Die Legende der Immer-Winter-Nacht

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Xarrbraxas
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Die Legende der Immer-Winter-Nacht

Beitrag von Xarrbraxas » So, 01. Jul 2018 9:28

Es sey verzählet von ur4lter Zeyt,
wo Menschen nicht w
4ren vor Kälte gefeyt.
Es heißt, es w
4r ein D4ymon immer d4r,
seyn eisiger
4tem die größte Gef4hr.
Er trug eine Krone auf seynem H
4upte,
er musste ein Gott seyn, w
4r d4s was man gl4ubte.
Das Schmuckstück aus Eis w
4r die Quelle der M4cht,
sie war der Ursprung der düsteren N
4cht.
Bis sie verschw
4nd und die Sonne gew4nn,
der eynstige D
4ymon w4r nur noch ein M4nn.
Doch eynes T
4ges, so s4gt die Legende,
wird sie f
4llen in die richtigen Hände.
Und wenn der neue Gott erw
4cht,
soll sie über uns kommen, die Immer-Winter-N
4cht.

Xarr strich mit seinen langen, feingliedrigen Fingern über die Worte der Abschrift, die er hatte von einem Schreiber anfertigen lassen. Es war in Ittkin gewesen, wo er das erste Mal von der Legende der Immer-Winter-Nacht erfahren hatte. Ein alter, aufdringlicher Mann, ein Scharlatan so wie er vorerst glaubte, hatte ihn in sein Zelt locken können. Er wollte ihm die Zukunft weissagen und der Eisdämon war nur aus purer Neugier darauf eingegangen. Der Alte hatte die Hand nach der Seinen ausgestreckt und war kaum merklich zusammen gezuckt, als er seine Kälte zu spüren bekam. Die feinen Härchen auf seinem Unterarm hatten sich aufgestellt und seine Augen waren weit aufgerissen.
"Du...", hatte er geflüstert. "Du bist es wirklich, nicht wahr?", fügte er voller Ehrfurcht hinzu. Xarr wusste nicht wovon er sprach und doch schaffte der Wahrsager es, ihn in seinen Bann zu ziehen. Plötzlich veränderte sich die Stimme des Mannes und er begann in einer uralten Sprache, deren Tongebung der eines Liedes gar nicht so unähnlich war, auf ihn einzureden. Und er? Er hatte natülich kein Wort verstanden. Die Situation bereitete ihm selbst jetzt noch Unbehagen, wenn er daran zurück dachte. Als der Alte letzten Endes wieder zu seiner eigenen Sprache zurück gefunden hatte, konnte er sich selbst nicht mehr daran erinnern, was in den letzten Augenblicken geschehen war. Es waren nur drei Worte, die sich in sein Gedächtnis gebrannt hatten: IMMER-WINTER-NACHT. Er begann am ganzen Leib zu zittern und wiederholte hysterisch immer wieder die selben drei Worte, während seine Finger sich tief in die blasse Haut des Eisdämons gruben. Mit einem Ruck wollte sich Xarrbraxas aus seinem Griff befreien, doch er hatte gar nicht recht bemerkt, wie die Magie in seinem Blut zu pulsieren begonnen hatte. In dem kleinen Zelt wurde es auf einmal immer kälter und Raureif bildete sich an den Leinenwänden. Es kostete Xarr beinahe seine ganze Willenskraft nicht vollends die Beherrschung zu verlieren. Er schloss die Augen und atmete tief durch. Dann riss er sich ohne Rücksicht auf Verluste von der von Kälte verbrannten Hand des Mannes los und verließ so schnell ihn seine Beine trugen den unheilvollen Ort des Geschehens.

Dieses Ereignis war nun schon einige Monde her und doch hatte er die Gedanken daran nicht abschütteln können. Und so war er erneut seiner Neugier erlegen und hatte damit begonnen Nachforschungen anzustellen. Letzten Endes hatte er einen Gelehrten auftreiben können, der wertvolle Schriftrollen von alten Legenden sammelte. Und tatsächlich hatte er eine uralte Schrift in seinem Besitz, die von der Immer-Winter-Nacht berichtete. Einmal mehr bereute der Eisdämon es, dass er nie die Muße besessen hatte lesen zu lernen. Er ließ sich den Text also einige Male vorlesen und versuchte den genauen Wortlaut im Gedächtnis zu behalten. Dennoch erachtete der Gelehrte es für sinnbehaftet, dass Xarr sich eine Abschrift des Textes anfertigen lassen solle. Selbstverständlich ließ er sich diese kleine Gefälligkeit großherzig bezahlen, aber dem Eisdämon lag noch nie viel an weltlichen Gütern. Sie wurden sich also schnell einig und mit einer Beschreibung des Ortes, wo der Mann die Schriftrolle gefunden hatte, verließ er dessen Haus und folgte dem Aras nach Agheveer. Der Handelsposten der Menschen und Elfen übte auf den Eisdämon eine magische Anziehungskraft aus. Er liebte Orte an denen viele unterschiedliche Geschöpfe aufeinander trafen und dieser Ort schien wie geschaffen dafür zu sein, noch ein letztes Mal Zerstreuung zu suchen, bevor er sich in den Wald von Sieryan begab. "Noch ein Becher Wein, holde Maid...", gab er seine Bestellung bei der charmanten Bedienung auf. Eine junge Elfe, wunderbar anzusehen. Beinahe lief ihm das Wasser im Munde zusammen, wenn er nur daran dachte, was er mit diesem bezaubernden Geschöpf alles würde anstellen können. Leider schien der Wirt, der wohl der Vater des Mädchens war, ein Auge auf ihn haben. Er mussterte ihn unverhohlen und mit böser Miene. Er würde sich wohl etwas einfallen lassen müssen, um mit der Elfe einige Zeit in Zweisamkeit verbringen zu können. Lächelnd nahm er zur Kenntnis, dass sein Weinbecher bereits aufgefüllt wurde. Er schlang aus einem Impuls heraus seinen Arm um die schmale Taille der Bedienung und zog sie auf seinen Schoß. In den Augen des Wirtes glomm wilde Wut auf und das Spiel hatte begonnen.
Zuletzt geändert von Xarrbraxas am Mo, 18. Mär 2019 17:52, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Die Legende der Immer-Winter-Nacht

Beitrag von Silwith » Mo, 16. Jul 2018 19:18

Mit nachdenklichem Blick schlenderte Silwith den Weg entlang, die Umgebung gefiel ihm, das viele Grün, die lebendig wirkende Umwelt, man konnte das Leben hier regelrecht pulsieren spüren, während es in den Bergen doch eher spärlich gesäht war. Auf der anderen Seite war es dort jedoch wesentlich kälter und das er Kälte mochte gebot schon seine Natur, aber beides zur gleichen Zeit zu haben war eben eher ungewöhnlich und das Wetter war zumindest in einem Bereich in dem er sich nicht unwohl fühlte.
Während er noch über die Vor und Nachteile des Waldes sinnierte kam Agheveer langsam immer näher, obwohl er das Übernachten in der freien Natur mehr schätzte als in Siedlungen erschien ein zufriedenes Lächeln auf seinem Gesicht, es war einfach zu lange her das er etwas wirklich gutes gegessen hatte und in einem Handelsposten wie diesem sollte es zumindest möglich sein mal wieder eine ordentliche Mahlzeit zu bekommen, also verschwendete er gar keinen Gedanken daran außerhalb zu lagern, sondern begab sich steten Schrittes in eines der Gasthäuser.

Die lauten Geräusche, die Wärme, die vielen Gerüche, einen Augenblick blieb er im Türrahmen stehen und konzentrierte sich. Große Mengen an Leuten gefielen ihm im Grunde besser als einzelne Personen, denn man fiel weniger auf, aber nachdem er die letzten Wochen allein gewesen war waren die vielen auf ihn einströmenden Impulse ziemlich überwältigend und er brauchte einen Augenblick um sich darauf einzustellen. Ein erster Blick über die Szenerie ließ ein recht typisches Bild erkennen, ein Raum mit einer Art Bar und vielen Tischen, an denen eine recht große Menge an Personen saß. im Hinteren Bereich gab es eine Treppe, die wahrscheinlich zu den Zimmern führte, ebenso wie eine Tür, hinter der sich den Gerüchen zufolge die Küche befand.
Die Besucher wirkten größtenteils normal, Elfen und Menschen in den meißten Fällen, wirklich auffällig war nur der schlanke Mann der gerade ein Elfenmädchen auf seinen Schoß zog und dabei vom Wirt mit einem Blick bedacht wurde den man kaum besser als mit 'Hasserfüllt' beschreiben konnte.
Silwith selbst hatte keinerlei Interresse daran in den, sich anbahnenden, Konflikt hereingezogen zu werden, auch wenn die ungewöhnliche Gestalt des Mannes ein leichtes Gefühl des Erkennens in ihm herbeiführte, aber der einzige freie Platz am Tresen war direkt daneben, also bahnte er sich einen Weg durch den Raum, setzte sich auf den Hocker und bestellte ein Bier, während er die Szene neben sich betrachtete.

