Die Straßen des Hügellandes

Die Heimat der Shiín.
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Die Straßen des Hügellandes

Beitrag von Gilldor » Sa, 05. Nov 2011 13:09

Zwei Wochen waren seit seinem Fortgang vergangen. Gilldor hatte ein gutes Stück Weg zwischen sich und seiner Heimat zurück legen können. An machen Tagen in dieser Zeit war er ununterbrochen ohne Rast gelaufen, an anderen hatte er viel geruht. Doch stets war in ihm der Drang gewesen diese ihm so vertrauten Ländereien zu verlassen, alles hinter sich zu lassen, was ihn schmerzhaft an die Vergangenheit erinnerte. Der Schmerz saß tief. So tief, dass er nicht einfach so verschwinden würde. Aber mit jeder Meile, die er lief, fühlte er sich befreiter und es fiel ihm leichter zu atmen. Er negierte seine schmerzenden und wunden Füße, unterdrückte die allgegenwärtige Müdigkeit, die auch nicht wich, wenn er lange und tief schlief. Alles was zählte, war das Vorankommen.

Es war früher Morgen als er unter einem dicht belaubten Baum erwachte. Er hatte die Nacht über mit dem Rücken gegen den dicken Stamm gelehnt geschlafen. Das war zwar wenig bequem gewesen, aber das Laubdach war ein guter Schutz gegen den Wind und das Wetter gewesen. Seit dem Beginn seiner Reise nächtigte er auf diese Weise. Sein Rücken dankte es ihm mit Schmerzen, die mit denen in seinen Füßen konkurrierten. Mühselig erhob er sich und streckte sich ausgiebig. Dabei spürte er die Verspannungen in seinen Nackenmuskeln, die er mit kreisenden Bewegungen seiner Finger zu lösen versuchte. Als der Schmerz etwas nachließ, bückte er sich um seine an den Baum Stamm gelehnten Katana zu nehmen und steckte sie wieder in seinen Gürtel, der aus einer einfachen Stoffschärpe bestand. Die Klingen schob er zwischen Schärpe und sein Hemd. Dann schnallte er sich den kleinen Rucksack über die Schulter und ging den kleinen Hang hinab in Richtung Straße.

Nachdem ihm die ersten Schritte schwer gefallen waren, fand er schnell wieder seinen Rhythmus und das richtige Tempo. Die Bewegung half ihm sich in seine Gedanken zu verlieren, so dass er nur wenig von seiner Umgebung mitbekam, die an ihm vorüber glitt. Auch die Leute, die an ihm vorbei zogen, nahm er nur am Rande war. Gedanklich war er noch immer in Zeaihn und bei dem, was er dort verloren hatte.

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Re: Die Straßen des Hügellandes

