Eine persönliche Angelegenheit

"Die Stadt der Wasser" am Fuße der Ruwayd-Berge. Bekannt für ihren Wohlstand und der Akademie der Heiler.
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Sortan
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Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Sortan » Fr, 30. Mär 2012 20:28

Die Dämmerung brach an und die Lichter in den zahlreichen Häusern gingen an. Naradesh wurde etwas ruhiger, die Menschen liefen nicht mehr so zahlreich auf den Straßen herum und genau darauf hatte Sortan gewartet. Er verließ das Haus, welches seiner Familie als Unterschlupf diente und ging kurz in die Ställe zu seinem Wallach. Seine Kleidung war heute schlicht, schwarze normale Kleidung und einen zerwetzten Umhang taten ihr übriges um ihn nicht anders als alle anderen erscheinen zu lassen. Das einzigste Auffällige war der gefaltete Brief in seiner Hand. Er hielt ihn die ganze Zeit in der rechten und das weiße Pergament hob sich gut sichtbar von seinen schwarzen Lederhandschuhen ab. Langsam trottete er in den Stall und streichelte mit der linken seinem Pferd über die Flanke, ehe er ihm ein paar Möhren gab. Kurz zeichnete sich sogar ein Lächeln auf seinem Gesicht ab, der Hengst war sozusagen sein einzigster Begleiter und Freund. Er schüttelte den Gedanken schnell wieder ab, es gab heute wichtigeres zu tun. Seine Schritte wendeten sich wieder in die Innenstadt. Es dauerte eine Weile bis sich der vermeintliche 'Bote' zu seinem Ziel vorgekämpft hatte. Er kannte dieses Viertel gut und dieses Haus noch besser. Dieser Auftrag war anders als andere und entsprechend war seine Vorbereitung präziser und gründlicher gewesen. Auch diese Gedanken wischte er weg, er brauchte einen klaren Kopf um das zu tun was er nun tun musste und wollte. Den Brief noch in der rechten schlug er sich mit der linken die Kapuze über den Kopf, ehe er sich dem Haus näherte. Es hatte seinen Grund das er den Brief die ganze Zeit über in der Hand hielt und auch das er Handschuhe trug, schließlich war das Kontaktgift kostbar und seine lähmenden Eigenschaften wollte er nicht am eigenen Leib erfahren. Sortan sah sich kurz um, ehe er sich vorbereitete und dann an laut an der Tür klopfte, "Meister Sahabi! Ich habe eine wichtige Nachricht für euch!" rief er dabei. Somit stellte er sicher das ihm geöffnet wird, wer sollte einem Boten auch misstrauen? Ausserdem war er scheinbar unbewaffnet, die einzigste Waffe die er trug war eine schmale kurze Klinge, hinten am Rücken. Die Waffe war gut unter seinem Mantel verborgen und sehr scharf, allerdings nicht seine bevorzugte Waffe für das was er vor hatte, aber sie musste genügen.

Der Auftrag war sehr wichtig, er stammte direkt von der Familie. Manchmal kam es nämlich vor das etwas über sie nach außen sickerte und in die falschen Hände gelang. Doch die Geheimnisse und die Ehre der Familie musste unter allen Umständen geschützt werden und der Bibliothekar war der erste Schritt auf diesem Weg. Durch Sahabi würde er herausfinden wer es noch wusste und vor allem wer die Ratte war, die sie verraten hatte. Die Raquiiah hatten Glück, es so schnell erkannt zu haben, allerdings würde dem Bibliothekar sowieso niemand glauben, außer er hatte Beweise gefunden. Der nächste Punkt auf seiner Liste.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Eona » Fr, 30. Mär 2012 21:18

Das Öl, dass nach Sandelholz roch, glänzte auf Eonas Haut und verbreitete einen wohltuenden Geruch in dem kleinen Raum. Sie hatte sich auf einen kleinen Schemel vor einen Spiegel gesetzt, der an der Nordwand hing. Die Fenster waren verdunkelt und nur einige Kerzen erhellten den Raum, welche einen schmeichelnden Schein auf das Gesicht der jungen Frau warf. Ihr Spiegelbild warf ihren nichtssagenden Blick wider, der sich seit Jahren nicht geändert hatte. Ihre kühle Aura blieb immer gleich, wie ein dünner Nebel am Morgen. Doch dieser Nebel würde wohl nie vorübergehen. Sie erhob sich von dem Platz vor dem Spiegel und kleidete ihren nackten Körper.
Nur ihr rotes Lieblingskleid sollte heute ausreichen und wie Sahabi es wünscht, sollte ihr Rücken offen bleiben. Die Narben hoben sich wie Gebirge von ihrer hellen Haut ab und schienen den lüsternen Bibliothekar zu faszinieren und gleichzeitig zu verzücken. Alter Lüstling, ging es der jungen Frau durch den Kopf, doch verwischte den Gedanken sogleich. Feindliche Gedanken gegen den eigenen Herrn zu richten war nicht richtig und würden eine Bestrafung nach sich ziehen.
Eona fühlte sich gut an diesem Abend, wenn auch etwas müde. Sahabi hatte sie gestern Abend bis spät in die Nacht an seiner Seite haben wollen, da er anscheinend einen arbeitsreichen Tag hatte, den er gemütlich in seinem Schlafraum ausklingen lassen wollte. Ganze drei Stunden hatte Eona für ihren Herrn tanzen und sich räkeln müssen und auch wenn die junge Frau viel Training und Übung inne hatte, hatten diese vielen Stunden einen grausigen Nebeneffekt: Die Narben an ihrem Rücken ziepten unangenehm und die Muskeln brannten noch heute unangenehm. Doch Eona durfte keine Pause machen. Das Dasein als Sklavin war noch nie ein Zuckerschlecken gewesen.

