Haus ebenfalls verlassen und sich dann am Ufer des Flusses niedergelassen hatte, bekam sie nicht mit. Selicia war vollauf damit beschäftigt, sich um die Pferde zu kümmern. Das machte ihr Spaß und entsprechend fing sie an nach einiger Zeit zu summen, dann bald sogar leise zu singen. Nicht sehr laut, einfach nur für sich. Ein Trinklied, dass sie schon oft in ihrer Kindheit gehört hatte. Ihre Stimme war zwar nicht gerade die beste Singstimme, aber in ihren Ohren klang es ganz in Ordnung. Und sie sang ja nur für sich selbst. Hätte sie den Elfen bemerkt, hätte sie es sich verkniffen. Nachdem sie beide Pferde abgerieben hatte, warf sie das Stroh zurück auf den Haufen und streckte sich. Dabei musterte sie das Haus genauer. So etwas hatte sie noch nie gesehen, nicht einmal etwas vergleichbares. Nun ging sie vom Singen auch wieder zum Summen über. Spitzohren waren schon komische Gesellen...und der, der hier lebte, war ein besonders komisches Exemplar. Aber er war interessant, das konnte die junge Söldnerin nicht bestreiten. Nunja, am nächsten Morgen würden sie wohl wieder aufbrechen und diese Nacht würde nur eine Erinnerung bleiben, die mit der Zeit verblasste. Wie so ziemlich jede andere auch, bis auf eine. Leider. Selicia schürzte die Lippen etwas bei diesem Gedanken und atmete einmal tief durch. Dann klopfte sie einem der Pferde noch einmal auf die Hinterbacke und schlenderte dann zurück zum Haus. Dabei griff sie noch einmal mit der linken Hand über ihre Schulter und massierte die Stellen noch einmal. Dabei bewegte sie den Arm. Zwei Säcke auf einmal....das war doch unnormal. Und sie verhob sich an einem. Was auch immer, sie musste diesem Elfen wohl leider zugestehen, dass er kräftiger als sie war. Naja, dafür hätte er in einem Kampf gegen sie bestimmt keine Chance. Bestimmt nicht. Oder? Energisch schüttelte Selicia den Kopf, dass die blonden Haare flogen. Im Haus war es merkwürdig still, na toll. Jetzt musste sie sich auch noch ihren Schlafplatz suchen? Von außen war jedenfalls niemand zu sehen.

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Re: Des Schmiedes Paradies

Beitrag von Ibenir » Mi, 30. Mär 2011 16:57

Ibenir erstarrte, als er das Summen und Singen der Söldnerin vernahm. Er kannte das Lied von Thorgrim er hatte es öfters lauthals gegrölt wenn er betrunken gewesen war. Das war damals als Ibenir noch jünger war . Seitdem waren nun allerdings schon zwanzig Jahre vergangen. Thorgrim war inzwischen ein alter Mann und Ibenir volljährig. Es erinnerte ihn zurück an seine Kindheit, die an sich sehr schön und glücklich gewesen war. Seufzend erhob er sich und packte alle Utensilien zurück in den Beutel, dann hängte er an diesen seine Lampe und stieg die Leiter empor. Plötzlich sah er sie vor dem Haus stehend, dasselbe betrachtend und ging leise zu ihr hin. Sie hatte ihm den Rücken zugedreht und er stellte sich ca. einen halben Meter hinter sie. "Ich hoffe es gefällt euch. Wenn ihr sehen wollt wo ihr schlaft folgt mir", sagte er ernst. Ohne sie anzusehen lief er zum Haus und ging ins Esszimmer. Dann legte er den Beutel ab, setzte sich auf einen Stuhl und blickte die Frau aufmerksam an. Sie schien kein bisschen verängstigt oder eingeschüchtert, im Gegenteil sie strahlte Autorität und Trotz aus. Und eine leichte Feindseligkeit. "Ihr Menschen hasst uns weil wir so sind wie wir sind. Ihr könnt unser Verhalten nicht einschätzen und verstehen und deshalb meidet ihr uns. Auch ihr mögt mich nicht oder haltet mich für verrückt habe ich Recht? Ihr macht euch aber auch nie die Mühe und zu verstehen. Außer Thorgrim. Er lernte uns kennen und respektiert uns mehr als jeder seiner Söldner. Macht euch doch mal die Mühe diesen Wald zu erkunden, dann könnt ihr vielleicht verstehen weshalb wir ihn sosehr mögen." Er schenkte sich aus einer Flasche etwas Wein ein und nahm einen zweiten Humpen, den er ebenfalls etwas füllte. "Ihr Menschen liebt eure Heimat offensichtlich nicht so sehr wie wir oder habt nicht dieselbe Beziehung zu ihr. Vielleicht liegt das daran das ihr sie mit so vielen Teilen müsst. Ihr seid vom Lärm der Menschheit umgeben. Wir sind das nicht, das lässt uns unsere Heimat als etwas heiliges erscheinen." Er stockte und nahm einen Schluck Wein. Er schmeckte wundervoll und enthielt scheinbar alle Aromen des Waldes auf einmal. Er blickte wieder auf. "Bitte denkt deswegen nicht schlecht von mir. Mir fiel nur auf, dass ihr mir Misstraut und mich sehr offensichtlich nicht leiden könnt, ohne das ich etwas tat was euch Schaden konnte"

