Des Schmiedes Paradies

Der fruchtbare Südosten Alvaranias, Einflussgebiet des Königspaares der Elfen.
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Selicia
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Re: Des Schmiedes Paradies

Beitrag von Selicia » Do, 16. Jun 2011 19:14

Die Wirkung des Schmerzmittels war so schleichend gekommen, dass Selicia es gar nicht gemerkt hatte und schlussendlich schnell eingeschlafen war. Ihr Atem ging ruhig und gleichmäßig und ihre Brust hob und senkte sich im Takt. Während Ibenir sich mit dem Waldläufer Siltith unterhielt, huschte dessen Schülerin in Selicias Zimmer und sah nach der Söldnerin. Lange blickte die Elfe der jungen Frau ins Gesicht, der Ausdruck ihres eigenen ein einziges Rätsel. Nach einigen Minuten zog sie sich einen Stuhl heran und setzte sich neben das Bett. Machte es sich bequem und stellte sich auf eine lange Wache ein. Hätte sie jemand gefragt warum sie das tat, die Antwort wäre wohl kurz und knapp gewesen, sie wolle sich versichern, dass, sollte Selicia Symptome zeigen, das schnell bemerkt wurde. Aber die Wahrheit war, sie wollte einfach sicher gehen, dass genau das nicht passierte. Sie wollte die Söldnerin nicht bewachen, um andere vor ihr zu schützen, sondern bei ihr wachen, um ihre Genesung zu beobachten. Und sie zu schützen, nicht andere. Das war das Mindeste, was sie für ihre Lebensretterin tun konnte, auch wenn sie das niemals jemandem sagen würde. Erst recht nicht der jungen Söldnerin, die nun entspannt da lag und schlief. Von ihren Wunden bemerkte Selicia nichts, die Kräuter hatten sie betäubt, die Elfe hatte wohl eine zu starke Dosis angesetzt und die Kräuterpaste hatte nach dem Brennen eine kühlende und betäubende Wirkung. Als sie sich allerdings im Schlaf auf den Rücken drehte, war davon nicht mehr viel zu spüren. Selicia wachte zwar nicht auf, aber ihr Gesicht verzog sich, dann war wieder Ruhe. Ganz entspannten sich ihre Züge allerdings nicht. Der Druck auf die Wunde war trotz allem schmerzhaft und nahm ihr etwas die Ruhe. Die Elfe beugte sich vor und zog Selicia in eine halb auf der Seite liegenden Position, damit kein Druck mehr auf die Wunde ausgeübt wurde. Kurz wunderte sie sich, dass Ibenir nicht zurück kam, aber das war ihr nur recht. So musste sie nichts erklären und konnte hier bleiben. Und dafür gab ihr auch etwas anderes Anlass. Selicia bekam Fieber. Kein schweres, aber es war ein Raubtier, was sie verletzt hatte, da blieb etwas Wundfieber einfach nicht aus. Und bislang blieb sie ruhig liegen. Es fing nur an, bedeutete erst einmal nichts schlimmes. Die Schülerin vermutete, dass es bald wieder verfliegen würde. Still saß sie auf dem Stuhl und wartete.

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Re: Des Schmiedes Paradies

Beitrag von Ibenir » Do, 23. Jun 2011 18:08

Ibenir trank seinen Kelch aus, nickte dem Meister zu und wünschte ihm eine gute Nacht. Dann räumte er das Geschirr weg und begab sich nach oben. Der Meister ging wieder hinaus, wohin wusste Ibenir nicht. Es war ihm eigentlich auch sehr egal, seine Hauptsorge galt momentan anderen Dingen. Er schlich zu Selicia ins Zimmer und betrachtete sie prüfend. Die Schülerin des Meisters saß neben dem Bett und schien fast schon Wache zu halten. Er beobachtete sie misstrauisch. "Ich hoffe doch ihr wacht nicht aus Zwang hier oben. Ihr könnt euch ruhig etwas zu Essen holen oder auch mal frische Luft schnappen.", sagte er betont freundlich. Die Schülerin musterte ihn zunächst irritiert, dann stand sie nickend auf und ging nach unten. Der Schmied unterdessen setzte sich auf den nun freien Stuhl und wartete einfach ab, während er durch das Fenster die Dämmerung des Morgens erlebte. Es war ein schöner klarer Tag, aber Ibenir hätte sich lieber Regen und Sturm gewünscht, da es zu seiner momentanen Laune besser gepasst hätte. Wo der Meister und die Schülerin nun geblieben waren wusste der Schmied nicht. Er ließ Selicia schlafen und ging völlig müde und mit Rückenschmerzen die Treppe hinunter, wo er sich gähnend streckte. Dort fand er auch den Meister samt seiner Schülerin am Tisch sitzen, beide wirkten hellwach. Sie hatten offenbar geschlafen, sonst konnten sie nicht so müde aussehen, nur wo wusste Ibenir nicht. Er machte sich einen Tee und die beiden halfen ihm wortlos in der Küche. Er bereitete ihnen ein recht großes Frühstück und zu immernoch schweigend aßen die Brot mit Beerenaufstrich und Honig, sowie Tee und Milch dazu. Der Meister beobachtete seine Schülerin aufmerksam, dann nippte er an seinem Tee und sah den Schmied an, der seinen Blick erwiederte. "Danke für das Frühstück und ich möchte mich auch im Namen meiner Schülerin bedanken, dass sie uns geholfen haben. Das war nicht selbstverständlich,auch wenn ich das gestern vielleicht nicht zu würdigen wusste." Der Schmied nickte kauend und blickte die beiden abwechselnd an. "Ich denke sie sollten sich mehr bei Selicia bedanken, sie hat den Dank am meisten verdient.", meinte der Schmied ruhig und blickte wieder auf seinen Teller, dann sah er wieder auf: "Ich möchte mich bei ihnen wegen meines Tonfalls gestern entschuldigen. Es mag unangebracht gewesen sein, aber dass es Selicia so schlimm erwischt hat, hat mich mehr aus der Fassung gebracht als ich es erwartet hatte." Der Meister nickte lächelnd. "Ich denke das ist durchaus verständlich und entschuldbar."