Beitrag von Selicia » Sa, 05. Nov 2011 15:34

Selicia kommt von Des Schmiedes Paradies

Wie lange war es jetzt her, dass sie die Suche hatte aufgeben müssen? Zwei Wochen? Oder war es schon länger? Fast automatisch setzte sie ihre Handgriffe und sattelte Calista, so wie Ibenir es ihr beigebracht hatte. Erinnerungen waren alles was blieben und dieser gottverdammte Schmerz, der einfach nicht aufhören wollte. Nachdem sie die treue und ruhige Stute gesattelt hatte, rollte sie ihre Decke zusammen und befestigte sie am Sattel, verstaute dann ihre wenigen Habseligkeiten in den großen Satteltaschen. Mit einer Hand fuhr sich Selicia einmal durch die Haare, das musste mal das Kämmen ersetzen und befestigte dann den Waffengürtel an ihrer Hüfte. Den bläulichen Dolch von Ibenir trug sie wie immer im Stiefel. Den Wald hatte sie recht bald verlassen, alleine unter diesen unzähligen Bäumen...nein, das war einfach nicht ihres. Das war Ibenirs Welt gewesen. Selicia musste sich an Calista lehnen und die Tränen nieder kämpfen. Mehr als das tote Pferd hatte sie nicht gefunden, aber die Chancen des Waldelfen waren wohl geschwindend gering, es lebend da heraus zu schaffen. Also besser sie fand sich damit ab, dass sie ihn niemals wieder sehen würde. Noch einmal tief durchgeatmet und sie hängte sich den elfischen Kapuzenmantel um, den sie seit Beginn der Reise immer trug. Die Kapuze tief ins Gesicht gezogen prüfte sie noch einmal den Sattelgurt und stieg dann auf, lenkte die Stute zurück auf den Weg. Dieser führte zwar nicht strikt nach Norden, so wie sie es gerne hätte, zurück in bekannte Gefilde, zurück in die Heimat, auch wenn es dort nichts gab was sie erwartete. Aber immer noch besser als hier zu bleiben, wo wirklich alles an Ibenir erinnerte. Wieder einmal wischte sich Selicia über das Gesicht, strich dabei eine Haarsträhne ihres blonden Haares hinter das Ohr. Zurück blieb nur eine kleine Feuerstelle und ein wenig platt gedrücktes Gras, mehr erzählte nicht davon, dass hier in der Nacht jemand gelagert hatte. Gemütlich zottelte die Stute den Weg weiter entlang, nur locker hielt die junge Söldnerin die Zügel in der Hand, hinter der Stirn ein leichtes Pochen. Wie es für sie beinahe üblich war, hatte sie versucht, den Schmerz in Alkohol zu ertränken. Leider ließen ihre Vorräte entsprechend schnell nach und mehr als Kopfschmerzen blieben am nächsten Tag nicht. So schenkte sie der Umgebung keinerlei Beachtung, sondern saß einfach nur gemütlich auf der Stute und ließ sich weiter tragen. Dank der Kapuze fiel nur wenig Licht in ihr Gesicht und sie war dankbar für den Schatten, den sie spendete. Selten nur begegneten ihr andere Reisende und die vermieden mehr oder weniger den Kontakt mit der seltsamen Gestalt in waldelfischer Kleidung und bewaffnet mit einem Langschwert auf dem Rücken der fuchsigen Stute. Die Erwiderung eines Grußes hätten sie eh nicht zu erwarten gebraucht. Nur grob orientierte sich Selicia in der Himmelsrichtung, hauptsache, sie kam in den Nordreichen an. Der Rest war ihr egal. Immerhin war sie dort schon fast überall gewesen, so viel wie sie schon als Kind gereist war. Und daher würde sie sich auch zurecht finden, fertig. Solange sie nicht mit den Söldnern Seberas aneinander geriet war alles gut. Erst als Calista tatsächlich einmal anhielt und auf der Stelle tänzelte, hob Selicia einmal wirklich den Kopf und sah sich um. Was die Stute hatte, konnte sie nicht sagen. Von der Seite kam zwar jemand zu Fuß, aber das hatte das Pferd bisher auch nicht wirklich interessiert. Daher setzte sie einfach den Schenkeldruck, wie sie es gelernt hatte, um sie zum Weiter gehen zu bewegen, als Calista etwas höchst ungewöhnliches tat. Sie stieg. Selicia war zwar in der Lage, sich auf einem Pferderücken zu halten, aber mit einem plötzlich steigenden war sie völlig überfordert. Entsprechend fiel sie wunderbar nach hinten weg und rollte sich zu ihrem Glück noch etwas ab, sonst wäre es wohl sehr schmerzhaft geworden. Verdutzt saß sie auf dem Boden und starrte das mittlerweile völlig nervöse Tier an, was um eine Stelle herumtänzelte, ehe ihr die zusammengerollte Schlange dort auffiel. "Woah!", kam es erschrocken von ihr und sie wich so schnell zurück wie sie im Moment konnte, ehe sie ganz aufstand und in respektvollem Abstand um das Reptil herum ging, um ihr Pferd wieder einzufangen. Die Kapuze war dabei von ihrem Kopf gerutscht und offenbarte das blonde Haar, was so gar nicht zu dem Rest der Kleidung passte. Schließlich waren Waldelfen schwarzhaarig.

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Re: Die Straßen des Hügellandes

Beitrag von Gilldor » Sa, 05. Nov 2011 16:18

Gilldor war tief in seinen Gedanken versunken als er das erschrockene Wiehern und danach den Ruf einer Frau vernahm. Er befand sich gerade an einer Steigung der Straße, die ihm die Sicht auf das was vor ihm lag verperrte, doch mit schnellen Schritten hatte er diese erklommen. Oben angekommen, musste er die Hand abschirmend gegen die Sonne über die Augen heben um Etwas erkennen zu können. Gerade noch konnte er sehen wie sich ein Pferd aufbäumte und seinen Reiter abwarf. Die Frau, die bis eben noch im Sattel gesessen hatte, lag nun am Boden.

Im Gehen zog er seine Katana und näherte sich vorsichtig. Als er bis auf ein paar Meter heran war, sah er den Grund für die Panik der Stute. Mitten auf der Straße lag eine Schlange, die sich mindestens ebenso erschrocken hatte wie das Pferd. Vorsichtig ging er neben dem Reptil in die Hocke, streckte eine seiner Klingen aus und versuchte das Tier darauf zu schieben. Erstaunlicherweise gelang ihm das Kunststück und er erhob sich rasch um zum Straßenrand um zu eilen. Dort warfe er die Schlange in die Grasnarbe. Erst als sicher war, dass sie in Richtun Wiese schlängelte und nicht wieder zur Straße hin, drehte er sich zu der Frau um.

