Die Legende der Immer-Winter-Nacht

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Xarrbraxas
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Re: Die Legende der Immer-Winter-Nacht

Beitrag von Xarrbraxas » Fr, 05. Apr 2019 19:36


Der Dämon machte nur selten etwas ohne Hintergedanken und so vernahm er aufmerksam die feinen Kiemen, die unter dem seidigen Haar verborgen lagen. Nun hatte er also die Gewissheit, dass Nimue sowohl an Land als auch unter Wasser atmen konnte. Eine Tatsache, die in Anbetracht des Geheimnisses welches er zu lösen versuchte, vielleicht früher oder später noch nützlich sein konnte. Ein zufriedenes Schmunzeln legte sich auf die dunklen Lippen des Eisdämons, während die Körpersprache der Lyr ihm ihre Zuneigung offenbarte. Ihre Hand, die abermals auf seinem Arm lag, fühlte sich vertraut und angenehm an. Ihre Worte waren die Verheißung, die ihn letzten Endes dazu brachte noch einen Schritt weiter zu gehen. Er beugte sich langsam zu ihr hinunter, bis sein kühler Atem sanft über ihre Lippen streicheln musste. Es fiel ihm schwer die Lyr nicht einfach in wilder Leidenschaft zu küssen und doch übte er sich in manierlicher Zurückhaltung. Er wollte Nimue das Gefühl vermitteln, dass sie die Macht der Entscheidung besaß. Sie sollte ihn küssen, sofern es sie danach verlangte und er gab ihr nur die Möglichkeit ihr Verlangen zu entdecken.
„Ich freue mich, dass wir noch mehr Zeit miteinander verbringen werden …“, raunte er ihr leise zu. „Ich werde dich beschützen, so gut ich es denn vermag.“, fügte er hinzu und schlang zur selben Zeit seine Linke um ihre zierliche Taille. Dort legte sich die Hand des Dämons sachte auf ihr Schulterblatt und drückte den schlanken Leib der Lyr kaum merklich gegen den seinen.

Die grünen Augen der Elfe funkelten vor lauter Zorn. Natürlich hatte sie nicht anders können, als das Geschehen vor dem Gasthaus durch das Fenster zu beobachten. Die Tatsache, dass Xarr sie vor wenigen Augenblicken noch verschmäht hatte und nun in trauter Zweisamkeit mit Nimue anbändelte, machte sie einfach rasend. Imra hatte ihre Hände wütend zu Fäusten geballt, sodass ihre Nägel kleine halbmondförmige Abdrücke in ihrer Handfläche entstehen ließen. Dieser vermaledeite Bastard würde das alles noch bereuen, das schwor sie sich in diesem Augenblick. Und Nimue? Auch sie war nicht wirklich besser! Schmachtete den Elfen an und ließ keine Gelegenheit aus ihn anzutatschen! Gab es in ihrem Volk keine Männer, die sie um den Finger wickeln konnte? Musste die Lyr sich ausgerechnet den Mann erwählen, den sie mit in ihr Bett nehmen wollte? Ein leises, wütendes Schnaufen kam über die Lippen der Schankmaid. Ein Blick über ihre Schulter zeigte ihr, dass ihr Vater bereits damit begonnen hatte die Schenke aufzuräumen. Der alte Wirt hatte sichtlich Angst vor dem weißen Elfen, einen Dämon hatte er ihn genannt! Doch seine Tochter konnte er von dieser Tatsache nur schwerlich überzeugen. Sie würde der Sache schon noch auf den Grund gehen, dachte sie bei sich. Sie ging, ohne nach links und rechts zu schauen, in das hintere Zimmer. Dort schnappte sich einen kleinen Beutel und begann hastig ein paar Dinge zusammen zu packen, ehe sie das Wirtshaus durch die Hintertüre verließ.

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Re: Die Legende der Immer-Winter-Nacht

Beitrag von Nimue » Sa, 06. Apr 2019 7:50

Innerlich lachte und schüttelte sie den Kopf über sich selbst. Da sehnte sie sich nach genau diesem und ihr wurde klar, das sie sicher nicht mit den Sagen und Mythen der Lyr gemeint war. Denn der einzige der hier gerade umgarnt wurde war sie selbst und das richtig gut, das Ganze sogar ohne zu singen und in die Fluten zu stürzen.
Nun, eigentlich stürzte die Lyr schon in gewisse Fluten, ihr wurde warm und kalt. Sie hatte das Gefühl ihr Herz wollte nicht an der richtigen Stelle verbleiben und auch ihr Magen fühlte sich seltsam an, so als flattere irgendwas in ihm aufgeregt im Kreis.
Aber gleichzeitig wollte sie genau das wenn sie ehrlich zu sich selbst war. Noch immer lag ihre Hand an seinem Arm und wanderte über die Schulter hinauf zu seiner Wange. Seine Stimme samtig und dunkel kam ihr näher, ebenso wie seine Lippen und Nimue spürte den kühlen Atem auf den eigenen.
Nimue hatte keinerlei Hintergedanken, warum auch ? Sie war eine Lyr, von Natur aus eine freundliche Seele. Sie hatte keinen Grund unehrlich und berechnend zu sein. Das einzige das sie tatsächlich gerade verunsicherte war die piekende Eifersucht die sie spürte.

Die kühlen Finger der Meeresseele strichen von seiner Wange in seinen Nacken und sie ging auf die Zehenspitzen um den Abstand zwischen ihnen beiden noch zu verkürzen, viel dichte konnten die Körper nicht mehr zusammen und so ergab sich die Lyr in ihrem Verlangen und küsste den eisigen Elfen. Zuerst vorsichtig und von Neugierde beseelt, dann forschender und etwas verlangender. Sie hatte ja noch nie so wirklich geküsst...
Salzig und kühl war die Mischung der Düfte und ein kleines unerwartetes raunen erklomm die Kehle der sonst so einfachen Lyr. War es das wider erwartende schöne und aufregende Gefühl das er in ihr weckte ? Oder die latente Eifersucht die sie piekte ?