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Re: Des Schmiedes Paradies

Beitrag von Selicia » Fr, 24. Jun 2011 13:21

Mehr als ein leichtes Fieber bekam Selicia nicht und entsprechend schlief sie den Rest der Nacht ruhig durch. Weder von der Schülerin noch von Ibenir bemerkte sie etwas. Erst am nächsten Morgen, als gerade niemand in ihrem Zimmer war, wachte sie auf und blinzelte mit etwas trübem Blick die Wand an. Die Kräuter hatten eine sehr starke Wirkung gehabt und jetzt noch spürte sie den Nachhall davon. Aber auch etwas anderes. Der Schmerz war zurückgekehrt. Vorsichtig tastete sie mit der einen Hand über den Verband, selbst dieser Druck schmerzte. War das jetzt gut oder schlecht? Egal was es war, es tat weh, richtig weh. Mit kraus gezogener Stirn setzte sich Selicia vorsichtig auf und hob das Hemd hoch, um den Verband im Licht zu betrachten. Es war nichts zu sehen, er war nicht durchgeblutet oder so etwas. Nicht einmal die Kräuterpaste schien durchgesickert zu sein. Aber jede Bewegung, die den Torso betraf, schmerzte. Und nicht nur das, sie hatte einen fürchterlich schlechten Geschmack im Mund und ihr ganzer Rücken und ihre gesunde Seite schmerzten auch, weil sie die ganze Zeit darauf gelegen hatte. Sich strecken, um die Muskulatur zu entlasten, fiel wegen der Schmerzen der Wunde flach. Selicia schürzte die Lippen und atmete tief durch. Selbst das brachte ihr einen schmerzhaften Stich ein. Am besten wäre es, sich wieder hinzulegen, aber sie konnte nicht mehr liegen. Ihr tat förmlich alles weh und sie fühlte sich schwach und ausgelaugt. Verletzlich. Und genau das gefiel ihr nicht. Jetzt war sie auf andere angewiesen, auf deren Hilfe. Etwas, was ihr schon immer zutiefst zuwider gewesen war. Ibenir mochte es vielleicht nicht stören, ihr zu helfen, er sah es vielleicht als normal an, aber Selicia mochte das nicht. Nur konnte sie ihn ja wohl kaum verscheuchen, wenn er es wieder tat. Immer noch mit einer Hand vorsichtig über den Verband tastend saß sie da. Auf einmal störte sie der Stoff, der um sie gewickelt war, gewaltig und sie begann vorsichtig, ihn abzulösen. Sie musste sich einfach die Wunde ansehen. Ob sie nicht doch entzündet war oder etwas anderes damit passiert. Die letzte Schicht ließ sich recht leicht abnehmen, was ihr ein mulmiges Gefühl verursachte. War die Wunde etwa nicht trocken? Aber augenscheinlich hatte sie sich umsonst Sorgen gemacht. Die Kräuterpaste hatte dafür gesorgt, dass die Wundränder nicht klebten, mehr nicht. Nachdem sie mit zusammengebissenen Zähnen auch die letzten Reste entfernt hatte, betrachtete sie die Wunden so gut es ging. Tastete vorsichtig die Wundränder ab. Entzündet schien nichts zu sein, alles war sauber und schien sogar schon zu heilen oder bildete sie sich das nur ein? Die Kühle, die durch das Fenster hereinkam, war jedenfalls eine angenehme Abwechslung und tat gut auf der Seite. Selicia knüllte den Verband mehr oder weniger zusammen und starrte, diesen noch in der Hand, wieder die Wand an. "Ich hab nen Werwolfsangriff überlebt...Sieht man von den Narben ab, die das gibt...hab ich wohl echt Glück gehabt. Ob ich jetzt ganz aus dem Schneider bin? Oder tritt eine Verwandlung erst später ein? Bei den Göttern, ich hoffe, ich verwandle mich nicht. Gegen die Waldläufer bin ich machtlos, die töten mich doch im ersten Streich." Mit beiden Händen strich sich Selicia über das Gesicht. Da war sie wieder. Die Ungewissheit und die Angst, was jetzt werden würde. Ob sie wirklich kein Werwolf wurde oder doch. Heilmöglichkeiten hin oder her. Manchmal kam einfach alle Hilfe zu spät, egal wie sehr man sich beeilte oder was für Möglichkeiten man zur Verfügung hatte. Nur mit einiger Mühe konnte Selicia diese Gedanken und die aufkeimende Panik verdrängen. "Am besten ist wohl wirklich, ich denke nicht zu viel darüber nach, versuche einfach es zu verdrängen. Wenn es wirklich passiert, bin ich eh machtlos. Am besten, ich konzentriere mich jetzt erst mal darauf, bei Kräften zu bleiben und mich zu schonen, damit das verheilt. Vielleicht kann ich ja Ibenir auch bei irgendetwas helfen, damit ich mich ablenken kann. Aber erst sollte ich wohl etwas essen, so langsam hab ich doch Hunger." Es dauerte einen Moment, bis Selicia auf die Beine kam und die ersten Schritte fielen ihr recht schwer, doch dann ging es besser. Eine Hand an der Seite, der andere Arm hing einfach herab, machte sie sich auf den Weg nach unten. Sie wusste nicht, ob schon jemand wach war, aber als sie ihr Zimmer verlassen hatte, hörte sie Stimmen im Untergeschoss. "Alles Frühaufsteher oder was? Oder haben die gar nicht geschlafen, um für alle Fälle bereit zu sein?" Dieser Gedanke verursachte ihr eine leichte Übelkeit und sie blieb einen kurzen Moment stehen, damit es wieder besser wurde. Dann ging sie weiter nach unten. Jetzt war sie schon sicherer auf den Beinen und kam sogar ohne Probleme die Treppe herunter. Unten erwartete sie ein etwas interessanter Anblick. Ein völlig übernächtigter Ibenir und ein putzmunterer Waldläufer und seine ebenso ausgeschlafene Schülerin. Hatte sie sich umsonst Gedanken gemacht? Auf der letzten Treppenstufe blieb sie stehen und sah zwischen den dreien hin und her, alles Elfen mit den schwarzen Haaren. Das fiel ihr jetzt zum ersten Mal wirklich auf, alle Elfen, die sie hier unten bisher gesehen hatte, hatten schwarze Haare.

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Re: Des Schmiedes Paradies

Beitrag von Ibenir » Sa, 25. Jun 2011 15:17

Trotz der Müdigkeit brachte der Schmied ein Grinsen zustande und lächelte die Söldnerin an. "Guten Morgen!", rief der Elf erleichtert. Offenbar ging es ihr gar nicht so schlecht, sie lief wieder und ihr Gesicht war nicht bleich. Schweiß konnte der Elf auch nicht erkennen und er stand auf um sich um ihr Frühstück zu kümmern. Der Meister war ebenfalls aufgestanden und brühte einen Tee aus Kräutern zusammen, deren Wirkung Ibenir nicht vertraut waren. Der er jedoch mithilfe eines Löffels den Tee selbst abschmeckte war der Schmied überzeugt, es konnte nichts schlimmes sein. Er fasste Selicia an die Stirn und bemerkte nur ein ganz leichtes Fieber, sie war sogar wieder fit genug seine Hand aus ihrem Gesicht zu wischen, saß jedoch sehr grade auf ihrem Stuhl. Ibenir stellte ihr einen Teller mit ein paar Scheiben Brot hin und sie begann sich ihr Frühstück zusammen zu stellen, was durchaus üppig war. Ibenir hielt es für ein gutes Zeichen, sie hatte auf jedenfalls wieder Appetit. Der Meister stellte ihr den Tee hin und sah sie aufmerksam an. "Guten Morgen, Selicia", meinte er munter. " Ich hoffe euch geht es besser als gestern, der Appetit ist jedenfalls schon mal wiederhergestellt", sagte er schmunzelnd. "Sie hat kaum Fieber", meinte Ibenir erstaunt, obwohl eine so große Wunde meist mit starkem Wundfieber einherging. "Umso besser, die Wandlung zu einem Werwolf ist eine schlimme Angelegenheit, die Betroffenen haben meist keinen Hunger, fühlen sich schwindlig und haben deutliches Fieber, da der Körper sich gegen die Infizierung zur Wehr setzt. Die Wunden nässen zumeist stark und sind leicht eitrig, das müssen wir nachher noch überprüfen, aber ich denke sie wird vollständig gesund.Zumal sich auch ihr Äußeres bislang nicht verändert, ihre Augen würden sich zuerst wandeln, sind aber bislang unverändert" , erklärte Siltith. Selicia lächelte vorsichtig und verschlang in mörderischem Tempo ihr Früchtebrot, während sich Ibenir nun wieder entspannt hinsetzte und probehalber ein Paar mal die Augen schloss. Er war ziemlich müde, die Ereignisse der letzten Tage und Nächte waren durchaus nicht spurlos an ihm vorbeigegangen aber eine Erleichterung machte sich in ihm breit, welche die Müdigkeit milderte und ihn wieder munter werden ließ. Die Schülerin war die ganze Zeit sitzengeblieben, musterte Selicia jedoch mit einem merkwürdigen Blick, den Ibenir einfach nicht zu deuten vermochte.

