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Gebiete der Orks und wilden Menschen, und die Gebiete der Clans westlich von Arcanis und Mérindar. » Ortsbeschreibung
Shah'Nathwyen
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Beitrag von Shah'Nathwyen » Mo, 21. Jan 2008 11:04

Álukas Antwort hörte sie noch halb. Und sie verwunderte sie nicht. Er hatte kein Ziel. Genauso wenig wie unzählige Wanderer, die sie vor ihm traf. Wieso lebten alle so in den Tag hinein? Vor allem, wie konnte man das? Ohne Ziel durch die Welt gehen. Shah'Nathwyen verstand das nicht. Aber es war auch nicht ihr Problem.
Und im Moment zählte sowieso nur, ihr Pferd zu bekommen. Langsam und leise näherte sie sich dem Pferd. Nur der Schnee knirschte unter ihren Füßen. Áluka stellte derzeit andere Dinge an. Sie versuchte, die Geräusche, die er verursachte zu überhören. Aber dafür war ihr Gehör einfach zu gut. Auch Suhailah tänzelte nervös und schnaufte, machte aber glücklicherweise keine Anzeichen, wegzulaufen. Nur noch zwei Schritte trennten Tier von Halter. Shah'Nathwyen sprang vor, griff zielgenau nach den Zügeln und hielt es so fest. Ha! Sie hatte ihr Pferd wieder!
Die Shiín war erleichtert über diese Tatsache. Sonst konnte es ewig dauern, bis sie ihr Ziel erreicht hatte; ihre Schwester.
Sie sah zurück zu dem Mann und bekam so noch mit, wie sein Ziel gerade davon lief. Sie verbarg ihr Grinsen nicht, als sie zurück zu ihm kehrte.

"Tolle Vorstellung. Vielleicht solltet Ihr damit in einem Zirkus anfangen." Sie konnte einfach nicht anders, als ihn damit aufzuziehen.
Kaum war sie auf wenige Meter heran, bemerkte sie wie das Pferd, das ihr folgte, immer unruhiger wurde. Jeden Schritt, den sie auf Áluka zuging, wollte das Tier zurück weichen. Der Shiín entging das Verhalten natürlich nicht. Ein plötzlicher scharfer Blick traf den Mann. Ihre Augen hafteten sich misstrauisch an ihn.

"Ihr scheint auf kein Pferd einen friedlichen Eindruck zu machen", sprach sie ihre Gedanken laut aus.
Dann entfernte sie sich einige Schritte von ihm, hielt inne und sah sich um. Sie sah zur Sonne und überlegte dann kurz, um ihre Orientierung zurück zu gewinnen.
Der Drang nach ihrer Schwester zu suchen wurde auf einmal stärker als sonst. Ein neuer Tag war heran gebrochen. Sollte sie wirklich ihre Zeit vergeuden und nach diesem Pelztier suchen? Wahrscheinlich würde es ihr eh nicht folgen. Sicherlich hatte es gemerkt, wer hier stärker war. Ja, vermutlich sollte sie ihn einfach laufen lassen. Er hatte eh nichts, was für sie von Interesse war. Und sollte er wirklich so dumm sein und ihr folgen, dann hätte er sein Schicksal besiegelt.
Die Shiín drehte um, ging an Áluka und dem Wagen vorbei und folgte dem Weg. Er führte nach Nordosten, vielleicht sogar direkt nach Arcanis. Sie würde es heraus finden. Sie sagte kein Wort mehr, sondern lief einfach.
Sie hatte Plan B verworfen und schritt gleich zu Plan C.
[color=#400A52][size=92]Manchmal verlierst du, manchmal gewinne ich.[/size][/color]

Áluka
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Beitrag von Áluka » Di, 22. Jan 2008 21:25