Kein Wort fiel und auch die Zeit schien sich zu verlangsamen, Nimue blendete alles für jenen Moment aus, ob gut oder schlecht. Sie sah also auch nicht die schattenhaften Schemen von Imra im Inneren der Taverne, hinter dem Fenster.
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Re: Die Legende der Immer-Winter-Nacht

Beitrag von Eo » Sa, 06. Apr 2019 13:00

Eo betrat den, vom Wirt einmal abgesehen, inzwischen gänzlich leeren Gastraum und musste diesen ganze dreimal hintereinander gar noch ansprechen, ehe der aus seinen Grübeleinen aufschrak. „Bitte was?“ „Die Rechnung Herr, ich habe nicht gezahlt und will nun gehen.“ „Geld, als wäre das alles im leben. Die Welt dreht sich nicht um das Geld alleine. Geht! Das Essen geht auf's Haus.“ Eo lächelte und ließ sich dem Wirt gegenüber auf einem Schemel nieder. „Geld ist nicht alles – weise Worte! Ihr aber habt wohl Schock! Sonst würdet Ihr erinnern, das Geld Nahrung bringt, Vorratskammern füllt, vielleicht sogar Heiler bezahlt, wenn Ihr oder Eure Familie Not erfahrt. Und Sklavinnen freizukaufen braucht auch dieses Übel, genannt Geld. Also noch einmal: Was schulde ich? “ Ob der Erwähnung Nimues schien es, als käme der Wirt wieder etwas zur Besinnung. „Ich weiß nichts von Euch, Herr. Aber wenn Ihr Nimue und – und dieses, dieses … Ding begleiten wollt, dann bitte ich Euch, hütet Euch und Nimue vor diesem – Etwas!“ Eo, gewohnt, eher selbst das Ziel von Anfeindungen zu sein, wie nicht ganz verstehend, was an des anderen doch – von dessen ungewöhnlicher Blässe einmal abgesehen – Äußeren eine solche Wortwahl rechtfertigte, zog nur stumm die Augenbrauen hoch. Der Wirt, eine Summe nennend, die der Elvoin mit einem großzügigen Trinkgeld noch aufwertere, murmelte, einen ängstlichen Blick zur Türe werfend, hinter der Nimue und Xarrbraxas weilten, packte Eo am Arm, als dieser sich gerade erheben wollte. „Hütet Euch vor dem Dämon, vertraut ihm nicht und vertraut ihm vor allen Dingen nicht Nimue an!“ „Dämon? Ich habe keine schlimmen Eier gerochen, habe keinen Pferdefuß gesehen, keine Hörner auf der Stirn? Außerdem glaube ich nicht an Hölle.“ Zumindest nicht in dem herkömmlichen Sinn eine Ortes des Feuers, in dem alle die in großen Töpfen kochten, die Böses taten. Der Wirt indes schien Eos Gedanken erraten zu haben, umklammerte Eos Arm nur fester noch und zwang ihn zurück auf dessen Schemel. „Ich spreche nicht von Teufeln, sondern von … heißt das, ihr wisst es nicht, habt noch nie von der Brut der Dämonen erzählen gehört, kennt nicht die Legenden um Jerans Fluch?“

Beinahe fassungslos blickte der Elf den Elvoin an, dessen Arm fest umklammert haltend, diesen nicht von seinem Platze zu entlassen, ehe er dem Elvoin nicht alles berichtet hatte, was er über die Dämonen wusste – oder vielmehr doch zu wissen glaubte. Eo, um ehrlich zu sein, mochte dem Elfen nicht einen Bruchteil dessen glauben, was er da erzählt bekam. Hätte er nicht unlängst schon einen Vertreter eines solchen Volkes treffen oder zumindest doch schon davon rumoren hören müssen? Der Wirt, erkannte wohl, dass seine Worte nicht auf fruchtbaren Boden gefallen waren. Doch mehr als sicherzustellen, das der Elvoin alles erfuhr, was er wissen musste, wollte er mit einem Dämon den auf Reisen gehen, konnte auch der Elf nicht tun. Schließlich also ließ er Eos Arm fahren und, als dieser sich langsam erhob, fügte noch eine letzte Frage an seinen langen Monolog. „Habt Ihr Kinder?“ Eo nickte stumm. „Dann versteht Ihr vielleicht, das Nimue mir wie eine Tochter in den letzten Wochen ans Herz gewachsen ist. Versprecht mir, auf sie Acht zu geben!“ Einige lange Sekunden blickte Eo auf den vor ihm auf einem Stuhl kauernden Wirt, ehe er zu sprechen anhob. „Ich bin ein Elvoin. Elvoin lehren ihre Kinder schnell selbst zu leben. Nimue ist kein Kind, trifft eigene Entscheidungen. Auf sie aufzupassen, ich habe kein Recht. Aber wenn sie Hilfe braucht und Hilfe will und ich da bin, will ich helfen – ihr und allen Anderen, die Hilfe brauchen und auch wollen.“ Mit diesen Worten endgültig sich vom Tisch des Wirtes fortwendend, verabschiedete sich Eo mit, wie er meint tröstlichen Worten vom Wirt: „Ihr habt gut getan, an Nimue! Asz'dara wird nicht vergessen, noch – ich denke – Eure elfischen sieben Götter!“ Augenblicke später fiel die Türe hinter Eo wieder zu, der zu den neuen beiden Reisegefährten schritt. Sollten diese ihn fragen, wo er solange geblieben war, was er angestellt hatte, er würde knapp und ehrlich antworten: „Wirt erzählte, dass du Xarr Dämon bist und was Dämonen sind und warnte dir den Rücken zu zeigen. Also … können wir?“ Und wie um zu zeigen, was er von des Wirtes Worten hielt, würde er einige Schritte vorausgehen, wie Xarr und Nimue damit sehr wohl den Rücken zukehren, ehe er sich umwenden und der Anderen Entscheidung abwartend schließlich innehalten würde.
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Re: Die Legende der Immer-Winter-Nacht