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Re: Die Legende der Immer-Winter-Nacht

Beitrag von Xarrbraxas » So, 22. Jul 2018 15:32


Das Mädchen auf seinem Schoß schien weder übermäßig glücklich noch gänzlich abgeneigt. Vielleicht war es ihr einfach nur unangenehm, dass ihr Vater anwesend war? Ihr golden seidiges Haar war locker hochgesteckt, sodass ihr Nacken mit den feinen Härchen offen dar lag. Ein leichter Schweißfilm überzog ihre jugendliche Haut und verströmte einen verführerischen Duft. Xarrbraxas witterte unauffällig und nahm ihren Geruch gierig auf. Die junge Elfe lächelte nervös, auch sie hatte den Blick ihres Vaters zur Kenntnis genommen. Zögerlich versuchte sie sich aus dem Griff des Eisdämons zu winden, doch dieser packte nur noch entschlossener zu.
„Verzeihung mein Herr, dies ist nicht der richtige Ort und ich habe noch ausgesprochen viel zu tun. Seht doch nur wie viele Gäste noch bewirtet werden wollen.“, murmelte sie halblaut. Ein breites Grinsen legte sich auf Xarrs Lippen und entblößte seine weißen Zähne. „So so… Nicht der richtige Ort meine Schöne? Das NEIN sagen müssen wir wohl noch etwas üben.“, antwortete er ihr. Er hauchte einen feinen, kühlen Kuss auf ihren Hals und konnte sich gerade noch zurück halten in aller Öffentlichkeit nicht noch weiter zu gehen. „Oder… war es vielleicht gar kein NEIN?“, raunte er kaum hörbar. Die Röte auf den Wangen der Elfe bestätigte seine Hoffnungen und wohlige Kälte sammelte sich in seinen Lenden. Nur am Rande nahm der Dämon wahr, wie der Wirt vor Wut kochend das schmuddelige Handtuch, mit dem er so eben noch Geschirr poliert hatte, zur Seite warf und sich auf sie zu bewegte. „Nun gut meine Holde, uns bleibt für den Moment nicht mehr viel Zeit. Ich will, dass du aufspringst und mir eine Ohrfeige verpasst. Mach allen Anwesenden und vor allem deinem Vater klar, dass du mich nicht willst. Doch sei dir gewiss, dass ich heute Nacht in meinem Zimmer auf dich warten werde.“, flüsterte er wollüstig.

Überraschung, Scheu und Verlangen spiegelten sich in den grünen Augen der Elfe wieder. Xarr war sich gar nicht bewusst, dass man so viele gegensätzliche Emotionen zur selben Zeit empfinden konnte. Doch dann schien das Mädchen zu verstehen und nickte kaum merklich. Er lockerte daraufhin zufrieden den Griff und seine Auserwählte tat, was er von ihr verlangt hatte. Unerwartet kräftig traf ihn die schellende Ohrfeige und er musste den Reflex unterdrücken, nicht umgehend darauf zu reagieren. „Ich habe NEIN gesagt!“, wurde er gespielt wütend angeblafft, auch wenn ihre leuchtenden Augen geradezu JA schrien. Einen kurzen Augenblick nur hatte er Zeit ihren Blick zu erwidern, dann rauschte sie davon. Neben ihm angekommen, blieb einzig der Wirt zurück und grummelte düster: „Wenn Ihr noch einmal Hand an meine Tochter legt, dann werdet Ihr es zu tiefst bereuen.“. Xarr wandte sich ihm zu und legte ein unschuldiges Lächeln auf. Guter Mann, ich würde niemals die Ehre einer Dame beschmutzen, die sich nicht freiwillig zu mir gesellen möchte.“, antwortete er freundlich. Der alte Elf nickte und obwohl er nicht vollends überzeugt schien, ließ er Xarrbraxas wieder alleine an seinem Tisch zurück. Dieser griff nach seinem Becher und roch an dem sauren Wein. Ein unauffälliger Hauch ließ feine Eiskristalle in der dunkelroten Flüssigkeit entstehen. Der Abend hatte also vielversprechend begonnen und würde höchstwahrscheinlich befriedigend sein Ende nehmen. Zufrieden nippe der Eisdämon an dem Gesöff, welches man ihm hier als Wein verkaufen wollte. Nun galt es die Zeit irgendwie rumzubringen. Er sah sich interessiert im Raum um und begann die anderen Gäste zu inspizieren. Hinten in der Ecke saß ein fettleibiger Kerl, ihm gegenüber eine junge, äußert ansehnliche Frau, die nicht allzu glücklich mit ihrer Gesellschaft zu sein schien. Auf der anderen Seite saß eine Gruppe Söldner, die lautstark lachte. Außerdem erregte ein Kerl an der Bar seine Aufmerksamkeit.

Xarrbraxas schwenkte gelassen den Weinbecher in der Hand und beobachtete den Fremden mit unverhohlener Neugier. Er war recht groß und seine Haut ebenso blass wie die seine. Genau wie er selbst, schien er sich in gewisser Weise von den restlichen Gestalten an diesem Ort zu unterscheiden. Der Eisdämon legte den Kopf leicht schief, eine Geste die er kaum zu kontrollieren vermochte. Ob er zu diesem Kerl hinüber gehen und ein Gespräch suchen sollte? Aber dann müsste er seinen Platz freigeben und die Schenke war so gut besucht, dass es nicht gewiss war, ob er hier hin zurück kehren konnte. Also entschied er sich zu bleiben. Erneut winkte er nach der Schankmaid, deren Name er nicht einmal kannte, wie ihm jetzt bewusst wurde. Er bestellte eine Mahlzeit, bloß nichts Warmes, nur einen kleinen Laib Brot und dazu Käse und Speck. Die blonde Elfe nahm schüchtern die Bestellung entgegen, sie wagte kaum ihm richtig in die Augen zu sehen und verschwand dann in die Küche. Hoffentlich würde sie ihm heute Nacht mehr von der Frau zeigen, die ihm vorhin die schallende Ohrfeige verpasst hatte. Er dachte daran zurück und strich Gedanken verloren über seine Wange. Er würde sich dafür noch revanchieren, so viel war gewiss. Hämisch grinsend nahm er noch einen Schluck Wein. Während dessen hatte der Wirt seinen Platz an der Bar wieder eingenommen. Er blickte den hellhäutigen Fremden, der dort Platz genommen hatte, an und frage: „Was darf es denn sein der Herr? Etwas zu trinken? Wir haben vorzüglichen Wein im Angebot. Wenn Ihr aber etwas essen wollt, dann würde ich Euch bitten an einem der Tische Platz zu nehmen.“. Er blickte über die zahlreichen Gäste und runzelte die Stirn. Dann deutete er auf Xarr und sprach weiter: „Bei dem Herrn dort hinten wäre noch ein Stuhl frei.“.

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Re: Die Legende der Immer-Winter-Nacht

Beitrag von Silwith » Fr, 10. Aug 2018 21:35

Die Szene die der Gast mit der Schankmaid vorführte hätte Silwith villeicht an ein komödiantisches Bühnenstück erinnert, hätte er denn jemals eines gesehen. Überzeugen konnte die eher mittelmäßige schauspielerische Leistung ihn aber nicht, darüber das der Gastwirt dem Ganzen offenbar Glauben schenkte konnte er nur die Augen verdrehen, wenn alle Elfen von so minderer Intelligenz waren vermochte man kaum zu verstehen wie das Volk so lange überlebt hatte.
Wieder an der Bar hatte der Wirt seine freundliche Erscheinung zurückgewonnen und lächelte Silwith offen an während er nach seinem Begehren fragte. Tatsächlich schien sich die Bar selbst nicht besonders zum Essen zu eignen, also beschloss er der Empfehlung des Wirtes zu folgen. "Dann bringt mir einen guten Wein und etwas gutes deftiges zu Essen, ich werde mich dort rübersetzen."