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Re: Des Schmiedes Paradies

Beitrag von Selicia » Sa, 25. Jun 2011 17:49

Die recht müde und doch schon wieder halbwegs fröhliche Begrüßung Ibenirs kommentierte sie mit einem etwas wortkargen "Morgen." Alle drei sahen sie an und das gefiel Selicia nicht. Besonders die aufmerksamen Blicke des Waldläufers und seiner Schülerin nicht. Als wenn sie von ihnen geprüft wurde. Da sie aber nicht den restlichen Morgen auf der Treppe stehen bleiben wollte, bequemte sie sich dann doch, weiter zu gehen und sich auf einen freien Stuhl zu setzen, gegenüber der Schülerin. Als Ibenir, der schon wieder herumwuselte, ihr dann auf die Stirn fasste, wohl um festzustellen, ob sie Fieber hatte, wischte sie seine Hand beiseite und grummelte "Es geht schon wieder." Den Teller mit dem Brot fand sie dann doch wirklich viel interessanter. Weil so langsam bekam sie wirklich Hunger und der Tisch war reichlich gedeckt. Den Waldläufer bedachte sie auch mit keiner Antwort, immerhin hatte sie gerade den Mund voll. Als sich Ibenir dann aber an diesen wandte und verwundert zum Ausdruck brachte, dass die junge Söldnerin kaum Fieber hätte, zogen sich ihre Augenbrauen etwas mißmutig zusammen. Der Blick fiel erst auf den Tee, dann auf die beiden, die sich über sie unterhielten, während sie daneben saß. Als der Meister dann endlich mal den Mund hielt, schluckte Selicia den Bissen in ihrem Mund herunter und gab ziemlich patzig zum Besten, was sie davon hielt, dass die beiden sich in ihrer Anwesenheit über sie unterhielten. "Hey, wenn ihr was zu meiner Person zu besprechen habt, ich sitze hier und bin geistig anwesend, also entweder sprecht ihr mit mir oder über etwas anderes, aber nicht über mich, kapiert? Und die Wunden sehen gut aus, tun zwar tierisch weh, nässen aber nicht oder sind entzündet." Danach widmete sie sich etwas zufriedener ihrem Frühstück, ob des Blickes von Siltith schlich sich sogar so etwas wie ein Lächeln auf ihre Lippen. Mit nur wenigen Happen hatte sie die erste Scheibe komplett vertilgt und machte sich gleich eine zweite. Die Blicke des Meisters und die der Schülerin ignorierte sie gänzlich. Nachdem der Tee etwas abgekühlt war, nahm sie davon einen tiefen Schluck. Wenn der Waldläufer den extra machte, dann sollte sie ihn vielleicht besser trinken. Geschadet hatte ihr bisher nichts von den Kräutern und Mischungen der beiden. Ibenir war recht ruhig, ihm machte wohl die Müdigkeit zu schaffen. Er tat Selicia schon beinahe etwas leid, wie er da saß, beinahe entspannt und immer wieder für einen Moment die Augen schloss. Nach ein paar Scheiben Brot war der Hunger der jungen Söldnerin endlich gestillt und auch der Becher war alle. Siltith lächelte beinahe nachsichtig. "Ihr könnt froh sein, dass so ein Appetit nicht auf eine Infizierung hindeutet, Selicia. Sonst müsste ich mir jetzt wohl ernsthaft Sorgen machen." Falls das ein Scherz hatte sein sollen, die Söldnerin fand ihn nicht lustig und verzog entsprechend auch keine Miene, sondern sah den Waldläufer nur kurz an. "Ich geh mal ein wenig an die frische Luft, vielleicht wirds dann besser mit den Schmerzen." Ohne noch ein weiteres Wort zu verlieren verließ sie das Haus, beinahe wie ein Schatten folgte ihr die Schülerin. Siltith hob abwehrend die Hand und sah Ibenir an. "Ich glaube, die beiden Frauen haben da etwas unter sich auszumachen. Da sollten wir uns nicht einmischen." Und genau das hatte die Schülerin auch vor. Schon nach wenigen Schritten hatte die Schülerin Selicia eingeholt und das Wort ergriffen. "Du hast mir letzte Nacht das Leben gerettet und deines beinahe dadurch verloren. Und nicht nur das. Du hättest auch ihn verloren. Warum?" Wen sie mit ihn meinte war Selicia sofort klar, aber sie hatte keine große Lust auf eine Unterhaltung, entsprechend unfreundlich fiel auch ihre Antwort aus. "Jeder macht mal Fehler." Mehr sagte sie dazu nicht. Die Elfe schwieg und ging weiter neben der Söldnerin her. Nach einigen Schritten ergriff sie wieder das Wort. "Mein Name ist Shaya." Selicia drehte den Kopf und sah sie gelangweilt an. "Und? Was soll mir das jetzt sagen? Oder was soll ich damit anfangen?" Shaya zuckte mit den Schultern. "Anfangen gar nichts, aber du solltest ihn jedenfalls wissen. Und sagen soll es dir auch nichts." Plötzlich zog sie einen Beutel von ihrem Gürtel und reichte ihn der jungen Söldnerin. "Aber damit solltest du etwas anfangen. Weil mir dich als Mutter vorzustellen fällt mir gelinde gesagt schwer und wenn du den Sud aus diesen Kräutern trinkst, wirst du keine. Ich denke, das wäre in deinem Interesse oder?" Jetzt war Selicia doch ziemlich perplex und sprachlos und nahm schweigend den Beutel. Rot wurde sie zum Glück gerade nicht, dafür war sie fast zu verärgert. Als wenn das auch schon alles gewesen wäre, wandte sie Shaya ab und ging wieder ins Haus. Selicia knurrte leise ein paar Beleidigungen, deren Inhalt wohl weibliche Spitzohren waren und ging dann gemütlich weiter, den Beutel an ihren eigenen Gürtel gehängt. Dieses Geschenk war definitiv praktisch, da hatte die Elfe schon den richtigen Riecher gehabt. Weil an diese Möglichkeit hatte Selicia bisher überhaupt nicht gedacht. Und sie hatte auch keine Lust, sich damit zu befassen. Sie als Mutter? Kaum vorstellbar. Ihr Weg führte sie zu der Leiter, die hinab in den Garten führte, wo sie es sich unter der Trauerweide halbwegs bequem machte und sich ärgerte. Über die Schmerzen, über Shaya, über ihre Dreistigkeit und über ihre eigene Schwäche.

