Eine persönliche Angelegenheit

"Die Stadt der Wasser" am Fuße der Ruwayd-Berge. Bekannt für ihren Wohlstand und der Akademie der Heiler.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Eona » Mo, 09. Apr 2012 0:56

Schritte verhallten sinnlos in der tosenden Leere, die keinen Ton besaß. Dunkelheit verschluckt jegliches Geräusch, jegliche Stimme, die auch nur in ihre Reichweite kam. Unbeholfene Bewegungen zogen sich durch ihre Muskeln und brachten sie an den Ort, der irgendwo in den wirren Gedanken herumschwappte: Den Waschraum. Sie fühlte leichten Stoff auf ihren Armen, der achtlos fallen gelassen wurde und weitere tapsige Schritte verloren sich in ihrem Kopf, der von herumsirrenden Ideen und Idealen behaust wurde.
Kaltes Wasser tropfte an ihrer Haut hinab, spülte nur den Dreck an der Oberfläche davon. Der Schmutz, tief in ihrem Inneren verkrustete sich zu einer neuen Eisschicht, die sich besitzergreifend um das Überbleibsel ihres Herzens legte. Erschöpfter Atem verließ ihre Lippen und der Schmerz ihres Körpers wurde durch das kalte Wasser wenigstens etwas betäubte. Doch der Pflock in ihrem Herzen blieb. Tief hatte ihn Sortan ihr in die Brust gerammt und der Wahnsinn in ihrem Geist klopfte den Pfahl immer tiefer und tiefer in die herannahende Dunkelheit. Eona schüttelte ihren Kopf ein wenig hin und her und strich sich die Haare aus dem Gesicht. So elendig hatte sie sich schon lange nicht mehr gefühlt. So fühlte man sich nur, wenn das Leben eine unerwartete Wendung nahm und das einfach ohne den Menschen darin zu fragen, ob er denn damit zurecht käme. Doch die junge Frau wurde nie wegen irgendetwas gefragt. Das Leben nahm so wie es gab. Aber das Wort "Geben" existierte schon lange nicht mehr in ihrem Wortschatz. Genausowenig wie "Vertrauen" oder "Hoffnung". Diese Wörter waren Satzbausteine einer Illusion, die sich wie ein schwerer Mantel um die Schultern eines jeden legte und diese Last wird einem schon in jungen Jahren auferlegt, damit man langsam aber sicher unter dieser Gewalt einknickt, je älter man wird. Wer sich traut, dann nochmal aufzustehen, wird von weiteren Lasten geplagt, die nie wieder aufhören werden, dir übergroße Steine in den Weg zu legen.
Eona spuckte auf den Boden aus und begann ihr Haar von den Strohhalmen zu entfernen. Dann seifte sie es gewissenhaft ein, mit mechanischen fast selbstverständlichen Bewegungen. Dabei versank sie in eine Art Trance und schaltete komplett ab. Ihr Blick war leer nach vorne gerichtet und die Sklavin wünschte sich, dass jemand von irgendwoher kam, um ihr zu erzählen, dass das alles nur ein großer Witz war. Es war nur ein Test, um sie zur Königin eines Landes zu befördern... Ein leises Kichern drang von irgendwoher und hallte irre von den Wänden wider. Die junge Frau betastete ihre Lippen und bemerkte, dass dieses Lachen von ihr stammte. Mit einem tiefen Atemzug versuchte sie sich zu beruhigen und begann ihren restlichen Körper von dem Schmutz reinzuwaschen.
Ein weiterer Kübel Wasser schüttete sie zum Schluss über sich aus und blieb für einige Minuten sitzen. Dabei lauschte sie ihrem Atem, der Stille, die nicht viele Menschen vernehmen können und den Wassertropfen, wie sie ihren Weg von Eonas nacktem Körper auf den Holzboden fanden.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Sortan » Mo, 09. Apr 2012 1:20

