Die Straßen des Hügellandes

Die Heimat der Shiín.
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Re: Die Straßen des Hügellandes

Beitrag von Gilldor » So, 15. Jan 2012 20:05

Selicias Fürsorge tat ihm gut. Es war etwas anderes, wenn man zu zweit reiste, als den langen Weg allein zu bestreiten. Außerdem hatte das Reiten neben all den Nachteilen auch den Vorteil, dass man auf lange Sicht schneller voran kam und auch mit viel weniger Kraftaufwand. Zu Fuß hatte er öfters rasten müssen, weil er einfach nicht mehr weiter gekonnt hatte. Dank Schattenmähne reduzierten sich die Pausen erheblich, auch wenn er wohl noch ein paar Tagen brauchen würde bis er ohne Beschwerden würde reisen können.

Ihren Wunsch die Hügelländer bald hinter sich zu lassen, teilte er mit ihr aus tiefstem Herzen. Für ihn war es seit Monaten keine Heimat mehr und es war an der Zeit für ihn weiterzuziehen. Die große weite Welt lockte und bot ihm neue Möglichkeiten. Vor allem aber konnte er vergessen. So schön die Zeit mit Zydiera auch gewesen war, sie war tot und vergangen. Sein Leben musste weitergehen und dank Selicia hatte er den Mut dazu gefunden endlich wieder nach vorn statt nach hinten zu sehen.

"Gegen ein vernünftiges Lager in der kommenden Nacht hätte ich auch nichts einzuwenden.", meinte er grinsend und glich sich dem schnelleren Tempo an, indem er mit den Bewegungen des Hengstes mitging. So langsam hatte er den Dreh raus wie man ritt. Auf ihre Anweisung hin, hielt er sich an dem Sattelknauf fest und drehte sich halb um auf dem Rücken des Pferdes. Er kniff die Augen zusammen um gegen das Licht mehr erkennen zu können und meinte weit hinter ihnen ein oder mehrere Gestalten ausmachen zu können, war sich aber nicht sicher ob es nur Bäume waren. "Wir sollten wachsam bleiben. Ich bin mir auf die Entfernung nicht sicher ob uns wer folgt, aber auszuschließen ist es nicht. Hier in der Gegend gibt es viele Shiín, die sich in Banden zusammen geschlossen haben und Raubzüge unternehmen.", sagte er als er sich wieder herum gedreht hatte und die junge Söldnerin ernst anblickte.

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Re: Die Straßen des Hügellandes

Beitrag von Selicia » Mo, 16. Jan 2012 14:18

Selicia lächelte ihn an, als er sie so angrinste. Automatisch. Als wenn sie sein Spiegel wäre. Augenscheinlich konnte Gilldor mehr sehen als sie, denn Selicia hatte nichts ausgemacht. Und auf eine Bande von Shiín konnte sie gut verzichten, immerhin hatte dieses Volk den Ruf, verdammt gute und schnelle Kämpfer hervor zu bringen und sie hatte schon gegen so ziemlich jeden Waldelfen alt ausgesehen. Wobei es dort immer noch mehr Spaß und Training gewesen war, kein Kampf auf Leben und Tod. Gegen einen Menschen konnte sich Selicia ihre Chancen eher ausrechnen, als gegen einen Shiín oder einen Waldelfen. "Dann wollen wir mal hoffen, dass es keine Verfolger sind. Wenn es Shiín sind, dann wirds lustig. Keine Ahnung, ob ich es mit einem aufnehmen kann, der Verrückte war ja auch mehr Glück als Verstand." Selicias Miene verdüsterte sich und sie kratzte über den Verband an ihrer Hand. Die Wunden verheilten schnell, waren ja nur oberflächlich, aber die Erinnerung blieb. Und wenn Selicia eines hasste, dann war es Schwäche. Und da sie einem ausgebildeten Shiín-Kämpfer wohl haushoch unterlegen war, war sie in ihren Augen schwach. Was schon jetzt gewaltig an ihr fraß. Und dann nervte es sie ohnegleichen, dass sie ständig wachsam sein musste. Selicia war das irgendwie leid. Sie wollte nicht immer aufpassen, nicht immer auf der Hut sein. Die Zeit im Waldelfenreich hatte ihr eine Lebensart aufgezeigt, die sie gar nicht gekannt hatte bis zu dem Zeitpunkt, aber die ihr jetzt schon fehlte. Man hatte schlafen gehen können, ohne noch einmal die nähere Umgebung absuchen zu müssen, man hatte aufwachen können, ohne gleich vollständig wach sein zu müssen. Vorbei. Und ob sie so einen Ort noch einmal finden würde war fraglich. Fast ein wenig verärgert strich sie sich durchs Haar und drehte sich um, konnte aber nichts ausmachen. Und das machte sie schon wieder unruhig.