Damit erhob er sich von der Bar und wanderte mit einem freundlichen Grinsen zu dem Tisch, an dem der Mann jetzt allein saß. "Das scheint leider der letzte freie Platz zu sein um etwas zu essen, es macht ihnen doch nichts aus?", ohne die Antwort darauf abzuwarten zog der den Stuhl schwungvoll zurück und ließ sich in einer eleganten Bewegung darauf nieder. Von hinter ihm kam bereits der Wirt und setzte ihm den Wein vor, sodass Silwith einen Augenblick hatte sein Gegenüber zu betrachten, während der Wirt einschenkte und sich dann zurückzog. "Ein recht lebhafter Abend, aber villeicht ist das an Plätzen wie diesen normal.", entspannt sah er sich um, ohne das sein Blick merklich auf einer der anderen Personen im Raum hängen blieb.
"Und? Darf ich fragen was euch herführt? Ihr seht nicht gerade aus wie das... übliche Volk das sich hier so aufzuhalten scheint, ein wenig blass villeicht könnte man villeicht meinen." Er grinste den Mann mit einem direkt Blick in die Augen erneut an während er sich sanft über die dünne Narbe an seiner Wange strich, er wurde das Gefühl von Vertrauheit nicht los und auch wenn er es nicht so ganz zuordnen konnte was sein Gegenüber war, so war er sich doch bereits sicher das es sich hier nicht um einen einfachen Reisenden handelte. Auch die allgemein eher magiebegabten Elfen konnten bei Silwith nicht annähernd ein ähnliches Gefühl auslösen.

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Re: Die Legende der Immer-Winter-Nacht

Beitrag von Xarrbraxas » Sa, 08. Sep 2018 8:57


Der Eisdämon fixierte den Fremden an seinem Tisch mit eisblauen Augen. Noch stehend ragte er hoch über ihm auf, während er selbst saß und gefragt wurde, ob der Platz noch frei wäre. Doch gerade als Xarr darauf eine passende Antwort geben wollte, hatte sich sein Gegenüber auch schon ohne seine Zustimmung nieder gelassen. Nun gut, er selbst hatte noch überlegt, den andersartigen Mann näher in Augenschein zu nehmen, so sollte es ihm also recht sein, wenn der Knochen nun zum Hund kam. Während der Wirt erneut diesen furchtbaren Wein einschenkte, räusperte sich der Dämon leise. Dieser Kerl schien auf eine etwas oberflächliche Unterhaltung aus zu sein, nicht gerade sein Spezialgebiet, dennoch wäre es unhöflich, nicht auf seine Fragen einzugehen.
„Zugegeben, ich war auf der Suche nach Gesellschaft, dafür erschien mir eine Schenke wie diese genau der richtige Ort zu sein. Und meine Blässe… Man könnte sagen, dass ich die Sonne einfach lieber meide.“, antwortete er mit tiefer, ruhiger Stimme. Sein Blick fiel auf die charmante Bedienung, die gerade hinter dem Fremden auftauchte und das Essen brachte. „Ich heiße übrigens Xarr.“, sprach er mehr an die Elfe gewandt, als an seinen Gesprächspartner. Die junge Frau zeigte darauf hin ihr bezauberndes Lächeln und stellte die Teller auf dem Tisch ab. Als sie dann wieder verschwand, sagte er zu seinem Gegenüber: „Ich wünsche Euch einen gesunden Appetit. Lasst es Euch schmecken.“. Ein aufgesetztes Lächeln breitete sich auf seinen Lippen aus. „Und was führt Euch hier her? Seid Ihr auf der Durchreise?“.

Als Xarr nach dem Brot auf seinem Teller griff, wehte ein eisiger Hauch darüber hinweg. Immer noch lächelnd tunkte er selbiges in die erkaltete Soße und steckte es sich anschließend in den Mund. Er wiederholte den Vorgang, während er auf die Antwort des Fremden wartete. Seine Essgewohnheiten waren etwas ungewöhnlich. Der Eisdämon verabscheute geradezu heiße Speisen, denn er bevorzugte es kalt und liebte rohes Fleisch. Beides war in einer Schenke kaum als unauffällig zu bezeichnen, daher gab er sich mit dem zufrieden, was ihm angeboten wurde. Er wollte schließlich nicht noch mehr auffallen, als er es ohnehin schon tat. Draußen war es derweil dunkel geworden und die Kälte der Nacht legte sich über den Wald und über den Handelsposten in Agheveer. Als jemand die Tür öffnete, um die Schenke zu verlassen, zog der kalte Wind durch die Gaststube. Xarr schloss für einen Augenblick die Augen und genoss das Gefühl, wie zarte Streicheleinheiten auf seiner Haut. Doch der Wirt schien die Kälte, die gewiss für seine anderen Gäste weniger Willkommen war, als eine Aufforderung zu sehen, in der Stube einzuheizen. Verärgert beobachtete Xarr, wie er zur Feuerstelle ging und neue, große Holzscheite nachlegte. Funken stoben auseinander und die aufflammende Hitze bereitete dem Eisdämon Unbehagen. Er hatte zwar einen Tisch gewählt, der weit entfernt zum Feuer gelegen war, dennoch konnte er es bis hierher spüren. Kleine, verärgerte Falten bildeten sich auf seiner Stirn, während sein magisches Blut durch seine Adern floss, um ihm Abkühlung zu verschaffen. Er konnte sich wieder entspannen, seine Haut wurde wieder glatt und verlieh seinem Antlitz den gewohnten Anreiz.

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Re: Die Legende der Immer-Winter-Nacht

Beitrag von Eo » So, 10. Mär 2019 22:12

Müde blickte sich Eo in dem Gasthof um, den er gerade durch die von einem denselben verlassen habenden Gast geöffnete Tür betreten hatte. Seit der Geschichte mit diesem Blondschopf, dem ein Heiler – dank eines von Eo herbeigeschafften, wie Katheter geheißenen medizinischen Instruments – das Leben gerettet und damit den Beginn eines Krieges zwischen zwei großen Handelshäusern verhindert hatte, konnte Eo nicht mehr anders, als an Orten wie diesem die Schmerzensschreie des Blondschopfes ob der sein Leben gerettet habenden Behandlung durch den Arzt, sich zu erinnern. Eo hatte schon viel gehört, inklusive der Schreie von Hausschweinen, die unsauber betäubt, ihre eigene Schlachtung bei vollem Bewusstsein durchleiden mussten. Das und so manchen dem Tode nahe seienden Menschen, Elfen oder Vertreter eines der anderen Völker hatte Eo schon erlebt. Doch nichts, n i c h t s kamen an die Schreie dieses Blondschopfs heran, der nicht trotz, denn vielmehr ob der Behandlung nur überlebt hatte und darüber hinaus auch noch durch den ihn gerettet habenden Heiler beschieden bekam keiner Vergiftung oder dergleichen erlegen zu sein – was einen sicherlich sonst blutigen kleinen Handelskrieg bedeutet hätte. Doch seit dieser Erfahrung mochte Eo Gasthäuser noch einmal weniger.

Doch war diese Erfahrung nicht nur negativ gewesen, hatte der Blondschopf ihm doch – aus Dankbarkeit wohl, für seine Rettung – eine solch großzügige Summe an Gold überlassen, dass Eo erneut auf große Reise gehen konnte. So hatte es ihn, den großen Strom von Hamontu bis zum Nii-Talúta-See hinauf verschlagen. Diese Etappe war er noch ganz auf Kosten seines dankbaren Gönners, unter dem Deck eines Treidelkahns gereist und hatte es sich dabei an nichts fehlen lassen, konnte des Nachts an Deck oder auch Land gehen und traf so sogar seinen Sohn in Sanherib unverhofft nochmals wieder. Ab der Seen allerdings und mithin jenseits der Handelsgrenzen seines Gönners, hatte er die weitere Reise mit dem ihm überlassene Gold selbst finanziert und also die Annehmlichkeiten von da an drastisch (wenn auch nicht ganz) nach unten gefahren, mit dem verbliebenen Gold stattdessen links und rechts des Weges Asz’daras Willen entsprechend das Eine oder Andere zum Besseren zu wandeln. Noch würde Eo einige Wochen reisen können, sich weiter ohne große Anstrengungen in der Welt umsehen können. Doch bald schon würde das letzte Gold aufgebraucht sein, würde er wieder selbst für seinen Unterhalt aufkommen müssen. Doch nahm Eo das alles teilnahmslos hin. Geld bedeutete ihm nichts. Besitz bedeutete ihm nichts. Einzig Asz’dara zu dienen galt noch immer sein Streben.

