Alptraumhafter Blutrausch

In der Traumwelt können Charaktere unabhängig von ihrem Aufenthaltsort und ihrer Situation in der normalen Welt gespielt werden.
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In der Traumwelt können Charaktere unabhängig von ihrem Aufenthaltsort und ihrer Situation in der normalen Welt gespielt werden. Folgende Regeln gelten:
  • die Regeln Alvaranias (z.B. Magie) gelten auch in der Traumwelt
  • Handlungen in der Traumwelt haben keinen Einfluss auf die "reale" Welt und die Charaktere dort
  • jeder Charakter taucht in der Traumwelt nur einmal auf
  • Charaktere können ohne Erklärung in die Traumwelt einsteigen und aus ihr aufwachen, also aus dem dort laufenden Spiel heraus genommen werden
  • das Spiel im normalen Rollenspiel-Bereich geht immer vor
  • Charaktere dürfen und sollten nach 7 Tagen übersprungen und/oder mitgeschleift werden
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Kaveh
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Alptraumhafter Blutrausch

Beitrag von Kaveh » Sa, 09. Jun 2018 10:29

Das Wasser lief ihm im Maul zusammen und Geifer tropfte seine Lefzen hinab. Er hatte seit Tagen nichts gefressen und sein Magen knurrte ganz erbärmlich. Seine Muskeln, fast bis zum Zerreißen angespannt, traten majestätisch unter seinem seidig glänzenden Fell hervor. Dieses Menschlein, so fein und zerbrechlich, lag dort am Feuer und schlief seelenruhig. Fast als könnte er es körperlich spüren, hallte der langsame, aber doch stetige Rhythmus ihres Herzschlages durch die Dunkelheit der Nacht. Er konnte nicht länger widerstehen, nicht länger warten. Es gab nichts Berauschenderes als die Vorstellung, seine Fänge in ihren zierlichen Hals zu schlagen bis das Leben aus ihrem Körper weichen würde. Harte, grausame Natur, aber so war nun einmal das Leben. Die Schwachen mussten sterben, damit das Überleben der Starken gesichert werden konnte. Nur für einen kurzen Moment schloss das Raubtier die Augen und erinnerte sich an den Geschmack von Blut, wie es warm und metallisch seine Kehle hinab rann. Genug! Ermahnte er sich selbst, du solltest nicht länger warten, diese Gelegenheit auf leichte Beute nicht verstreichen lassen. Seine grünen Pupillen leuchteten im Schein der Flammen unheimlich auf, als er die Augen wieder öffnete. Er war bereit. Langsam und auf seidenweichen Pfoten bewegte er sich vorwärts, verließ das Dickicht des Waldes, das ihn bis zu diesem Moment verhüllt hatte. Sie würde ihm nicht entkommen, war ihm hilflos ausgeliefert und irgendetwas tief in ihm drin erregte dieser düstere Gedanke. Langsam und behutsam näherte er sich seinem Opfer, bis er nah genug herangekommen war, dass er das leichte pulsieren ihrer Halsschlagader wahrnehmen konnte. Seine Krallen traten hervor und gruben sich leicht in den Waldboden. Der gnadenlose Killer machte sich für seinen vernichtenden Sprung bereit. Erneut spannten sich seine Muskelstränge und dann sprang er.

Die Frau schlug ihre Augen auf und ein spitzer Schrei hallte durch die Dunkelheit der Nacht. Zu spät, denn noch ehe sie sich recht entsinnen konnte wie ihr geschah, umschlossen die mächtigen Kiefer des Pumas ihre Kehle und drückten erbarmungslos zu. Nein, sie würde keinen schnellen Tod erleiden, das Raubtier würde warten bis dem zarten Menschlein die Luft ausging und es leblos in seinen Fängen zusammenbrechen würde. Sie hatte ihm nichts entgegen zu setzen, sie gehörte jetzt ihm allein. Ihr Leben war verwirkt. Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit bis das Herz des Opfers den hoffnungslosen Kampf aufgab und endlich aufhörte zu schlagen. Behutsam, fast zärtlich könnte man meinen, löste das Raubtier seinen tödlichen Biss. Er blickte auf seine Beute hinab. So etwas wie ein Gewissen besaß er nicht. Mit seiner rauen Zunge leckte er einige Blutstopfen von der blassen Haut, dort wo zuvor seine Fänge eben jene durchschlagen hatten. Doch nun hatte seine Geduld ein Ende. Er hatte lange genug gewartet! Wild und ungezügelt begann er zu fressen, zerlegte seine Beute und schlang gierig das blutige Fleisch hinunter. Es war einfach herrlich und berauschend zu gleich. Ihm war es einerlei, dass sein golden glänzendes Fell von all dem Blut befleckt und verschmiert war. Er war ein wildes Tier, wieso sollte es ihn kümmern. Er hatte Hunger, also fraß er weiter und immer weiter bis nicht mehr auszumachen war, welches Wesen oder Tier sein Opfer einmal dargestellt hatte. Als das Raubtier seinen Appetit endlich gestillt hatte, ließ es sich gähnend nieder. Ein letztes Mal noch streckte es sich ausgiebig wie Katzen es nun einmal taten und schloss die Augen. Das Feuer war längst verloschen, nur noch einige Glut glimm vor sich hin. Er hatte nichts zu befürchten, wer sollte ihn im Schlaf schon etwas antun? Er war der König des Waldes, alle anderen Tiere seine Untertarnen. Schon bald würde das Morgengrauen ihn wieder wecken, doch bis dahin war noch etwas Zeit. Seine Ohren zuckten noch ein aller letztes Mal, dann sank er in einen tiefen Schlaf.