Er steckte die Klingen wieder weg und beugte sich über sie. Stumm reichte er ihr eine Hand um ihr beim Aufstehen zu helfen. Die Frage nach ihrem Befinden erübrigte sich für ihn, da sie wach war und auf den ersten Blick unversehrt zu sein schien. Mit der anderen Hand griff er nach den Zügeln des Pferdes und hielt es davon ab weiter unruhig zu tänzeln.

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Re: Die Straßen des Hügellandes

Beitrag von Selicia » Sa, 05. Nov 2011 16:42

Nun, zumindest hatte Selicia vorgehabt, aufzustehen und nach Calista zu sehen, als mehr oder weniger plötzlich ein Shiín vor ihr stand und ihr die Hand entgegenstreckte. Im ersten Reflex wollte sie diese beinahe beiseite stoßen, einfach aus Mißtrauen, aber dann ergriff sie sie doch und ließ sich auf die Beine helfen. Während sie sich ein paar Grashalme von der Kleidung klopfte beobachtete sie ihn mißtrauisch. Von diesem Volk wusste sie eigentlich nur, dass es herausragende Kämpfer waren, mit denen man sich besser nicht anlegte. Irgendwie gefiel es Selicia nicht, dass er Calista an den Zügeln hielt, immerhin war dieses Pferd so etwas wie ihre einzige Verbündete, daher nahm sie ihm die Zügel aus der Hand, erwiderte immer noch seinen Blick. Nun, bedanken sollte sie sich zumindest, das wäre wohl das Mindeste. "Danke", kam es etwas mißtrauisch von ihr und sie zog am Zügel, damit Calista näher zu ihr heran kam. Erst dann ließ sie einmal den Blick über ihn gleiten, einfach um ihn einschätzen zu können. Ziemlich stark bewaffnet, aber das waren wohl alle Shiín und sie war ja auch nicht gerade unbewaffnet. Mit der freien Hand zog sie die Kapuze wieder über ihren Kopf. "Gute Reise", wünschte sie ihm noch und nickte ihm einmal freundlich zu, ehe sie wieder auf Calista stieg. Auf Gesellschaft war sie alles andere als scharf, man kam dann immer nur irgendwie ins Gespräch und dann erfuhren andere Leute zu viel über die eigene Person. Und wozu es geführt hatte, sich auf jemand anderen einzulassen, hatte sie ja erst vor so kurzer Zeit erfahren. Ibenir war höchstwahrscheinlich tot und dem war sie auch nur durch Zufall begegnet. Aber noch ging er selber nicht seiner Wege, sondern sah sie an, was sie doch ein wenig nervös machte. Diese Shiín waren immerhin ziemlich gute Kämpfer, aber das war auch alles, was sie über dieses Volk wusste. Hatte sie ihn jetzt vielleicht unbewusst beleidigt oder sowas? Oder erwartete er noch etwas von ihr? Sie hatte sich doch schon bedankt, das sollte ja wohl reichen. Trotzdem stand er immer noch da und langsam fühlte sich Selicia vorsichtig ausgedrückt ein wenig dämlich. "Ist etwas?", fragte sie gereizt und auch mit einer leichten Aggression in der Stimme. Zu der freundlichen Sorte hatte sie noch nie gehört und durch ihren Verlust war sie noch kratzbürstiger als sonst, was jetzt wohl vermutlich der Falsche abbekam, aber das hatte Selicia noch nie gestört.

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Re: Die Straßen des Hügellandes

Beitrag von Gilldor » Sa, 05. Nov 2011 16:59

Als ihm die fremde Frau die Zügel aus der Hand nahm und auf ihr Pferd stieg, wich er einen Schritt nach hinten zurück. Er ging lieber auf Abstand zu dem Tier. Man wusste nie ob sie es gut mit einem meinte und ehe man sich versah traten sie nach einem. Außerdem hatte er nicht vor von ihr umgeritten zu werden. Ihrem Blick hielt er stand und ließ ihn nur kurz musternd über sie gleiten als sie sich in den Sattel schwang. Sie war ein Mensch. Er war noch nicht vielen Menschen begegnet. Doch er hatte wenig Gutes von und über sie gehört. Aber sie schien nicht die Absicht zu haben ihm Schaden zufügen zu wollen. Sie bedankte sich gar bei ihm, wobei er eine gewisse Agressivität aus ihren Worten heraus hören konnte.

Interessiert blieb sein Blick auf ihrem Schwert hängen, das sie auf dem Rücken trug. Waffen waren seine Leidenschaft, alles was er noch im Leben hatte und er verstand zumindest so viel von ihnen, dass er ein gutes Schmiedewerk von einem schlechten unterscheiden konnte. Leider war die Klinge außerhalb der Distanz, dass er Feinheiten hätte erkennen können.