Und nun stand er, Eo, hier; sah sich um. Asz’dara hatte ihn hierhergeführt, in hunderten kleinen Schritten. Doch gerade jetzt und gerade hier benötigte die Göttin ihn nicht als Werkzeug, dessen war er sich sicher. Die Kapuze schließlich abnehmend, wie den wie aus Blättern, Gräsern und Farnen gewirkt wirkenden Umhang ablegend, tritt Eo darum schließlich an den Tresen. Mit seiner blassen Haut, den krallenbewehrten Händen und Füßen zog Eo etliche Blicke auf sich, doch war er beileibe nicht der einzig Blasse oder auch nur der Blasseste in diesem Raum, wie der Blick zu zwei Elfen ihn erkennen ließen. Der Wirt, ein Elf und aus irgend einem Grunde zornesbebend, schenkte Eo nichtsdestotrotz ein angestrengtes aber doch offenes Lächeln. „Willkommen Fremder! Sagt, was ist Euer Begehr?“ Auf das erwidernde Lächeln Eos hin entspannten sich des Wirtes Züge merklich. „Ich rieche Erbsensuppe und Pastinaken äh … über Feuer?“ Nun lächelt der Wirt tatsächlich. „Ja Herr? Unsere Küche wird weithin als die Beste weit und breit gerühmt … und zwar nicht nur, weil es auch die einzige Küche weit und breit etwa ist. Etwas gegrilltes Wildschwein dazu?“ Eo schüttelt lächelnd den Kopf. „Kein Fleisch, danke!“ Abwartend nimmt Eo auf einem kleinen Hocker, direkt neben der Feuerstelle Platz, derweil der Wirt seine Tochter anweist, das vom Elvoin erbetene Mahl zusammenzustellen.
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Visionen oder auch Traumweltliches … „Wörtliche Rede Eos“ … Zensurwürdiges …

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Re: Die Legende der Immer-Winter-Nacht

Beitrag von Nimue » Mo, 11. Mär 2019 17:15

Die Gespräche murmelten durch den Schankraum, es wurde geflucht, mit Händen und Füßen erzählt, Besteckt klapperte auf Tellern und in Schüsseln. Geschmackvoll wurde gerülpst und sich Bratensauce aus oder auch in den Bart gewischt, war denn eben jener vorhanden. Die junge Elfe lief fleißig und federleicht durch die Reihen, balancierte das Tablett in der rechten und stemmte ein bis zwei Krüge in der Rechten. Alles unter den gerade sehr wachsam wirkenden Augen des Vaters, immer wieder beim zapfen und ausschenken den Blick hebend. So war das Verhalten des gutausehenden und dennoch anders wirkenden Gasts nicht vergessen worden.
In einer kleinen Verschnaufpause zog er seine Tochter am Arm zu sich " Geh bitte nach hinten und sag Nimue bescheid das die Suppe soweit wäre und sie solle nun endlich aus dem Wasser kommen….Das man so lange im Wasser sein kann ", er murrte die Worte lächelte aber dabei. Seine Tochter nickte und schob eine helle Haarsträhne hinter das Ohr. " Ich geh gleich…gerade sind alle versorgt ", der Blick schweifte nochmals über die Tische und sie ergriff die Gelegenheit auf eine kleine Pause. Sie band die Schürze, im laufen nach Hinten ab, durchquerte die Küche um in den privaten Bereich zu gelangen.

Hinter einem Vorhang, vor den allzu neugierigen Blicken verborgen stand der Zuber und in jenem klaren Wasser, welches mit Sicherheit schon kalt zu sein schien, schwamm beziehungsweise lag jene Frau Namens Nimue.
Die Elfe lachte leise, als sie sah wie Nimue gänzlich unter Wasser getaucht und kleine Luftblasen steigen ließ. " Du solltest allmählig mal wieder herauskommen, Vater befürchtet du fängst irgendwann an zu schrumpeln", sie unterband das Bedürfniss Nimue ein Tuch zu reichen, da die Lyr so zusagen samt Kleidern im Zuber schwamm und im Gegensatz zu Mensche, Elfen und anderen Wesen, ausser Fischen kein Tuch zum abtrocknen benötigte.

Somit wäre auch jener Umstand erklärt, warum man stundenlange in einem Zuber zu liegen vermochte. Die junge Frau war eine vom Volke der Lyr, jenen Wasserwesen um welches sich die ein oder anderen Sagen und Mythen rankte. Der tatsächliche Umstand des stundenlangen schwimmens war allerdings ein weniger schöner, denn sie war einigen Fischern unvorsichtigerweise ins Netz gegangen, hatte sich verfangen und wurde als "guter Fang" mit an Land genommen. Zur Schau gestellt und durch viele Hände gereicht, verkauft und schließlich irgendwann gefunden worden. Die Erinnerung an die Zeit war vergessen oder gut verborgen in der Lyr , fand sie in des Wirts Tochter und ihm selbst zwei gute Seelen die ihre Not erkannten und sie aufnahmen. Nimue überlegte immer noch wie sie das wieder gut machen konnte und mit einem Ruck tauchte die Wasserseele auf und stand auf.

Tropfend und grinsend legte sie den silbernen Schopf schief, funkelten die unterschiedlichen Augen frech " es fällt ihm noch immer schwer mich als das zu sehen was ich denn bin", sie stieg aus dem Zuber und wrang die langen Flechten ein wenig ab, der Rest der verbliebenen Tropfen war schon verschwunden und mit Sicherheit von der bläulich silbernen geschuppten Haut aufgenommen worden. Die Elfin war schon wieder auf dem Weg zurück in den Schankraum…" nun komm" winkte sie der Lyr zu und knotete die wieder umgelegte Schürze fest.
Da Nimue ihre Kleidung eigentlich immer trug und sich auch so nicht noch erst zurecht machen musste, schritt sie der Elfin hinter her. Für Aufsehen sorgte sie egal ob mit langen oder kurzen Kleidern.
Der Wirt nickte brummend als er Nimue hinter seiner Tochter erblickte "wenn ein Platz frei wird gibt es was zu essen" , damit widmete er sich wieder den Gesprächen am Tresen.

Nimue atemte langsam ein und wieder aus, jedesmal war sie überrascht und irgendwie erdrückt von den vielen Gästen. Wie immer war es auch, bei ihrem auftauchen seltsam still. Wo sah man schon eine recht dürftig gekleidete, bläulich-silbern geschuppte junge Lyr ?
Die unterschiedlichen Augen…das eine meeresblau …das andere grünlich, huschten umher und musterten die Anwesenden. Weniger Unhöflich als eher von Neugierde beseelt und sie fühlte ..ja was war das was sie spürte ? Es fiel der Lyr schwer, die Empfindungen alle so wahrzunehmen das sie einigermaßen geordnet waren. Blicke ruhten auf ihr und noch deutlicher als sie sich weiter in den Raum vor wagte.
Doch nur einige Lidschläge dauerte jenes an, dann war Bier und Wein für die Gäste wieder wichtiger....
Seele der Erinnerung
Seele des Nebels
Seele des Meeres

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Re: Die Legende der Immer-Winter-Nacht

Beitrag von Xarrbraxas » Mi, 13. Mär 2019 18:41


Ob es Arroganz oder aber plötzliches Desinteresse war, konnte Xarr nicht ausmachen. Sein Gegenüber blieb ihm jedoch die Antworten auf seine Fragen schuldig. Sei es wie es ist, dachte er bei sich, die Gesellschaft des Fremden war ihm ohnehin seltsam unangenehm. Nun selbst schweigend aß er sein kaltes Mahl und beobachtete weiterhin das Geschehen um sich herum. Sein Blick schweifte unwillkürlich und etwas gelangweilt durch den Raum. Ein neuer Gast, dessen Kommen er vorher nicht bemerkt hatte, hatte sich an der Feuerstelle nieder gelassen. Ein komisch, aussehender Vogel mit blasser Haut und krausem Haar. Waren das tatsächlich Laub und Gestrüpp auf seinem Haupt? Im Gedächtnis des Dämons begann es zu arbeiten. Dieser Mann war gewiss kein Mensch oder Elf. Wobei ein Waldelf unter Umständen derartigen Kopfschmuck tragen mochte. Ein leises
„Hmmm…“, kam über seine Lippen während er weiter darüber nachdachte. Er hatte einmal vor sehr langer Zeit von den Elvoin gehört, doch seine Erinnerungen daran waren nicht sehr ausgeprägt. Er meinte sich daran erinnern zu können, dass die Elvoin ein naturverbundenes Volk waren und in Sümpfen lebten. Dass die Haut die Farbe von Schlamm hatte oder gar grünlich schimmern konnte, hatte sich hingegen in seinem Gedächtnis manifestiert. Er betrachtete den Mann etwas genauer, doch im Schein des Feuers war die Hautfarbe schlichtweg nicht zu erkennen. Beinahe wäre er geneigt gewesen zu dem Fremden hinüber zu gehen, doch die für ihn unangenehme Nähe zum Feuer hielt ihn letzten Endes davon ab. Vielleicht würde sich zu einem späteren Zeitpunkt noch die Gelegenheit für ein Gespräch ergeben.

