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Re: Ein neuer Anfang

Verfasst: So, 04. Mär 2012 14:50
von Gilldor
Gilldor verstand die Menschen nicht. Basimas Verhalten gab ihm Rätsel auf und er schüttelte immer wieder den Kopf während er sich auf den Weg zur Scheune machte. Dort holte er die beiden Eimer um damit das Wasser aus dem Brunnen in die Badestube zu bringen. Er ging zum Brunnen, holte Wasser nach oben und füllte es um. Dann nahm er die schweren Eimer und ging in Richtung Haus. Von der Wohnküche aus schlug er den Weg zur direkt angrenzenden Stube an und kippte das Wasser in den großen Kessel, der über einer Feuerstelle hing. In diese legte er Holzscheite und zündete sie an. Er blieb so lange daneben sitzen bis ein kleines Feuer zu lodern begann. Erst dann erhob sich der junge Mann wieder um weiteres Wasser zu holen. Das tat er noch einige Mal bis der Kessel gut gefüllt war.

Um die Zeit zu überbrücken bis das Wasser die richtige Badetemperatur erreicht hatte, ging er die kleine hölzerne Treppe nach oben, die sich an die Wand am Rand des großen Raumes schmiegte und durch das Alter schon arg windschief war. Unter seinen Schritten knarrten die Stufen laut und machten jeden Versuch einer leisen Bewegung zunichte. Zielstrebig ging der Shiín nach oben ins zweite Stockwerk und steuerte das kleine Gästezimmer an, dass gleich neben dem nur geringfügig größeren Schlafzimmer lag. Dort schlief der Hausherr Murat. Gilldor hatte den Raum bisher nie betreten und es interessierte ihn auch nicht wie es darin aussehen mochte. Das ging ihn nichts an.

Aus der Kommode, die neben dem schmalen Bett und dem Nachtisch in dem kleinen Zimmer standen, nahm er eine Wolldecke und einen Kissenbezug. Beide waren schon alt, aber ohne große Flecken oder Löcher. Der vorherige Besitzer des Hofes hatte alles zurück gelassen und so war es in den Besitz des Schmiedes übergegangen. Gerade als er das Kissen aufschüttelte, hörte er von unten Basima rufen. Ein Lächeln stahl sich auf seine Lippen und er öffnete noch schnell eines der Fenster um dann zu sehen was sie von ihm wollte. Auch wenn er im Haus viele Arbeiten übernahm, die sonst die Frau des Hauses verrichtete, war er keineswegs ein Diener. Er und Murat teilten sich Dinge wie Kochen, Waschen und hin und wieder auch das Putzen.

"Ja?", fragte er als er die Treppe knarrend wieder herunter gekommen war und sah sie an. Sie sah aus wie ein Schornsteinfeger. Von oben bis unten war sie mit Asche beschmutzt. Es fiel ihm schwer nicht zu lachen bei ihrem Anblick und biss sich auf die Unterlippe. "Was gibt es? Das Bad ist bald fertig. Dann könnt Ihr Euch waschen.", sagte er mit einem breiten Grinsen. Die junge Frau bot einen zu komischen Anblick mit ihren vom Ruß ergrauten Haar und ihrer geschwärzten Haut.

Re: Ein neuer Anfang

Verfasst: So, 04. Mär 2012 16:06
von Basima Anadil
Sie wandte sich zu Gilldor und sah ihn an "Ich bin fertig mit der Schmiede. Sie ist sauber" erklärte sie. "Während das Wasser noch heis wird könntet ihr mir meine Schlafstädte zeigen" schlug sie vor. Und wartete darauf was wohl als nächstes kommen würde. Sie empfand diesen Tag als äußert Ereignisreich und war in der Anwesenheit von lauter Fremden und neuen Dingen äußert angespannt. Auch das ein Schmied ihr nun Wasser ein lies war für sie sehr ungewöhnlich sie wollte diese Situation nur schnellstens hinter sich lassen. "Du darfst vorgehen ich folge dir" sagte sie und deutete mit ihren Händen an das er los gehen könne um dort hin zu gelangen wo sie schlafen sollte für diese Nacht.

"Wie ist es frühstücken Murat und du?" fragte sie um einfach diese äußert unangenehme Stille die im Raum lag zu durchbrechen. Sie wusste das sie damit ihre Neugierde preis gab aber sie wollte nicht stetig die Zeit passieren lassen ohne das etwas passierte.

Sie sah Gilldor an musterte ihn jedoch nur für Bruchteilen von Sekunden. "Danke nochmal dass du mir gewährst das ich ein Bab nehmen darf" sagte sie nochmals und ergänzte "Und Danke für eure Gastfreundschaft und die eures Meisters" Sie wusste das sie großes Glück gehabt hatte überhaupt jemanden zu finden der Arbeit für sie hatte. Deswegen wollte sie von Anfang an alles richtig machen und in kein Fettnäpfchen treten. "Ich hätte da auch noch eine Frage.. Soll ich für euch kochen und einkaufen etc? Oder erledigt das der Hausherr persönlich?" sie deutete in die Richtung in der die Kochstelle zu finden war. Und sah Gilldor fragend an.