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Re: Die Straßen des Hügellandes

Beitrag von Gilldor » Mo, 16. Jan 2012 15:06

"Sollten es Räuber sein, überlass sie mir. Greif sie nicht direkt an. Ich kenne ihre Art zu kämpfen, immerhin bin ich selbst ein Shiín.", entgegnete er mit einem Grinsen und wurde rasch wieder ernst. "Ihren Schwertern solltest du ausweichen, die Klingen sind so scharf, dass sie ein Haar in der Luft zerteilen können. Während meiner Ausbildung habe ich oft genug Bekanntschaft damit gemacht." Gilldor war nicht der beste Kämpfer, aber er wusste mit den beiden Katana, die er mit sich herumtrug umzugehen. Auch kannte er die Art und Weise wie so ein Kampf ablief. Es würde alles andere als einfach werden, aber mit viel Glück würde er sie so lange hin halten können bis sich eine Möglichkeit zur Flucht ergab. Das musste reichen.

Ein leises Seufzen kam von ihm und er griff nach Selicias Hand. Er hoffte sich geirrt zu haben und dass es nur irgendwelche Schemen waren, die verschwunden waren, wenn er sich erneut umdrehte. Aber sollte er das wirklich wagen? Irgendwie hatte er Angst, dass es doch keine Bäume waren und ihnen jemand folgte. Zu Zweit konnten sie gegen eine ganze Bande wenig ausrichten. Er war Schmied und kein Krieger und Selicia konnte mit einem Schwert nicht umgehen. Ihre Kampfhandschuhe würden ihr wenig gegen die fliegenden Klingen nutzen, deren Schneiden so scharf waren, dass es ihr die Finger absägen würde. "Ich liebe dich, Selicia.", sagte er unvermittelt und beugte sich zu ihr hinüber um sie zu küssen. Dabei warf er einen kurzen Blick nach hinten. Die Schatten waren noch da und wenn er sich nicht irrte, waren sie größer geworden. "Verdammt.", zischte er und sah die junge Söldnerin eindringlich an. "Wir sollten entscheiden was wir tun. Kämpfen oder versuchen zu fliehen."

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Re: Die Straßen des Hügellandes

Beitrag von Selicia » Mi, 18. Jan 2012 11:33

Selicia würde Gilldor bestimmt nicht die Räuber überlassen, wenn es denn welche waren und die Beine in die Hand nehmen. So weit kam das noch, als wenn sie sich nicht gegen ein paar Shiín wehren konnte! So weit kam das noch! Seine Ratschläge speicherte sie trotzdem weit hinten in ihrem Gehirn ab. Extrem scharfe Schwerter, hm? Ob die auch so stabil waren wie ihr Langschwert? Das galt es dann noch herauszufinden, aber nicht unbedingt heute. Irgendwie passte es ihr nicht, dass Gilldor mehr oder weniger versuchte sie zu beschützen, als wenn sie sich nicht selber verteidigen könnte. Aber hey, das bedeutete auch, dass er sie unterschätzte, vielleicht taten das dann auch andere Shiín, das wäre ja praktisch! Dann biss man doch schon mal lieber die Zähne zusammen und trat seinen Stolz in den Hintern, damit er die Klappe hielt. Überrascht zog Selicia die Augenbrauen hoch, als Gilldor ihre Hand ergriff. Der fühlte sich im Sattel ja wirklich schon um einiges heimischer als vorher, wie es aussah. Sie hob den Kopf und lächelte ihn fast automatisch an, aber noch bevor sie antworten konnte, hatte er sich schon zu ihr gebeugt und ihr einen Kuss gegeben. Musste sie halt kurz warten, ehe sie "Ich dich auch", flüsterte. Und dann war dieser Moment auch schon vorbei, Gilldor drehte sich erneut um und Selicia tat es ihm gleich. Jetzt sah sie auch, was er meinte. "Das sind definitiv keine Bäume oder sowas", kam es alarmiert von ihr und wie überlegte. Aber nur kurz. In so einer Situation musste man schnelle Entscheidungen treffen. Ein schneller Blick auf Schattenmähne, dessen Atem wieder ruhig ging, dann auf Calista, bei der das sowieso war und sie nickte. "Halt dich fest, wir nehmen die Beine in die Hand!", wies sie Gilldor an, ehe sie das Seil um ihren Sattelknauf wieder fester zurrte, dem Shiín noch einen kurzen Blick zuwarf und dann der Stute die Sporen gab. Fast verärgert klappte diese die Ohren nach hinten, gehorchte aber, genau wie Schattenmähne. Im gestreckten Galopp ging es weiter.