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Re: Des Schmiedes Paradies

Beitrag von Selicia » Mi, 30. Mär 2011 19:00

Ohne es zu merken hatte Selicia sich das Haus angesehen, statt sich Gedanken über einen Schlafplatz zu machen. Die Bauart war wirklich...ungewöhnlich. Aber irgendwie gefiel es ihr auch. Das Haus hatte ein gewisses Etwas. Man konnte es länger ansehen und wurde des Anblicks doch nicht müde. So langsam musste sie ihre Meinung von den Spitzohren doch wohl ändern, die hatten doch echt was drauf. Als sie plötzlich die Stimme des Elfen hinter sich hörte, zuckte sie heftig zusammen. "Der ist draußen gewesen?! Oh nein, der wird mich doch nicht etwa singen gehört haben?! Oh verdammt, ist der leise. Gibt es eigentlich irgendetwas, wo die nicht gut sind? Ist ja fast schon ätzend." Schweigend folgte sie dem Elfen, ihr Blick fiel auf sein nacktes Kreuz. War dem das nicht zu kühl? Jedenfalls hatte er eine anständige Statur. Moment mal, dachte sie etwa gerade über seinen Körperbau nach?! "Schleunigst lassen, Selicia, schleunigst lassen. Das führt zu nichts." Leicht schüttelte sie ihren Kopf, um die Gedanken wieder los zu werden. Drinnen hätte sie erwartet, dass er sie in irgendeinen Raum führte oder so etwas, stattdessen setzte er sich an den Tisch, an dem sie vorhin gegessen hatten. Selicia legte den Kopf leicht schräg und sah ihn abwartend und ein wenig verwirrt an. War das ein Scherz? Als er dann allerdings plötzlich mit seinem Vortrag anfing, fehlten ihr ganz schlicht und einfach die Worte. Hörte sie gerade richtig? Machte er sie gerade zur Schnecke, stellte sich als armes Opfer und überlegenes Wesen hin und bat sie im gleichen Atemzug, nicht schlecht von ihm zu denken? Es dauerte einige Momente, bevor sie das alles verdaut hatte, währenddessen starrte sie ihn einfach fassungslos an. Als ihr Verstand wieder einsetzte, fing sie erst an zu grinsen, dann leise und schließlich laut an zu lachen. Noch lachend nahm sie den zweiten Humpen und als sie sich etwas beruhigt hatte, nahm sie einen Schluck. Kopfschüttelnd und breit grinsend, immer wieder zwischendurch lachend musterte sie das Spitzohr. "Junge, du hast vielleicht Probleme. Hast du eigentlich schon mal versucht, dich nicht als Mittelpunkt der Welt anzusehen? Sie setzte sich auf einen der anderen freien Stühle. "Und dabei hatte ich gerade angefangen, etwas besser über dein Volk und dich zu denken. Jetzt muss ich das doch noch mal überdenken." Sie lachte wieder und zwinkerte ihm zu. Dann nahm sie noch einen Schluck von dem Wein. "Aber ich muss gestehen, vom Wein versteht ihr was. So etwas gutes bekommt man im Norden nicht. Im übrigen hege ich keine Abneigung gegen dich, falls dich das beruhigt. Ich lebe nur unter Söldnern seit ich denken kann, das macht Fremden gegenüber mißtrauisch. Und da ich mein ganzes Leben nur unterwegs war habe ich halt keine Heimat, der ich mich verbunden fühlen kann." Sie lachte wieder und nahm noch einen Schluck. Dann wurde ihr Blick etwas nachdenklich und sie musterte ein Muster auf dem Tisch. Warum sie so locker war, wusste sie nicht. Vielleicht war es einfach die Art des Elfen, der sie in seiner Art zum lachen gebracht hatte. Im Grunde war er wohl schon in Ordnung, nur trug er seine Nase etwas hoch. Nachdenklich sah sie in ihren Humpen, kaum noch etwas drin. Den Rest trank sie in einem Schluck aus. Dann lehnte sie sich zurück und musterte den Elfen noch einmal. "Willst du noch weiter über Unterschiede zwischen Elfen und Menschen, sowie eure "Überlegenheit" philosophieren oder darf ich mich schlafen legen." Auf ihrem Gesicht lag ein spöttischer Zug und sie sah ihm mitten ins Gesicht.