"Schöne Waffe habt Ihr da.", sagte er schließlich. Kein Gern geschehen oder eine Erwiderung ihres Grußes. Er war sich nicht einmal sicher ob es klug war sie darauf anzusprechen, aber er wusste nichts anderes zu sagen ohne gleich zu viel von sich preis zu geben. Immerhin kam es nicht alle Tage vor, dass er einer Menschenfrau half, die von ihrem Pferd abgeworfen worden war.

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Re: Die Straßen des Hügellandes

Beitrag von Selicia » Sa, 05. Nov 2011 17:58

Waffe? Meinte er etwa ihr Langschwert? Selicias Blick ging hinab zu ihrer Taille, wo ihr Schwert an seinem Waffengurt hing. "Das ist ein normales Langschwert. Nicht mehr", antwortete sie und zuckte dabei mit den Schultern. Der interessierte sich wohl für Waffen, reichten ihm seine nicht? Immerhin schien er mit zweien auf einmal zu kämpfen. Oder wollte er eine Vorführung oder sowas? Calista stand völlig ruhig und bewegte nur ein wenig die Ohren, wartete wohl, dass es weiter ging. Das war das Schöne an dieser Stute, sie war völlig friedlich, sah man von auf der Straße liegenden Schlangen ab. Selicia wischte noch ein paar Grashalme von ihrem Knie und sah den Shiín jetzt fast etwas gelangweilt an. Ihre Geduld war schon jetzt mehr als erschöpft und als sie leise seufzte fiel ein Schatten über ihr Gesicht, der sich nicht mehr vertreiben ließ. "Es ist nicht mehr als eine Standardbewaffnung in den Nordreichen, wie es wohl auch diese seltsamen Schwerter sind, die Ihr da mit Euch tragt." Es kam zwar nicht häufig vor, aber Selicia konnte durchaus höflich sein, zumindest was eine höfliche Ansprache anging. "Seit Ihr fertig damit, es zu betrachten? Ich habe noch einen weiten Weg vor mir und möchte nur ungern Stunden lang hier herumstehen, damit Ihr Euch meine Waffe ansehen könnt." Da schlich sich allerdings wieder Gereiztheit in ihre Stimme. Wirklich gut ging es ihr nicht, dafür trank sie momentan schon wieder viel zu viel und schlief auch zu schlecht. Da hatte sie nicht sonderlich viel Lust, sich mit einem dahergelaufenen Shiín zu beschäftigen, so interessant das auch sein könnte. Man begegnete Angehörigen dieses Volkes ja nicht wirklich häufig. Kaum hatte sie auch nur einen Gedanken an Wein verschwendet, da bekam sie schon wieder Durst, was vermutlich auch daran lag, dass sie bisher noch nicht wirklich viel getrunken hatte. Weder Wein noch Wasser. Daher griff sie kurzerhand in ihre Satteltasche und holte die Wasserflasche heraus, um einen tiefen Schluck zu nehmen, ehe sie diese wieder verstaute. Das half sogar etwas gegen die Kopfschmerzen.

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Re: Die Straßen des Hügellandes

Beitrag von Gilldor » Sa, 05. Nov 2011 18:24

Gilldor verlagerte sein Gewicht von einem Bein auf das andere. So ließ zumindest kurzzeitig der Schmerz in seinen wunden Füßen nach. Er schwor sich in der nächsten Ortschaft Stiefel zu kaufen. Sie waren zumindest auf langen Strecken von Vorteil, auch wenn er für seine Kämpfe immer noch am liebsten barfuss blieb.Unwillkürlich griff er an seinen Gürtel und fuhr mit den Fingern über die Schwertgriffe als die unbekannte Frau ihn auf seine eigenen Waffen hin ansprach. "Das sind Katana. Sie sind die üblichen Klingen in meiner Heimat.", sagte er dann um wie sie es auch getan hatte zu erläutern, dass es sich um mehr als seltsame Schwerter handelte.

"Ich war noch nie in den Nordreichen und Ihr seid der erste weibliche Mensch, der mir begegnet. Verzeiht mir also meine Neugierde.", fuhr er fort und trat wieder näher an das Pferd und seine Reiterin heran. Behielt aber genügend Abstand zum Kopf des Tieres. Als sie zu ihrer Wasserflasche griff, spannte er kurz seine Muskeln an und war bereit seine Klingen zu ziehen. Erst als ihre Hand nicht zum Schwert ging, sondern sie nur etwas trinken wollte, ließ er seine Hand wieder sinken. "Ich weiß wo Ihr Euren Wasservorrat wieder auffüllen könnt. Es wird warm werden heute und Ihr solltet genügend Wasser dabei haben." Noch im selben Moment als er die Worte aussprach, fragte er sich warum er ihr diesen Rat gegeben hatte. Er kannte sie nicht und eigentlich war es ihm egal ob sie genügend Wasser dabei hatte oder nicht. Aber vielleicht war es einfach nur ihre Gesellschaft, die ihn zu dieser Art von Fürsorge verleitete. Immerhin hatte er die letzten Wochen mit keinem ein Wort gesprochen.