Sein Blick war leer und kalt, genauso wie die Weinflasche vor ihm. Er saß bestimmt schon länger hier als einige Minuten und starrte die Weinflasche an. Das Ganze war mittlerweile witzlos für ihn, er hatte sich es anders vorgestellt. Er hatte gedacht das die Sklavin ein wenig Feuer besitzen würde und es zu nutzen vermochte. Anscheinend lag er falsch damit, ihr Schweigen und ihr Blick, sie war nur noch eine Marionette. Seine Gedanken drehten sich noch immer um sie, als obes in seinem Leben nichts anderes, wichtigeres gäbe. Leise entwich ein Seufzer seinem Mund und er hörte das plätschern von Wasser über sich. Es schien sich alles nur noch diese eine Sache zu drehen, doch sein Blick blieb starr auf die Flasche gerichtet. Was sollte er mit einer Sklavin, die nicht einmal ihre eigenen Gedanken hatte? Dafür gab es reichlich andere Menschen... Er wusste das er seine Entscheidung schon getroffen hatte, seit er sie das erste mal gesehen hatte. Seit er sie das erste mal berührt hatte und ihm dieser Gedanke das erste mal gekommen war. Aber war es so verachtenswert ein Raquiiah zu sein? Er besaß Ehre, Geld und alles was er wollte im Tausch für ein paar Leben und das nicht einmal gute. Er sah was andere nicht sahen, hörte was sie nicht hörten. Seine Ziele, seine Aufträge, waren fast nie auf gute Männer ausgerichtet. Fette, schmierige und korrupte Kaufmänner die ihre Frauen betrogen. Seine Mimik regte sich nicht, als ihm die Bilder durch den Kopf schossen. Was er alles getan hatte um zu überleben und um Leben auszulöschen. Andererseits war es nicht das wozu er geboren wurde? Das wozu er bestimmt war?
Er, Azoth Raquiiah, der Mörder und Folterer. Das war sein Schicksal, seine Bestimmung und seine Berufung und das wusste er. Der Gedanke verlieh ihm irgendwie Kraft, spendete Trost. Sein Blick löste sich endlich von der Flasche und sah zur Treppe. Natürlich war sie schwach, aber das würde er ändern. Loyalität war sie gewöhnt, oder nicht? Eine Sklavin musste immer ihrem Herren dienen. Er musste ihr nur noch klar machen, das die Familie über alles ging, sogar über ihr Leben. Der Assassine stand auf und sein Blick fiel nach unten. Der Stuhl den sie umgeschmissen hatte, lag noch immer auf dem Boden. Langsam bückte er sich und hob ihn auf, stellte ihn hin und rückte ihn an den Tisch.

Er hatte sich Zeit gelassen, bis er oben war. Die Wunden pochten unaufhörlich und dumpf in seinem Kopf, er ignorierte es. Er lächelte, kurz nur, als sich seine Hand um den Griff der Tür zum Bad schloss. Er atmete tief ein, zog die Schwäche in sich auf und ließ sie dann mit dem nächsten Atemzug entweichen. Die Tür öffnete sich langsam und leise, genauso wie sie sich wieder schloss. Sein Blick glitt über den nassen Boden und die Kleidung der Sklavin, über die Tropfen und die Wasserkübel. Er streifte über ihren Körper und blieb an ihrem Gesicht hängen. Ein Schritt, dann der zweite, in ihre Richtung. Er brauchte nichts zu sagen, wollte nichts sagen und starrte sie an. Das Hemd und die braune Hose landeten neben ihren Kleidern und er ging an ihr vorbei. Der Kamin war mit Holz gefüllt und es dauerte nicht lange bis er ihn angezündet hatte. Ein großer eiserner Kessel hing über dem bald prasselnden Feuer und das Wasser darin erhitzte sich langsam. Er wollte heiß baden, wollte sich endlich mal wieder waschen und sich entspannen. Sein Blick richtete sich wieder auf die Sklavin, das Wasser würde etwas brauchen bis es heiß war. Die rechte hob sich und streckte sich ihr hin. Eona brachte das Blut des Assassinen in Wallung, nur wenn er sie ansah, und er wollte sie. Er fragte sich ob sie wusste was er nun von ihr verlangte und ob sie sich fügen würde. Natürlich würde sie das, was blieb ihr auch sonst übrig?
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Eona » Mo, 09. Apr 2012 14:28