Beitrag von Xarrbraxas » So, 07. Apr 2019 9:17


Innerlich bis über beide Ohren grinsend nahm der Dämon die Lippen der Lyr auf den seinen zur Kenntnis. Seine Hand auf ihrem Schulterblatt, ihre zierlichen Finger in seinem Nacken, verschmolz das ungleiche Paar förmlich miteinander. Der Kuss, erst zögerlich und schüchtern, entwickelte sich rasch ob der Leidenschaft die in beiden geweckt war. Immer fordernder wurde Nimues Gebären und welcher Mann konnte dieser Forderung schon wiederstehen? Er schloss den schlanken Körper der Lyr in seine Arme und presste sie wollüstig gegen den Seinen. Im sinnlichen Zungenspiel vertieft konnte der Dämon seine Erregung kaum mehr verbergen. Ihm war es gleich, wo sie sich befanden, ihn würde es nicht interessieren, ob man sie beim Akt der Leidenschaft beobachtete. Doch die unerfahrene Lyr würde sich ihm hier wohl kaum vollkommen hingeben. Nur sehr widerwillig beendete Xarr den Kuss und trennte sich von den salzig schmeckenden Lippen. Er hielt sie noch einen Augenblick fest, bevor er auch die Umarmung auflöste und sich leise räusperte.
„Du steckst voller Überraschungen kleine Nimue…“, sprach er schelmisch grinsend und nahm den Sack, den er hatte im Eifer des Gefechts achtlos fallen lassen wieder auf. Sich mit der noch freien Hand das Haar wieder glatt streichend, wirkte der Dämon beinahe so als sei nie etwas geschehen. Allein der gewagte Blick in die Lendengegend mochte erahnen lassen was soeben vorgefallen war. Doch so etwas wie Scham oder Schüchternheit war Xarrbraxas vollkommen fremd, weswegen das schelmische Grinsen nun einem zufriedenen Grinsen wich, als die Tür des Gasthauses erneut aufschwang und Eo zu ihnen hinaus trat.

Kaum war der Elvoin wieder bei ihnen angelangt, wurde das frühere Gespräch wieder aufgenommen. Sie waren gemeinsam überein gekommen Richtung Südosten zu reisen, den Wald von Sieryan zu durchqueren, bis sie letzten Endes die Küste erreichen würden. Auf die Frage hin, wo Eo so lange geblieben war, antwortete dieser kurz und knapp, dass der Wirt behauptete Xarrbraxas wäre ein Dämon. Ob dieser Tatsache hielt der Eisdämon kaum merklich kurz die Luft an, doch der alte Waldschrat schien nichts auf das Gerede des elfischen Wirtes zu geben. Er wandte dem ungleichen Paar den Rücken zu und ging voraus. Xarr blickte Nimue in die Augen, die arme schien auch jetzt noch etwas durch den Wind zu sein. Er lächelte sie an und sagte:
„Gib nichts auf das Gerede des alten Mannes. Dämonen gibt es allein in Mären. Sie sind erfundene Wesen, die unter Betten lauern und kleinen Kindern Angst machen sollen.“. Dann rollte er gewissenhaft die noch immer ausgebreitete Karte zusammen und steckte sie zurück in sein spärliches Gepäck. Dann schaute er die Lyr an und fragte: „Wollen wir uns in unser Abenteuer stürzen?“. Seine eisblauen Iriden leuchteten unheimlich in der Dunkelheit der Nacht und seine weißen Zähne blitzten im Mondlicht. Eo war bereits im Gestrüpp des Waldes verschwunden und sie mussten sich beeilen den Anschluss nicht zu verlieren. Natürlich hinterließen die Kräuter und Pflanzen des Elvoin eine deutliche Fährte für die empfindliche Nase des Dämons, doch von dieser Fähigkeit konnten seine Begleiter natürlich nichts wissen.

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Re: Die Legende der Immer-Winter-Nacht

Beitrag von Nimue » Mi, 10. Apr 2019 8:24

In den esten Sekunden des Kusses, dachte die Lyr tatsächlich noch nach, bis Xarr sie näher und dichter an sich zog. Stolperte da ein leises raunen über die Lippen? Der Kuss raubte Nimue den Atem, sie spürte ein aufflackerndes Verlangen und in den Moment löste sich ganz langsam die Anspannung des Körpers.
Doch sie spürte nicht nur ihr eigenes noch eigentlich unbekanntes Verlangen sondern auch das des eisigen Elfen. Sie spürte das er sich zurücknahm. Würde man sie nun genauer ansehen könnte man die leicht rosa verfärbten Schuppen erkennen, doch sie verschwand nahezu in den Armen des verborgenene Dämonen.
Nur zögerlich ,vielleicht konnte man auch eher sagen widerwillig, lösten sie die Lippen von einander.
Besser war das auch, sonst wären sie eventuell doch ..also übereinander hergefallen ? Nimue wurde von dem Gedanken schon wieder verlegen und die Schuppen ihrer Haut stellten sich leicht auf. So kannte sie sich garnicht und eine Haarsträhne aus dem Gesicht streichend, strich die Zunge über die noch brennenden Lippen und sie schmunzelte bei den Worten Xarr´s.
Doch so wirklich viel ihr keine Antwort ein, sie senkte verlegen aber noch immer leicht lächelnd den Kopf und musterte den Elfen wieder. Die Meeresaugen huschten über ihn und konnte man mehr erkennen in den Augen ? Derweil hatte er den fallengelassenen Proviantsack wieder geschultert und just in jenem Moment öffnete sich die Tür der Taverne und Eo trat wieder hinaus.

Die drei sinnierten über ihre nun tatsächliche Reiseroute, wobei eher Xarr und Eo darüber sprachen, den Nimue sah zwar die Orte auf der Karte aber so wirklich folgen konnte sie dem nicht. Sie verließ sich auf Eo und den Eiselfen. Nimue freute sich auf die Reise, das was kommen würde und mit beseelter Neugierde darauf sah sie die zwei an, ehe allerdings das Gespräch eine Wendung nahm.
Auf die Frage hin, was der Elvoin so lange in der Taverne gemacht habe kam die prompte Antwort Eo´s . Alle Worte hörte die Lyr nicht mehr aber das Wort Dämon, das blieb haften und die Seelenspiegel Nimue´s legten sich in jene des eisigen Dämonen.