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Re: Des Schmiedes Paradies

Beitrag von Ibenir » Fr, 01. Apr 2011 22:27

"Ich rede nicht von Überlegenheit, sondern von Toleranz. Ihr akzeptiert unsere Lebensweise nicht, weil sie euch fremd ist und ihr sie nicht verstehen könnt ohne sie zu studieren. Und genau diese Mühe machen sich nur wenige von euch."
Er stand auf und begab sich zur Treppe. Dort nickte er mit dem Kopf nach oben. "Folgt mir Mylady" , sagte er ohne einen Unterton. Er ging hinauf in den ersten Stock und führte die Söldnerin zu ihrem Zimmer. "Dies ist euer Zimmer. Gute Nacht wie immer ihr auch heißt." Mit diesem Worten drehte er sich um und stieg schnell wieder hinab als es ein Mensch geschafft hätte. ER setzte sich wieder ins Esszimmer, trank sein Glas aus und begab sich in sein Schlafgemach. Er seufzte leise, löschte die Lampen und legte sich ins sein Bett wo er bald einschlief. Der Elf schlief sehr tief und ließ sich vom leisen Schnarchen aus den anderen Zimmern nicht stören.
......................................................................
Blinzelnd erwachte Ibenir am frühen Morgen kurz nach Beginn der Dämmerung. Wie immer hörte er das Vogelgezwitscher und auch das Schnarchen war noch laut vernehmlich. Er wusch sich, zog sich ein Leinenhemd und eine Lederhose an und stieg leise hinab ins Erdgeschoss. Dort aß er ein Stück Brot mit Honig und bereitete das Frühstück für die Gäste vor. Es bestand aus Käse, Milch, Honig, Marmelade und anderen Leckereien sowie dem Elfenbrot. Dann ging er hinaus zu Scheune, wo er Kohle in den Ofen schüttete und entfachte das Feuer. Dann warf er Erzbrocken in die großen Schmelzformen und schob diese in den Ofen. Anschließend fachte er die Flammen mithilfe eines Blasebalgs an, bis sich das Metall aus dem Gestein löste. Die Brocken setzten sich dabei unten ab, das Metall war darüber und floss über eine Öffnung in eine weitere Form ab. Diese Form zog Ibenir rasch aus dem Feuer und hievte sie zum Erstarren auf eine Platte. Dort erstarrte das Metall in den Formen langsam zu großen Barren. Die Schlacke war vorher durch die Öffnung abgehalten worden, sodass es reiner Stahl war. Er hatte absichtlich zuerst diese Arbeit gemacht, um die Gäste mit seinem Gehämmer nicht aus dem Schlaf zu reißen. ER wusch sich die Hände, und unterscuhte die Bestände an Stahl die er noch hatte. Er sortierte sie nach Härtegrad, Musterung und legte sie anschleießnd sortiert zurück in das Regal. Plötzlich hörte er männliches Lachen im Haus, die Gäste schienen wach zu sein.

