Der Shiín im Wolfspelz

Die Heimat der Shiín.
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Cirdan
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Rasse:Shiín/Gestaltwandler (Wolf)
Heimat:Hof nahe Zeaihn
Waffen:2 Katana, 1 Dolch
Inventar:Proviant, Feuerstein u. Zunder, Umhang
Re: Der Shiín im Wolfspelz

Beitrag von Cirdan » Do, 13. Sep 2012 21:33

Unwillkürlich zuckte Cirdan unter der doch sehr vertrauten Geste zwischen ihnen zusammen und sah sie verwirrt an. Er wusste ihren plötzlichen Sinneswandel nicht wirklich einzuordnen und nickte nur stumm. Ihr zuliebe würde er vorsichtig sein auch wenn er sich sonst nichts aus Schmerzen machte und diese meist ignorierte. Der Shiín rastete nur dann, wenn sein Körper nach Ruhe verlangte oder er bei Nacht in einem Gelände nicht weiterkam. Wäre er allein gewesen, hätte er sich humpelnd weiter durch den Wald geschlagen. Aber auch das verschwieg er Yastara gegenüber lieber. Sie sorgte sich schon genug um ihn. „Ich passe auf.“, gab er nur als Antwort zurück und zog das verletzte Bein an den Körper heran.

Als die Sprache abermals auf Janek kam, verzog er nur missmutig das Gesicht. Er wusste auch nicht recht warum der Mann mit einem Mal die Flucht ergriffen hatte und konnte nur spekulieren. Es war Jahre her seit sie sich zuletzt gesehen hatten und ihre Freundschaft war nie so tief gewesen, dass er alles von und über ihn wusste. Geredet hatten sie damals wie heute nicht viel miteinander. Ihre Freundschaft basiert mehr auf Kameradschaft, gegenseitiger Unterstützung und einer Verbundenheit, die nur zwischen den Gefangenen geherrscht hatte. Cirdan war sich dessen sicher, dass es nicht an seiner Freundin gelegen hatte, dass Janek so übereilt verschwunden war. Nur wie sollte er ihr das verständlich machen?

„Ich weiß es nicht.“
, gab er eine Spur zu heftig zurück und versuchte aus eigener Kraft aufzustehen. „Er meinte wir seien blind, wüssten nicht was wir aneinander hätten. Mir ist ebenso schleierhaft was er damit meint wie dir.“ Er wollte nicht darüber nachdenken. Seine Gefühle spielten ohnehin schon verrückt und wenn er sich jetzt noch eingestand, dass sein bester Freund erkannt haben sollte, dass er Yastara heimlich liebte, musste es mehr als offensichtlich sein. Dieser Gedanke behagte ihm ganz und gar nicht. Das Ganze überforderte ihn und er wollte am liebsten wie der Elf weglaufen. Am liebsten in der Gestalt des Wolfs. Wann immer er sich in ihn verwandelte, glaubte er von allem befreit zu sein und einfach nur ein Teil des Waldes zu sein. Doch sobald er sich wieder zurückverwandelte, kamen auch die Erinnerungen und damit verbundenen Schmerzen wieder. Allerdings spürte er auch die Veränderungen, die jede Verwandlung mit sich brachte. Vor allem nach langen Jagden oder Wegen, die er als Wolf zurücklegte, spürte er wie die Instinkte des Tieres seinen Verstand versuchten zu kontrollieren. Oftmals brauchte er Stunden um wieder klar denken zu können. Seit einigen Wochen hörte er viel schärfer und nahm feinere Gerüche wahr als er es zuvor gekonnt hatte. Das ängstigte ihn. Jedoch würde er es niemals zugeben.

Ihr Seufzen riss ihn aus seinen eigenen Gedanken und er sah sie an. Sie hatte Recht damit zurück zu ihrem Lager zu gehen. Die Nacht brach bald hinein und er wollte in der Nähe eines Feuers sein ehe es vollends dunkel wurde. „Nach dir.“, meinte er und deutete in die Richtung aus der sie vor einer unbestimmten Zeit gekommen waren. Hunger hatte er keinen, aber er musste Etwas essen. Soviel stand fest. „Hoffen wir, dass es nicht schon verkohlt ist oder sich Tiere daran gütlich getan haben.“, meinte er mit einem schelmischen Grinsen auf den Lippen und schritt, wenn auch humpelnd voran.

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