Nimue fühlte und lauschte gleichsam, versuchte die Lüge oder die Wahrheit zu sehen, doch das allein reichte wohl nicht. Die folgenden Worte von Xarr sollten sie beruhigen und Nimue wollte das scheinbar auch. Dennoch sah sie ihn forschend an und die seltsamen Augen der Lyr versuchten tiefer zu blicken. Dennoch konnte sie nichts sehen, wohl aber fühlen. So klar und deutlich war das aber nicht was sie fühlte. Ausserdem spürte sie noch seine Lippen auf den ihren. Blendete das die Wahrheit die sein konnte vielleicht aus ?
So nickte sie zaghaft, lächelte und federleicht strich sie dem Dämonen über den Arm " Auf in unser Abenteuer" .
Bei Gelegenheit würde sie ihn aber nochmals darauf ansprechen, denn auch die Lyr war eine Mär. Viele wussten nur wage von ihrer Art und der Bucht. Warum sollte es bei ihm anders sein ? Er war so blass…die spürbare Kühle die von ihm ausging ?
So folgte die Lyr schließlich dem Dämonen ins Gestrüpp dem Elvoin rasch folgend um den Anschluß nicht zu verlieren.
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Re: Die Legende der Immer-Winter-Nacht

Beitrag von Eo » Mo, 15. Apr 2019 19:31

Eo hielt sich stets einige Schritte vor den Anderen und bemühte sich einzig darum, dies nicht abzuhängen. Er kannte diesen Weg schon, war ihn hierhergekommen, auf seinem Weg nach Meridia. Doch jene Stadt mochte warten, derweil er die Hoffnung hatte, das seine Entdeckung Nimue zusagen mochte. Derweil er die beiden anderen sich selbst überließ, hatte er das zwischen den Beiden sich anbahnende Techtelmechtel doch sehr wohl auch bemerkt. Doch wollte er auch um seinethalben für sich bleiben. Wer bezichtigt wurde ein Dämon, ein Teufel, eine Ausgeburt der Unterwelt zu sein, zumindest sagte ihm das sein Elvoinverstand, regte sich auf, lachte oder tat verächtlich ab. Doch ruhig lächeln das Gegenüber zu beschwichtigen? Was der Wirt in seiner Aufgebrachtheit nicht vermocht hatte, hatte Xarrbraxas mit diesen wenigen, lächelnd vorgetragenen, Beschwichtigungen indes geschafft: Nämlich ein Samenkorn des Zweifels in des Elvoin Seele zu pflanzen. Aber was auch immer dieser Magier war, es berührte Eo kaum, vermochte ihn nicht zu erschüttern. Eos Leben lag hinter ihm, für seine Eltern war gesorgt, die Kinder lebten inzwischen ihr eigenes Leben und der Tod war ihm kein Schrecken mehr, wartete Nona doch jenseits jenes letzten Schleiers. Doch würde er wohl um der noch jungen Lyr Sicherheit wegen den Magier wohl besser gut im Blick behalten. Aber selbst wenn er im unglaubwürdigsten aller Fälle ein Dämon den wäre, so hätte er dennoch in einem Punkt nichtsdestotrotz Recht wohl: Die Menschen – und fast alle anderen Völker mit ihnen – redeten gerne viel und falsch, wenn die Tage lang waren. Wer sagte ihm also, dass, selbst wenn es Dämonen denn wirklich gäbe, oder was auch immer sonst der Magier so bemüht vor der Welt zu verbergen suchte, das Gerede darüber dann auch nur im Geringsten gerechtfertigt wäre? Was hatten nicht selbst die anderen Elvoin über seine Familie und ihn, über „die Schleieraugen“ nicht alles geredet. Und hatten nicht Nonas Eltern gar ihr eigenes Kind verstoßen, statt auch nur einen Augenblick ihre eigenen Vorurteile zu hinterfragen?

Als Nimue und Xarrbraxas drum, die Sonne neigte sich bereits dem Horizonte zu, zu Eo aufschlossen, erlebten sie einen sehr viel nachdenklicheren und stilleren Elvoin gar, der statt das Wort zur Begrüßung anzuheben, gen der hinter ihm liegenden steilen Klamm nickte, aus deren Tiefen das leise Rauschen und Gurgeln eines ruhigen und mithin tiefen Baches zu ihnen empor drang. Erst als beide einen Blick hinabgeworfen hatten, ohne jedoch mehr als wabernde Nebelschwaden zu erblicken, hob Eo doch noch zu sprechen an. „Auf Weg zu Gasthaus entdeckt. Hat benutzten Pfad an rechtem Ufer. Geht nach Süden. Dachte gute Idee.“ und tatsächlich waren eben da, wo Eo stand Trittsteine und Kuhlen in den Felsen geschlagen, die einem nicht allzu ungeschickten Kletterer, selbst mit schwerem Gepäck das herauf, wie hinab zu einem Kinderspiel fast schon machten. „Weiß aber nicht, wo Weg hinführt und ob noch andere Aufstiege aus Klamm gibt. Aber … war auf Hinweg schon neugierig und habe Weg nur darum nicht genommen, weil nicht Richtung Meridia geht.“ Derweil Eo nun also gemächlich die ausgerauchte Pfeife ausklopfte und mit etwas ausgerupftem Gras den Pfeifenkopf reinigte, überließ er die Entscheidung, ob man diesen mehr als befremdlichen, ja fast schon geheimen Weg denn beschreiten wolle den beiden Reisegefährten, derweil just vor ihm die Sonne hinter den Horizont versank und letzte, erst goldene, dann blutig rote Strahlen über das Firmament schickte.