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Re: Die Straßen des Hügellandes

Beitrag von Gilldor » Mi, 18. Jan 2012 13:08

Dass Gilldor Selicia nur beschützen wollte, weil er Angst um sie hatte und nicht etwa ihre Fähigkeiten im Kampf hatte kritisieren wollen, war vermutlich nicht bei der jungen Söldnerin angekommen. Da sie aber das Thema auch nicht weiter ausweitete, zeigte dem Shiín, dass es dann doch nicht allzu verkehrt aufgenommen hatte. Er liebte sie und wollte nur das Beste für sie. Im Ernstfall war er durchaus bereit sein Leben für das ihre zu geben, wenn es ihres rettete. Doch hoffte er, dass es nie so weit kommen mochte, denn immerhin hatten sie erst vor einigen Tagen zueinander gefunden. Ihre Antwort auf sein 'Ich liebe dich' zeigte ihm, was er schon vermutet hatte. Sie war ihm nicht böse oder zumindest zeigte sie es in diesem Moment nicht. Er schenkte ihr ein Lächeln und warf noch einmal einen Blick nach hinten. Es war ein merkwürdiges Gefühl von Angehörigen des eigenen Volkes verfolgt zu werden. Einerseits schmerzte es, andererseits hatte er sich aber auch durch sein offenes Bekenntnis zu Selicia von ihnen entfernt. Wenn die Gruppe sie einholte und ihn zusammen mit ihr sahen, waren sie beide zum Tode verurteilt. Dieser Gedanke bereitete Gilldor Angst. Große Angst.

Deswegen befürwortete er die Selicias Entscheidung zu fliehen. Er bereitete sich auf den kommenden Galopp vor indem er sich mit einer Hand am Sattelknauf fest hielt und sich die andere wieder in der Mähen fest krallte. "Dann sollten wir zusehen, dass wir ihnen entkommen. Wenn sie uns zusammen sehen, werden sie keine Gnade kennen. Da nutzt es mir auch nichts, dass ich eigentlich einer von ihnen bin!", meinte er mit einem sarkastischen Unterton in der Stimme und einem schiefen Grinsen. Es war Galgenhumor, denn selbiger drohte ihnen, wenn sie der Bande in die Hände fielen. Bei seinen vielen Reisen durch die Hügellande hatte er genügend Bäume gesehen in deren Ästen Menschen aufgehangen worden waren.

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Re: Die Straßen des Hügellandes