Sortans Präsenz war etwas, dass Eona nun akzeptieren musste. Sein Atem würde sich mit ihrem verschmelzen und sie wird sich mit ihrem Körper an seinen anpassen. Ihre Taten würden seine Taten sein. Seine Worte wären fortan ihre Worte. Ob sie das akzeptieren konnte? Natürlich, es war ihr in die Wiege gelegt worden. Schon ihre Kindheit über wurde ihre nächster Werdegang von Eowhan verplant worden und noch heute fragte sie sich, ob ihr Name nicht von ihrem damaligen Herrn vorgeschlagen worden war.

Doch was machte es für einen Unterschied? Der Mensch war ein Gewohnheitstier und konnte sich an alles gewöhnen, wenn der Geist nur bereit und der Wille stark genug dafür war. Der Assassine hatte das Feuer im Kamin angezündet, um das Wasser im darüber schwebenden Kessel zu erhitzen. Auch Eona hätte das tun können, doch das kalte Wasser hatte ihren Blick für einige Dinge geklärt und auch ihren Schmerz etwas gedämpft.
Sie fühlte sich ein wenig besser und atmete nochmals tief ein. Ich werde viel von ihm lernen können..., dachte sie und hob ihren Kopf, als ihr neuer Herr ihr die Hand hinhielt. Ich werde ein Dach über dem Kopf und etwas zu Essen haben. Ihr Blick hing an der Hand Sortans die gleichzeitig ein Schwert führen konnte, um Menschen damit zu töten aber andererseits auch ihre Haut in einer Weise berühren konnte, wie sie es von Männern eigentlich nicht kannte. Langsam legte sie die Hand in die seine und zog sich daran hoch, bis die Sklavin stand. Das Wasser tropfte weiterhin auf den Boden und ihre Haare klebten in nassen Strähnen an ihrem Körper.
Seine Hand war rau und grob zugleich und als sie auf ihren eigenen zwei Beinen stand, wollte sie sich von dem Assassinen entfernen. Mit entschlossener Bewegung entzog Eona ihm ihre Hand. Der Überlebenswille und das Feuer des rothaarigen Drachen flammte für einen Moment auf, als hätte man die Fenster aufgemocht und nährte somit das Flammenmeer. Ein Funke floh sich in die grünen Augen der Sklavin, die die dunkle Masse in Sortans Augen fixierte. Nackt standen die beiden sich gegenüber, zeigten keine Scham oder versuchten sich zu bedecken. Keine Rüstung, kein Stück Stoff schützte die beiden vor den Blicken des anderen und war somit verletzlich. Menschen schafften sich durch Kleidung eine Illusion des Schutzes und um ihre Privatsphäre zu wahren, doch das waren nur weitere Fremdwörter, die für Eona nicht existierten. Manchmal musste sie tagelang nackt in den Gemächern ihres Herrn herumlaufen und Stunde für Stunde für ihn da sein oder für ihn tanzen. Das machte ihr schon lange nichts mehr aus. Doch gerade jetzt wollte sie sich vor den gierigen Blicken ihres neuen Herrn bedecken, doch der Einfachheit halber, drehte sie sich um, sammelte ihre Kleidung zusammen und verließ trotzig den Waschraum, um sich in ihrem Zimmer zu pflegen und endlich etwas anzuziehen. Danach würde sie wissen, wie es weiter geht.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Sortan » Mo, 09. Apr 2012 14:59