"Ihr habt nach mir gerufen, mein Herr?" Ihre hohe und gleichzeitig raue Stimme klang untwerwürfig und weich gegenüber Sahabi und sie senkte etwas den Kopf, um eine Verbeugung anzudeuten. "Komm ruhig herein, meine Hübsche. Ich möchte dein Gesicht sehen..." Natürlich wollte er das und Eona trat in den großen Schlafraum, der einen großen Schreibtisch, eine Sitzecke mit vielen Kissen und ein großes Bett mit Daunen aufzuweisen hatte. Auch hier waren die langen Vorhänge vor die Fenster gezogen worden und nur der Kerzenschein erhellte den Raum in ein gedämpftes Licht. Ein dumpfer Moschusgeruch, der von Sahabi selbst herrührte, regierte das Zimmer. Ihr Herr hatte es sich an seinem Schreibtisch, der von Dokumenten und Büchern nur so überquoll, bequem gemacht und lächelte Eona freundlich an. Doch dieses Lächeln war nur rein formal, so wie sie es kannte und sie gab ihr aufgeplanztes Lächeln zurück.
"Deine Haare sind heute wieder wunderschön. Hast du sie extra für mich frisiert?" Das Spiel begann. Sahabi hatte ein besonderes Augenmerk für Eonas hellrotes Haar und beäugte es immer stolz, da es ja ihm gehörte.
Eona war sein Eigentum. Das Haar musste sie immer in komplizierten geflochtenen Strähnen zu einem Zopf zusammenbinden, der ihr bis kurz über der Hüfte reichte."Wie ihr es mir aufgetragen habt, mein Herr."
Mit leichten Schritten durchquerte sie den Raum und beugte sich etwas vor, damit ihr Dekoletee Sahabi entgegen lächeln konnte. Ein leerer verträumter Ausdruck breitete sich auf Sahabis fettem Gesicht aus und seine kleinen Äuglein konnten sich vor Entzücken gar nicht mehr retten. Einer seiner ringbesetzten Finger strich Eona schon fast zärtlich über das Gesicht und die junge Frau musste den Ekel unterdrücken, der ihr den Rücken hinunterraste. Der alte Bibliothekar wollte gerade seine Hände um Eonas Hüften legen, da klopfte es an der Tür des Schlafzimmerraums. "Ich möchte nicht gestört werden!", kam es schroff und die tiefe Furche zwischen Sahabis buschigen Augenbraue vertiefte sich ärgerlich. "Es scheint wichtig zu sein, mein Herr...", kam es zurück und Eona erkannte die Stimme des zweiten Boten, den Sahabi erst vor wenigen Monaten zu sich ins Haus geholt hatte, da er seine Sklavin nicht für Botengänge verschwenden wollte. Sie solle doch lieber bei ihm bleiben und ihn "versorgen". "...dort ist ein Bote an der Tür, der sich nicht abwimmeln lässt." Der Alte grunzte und wischte sich über das müde Gesicht. "Wieso hast du ihn nicht gleich mithergebracht?" Sahabis Stimme klang genervt und Eona würde es wohl heute ausbaden müssen. "Ich...Ich dachte ihr seid beschäftigt und wollt nicht gestört werden. Ich wollte nochmal sicher gehen." Die Sklavin gluckste innerlich doch verzog keinen Muskel in ihrem Gesicht. "Eona...!" Sie zuckte unmerklich zusammen und fixierte Sahabi mit einem unsicheren Blick. "Ja, mein Herr?" Er deutete mit einem seiner Wurstfinger auf die Tür und meinte: "Bring mir den Herrn, der vor der Tür steht bitte hier herein. Bedock soll meine Sachen für morgen vorbereiten. Sag ihm das." Eona nickte gehorsam und durchschritt den Raum, öffnete die Tür und schloss sie wieder leise hinter sich, um dem Befehl Folge zu leisten. Sie wunderte sich, wer dort wichtiges vor der Tür stand und was genau er von Sahabi wollte.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Sortan » Fr, 30. Mär 2012 21:44

Es dauerte eine Weile und viel Überredungskunst, bis er den Diener soweit hatte das er seinen Meister holte. Sortan gestattete sich kurz ein Lächeln, während er alleine vor der Tür stand und auf den Meister wartete, es verlief alles nach Plan. Der eine richtige Name, ein wichtiger Geschäftsmann, und schon hörten die Diener auf ihn abzuwimmeln. Langsam zog er die kühle Nachtluft in sich auf, ehe er das Haus betrat und die Tür hinter sich schloss. Sofort erstickten Schweiß, Parfüm und andere Düfte die einstmals frische Luft und der Assassine verzog leicht das Gesicht. Reichtum und Wohlstand waren ekelhaft, meistens mehr als ihre Besitzer, aber diese Gedanken mussten nun weg. Denn die wunderbare Arbeit rief nach ihm.

Der vermeintliche Bote betrachtete etwas die Eingangshalle und lauschte den Stimmen über sich. Scheinbar wurde sein Kommen endlich angekündigt, doch dann bemerkte er kurz darauf eine etwas leisere weibliche Stimme. Er ging ein wenig in dem Raum herum und rückte den Dolch an seinem Rücken etwas zurecht, damit er sich nicht verletzen würde falls er sich setzen musste. Dann betrachtete er desinteressiert den Brief, es fehlte ein Siegel zur vollkommenen Perfektheit, aber das Siegel wurde nicht verwendet wenn es um Geheimnisse ging. Er lächelte, kurz zwar, aber ernst. Denn das was nun bald kommen würde, die Folter und der Tod eines Auftragsziels, war das Beste an seinem falschen Leben. Dann hörte er endlich Schritte. Sein Gehör war geschult, nicht so sehr das er sich damit brüsten konnte, aber es reichte für einige Dinge. Es waren sanfte Schritte, weibliche Schritte. Erneut betrachtete er mit falschem Interesse eine Vase und drehte sich erst spät zu der Sklavin um, als sie schon unten war. Er erkannte ihren Stand direkt an ihrem Ring und musste sich kurz zusammenreißen. Sie sah gut aus, er hätte sie gekauft, wenn sie ihm nützen würde. Andererseits schien sie ihrem Meister ergeben zu sein, hoffen tat er allerdings das Gegenteil. Alte Männer bestanden vor Gästen auf ihre weibliche Begleitung, Gier und Hochmut trieb sie dazu. Er seufzte innerlich, sie würde wohl bei ihnen sein, vielleicht sollte er sie jetzt ausschalten solange er Zeit dazu hatte.

Der Raquiiah war noch unentschlossen was er genau tun sollte und beschloss erst einmal abzuwarten. Kurz unterzog er sie einer Musterung und lächelte dann, ehe er ihr den Brief hinhielt, "Dies ist wichtig, von einem Freund eures Herrn... Seraj Assam." Der Brief war leer, ein weißes unbeschriebens Blatt getränkt in dem Kontaktgift. Dann zog er ihn jedoch schnell wieder zurück, "Ah, wartet. Können wir irgendwo ungestörter sein? Ich habe noch eine mündliche Nachricht für euren Meister..." Die Beweise waren im Arbeitszimmer, wenn es welche gab. Zumindestens war er sich da sicher, unter dem ganzen Papier würden sie sicher nicht auffallen und der geheime Tresor hinter einem der Bücherregale war mit Sicherheit auch nicht leer. Es zahlte sich eben aus hier und da ein paar Arbeiter zu bestechen und sie mit etwas Gold an ihre Arbeit zu erinnern.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Eona » Fr, 30. Mär 2012 22:09