Plötzlich wurde es auffällig ruhig im Schankraum, wodurch Xarr aus seinen Gedanken gerissen wurde. Einige Gäste begannen leise und hinter vorgehaltener Hand zu tuscheln, ein betrunkener Kerl jedoch zeigte ganz ungeniert mit dem Finger auf die junge Frau, die nun neben der Theke stand. Das aufkeimende Interesse an ihr war von ganz anderer Natur als jenes, welches Xarr bei dem mutmaßlichen Elvoin verspürt hatte. Ein kurzer Blick zu seinem Gegenüber, der ihn immer noch erfolgreich ignorierte und der groß gewachsene Dämon erhob sich elegant. Sein restliches Mahl war vergessen, denn seine Füße trugen ihn hin zur Theke, hin zu ihr, hin zu dem bezaubernden Geschöpf. Dort angenommen räusperte er sich leise und sprach mit tiefer wohlklingender Stimme: „Guten Abend holde Maid, Ihr wirkt etwas verloren an einem Ort wie diesem. Kann ich Euch vielleicht behilflich sein? Wie wäre es mit etwas Gesellschaft? Ich werde Euch ganz gewiss nicht zu nahe treten.“. Er lächelte charmant und wurde sich jedoch zugleich dem erneut kritischen Blick des Wirtes bewusst. Was hatte dieser Kerl nur für ein Problem? Dabei wusste er doch nicht einmal, dass er plante dessen Tochter diese Nacht noch zu entweihen. Oder hatten sich seine Pläne unterbewusst bereits geändert? Seine aufmerksamen Augen entdeckten einen frei werdenden Tisch, als eine Gruppe Trunkenbolde die Taverne schwankend und singend verließ. „Seht dort könnten wir uns gemeinsam nieder lassen, sofern Ihr mögt. Andernfalls begleite ich Euch nur zu Eurem Tisch.“, sprach er abermals freundlich und bot der fremden Schönheit seinen Arm an.

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Re: Die Legende der Immer-Winter-Nacht

Beitrag von Eo » Mi, 13. Mär 2019 20:07

Zornig funkelten Imerellas Augen, als der sie vor Kurzem noch so verführerisch angeblickt habende stattliche blasse Elf nun Nimue auf einmal beinahe mit den Augen auszuziehen schien. Doch dieses Mal bemerkte der gutaussehende Mann ihre von Temperament zeugenden zornesfunkelnden Augen nicht einmal. Wenn er wirklich wollte, dass sie ihn heute Nacht noch aufsuchte und nicht etwa ihren Vater in seine Kammer schickte, dann musste sie ihn schleunigst von ihrem so wasserliebenden Gast ablenken, ehe er noch etwas tat, was sie beide sonst bereuen würden. „Weg da!“, blaffte Imra, wie Imerella meist geheißen wurde, darum weit unhöflicher, denn es normalerweise ihre Art war, den nur mit einem Lendenschurz bekleideten Waldschrat an, um sich dann aber doch noch ihrer Manieren zu erinnern – wie auch einem plötzlichen Geistesblitz nachgebend – und entschuldigend hinzuzufügen: „Verzeiht Herr, aber diesen hier Platz benötige ich, die Speisen im Blick zu behalten und sie vom Feuer zu nehmen, wenn sie fertig sind. Warum … warum nehmt Ihr nicht dort drüben am Tisch Platz, dort ist gerade etwas frei geworden.“ Als Eo ihrem Blick folgt, sieht er die Lyr und einen der ihm zuvor schon ob deren augenfälliger Blässe auch aufgefallenen Elfen. Zwar hat er zuvor noch nie eine Lyr gesehen, doch die Erzählungen über diese Wasserwesen waren in Thasani ein beliebter Gesprächsstoff, so das er sie sogleich als eine eben solche erkannt hatte. Da Eo durchaus einsah, das die Stelle direkt neben dem Feuer – ja ohne beistehendem Tisch gar – wohl wirklich in erster Linie der Köchin gebührte, erhob er sich so schweigend und äußerlich ungerührt, wie er auch ohne jegliche Regung ihre ersten vor Zorn bebenden Worte ungerührt über sich hatte ergehen lassen.

Dass ihr Vater ihr indes einen zustimmenden Blick schenkte, als sie Eo an den Tisch mit Nimue und den elfischen Gast führte, ließ sie dann doch innerlich stumm auflachen. Wenn du wüsstest Vater, was ich mir für heute Nacht gerade zu retten versuche…, dachte sie verschmitz bei sich, wie ansich aber noch immer unschlüssig, was sie denn überhaupt anderes wollte, denn sich zumindest die Chance auf mehr doch noch zu retten, indem Sie den Schrat an Nimues Tisch führte. „Verzeiht Nimue, Xarr … aber ich musste diesen Gast hier leider von der Kochstelle am Feuer vertreiben und ihr seht ja selbst, es ist sonst nicht mehr so wirklich viel Platz hier drin.“ Imra hatte bei der Nennung Xarrs erneut ihr strahlendstes Lächeln aufgesetzt, das dem Elfen dieses Mal indes eher wie eine Warnung erscheinen mochte, sich nur ja nicht die Finger zu verbrennen und verschwand dann aber mit dem Hinweis das Essen gleich zu bringen rasch wieder vom Tisch. Eo lächelte entschuldigend und nahm dann aber unaufgefordert Platz und das Erste was an ihm auffallen mochte, war, das er für einen offensichtlichen Wilden im Lendenschurz und mit einem blättergewirkten Reiseumhang, wie es schien, erstaunlich sauber und unaufdringlich roch und hierin mitnichten den Befürchtungen entsprach, die man ob seiner rein äußerlichen Erscheinung vorbringen mochte. „Verzeiht! Will nicht stören.“ brachte Eo mit einer ein wenig grob, wie unbeholfen wirkenden Stimme vor, ehe er – den Umhang über der Stuhllehne drapierend – die Hände mit den beinahe raubtierhaft wirkenden langen dunklen, ja man kann es nicht anders benennen, Krallen zusammenlegte und leise (wie reichlich schiefe) eine fremdartige dunkle Melodie, kaum vernehmlich und nicht wirklich störend, vor sich hin summte, dass die beiden Anderen – wenn sie denn wollen – ob dessen sich auch weiterhin ungestört austauschen konnten, so als wäre er gar nicht da – und zumindest mit seinen Gedanken schien Eo sich, ob seines in weite Ferne gerichteten Blickes, auch tatsächlich irgendwo, aber sicherlich nicht hier an diesem Tische sitzend gerade zu befinden.
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Re: Die Legende der Immer-Winter-Nacht

Beitrag von Nimue » Do, 14. Mär 2019 14:14

Nimue war diese Stille die sie verursachte unangenehm und befremdlich, denn in den Augen der Gäste stand mehr wie nur einfache und unschuldige Neugiede. Sie schauderte bei der Flut an Emotionen die über sie einbrachen und lenkte die linke Hand zum Tresen. Ein Moment zum festhalten und durchatmen.
Gut, dachte die Lyr, vielleicht sollte sie es aber auch endlich schaffen, normale Kleidung anzuziehen, wenn sie sich unter Menschen bewegte und aufhielt. Das Problem was sich dabei nur auftat war, das herkömmlicher Stoff nicht gut war zum schwimmen, sie müsste sich jedesmal ausziehen, desweiteren vertrug sie die groben Stoffe auf der Haut nicht.
Also nahm man die Blicke und das Gemurmel in Kauf.

Die kleinen Wellen in ihrem Innersten ließen nach und so ließ sie die Hand wieder sinken und den Blick der Meeresaugen schweifen.
Blasse Haut und ein doch ansehenliches Erscheinen fiel ihr ins Augen, ebenso wie einen neuerlichen Gast den sie zuerst nicht gesehen hatte.
Er saß am Feuer, wirkte ruhig und zurückhaltend und Nimue empfand eine ungewöhnliche Ruhe von ihm ausgehen. Seine Haut war ebenso blass wie die des anderen Gastes, noch dazu schien der über den Stuhl gelegte Umhang aus Blattwerk und Laub zu bestehen. Nein…sie hatte so jemanden ebenso wenig gesehen wie den anderen unbekannten Herr und als die Augen zurück zu dem Elfen huschten, sah sie ihm direkt in die Augen. Es schien als habe er sie gerade entdeckt und ohne den Blick zu senken, stand er von seinem Platz auf und kam auf sie zu.