Er hielt ihrem Blick stand und spürte ihre Hand in seiner. Sie war weich und gepflegt, trotz ihres Lebens und der letzten Tage. Dieses mal wanderte sein Blick nicht über ihren Körper, sondern blieb auf die grünen Augen gerichtet. Er kannte ihren Körper, aber er kannte sie noch nicht und ihre Augen waren gleichermaßen interessant wie ihr Körper. Man sah nicht oft solche Augen in der Wüste. Sie zog ihre Hand zurück und er spürte ihren alten Trotz, das Feuer in ihr. Vielleicht würde sie es ja überstehen und ihm doch nützlich sein? Seine Arme verschränkten sich und etwas Sand rieb sich von seiner Haut ab und fiel auf den Boden. Er sah ihr nach, als sie ging und lächelte dann als die Tür zu war. Es war interessant mit solch einer Sklavin zu arbeiten. Mal hörte sie auf ihn und folgte ihm und dann wieder brach etwas aus ihr heraus und sie zog sich von ihm zurück. Entzog sich damit seiner Gewalt und seinem Willen. Er machte ein paar Schritte zur Tür, um ihr nach zu gehen und einzufordern was er von ihr wollte. Es wurde langsam wieder heißer in dem Waschraum, die Dampfschwaden stiegen von dem Kessel auf und umhüllten langsam alles in dem Raum. Seine Schritte führten ihn wieder zurück und er goss den Kessel in die Wanne. Dabei ging er vorsichtig zu werke, denn das Eisen war kochend heiß und würde seine Haut schmelzen lassen. Er warf einen letzten Blick zu der Tür und seufzte leise, das Bad war wichtig und würde ihm gut tun. Es würde ihn etwas entspannen und sicher auch bei seiner Erholung helfen. Er stieg langsam in das heiße Wasser, ignorierte die Hitze und den Schmerz und lag bald schon bis zur Gürtellinie in dem Wasser. Sein Blick strich über die Verbände und er achtete darauf sie nicht nass zu machen.

Er lag etwas länger in dem Wasser und hatte sich gründlich gewaschen. Das Wasser war mittlerweile abgekühlt und er stieg schließlich wieder hinaus. Sortan trocknete sich ab und leerte die Wanne wieder. Seine Finger fuhren über die Verbände und er zuckte kurz zusammen. Die Salben taten ihr bestes und stillten die Blutungen, sodass es nicht nötig gewesen war die Wunde auszubrennen. Vielleicht hätte er es aber doch tun sollen. Schmerz reinigte manchmal den Geist und ausserdem hätte er dann nur einen Verband gebraucht. Er nahm seine Kleidung und tunkte sie dann in einen kleineren Waschzuber. Es dauerte nicht lange bis der dünne Stoff wieder halbwegs sauber und geruchsfrei war und dann hängte er ihn über den Rand der Wanne. Er spürte noch ein paar Tropfen hier und da auf seiner Haut, wo er sich nicht richtig abgetrocknet hatte, und verließ den Baderaum. Gewohnheitsmäßig ließ er den Blick durch den Flur schweifen und öffnete dann die Tür zu dem Zimmer das der Sklavin zugeteilt war. Es war nun einmal ein kleines Haus und seine normale Kleidung befand sich in einem der Schränke. Sein Blick blieb auf ihr hängen, während er langsam das Zimmer durchquerte und dann den Schrank öffnete. Er streckte seine Muskeln durch, spannte sie probeweise an und war -wie immer- überrsacht wie sehr ein warmes Bad manchmal doch half. Er zog sich schwarze, etwas weitere Kleidung an und drehte sich dann wieder zu Eona um. Die Schranktür schloss er hinter seinem Rücken und ließ den Blick auf ihr ruhen. Er schwieg eine Zeit lang, zum Teil weil er nicht recht wusste wie er anfangen sollte, zum anderen weil er das Schweigen als angenehm empfand. Stille war etwas wunderbares und ihm sehr zu diensten, "Nun, Drache aus dem Norden. Hast du deine erste Lektion gelernt und wirst nicht mehr versuchen weg zulaufen? Loyalität gilt allein der Familie und sonst niemanden. Noch gehörst du nicht zur Familie, deshalb gilt sie allein mir."
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Eona » Mo, 09. Apr 2012 18:51