Bedächtig schritt Eona die Treppe zum Erdgeschoss nach unten und rückte sich währenddessen ihre Frisur zurecht. Manchmal wollte Sahabi, dass die junge Sklavin ihr flachsrotes Haar offen trug doch an diesem Abend hatte er ihr aufgetragen, es sich zu einem Zopf zu binden, der im Takt ihrer leisen Schritte hin und her schwang.
Der Bote war ein junger Mann, der sie sofort an André erinnerte, denn auch er hatte so helles Haar, das es schon fast weiß erschien. Er war hochgewachsen und überragte die junge Frau um einen guten halben Kopf. Der Fremde hatte eine lange Statur, schien jedoch nicht muskulös zu sein oder ging in die Breite. Seine Augen hatten einen geheimnisvollen Glanz und er schien sehr aufmerksam gegenüber anderen Dingen zu sein. Eona runzelte etwas die Stirn, doch glättete ihre Falten sofort. Einem Gast gegenüber durfte man nicht unhöflich sein, so Sahabi. In Naradesh wurde viel auf Gastfreundlichkeit gesetzt und auch diesem Fremden gegenüber muss sie höflich und zuvorkommend sein. "Guten Abend, mein Herr." Ein kleiner Knicks und ein gesenktes Haupt, dazu ein Lächeln sollte doch wohl ausreichen, ihre gespielte Gastfreundlichkeit zu zeigen. Eigentlich beschäftigte sie sich mit dem Gedanken, was der Fremde von Sahabi wollte. Eonas wacher Geist hatte seit Andrés Botengängen nicht nachgelassen und jede Information wurde wie ein Schwamm aufgesogen und zurechtgelegt, ja schon fast in Eonas Kopf archiviert. Irgendwann würde sie etwas finden, damit sie es gegen Sahabi verwenden könnte und dann würde sie...ja was dann?
Der Bote lächelte - doch seine Augen taten es nicht. Irgendetwas gefiel ihr ganz und gar nicht an diesem Kerl und am liebsten hätte sie ihn aus dem Anwesen ihres Herrn geworfen. Doch erstens hatte sie das nicht in der Hand und zweitens könnte sie sich gegen diesen Mann wohl kaum behaupten. Der Brief, der er ihr entgegenhielt war ohne Siegel, was manchmal nicht unüblich war. Sahabi hatte oft Briefe, die ohne Siegel waren. "Dies ist wichtig, von einem Freund eures Herrn ... Seraj Assam." Eona forschte sofort in ihrem Kopf nach einem dieser Namen, doch ihr fiel keiner ein. Wieder wurde die Stirn kurz gerunzelt, doch sie streckte die Hand nach dem Brief aus, um ihn entgegen zu nehmen. Schon wurde der Umschlag zurückgezogen und der Bote fügte hinzu: "Ah, wartet. Können wir irgendwo ungestörter sein? Ich habe noch eine mündliche Nachricht für euren Meister." Wieso wurde sie das Gefühl nicht los, dass dieser Bote aufdringlicher war als der Rest? Doch die junge Dame hatte nichts anderes zu tun als verständnisvoll zu lächeln, wieder einen kleinen Knicks zu vollführen und höflich zu sagen: "Natürlich, mein Herr. Bitte folgt mir." Mit leichten Schritten ging sie die Treppe wieder hinauf in das erste Geschoss des Hauses. In dem Gang waren vier weitere Türen, jeweils zwei auf jeder Seite. Die erste rechts führte zum Arbeitszimmer und Schlafraum ihres Herren. Das zweite war ihr eigenes kleines Reich, wo sie sich umkleidete und schlafen konnte, wenn ihr Herr außer Haus war. Links war das Ankleidezimmers Sahabis und die andere Tür auf der linken Seite war der Waschraum. Im Erdgeschoss befand sich noch eine Küche, ein Wohnraum - der eigentlich nie benutzt wird und der Schlafraum des neuen Botens Bedok. Sogesehen nicht wirklich aufreizend oder prahlerisch, aber nur, weil Sahabi sich entweder nicht mehr leisten konnte, oder es das einzige größere Haus in der Nähe der Bibliothek war.
Eona blieb vor der Tür des Schlafraums Sahabis stehen und öffnete dem Boten hinter ihr die Tür. "Bittesehr, mein Herr."
"Da bist du ja wieder. Das hat mir etwas zu lange gedauert, Eona", meinte Sahabi schroff und die junge Sklavin senkte entschuldigend den Blick. "Der junge Herr hier wollte mir nur einen Brief übergeben, doch meinte, er hätte noch eine mündliche Nachricht für euch. Entschuldigt bitte." Sahabi lenkte seine Schweinsäuglein auf den Boten und hievte sich von dem Stuhl vor seinem Schreibtisch nach oben. "Wen darf ich denn in meinem bescheidenen Heim begrüßen und was für eine Nachricht habt ihr für mich?"
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Sortan » Fr, 30. Mär 2012 23:07

Er deutete kurz ein Nicken an, indem er leicht den Kopf senkte und zog seinen Mantel etwas fester, während er der Sklavin folgte. Er war durchaus gespannt wie sich das Ganze nun weiterentwickeln würde, aber auch etwas unentschlossen. Sollte er sie beseitigen, jetzt wo er es noch konnte, oder sollte er lieber darauf setzen das der Alte seinen Wunsch respektieren und sie hinaus schicken würde? Sortan zog die Luft ein, der sanfte Geruch von Sandelholz wehte ihm von oben entgegen und erinnerte ihn kurz an... die Familie. Er verdrängte den Gedanken sofort, nichts durfte ihn ablenken. Unbewusst musterte er Eona noch einmal von hinten, ehe er dann stehen blieb und sie kurz ansah. Sie öffnete die Tür für ihn und er neigte ihr erneut den Kopf zu, "Danke." Kurz schweifte sein Blick über den Flur, ehe er eintrat und zählte die Zimmer und Fluchtmöglichkeiten. Doch es war eher ein nebensächlicher Blick, schließlich lag das Hauptaugenmerk auf dem Bibliothekar. Seine braunen Augen blitzten kurz auf, während er Sahabi anlächelte und ließ die beiden kurz miteinander reden.

Als das Geschehen war, kam der Moment seines Einsatzes und der Assassine war gut vorbereitet. Sein Blick ging noch einmal kurz von der Sklavin zu ihrem Herrn, ehe er ihm antwortete, "Sortan... Sortan Al-Shedim, ein einfacher Bote, Herr." Er neigte respektvoll den Kopf und stellte sich bereits einige der schönen Sachen vor, die er hier in diesem Zimmer tun, erfahren und finden würde. Doch als er den Kopf wieder hob war davon nichts in seinem Gesicht zu sehen, außer dem vermeintlich freundlichen Lächeln, "Es ist eine Nachricht von Seraj Assam, dem Kaufmann, mein Herr." Er drückte den Brief etwas fester, er musste ihn nun eigentlich aushändigen aber vorher wollte er versuchen die Sklavin loszuwerden. Sein Blick ging durchs Zimmer und er trat ein paar Schritte näher auf Sahabi zu, "Ein schönes Heim habt ihr hier..." Als er dann etwas näher war stieg ihm der Geruch in die Nase, den alte Männer so an sich hatten. Innerlich würgte er, aber seine Miene blieb gleich, "... Würde es euch etwas ausmachen alleine zu reden? Die Nachricht enthält äußerst diskrete Informationen und mir wurde aufgetragen sie nur euch persönlich zu überbringen... mein Herr."

Er hoffte das er darauf anspringen würde, aber falls nicht musste er halt improvisieren. Eine Dirne und ein alter Mann, was sollte ihm da schon groß gefährlich werden? Der Assassine war vielleicht nicht der stärkste, aber er war schnell und wendig. Vor allem aber scheute er keinerlei Methoden um sein Ziel zu erreichen. Er tippte leicht ungeduldig auf seinem unbeschriebenen Brief herum, immer mit dem Zeigefinger und nur ganz sacht. Es war ein normaler Auftrag wie jeder andere auch, aber jedes Mal rauschte ihm das Blut durch die Adern, das Adrenalin schoss ihm leicht in die Muskeln und Sortan liebte dieses Gefühl. Es steckte schließlich viel Arbeit dahinter, Leute befragen -und notfalls zum reden zwingen-, die Gewohnheiten auskundschaften und den besten Zeitpunkt abpassen. Auch das Kontaktgift und die Kleidung waren nicht billig gewesen, sowie die strammen Seile und das Messer deren Gewicht er vertraut an seinem Rücken vernahm. Sie waren schön glatt und eben an seinem Gürtel befestigt, sodass sie unter dem weiten schwarzen Mantel nicht weiter auffallen sollten.
Zuletzt geändert von Sortan am Fr, 30. Mär 2012 23:49, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Eona » Fr, 30. Mär 2012 23:27