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Re: Die Straßen des Hügellandes

Beitrag von Selicia » Sa, 05. Nov 2011 18:50

Katana trug dieser Shiín also mit sich herum, was für ein seltsamer Name. Aber vermutlich kam ihm der Name Langschwert genauso seltsam vor. Andere Länder, andere Sitten oder wie das hieß. Die Formulierung erster weiblicher Mensch klang allerdings gelinde gesagt etwas herablassend, hätte Selicia das beurteilen müssen. Sie hätte das menschliche Frau genannt, aber sie wollte ja nicht mit diesem Mann streiten. Eigentlich nur ihn wieder los werden. Entsprechend war sie auch nicht sonderlich glücklich, als er wieder näher heran trat. So etwas beinhaltete normalerweise den Wunsch oder die Absicht, sich noch weiter zu unterhalten. Als er ihr dann aber sagte, sie solle genug Wasser mit sich führen und er wisse einen Ort, wo es welches gab, sah sie ihn einfach nur verblüfft an. Was sollte das hier denn werden? Im Grunde hatte er natürlich Recht, sie musste ja nicht nur sich selbst versorgen, sondern auch Calista, andererseits hatte sie keine Lust, sich mit einem Fremden zu beschäftigen. Selicia blickte zur Seite und ließ den Blick etwas über das Gras gleiten, dann seufzte sie leise und streckte ihm die Hand entgegen. "Selicia Rhaquast", das musste als Vorstellung dann erst einmal reichen. Manche behaupteten zwar, dass es Macht über eine Person gab, wenn man deren Namen kannte, aber Selicia war nicht gerade sehr abergläubisch, daher war es ihr egal, wenn jemand wusste, wie sie hieß. Immerhin hatte sie mal das Ziel gehabt, berühmt zu werden. Das war ja in den letzten Monaten und besonders in den letzten Wochen ein wenig gestorben. "Wo lang geht es?", fragte sie ihn ein wenig müde und wartete dann, dass er die Führung übernahm. Absteigen und laufen hatte sie keine Lust drauf, auch wenn es ihr vermutlich nicht geschadet hätte. Leicht zuckte sie zusammen, als die Narbe an ihrer Seite ziepte und rieb dann mit dem Daumen über die Seite. Die Verletzung war lange verheilt, aber sie spürte noch deutlich, wo der Werwolf ihr diese Wunde gerissen hatte. Mittlerweile erschien es ihr, als wäre all das in einem anderen Leben passiert.

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Re: Die Straßen des Hügellandes

Beitrag von Gilldor » Sa, 05. Nov 2011 19:06

Selicia hieß sie also. Ein merkwürdiger Name. Der junge Shiín presste die Lippen zu dünnen Strichen zusammen während er darüber nachdachte ob es ratsam war ihr seinen Namen zu nennen. Es war weniger die Angst, dass sie Macht über ihn erlangen konnte. Mehr noch war es die bl0ße Tatsache, dass sie noch immer ein Mensch war. Aber nun hatte er schon so viele Schritte getan, da musste er auch diesen wagen. Schon allein weil sie als erste die Distanz zwischen ihnen überwunden hatte und ihm gesagt hatte wie er sie von nun ansprechen konnte.

"Gilldor.", antwortete Gilldor. "Das ist mein Name.", fügte er erklärend hinzu und verengte leicht die Augen als sie sich an die Seite griff. Wenn jemand wusste was Schmerzen waren, dann er. Auch jetzt noch, drei Monate nach dem furchtbaren Brand und Zydieras Tod spürte er bei Wetterwechseln oder ungünstigen Bewegungen die zahllosen Narben, die das Feuer hinterlassen hatte. "Folgt mir. Ich zeige Euch den Bach. Dort könnt Ihr rasten und Eure Wunden versorgen.", fuhr er nach einigen Minuten fort, in denen Schweigen zwischen ihnen geherrscht hatte. Ohne eine weitere Reaktion abzuwarten, drehte er sich um und ging den Weg zurück, den er gekommen war. Nach ein paar Metern wich er von der Straße ab und lief quer über die Wiese. Der Bach war nicht weit entfernt von dem Baum gelegen an dem er geschlafen hatte. Er verließ sich darauf, dass sie ihm folgte.