Schweigend betrat die Sklavin ihr kleines Kämmerchen und versuchte etwas nachzudenken oder wenigstens den Knoten in ihrem Kopf zu lösen. Ziemlich langsam für ihr Alter ging sie zu dem Tisch und kramte ihre Öle, Parfüms und Cremes hervor. Außerdem stellte sie eine Salbe auf den Tisch, die die Heilung der Wunde unterstützen würde. Diese roch vielleicht nicht so angenehm, wie die Salbe aus Minze, doch sie würde ihren Dienst tun und das war das wichtigste. Doch zuerst bedeckte sie ihren Körper mit dem Sandelholz Öl und versuchte dabei, keine Stelle zu übersehen. Der Geruch des Öls war sanft und doch genug herb, dass er wahrgenommen wird und sehr lange auf der Haut haften bleibt. Die Duftnote erweckt viele Erinnerungen an alte Zeiten bei Eowhan und es waren die wenig schönen, die sie aufbewahrt hatte. Die Zeit mit ihrem Vater in den Stallungen und all die Geschichten, die er ihr damals erzählt hatte. Von Elfen und Dämonen. Magie und Orks. Das waren Stunden, die sie gerne verbracht hatte und am liebsten hätte sie diese bis an ihre Lebensende weiter geführt, doch das alles tat einem Abbruch als Eowhan sie eines Abends zu sich ins Schlafgemach rief und niemand ihre Schreie gehört hatte. Nichtmal ihr Flehen wurde erhört. Auch jetzt nicht, obwohl das Flehen schon lange verstummt ist.

Sie hatte begonnen ihr Haar in langsamen Zügen zu kämmen, als sich Sortan wieder zu ihr gesellte. Langsam ging ihr seine Anwesenheit auf die Nerven, doch sie achtete nicht darauf. Als er die Stimme erhob und sie fragte, ob sie ihre Lektion gelernt habe, antwortete sie erst nicht. Der Kamm glitt durch die roten Wellen und blieb nur manchmal hängen oder stecken. Eona hatte sich nur ein Unterhemd und die übrige Unterwäsche angezogen, da sie sich bald hinlegen wird, um etwas zu schlafen. Ob Sortan es ihr erlaubte oder nicht, war ihr gerade egal, denn er würde wohl keine müde Sklavin an seiner Seite haben wollen. Sie befreite den Kamm von den Haaren, die daran hängen geblieben waren und sagte dann ruhig: "Ja, ich habe meine Lektion gelernt und ich werde dir meine Loyalität entgegen bringen. Ich werde bereit sein zu lernen und zu verstehen und alles weitere tun, was du verlangst. Das ist mein Versprechen an dich."
Es waren ehrliche Worte, auch wenn sie sehr schwer über ihre Lippen kamen. Doch wenn sie bei Sortan blieb, dann mussten sie zusammen arbeiten und da waren Zweifel, Lügen oder Verrat Gift für diese Beziehung. Sie musste ihrem Herrn Loyalität entgegenbringen, damit sie ihn und auch sich selbst nicht in irgendwelche Schwierigkeiten brachte. Wenn sie nur in einer Situation zögerte, weil sie an Sortans Worten zweifelte oder an ihrer eigenen Denkweise, dann würde das entweder zu seinem oder ihrem Tod führen. Die Sklavin nahm Sortan in Augenschein und betrachtete ihn seelenruhig, um nicht zu verpassen, wenn er noch etwas zu sagen hatte, bevor sie sich zusammenrollte, um etwas zu schlafen.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Sortan » Mo, 09. Apr 2012 19:48