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Re: Alptraumhafter Blutrausch

Beitrag von Kaveh » So, 17. Jun 2018 9:58

Die Zeit verstrich, der Mond zog seine Bahn am Himmelszelt. Langsam, jedoch stetig, stieg die Sonne am Himmel empor und kitzelte Kaveh mit ihren Strahlen die Nase. Blinzelnd erwachte der Halbelf, er hatte so gut geschlafen wie schon lange Zeit nicht mehr. Er setzte sich gähnend auf und streckte sich ausgiebig. Er kostete die Momente des Erwachens aus und rieb sich müde die Augen. Dann, endlich war er wach und bereit für den kommenden Tag. Er blickte sich um und wollte seinen Augen kaum Glauben schenken. Blut! Überall war Blut! Er selbst war nackt, doch bevor er sich darüber noch wundern konnte, wurde ihm speiübel. Getrocknetes Blut klebte auf der Haut an seinen Armen und er wollte sich gar nicht recht vorstellen, wo sonst noch überall. Und doch tat er es… Galle stieg ihm die Speiseröhre hinauf, er sprang auf und musste sich übergeben. Was war nur geschehen? Er konnte sich an nichts erinnern. Er richtete sich wieder auf und versuchte gegen die Übelkeit anzukämpfen. Bleib ganz ruhig, atme tief und stetig. “Was hast DU nur getan?“, hallte eine vertraute Stimme in seinen Ohren. Verwundert blickte Kaveh sich um. Und dann sah er, was ER getan hatte. Es kostete ihn viel Kraft erneut seiner Übelkeit Herr zu werden. Der metallische Geruch von Blut, das leise Sirren der Fliegen und dieser Anblick, der sich tief in seine Netzhaut brannte und den er vermutlich nie wieder würde vergessen können. Dort, neben der erloschenen Feuerstelle, lag sie oder eben das, was ER von ihr noch übrig gelassen hatte.

Noch allzu deutlich konnte er die Farbe der langen Haare des Opfers erkennen. SEINES Opfers.
“DU hast mich ermordet!“, klang die Stimme diesmal vorwurfsvoll. Nein, nein, nein! Das alles konnte doch nicht wirklich sein. Mit aller Kraft, die er noch aufzubringen vermochte, schlug der Halbelf sich selbst. Wach auf! Wach verdammt nochmal einfach auf! Schmerz brandete durch seinen Körper, doch erwachen wollte er nicht. Nun gut, er musste sich erst einmal beruhigen. Beruhige dich, fasse wieder einen klaren Gedanken. Es muss für alles eine Erklärung geben! Er schluckte schwer und ging neben den Überresten in die Knie. Zögerlich streckte er die Hand aus und ein Schwarm von Fliegen stob auseinander. Es musste schon einige Zeit her sein, mehr als nur ein paar wenige Stunden. Er schluckte erneut schwer. “DU bist ein kaltblütiges Monster!“, schrie diesmal die Stimme auf. Kaveh zuckte zurück und wäre beinahe gestrauchelt. Er stützte sich erschrocken ab, doch was war das? Tiefe Furchen waren hier und dort im weichen, sandigen Waldboden auszumachen. ER hatte es wieder getan! Er hatte sich verwandelt, hatte die Kontrolle verloren und… Er schloss die Augen und versuchte sich erneut zu erinnern. Was war geschehen? Wieso hatte das Tier in ihm wieder gewütet? Eine einzelne Träne der Hilflosigkeit rann seine Wange hinab. “DU hattest meine Liebe nicht verdient!", erklang ihre Stimme diesmal kühl und gefühllos. Und sie hatte Recht: ER verdiente keine Liebe… Sein Herz schmerzte, seine Gefühle waren verbittert. Er sank auf alle Viere und gab erneut die Kontrolle ab. Wo war dieser mitleidlose Killer? Er sehnte sich nach ihm und ließ ihn erneut frei...

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