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Re: Des Schmiedes Paradies

Beitrag von Ibenir » So, 26. Jun 2011 13:49

Ibenir lächelte müde vor sich hin. Ganz offensichtlich ging es der Söldnerin wieder besser, sie hatte zumindest ihre Schlagfertigkeit wiedergewonnen. Der Waldläufer streckte sich und blickte ihn an. "Sie ist nicht bloß ihr Gast oder?", fragte er schmunzelnd. Ibenir warf ihm einen verärgerten Blick zu, der besagte, dass dieses Thema definitiv nicht zu ihren Gesprächsstoff gehören würde. Der Waldläufer nickt bloß wissend und blickte schweigend aus dem Fenster. Ibenir räumte unterdessen den Tisch ab, kümmerte sich um das Geschirr und verstaute die Lebensmittel wieder. Dann begab er sich ins Lesezimmer um sich ein wenig Ruhe zu gönnen. Er studierte ein paar Bücher, die Reisezeiten und Wegbeschreibungen in den Norden gaben. Eine Reise dorthin war schon immer ein Traum von ihm gewesen, sowie eine Begegnung mit den Bergelfen, welche die besten Schwerter und Metallschmiede besaßen. Ihre Kunst war sagenumwoben und sie hüteten ihre Geheimnisse besser als jedes andere Volk. Er interessierte sich besonders über die Lebensgewohnheiten der Einwohner, über die es jedoch wenig in den Schriften zu erfahren gab. Sie wurden einfach nur als wilde dargestellt, eine Art der Darstellung die Ibenir nicht glauben konnte. Zugegeben Selicia war ziemlich grob wenn sie schlechte Laune hatte, aber sie war halt eine Söldnerin. Der Schmied bezweifelte, dass elfische Söldner zugänglicher waren wenn sie so viel erlebt hatten. Und selbst wenn, vermutete er, dass er mit der schroffen Art durchaus umgehen konnte, er war sehr umgänglich wenn es drauf ankam und als Schmied der Elfen wäre man bestimmt überall angesehen. Schwerter würde er zwar nicht schmieden aber das ein oder andere Werkzeug zum Verkauf würde die Reisekasse (wenn sie denn loskamen) durchaus aufbessern. Nach und nach fiel es ihm schwerer die Augen offen zu halten und er dämmerte entgegen seinem Willen ein. Er lag nach vorne gelehnt, den Kopf auf dem Buch und schlummerte selig vor sich hin, während seine Träume von Werwölfen über Nordmenschen bis hin zu Selicia glitten. Letztere ließen ihn sogar sachte im Schlaf lächeln und sein Gesichtsausdruck entspannte sich nun völlig, die Müdigkeit wich aus dem Gesicht, das von einigen Haaren überdeckt wurde..

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Re: Des Schmiedes Paradies

Beitrag von Selicia » So, 26. Jun 2011 16:04

Mit der Wunde an der Seite konnte Selicia einfach keine richtig bequeme Sitzposition finden. Entweder schmerzte die Seite, die Rippen oder der Bauch. Und wenn sie sich zu lange an den Stamm des Baumes lehnte, erging es der gesunden Seite genauso. Entsprechend frustriert veränderte sie immer wieder ihre Lage und fand so nicht wirklich Ruhe. Die Schmerzen wurden natürlich nicht besser, sie bekam nur den Kopf halbwegs klar. So enspannt wie der Waldläufer war, war sie wohl außer Gefahr, aber Selicia traute diesem Frieden nicht. Er war trügerisch in ihren Augen. Nach einiger Zeit bekam sie Gesellschaft, es war Siltith. Sie warf ihm einen äußerst mißtrauischen Blick von ihrer Position aus zu, den dieser mit einem Lächeln quittierte. "Keine Sorge, Selicia. Ich möchte mir nur deine Wunden ansehen, mehr nicht." Selicia schürzte etwas die Lippen, brachte sich aber mit leicht verzogenem Gesicht in eine Position, dass man die Wunden untersuchen konnte. Dann zog sie das Hemd etwas hoch. Die Wunden waren trocken, nicht gerötet und nach einer Entzündung sah es auch absolut nicht aus. Der Waldläufer nickte zufrieden, während er vorsichtig die Wundränder abtastete. "Das sieht wirklich sehr gut aus. Die Behandlung schlägt voll an, ich denke, du bist aus dem gröbsten raus, Selicia. Gönn dir noch etwas Ruhe, damit die Wunden verheilen können, halte sie sauber und mehr als diese Narben werden nicht zurückbleiben." Selicia nickte nur schweigend dazu, sie hatte keine Lust, sich mit dem Waldläufer zu unterhalten. Aber er augenscheinlich schon. "Wie lange bist du schon hier, Selicia? Noch nicht lange oder?" Etwas entnervt seufzte die junge Söldnerin. "Nein, erst seit ein paar Tagen. Ich bin mit einem Händler aus dem Norden gekommen." Siltith nickte und schwieg dann einen Moment. Selicia behagte dieses Schweigen überhaupt nicht, seine ganze Anwesenheit ging ihr gewaltig gegen den Strich. "Es tut mir Leid, dass du gleich mit solch schlimmen Dingen konfrontiert wurdest, Selicia. Das Verhalten dieser Werwölfe war höchst außergewöhnlich und konnte in dieser Form noch nie beobachtet werden. Ich hoffe, du nimmst nicht zu schlechte Erinnerungen aus unserer Heimat mit. Natürlich vorausgesetzt, du kehrst überhaupt zurück." Bei diesen Worten spielte ein dermaßen wissendes Lächeln um seine Lippen, dass es der jungen Söldnerin einfach nicht mehr möglich war, die Röte auf ihren Wangen zurück zu drängen. Sie wurde feuerrot und fauchte wütend "Ich wüsste nicht, was dich das angeht!" Ohne einen weiteren Kommentar stand sie auf und verließ den Garten kurzerhand, ließ den Waldläufer einfach unter der Weide sitzen. "Mistkerl! Was fällt dem eigentlich ein?!" Den ganzen Weg zum Haus zurück empörte sie sich leise über ihn und fluchte an einem Stück, die Wangen immer noch hochrot. Es kostete sie einige Mühe, die Tür hinter sich nicht einfach mit Wucht zuzuschlagen. Nur so ganz eben beherrschte sie sich und schloss sie normal. Schon wollte sie nach oben stapfen um sich wieder hinzulegen, als sie bemerkte, dass die Tür zu dem Zimmer, in dem Ibenir seine Bücher hatte, nicht ganz geschlossen war und auch leichter Lichtschein herausfiel. Ruhig öffnete sie die Tür und blickte hinein. Was sie dort sah, brachte sie zum Lächeln und die Wut über den Waldläufer verflog. Ibenir lag mit dem Kopf auf einem Buch und schlief, ein leichtes Lächeln auf den Lippen. Das rührte sogar die sonst so schroffe Söldnerin. Leise und vorsichtig schloss sie erst die Tür hinter sich und ging dann zu dem Elfen, strich ihm ein paar Haarsträhnen aus dem Gesicht, ehe sie ihn ganz sacht an der Schulter rüttelte und leise "Ibenir" rief. Als er endlich die Augen aufschlug, lächelte Selicia ihn an. "Glaubst du nicht, dass ein Bett besser zum Schlafen geeignet ist als ein Tisch?", fragte sie ihn lächelnd, ehe sie ihm über die Wange strich. Er war wie ein Beruhigungsmittel für sie. Hatte sie sich gerade noch fürchterlich über Siltith aufgeregt, war dieser Ärger jetzt wie weggeblasen. Nicht mehr da. Selicia stellte sich wieder gerade hin und hielt ihm eine Hand hin. "Na komm, ich will eh wieder nach oben und mich hinlegen. Wird bei der Wunde wohl eh das Beste sein."