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Re: Die Straßen des Hügellandes

Beitrag von Selicia » Sa, 05. Nov 2011 19:25

Selicia nickte nur, als er seinen Namen nannte. Sie dachte schon lange nicht mehr darüber nach, ob ein Name seltsam klang oder nicht. Dafür hatte sie jetzt schon wirklich genug mit Elfen zu tun gehabt, deren Namen in ihren Ohren immer seltsam klangen. Erklären hätte er sich aber nicht müssen. Hielt er sie für doof oder hatte er einfach nur noch etwas mehr sagen wollen? Selicia dachte einfach nicht weiter darüber nach. Einen Bach hatte er also gefunden oder kannte ihn von früher oder sowas. Als er aber von Wunden sprach, sah Selicia ihn wieder verwirrt an. Sie war doch nicht verwundet? Aber dann fiel ihr ein, dass sie sich gerade über die Narben an ihrer Seite gestrichen hatte. Er beobachtete sie also aufmerksam. War das jetzt gut oder schlecht? Selicia zupfte nur leicht an den Zügeln und trieb Calista an, damit sie Gilldor folgte. Gemütlich zuckelte die Stute dem Shiín hinterher und die junge Söldnerin nutzte die Gelegenheit, um ihn noch einmal etwas zu mustern. Er bewegte sich mit einer großen Selbstsicherheit, wirkte fast wie eine Raubkatze auf der Jagd. Keine unnötigen Bewegungen, zielstrebig und fließend. Das hörte zwar wohl niemand gerne, aber Selicia verriet das einiges über ihn. Sie beschloss, sich besser nicht mit ihm anzulegen. Gegen die Katanas war sie wohl mit ihrem Langschwert machtlos und auf einen waffenlosen Kampf würde er sich wohl nicht einlassen. Leider. Das tat ja nie jemand. Schweigend legten die beiden den Weg zu dem Bach zurück. Selicia war noch nie eine von der redseligen Sorte gewesen und Gilldor gehörte wohl auch dazu. Den Bach hörte die junge Söldnerin bevor sie ihn sah. Ein leises Wasserglucksen verriet ihn. Am Ufer angekommen schwang Selicia die Beine über die Kruppe von Calista und führte die Stute an das Wasser heran, damit sie trinken konnte. Dann nahm sie den Kapuzenumhang ab und wusch sich das Gesicht. Falls Gilldor diese Gelegenheit nutzen sollte, um sie zu töten, nun, dann war das halt so. Es war eh niemand mehr da, der auf sie wartete. Gesicht und Hände noch nass richtete sie sich wieder auf und drehte den Oberkörper ein wenig hin und her, um die Narbe ein wenig zu dehnen. Dann stand sie wieder auf und holte ihren Wasserschlauch vom Sattel, um diesen erneut zu füllen. Ein Bad würde ihr auch nicht schaden, das lag nun doch schon eine Weile zurück, dass sie eines genossen hatte. Vielleicht sollte sie einfach hier ihr Lager aufschlagen und ganz schlicht und einfach mal einen Tag rasten. Ein Bad nehmen, ihre Ausrüstung pflegen und ihre Sachen waschen. Die Idee gefiel ihr gar nicht schlecht.

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Re: Die Straßen des Hügellandes

Beitrag von Gilldor » Sa, 05. Nov 2011 19:52

Gilldor stand nicht der Sinn danach sie zu töten. Sie hatte ihm bisher keinen Grund für Aggressionen gegeben und ihre musternden Blicke hatte er nicht bemerkt. Er war froh über ihre Gesellschaft, auch wenn sie nicht die Beste war. Aber er war nicht wählerisch. Hauptsache er war nicht mehr länger allein. Lang genug war er nur mit sich und einen Gedanken, den Erinnerungen und seinen Träumen allein gewesen. Jedes Bild, das in ihm hoch kam, wenn er die Augen schloß, ängstigte ihn. Nachts war es am schlimmsten, wenn die Müdigkeit ihn dazu zwang zu schlafen. Unwillkürlich schauderte er und trat neben das Pferd an das Ufer des Baches. Dort hockt er sich nieder und formte seine Hände zu einem hohlen Gefäß. Er nahm etwas Wasser und ließ es sich über das Gesicht und den Hals laufen. Dabei verirrten sich einige Tropfen in und unter sein Hemd. Die Kühle tat gut und vertrieb die trüben Gedanken.

Im Aufstehen wischte er sich die nassen Hände an der Hose ab und musterte Selicia eingehender. Für eine menschliche Frau war sie ganz ansehnlich. Ihre blonden Haare schimmerten im Sonnenlicht und unter ihren Kleidern konnte er in etwa ihren Körperbau ausmachen. Viele Muskeln schien sie nicht zu haben, aber mager war sie auch nicht gerade. Da er nicht wusste wie andere Menschenfrauen aussahen, konnte er nicht ausmachen ob sie nun als schlank galt unter ihresgleichen. Für seinen Geschmack hatte sie eine ausreichende Figur, die aber nicht im Mindesten mit der von seiner großen Liebe mithalten konnte.