Die verspottenden Worte überhörte er schlicht, als die Shiín mit ihrem Pferd zurück kam. Sie hatte jetzt eins, er nicht. Und natürlich reagierte es genauso nervös, wie am Abend zuvor. Dieses Mal konnte er den misstrauischen Blick wie Nadelstücke auf sich spüren, sah aber nicht sofort hoch, sondern noch eine Weile den Pfad entlang, wo der andere Gaul verschwunden war. Gelassen -zumindest sollte es so aussehen- zuckte er die Schultern und meinte: "Ich mache auf kein Tier einen friedlichen Eindruck."
Als wenn dies als Erklärung reichen würde, drehte er sich zu ihr um. "Mich mögen die Tiere nicht, Euch nicht die Menschen."
Er holte tief Luft und ließ sie langsam wieder entströmen. Dank des neuen Lodenmantels war ihm angenehm warm, aber in seinem Inneren fühlte er sich kalt und leer. Jener Moment, wo er sich fragte, was sein Leben überhaupt für einen Sicht machte. Diese ziellose Wanderung, die Angst vor der Nacht, die Leere am folgenden Tag. Es war zum Verzweifeln - das tat Áluka aber nicht. Dazu war er schon viel zu sehr Werwesen um diesen melancholischen Gedanken nachzuhängen. Nur manchmal stach ihm diese Erkenntnis wie ein Messer in den Rücken.
Mit verschlossener Miene beobachtete er, wie die Shiín an ihm vorbei lief und ihres Weges ging.
Ein Ziel vor Augen.
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Shah'Nathwyen
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Beitrag von Shah'Nathwyen » Fr, 25. Jan 2008 18:49

Shah'Nathwyen ließ sich fast dazu hinreißen, etwas auf seine Aussage zu erwidern. Ihr lagen schon so einige scharfe Worte auf der Zunge, aber sie schluckte sie herunter. Es wäre nur auf eine Konfrontation hinaus gelaufen und der wollte sie entgehen. Jedenfalls redete sie sich dies ein. Denn im Moment lief sie von Áluka weg, während eine Erwiderung dazu beigetragen hätte, ihren eigenen Plan zu durchkreuzen. Obwohl sie nicht einmal so wirklich wusste, ob es wirklich ihr Plan war, diesen Mann hinter sich zu lassen.
Was für einen Eindruck sie wohl auf ihre Familie machen musste? Mit einem Menschen herum lungern. Oder irgendetwas, was einem Menschen nahe kam. Wie lächerlich es eigentlich aussehen musste. Aber gut, lächerlicher wäre es, wenn er passende Beute wäre. Und das war er nunmal nicht. Er besaß nichts, was ihr hätte von Nutzen sein können oder was sie nicht an der nächsten Ecke finden würde.
Sie lauschte. Doch er folgte ihr nicht. Sie hätte sich gerne umgedreht, um zu sehen, was er tat, aber sie machte es nicht. Sie verließ sich auf ihr Gehör.
Es ließ sie jedoch kurz darauf etwas anderes hören. Schon wieder Pferdegetrampel, schon wieder rollten Räder über den Weg. Die Geräusche kamen ihr entgegen. Und auf jeden Fall waren es mehrere Personen. Sie konnte mehrere Stimmen identifizieren zwischen dem Gerede und Gelächter.
Was war denn heute los?
Sie drehte sich doch um, ging eilig ein paar Schritte zurück und warf noch einen kurzen Blick zu Áluka hinüber. Ohne ein Worte verschwand sie dann zwischen den Bäumen und lief einige Schritte in den Wald hinein. Dann hockte sie sich in den Schnee und wartete auf die, die da kommen mochten.
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Áluka
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Beitrag von Áluka » Fr, 25. Jan 2008 20:34

Wie versteinert stand er da vor dem Wagen und sah der Shiín hinterher. Er konnte es immer noch kaum glauben, dass sie die Nacht so ungeschoren überlebt hatte. Eine außergewöhnliche Frau... und Mörderin. Das Bild mit dem niedergemetzelten Mann hing noch in seinem Kopf, aber es war kein Schrecken, den er damit verband (er hatte schon weitaus schlimmer zugerichtete Menschen gesehen, das Meiste davon waren seine Werke), sondern Erstaunen.
Ihm war ihre Lebensweise einfach rätselhaft, aber das alles war nun keine weitere Überlegung mehr wert.
Er drehte sich um, fragte sich, ob er den Wagen ein zweites Mal untersuchen sollte, entschied sich aber dagegen. Er hatte schon mehr in seiner Tasche, als er jemals besessen hatte. Dafür richetete sein Augenmerk nochmals auf den Mann, der da enthauptet lag. Einfach so.
Kalt und einfach nur... unappetittlich.