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Re: Des Schmiedes Paradies

Beitrag von Ibenir » Mo, 27. Jun 2011 17:45

Lächelnd erwachte der Schmied aus der Traumwelt und blickte Selicia verschlafen blinzelnd an. Sie lächelte ihn auf eine Art an, die ihm eine Gänsehaut verpasste und ihn erst einmal schlucken ließ. Schnell wie ein Blitz brannte sich dieses Bild in sein Gedächtnis ein. Er hatte geträumt mit ihr völlig unbeschwert durch den Wald zu reisen und einfach den Tag mit ihr zu verbringen. Ob es ein Wunschtraum war, konnte er gar nicht sagen, er fühlte sich schon sehr wohl hier und permanent durch den Wald zu reisen war nichts für ihn, er war zu Bodenständig dazu, fand er zumindest. Auf der anderen Seite waren Elfen absolut neugierig, die Geheimnisse des Waldes zu erforschen war etwas, was ihn auf eine gewisse Art schon reizte, zumal seine Selicia bei ihm war. Er hakte diese Gedanken schlicht ab und richtete sich etwas auf. "Ich weiß nicht der Tisch kam mir so bequem vor", nuschelte er verschlafen, dann nahm er Selicias Hand und begleitete sie nach oben. Dort angekommen rieb er sich den Schlaf aus den Augen und setzte sich wieder in seine Warteposition auf den Stuhl, bevor ihm einfiel, dass Selicia eigentlich gut genug aussah, damit er sich in sein Schlafzimmer verkriechen konnte. Er streichelte ihr Gesicht und flüsterte: "Schön, dass es dir wieder besser geht. Ich hätte Siltith gestern am liebsten umgebracht, weil es dir so schlecht ging. Ich hoffe du erholst dich körperlich genauso schnell wie dein Mundwerk" Er lächelte frech und küsste sie auf die Stirn, bevor er mit leisen fast schon zögernden Schritten aus dem Zimmer in sein Schlafgemach huschte. Dort legte er sich ins Bett und wühlte sich in Kissen und Decke ein, bis er wieder einschlummerte. Seine Träume waren nun wieder ruhig und der Schmied atmete gleichmäßig und ruhig. Der Waldläufer und seine Schülerin waren ihm völlig gleich, sie konnten tun was sie wollten, ändern konnte er daran nichts und er hatte Siltith Wort, dass er Selicia helfen würde. Außerdem wusste Ibenir, dass niemand Selicia so einfach überlisten konnte, das gab ihm Ruhe. Er wachte erst auf, als es unten im Esszimmer laut klirrte. Sofort schoss er nach oben, sprang aus dem Bett und lief eiligen Schrittes in Selicias Schlafzimmer, doch sie lag ebenfalls im Bett und war auch wach, wenn auch noch schläfriger als er. Er stieg hinab und erblickte die Schülerin, die ganz offenbar ihren Kelch vom Tisch geworfen hatte und atmete erleichtert auf. Seine Haare hingen ihm wirr ins Gesicht und er warf sie beiläufig zurück, während die Elfe schon anfing sich zu entschuldigen, kam der Meister hinein und blickte auf den Boden. Lächelnd schüttelte er den Kopf und meinte: "Wenn Shaya nicht so ungeschickt wäre, dann wäre sie meine beste Schülerin, aber hin und wieder scheint sie so unbeholfen zu sein, wie ein Kind." Die Schülerin blickte ihn missmutig an und war schon dabei die Scherben geschickt aufzusammeln, während Ibenir sich erst einmal sammelte und streckte. Mit einem gemurmelten "Ist schon in Ordnung", bugsierte er die Schülerin aus der Ecke und sammelte nun seinerseits die Überreste des Kelches auf und entsorgte sie.

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Re: Des Schmiedes Paradies

Beitrag von Selicia » Di, 28. Jun 2011 21:00

"Eines kann ich dir über Tische sagen, Ibenir, sie sind nicht sonderlich bequem. Ich hab schon öfters auf welchen geschlafen." Sie klang ziemlich lakonisch und ging dann an seiner Hand nach oben. Erst setzte er sich in ihrem Zimmer auf den Stuhl, der neben dem Bett stand, ehe er es sich anders zu überlegen schien. Sanft strich er über ihre Wange. Selicia lehnte sich an ihn und genoss seine Nähe, seine Wärme. Als er ihr sagte, wie froh er war, dass es ihr besser ging, lächelte sie, besonders als er meinte, er hätte Siltith am liebsten umgebracht. Leicht schüttelte sie den Kopf. Als er dann noch meinte, dass sie sich hoffentlich genauso schnell körperlich erholen würde, wie es schon ihr Mundwerk getan hatte, knuffte sie ihn leicht in die Seite und protestiert etwas. Nach einem Kuss auf die Stirn verließ er sie dann auch leider schon wieder. Wieder ganz alleine in ihrem Zimmer setzte sich Selicia auf das Bett und ließ sich dann nach einigen Minuten auf die gesunde Seite sinken, um die Augen zu schließen und etwas zu schlafen. Was ihr tatsächlich gelang. Bis zumindest von unten ein Klirren zu hören war, was sie im Halbschlaf nicht richtig zuordnen konnte. Nur ein paar Momente später wurde die Tür geöffnet und Ibenir sah zu ihr hinein, dann verschwand er auch schon wieder. Mit gerunzelter Stirn schwang sie die Beine aus dem Bett und schlich dem Elfen hinterher. Die Schülerin hatte wohl einen Kelch zerlegt und war gerade dabei, die Scherben aufzusammeln, als Siltith herein kam und milde lächelte über das Ungeschick seiner Schülerin. Aber irgendwie saß der jungen Söldnerin gerade der Frust im Nacken oder sie lebte einfach mal wieder ihre Art aus. "Dann sollte man sie vielleicht wie eines behandeln", ätzte Selicia von der Treppe aus. Wie von der Furie gestochen fuhr Shaya herum und blitzte die junge Söldnerin wütend an. "Du halt den Mund! Bei uns wärst du mit deinem Alter nichts anderes!" Selicia schnaubte verächtlich. "Und bei uns wärst du schon eine alte Frau, von der man wohl ein wenig mehr erwarten kann, zum Beispiel den Umgang mit dem Schwert besser zu beherrschen." Shaya verzog vor Wut das Gesicht. "Ich beherrsche den Umgang sehr wohl!", war ihre giftige Erwiderung. Mittlerweile hatten sich die beiden aufeinander zubewegt, Selicia von der Treppe, Shaya von ihrem Punkt. Nicht einmal einen halben Meter voreinander blieben sie stehen und musterten sich giftig. Es lag Streit in der Luft und Siltith zog etwas die Augenbrauen hoch, ehe er näher zu den beiden ging. "Ja, das hat man gesehen! Immerhin musste ich dir das Leben retten, sonst wärst du jetzt wohl hin!", langsam redete sich Selicia in Rage, aber da war sie nicht die Einzige. "Ach, als wenn ich dich um deine Hilfe gebeten hätte. Ich hätte das auch allein geschafft! Ganz ohne eine Söldnerin aus dem Norden!" Siltith mischte sich ein. "Ich würde sagen, ihr beide..." Weiter kam er nicht. Wie auf einen Befehl ruckten die Köpfe von Shaya und Selicia herum und wie aus einem Mund erklang "Halt dich da gefälligst raus!" Mehr auch nicht, da ruckten die Köpfe schon wieder zurück und es ging weiter wie zuvor. "Ja, na klar. Hat man ja gesehen. Wäre ich nicht dazwischengegangen, würdest du jetzt unter der Erde verrotten. Sei lieber froh, dass ich meinen guten Tag hatte, normalerweise mache ich sowas nur gegen Bezahlung!" Siltith ging ein paar Schritte zurück und blickte etwas schockiert zwischen Söldnerin und Schülerin hin und her, mit so einem Verhalten hatte er wohl nicht gerechnet. "Pah, ich bin nicht auf die Hilfe einer Söldnerin aus dem Norden angewiesen, die nicht einmal weiß, was das Wort Ehre bedeutet!" Mittlerweile standen die beiden direkt voreinander, Selicia die Arme verschränkt, Shaya diese in die Seiten gestemmt. "Hah, Ehre! Was bringt dir Ehre, wenn dein Teller und dein Geldbeutel leer ist? Davon kannst du nicht leben! Deine tolle Ehre ist im normalen Leben keinen Pfifferling wert! Lern lieber, wie man ein Schwert führt! Vielleicht sollte ich dir kostenlosen Unterricht geben, damit du es überhaupt mal lernst!" - "Verrotte doch, Rosenohr!" - "Geh kämpfen lernen, Spitzohr!" Damit schien der Disput beendet, Selicia verschwand nach oben, Shaya nach draußen und warf kräftig die Tür zu. Siltith stand immer noch etwas überrascht mitten im Raum und blickte erst der einen dann der anderen hinterher, ehe er Ibenir ansah. "Was um alles in der Welt war das denn?!", fragte er ihn fast schockiert. Augenscheinlich war ihm so ein Verhalten besonders von seiner Schülerin fremd. Währenddessen war Selicia in ihrem Zimmer angekommen und warf ebenfalls mit Wucht die Tür zu, ehe sie sich hinlegte und versuchte, wieder zu Atem zu kommen. Hergott, war sie gerade wütend. Grummelnd drehte sie sich auf die unverletzte Seite und starrte die Wand an. Mehr konnte sie ja gerade schlecht tun.