Leise seufzend schloß er die Augen. Das Bild von Zydiera erschien vor seinen Augen und es stach schmerzhaft in seinem Herzen. Er drehte sich von Selicia weg. Sie sollte nicht sehen wie er mit sich rang. Er brauchte einige Augenblicke, dann würde er sich wieder fangen. Nur ein paar Minuten.

"Wollt Ihr... rasten?", fragte er, ohne sich zu ihr umzudrehen, um das Schweigen zu brechen und Fragen vorzubeugen. Lediglich am Zucken seiner Muskeln war erkennbar, dass er noch immer mit sich kämpfte.

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Re: Die Straßen des Hügellandes

Beitrag von Selicia » Sa, 05. Nov 2011 21:03

Auch der Shiín kniete am Ufer des Baches nieder und trank etwas Wasser. Damit wirkte er gleich viel weniger unnahbar oder gar gefährlich. Worüber Selicia sowieso nicht nachdachte. Im direkten Nahkampf lagen ihre Stärken, sollte er also wirklich angreifen würde er sowieso sein blaues Wunder erleben. Aber er schätzte sie wohl genauso ein wie sie ihn. Als nicht gefährlich. Dass Gilldor sie ebenfalls musterte, bemerkte Selicia nicht und selbst wenn, es hätte sie nicht interessiert. Sie war es gewohnt. Oft genug war sie angestarrt worden, da gewöhnte man sich an solche Blicke. Als der Wasserschlauch voll war, befestigte sie ihn wieder am Sattel und lehnte sich leicht an Calista, als er sie fragte, ob sie rasten wolle. Eigentlich war die Antwort nein, sie wollte sich nicht länger als nötig an irgendeinem Ort aufhalten. Besonders nicht am Wasser, was unweigerlich die Erinnerungen daran zurück brachte, wie der Fluss Ibenir mit sich gerissen hatte. Aber das hier war nur ein Bach und Calista würde eine Rast nicht schaden, genauso wie ihr. Dann könnte sie einmal baden und ihre Ausrüstung versorgen. Das kam sowieso immer viel zu kurz. Nachdenklich glitt ihr Blick über die angrenzende Flora, für ein kleines Feuer war hier genügend Grünzeug. Also warum nicht? Es eilte ja nicht. Leise seufzte Selicia. "Ich denke, das werde ich tun. Calista wirds mir wahrscheinlich danken und meine Ausrüstung auch." Mit diesen Worten öffnete sie den Sattelgurt und wuchtete dann den schweren Reitsattel vom Rücken der Stute, legte ihn unter einem Baum ab, ehe sie ein Halfter und ein Seil aus diesen Habseligkeiten suchte und Calista auch das Zaumzeug und die restlichen Sachen abnahm. Dann streifte sie ihr das Halfter über die Nase und befestigte an diesem das Seil, welches sie einmal um den Baum schlang, unter dem der Sattel lag. Der Mantel landete obenauf. Dann blickte sich Selicia nachdenklich um. Was jetzt? Holz sammeln? Ein kleines Feuer machen? Lohnte eigentlich noch nicht. Und dann war da immer noch Gilldor. Der schien sie ja regelrecht ins Herz geschlossen zu haben. Calista war ihr schnaubend gefolgt und stupste die junge Frau nun an, als wenn sie gestreichelt werden wollte oder etwas zu fressen haben wollte. Sanft strich sie der Stute über die weiche Nase und blickte den Shiín dann an. "Wollt Ihr auch rasten oder weiter reisen?", erkundigte sie sich bei ihm. Beinahe wäre ihr die vertrautere Anrede des Du heraus gerutscht, was sie sich gerade noch hatte verkneifen können. Eigentlich war es ganz angenehm, sich mal wieder mit jemandem zu unterhalten, aber er war nicht Ibenir. Und worüber sprach man bitte schön mit einem Shiín?

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Re: Die Straßen des Hügellandes

Beitrag von Gilldor » Sa, 05. Nov 2011 21:20

Gilldor drehte sich wieder um als er hörte wie Selicia ihr Pferd absattelte. Er wollte fragen ob er ihr helfen sollte, doch er ließ es. Schweigend sah er ihr dabei zu wie sie den schweren Sattel bewältigte, das Tier zum Baum führte unter dem er bis vor ein paar Stunden noch geschlafen hatte. Als die Stute zu ihr kam und sie die Frage stellte ob er auch rasten wollte, kam er näher zu ihr. Hilet aber weiterhin genügend Abstand zu ihr um ihr nicht das Gefühl einer Bedrohung zu geben oder sie einzuengen.

