Auf der Jagd

Die zwei vor Jahrhunderten in Kleinkönigreiche zerfallenen Nordreiche östlich der Wilden Lande.
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Gnomos
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Rasse:Bergelf
Heimat:Nördlichster Außenposten der Bergelfen
Waffen:Schleuder, Geschosse, zwei Dolche
Inventar:Wurfanker, 10 m Seil, 2 Fackeln, Proviant, Wasserschlauch und genug Münzen 2-3 Wochen unterzutauchen.
Re: Auf der Jagd

Beitrag von Gnomos » Di, 05. Jul 2011 19:39

Gnomos verließ den Stall, betrat die Schenke. Doch weiter als zwei Schritte kam er nicht in den Raum hinein ohne das an mehreren Tischen Dolche und aber auch größere Klingen gezogen worden. Keiner sprach, Keiner sah ihn direkt an. Doch es war mehr als deutlich: würde er weiter in den Raum hinein gehen und also auch den einen oder anderen Gast passieren, er würde wohl nicht ohne die eine oder andere Klinge hier wieder heraus kommen. Ein kurzer Blick, unter dem sich die Anderen duckten und ein Elf gar nervös nach seinem Bogen zu greifen sich scheinbar genötigt sah, derweil er mit mahlenden Zähnen den Boden zu seinen Füßen betrachtete, er offenbarte weder Laelay, noch der Anderen Anwesenheit. Also ging Gnomos rückwärts wieder aus dem Gastraum, wie zufällig das Paar Dolchgriffe in seinem Gürtel präsentierend.

Kaum fiel der schwere Vorhang vor ihn herab, hörte er ein kollektives Aufatmen, abfälliges Ausspucken und getuschelte Flüche wie Äußerungen, das er bestimmt die vielen Toten heute Abend zu verantworten hätte und das es doch besser sei wenn einer sich erbarmte der Missgeburt gnädig die Kehle dafür aufzuschlitzen. Doch ehe Gnomos entscheiden konnte was nun zu tun am weisesten wäre, erklang ein leises Rascheln hinter ihm. Wie von selbst flog seine Linke zum Gürtel und er ging, so einem vermeintlichen Schlag zu entgehen, blitzschnell in die Knie. Doch ihm gegenüber, ein langes Küchenmesser in der Rechten und verbissen auf ihre Zehenspitzen starrend, stand gänzlich reglos die Magd, die ihn auf dem Weg zum nahen Friedhof begleitet hatte. „Es hat genug Tote gegeben, heute Abend.“ sprach die Magd mit zittriger aber dennoch beherrschter Stimme, derweil derweil sie Krampfhaft auf einen Punkt, zwei Schritte von Gnomos plötzlich starrte.

Dann wandte die junge Menschenfrau sich zu einer hinter ihr befindlichen Tür und fuhr fort: „Die Menschen haben Angst, und sie werden versuchen ihre Angst im Alkohol zu ertränken!“ Die Magd entriegelte die verschlossene Tür mit einem Schlüssel. „Ich würde Euch ja bitten zu gehen, aber Eure Gefährten haben sich zerstreut.“ Die Magd öffnete die Tür, hinter der sich eine dunkle Treppe ins Erdreich hinab wand. Ein Lächeln stahl sich auf die Züge Eridanus Eas. Es erinnerte ihn an die dunklen Gänge und Flure seiner Heimat. Gnädige Göttin, wie lange hatte er nicht mehr an seinen eigentlichen Namen gedacht? Die Magd, die ob seines plötzlichen Lächelns kurz erbleicht war und deren Knöchel der um das Küchenmesser gewundenen Finger plötzlich fahlweiß schimmerten, fasste sich recht bald wieder. Das war nicht das Lächeln eines Missetäters gewesen, obwohl?

„Wenn ihr ein Zimmer nehmt, oder gar den Heuboden - die Gäste haben einfach nur Angst, versteht ihr?“ entschuldigte die Magd sich und schritt mit wackeligen Knien die Treppe voran. Gnomos verstand diese Geste. Niemand der eine Falle im Keller eines Hauses aufstellt geht dann voraus, so er denn klaren Geistes war. Also zog er die Türe sacht zu und folgte der mutigen Magd. „Außer dem Wirt, der mich schickte,“ - Klang da vielleicht ein unterschwelliges ‘man weiß also das ich hier bin, und mit wem ich hier bin’ mit? „... weiß auch von den Bediensteten niemand hiervon.“ und die Magd öffnete eine Seitentür des unterirdischen steinernen Ganges über dessen Verputz der Elf träumerisch seine Fingerspitzen gleiten ließ. „Bitte wählt dieses für heute Nacht zu Eurem Lager.“, sprach die Magd - noch bleicher geworden, derweil sie den hinter einer kräftigen metallverstärkten Tür liegenden Raum betrat ... und beinahe hastig nach einem bereit liegenden Signalhorn griff, das Messer dabei noch immer vor ihre Körpermitte wie auf den Bergelfen gerichtet haltend.