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Re: Des Schmiedes Paradies

Beitrag von Ibenir » So, 03. Jul 2011 15:01

Ibenir lächelte kopfschüttelnd in sich hinein. "Nun ja zumindest geht es Selicia wieder gut", murmelte er und begann dann, das Haus zu säubern. Er würde sie jetzt nicht auf diese Situation ansprechen und die Waldläuferin zu trösten gehörte auch nicht zu seinen Aufgaben, also machte er sich daran, die Hausarbeit der letzten Tage in Angriff zu nehmen. Dazu gehörte, weniger das Abwaschen des Geschirrs (das hatte er bislang regelmäßig erledigt) als vielmehr das Wäschewaschen und reinigen der anderen Räume des Hauses. Bislang hatte er sich vielmehr um Selicia gekümmert als den Haushalt zu verrichten, sogar das Schmieden war selten geworden. So machte er sich also daran, sowohl Selicias Sachen, als auch die eigenen in einem Waschzuber zu reinigen, eine schweißtreibende Arbeit, zumal es recht warm momentan war. Dennoch hatte er nicht vor diese Arbeiten weiter aufzuschieben, deshalb reinigte er danach die Böden. Siltith blickte manchmal zu ihm herüber, kümmerte sich jedoch mehr um seine Ausrüstung. "Du magst ein geordnetes Leben oder?", fragte der Waldläufer schließlich. "Ich kenne nichts anderes, alles andere würde mich mehr verwirren und es tut meinem Beruf auch nicht gut", erwiderte der Schmied. "Tu dir einen gefallen und probiere dennoch etwas anderes aus, du bist noch jung und solltest so viel du kannst kennenlernen, bevor die die Zeit wegläuft. Niemand lebt ewig und keiner weiß wie lange wir auf der Erde zu leben haben. Manchmal muss es nur ein dummer Zufall sein und wir sterben. Lebe nicht für die Arbeit, arbeite für dein Leben." Ibenir nickte und blickte kurz zum Fluss. "Genau deswegen bin ich hierher gezogen. Hier ist es ruhiger und ich habe meine Natur um mich herum. Das hat mein Leben schon sehr verbessert."Der Waldläufer blickte ihn verständnisvoll an: "Das mag sein, aber glücklich wirst du auf Dauer nicht sein, du bist ein Elf der zum Reisen geboren ist, das spüre ich." Ibenir lächelte und wandte sich wieder der Arbeit zu. "Ich werde drüber nachdenken", sagte er mehr zu sich selbst als zum Waldläufer.

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Re: Des Schmiedes Paradies

Beitrag von Selicia » Mi, 06. Jul 2011 22:07

Die nächsten Tage verliefen sehr ruhig in der kleinen Oase, sah man einmal davon ab, dass sich Selicia und Shaya bei jeder Gelegenheit angifteten und Beleidigungen an den Kopf warfen, die in einer Schenke definitiv zu einem Mord geführt hätten. Wenn man von der falschen Schenke ausging. Das seltsame an diesen Streitigkeiten war aber, dass es nie über Worte hinaus ging und sobald sich ein Dritter einmischte, dieser plötzlich das Ziel von beiden war. Sie sich quasi verbündeten und dann gemeinsam gegen den Eindringling vorgingen. Keine von beiden gab es zu, aber sie schätzten einander. Nur eben auf eine sehr...eigene Weise. Selicias Wunden heilten langsam aber sicher aus und es wurde mit jedem Tag sicherer, dass es keine Werwolfsinfektion war. Die Wundränder gingen immer weiter zusammen und die Wunden waren trocken und juckten teils fürchterlich, was Siltith lachend als gutes Zeichen betrachtete. Selicia wäre ihm dafür gerne ins Gesicht gesprungen, immerhin kostete es sie ihre ganze Überwindung, den Schorf nicht wieder abzukratzen, nur, damit das Jucken endlich aufhörte. Von dem Blutverlust erholte sie sich auch, nur ihre Kleidung von dem Tag, die war so ziemlich nicht mehr zu retten gewesen, daher lief sie jetzt immer in etwas von Ibenirs Sachen herum, was diesem gar nicht so schlecht zu gefallen schien. Dass er sich aus den Streitigkeiten zwischen Shaya und Selicia herauszuhalten hatte, hatte er schon bei der ersten bemerkt und entsprechend bekam er auch nie was ab. Nur Siltith unternahm anfangs noch mal Versuche, die beiden zu trennen. Gab es dann aber doch auf. Weil sobald die beiden nicht mehr zusammen waren, waren sie wieder ganz normal, wie sonst auch. Ibenir machte Selicia eines Abends den Vorschlag, doch nun bald mal zum Dorf aufzubrechen, was sie ja schon seit längerer Zeit vorhatten und mittlerweile hatte sie sich genug an die neue Situation gewöhnt, dass sie zustimmte. Am übernächsten Tag wollten sie aufbrechen und der kam dann auch schneller als erwartet.
Bereits früh morgens schlug Selicia die Augen auf und blinzelte zum Fenster. Offen, wegen der Wärme. Ohne es zu merken rieb sie wieder mit der Hand über den Verband, unter dem es schon wieder juckte. Als das dann doch mehr oder weniger in ihren Verstand sickerte, verzog sie die Lippen und nahm die Hand wieder fort, stand dann einfach auf. Das war immer noch besser als so still im Bett zu liegen und schlafen konnte sie eh nicht mehr. Dafür stand heute eigentlich zu viel an. Und sie war auch zu aufgeregt dafür. Bisher kannte sie ja nur Ibenir, Siltith und Shaya, aber heute ging es in ein richtiges Elfendorf, wo es von Spitzohren nur so wimmeln würde. Ihr war immer noch ein wenig mulmig bei diesem Gedanken, aber ein Rückzieher war jetzt nicht. Sie würde Shaya bestimmt keine neue Munition liefern. Auf gar keinen Fall! Das Anziehen war ziemlich schnell erledigt, genau wie ihre Ausrüstung schnell bereit lag und dann auch verstaut war. Sie hatte ja nicht viel. Im Rest des Hauses war es noch still, augenscheinlich war sie mal vor allen anderen wach, was ja eher ungewöhnlich war, immerhin war Ibenir ein chronischer Frühaufsteher. Entsprechend versuchte Selicia das Obergeschoss möglichst leise zu verlassen und ging dann nach draußen, in den Garten, wo sie sich unter die Trauerweise setzte. Ihr erklärter Lieblingsplatz. Nachdenklich starrte sie auf das Wasser und fröstelte leicht bei der aufsteigenden Kühle. Wie der Tag wohl verlaufen würde? Siltith hatte angekündigt, die beiden zusammen mit seiner Schülerin in das Dorf zu begleiten, woraufhin die beiden Frauen sich wieder giftige Blicke zugeworfen hatten. Irgendwie störte es Selicia, dass die beiden immer noch da waren. Es hatte ihr vorher...besser gefallen, nur mit Ibenir. Naja, das war dann zumindest für die nächsten Tage dann erst mal passé. Jede Menge Elfen...