Noch ehe der Gast bei ihr war und etwas zu ihr sagen konnte, sah sie den wütenden Blick von Imra und stutze einen Moment. Was war denn in die gefahren so plötzlich ? Sie nahm sich vor die Elfin zu einem anderen Zeitpunkt zu fragen, als die wohlklingende Stimme des blassen Elfen an ihr Ohr drang und sie ihn wieder anblickte.
"Guten Abend werter Herr… in meinem Wesen und Aussehen scheine ich hier auf jedenfall verloren oder viel mehr…deplatziert ?" Sie musste unwillkürlich lächeln und gleichzeitig grübelte sie darüber, was sie noch fühlte ? Da war… was doch es war schwer einzuordnen.

" Wenn es Euch nicht stört das ich eventuell noch etwas esse ? Gerne…setzen wir uns " sie drehte den Kopf hin und her " dann stehe ich auch nicht mehr so in aller Blickfeld" Sie lächelte wieder und fielen einem die feinen Schuppen nicht auf und die Augen…dann vielleicht der leicht salzige Duft ?
Das ungleiche Paar drehte sich und obwohl vielleicht nicht nötig berührten die feinen Finger den dargebotenen Arm des Elfen. Sie fühlte etwas…es …war ? Nimue war ungewöhnlich kühl auf einmal, schenkte dem aber keine weitere Beachtung. Wohl aber dem harschen Ton Imras, als sie den anderen ungewöhnlichen Gast vom Feuer vertrieb und sie drehte den silber-blauen Schopf.

Was in aller Fluten war denn los mit ihr ? Durch die Reihen der anderen Tische hindurch geführt, erreichten Nimue und der noch unbekannte Gast den freien Tisch und nahmen Platz.
Nimue war noch immer etwas überrascht der frechen und harschen Worte der Elfin, auch als jene dies zu entschuldigen versuchte. Die Lyr war nun schon einige Tag hier und erkannte die junge Imra garnicht wieder. Es dauerte einige Augenblicke bis auch der Lyr endlich auffiel was sie da genau fühlte…
" ihr stört nicht …fühlt euch willkommen am Tisch…" nickte sie dem aus der nähe betrachteten Mann zu. Sie würde vielleicht im laufe des Abends noch im Gespräch herausfinden wer oder was er war. Dann sah sie Xarr an und neigte den blauen Schopf ein wenig…" Nimue…so lautet mein Name, sehr erfreut Xarr"

Sie sah Imra genau an und das Gefecht der Blick war lohnenswert anzusehen…
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Re: Die Legende der Immer-Winter-Nacht

Beitrag von Xarrbraxas » Fr, 15. Mär 2019 15:20


Sie schien seiner Gesellschaft, trotz seiner offenkundigen Andersartigkeit, nicht abgeneigt zu sein und selbstverständlich hatte er keinerlei Einwände dass noch etwas gegessen wurde. So machten sie sich gemeinsam auf den Weg hinüber zu dem frei gewordenen Tisch. Wie beiläufig berührte die Hand der Fremden seine kühle Haut und hinterließ dort ein angenehmes Prickeln, das ihn die Welt um sie herum vergessen ließ. Viel zu kurz erschien ihm die zu überbrückende Entfernung und allzu bald lösten sie sich wieder voneinander. Er erinnerte sich an seine guten Umgangsformen und rückte der Dame den Stuhl zurecht, bevor auch er sich ihr gegenüber niederließ. Doch kaum dass sie ihre Plätze eingenommen hatten, stand plötzlich die Schankmaid an ihrem Tisch. In ihrer Begleitung war der Mann, den er zuvor bei der Feuerstelle beobachtet hatte. Erwartungsvoll blickte Xarr die junge Elfe an und lauschte ihren Worten. Der Versuch eine angemessene Ausrede für die Störung zu finden, war zwar lobenswert, dennoch nicht vollkommen überzeugend. War da ein Funke von Eifersucht in ihren Augen aufgeglommen? Leicht über die gesamte Situation amüsiert, nickte der Dämon dem Fremden freundlich zu, während Nimue ihn willkommen hieß.
„Es freut mich aufrichtig Eure Bekanntschaft zu machen. Ihr habt einen wirklich wohlklingenden Namen Dame Nimue, wenn ich das anmerken darf. Ich bin Xarrbraxas, doch da der Name für fremde Zungen oft schwer zu bewältigen ist, werde ich auch Xarr gerufen.“, sagte er und schaute der Lyr direkt in die Augen, nicht ohne die unterschiedlichen Farben ihrer Iriden zu bewundern. Einen kurzen, kaum wahrnehmbaren Augenblick war es totenstill an ihrem Tisch, dann besann er sich ihrer Gesellschaft und sprach an den Elvoin gewandt: „Und Ihr seid…?“.

Während sie sich einander bekannt machten, wurde an der Feuerstelle das Essen zubereitet. Es dauerte nicht lange und die Schankmaid tauchte erneut mit einem kleinen Kessel Eintopf und drei Holzschalen auf. Sie platzierte alles in der Mitte des Tisches und zückte eine hölzerne Kelle.
„Für mich bitte nichts zu essen.“, sprach Xarr. Suppen und Eintöpfe waren eine furchtbare Erfindung. Die Einlagen, sei es Fleisch oder Gemüse, waren oft zerkocht und außerdem kalt einfach ungenießbar. Er hatte ohnehin keinen besonders großen Hunger mehr und das, worauf er gerade Appetit hatte, stand wohl derzeit nicht auf dem Speiseplan. Also lehnte er sich leicht zurück und verschränkte seine Finger ineinander. Während Imerella den Eintopf schöpfte und verteilte, konnte sie ihre Augen nicht von Xarrs Antlitz lassen und so geschah, was geschehen musste. Unaufmerksam wie sie war, stieß sie den halb leeren Kessel um und dessen Inhalt ergoss sich direkt über die nackte Brust des Dämons. Xarrbraxas verzog schmerzverzerrt das Gesicht und sprang fluchend auf: „Verdammt nochmal! Kannst du nicht besser Acht geben?“. Die arme Elfe stand wie erstarrt da und schien nicht zu wissen, was sie tun sollte. Leise stammelnd brachte sie eine Entschuldigung hervor, doch wirklich hilfreich war das nicht. Darum ringend nicht vollends die Beherrschung zu verlieren, was für alle Anwesenden in einer großen Katastrophe enden würde, schloss Xarr die Augen und atmete drei Mal tief durch. „Bitte verzeiht meine ungehaltene Reaktion. Ich fürchte ich habe mich etwas verbrüht. Nicht weiter schlimm, nur etwas schmerzhaft...“, sagte er während er sich wieder setzte. Die tiefroten Flecken und kleinen Blasen, die sich auf seiner blassen Haut bildeten, straften seine Worte jedoch Lügen.

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Re: Die Legende der Immer-Winter-Nacht

Beitrag von Eo » Fr, 15. Mär 2019 17:51

Als er sich direkt angesprochen wusste, fuhr Eo wie aus einer tiefen Gedankenversunkenheit auf und beendete augenblicklich das Summen der fremdartigen aber einprägsamen Melodie, in der eine tiefe Trauer mitgeschwungen zu haben schien. Entschuldigend schüttelte Eo den Kopf und sah sich gezwungen Xarr mit einem „Entschuldigung, bitte?“, um eine erneute Wiederholung der Frage zu ersuchen, um dann mit einem „Ich? Ich bin Eo Schleierauge, von den Elvoin.“ Im weiteren Verlauf der Unterhaltung, in der Eo es sich auch nicht verḱneifen konnte Nimue mit einem in Thasani ausgesprochenen „So weit von zuhause?“ freundlich zuzulächeln, ehe er sogleich und unaufgefordert seine Frage für den – ja war das überhaupt ein Elf, oder Halbelf? – zweiten Gesprächspartner zu übersetzen und zu erklären, das er von dort bis hierher jüngst gereist sei. Doch ehe die Unterhaltung, bei der den anderen Gesprächsteilnehmern auffallen mochte, das der Elvoin in beiden Sprachen, der Thasanis, wie auch der hiesigen eher unbeholfen, wie nach Worten suchend, sich nur äußerte, passierte auch schon das Malheur. Doch statt gleichfalls in Aufregung zu verfallen, wandte sich Eo mit bestimmter aber ruhiger Stimme an Imra und sprach sie mit befehlsgewohnt wirkender leiser Stimme an: „Kühle saubere Tücher – sofort!“ ehe er sich seinen Umhang griff und begann hier und da einige Büschel daraus hervorzuzupfen, sodass Nimue, wie Xarr erkennen mochten, das unter dem vielen Grün anscheinend ein dichtmaschiges feines Netz sich befand, des der Elvoin sich nur einem Umhang gleich umgeworfen hatte – dicht bestückt mit allerlei darin verflochtenem Grünzeug.