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Re: Des Schmiedes Paradies

Beitrag von Selicia » Fr, 01. Apr 2011 23:05

Huh, da war sie wohl jemandem zu nahe getreten. Dass diese Elfen ihre Nasen auch immer so hoch tragen mussten. Erwarteten, dass man sie sofort so akzeptierte und von ihnen lernte, ohne dass sie es umgekehrt taten. Nun, das konnte Selicia auch egal sein. Schweigend folgte sie dem Elfen, der ihr ihr Zimmer zeigte. Ein ganzes Zimmer für sie alleine und mitten darin ein Bett. Hauptgewinn. Dafür übersah sie sogar die Blumen im Zimmer und betrachtete sie nur als typische Dekoration für Elfen. Als er ging, schickte sie ihm noch ein "Nacht" hinterher. War der jetzt eingeschnappt oder was hatte er für ein Problem? Selicia hatte keine Lust mehr, darüber nachzudenken. Gähnend streckte sich die junge Söldnerin und legte dann Ausrüstung und Kleidung ab. Hier musste sie kaum befürchten, überfallen zu werden. Und bei dem Krach, den die Kerle machten, würde das den Rest der Nacht auch so bleiben. Kaum noch bekleidet schlüpfte Selicia unter die Decke und streckte sich dort genüsslich aus. Ein ganzes Bett, sauber, ordentlich, roch gut und dann war es auch noch bequem. Jedenfalls wussten die Spitzohren, wie man lebte. Sich noch einmal streckend rollte sie sich auf die Seite und schloss die Augen. Die letzten Tage forderten ihren Tribut und schnell schlief sie ein. Von dem Krach der Männer ließ sie sich nicht stören, daran war sie gewöhnt.

Am nächsten Morgen wachte Selicia recht früh auf, die ersten Sonnenstrahlen fielen durch das Fenster. Blinzelnd hob sie den Kopf und wischte sich dann über das Gesicht. Mit einer schwungvollen Bewegung warf sie die Decke beiseite und setzte sich auf. Im Haus war es bis auf das Schnarchen ruhig. Schwungvoll stand Selicia auf und trat dann an das Fenster heran, um dieses zu öffnen und frische Luft herein zu lassen. Dann lehnte sie sich mit den Unterarmen auf das Fensterbrett und sah hinaus. In dem Gebäude, was mehr oder weniger auf Pfählen stand und wo die Pferde angebunden waren, schien ein starkes Feuer zu brennen, jedenfalls qualmte der Schornstein entsprechend. Arbeitete dieses Spitzohr etwa schon? Konnte es kaum abwarten, was? Leicht schüttelte sie den Kopf und trat dann vom Fenster zurück, um sich anzuziehen und die Haare zu kämmen. Dann fiel ihr Blick auf das unordentliche Bett und sie schlug die Decke einmal aus, damit diese jedenfalls ordentlich aussah. Mehr konnte man von ihr einfach nicht erwarten. Schon diese kleine Geste war etwas, was sie so gut wie nie tat. Danach verließ sie das Zimmer und auch das Stockwerk. Aus den beiden anderen Zimmern erklang immer noch Schnarchen, dabei hatten die doch gar nicht so tief ins Glas geschaut. Unten war der Tisch schon gedeckt, mit anderen Worten, der Elf war wirklich schon aufgestanden. Wie so ein Spitzohr wohl arbeitete? Selicia war neugierig, daher ließ sie das Essen links liegen und verließ stattdessen das Haus, um zur Schmiede hinüber zu schlendern. Augenscheinlich hatten sich ihre Begleiter aber doch mal entschieden, wach zu werden, jedenfalls hörte sie ein Lachen vom Haus kommen. Hatten die schon wieder was ausgefressen? Eben hatten sie noch geschlafen. Selicia schüttelte den Kopf. Sie hatte die Nase voll von den beiden anderen Söldnern. Am liebsten wäre sie wieder in den Nordreichen, dort kannte sie sich aus und die Mentalität der Leute. Diese Elfen waren so verdammt schwer einzuschätzen. Da ihre Laune jetzt doch etwas gekippt war, ging sie stattdessen zu den Pferden und kraulte diesen die Mähnen, um sich dann auf dem Rest Stroh hinzusetzen. Eines der Tiere drückte seine weiche Nase gegen ihre Schulter und ließ sich kraulen. Völlig unvorbereitet traf sie der Schmerz in ihrer Brust und sie senkte etwas den Kopf. In ihre Augenwinkel traten Tränen. Auf einmal hatte sie wieder in aller Deutlichkeit das Bild ihres Vaters vor Augen, wie er getroffen zu Boden sank. Sie schob den Kopf der Pferdes beiseite und beugte sich etwas vor. Die Augen geschlossen, atmete sie tief und ruhig durch, um ihre Gefühle wieder unter Kontrolle zu bekommen. Einsam...aber immer noch besser, als wieder diesen Schmerz fühlen zu müssen.