Sie würden nicht verloren haben, wenn sie oberhalb der Klamm weiter gen Süden zogen. Doch hatte sich Eo auf dem Hinweg schon gefragt, wer – und vor allen Dingen warum – solche geheimen Pfade schaffen sollte. Denn so sicher wie die Trittsteine hier oben bearbeitet waren, galt dieses auch für den Schmalen Steig am Ufer jenes gemächlichen, sich tief in die Erde hineingegrabenen Wasserlaufs und in seiner Phantasie zeichneten sich phantastische tief in die Klamm hinein gebauten verwunschene Schlösser oder gar ganze Feen- oder Zwergensiedlungen vor seinem inneren Auge ab. „Abenteuer!“ flüsterte er darum Nimue und Xarrbraxas darum auch verheissend entgegen, ehe er die Pfeife schließlich fort steckte und fragend der Entscheidung seiner Reisegefährten harrte.
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Re: Die Legende der Immer-Winter-Nacht

Beitrag von Xarrbraxas » Di, 16. Apr 2019 16:59


Der Dämon überließ es dem Elvoin die Führung zu übernehmen. Dieser ging ihnen stets ein paar Schritte voraus und schien zumindest eine Idee zu haben in welche Richtung sie gingen und welche Wege sie nehmen konnten. Derweil war die Sonne aufgegangen und vereinzelte Sonnenstrahlen fielen durch das dichte Blätterdach des Waldes. Obwohl der Tag auch eine unangenehme, trockene Hitze mit sich brachte, konnte der Eisdämon die Wanderung im Schatten der Bäume recht gut ertragen. Er selbst hielt sich in der Nähe der Lyr auf und bot ihr immer wieder den Arm an, wenn es darum ging über dicke Wurzeln zu klettern oder über kleine Gräben zu springen. Für einen Außenstehenden mochte es zwischenzeitlich vielleicht auch so wirken, als würde das ungleiche Paar sich an den Händen halten. Während sie unterwegs waren erwies sich Eo als recht schweigsamer Weggefährte. Beinahe kam es Xarr so vor, als würde er die Einsamkeit ihrer Gesellschaft vorziehen. Zur Mittagsstunde hielt der Dämon kurz inne und schlug eine kleine Pause vor, die sie alle gemeinsam damit verbrachten einen Teil des Proviants zu vertilgen. Als Xarrbraxas den Wasserschlauch an seine Lippen legte, trank er nur wenig und hielt stattdessen Nimue den Schlauch hin.
„Hier, du brauchst das Wasser dringender als ich.“, sagte er freundlich und lächelte sie an. Dann runzelte er leicht dir Stirn und sprach die Frage, die sich soeben in seinen Gedanken gebildet hatte, laut aus: „Hilft es eigentlich auch, dich mit Wasser einzureiben oder verschafft dir nur ein ausgiebiges Bad Linderung vor dem Austrocknen? In diesem Fall sollten wir uns möglichst bald auf die Suche nach einem Bach oder einem Tümpel machen... Ich habe schließlich mein Wort gegeben auf dich zu Acht zu geben.“.

Nach der kleinen Erholungspause waren alle Füße wieder beschwingt und sie setzten ihren Weg fort. Sie gingen nicht besonders schnell, schließlich hatten sie es auch nicht eilig. Früher oder später würden sie ihr Ziel schon erreichen. Oder sollte man besser sagen: Früher oder später würde Xarr SEIN Ziel schon erreichen? Wie man es auch drehte und wendete, für den Eisdämon war dies alles nur Wortklauberei. Erst als die Sonne langsam begann hinter dem Horizont zu verschwinden und den Himmel in ein strahlendes Orange tauchte, schafften der Dämon und die Lyr es erneut den Elvoin einzuholen, der an einer Klamm stehen geblieben war. Vielleicht, so dachte Xarr in diesem Moment, war Eo auch den ganzen Tag voraus geeilt, um ihnen Zweisamkeit zu schenken. Doch letzten Endes spielte es keine Rolle, der Moment der höchsten Erregung war vor dem Wirtshaus verflogen und hatte der alte Waldschrat nicht die Fähigkeit sich in Luft aufzulösen, so musste er sich wohl oder übel in Geduld üben. Die eisblauen Iriden des Dämons folgten dem Blick des Elvoin. Der Abstieg zur Klamm erschien steil, doch das leise Murmeln eines Wasserlaufes drang verlockend an seine Ohren. Erkennen konnte man wahrlich nicht viel, so lag der Grund unter dicken Nebelwolken verborgen. Ein leises
„Hmm…“, kam über Xarrs blaue Lippen, als er dem Anliegen Eos lauschte. „Ich denke, wir können zumindest einen Blick und ein ausgiebiges Bad für unsere wasserliebende Lyr riskieren. Wer weiß schließlich, wann wir das nächste Mal ein Gewässer auf dem Weg zum Ozean finden? Wir sollten also die Gelegenheit nicht ungenutzt verstreichen lassen.“, entschied er kurzerhand im Namen aller Gefährten. Er verlagerte den nicht allzu leichten Proviantsack auf seinen Schultern und begann sogleich mit dem Abstieg.

Der Weg hinab begann leicht und mit vielen offenkundig von Menschenhand geschaffenen Tritthilfen. Doch je weiter der Abstieg die Gefährten nach unten führte, desto schwieriger wurde es an der vom Nebel feuchten Wand Halt zu finden. Auch die hereinbrechende Dunkelheit war nicht gerade hilfreich und Xarr verfluchte sich innerlich, dass sie nicht hatten bis zum Morgengrauen warten können. Doch um jetzt noch umzukehren, war es bereits zu spät. „Wir haben es bald geschafft, ich kann den Grund bereits erkennen!“, rief er hinauf und ließ seinen Blick über das dunkle Wasser gleiten. Die angenehme Kühle der Klamm umhüllte den Eisdämon und trug sehr zu seinem Wohlbefinden bei. Noch ein paar Schritte, dann war es geschafft. Endlich wieder festen Grund unter den Füßen, wurde auch schon das unhandliche Gepäck abgelegt. Der Dämon streckte sich ausgiebig und blickte sich um. Am Fuße des Pfades und am Rande des Baches entdeckte er eine kleine, naturbelassene Höhle. Schwarze Verfärbungen am Boden verrieten ihm, dass der Ort wohl schon des Öfteren als Nachtlager genutzt wurde.
„Sieht so aus, als hätten wir den perfekten Platz für unser nächtliches Lager gefunden. Da hattest du einen guten Riecher Eo!“, lobte er den Elvoin und schlug ihm freundschaftlich auf die Schulter. Er selbst ließ sich nicht lange bitten und legte seine silbergraue Fellweste ab, bevor er sich mit nacktem Oberkörper über das kühle Nass beugte. Mit beiden Händen schöpfte er das klare Wasser und begann sich ausgiebig zu waschen. Die kleinen Wassertopfen perlten auf seiner blassen Haut und bildeten hier und da funkelnde Eiskristalle. „Es ist wirklich herrlich…“, lockte er seine Gefährten es ihm gleich zu tun.