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Re: Des Schmiedes Paradies

Beitrag von Ibenir » Do, 07. Jul 2011 19:58

Ibenir hatte sich die letzten Tage aus allen Streitigkeiten herausgehalten und war damit ganz offensichtlich besser mit gefahren als der Meister Siltith. Den Schmied freute es, dass er in dieser Situation besser informiert war und sich besser auskannte als der Waldläufer, dem man offenbar stets nur Respekt entgegenbrachte. Und nun lernte er mal die Realität der unteren Schichten kennen, wo so ein Umgang herrschte. das Ergebnis war, dass er nun vorsichtiger mit seiner eigenen Schülerin sprach, da diese in Selicias Umgebung ihr Gehabe ablegte und zur Furie wurde, wann immer sich Gelegenheit ergab. Der Schmied hatte sich bislang daran gemacht die nun bevorstehende Reise vorzubereiten. Da es erst mal nur bis zum Dorf war, war dazu nicht viel nötig, sie würden nur einen Tag dahin brauchen, wenn sie langsam liefen und Ibenir hatte darauf bestanden, weil Selicia sich zwar besser fühlte aber er sie auch weiterhin gesund halten wollte. Einen kleinen Streit und einige Kratzer auf der Schulter des Schmiedes später hatte er sie dann auch überzeugt. Sie war eine sehr impulsive Frau und als Mann musste man sich sehr in Acht geben. dafür war sie umso lieber, wenn sie gute Laune hatte. Das kam wegen der Nähe von Shaya momentan zwar selten vor aber er genoss diese Momente dann trotzdem völlig. Im Gegenzug verhielt sich Shaya ihm gegenüber weiterhin freundlich, ebenso wie der Meister, der seine Schmiedekunst betrachtet hatte und für sehr gut erklärte. "Sie sind zwar noch nicht so gut wie die Schwerter deines Vaters, aber du lernst unglaublich schnell. Wenn du weiterhin hart arbeitest und vielleicht mal reist, könntest du irgendwann sogar besser werden als er es ist", meinte dieser mit wohlwollendem Blick. Das hatte Ibenir erst mal einige Zeit lang aus der Bahn geworfen, denn der Elf war ein derartiges Lob gar nicht gewöhnt, und da der Waldläufer sich mit Schwertern auskannte, freute sich Ibenir umso mehr darüber. Am Tag der Abreise war Ibenir schon wach als die Söldnerin aufstand, er saß jedoch im Lesezimmer. Langsam begab er sich nach draußen und blickte nach unten, wo sie unter der Weide verschwand. Es war offenbar auch ihr Lieblingsplatz geworden und lächelnd blickte er sich um.

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Re: Des Schmiedes Paradies

Beitrag von Selicia » Sa, 09. Jul 2011 22:50

Selicia zerpflückte einen kleinen Ast der Weide zwischen den Fingern und starrte dabei versonnen auf den Fluss. Ihr war doch ziemlich mulmig dabei, sich in ein ganzes Dorf voll mit Elfen zu begeben. Nur weiter vor sich her schieben konnte sie das wohl nicht mehr, ansonsten bedeutete das einen Gesichtsverlust, den sie sich besonders bei Shaya im Leben nicht leisten würde. Alleine schon aus Trotz würde sie mit zu diesem Dorf laufen, es über sich ergehen lassen und dann ging es ja quasi schon wieder zurück. Die Überreste des kleinen Astes wurden in den Fluss geworfen und immer noch völlig ruhig saß Selicia da. Bewegte sich nicht mehr einen Millimeter. Am liebsten hätte sie jetzt Ibenir bei sich gehabt, damit sie ein paar ruhige Minuten zusammen verbringen konnten, bevor der Trubel los ging oder wieder irgendjemand in der Nähe herumlungerte. Selicia war beinahe von einer Art innerer Unruhe befallen, wie eigentlich immer, wenn sie verletzt war. Es war nötig, dass man sich dann ruhig verhielt, damit die Wunden verheilen konnten, nicht wieder aufrissen und sich dann gar entzündeten oder so, aber genau diese erzwungene Ruhe ging ihr fürchterlich auf die Nerven, genau wie Ibenirs Beharren darauf, dass sie den Weg in aller Ruhe und langsam gehen würden, damit sie sich nicht überanstrengte. Sie war kein kleines Kind mehr, verdammt noch mal! Ein weiterer Ast wurde von der Weide gerupft, zerpflückt und dann in den Fluss geworfen. Und dann hielt sie es dort nicht mehr aus und stand wieder auf, um zurück ins Haus zu gehen. Als sie unter der Trauerweide hervor trat, kam ihr Ibenir durch den Garten entgegen. Das beruhigte ihre innere Unruhe dann doch wieder halbwegs und sie trat ihm entgegen, gab ihm einen Kuss, schlang die Arme um seine Taille und legte den Kopf auf seine Schulter. Schloss die Augen und atmete fast entspannt aus. Seine Anwesenheit und Nähe wirkten wie ein Beruhigungsmittel auf sie, machten aus der Wildkatze mit rasiermesserscharfen Krallen eine kleine schnurrende Katze, die die krallen eingezogen ließ. Zwar nicht immer, aber zumindest so weit, dass sie keinen ernsthaften Schaden anrichteten. Im Grunde freute sie sich eigentlich darauf, wieder unterwegs zu sein, es war nur das Ziel und die Reisebegleitung, die ihr so quer gingen. Entspannt atmete Selicia einmal tief aus und kuschelte sich mit dem Nasenrücken ein wenig an seinen Hals.