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Re: Des Schmiedes Paradies

Beitrag von Ibenir » Sa, 02. Apr 2011 11:41

Ibenir ging aus der Schmiede, der Stahl schien relativ abgekühlt zu sein und er wollte seine Gäste bewirten, arbeiten konnte er später noch genug, seine Aufträge hatte er ja relativ abgearbeitet und die Waren die Thorgrim ihm abkaufen wollte hatte er auch schon fertig. Thorgrim wusste zwar noch nicht, dass er dem Elfen etwas abkaufen würde aber das würde er noch regeln. Er stand vor der Tür und hörte ein rech beherrschtes Atmen von link. Sein Kopf schnellte nach links und er baute sofort seine Gastgebermiene auf. Die Söldnerin schien jedenfalls früher aufgestanden als der Rest der Gruppe. "Guten Morgen", sagte er vorsichtig und blickte die Söldnerin etwas neugierig an. Sie schien schmerzen zu haben, ob die körperlich waren oder Seelisch wusste er nicht, er sah Menschen eher selten und Frauen schon gar nicht. Wenn er richtig dachte, dann war dieses Mädchen die erste Frau der er je begegnet war. "Ist alles in Ordnung? Nunja vielleicht eine recht unpassende Frage, es scheint nicht so zu sein. Obwohl ihr jetzt natürlich sagen werdet es geht schon." , sagte er ohne jeden Vorwurf. Er holte etwas Stroh hervor und ein Paar Früchte, die er für die Pferde aus dem Haus gebracht hatte und fütterte die Tiere sorgfältig ohne die Söldnerin weiter zu beachten. Er wusste nicht recht was er tun sollte, also ließ er sie erst mal in Ruhe, wenn sie was brauchte würde sie es sagen, hoffte er. Allerdings schien die Wahrscheinlichkeit, dass eine Söldnerin unter Männern lebend um etwas bat, ihm dann doch zu gering. Er schaffte einen Schemel aus der Schmiede, stellt ihn der Frau hin und gab ihr durch eine leichte Geste auf die Schulter zu verstehen sich zu setzen. Dann lief er recht rasch ins Haus, begrüßte Thorgrim, welcher schon am Tisch saß flüchtig mit einem leichten Schulterklopfen, schnappte sich einen Kelch mit Wasser und lief wieder hinaus. Dann reichte er der etwas verdutzt wirkenden Frau den Kelch und nickte ihr kurz etwas besorgt dreinschauend zu. "Trinken sie, ist nur Quellwasser, es belebt die Sinne, zumindest bei uns Elfen. " Er kniete sich vor den Pferden hin und blickte diese interessiert an. Während er dies tat sprach er: "Ich möchte mich wegen gestern Abend entschuldigen, es stand mir nicht zu sie zu belehren. Aber vielleicht sollten sie meine Worte dennoch nicht einfach beiseiteschieben und schauen ob vielleicht ein wahrer Kern enthalten war" Mit diesem Worten erhob er sich wieder und hielt ihr eine Hand hin um sie wieder vom Schemel hochzuziehen. Das war jetzt vermutlich nicht grade die beste Entschuldigung seit Menschengedenken aber er fand für die kurze Improvisation war das recht gut. Er war normalerweise ohnehin kein sehr hastiger Elf sondern wenn er keinen Besuch hatte eher nachdenklich und zurückgezogen. Für einen Menschen musste er jedoch ziemlich hektisch und überschwänglich rüberkommen.