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Re: Die Legende der Immer-Winter-Nacht

Beitrag von Nimue » Do, 18. Apr 2019 20:48

Zunächst war die Lyr recht schweigsam und still, sie versuchte Schritt zu halten mit dem Elovin der vorausging und Xarr, der zwar in ihrer Nähe war und ihr hier und da über Hindernisse half, jedoch ihrer Meinung nach riesen Schritte machte.
Noch war es auszuhalten ohne ein See oder die Möglichkeit des schwimmen´s, aber ihre Füße taten dennoch weh. Sie bemühte sich keinerlei Laut von sich zu geben und hoffte einfach bald diese Dinger los werden zu können, wenn auch nur für eine begrenzte Zeit.
Der Wirt hatte ihr ein paar Stiefel von Imra gegeben, aus weichem, sowie leichtem Leder. Mit Sicherheit hatten Elfen sie hergestellt und der nett gemeinte Gedanke zählte. Das Lyr im allgemeinen sowas wie Schuhe nicht trugen war spätesten dann mehr als klar, sah man wo sie denn lebten. In der Bucht unter der Wasseroberfläche, verborgen vor den Menschen in ihren Höhlen. Schwimmend brauchte man keine Schuhe.
In der kleinen Pause die sie hielten war Eo ebenso schweigsam wie zuvor auf dem ganzen Weg und sie fragte sich was der Grund dafür war.

War es das was der Wirt im erzählt hatte oder doch die Antwort von Xarr ? Vielleicht wollte er aber auch einfach alleine sein ? Nimue wurde von der Stimme des Eiselfen zurückgeholt und sie nahm dankbar den Wasserschlauch an und ließ das Wasser auf ihre Lippen laufen. Konnte es sein das es dort….verschwand ? Aber nicht so wie bei eine trinkenden sondern eher wie…bei einem "Schwamm" Kurz darauf kam auch schon die Frage Xarr´s und sie musste leise lachen.
Sie legte ihren silberblauen Schopf leicht zur Seite und musterte den Elfen " ich muss gestehen mich hat noch niemand eingerieben mit Wasser…daher weiß ich auch nicht ob es mir hilft" , sie schmunzelte wieder hatte sie auch gerade gezwinkert ?
Ob sie es zugeben würde das sie sich bei ihm wohlfühlte ? Wahrscheinlich nicht, wer sollte sie auch genau dies fragen ? " Sorge dich nicht zu sehr….noch trockne ich nicht aus, aber eine Wasserstelle wäre etwas feines…ich schwimme auch einfach so gerne", wieder dieses Lächeln, dieses offene Gesicht ihm gegenüber.

Sie setzten nach der kleinen Rast ihren Weg weiter fort, gingen durch dichtes Gestrüpp und folgten weiter Eo, der nach wie vor schweigsam war und ihnen vorraus ging. Wollte er ihnen Zeit zu Zweit geben ? Nimue wurde unerwartet rot bei dem Gedanken. Sie würde nicht mal wissen was sie dann machen sollte wäre sie mit Xarr tatsächlich alleine.
Schließlich schlossen sie erneut zu Eo auf und rechts von ihm stehend, blickten alle Drei hinab in eine Klamm.
Eo hatte sie auf dem Hinweg schon entdeckt und nun war es doch ein passender Ort und eine weitere Reiseetappe.
Ungeachtet dessen was die anderen Beiden taten, war es die Lyr die weiter vor ging, nahe an den Rand und den Kopf reckte. Die Nasenflügel blähten sich auf und sie grurrt irgendwie leise auf " Wasser " wisperte sie über die Lippen.

So begann der Abstieg der drei Reisegefährten und zum erstaunen der anderen, war Nimue recht flink, aber auch tröricht, bei dem was und wie weit man sah. Den neben der einsetzenden Dunkelheit, war es der feuchte Nebel der den Schein nahm und es schwierig machte sicheren Tritt zu finden.
Doch zu aller Glück strauchelte niemand und auch Nimue stürtze nicht ob ihrer Hast. Doch der Duft des Wassers der immer inteniver wurde trieb sie an.
Schließlich das Ende des Abstiegs erreicht und endlich wieder festen Boden unter den Füßen, raunte Nimue leise und lächelte leicht. Sie hatten einen perfekten Ort erreicht und die Wasserseele stimmte mit ein "Wasser " wiederholte sie sacht und strahlte leicht.

Sie blickte gen Eo und lächelte wieder, stutzte dann kurz ob des Elfen legte den Kopf leicht schief, nicht das sie es ihm gleichtat und sich auszog…nein..sie streifte die Stiefel ab und seufzte erleichtert. Schließlich stand sie auf und blinzelte in die Höhle und deren Dunkelheit "ob es dort noch mehr gibt ? Ich meine an Wasser ? Ich rieche es " , ihre Stimme leise und irgendwie " fremd" Eo´s Wort " Abenteuer" hallte in ihrem Kopf nach und sie grub die Zehen in die dunkle Erde.
Genießend endlich ohne Schuhe umherzu laufen, ignorierte sie etwaige Schwierigkeiten. Der Duft des Wassers war zu anziehend. Ihr Blick huschte über den Oberkörper des Eisigen Elfen und sie grinste leicht. Schließlich ging sie an Xarr vorbei und stieg gänzlich in das Nass. Ihre Kleidung war dafür geschaffen, damit verwogen und eins. Sie raunte hörbar auf und ließ sich hinab gleiten, bis das Wasser über ihrem Kopf zusamenfloß. Das silberblaue Haar wogte im leichten strömen um ihren Kopf, die Augen nahmen einen intensiven Schimmer an und sie atmete endlich wieder durch ihre Kiemen. Obwohl es nicht das Meer oder ein tiefer See war bewegte sie sich spielend und wiegend, dem Wasser gehörend. Es war eine Wohltat und sie lächelte zu Xarr an Land sehend.
Sie würde noch unter Wasser bleiben….sich wohlfühlen und die schmerzenden Blasen an den Füßen versuchen zu ignorieren.
Seele der Erinnerung
Seele des Nebels
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Eo
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Re: Die Legende der Immer-Winter-Nacht