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Re: Des Schmiedes Paradies

Beitrag von Ibenir » Do, 14. Jul 2011 9:45

Als Ibenir nach unten in den Garten lief, kam ihm Selicia bereits wieder entgegen. Ihr Gesichtsausdruck wirkte verdrießlich, wie seit Tagen schon. Ibenir vermutete, dass sie nervös war. Zum einen ärgerte sie sich mit Shaya rum, dann kamen noch die Verletzung und die Reise hinzu. Er hatte schon öfter bemerkt, dass es Selicia nicht recht war, wenn er von einer Reise ins Dorf gesprochen hatte. Er vermutete sie fürchtete sich einfach vor Elfen, so lächerlich es sich bei Selicia anhören mochte. Und dann war da noch die Sache mit der Ruhe, Ibenir bemühte sich, das Selicia sich schonte, etwas was ihr ebenfalls zuwider war, dennoch hatte sie ihn bislang nicht ernsthaft angefaucht. Sie wusste warum er es tat und außerdem setzte er sich eher mit beharrlicher Ruhe als mit Härt gegen sie durch, sodass er zum Ende des Tages nahezu immer das erreicht hatte was er wollte. Als sie sich an ihn kuschelte lächelte der Elf zufrieden und drückte sie sachte an sich. Er hatte Momente wie diese in den letzten Tagen zu selten erlebt, seit Shaya und Siltith da waren ging es hier drunter und drüber, sodass Selicia und er kaum Zeit für sich hatten. "Wenn wir wieder da sind werden wir unsere Ruhe haben", meinte er nur und küsste die Söldnerin auf die Stirn. Oben fing es an laut zu werden, da die beiden Waldläufer nun hinauskamen und ihre Ausrüstung ablegten. Ibenir drückte Selicia noch einmal, dann ließ er sie los und sie stiegen die Treppe hinauf zum Hof, wo Ibenir bereits alle Dinge aufgestapelt sah, die sie in den letzten Tagen zusammengepackt hatten. Shaya hatte Selicias Sachen in den Händen, was laut Ibenirs Erfahrungswerten schon wieder Zündstoff genug für einen stundenlangen verbalen Kampf war. Er hatte noch nie gesehen, dass Elfen sich zu einer derartigen Streitlust hinreißen lassen konnten, aber ganz offenbar war Shaya alles andere als eine Vorzeigeelfe. Den Grund kannte er nun ebenfalls, Siltith hatte ihm erklärt, dass Shaya eine Halbelfe war, ihre Mutter war ein Mensch, deshalb auch ihre recht impulsiven Charakterzüge. Es hatte ihn erstaunt, dass sie dennoch bei den Waldläufern aufgenommen worden war, aber ihre körperlichen Fähigkeiten waren auf einer Stufe mit einem normalen Elfen, sodass damals nichts gegen sie gesprochen hatte. Nur an ihrer Beherrschung musste der Meister ganz offensichtlich noch feilen. Sie schafften die Ausrüstung auf die andere Seite der Brücke, dann richtete Ibenir die Insel wieder so her, wie er es in der Nacht getan hatte, als die Werwölfe durch die Gegend gezogen waren. Anschließend kletterte er die senkrechte Felswand in den garten hinunter und durchquerte den Fluss. Man musste es Dieben ja nicht noch leichter machen, indem man Brücke und Tür offen ließ. Dann liefen sie schweigend mit ihrem Gepäck den Pfad entlang, der zur großen Straße ins Dorf führte. Der Schmied hatte sich mit seinen Waffen und dem normalen Gepäck behangen und dann gestern Abend noch ohne dass sie es mitbekommen hatte einige Sachen aus Selicias Rucksack in seinen verstaut, damit sie weniger tragen musste.

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Re: Des Schmiedes Paradies

Beitrag von Selicia » Sa, 16. Jul 2011 15:21

Gerne hätte sie etwas länger so mit ihm hier gestanden. Einfach nur in seinem Arm, seinen Duft in der Nase und die Wärme seiner Haut an ihrer. Aber von langer Dauer sollte dieser Moment nicht sein, das wusste Selicia. Reise ins Elfendorf, brrr. Und dann auch noch zusammen mit Shaya, ganz toll. Bei diesen Gedanken sank Selicias Laune wieder ziemlich hinab und auch seine Worte, dass sie wieder mehr Ruhe haben würden, wenn sie wieder zurück wären, tröstete sie im Moment nicht wirklich. Da lag immer noch der Besuch des Dorfes und die Reise mit Shaya zwischen und auf beides war die junge Söldnerin alles andere als scharf. Leider war genau die wohl schon wach und bereitete mit ihrem Meister die Abreise vor, was ziemlich gut zu hören war. Ibenir drückte sie noch einmal an sich und ließ sie dann los, um mit ihr zusammen nach oben zu gehen. Selicias Augen wurden schmal, als sie Shaya mit ihrem Gepäck in der Hand sah. Auch die junge Elfe giftete mit ihren Blicken zurück, aber noch gab es keinen Streit. Dafür war es dann doch wohl zu früh am Tag, wie es schien. Bis auf die giftigen Blicke passierte gar nichts. Selicia nahm sich nur recht heftig ihr Gepäck und das wars. Ibenir verriegelte das Haus und nachdem alle auf dem Weg standen, die Brücke bereits hinter sich gelassen, machte er sein Zuhause wieder unzugänglich, genau wie in der Nacht mit den Werwölfen. Mit ihrer Tasche und einem kleinen Rucksack beladen stand Selicia da und beobachtete ihn dabei. Das Gepäck kam ihr gar nicht so schwer vor, sie war also schon wieder fitter als erwartet. Also was sollte dieser ganze Zirkus von wegen schonen und das alles? Sie war doch nicht aus Zucker, sondern eine Söldnerin, für die es jeden Tag dazu gehörte, mit genau so etwas zu leben und zu arbeiten. Je eher sie mehr oder weniger damit wieder anfing, umso besser. Ihre Handschuhe baumelten an ihrem Gürtel, wo sie ihren Stammplatz hatten und der Dolch von Ibenir hatte seinen festen Platz in ihrem Stiefel eingenommen. Am liebsten hätte sie Ibenir doch noch etwas angetrieben, damit sie endlich los konnten. Die Reiselust hatte sie wieder voll in ihren Fängen und sie fühlte sich ausgeruht und kräftig genug für den Marsch. Alles war besser, als herum zu sitzen oder über das Ziel dieser Reise nach zu denken. Shaya hielt sich etwas von Selicia entfernt und wenn es nach dieser ging, konnte das verdammt noch mal auch so bleiben. Und wie befürchtet gaben Ibenir und Siltith ein langsames Reisetempo vor, etwas was Selicia richtig gegen den Strich ging. Sie waren nicht unterwegs, um sich die schöne Landschaft anzusehen, die sowieso nur aus Bäumen bestand, sondern um ein Ziel zu erreichen. Und dieses langsame Schleichen machte die junge Söldnerin immens unruhig. Hielten die sie etwa für so zart und zerbrechlich, dass man sie extra vorsichtig behandeln musste oder was?! Hergott, sie war eine Söldnerin! Kein Zuckerpüppchen. Entsprechend gereizt und schon wieder ziemlich patzig fiel auch ihr Kommentar dazu aus. "Wieso schleichen wir eigentlich so? Die Bäume sind nicht gerade so beeindruckend, dass ich mir jeden einzelnen ansehen muss und dafür hätte ich bei dem Schneckentempo locker die Zeit. Wollen wir da heute noch ankommen oder morgen?" In ihren Augen blitzte schon wieder die Wut auf, als sie zwischen den beiden Elfen hin und hersah. "Und wenn ihr jetzt mit dem Mist kommt, von wegen ich muss mich schonen und so einen Blödsinn, falls es euch noch nicht aufgefallen sein sollte, ich bin eine Söldnerin, keine verhätschelte Adelige oder sowas." Herausfordernd blitzten ihre Augen die beiden an.

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