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Re: Des Schmiedes Paradies

Beitrag von Selicia » Sa, 02. Apr 2011 12:00

War der eigentlich überall? Und ausgerechnet jetzt, verdammter Mist! Selicia ignorierte ihn, so gut es ging. Jedenfalls bis er ihr auf die Schulter klopfte und ihr einen Schemel vor die Nase stellte. Danach verschwand er glücklicherweise. Das nutzte Selicia aus, um sich die verräterischen Tränen aus den Augenwinkeln zu reiben und sich dann auf den Schemel zu setzen. Sie atmete tief durch, jetzt war es besser. Aber sie musste echt besser aufpassen. Dieses Spitzohr war ja überall! Lange blieb sie auch nicht allein, schon kam der Elf wieder und drückte ihr einen Kelch in die Hand. Verwirrt blickte sie diesen an, bis er ihr sagte, was drin war. Sinne beleben...diese Elfen waren schon komisch. Aber etwas frisches Wasser war gar nicht schlecht. Sie nippte daran und betrachtete dann den knieenden Elfen. Eines war sicher, hier musste sie echt auf der Hut sein, der tauchte ja von den unmöglichsten Stellen zu den schlechtesten Zeitpunkten auf. Was dann kam, überraschte sie dann doch. Er entschuldigte sich für den gestrigen Abend. Sie zog die Augenbrauen hoch. Der war wirklich für jede Menge Überraschungen gut. Danach reichte er ihr die Hand, um ihr wohl aufzuhelfen. Nun, heute würde sie sich diesen Luxus wohl leisten können und streckte ihre eigene aus. Er hatte einen festen Griff, aber das war bei einem Schmied wohl nicht weiter verwunderlich, besonders wenn er das Doppelte wie sie tragen konnte, stellte sie in Gedanken zähneknirschend fest. Den Kelch in der einen Hand lehnte sie sich an die Seite eines der Pferde und musterte ihn erst schweigend, bevor sie wieder grinste. "Schon interessant. Du verlangst von mir, mir Gedanken über dein Volk und deine Lebensweise zu machen und sie zu akzeptieren. Wie siehts denn umgekehrt aus? Schon mal versucht, Menschen zu verstehen? Oder machst du das nur mit welchen, die sich vorher auf dich eingelassen haben?" Sie konnte das Sticheln nicht sein lassen. "Aber Entschuldigung angenommen." sagte sie lächelnd und zwinkernd. Der Moment der Schwäche war vorbei, aber sie versuchte auch gezielt, ihn zu überspielen. Es gab nichts schlimmeres, als wenn so etwas bekannt wurde. Dann brauchte man Ewigkeiten, um seinen Ruf wieder herzustellen. "Und wie schon gesagt, ich hab angefangen, etwas besser über dein Volk zu denken, aber du solltest die Nase nicht so hoch tragen, sonst ändert sich das wieder." Sie lachte und nahm noch einen Schluck von dem Wasser. Dann streckte sie ihm die Hand hin. "Selicia Rhaquast ist der Name. Söldnerin seit ich denken kann." Mehr Entgegenkommen brauchte er nun wirklich nicht zu erwarten.

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Re: Des Schmiedes Paradies

Beitrag von Ibenir » Sa, 02. Apr 2011 14:11

Ibenir zog eine Augenbraue hoch. "Wie lange könnt ihr denn schon denken?", fragte der Elf neugierig. "Und wenn ihr versucht mein Volk zu verstehen werde ich mir alle Mühe machen das auch zu tun. Aber ich hatte abgesehen von Thorgrim nie Menschen die mir wohlgesonnen waren, daher war es schwer sie zu verstehen oder ihnen Sympathie entgegenzubringen." Er senkte den Kopf, betrachtete seine Hände und legte dann grinsend den Kopf schief. "Hat euch euer Zimmer gefallen? Falls ja könntet ihr ja mal drüber nachdenken ob ihr den Versuch mein Volk zu verstehen wagen wollt. Meine Tür steht euch immer offen, solange ihr nicht mit einer Waffe herein marschiert. Und vielleicht habt ihr Recht ich bin sehr stolz auf mein Volk und auf meine Heimat sowieso. Gibt es so etwas bei euch nicht?" Er ging zur Leiter nach unten in den Garten. "Wenn ihr möchtet, könnt ihr mitkommen. Der Garten ist zwar nicht gepflegt aber natürlich gefällt es uns Elfen ohnehin am besten" Unten angekommen setzte er sich auf einen großen Stein am Ufer des Flusses unter eine Trauerweide, deren herabhängende Äste eine Kuppel bildeten. Es war einer seiner Lieblingsorte und er fühlte sich im Schutz der Äste und mit Blick auf das Wasser immer sehr wohl. Er schloss einen Moment die Augen und horchte nach dem Plätschern des Wassers, dem Zwitschern der Vögel und dem Rauschen des Windes in den Blättern der Bäume. "Das ist einer der Plätze die ich besonders mag." ,sagte er schlicht. Er wusste nicht ob die Selicia mitgekommen war. Die Frau war ihm ein kleines Rätsel. Was hatte sie wohl dazu bewogen sich als Frau durchzuschlagen in einer von Männern dominierten Welt? Die Menschen legten auf die Geschlechtertrennung viel wert, bei den Elfen waren männliche und weibliche Personen gleichgestellt. Das war ein weiterer Punkt den Ibenir nicht verstand. Die Frauen der Menschen konnten doch nicht weniger wert sein als die Männer oder weniger leisten. Und trotzdem hatte er nie eine weibliche Händlerin getroffen. Das erschien ihm irgendwie komisch.

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