Auf dem Boden lag in einer Ecke ein Strohsack. In einer anderen Ecke fand sich sauberes Nachtgeschirr für die Notdurft und in der Mitte des Raumes - war ein kreisrunder, einem Klafter durchmessender Brunnenschacht plan in den Boden eingefügt. „Dies ist ein Brunnen, der uns, sollten wir jemals belagert werden, das Ausharren ermöglichen wird.“ Der Dolch wies zum Strohsack. „Nächtigt dort.“ Der Dolch wies zum Nachtgeschirr. „Für Eure Notdurft.“ der Dolch wies zum Brunnen. „Innen sind Steigeisen, unten fließend Wasser. Trinkt wenn ihr mögt, es ist sauber und rein.“ Der Dolch wies zur Tür, die sie hierzu mit dem Fuß leise zu schob. „Dieser Riegel sollte Euch einen sicheren Schlaf gewähren.“ Dann zog sie die Tür auf. „Sollte sich tatsächlich wer zu euch vorkämpfen,“ - sie blies sachte in das Horn, dem darauf ein dunkler vibrierender Ton entschwebte, leise und doch selbst so noch von einer eindringlich intensiven Getragenheit erfüllt. „So blast in dieses Horn und Hilfe eilt herbei!“

Die Magd legte das Horn auf den Boden und trat hastig in den Flur vor dem Raum. „Bleibt über Nacht, ich bitte Euch, in diesem Raum. - Es hat genug Tote gegeben, in den letzten Stunden.“ Sie Zog die Türe zu und Gnomos hörte wie der Schlüssel in das Schloss fuhr. Der von dieser Seite der Tür einfach zu greifende Riegel, schob sich mit den mehrmaligen Drehungen des Schlüssels im Schloss vor die Tür. Danach eilten hastige Schritte den Gang zurück und verklangen schließlich. Probehalber zog der Bergelf den Riegel wieder zurück. Von der Innenseite der Tür kein Problem, auch den dazugehörigen Schlüssel. Auf leisen Sohlen eilte er die Treppe wieder hinauf. Auch hier ertasteten seine Finger im Dunkeln einen Riegel. Auch diese Türe würde sich von innen also gänzlich ohne Schlüssel öffnen wie verschließen lassen. Die anderen fünf Türen indes waren verschlossen. Aus den Räumen heraus mochten auch diese Türen durch ein einfaches Beiseiteschieben der Riegel zu öffnen sein, doch von außen? Ohne Schlüssel oder entsprechendes Diebeswerkzeug war da vermutlich nichts zu machen.

Ein Klicken an der oberen Tür, jenseits der Treppe ließ Gnomos zusammenfahren. Schnell war der Bergelf im Brunnengewölbe, der Riegel vorgezogen. Zwei Männer kamen herab, öffneten einen Nachbarraum und rollten anschließend ein kleines Fässchen Rum zur Treppe. Nachschub, wie Gnomos durch die Tür ihren lautstarken Gesprächen entnehmen konnte. Der Alkohol schien kräftig zu fließen, in dieser Nacht. Als die Männer wieder fort waren, prüfte Gnomos den Riegel an seiner Tür. Darauf legte er einen Jestu Sollte der Riegel in der Nacht bewegt werden, so fiele die Münze herab. Der Boden war aus Stein und der Schlaf des Bergelfen leicht. Also kletterte der Bergelf die Steigeisen im inneren des Brunnenschachtes hinab und tat sich an dem eiskalten Nass gütlich. Danach rollte er sich müde auf dem Strohlager zusammen und schlief alsbald erschöpft ein.

weiter in: Ein tollkühner Plan
Greifst Du an, scheine unvorbereitet - bewegst Du dich, wirke inaktiv - bist Du nah, täusche Ferne vor - bist Du fern, bring sie dazu sich nach Dir umzusehen.

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