Da die Shiin sich von ihm nun ein ganzes Stück entfernt hatte, vernahm auch er keine verdächtigen Geräusche. Zumindest nicht sofort. Mit einem Seufzen beschloss er, in die entgegen gesetzte Richtung loszumarschieren, aber da hörte er von irgendwo her ein Gelächter. Ein Mensch hätte dieses Geräusch niemals vernommen, aber seine Sinne waren ihm schon in vielen Situationen behilflich gewesen.
Da kamen anscheinend weitere Reisende und wie es aussah, direkt auf ihn zu. Áluka verspürte kein großes Interesse erneut Gesellschaft zu genießen, war diese Shiín doch nur eine Ausnahme gewesen. Schnell glitt sein Blick über die Umgebung, aber er fand auf die Schnelle kein passendes Versteck. In den Wagen zu klettern wäre sicherlich unklug, denn diesen würde man zuerst durchsuchen. Und der Abstand zwischen Wagenboden und Erde war zu hoch um sich darunter verstecken zu können.
Er verließ also die Straße und versteckte sich hinter eine kleine Erderhebung, indem er sich flach auf den Boden legte. Man konnte nur hoffen, dass man nicht entdeckt werden würde.
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Shah'Nathwyen
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Beitrag von Shah'Nathwyen » Di, 12. Feb 2008 19:07

Die Männer kamen näher. Denn das, was das auf sie zukam, waren Männer; das war nicht zu überhören. Sie redeten grölend weiter, bis sie plötzlich verstummten. Sie waren am Ende des Weges, bevor er eine Kurve schrieb, stehen geblieben. Die Augen hatten sich auf den Wagen gelegt, auf den toten Mann daneben und kurze Zeit später verfolgten sie die Spuren im Schnee.
Verdammt. Shah'Nathwyen hockte im Schnee, und bemerkte erst jetzt ihren Fehler. Wie hatte sie so narrenhaft sein können. Zwischen den Bäumen hindurch sah sie neben den Männer, es waren fünf an der Zahl, vier Köter stehen. Die Männer zischten ihnen irgendetwas zu, worauf hin sie in lautes Bellen verfielen.
Allesamt kamen sie näher, die Hunde wurden mit harschen Worten bei Fuß gehalten, während die Männer ihre Schwerter zogen. Es war nicht zu übersehen, dass sie darauf aus waren, zu erforschen, was hier vor sich gegangen war. Zwei der Männer lösten sich von der Truppe und folgten den Spuren der Shiín. Da war noch eine Spur neben der ihrer Füße. Hufe. So bezweifelten sie, dass diese Person mit dem Reittier noch in der Nähe war, aber sie würden es nicht einfach so dabei belassen, bis es keinen Grund mehr zum Zweifeln gab. Shah'Nathwyens Ohren waren beinahe unnötig, denn auch wenn sie ein Mensch gewesen wäre - glücklicherweise war sie keiner - hätte sie das Gebrüll des Einen nicht überhört, der urplötzlich den beiden Hunden befahl, der Fährte zu folgen. Kläffend machten die Hunde einen Satz nach vorne. Ohne eine Sekunde verstreichen zu lassen, erhob sie sich mit einer schnellen Bewegung. Zwei Hunde waren kein Problem für sie, keineswegs. Die beiden Männer würde sie auch noch nieder gestreckt bekommen. Aber die ganze Mannschaft. Und wieso sollte sie überhaupt? Nein, das Beste war, diesen Ort zu verlassen. Sie schaute schnell nach links, doch Áluka schien verschwunden zu sein. Sie sah nichts mehr von diesem ungewöhnlichen Mann. Also riss sie sich los, sprang auf Suhailah und preschte davon, während die Hunde ihr noch folgten.

Die anderen drei Männern waren inzwischen neugierig geworden, worauf die verbleibenden zwei Hunde so stark reagierten. Sie knurrten, fletschten die Zähne und konnten kaum an sich halten. Bald nützten auch die befehlenden Worte der drei Männer nichts, denn auch sie liefen urplötzlich los. All die Spannung zerrte an ihren Nerven und der Geduld und ließ schließenlich nichts mehr von ihr übrig. Bellend hasteten sie in die Richtung der kleinen Erhebung, hinter der sich Áluka versteckt hielt. Die drei Männer stürzten den beiden Hunden nach. Sie fragten sich, was sie finden würden.