Re: Ein neuer Anfang

Verfasst: So, 04. Mär 2012 17:12
von Gilldor
"Das ist gut.", antwortete der Shiín ihr und wandte sich augenblicklich um. Er lenkte seine Schritte zur Treppe und blieb auf der ersten Stufe stehen. "Kommt Ihr? Euer Zimmer ist oben." Mit diesen Worten ging er weiter nach oben in die zweite Etage. Ohne sich noch einmal umzudrehen und sich zu vergewissern, dass sie ihm folgte, stieg er die letzten Stufen hinauf. Am Ende der Treppe angelangt, deutete er auf das kleine Zimmer, dessen Tür offen stand und einen Blick auf die karge Einrichtung zuließ. "Wenn Ihr irgendetwas braucht, sagt es."

Gilldor blieb auf dem Flur stehen um ihr Zeit zu geben sich kurz umzusehen ehe er auf ihre gestellten Fragen einging. "Der Betrieb auf dem Hof und in der Schmiede geht früh los. Um sechs Uhr wird aufgestanden, zuerst die Tiere versorgt und dann wird gefrühstückt. Wir essen nicht viel. Ein Stück Brot, einen Kaffee oder Tee. Mehr nicht.", sagte er und hoffte ihre Neugierde damit befriedigt zu haben.

Als sie sich abermals bei ihm für das Bad bedankte, winkte er ab und schüttelte den Kopf so dass ihm Strähnen seinen weißen Haares ins Gesicht fielen. Mit einem leichten Lächeln erwiderte er: "Keine Ursache. Seht es als Zeichen der Gastfreundschaft an. Ihr braucht Euch nicht unentwegt zu bedanken." Seine Meinung über die Menschen blieb dieselbe. Er verstand sie nicht wirklich und fragte sich insgeheim ob er sich nicht bald wieder auf Reisen begeben sollte, fort aus der Stadt und dorthin, wo er ihnen auf Garantie nicht begegnen konnte. Irgendwie misstraute er ihnen und war ihnen gegenüber argwöhnisch geworden.

Doch als sie ihn danach fragte wie es mit dem Kochen, Abwaschen und anderen haushaltlichen Pflichten stand, schürzte er kurz überlegend die Lippen und das Lächeln verschwand. "Wir teilen uns derlei Aufgaben. Wenn Ihr kochen könnt, umso besser. Dann kommt endlich einmal wieder etwas Anständiges auf den Tisch.", sagte er und wandte sich um in Richtung Treppe um wieder nach unten zu gehen und nach dem Wasser zu schauen, was gewiss langsam schon kochte. "Soll ich Euch unten alles zeigen?", fragte er nach und blickte sich kurz zu ihr um.

Re: Ein neuer Anfang

Verfasst: So, 04. Mär 2012 17:48
von Basima Anadil
Sie ging mit ihm mit und ging an ihm vorbei als sie das Gästezimmer entdeckte und betrat es. Sie strich über den Bettpfosten und besah sich das Bett. Sie lies sich Zeit damit alles zu Begutachten. " Ich werde mich zur gegebenen Zeit bei dir melden. Momentan brauch ich nur ein Bad und Schlaf" antwortete sie und lächelte über ihre Worte. Sie stellte sich im Geiste vor wie sie aussah und schmunzelte darüber. Dann drehte sie sich zu ihm und hörte ihm aufmerksam zu. "ich verstehe" sagte sie und nickte "Ja gerne" sagte sie als Antwort auf seine Frage und wartete darauf das er los lief. Sie lies die Türe ihres Gästezimmers offen stehen damit sie nicht ins falsche Zimmer rannte wenn sie schlafen gehen wollte.

Sie spürte seinen Blick auf sich ruhen und stellte sich diesem in dem sie ihn ebenfalls ansah. Sie wartete darauf das er los ging um die Treppe hinab zu gehen. Sie lächelte vor sich hin während sie abwartete. Sie hatte Ewigkeiten kein Haus mehr von Innen gesehen. Ihre Reise durch die Wüste war schwer und gefährlich gewesen und sie hatte es mit Mühe geschafft.

Sie sah zu Gilldor und lies ihn den Vortritt ihr alles zu zeigen. Geduldig wartete sie auf ihn und besah sich die Wände und die Decke. Alles war schon etwas älter und bedarf einer Generalüberholung aber das konnte sie nicht von sich geben, das wäre sehr respektlos ihres Arbeitgeber gegenüber. Während sie wartete kam ihr der Gedanke das sie besser weiterziehen sollte. Sie fühlte sich hier nicht wirklich willkommen.