Beitrag von Selicia » Fr, 20. Jan 2012 13:52

Andere waren durchaus berechtigt, sich Sorgen um Selicia zu machen, nur war es immer besser, wenn sie das für sich behielten. Die Söldnerin mochte es nicht sonderlich. Aber Gilldor hatte sich augenscheinlich schnell an einige ihrer Eigenheiten gewöhnt, aber das war auch immer besser so. Selicia musste man nehmen wie sie war, dann kam man am besten mit ihr zurecht. Aber anstatt jetzt eine Diskussion deswegen zu starten trieb sie die Stute an und damit auch Schattenmähne. Ob die Räuber, wenn es denn welche waren, zu Pferde waren, hatte sie nicht sehen können. Hoffentlich nicht, dann wären sie klar im Vorteil. Selicia löste eine Hand von den Zügeln und löste einen ihrer Handschuhe, um sich den bei gestrecktem Galopp über die Hand zu ziehen, was sie auf der anderen Seite wiederholte. So sahen sie aus wie einfache Rüstung und würden wohl längst nicht so viel Aufmerksamkeit erregen wie am Gürtel. Selicia traute sich zwar durchaus zu, mehr als einen Shiín im waffenlosen Kampf zu schlagen, aber sobald ein Schwert oder besser gesagt Katana ins Spiel kam sah sie alt aus. Nur musste man ja nicht jeden Vorteil aus der Hand geben. Deutlich hörte man das Trappeln der Hufe auf dem Boden und das Schnauben der beiden Pferde. Hoffentlich waren die Räuber nicht beritten, dann hatten sie ein Problem. Mit Calista alleine hätte sich Selicia es durchaus zugetraut, sie abzuhängen, aber Schattenmähne war nicht mehr der Jüngste, stellte sich die Frage, ob er dieses Tempo lange halten konnte.

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Re: Die Straßen des Hügellandes

Beitrag von Gilldor » Fr, 20. Jan 2012 14:49

Gilldor seufzte leise als Selicia schwieg und sich stattdessen ihre gepanzerten Handschuhe anzog. Für ihn als geborenen Waffenkämpfer war es ein Rätsel wie man damit angreifen und sich selbst verteidigen konnte. Er brauchte zwei echte Waffen in seinen Händen. Sie verliehen ihm ein Gefühl der Sicherheit und er konnte gut genug damit umgehen um gegen einen oder mehrere gleichwertige Gegner zu bestehen. Vielleicht würde er seine Ansichten ändern, wenn er die junge Söldnerin einmal in Aktion gesehen hatte und um ihre Art zu kämpfen genauer Bescheid wusste. In diesem Moment kam ihm die Idee, einmal in einem Übungskampf gegeneinander anzutreten. Dann würden beide um die Stärken des anderen wissen und es würde weitere Diskussionen oder Streitigkeiten vorbeugen.

Aber ehe es so weit kam, mussten sie erst einmal aus dieser misslichen Lage heraus kommen und das möglichst unbeschadet. Also hielt er sich wieder einmal so gut es nur eben ging an Schattenmähnes Sattel und seinem Hals fest. Solange der Hengst unter ihm sich in einem normalen gemäßigten Tempo bewegte, hatte der Shiín nicht mehr wirklich Probleme sich im Sattel zu halten, doch wann immer er schneller wurde und in den Trab oder Galopp überging, bekam es Gilldor mit der Angst zu tun. Er wurde jedes Mal durchgeschüttelt und auch wenn er sich noch so sehr bemühte sich den Bewegungen anzupassen, gelang es ihm nicht wirklich. Deswegen blieb ihm nichts anderes übrig als zu hoffen, dass er nicht abgeworfen wurde.

Mit viel Mühe gelang es ihm einen Blick nach hinten zu werfen. Die Schemen waren noch immer deutlich erkennbar hinter ihnen und schienen auch nicht wirklich viel schneller zu werden. Es hatte den Anschein, dass es ihnen dieses Mal gelang sie abzuhängen. Der junge Mann hoffte inständig, dass sie zu den Shiín gehörten, die nicht auf Pferden ritten, weil sie zu verbunden waren mit ihrem eigenen Volk und nur zu Fuß gingen. So wie er es auch bis vor kurzem noch gehalten hatte. Nur in diesem Fall hatten sie reale Chancen ihnen zu entkommen, denn der alte Hengst unter Gilldor schnaufte schon nach wenigen Minuten vor Erschöpfung. Lange hielt er dieses Tempo nicht mehr durch.

"Ich glaube wir hängen sie ab... ich hoffe das dem so ist, denn Schattenmähne klappt noch zusammen, wenn wir weiter diese Geschwindigkeit beibehalten!", rief Gilldor über das Stampfen der Hufe und Keuchen des alten Gauls hinweg. Besorgt strich er dem Schimmel über den völlig verschwitzten Hals.

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