Nicht darauf achtend, was Nimue oder die Anderen taten, wiese Eo Xarr mit der gleichen leisen aber festen Stimme an, sich zu setzen und stillzuhalten, derweil er gut zwei handvoll der aus seinem Gewand geklaubten Blätter zwischen den Händen zerrieb, woraufhin sich eine merklicher Minzgeruch ausbreitete. „Auftragen – hilft – heilt!“ Wenn Xarr es denn zuließe, würde Eo die zwischen seinen Händen kräftig zerriebenen Blätter auf dessen Verletzung auftragen, andernfalls ihm die tatsächlich eine natürliche Kühle, wie Frische verströmenden Minzblätter in seinen offenen Händen entgegenhalten. Und tatsächlich kamen sogleich darauf auch schon die geforderten Tücher und das Wasser – allerdings überbracht von dem Wirt, der seine Tochter nun endgültig nach hinten verbannt hatte und sich des Malheurs nunmehr überschwenglich sich entschuldigend, selbst anzunehmen und beliebte auch die Eo etwa auch noch fehlenden, in Fett ausgebratenen Pastinakenstifte, die dieser beim Eintreten in das Gasthaus schon gerochen und also zusammen mit der Erbsensuppe bestellt hatte, aufzutischen und zu versichern, dass das Essen und die Unterkunft diese Nacht, Xarr betreffend, natürlich ganz aufs Haus ginge. Doch statt sich der aufgeladenen Stimmung weiter zu widmen, wischte Eo sich an einem ihm vom Wirt angebotenen Putztuch aus dessen Gürtel, die zwischen seinen Händen teils fast zu Mus zerriebenen Reste der Minzblätter ab, griff sich einen Löffel und begann die Erbsensuppe auszulöffeln, immer wieder ein Stück darin befindliches Stück Speck oder anderes Fleisch aussortierend oder auch nach einem der frittierten Pastinakenstifte greifend, diese zu essen, ehe sie oder die Suppe wieder kalt würden.

Die Suppe ab der Fleischeinlage war so gut, das der Elvoin gedachte der Köchin – Imra – die nun aufgelöst hinter dem Tresen stand und anstatt ihres Vaters dort bediente, später noch ein Lob diesbezüglich zukommen zu lassen. Die fritierten Gemüsestifte indes … die sollte sie seiner Meinung nach dann doch lieber als ein gut gemeintes, wie dann aber doch misslungenes Kochexperiment eher nur betrachten. „Und? Wo kommt ihr her? Kennt ihr noch Ecken in der Welt, die es zu sehen lohnt?“, fragte der hungrig sich über das bereitgestellte Essen hermachende Elvoin, nur kurz innehaltend, seine Schüssel anzuheben, dass der Wirt auch die letzten Reste der verschütteten Suppe auf dem Tisch noch bereinigen konnte.
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Re: Die Legende der Immer-Winter-Nacht

Beitrag von Nimue » Mo, 18. Mär 2019 9:15

Nimue hatte schon viel ob ihrer offensichtlichen Andersartigkeit erlebt. Manches von dem Erlebten war gut, manches sollte man lieber nicht erwähnen und die Lyr hatte im Laufe der Zeit gelernt sich ihrer Haut zu erwehren. Der Schutz vor dem was sie zu fühlen und spüren vermochte war ein ganz anderer Umstand, denn es hing von der stärke der Gefühle ab inweit sie diese beeinträchtigten oder auch nicht.
Die Lyr war schon immer eine der wenigen ihrer Art gewesen, die die Gefühle anderer stärker und intensiver spürte und das war nicht immer einfach und auch nicht immer gut zu erklären. Die Finger federleicht und doch von einer gewissen Kühle lagen nicht lange auf dem dargebotenen Arm des Fremden und ob es reine einfache Neugierde war oder etwas mehr sich dahinter verbarg war die Lyr ein jedem noch schuldig, aber sie bedauerte schon fast jenen Moment.

Mit einem dankbaren Nicken nahm die Wasserseele auf dem zurechtgeschobenen Stuhl Platz und spürte die piekende Eifersucht Imra´s die an den Tisch heran trat und sie erneut eines mehr als klarem Blick strafte. Nimue bedachte den so ungewöhnlich ruhigen Gast mit einem weiteren Lächeln, ehe sie den unterschiedlichen Blick ihrer Augen zurück lenkte und Xarr anblickte. Das Meer schien sich in den Farben ihrer Augen zu bewegen, es schien sich zu bewegen und verlieh der Lyr jenen viel umwobenene Blick. Ein jener der die unschuldigen und unerfahrenen Männer angeblich in ihren Bann zog und meist auch unter Wasser, den lieblichen Wesen in die Tiefen folgend.

" Es freut mich Eure Begkannschaft zu machen..Xarr ", erwiederte die Seele des Meeres auf seine Worte hin und ein Lächeln kräuselte die Lippen sacht und für einen Moment sah sie die hölzerne Tischplatte an. Sie war Komplimente nicht gewohnt und so mochte man ihre Reaktion verzeihen. Erneut tauchte die Elfe auf und Nimue beobachtete die junge Frau ohne auch nur im entferntesten den Blick von ihr zu lösen. War sie etwa böse auf die Schankenmaid ? Der Duft des fertigen Eintopfs schwang in einer warmen Wolke zum Tisch hinüber und erst jetzt wurde Nimue klar, das sie in der Tat Hunger verspürte. Imra stellte den Kessel auf den Tisch und füllte die hölzernen Schalen…Dabei war sie so damit beschäftigt Xarr anzustarren das selbst Nimue den
Kopf schütteln musste.

Es geschah so schnell das Nimue nichts tun konnte. Im ersten Schreck des quitschens der Elfe und des zischens von Xarr und seinen Worten , rutschte die Lyr samt ihrem Stuhl ein Stück zurück und im gleichen Moment legte sich ihre kühle Hand auf die des Elfen und drückte jenen auf den Tisch. Die noch winzige Wut und nur zaghafte Zorn war jedoch so deutlich das Nimue leise raunte und die Augen sich einen Lidschlag lang verengten. Mit zornigen Worten sprang er auf und schimpfte seinen Schmerz hinaus.
Imra stand wie erstarrt am Tisch und der Einzige der von einer irgendwie unerschütterlichen Ruhe zu sein Schien war Eo. Er hatte schon zuvor aufgehört jene Melodie zu summen die in Nimues Kopf herumgeisterte und jene war ihm auch noch eine Antwort schuldig auf seine Frage hin.

Ja sie war in der Tat viel zu weit fort von Zu Hause, doch wo war ihr Zu Hause ? Sie konnte sich schon nicht mehr erinnern wann sie ihre Bucht verlassen hatte…das Warum war schwerer zu beantworten. Imra eilte auf Eo´s Worte hin und suchte kalte, feuchte Tücher und der Evolin begann damit an seinem Umhang etwas abzuzupfen und erst auf den zweiten Blick erkannte sie wie er hier und da Blätter löste, die er sogleich zwischen den Händen zerrieb und sich ein minzhaltiger Duft verströhmte.

" ihr solltet tun was Eo euch empfohlen hat", sie hatte sehr wohl seinen Namen eben verstanden und sie lächelte ihm zaghaft zu. " Nun…das junge Ding hätte vielleicht ihr Augenmerk auf das richten sollen was sie tat und nicht " den Rest des Satzes war sie Xarr schuldig und in ihre Schüssel schauend, schob sie jene ein Stück von sich fort. Ihr Hunger war verschwunden.