In Eona hatte sich ein leichtes Unbehagen ausgebreitet, das wohl von dem soeben vorgestellten Sortan ausging. Ein einfacher Bote? Die junge Sklavin bettete ihre Hände in ihren Schoß und sah zu ihrem Herrn um weitere Befehle entgegen zu nehmen.
"Seraj? Ach ja..." Sahabi schien sich an etwas zu erinnern und sein Blick schweifte kurz zu seinem überfüllten Schreibtisch. Der Alte sprang sofort auf das Kompliment des Boten an und grinste über beide Ohren. Hätte er keine, würde er im Kreis grinsen, was für Eona eine schreckliche Vorstellung war und ein Schauer lief ihr über den Rücken. Diese ganze Situation gefiel ihr überhaupt nicht. Schon gar nicht, weil Sortan sie aus dem Raum haben wollte. Doch da kannte er seinen Herrn schlecht. "Danke für das Kompliment, junger Sortan. Es ist ein ganz schlichtes Heim, das zum Glück in der Nähe meiner Geschäftsträume liegt. Ich bin Bibliothekar, wie ihr bestimmt schon wisst."
Eigentlich lag das Haus nur so nah an der Bibliothek Naradeshs, da Sahabi sehr empfindlich auf Hitze reagierte. Er war zwar in der Wüstenstadt aufgewachsen, doch sein hohes Körpergewicht macht ihm zu schaffen. Er würde nicht einmal hundert Meter schaffen, ohne dabei zu schwitzen oder zu röcheln wie ein kranker Köter. Eona ließ sich nichts von den Gedanken anmerken und lächelte ihren Herrn süßlich an, als sich dieser ihr zuwendete. "Ihr Name ist Eona, Sortan und ich möchte euch darauf hinweisen, dass sie nicht von meiner Seite weicht, wenn ich doch einmal in meinem Heim anwesend bin. Sie geht mir hier sehr zur Hand. Außerdem müssen Sie nicht befürchten, dass irgenwelche wichtigen Informationen an ihr hängen bleiben. Eona ist zwar nicht dumm, aber es würde sie kaum interessieren, was wir hier zu besprechen haben. Setzt euch doch bitte, Sortan. Eona! Bring dem jungen Herrn und mir etwas von meinem Kräuterschnaps."
"Sehr wohl, mein Herr." Mit leichten Schritten bewegte sich die junge Frau zu dem kleinen Tischchen neben dem großen Bett und hielt bald zwei Gläser in der einen und eine Flasche von besagtem Schnaps in der anderen Hand. Die Herren hatten es sich in der Sitzecke des Zimmers bequem gemacht und Eona schenkte etwas von der Flüssigkeit in beide Gläser. Der Kräuterschnaps war eine Eigenkreation Sahabis, die ziemlich bitter schmeckte und streng roch. Sie hatte nur einmal davon kosten dürfen und war dankbar dafür, dass dieses Zeug für sie tabu war. Doch ihrem Herrn schien das Gesöff zu schmecken, was wohl seinen ganzen Geschmack ausmachte.
"Ist sie nicht schön, Sortan? Ein Geschenk eines Freundes aus den Nordreichen unserer Welt. Sie soll eine Drachenerbin sein und hätte mich wahrscheinlich ein Vermögen gekostet, hätte ich sie auf dem Sklavenmarkt erstanden." Sahabis Lachen erklang schroff in dem Raum und er nippte amüsiert an seinem Schnaps. "Zeig uns doch dein schönes Haar, Eona." Drachenerbin, ts..., dachte sich die junge Sklavin nur und begann ihr langes Haar zu öffnen, dass ihr leicht um die Schultern bis zu den Hüften fiel und in dem leichten Schein der Kerzen rot funkelte. Du weißt so wenig von mir, Sahabi, wie von dem jungen Mann neben dir.
Eine kurze Weile hing Sahabis träumerischer Blick auf ihrem Haar und dann auf ihrem zierlichen Körper. Dann nippte er nochmal kräftig an seinem Glas und stellte es dann vor sich ab. "Also, junger Sortan. Was habt ihr mir zu sagen?" Nebenbei winkte der Alte Eona zu sich und sie setzte sich neben ihren Herrn gerade auf die Sitzecke mit den vielen Kissen, darauf Bedacht gerade zu sitzen. Dabei bedachte sie Sortan mit einem neugierig wachen Blick, um endlich herauszufinden, was sie an dem Unbekannten so störte.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Sortan » Fr, 30. Mär 2012 23:48

Er hatte das Bedürfnis die Arme vor der Brust zu verschränken, doch der Brief in seiner Hand hinderte ihn daran. Er verschmierte das Gift ungern auf seinem Körper, es reichte bereits wenn es auf seinem Handschuh war. Es war einfach Leute für sich zu gewinnen und sie positiv zu stimmen und das war bei Sahabi nicht anders, "Nun, das weiß ich in der Tat. Ihr seid sehr praktisch veranlagt, Herr, das gefällt mir." Sein Lächeln wackelte keine Sekunde lang und wich auch keiner anderen Miene, vorerst zumindestens. Sein Blick ging noch einmal durch das Zimmer, wie sollte er in diesen vielen Unterlagen und Papieren bloß die Beweise finden? Aber um dieses Problem würde er sich später kümmern. Kurz darauf wurde ihm etwas heiß, er schwitzte leicht unter den Handschuhen und sah zu Eona. Innerlich verfluchte er sich dafür sie am Leben gelassen zu haben, aber dennoch war es Vergangenheit. Sein Blick ruhte kurz auf ihr und seine fröhliche Fassade bröckelte kurz, nur für eine Sekunde, aber die Wut war für aufmerksame sehr deutlich in seinen Augen zu sehen. Er spürte allerdings auch das es sinnlos war den Alten umzustimmen, schließlich war sie ja nur eine unbedeutende Sklavin. Ein seelenloses Wesen das nur dafür da war um ihm zu helfen und ihm Bett zu dienen. Sortan sah des etwas anders, die Sklavin bedeutete nicht nur zusätzliche Gefahr und eine nicht eingeplante zusätzliche Tatsache, sondern ebenso glaubte er nicht auch nur ein bisschen daran das sie sich nicht für diese Sachen interessieren würde. Sein Blick folgte ihr kurz und er verfluchte sich innerlich erneut sie nicht getötet zu haben. Dann leistete er der Aufforderung von Sahabi Folge und setzte sich neben ihn, "Eona, ja? Ein interessanter Name und wenn ihr meint das sie mithören kann soll es mir Recht sein." Er machte es sich mehr oder weniger bequem, denn der Dolch stach leicht mit dem Knauf in seinen Rücken und sah wieder zu der Sklavin. Der widerliche Gestank von Kräuterwein zog ihm in die Nase, als sie mit den Gläsern wiederkam und er tat das was er am besten konnte, improvisieren. Sein coreonisch war nicht ganz perfekt, aber fließend, "Aus den Nordreichen also? Und ist es wahr, was euer Herr sagt, seid ihr ein Drachenkind? Fließt das feurige Blut in euren Adern, Eona?" Er musste sie etwas anlenken, auf ein anderes Thema bringen. Nicht das sie zu sehr auf ihn achtete und auf die Dinge die er tun würde. Dann jedoch wechselte er wieder in seine Muttersprache, "Das ist sie, Herr, ich bin mir sicher das sie euch ein Vermögen gekostet hätte, aber ihr scheint ja gute Freunde zu haben." Er lächelte ihm kurz zu und wandte sich dann wieder zu Eona um, die noch sein Glas hielt. Er wechselte den Brief in die linke Hand und nahm das Glas entgegen, wobei er ganz sacht ihre Hand berührte und mit den Fingerspitzen über ihre Haut fuhr. Das Gift verteilte sich rasch, auch wenn es etwas weniger war. Vielleicht würde die Wirkung etwas später einsetzen, sicher war er sich da nicht. Dann nippte er an dem Glas, darauf bedacht nur so zu tun als ob er etwas trinken würde und ausserdem nicht an seine Handschuhe zu kommen. Der Assassine ließ dem Alten noch diese paar Minuten seiner wahrscheinlich letzten Freude an der Sklavin und reichte ihm dann den Brief. Dieser war wesentlich sorgfältiger mit dem Gift bestrichen, sodass es länger und schneller wirken würde. Das war auch nötig, schließlich enthielt er keine Botschaft, "Hier bitte, mein Herr. Lest erst in aller Ruhe, dann übermittle ich euch die andere Nachricht."
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Eona » Fr, 30. Mär 2012 23:58