Sie wandte sich nachdem sie einen Entschluss gefasst hatte zu Gilldor um "Gilldor ich hatte den Tag über genug Zeit um nachzudenken und bin zu dem Entschluss gekommen das ich weiterziehen werde. Ihr beiden euer Meister und du seit besser dran wenn ich nicht bei euch verweile. So gibt es weniger Ärger und ihr seit einen weiteren Menschen los. Ich werde mein Oberteil anziehen und dein Hemd zurück geben. Und dann trennen sich unsere Wege" sie sah Gilldor an und wartete darauf was er dazu sagen würde.

Re: Ein neuer Anfang

Verfasst: So, 04. Mär 2012 18:38
von Gilldor
Als sie unten angelangt waren, blieb Gilldor in der Mitte des Raums stehen und deutete auf den Ofen. Er wollte gerade dazu ansetzen ihr dessen Funktionsweise zu erklären, als er ihre Worte vernahm. Ein wenig verwirrt sah er sie an und deutete in Richtung der Badestube. "Ihr wollt noch heute Abend aufbrechen? Was ist mit Eurem Vorhaben hier die Nacht zu verbringen? Fürchtet Ihr, dass ich Euch ein Leid zufügen könnte, nur weil ich ein Shiín bin und Ihr ein Mensch, dazu noch eine Frau?!", erwiderte er ein wenig aufgebracht, weil er ihren plötzlichen Sinneswandel weder verstehen noch nachvollziehen konnte. Vielleicht mochte er Gespenster sehen und sie hatte ganz andere Gründe, die sie dazu bewogen auf einmal doch nicht mehr hier schlafen zu wollen. Aber der junge Shiín fühlte sich in seiner Person angegriffen und fragte sich insgeheim warum er sich solche Mühe gegeben hatte um ihr ein Bad und ein Lager herzurichten, wenn sie sich dann doch spontan dazu entschied weiterzuziehen.

Verärgert ballte er die Hände zu Fäusten und presste die Lippen zu schmalen Strichen zusammen. Es kostete ihn all seine Willenskraft um sie nicht aus dem Haus zu jagen oder sie anzuschreien. Stattdessen schüttelte er nur den Kopf und wandte ihr den Rücken zu. Verbissen starrte er aus dem Fenster und stützte sich auf dem Tisch mit beiden Armen ab. Nur das leichte Zittern, dass durch seinen Körper ging, ließ auf seinen inneren Kampf hindeuten. Sobald sie entweder im Badezuber saß oder aber wieder draußen in der Straße war, würde er sich abreagieren müssen. Lange konnte der junge Mann mit seiner Wut nicht mehr an sich halten. Wenn er explodierte, dann sollte es niemand wagen ihm in die Quere zu kommen. Schon gar nicht Basima, die der Grund und der Auslöser für seine Aggressionen war. Nein, er konnte und wollte die Menschen nicht verstehen. Sie waren wankelmütig, dumm und feige. Einzig in der Gruppe fühlten sie sich mutig genug um gegen andere vorzugehen. Anders konnte er sich ihr Verhalten nicht erklären, das er in den letzten Wochen und Monaten seiner Reise hatte beobachten können.

Re: Ein neuer Anfang

Verfasst: So, 04. Mär 2012 18:59
von Basima Anadil
Basima fühlte sich schuldig und wartete bis er zu Ende gesprochen hatte „Ich wollte hier bleiben, dass ist richtig. Ich...wollte dich nicht verärgern. Ich fürchte mich nicht vor dir. Ihr seit zwar ein eindrucksvoller Mann in der gesamten Erscheinung, aber Angst habe ich nicht das ihr mir etwas antut.......“ sie stockte und rang mit Worten die das Erklären konnten was sie fühlte und dachte. „Ich habe nichts gegen eure Rasse. Im Gegenteil, ich finde euch und eure Rasse interessant und regt in mir die Neugier. Ich würde gerne mehr über euch und eure Rasse lernen. Nur mein Gefühl sagt mir das ich hier nicht bleiben kann und darf.“ ihre Blicke folgten im wie er ihr den Rücken zu wandte und dann aus dem Fenster sah. Das Zittern seines Körpers regte in ihr Schuldgefühle und sie begann über ihre Entscheidung nachzudenken.

Sie wollte nicht, dass es so endete. Sie dachte es wäre auch in seiner Interesse wenn sie gehen würde. Sie ging auf ihn zu, blieb in der Mitte des Weges stehen „ Es tut mir Leid. Du wirst meine Beweggründe nicht verstehen“ Damit sah sie sich um und entdeckte den Küchentisch wo ihr Oberteil lag. Sie ging dort hin, schnappte ihr Oberteil und zog es unter dem weiten Hemd von Gilldor an. Dann zog sie sein Hemd aus und legte es ordentlich über die Stuhllehne. Ihr Tuch das ihr Freizügigkeit verdeckte wenn sie an der Öffentlichkeit war, nahm sie auch an sich. Dann drehte sie sich zum gehen „Danke für das Hemd.Gehabt euch wohl“ mit diesen Worten zog sie die Türe auf und wurde von der Nacht auf der Straße empfangen.