"Seid Ihr schon lange unterwegs?", fragte er als er neben dem Baum angekommen war und sich gegen den massiven Stamm seitlich anlehnte. In derselben Bewegung verschränkte er die Arme vor der kräftigen Brust und suchte ihren Blick. Die Frage war mehr rhetorisch gemeint. Ihre Kondition verriet ihm, dass sie schon lange reiste ohne eine wirkliche Pause einzulegen zwischendurch. So wie er auch. Insofern waren sie sich sehr ähnlich. Wovor sie wohl auf der Flucht war? Eins stand fest, eine glückliche Frau sah anders aus. Das hatten alle Völker gemein, man sah ihnen ihre Gefühle zu großen Teilen an. Auch er konnte nur schwer seinen eigenen Kummer verbergen. Während er so über sie nachdachte, betrachtete er sie noch einmal genauer. Sein Blick blieb vor allem an ihren Rundungen hängen. Sie reichte zwar nicht an Zydiera ran, aber das konnte keine Frau.

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Re: Die Straßen des Hügellandes

Beitrag von Selicia » Sa, 05. Nov 2011 21:33

Gilldor schien bleiben zu wollen, zumindest kam er näher heran und lehnte sich dann mit vor der Brust verschränkten Armen an den Baumstamm. Auf die Frage hin, ob sie schon lange reiste, wurde ihr Blick fast ein wenig leer, als sie an ihr Leben dachte. Sie war immer unterwegs gewesen."Hmm", kam es von ihr und sie überlegte kurz, "bis auf ein paar Pausen von ein paar Monaten schon mein ganzes Leben", war dann ihre Antwort. Trocken und sachlich, ganz unterdrücken konnte sie den Schmerz aber nicht. Die letzten Monate nicht. Da war sie im Wald gewesen, hatte bei Ibenir gelebt. Den sie an das Wasser verloren hatte, wo er doch so gut hatte schwimmen können. Kurz starrte sie auf einen nicht sichtbaren Punkt, die Augen etwas leer, Schmerz auf den Zügen. Aber dann wandte sie sich schon wieder ab. "Dass Ihr noch da seid verstehe ich mal als ein ja auf meine Frage", stellte sie dann fest, immerhin war er nicht gegangen, schien also auch rasten zu wollen. Musste sie sich jetzt mit ihm befassen? War eigentlich höflicher, nur große Lust hatte sie darauf nicht. Eigentlich konnten ihr alle anderen Lebewesen gestohlen bleiben. Na gut, fast alle. Calista war ja eine angenehme Ausnahme. Diese graste mittlerweile und kümmerte sich nicht um ihre Herrin und den Shiín. Selicia rieb sich über die Stirn und fuhr sich dann durch die Haare. Die Frage blieb die Gleiche, was jetzt zuerst tun. Feuerholz sammeln oder etwas anderes. Eigentlich wäre es sinnvoll erst einmal dafür zu sorgen, immerhin war das momentan die wichtigste Aufgabe, mit der man sich körperlich befassen musste. Der Rest war nebensächlich. "Wenn Ihr bleiben wollt, wäre es sehr freundlich, wenn Ihr mir bei der Feuerholzsuche helfen würdet", wandte sie sich dann an ihn und schaffte es sogar, ihre Stimme nicht allzu genervt klingen zu lassen, sondern wirklich mehr nach einer Bitte. Was an sich auch weniger zu ihr passte, aber Ibenir hatte es doch geschafft, die raue Söldnerin ein bißchen zu schleifen, auch wenn es nicht viel sein mochte.

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Re: Die Straßen des Hügellandes

Beitrag von Gilldor » Sa, 05. Nov 2011 22:00

Wenn jemand Selicias Schmerz nachempfinden konnte, dann der junge Shiín. Es war mehr eine Ahnung als ein Wissen, das ihn in der Annahme bestärkte, dass auch sie jemanden verloren hatte, der ihr sehr am Herzen gelegen hatte. Aber er sprach es nicht aus. "Ich reise erst seit etwa zwei Wochen.", sagte er und überlegte ob er begründen sollte warum er aufgebrochen war. Doch er entschied sich dagegen. So gut kannten sie sich noch nicht. Betont tief atmete er ein und aus, strich sich eine Strähne aus dem Gesicht und kam näher, hielt aber immer noch einen Abstand zu der Frau. Etwa einen Meter neben ihr blieb er stehen und versuchte ihre Mimik zu lesen. Er sah tiefen Kummer in ihren Augen und dass dieser noch nicht sehr lange in ihr wohnte. Welch seltsame Fügung des Schicksals... zwei so unterschiedliche Wesen, die auf der Flucht sind, finden inmitten der Wildnis zueinander um sich gegenseitig ein wenig Halt zu geben. , dachte er sich und legte den Kopf leicht schräg. Beinahe körperlich konnte er ihren Verlust spüren oder war es mehr sein eigener? Sachte schüttelte er den Kopf und seufzte leise. "Ich werde Feuerholz suchen, ruht Ihr Euch aus.", sagte er nach einigen Augenblicke der Stille. Er sehnte sich auch nach Ruhe, aber er wollte der Frau nicht noch zumuten das schwere Holz zu tragen.

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