Beitrag von Eo » Fr, 19. Apr 2019 15:00

Eo wusste es sich selbst nicht zu erklären, woher diese Schwermut kam, die den Tag über mehr und mehr von ihm Besitz ergriffen hatte und die er nur mit Mühe so tief in seinem Innersten zu verschließen mochte, das sie selbst der Lyr nicht sofort ins Auge sprang. Nonas Todestag konnte es nicht sein, lag der doch noch ganze 3 Wochen in der Zukunft (eigentlich hatte Eo geplant ihn in Meridia zu verbringen, darauf hoffend dort einen oder zwei weitere Elvion anzutreffen, gemeinsam mit diesen das nächste anstehende Fest zu Ehren Asz'daras auch feiern zu können). Und doch war seine Stimmung, so wenig dieses äußerlich erkennbar war mit jedem getanen Schritt schwermütiger geworden und in noch dunklere Tiefen hinabgesunken. Fast wünschte sich der Evoin beim, zu dieser Stunde doch beschwerlicher als gedachten, Abstieg, Asz'dara möge seine Hand fehlgehen lassen und auf einen kurzen Schrecken und einen harten Aufprall die Schwingen der ewigen Nacht sich über seine Seele legen lassen, doch sah das Schicksal ein solches für ihn heute offenbar nicht vor und Asz‘daras Willen durch einen eigenmächtigen Fehlgriff infrage zu stellen, hätte nur bedeutet die restliche Ewigkeit von seiner geliebten Frau getrennt verbringen zu müssen. War, was auch immer sich zwischen Numue und Xarrbraxas anzubandeln begann der Grund für seine Schwermut? War es, das sie noch vor sich hatten was ihm durch Asz‘dara – ihr Wille und ihre Weisheit seien auf immerdar gepriesen – so früh geraubt worden war? Dass er Nona in diesem Leben nicht wieder sehen konnte?

Beinahe ohne es selbst überhaupt gewahr zu werden, hatten ihn seinen Schritte auf dem langen Tagesmarsch hie zu einem Weißdornstrauch hin gelenkt, einige der Zweigspitzen abzubrechen und in seinen schon gut bestückten Umhang zu verweben und da, etwas ab vom Weg, zu beinahe strauchhoch wachsendem Johanniskraut geführt, davon etwas mitzunehmen oder ihn auch vorsichtig an einer am Wegesrand wachsender Engelwurz innehalten ließ, deren Erdlknolle er vorsichtig ausgrub und verstaute, ehe er weiteres Kraut an sich nahm und wahlweise sorgsam in seinem Reisegepäck auch verstaute, oder es aber fest mit dem anderen seine Schulter bereits beschattendem Grün verflocht. Und bei jedem Schritt schienen Nonas wunderbare grüne Augen in seinem Geiste größer und größer zu werden, das leises Murmeln ihrer moosgrünen Lippen deutlicher und deutlicher zu werden, derweil es doch nie ernstlich verständlich wurde. „Ich weiß Liebes, meine Zeit ist noch nicht gekommen … Panacea, ja – aber woher nehmen und nicht stehlen, sehe ich hier doch keines. Darum ja die Theriakwurz stattdessen ...“ Während der Elvoin so, weiterhin meistenteils alleine und den anderen voraus, schritt, und hie und da noch Totholz und Reisig aufklaubte und zu einem Bündel verknotet an seiner Reisetasche auch befestigte, versuchte er selbst auch zu ergründen, was mit ihm gerade geschah und, vor allen Dingen: warum? War es vielleicht der Umstand, der ihn gerade so und selbst für ihn erschreckend doch kam, dass er in solch schweren Stunden früher stets die Nähe seiner Eltern, seiner Kinder oder zumindest doch ihm anderweitig vertrauter Elvoin bei sich wusste? Derweil hier, und jetzt, in der Ferne …

„Es ist wirklich herrlich…“ Leise lächelnd und nichts von dem in seinem Inneren sich Tuendem verratend, legte Eo Umhang und Reisetasche ab und stieg nurmehr mit einem offensichtlich aus Pflanzenfasern geknüpften Lendenschurz also bekleidet in das für seinen Geschmack doch etwas zu frische, um nicht zu sagen kalte, Wasser und wusch sich, etwas stromab der Anderen, den ganzen Dreck der bisherigen Reise vom Leib, nur einmal kurz aus dem Wasser zu steigen, eine aus verbranntem Farn selbst hergestellte Seife aus seinem Reisegepäck zu klauben. Rein äußerlich betrachtet genoss Eo das Bad ausgiebigst und tatsächlich fühlte er die über seinem Gemüt bedrohlich sich auftürmenden Wolken aus Hoffnungslosigkeit und schierer Verzweifelung sich minimal lichten. So kam es, das er nach dem Waschen, es der Lyr gleichtat und Xarr nunmehr, frech grinsend, fragend, was er dort draußen denn noch suchte wo das mit dem Wasser seine Idee schließlich ja war. Doch schließlich stieg Eo aus dem Wasser, schnappte sich Umhang und Gepäck und schlich sich mit einem frohgemuten „Ich mach schon mal Feuer!“ die beiden Anderen ihrem weiteren Badevergnügen alleine dann zu überlassen.