Der Blick des Boten gefiel ihr nicht, auch wenn sie oft mit solchen Blicken beworfen wird. Zwar war es kein gieriger Blick, aber etwas schien ihn etwas an Eona zu stören. Sie bemerkte eine tiefe Narbe unterhalb seines Auges, da er unmerklich und kurz mit dem Muskel unter jenem zuckte. Eona versuchte aufrecht sitzen zu bleiben, obwohl es ihr schwer fiel, nicht in Versuchung zu geraten, in die weichen Kissen zu sinken.
Sie bemerkte ein leichtes Kribbeln an ihrer rechten Hand, doch das rührte wohl davon her, dass es sich wie ein elektrisierender Schlag angefühlt hatte, als Sortan sie mit seinen kühlen Lederhandschuhen berührt hatte. Eine unmerkliche Reaktion auf das Unbehagen gegenüger dem Boten? Ihr fiel der Brief in der Hand des Boten auf, der wohl der Grund war, wieso er Sahabi überhaupt besuchte. Er wurde an den Empfänger weitergereicht und Sahabi löste seine Hand, die vorher noch Eonas Hüfte umschlungen hatte, um den Brief öffnen zu können.
Bevor Eona den Inhalt heimlich lesen konnte, wurde sie von den Worten des Fremden unterbrochen, der ihr einen kleinen Stich versetzte. Er sprach auf perfektem Coreonisch zu ihr und lächelte dabei noch zuckersüß, während er ihr die behandschuhte Hand hinhielt. Woher...? Sie lächelte etwas schief und antwortete in der selben Sprache wie er: "Sie beherrschen ein perfektes Coreonisch, mein Herr. Sagen Sie mir, woher Sie diese Sprache denn kennen?", antwortete sie in derselben Sprache und seit langer Zeit war ihr Kopf mit einigen Fragen und verwirrten Gedanken gefüllt. Er erinnert mich an André. Die hellen Haare, der Gang... Doch bevor die junge Frau den jungen Mann etwas fragen konnte, bemerkte sie eine Veränderung in ihrem Augenwinkel. Die Sitzhaltung ihres Herrn verkrampfte sich und ein etwas röchelnder Luftzug wurde in die alten Lungen Sahabis gesaugt. "Mein Herr? Geht es Ihnen nicht gut?" Die rechte Hand Sahabis hatte sich um den Brief verkrallt, der nur aus einem weißen Umschlag und einem ebenso weißen Brief bestand. Der Brief enthielt keine Buchstaben oder andere Zeichen...er war leer. Die linke Hand ihres Herrn hatte sich in ihren Oberschenkel verkrallt und Eona hatte gar nicht bemerkt, wie Sahabi die Hand auf ihre Schenkel gelegt hatte, da sie zu sehr mit ihren Gedanken beschäftigt gewesen war. Eine Falle...doch wie...?
Ein leichter Ruck ging durch ihren Körper und eine dumpfe Macht schien ihren ganzen Körper beherrschen zu wollen. Doch eigentlich verkrampfte sich nur jeder Muskel und jede Sehne, die ihr Körper vorzuweisen hatte.
Ihr Blick fing den Fremdling ein und ein leises Zischen entwich ihren Lippen. Nichtmal ihre Hand konnte sie bewegen, um den Dolch an ihrem Strumpfand ziehen zu können.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Sortan » Sa, 31. Mär 2012 0:04

Der Assassine lächelte, "Von meiner Mutter, es vereinfacht mir mein Geschäft ein wenig." Ausnahmsweise log er sogar mal nicht. Warum auch, die Information war unnütz und die einzigsten die sie hörten sowieso bald tot. Er hörte den Atemzug so wie Eona und stand auf. Das Weinglas ließ er achtlos fallen und es rollte irgendwo unter die Sitzecke, der Wein jedoch floß über den Boden. Wie gesagt, er war vorbereitet gewesen, aber nicht genug. Er zog zwei feste Seile hervor und legte sie neben den Alten. Dann drehte er sich zu der Sklavin um. Er fluchte, leise und immer noch auf Coreonisch, während er das Messer hervor zog, dessen scharfe Schneide matt schimmerte. Dann riss er die Brosche auf und schnitt den Umhang in Streifen. Das Ganze dauerte nicht lange und bald war Eona mit strammen Knoten gefesselt. Dann nahm er die Seile und band zuerst die Füße und dann die Arme des Alten fest zusammen. Kurz darauf knebelte er beide noch penibel und überprüfte die Hände und Füße seiner nun gebundenen Sklaven. Die Knoten saßen gut und er war zufrieden, auch wenn er sich anders erhofft hatte. Das Adrenalin pumpte noch immer durch seinen Körper während er die beiden kurz betrachtete. Dann überprüfte Sortan zur Sicherheit noch einmal alle Fesseln und besonders die Knebel auf ihre Wirksamkeit, ehe er leise seufzte und sich im Zimmer umsah. Dann blickte er zuerst zu Eona, "Es tut mir Leid um euch, ihr hättet nicht hier sein sollen. Aber euer Meister hätte seine Nase nicht in Angelegenheiten der Familie stecken dürfen..." Er wechselte wieder in seine Muttersprache, die etwas rauere Sprache der Wüste, "...die ihn nichts angehen." Der Assassine gestattete sich ein Lächeln, es lief ganz gut bisher und nun würde der etwas lustigere Teil beginnen. Sortan ging zu der Flasche mit Kräuterwein und schüttete sich den Rest über die Handschuhe, während er immer wieder kurz zu den beiden hinsah. Dann trocknete er sie penibel an dem Laken des Bettes, "Wisst ihr... Alkohol hält Leder geschmeidig und besonders gut schmeckte er auch nicht." Er genoss es kurz die Stille zu hören und zu spüren und ging dann lächelnd zurück. Er kniete sich vor Sahabi nieder und setzte ihm locker die Spitze des Messers auf den rechten Oberschenkel. Er drehte es ein wenig, verletzte aber weder die Haut noch die Kleidung darüber, "Ich nehme an ihr wisst wer ich bin, alter Mann. Und ihr wisst ausserdem was ich will. Wer weiß alles davon? Und womit wollt ihr es beweisen, mhm?" Mit seiner Familie war nunmal nicht zu spaßen, die Raquiiah standen zu sich selbst und beschützen sich ebenso. Er starrte den Bibliothekar an, der wohl aufgrund des Knebels keine Antwort geben würde. Dann übte er, weiterhin lächelnd, Druck auf den Knauf aus und bohrte die schlanke Klinge in sein Fleisch. Das Stöhnen drang gedämpft durch den Knebel, war aber noch nichts gegen das was noch kommen würde. Sortan drehte das Messer in der Wunde und man hörte wie es am Oberschenkelknochen vorbeischabte. Dann zog er es wieder heraus und legte es an die Kehle des Alten. Er wartete bis dieser sich etwas beruhigt und mit dem Schmerz abgefunden hatte, ehe er den Knebel ganz leicht löste, so das er sprechen konnte aber er auch schnell wieder im Mund sein würde, "Versucht zu Schreien und ihr seid Tot. Nun antwortet mir. Sagt mir was ich wissen will und das Ganze ist schnell vorbei." Es war ihm egal, wer oder was die Sklavin nun wirklich wahr, wichtig waren die Informationen die er dringend brauchte.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Eona » Sa, 31. Mär 2012 0:12