[Sorry für die schlechte Qualität, aber dann gehts wenigstens mal vorwärts.]
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Áluka
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Beitrag von Áluka » Fr, 15. Feb 2008 14:55

[Nicht so schlimm, Hauptsache es geht weiter ^^]

Die Lautstärke nahm zu, die Wandernden kamen näher.
Und es waren Hunde dabei.
Leise fluchte er und dachte schnell nach, was er nun machen sollte. Dank dieser elenden Kläffer würden sie sein primitives Versteck schnell finden, wenn sie nicht schon auf seine Fährte gestoßen waren. Ein weiteres Herumliegen auf dem kalten Schnee war sicherlich nicht die Idealste Idee, wegrennen .... nun, die einzige Möglichkeit, die ihm eigentlich blieb.
Er sprang auf und setzte sich in Bewegung, hinein in den Wald, wo er wirklich unwegsam wurde. Mit gutem Grund wählte er das dichte Gestrüpp und die engen Tannen, in der Hoffnung, er würde schnell genug aus dem Blickfeld der Männer verschwinden.
Wahrscheinlich waren es nur Reisende oder selbst Räuber, da sollten sie kein großes Interesse an einen Landstreicher wie ihn haben. Aber wer wusste schon, warum die Menschen dumme Angewohnheiten hatten?
Er wäre schneller, hätte er vier Beine. Nun besaß er aber nur zwei und es hatte nicht den Anschein, als würden ihm seine Hände zur Fortbewegung dienen wollen. Grund war die Tageszeit, außerdem hatte er sich erst letzte Nacht verwandelt, die nächste Verwandlung würde dauern. Außer es spielten einige Faktoren mit, die jetzt leider nicht gegeben waren.
Er lief schneller.
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Beitrag von Unvorhersehbares » Fr, 22. Feb 2008 12:37

Zunächst setzten die Hunde ihm nach. Das Gekläff hinter ihm schien für einige Momente nur noch lauter zu werden und vor allem näher zu klingen.
Er rannte. So schnell es ging.
Und er siegte.
Das Gebell wurde leiser, verstummte irgendwann in der Ferne. Die Fremden hatten ihre Köter zurück gepfiffen, als auch die anderen beiden Gefährten, die der Shiín gefolgt waren, erfolglos zurück gekehrt waren. Das Gebiet schien gesäubert, keine Fremde, die einen gefährlich werden konnten, mehr in Sicht.
Denn auch Shah'Nathwyen hatte sich aus dem Staub gemacht.
Áluka war alleine. Nur der von Schnee bedeckte Wald war sein Begleiter. Wie so oft schon. Aber vermutlich würde es nicht lange dauern, bis er wieder neue Gesellschaft fand. Und vielleicht kreuzten sich sein Weg und der der Shiín doch noch einmal. Auch wenn es fraglich war, ob sich einer der beiden darüber freuen würde.

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Beitrag von Áluka » Fr, 21. Mär 2008 23:19

Die Flucht war gelungen.
Fortan ging er Richtung Süden, folgte aber keinem gekenntzeichneten Pfad oder dergleichen, sondern schlug sich kreuz und quer durch unwegsames Gelände. Mal über einen schmalen Fluss, dann über flache Ebenen. Wiesen, Hügel. Das Treffen mit den Räubern hatte ihn nur wieder daran erinnert, dass er selbst sich sein bester Freund war und auch bleiben sollte, auf alles andere konnte man sich nicht verlassen.
Vor allem Shiín gehörten nun auf seine rote Liste, vor diese würde er sich nun auch in Acht nehmen müssen. Zwar konnte er Shahs Verhalten nicht pauschalisieren, aber sollten die meisten Shiín so sein wie diese, so wäre es klüger sie zu meiden. Immerhin hatte sie selbst ihn in Wolfsgestalt zurückdrängen und verletzen können, das war... außergewöhnlich, beinahe unmöglich! Aber es war so geschehen. Andererseits konnte Áluka auch nicht von sich behaupten ein guter Kämpfer zu sein. Er war Jäger und rechnete nicht mit Gegenwehr. Vielleicht sollte er sich dieser Aufgabe mal widmen, dazu erforderte es aber einen ebenbürtigen Gegner und den würde er so schnell nicht finden, vor allem nicht, wenn er sowieso belebte Gegenden mied.

So tat er das, was er sonst auch sonst immer tat; Herumstreunern.
Fortan war er aber besser gegen die Kälte geschützt, der Mantel war wirklich sehr schön und hielt warm. Zumindest in dieser Hinsicht hatte sich das Treffen mit der Shiín gelohnt.
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