Eo merkte es nicht einmal, dass, kaum das er sich der Anderen Blicke entzogen hatte, ihm die Tränen brennend aus den Augen und die Wangen hinab schossen. Beinahe hätten ihn seine Schritte so doch noch fehlgeleitet. Doch als er erneut das kalte Nass um seine Knie gleitend spürte und erstaunt innehielt konnte er den Fehltritt in das Bodenlose so doch gerade noch vermeiden, auch wenn hier ein weiteres Bad, statt des zuvor noch so herbeigesehnten Todessturzes die Folge doch nur gewesen wäre. Teile dessen, was er an Gepäck mit sich führte, hätten ihn diesen Schritt sicherlich sehr noch reuen lassen. Doch so lenkte Eo seine Schritte aus dem hier drinnen offensichtlich zu findendem See wieder heraus, suchte und fand schließlich eine geschützte und nicht nach Abort stinkende, Ecke im Dunkel der Höhle, wo er Zunderschwamm Stahl und Feuerstein blind aus seiner Tasche fischte und rasch mir dem Reisig zusammen ein kleines prasselndes Feuer entfachte, dem er schließlich auch stückchenweise das größere Totholz anzuvertrauen wagte. Nicht wenig später war auch schon eine an einem kleinen improvisierten Dreibein hängende, auch von unten befeuchtete, Lederhaut mit frischem Wasser aus dem See gefüllt, darin gerade genug Wasser für eine große Schale Tee zu kochen. Die Tränen inzwischen wieder versiegt und getrocknet, schickte Eo sich an alle Zutaten herzubereiten, sie in das alsbald in der Haut über dem Feuer zu kochen anfangende Flüssigkeit zu geben und schließlich begierig, als hinge sein Leben daran (was es wohl tatsächlich auch gerade tat), den noch heißen Trunk nippend sich einzuverleiben. Erst als die Schale restlos geleert war, ließ Eo sich mit einem Seufzen nach hinten fallen, die nähe des warmen Feuers genießend, schloss die Augen und träumte, leise schnarchend und mit einem sanften Lächeln auf den Zügen, traurige Träume von besseren Zeiten.
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Re: Die Legende der Immer-Winter-Nacht

Beitrag von Xarrbraxas » Mo, 22. Apr 2019 12:36


Gänzlich zu Xarrs Bedauern stieg Nimue bekleidet in das kalte Nass. Er beobachtete sie eindringlich, wie sie sich bewegte, tauchte und sich im Wasser zu tummeln schien. Ein schiefes Lächeln legte sich auf seine blauen Lippen. Er selbst hatte sich auf einen großen Stein gesetzt ließ die erschöpften Füße umspülen. Auch der alte Elvoin hatte es der Lyr gleichgetan und war in den Fluten des Baches untergetaucht. Der Blick der eiskalten Iriden streifte ihn jedoch noch kurz, denn der Anblick Nimues nahm den Dämon gefangen und er spürte, wie die Begierde erneut in ihm aufkeimte. Verlangen war schon immer jene Empfindung für Xarrbraxas gewesen, die er am schwersten unterdrücken und noch schlechter verbergen konnte. Auf die Worte Eos, erhob er sich nun schließlich und sprach:
„Wenn ihr beide nach meiner Anwesenheit verlangt, so werde ich euch diesen Wunsch gewiss nicht abschlagen.“. Er streifte sich die Hose von der schmalen Hüfte und stieg nackt wie die Götter, an die er selbst natürlich nicht glaubte, ihn geschaffen hatten in das eiskalte Wasser. Ihm, dem Eisdämon, machte die Kälte natürlich nichts aus, nein, er empfing sie mit einem wohligen Seufzen. Es brauchte ein paar große Schritte, ehe der doch recht groß gewachsene Dämon vollkommen im Wasser versunken war. Mit ein paar kräftigen Zügen schwamm er der Lyr entgegen und ließ es sich nicht nehmen ihre Nähe aufzusuchen. Als er seine Bewegungen auf ein Minimum reduzierte, trieb der Körper des Eisdämons an der Oberfläche, ganz so wie es ein Eisberg auch tun würde. Er blickte gen Himmel, doch die Sterne am Himmelszelt lagen hinter dem dichten Nebel verborgen.

Als Eo letzten Endes den Bach mit den Worten „Ich mach schon mal Feuer!“ verließ, zuckte Xarrbraxas kaum merklich zusammen. Natürlich hatte er damit gerechnet, dass seine Reisegefährten die Wärme eines Feuers bevorzugten und dennoch konnte er das unangenehme Gefühl, das alleine das Wort in ihm auslöste, nicht verbergen. Er verzog beinahe schon leidend das Gesicht, verkniff es sich aber etwas zu erwidern. Der Elvoin verschwand im Dunkel der Höhle und als ob dies eine Art Startschuss gewesen wäre, wandte Xarr sich Nimue zu.
„In deiner natürlichen Umgebung erstrahlst du förmlich vor Schönheit…“, raunte er ihr zu und ein charmantes Lächeln legte sich auf die Züge des Eisdämons. Seine Finger begannen mit dem seidigen Haar der Lyr zu spielen, dass ihn kitzelnd mit der Strömung des Baches umgab. Er widerstand dem Drang den Körper Nimues zu erforschen, ihre Geheimnisse zu entdecken und ihre Lust zu entfachen. Er grinste geheimnisvoll und fügte flüsternd hinzu: „Immer noch Lust auf ein Abenteuer?“. Xarrbraxas schaute der Lyr tief in die Augen, rang sichtlich damit nicht einfach über sie herzufallen. Wenn er seiner Lust jetzt nachgeben würde, würde auch der Dämon in ihm erwachen. Es gab durchaus Weiber, die es mochten wenn er buchstäblich zum Tier wurde, wild und grob, doch Nimue schätzte er anders ein. Er biss sich fest auf die Unterlippe und wartete auf ihre Reaktion. „Möchtest du dass wir Eo Gesellschaft leisten oder lieber noch etwas hier in Zweisamkeit verweilen?“, fragte er und überließ es der Lyr eine Entscheidung zu treffen.

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