Natürlich! Wie konnte ich nur so dämlich sein...
"...es vereinfacht mir mein Geschäft ein wenig." Ein Auftragsmörder. Anscheinend hatte Sahabi einige Informationen für den Fremden, die ihm von Nutzen sein könnten. Wundern würde es die junge Frau nicht, wie hätte man auch als Bibliothekar eine schöne Sklavin und ein Haus im Innenring der Stadt besitzen können, ohne sich etwas Geld hinter dem Rücken der Regierung zu beschaffen. Aber um was es genau ging, war gerade unwichtig. Eonas Körper schien nicht mehr ihr eigener zu sein und auch mit viel Konzentration, ließen sich ihre Muskeln keinen Zentimeter bewegen. Mit einer Sorgfältigkeit und inneren Ruhe, die nur durch jahrelange Übung und Erfahrung machbar sein könnten, fesselte der Unbekannte ihren Herrn und schnitt fluchend seinen Umhang in Streifen um auch die junge Sklavin fesseln zu können. Außerdem wurde ihr ein Knebel in den Mund gesteckt, was ihr unnötig erschien, da das Haus, außer den zweiten Bediensteten und Bedok leer war und es war nun schon dunkle Nacht draußen, wenn Eonas Zeitgefühl noch stimmte. Niemand würde sie schreien hören, auch wenn die junge Frau ein beachtliches Organ besaß. Es schien dem Mörder Spaß zu machen, seine Opfer in der Gewalt zu haben und er ging noch etwas umher, nachdem er seine Handschuhe mit dem Kräuterwein überschüttet und gesäubert hatte.
Eona ging ein Licht auf. Sie kannte einige giftige Pflanzen, die erst bei Körperkontakt oder bei Einatmen des Gifts die tödliche Substanz verbreiteten. Der Fremdling hatte sich dieses Wissen anscheinend zu Nutzen gemacht und die beiden damit überrumpelt und somit außer Gefecht gesetzt. Wie konnte sie nur so dumm gewesen sein? Sie war doch sonst so vorsichtig und eigentlich entging nicht viel ihren scharfen Augen. Aber Sahabi hatte sich in seiner eigenen Präsenz und in seinem großen Haus sicher gefühlt. Gedanklich fluchte die junge Frau wie eben der Unbekannte auf Coreonisch und benutzte einige anzügliche Wörter, die sie noch von den Zigeunern kannte.
Verschiedene Möglichkeiten der Flucht rauschten durch Eonas Kopf und der arbeitete auf Hochtouren. Doch gefesselt und dazu betäubt in einem leeren Haus zu sein, war nicht wirklich vorteilhaft, wobei die junge Frau spürte, dass die Wirkung des Gifts nachließ. Ihre Finger begannen sich etwas zu entspannen als der Mörder mit seiner wirklichen Arbeit anfing: Informationen beschaffen. Das widerliche Geräusch, dass das Messer an dem Oberschenkelknochen ihres Herrn verursachte, half ihr nicht wirklich beim Denken, doch die verbissene Sklavin ließ sich nicht so schnell unterkriegen. Als der Unbekannte mit Sahabi beschäftigt war, ruckelte sie wild mit ihren Knöcheln, um die dort sitzenden Fesseln zu lösen. Der ehemalige Umhang war aus dicker dunkler Wolle gefertig, und war eigentlich kein wirkliches Werkzeug, um dickköpfige Menschen zu fesseln.
Mit schmerzenden, fast lahmgelegten Muskeln arbeitete sie weiter und sah dabei den fassunglosen Ausdruck in dem Gesicht ihres Meisters, der sie hochmotivierte. Doch eigentlich nur weil sie der Anblick amüsierte.
"Ich weiß nicht wovon du sprichst, du Mistkerl", röchelte Sahabi und spuckte dem Fremdling doch tatsächlich frech ins Gesicht, als dieser den Knebel entfernt hatte, doch nicht, bevor er noch eine Drohung losgelassen hatte. Willst du etwa sterben, alter Mann? Er anscheinend schon, doch Eona noch nicht.
Endlich lösten sich die Fesseln um die klammen Knöchel der jungen Frau, kippte nach hinten auf ihren Rücken und rammte mit all gesammelter Kraft, die ihre verkrampften Muskeln aufbrachten, ihre Ferse in die Schläfe des Auftragmörders. Zwar hatte das nicht die Wirkung, die sie mit unbetäubten Muskeln hätte verursachen können, doch es reichte, um den Fremden von ihrem Herrn wegzustoßen. Mit wackeligen Beinen raffte sie sich in eine stehende Position, warf sich schon beinahe auf den Auftragsmörder und setzte sich rittlings auf ihn, um seine Arme mit ihren Knien an den Boden festzunageln.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Sortan » Sa, 31. Mär 2012 0:14

Der Assassine lachte leise und stopfte dem Alten wieder den Knebel in den Mund, ehe er sich die Spucke mit dem Handrücken abwischte und kurz darauf das Messer mit Wucht in dem anderen Oberschenkel landete. Es knirschte wieder leicht, diesmal jedoch steckte die Klinge bis zum Heft in dem Fleisch. Er lächelte erneut, das Ganze schien ihm mehr als nur Spaß zu machen. Allerdings war das nur die Spitze des Eisbergs, er würde noch viel ungemütlicher werden, falls Sahabi nicht bald anfing zu reden, Möglichkeiten gab es schließlich genug. Andererseits waren die Informationen wichtig und bis er sie bekommen würde, musste er überleben, deshalb waren beide Stiche auch nicht in der Nähe der Oberschenkelarterie, sonst würde ja innerhalb von ein paar Sekunden ausbluten, "Na los, sag es mir. Was weißt du über die Raqu..." Er sah im letzten Moment eine Bewegung aus den Augenwinkeln, jedoch zu spät um zu reagieren. Die Wucht schleuderte ihn etwas zurück und er landete unsanft auf dem Rücken. Kurz sammelte sich Wut in ihm an, vor allem auf sich selbst da er das Messer losgelassen hatte, aber sie wurde schnell verdrängt. Nicht nur von den einsetzenden Kopfschmerzen, sondern auch durch seine Instinkte. Er bemerkte wie sich die Sklavin auf ihn fallen ließ und reagierte so wie er es gelernt hatte. Schließlich war sein halbes Leben geprägt von Kampf, Mord und Training. die linke Seite spannte er komplett an und stützte sich auf dem Boden ab, während sich das Gewicht von Eona schon auf seine Arme senkte. Er musste zugeben das sie klug war und er nicht erwartet hätte das sie sich befreit. Sie schien ihm ganz schön starrsinnig zu sein und einiges an Feuer in sich zu tragen. Sortan verstärkte die Anspannung noch einmal und legte dann seine ganze Kraft in die rechte Seite, die sich kurz darauf erhob. Er drehte sich und sie, sodass sie kurz darauf in umgekehrter Positon wahren. Innerlich runzelte er die Stirn, ihr waren noch die Hände gefesselt, mutig war sie ja. Kurz nachdem sie dann unter im lag, holte er mit dem Handrücken der linken aus. Seine rechte hatte sich kurz zwischen ihren Körpern eingeklemmt, doch es dauerte nur Sekunden bis sie vorschnellte und sich um ihre Kehle legen würde. Die Backpfeife würde nicht hart sein, dafür waren Winkel und Kraft zu wenig, aber sie war auch eher symbolischer Natur.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Eona » Sa, 31. Mär 2012 0:30