" Ehrlich gesagt kann ich das garnicht beantworten….ich wurde in einem Netz gefangen" flüsterte die Lyr leise, während sie Xarr nochmals betrachtete…es muss noch immer sehr schmerzen.
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Re: Die Legende der Immer-Winter-Nacht

Beitrag von Xarrbraxas » Mo, 18. Mär 2019 17:45


Mit kräftigem Griff packte der Dämon die Hand des Elvoin, noch ehe dieser die Gelegenheit bekam seine merkwürde Paste auf die Haut aufzutragen. Seine Augen funkelten kalt wie Eis und er antwortete ebenso ruhig wie bestimmend:
„Ich brauche keine Hilfe, dennoch vielen Dank für Eure Mühen.“. Der Wirt brachte den zuvor geforderten Eimer mit Wasser, welcher indessen für Xarr wirklich nützlich sein konnte. Er entließ Eos Hand und griff nun selbst nach einem Tuch, um es in das kühlende Nass zu tauchen. Vorsichtig verteilte er etwas Feuchtigkeit auf der verbrannten Haut, doch feucht blieb es dort nicht für lange Zeit. Dort wo soeben noch kleine Wassertropfen perlten bildete sich nun glitzernder Raureif, welcher ihm deutlich mehr Linderung verschaffte, als es die Paste hätte tun können. Die Gesichtszüge des Dämons entspannten sich sogleich und er atmete erleichtert aus. Es bestand nun zwar die Gefahr, dass man ihn von Haus und Hof jagte, doch was sollten Anwesenden ihm schon antun können? Er war mit Abstand das mächtigste Wesen vor Ort, dem war er sich ganz sicher. Seine silbergraue Fellweste etwas zurecht zupfend schaute er nun den Wirt an. Dieser schien nicht bemerkt zu haben, was geschehen war und statt sein Heim vor ihm beschützen zu wollen, bot er ihm eine kostenfreie Übernachtung an. „Ich weiß euer Angebot zu schätzen und nehme es dankend an. Doch macht Euch nicht zu viele Gedanken und straft eure Tochter nicht für ihre Ungeschicktheit. Sie hat den Eintopf gewiss nicht absichtlich verschüttet…“, sprach Xarr nun wieder friedlicher gesinnt und dachte daran, dass die junge Elfe des nachts ihre Gelegenheit bekommen sollte, seine Vergebung zu erlangen. Sie würde ihm aber nicht so leicht davon kommen…

Die Aufregung hatte sich schnell wieder gelegt und das zuvor begonnene Gespräch wurde wieder aufgenommen, wenngleich es durch die Antwort der Dame etwas an Unbeschwertheit verlor. Sie wurde allen Ernstes in einem Netz gefangen? Doch wieso sollte sie ihnen Lügen erzählen? Xarr sah die Lyr erst erstaunt und dann leicht mitleidig an.
„Ihr wurdet also entführt werte Dame? Wer um alles in der Welt behandelt solch ein bezauberndes Geschöpf wie Ihr eines seid mit solch wenig Respekt?“, fragte er voller ernstgemeinter Empörung. Ein Wesen wie sie hatte er noch nie zuvor gesehen. Er erwiderte ihren Blick und so nah wie sie ihm war, bemerkte er nun auch ihre blau schimmernde Haut. Ein leicht salziger Geruch wehte zu ihm herüber, als erneut die Türe der Schenke geöffnet wurde. Xarr war wirklich durch und durch von Nimue entzückt und so sprach er weiter: „Darf ich fragen welchem Volk Ihr entstammt? Verzeiht meine Unwissenheit, aber jemanden wie Euch traf ich noch nie zuvor.“. Während er auf eine Antwort warte, wanderte der Blick der eisblauen Iriden hinüber zu dem Elvoin. Dieser löffelte voller Hingabe seinen Eintopf und schien wirklich hungrig gewesen zu sein. Xarrbraxas wartete noch einige Zeit ab, bis sowohl die Schale leer als auch die Pastinaken verspeist waren, dann richtete er das Wort auch an Eo: „Und Ihr müsst ein Elvoin sein, wenn mich nicht alles täuscht. Ihr scheint Euch gut mit Kräutern und deren Heilwirkung auszukennen. Seid Ihr eine Art Heiler oder liegt es in der Natur der Dinge, dass Ihr euch mit Pflanzen auseinander setzt?“. Er musterte unaufdringlich die mit langen Krallen versehenden Händen, welche den seinen Klauen – in seiner wahren dämonischen Gestalt – gar nicht so unähnlich zu sein schienen. Vielleicht war dies auch der Grund, wieso er sie weder als bedrohlich noch als besonders auffällig empfand.
Zuletzt geändert von Xarrbraxas am Di, 19. Mär 2019 18:13, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Die Legende der Immer-Winter-Nacht

Beitrag von Eo » Mo, 18. Mär 2019 23:18

Eo hielt die Hand locker, als Xarr danach griff, das der – gleich wie dieser daran zerrte – Eo nicht aus dem Gleichgewicht reißen oder umstoßen könnte. Doch umklammert der Mensch nur mit festem Griff seine Hand diese von ihm fernzuhalten, so das Eo nurmehr mit den Schultern zuckte, die zerriebenen Blätter – als seine Hände wieder frei waren – achtsam auf einem aus dem, auf der Stuhllehne angelegten Umhang ragenden großen Farnblatt drapierte und bat – sich die Hände am ihm dargebotenen Putztuch des Wirts reinigend indes zusätzlich nun auch noch um einen Krug mit kochenden Wassers für sich, ehe er sich seinem Mahl ganz widmete. Auf Nimues Äußerung hin, die Wirtstochter wohl besser mit ihren Augen bei der Sache hätte bleiben sollen, schmunzelte Eo nur leise. „Fehler aus Unvernunft zu … äh, begehen, ist Vorrecht der Jugend! – Asz’daras tkrrahl tk‘grnui!“Asz’daras Wege sind unergründlich! bedeuteten die letzten in Nogorr geäußerten Worte, die der Elvoin indes eher sich selbst, denn irgend jemandem anderem hier am Tische gegenüber, geäußert hatte. Die anschließende Aktion des, war er ein Zauberer?, Verletzten irritierte Eo indes gleich zweifach und ließ ihn, aber wohl nur für einen guten Beobachter erkennbar, minimal die Augenbrauen zusammenziehen, das sich die Ahnung einer steilen Falte über seiner Nasenwurzel zeigte, ehe der Elvoin wieder lächelnd sich seinen Belangen widmete. Zum einen mochte Eo Magier nicht sonderlich, da diese sich in ihrer Überheblichkeit nur selten als Werkzeuge Asz'daras begriffen und sich vielmehr einbildeten mit dieser ihnen gegebenen Macht dem Schicksal zuwieder handeln zu können. Zum Anderen war eine Verbrennung mit Frost zu bekämpfen, als wenn man eine Speerverletzung mit einem Messer aus dem Körper zu schneiden versuchte, verbrannte übermäßige Kälte das Gewebe doch nur – auf andere Art und Weise – noch mehr. Doch da Xarr, diese aberwitzige Behandlung offenkundig als angenehm empfand, nahm Eo an, hier dann wohl eine seltsame Form der Heilmagie gerade erlebt zu haben, zuckte also – da es für ein Eingreifen ja nunmehr eh zu spät schon war – erneut mit den Schultern und wandte sich also seinem Mahl erneut zu.

Auf der Lyr Worte, davon, das sie in einem Netz gefangen worden sei, nickte er nur stumm, als höre er ein Solches fortwährend. Mit seiner Antwort wartete er indes bis der Wirt – heißes Wasser in einer Karaffe an den Tisch gebracht habend – wieder außer Hörweite war. „Dann lasst euch versichert sein, das dieses Netz nur fängt, was pflanzlich ist. Einzig der kurze Blick, den er der Lyr schenkte, zeugte (äußerlich erkennbar) von dessen ansonsten zurückbehaltenen Mitgefühls, ob dieser ihrer Eröffnung, derweil Eo die zerriebenen Pfefferminzblätter in das Wasser gab, mit einem der langen Nägel kurz darin rührte und dann die leere Schüssel mit den restlichen Pastinaken fort schiebend, die Schüssel mit der Erbsensuppe leerte, ausschleckte und anschließend mit etwas des Kräutertees – in den noch einige andere weitere Pflanzen und Beeren aus seinem Umhang gewandert waren – füllte. Auf die Frage des Magiers runzelte Eo die Stirn nachdenklich. „Ein Elvoin bin ich wohl, Herr. Aber kein Heiler, Herr. Nur ein Elvoin. Elvoin wissen zu überleben. Das ist alles, Herr. Das ist alles.“ Bei diesen Worten beobachtete Eo den Magier aufmerksam, bedacht, dessen Reaktion auf diese doch eher ehrerbietige Anrede zu ergründen. Würde er sich als so überheblich erweisen, wie Eo Magier gemeinhin einschätzte – und wenn ja: in welchem Ausmaß wohl? Nachdenklich schlürfte Eo den Tee, worauf ein zufriedenes Lächeln sich auf seinen Zügen breit machte, schmeckte der Tee doch vorzüglich. „Pfefferminztee?“ bot er, auf die heiße Karaffe deutend seinen beiden Tischnachbarn an und wirkte ansonsten gefasst, wie eh und je, als er sich mit einem Mal an die Stirn fasste, als plagten ihn mit einem Male schreckliche Kopfschmerzen…
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