Er war schnell und gleichzeitig kräftig, obwohl man ihm das gar nicht ansah. Aber jeder Mann war kräftiger als Eona, daraus machte sie auch keinen Hehl. Schon immer waren die Frauen dem männlichen Geschlecht unterlegen und so war es nun auch die junge Sklavin; im wahrsten Sinne des Wortes. Sortan hatte es geschafft, sein Gewicht zu seinen Gunsten zu verlagern und die junge Frau nun unter seinem Körper zu begraben. Leichter Moschusgeruch strich um ihre Nase und war ein krasser Gegensatz zu Sahabis alten Männergeruch. Dieser Eigenduft war kräftig und jung, so wie Sortan es eben war. der Geruch war nicht unangenehm, doch eben was ganz anderes. Nicht einmal Bedok, er zweite Bote roch so, wie der Bote über ihr es tat. Aber Bedok war auch ein stummer Mann, der innerlich noch ein kleiner Junge war und Eona nicht mal ansatzweise das Wasser reichen konnte.
Eona lag unangenehm auf ihren Armen, die immer noch gefesselt waren. Die Füße zu bewegen und aus den Fesseln zu winden war ein leichtes gewesen, doch ihre Arme waren aus unerfindlichen Gründen fester geschnürt worden. Nun lag sie mit ihrem ganzen Körpergewicht und zusätzlich mit dem von Sortan auf ihren Armen und ein leichtes Kribbeln stellte sich ein, da sich das Blut schon fleißig staute. Eona wollte sich aus ihrer Situation, in die sie sich blöderweise selbst reingeritten hatte, mit Gewalt herauswinden, doch die Ohrfeige, die ihr Sortan verpasste ließ sie still liegen. Die junge Sklavin kannte schon andere Kräfte, die auf ihren Körper gewirkt hatten und sie glaubte zu schätzen, was Sortan für eine Kraft an den Tag legen konnte, wenn er sich darauf konzentrierte. Doch trotz all dieser Fakten, brannte Eonas Wange und auch ihre Wut köchelte weiter. Dieser Mistkerl... Wenn sie geschlagen wurde, dann nur von ihren Herrn, die aus gutem oder weniger gutem Grund über ihr standen. Innerlich hatte sie damit abgeschlossen, das sie viel und oft geschlagen wurde - auf welches Körperteil auch immer. Doch ein wildfremder Mann, der auch noch ihren Herrn verletzt und gedemütigt hatte, konnte sie das nicht erlauben. Eona machte es nichts aus, dass Sahabi verletzt war oder immer noch gefesselt auf seinem fetten Hintern saß. Es machte ihr aber doch etwas aus, dass Sortan sie überrumpelt hatte. Das ließ ihr Stolz gerade in diesem Moment nicht zu.
Die Luft wurde ihr plötzlich abgeschnürt und die kräftige Hand des Auftragmörder legte sich um ihren Hals. Dabei drückte das untere Ende seiner Handfläche ihren Sklavinring auf ihre Kehle und machte das ganze ziemlich schmerzhaft. Der Druck wurde immer unerträglicher und Eona bekam langsam einen hochroten Kopf, da sich dort - wie schon in ihren Armen - das Blut staute. Doch ein Gutes hatte der Druck ja: Der Knebel wurde ein wenig nach vorne in ihren Mundraum gedrückt und sie konnte ihn angewiedert ausspucken. Endlich konnte sie einige Worte herausbringen, die ihr schon die ganze Zeit auf der Zunge lagen: "Geh von mir runter, du Ratte."
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Sortan » Sa, 31. Mär 2012 1:00

Sortan knurrte ein oder zwei unfeine Wörte, warum konnte auch nicht alles so funktionieren wie er es geplant hatte? Dieser Auftrag war wichtig für ihn und die Familie, er musste erfüllt werden und er hatte definitiv Vorrang vor allem anderen. Es war ihm durchaus bewusst das er sie weiterhin so halten und umbringen konnte, aber die Zeit die die gesamte Prozedur in Anspruch nehmen würde, wäre zu lang. Das Leben floß bereits aus dem alten Sahabi heraus und tropfte in roter Form auf den Boden. Er schwitzte leicht und das Adrenalin pumpte nun richtig durch seine Muskeln und Adern, doch er wusste das er kühl und ruhig bleiben musste. Er wurde erneut angespuckt und allmählich ging ihm das etwas auf die Nerven, man sollte einen Auftragsmörder der Raquiiah nunmal nicht zu sehr reizen. Er schwieg, vorerst, schließlich war das Ganze was die Sklavin von sich gab eher unwichtig. Sein Blick flog kurz nach links und rechts, ehe er sein Gewicht noch einmal umverlagerte und ihr einen kurzen Schlag in den Magen gab, der ihr die restliche Luft nehmen sollte. Kurz darauf zog er sie an dem Sklavenring hoch, während er selbst aufstand und sah ihr in die Augen, "Du bist noch nicht an der Reihe, Sklavin." Er drehte sich um in Richtung Bett und riss dabei regelrecht an dem Sklavenring, ungeachtet ob sie ihm hinterherlaufen oder mitgeschleift werden würde. Dann drückte er sie mit der linken Hand an den Bettpfosten und sein Daumen drückte wieder leicht auf ihre Luftröhre. Die rechte griff nach dem Laken und zog es von dem Bett herunter, während er mit seinen Beinen ihre zusammen zupressen versuchte. Dann schnürte er sie gründlich und fester an dem Bettpfosten fest und zog auch den Knebel wieder fest. Die Augen des weißhaarigen Raquiiah verengten sich zu schlitzen, während er ihr erneut eine Ohrfeige gab, "Noch ein Versuch und du leidest... und glaub mir, solche Schmerzen hattest selbst du noch nicht."

Am liebsten wollte er schreien, aber das ließ er sondern ging zu dem alten hin und schlug ihm fest in den Magen um zu sehen ob der noch lebte, "Ich habe keine Geduld mehr, alter Mann. Sag mir endlich wer alles von der Raquiiah weiß, nur einen Namen und ich gewähre dir einen schnellen Tod." Er hatte nicht mehr viel Zeit um das zu bekommen was er wollte, der Kampf hatte Zeit gekostet und damit das Blut von Sahabi. Die linke Hand schloss sich wieder um den Griff des Messers, "Redet. Und sprecht die Wahrheit, oder wollt ihr das ich euch häute?" Eine schöne Methode jemanden zum Sprechen zu bekommen, allerdings sehr schmutzig und unschön anzusehen für... fast jeden eigentlich. Er sah kurz zu der Sklavin, noch einmal wollte ihm das nicht passieren, ehe er den Knebel entfernte.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Eona » Sa, 31. Mär 2012 1:23

Dieser Sortan war wirklich eine Nummer zu groß für die junge Sklavin und sie verfluchte sich selbst - wie schon so oft in ihrem kurzen Leben. Sie stellte sich nun essenzielle Fragen, die wohl ewig auf eine Antwort warten würden. Wieso hatte ihr Vater ihr nicht schon früher zur Flucht verholfen? Wieso hatte sie ihre Jugendliebe nicht von sich gestoßen, als sie sich nach so langer Zeit wiedergesehen hatten? Wieso...? Ein unangenehms Gefühl machte sich weiterhin in ihrem Magen breit, als Sortan sie an ihrem Sklavenring auf die Beine zog. Der Schlag in den Magen war nicht das schlimmste, sondern das Gefühl, wie ein Köter hinter einem wildfremden Mann hinterhergeschliffen zu werden. Der Sklavenring war schon immer eine böse Erinnerung um ihren Hals gewesen und manchmal verbrachte sie wütende Momente damit, daran zu zerren und sich vergeblich über den Kopf zu ziehen. Dieses Halsband war einfach störend und demütigte die junge Frau jedesmal, wenn man daran zog. Natürlich, alle Herrn, unter denen sie bis jetzt stand, hatten daran gezogen und sich damit vergnügt, Eona an den verschiedensten Orten festzubinden. Doch wie schon oft, war ihr der Stolz im Weg, den Eona immer erfolgreich hinuntergeschluckt hatte. Bei Sortan war das etwas anderes. Er hatte einen anderen Zweck an diesem Ring gefunden und die junge Sklavin stolperte einige Schritte, als Sortan sie hinter sich herzog.
Abermals wurde ihr die Luft verwehrt, diesmal etwas rabiat, indem der Auftragsmörder den Daumen gegen ihren Hals presste. Eona verschluckte sich etwas und hustete kläglich, als der junge Kerl sie doch glatt mit einem Bettlaken an einen Bettpfosten band. Sehr effektiv, wenn man es objektiv betrachtete. Das Laken war aus kräftiger und teurer Wolle, die nun um Eonas ganzen Körper lag und sie unangehm dan den Bettpfosten drückte. Am liebsten hätte die junge Sklavin geschrien, ihn auf jeglichen Sprachen verflucht, die sie kannte und sich mit jeden Mitteln gewehrt, die sie zur Verfügung hatte. Doch das wäre alles vergebens und nur unnötiger Kraftaufwand, der sich im Nichts verlieren würde. Seine Drohung, die er gegen Eona wandte, war nichts als Rauch, der zwar in der Lunge kratzte, aber bald wieder verfliegen würde. Eona hatte schon viele Drohungen gehört und sich auch manchmal zu Herzen genommen, doch Schmerzen die sie noch nie hatte? Unmöglich.
Nun wandte sich der Auftragsmörder wieder dem alten Sahabi zu, dessen Farbe von einem gesunden Rotton in ein Leichenblass gewechselt hatte. Seine Wunde am Oberschenkel blutete unaufhörlich und in der kurzen Zeit, in der sich Sortan und Eona einen sinnlosen Kampf geliefert hatten, hatte Sahabi eine Menge Blut verloren. Würde er es überleben? Wenn nicht, was würde nur aus ihr werden?
Sahabis Knebel wurde abermals entfernt und der Alte röchelte dankbar nach Luft. "Mein Bein... Bitte..." Er schluckte schwer und heißer Schweiß tropfte von seiner Knollennase auf seine Brust. "Ich...Die Information die ihr wollt..." Wieder schluckte der Alte schwer und seine Augen kreisten etwas in den tiefer gelegten Höhlen. Er drohte ohnmächtig zu werden doch fing sich im letzten Moment. "Menerea. Er heißt...Menerea." Eonas Augen weiteten sich und eine böse Erinnerunge klopfte an ihre Gedankenpforte. Menerea. Der Mann, der mich damals von den Nordreichen nach Naradesh gebracht hatte. Er? Aber... "Ich weiß nicht...wo er... zu finden ist, aber ... ich schicke Eona manchmal zu ihm... Sie weiß, wo ..." Nun taten der Blutverlust und die unbequeme Sitzposition ihr Übriges und Sahabis Augen verdrehten sich, bis nur noch das Weiße zu sehen war. Die Ohnmacht hatte eingesetzt.
Eona war fassungslos. Jegliche Gefühle waren aus ihren Gliedern gewichen und ihr schneller Herzschlag klopfte dumpf in ihrem Kopf wider. Es stimmte. Sie wusste wo Menerea wohnte und musste manchmal einige Briefe von Sahabi unterzeichnet bei ihm abliefern, doch niemals wurde die Tür aufgemacht. Sie hatte ihn seit Jahren nicht mehr gesehen. Das letzte Mal, als er Eona bei ihrem jetzigen Herrn abgeliefert hatte. Aber jetzt... Verdammt.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Sortan » Sa, 31. Mär 2012 1:46

Der Auftragsmörder zog jedes Wort in sich auf, auch wenn ihn die Bettelei des Alten kalt ließ. Er prägte sich den Namen ein, "Menderea..." Er kannte ihn nicht, weder den Namen noch den Mann dahinter. Schließlich hatte er genug von Sahabi und erlöste ihn mit einem beherzten Schnitt von seiner Qual. Das Messer und auch seine schwarze Kleidung wurde mit den roten Blutflecken besprenkelt und die Sitzecke war wohl auch mehr oder weniger nicht mehr zu gebrauchen. Der Assassine schloss kurz die Augen und dachte nach, aber der Name sagte ihm nicht wirklich etwas. Nicht einmal ansatzweise. Er drehte sich um, sah Eona an und ging langsam auf sie zu, das Messer in der rechten und eine kleine Spur von Blut hinter sich her tropfend. Dann blieb er dicht vor ihr stehen und zog ihren Geruch nach Sandelholz noch einmal tief ein, in den sich mittlerweile etwas Schweiß gemischt hatte. Sie roch nach seiner Mutter, sie roch nach Naradesh, nach Heimat. Es war dem Assassinen gleich, dennoch weckten die Erinnerungen einige positive Gefühle in ihm. Er hatte zu wenig Spaß gehabt heute, das war klar, also hob er das Messer und zog es sacht über die Wange der Sklavin. Dabei schnitt er sie nicht, sondern verteilte nur das Blut des Alten über ihr Gesicht, "Es scheint das du durchaus nützlich sein kannst, Sklavin. Du hast nun das Blut deines Meisters an dir kleben, dank mir..." Er ging in Richtung Schreibtisch und rammte den Dolch in das Holz hinein, während er die Blätter schnell durchsah und auf den Boden warf, "... Bist du ihn nun los und hast die Freiheit wiedergewonnen. Dafür schuldest du mir doch sicher einen Gefallen, nicht wahr?" Er wusste das sie ihm nicht antworten konnte, aber das war ihm egal. Der Schreibtisch barg nichts aussergewöhnliches, also ging er zu einem der Bücherregale und packte mit seinen Fingern an einer Seite dazwischen. Er strengte sich kurz an und schob es zur Seite, Stück für Stück. Die Bücher waren schwer, aber es umzuwerfen hätte zu viel Lärm für seinen Geschmack gemacht. Der junge Auftragsmörder schob es soweit das er an den Tresor dahinter kam und sah kurz über den Rücken zur Sklavin, "Ich will dir das Ganze etwas verdeutlichen... Du wurdest wahrscheinlich als Sklavin geboren und du bist nun eine perfekte Sklavin. Ich wette du würdest gegen jede Dirne gewinnen, wenn es um die Künste im Bett geht." Er brummte kurz unwillig und schlug gegen den Tresor aus Stahl, "Ich aber wurde als Mörder geboren und ich habe nichts anderes in meinem Leben getan. Nun stell dir vor was ich alles mit so einer Klinge anstellen kann."Er drehte sich um und lächelte sie an, was durchaus ein wenig verrückt wirken mochte. Das Geheimnis war sicher in dem Stahlgefängnis, allerdings nur für diejenigen ohne Schlüssel. Sortan ging wieder zu dem toten Bibliothekar und durchsuchte ihn, fand aber keine Schlüssel. Ehrlich gesagt hatte er auch keine Lust mehr zu suchen und vor allem nicht mehr so viel Zeit. Mitternacht war mittlerweile schon vorbei, also ging er wieder auf die Sklavin zu und strich ihr ein paar Haare aus dem Gesicht. Er lächelte sie süffisant an, "Ich schlage dir etwas vor, wenn du mir sagst wo dein Herr die Schlüssel für alles hat..." Er klopfte auf ihren Sklavenring, "... Befreie ich dich hiervon, mhm?" Das schwarze Leder seiner Handschuhe kroch bis zu ihrem Mund und zog langsam den Knebel raus, damit sie ihm antworten konnte.
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