Die leisen Schritte seiner Füße tappten in ihre Richtung und hinterließen noch ein paar Tropfen Wasser. Er blieb vor ihr stehen und lächelte süffisant, "Und ich will für dich hoffen, das du deine Versprechen hältst." Er stand etwas näher an ihr und schmeckte förmlich das Sandelholz. Es war ein betörender und starker Geruch und er lastete schwer auf seinem Gedächtnis. Der Blick des Assassinen strich über ihr Gesicht, ihr Lippen und ihre Augen. Seine Stimme war etwas leiser geworden, "Du solltest schlafen, wir haben noch viel vor. Aber keine Sorge, wir beginnen den morgigen Tag mit einer Sache in der du sicher kein Training mehr vonnöten hast." Er kam ihr etwas näher und forderte einen kurzen Kuss von ihr ein, ehe er sich umdrehte und das Zimmer wieder verließ. Während er noch die Tür schloss, schmeckte er ihre Lippen noch auf den seinen und freute sich schon auf den nächsten Morgen. Er war nicht gerade in bester Verfassung und sie auch nicht, weshalb man den Tag ruhig mit etwas angenehmen anfangen konnte.

Es war bereits dunkel, als er sich schließlich schlafen legte und es dauerte noch ein wenig bis er dann eingeschlafen war. Der Assassine hatte nichts mehr gegessen, aber die restlichen Sachen aufgeräumt. Er hatte es nicht gern, wenn sein Haus unordentlich aussah und der Keller ebenso wenig. Nachdem er dann schließlich alles wieder in den Ursprungszustand zurückversetzt hatte, zumindestens fast denn das Blut der Sklavin klebte noch an dem Stroh im Keller, hatte er noch etwas gesessen. Dieses mal blieb es bei dem Wasser, zu viel Alkohol war nicht gut für ihn. Weder für Geist, noch für Körper. Sein Schlaf war unruhig, aber erholsam, und seine Wunden verheilten wieder ein bisschen mehr. Die Druckverbände taten ihr übriges und so war der weiße Stoff nur unwesentlich rötlicher als am Abend zuvor. Er strich sich durch die Haare, sie waren schon wieder etwas zu lang für seinen Geschmack. Stirnrunzelnd stand er auf und betrachtete kurz seinen Siegelring. Kopfschüttelnd wandte er sich wieder ab und ging in den Bereich, der als Küche genutzt wurde. Die ersten Sonnenstrahlen schienen gerade so auf die Dächer, aber noch nicht durch seine Fenster. Nach und nach füllte sich der hölzerne Tisch wieder mit etwas essbarem, ehe Sortan sich hinsetzte. Er hatte eigentlich meistens dasselbe Ritual, mit dem er begann. Essen war wichtig und direkt nach dem Schlaf am besten, fand er. So war man bereit für den Tag, schließlich wusste man nie was kommen mochte.

Um etwas Fleisch, Brot und Wasser reicher, stand er dann schließlich wieder auf. Er ließ den Rest für Eona stehen, damit sie sich später satt essen konnte. Seine Finger strichen über die Wand, während er die Treppe hinaufstieg und nachdachte. Womit sollten sie wohl anfangen? Was war das wichtigste für sie, das sie lernen musste? Er kniff die Augen zusammen, Verschwiegenheit war wichtig. Besonders unter Schmerzen oder dem Tod. Dann schüttelte er jedoch den Kopf, dafür war sie nicht stark genug. Aus irgendeiner Laune heraus klopfte er an, obwohl er fast gleichzeitig eintrat. Der Kampf vielleicht? Zumindestens die Theorie wäre nützlich und ihr Körper war schon gut an seinen Kampfstil angepasst. Aber würde sie das überstehen? Die Tür schloss sich wieder hinter seinem schwarzen Umriss und sein Blick fiel auf das Bett. Eigentlich konnte er es kaum noch erwarten, andererseits war auch das schönes Training. Sein Blick ruhte auf Eona und wartete darauf das sie aufwachte und ihn entdeckte. Seine Geduld war momentan allerdings nicht sehr groß, weshalb er sie früher oder später wecken würde.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Eona » Mo, 09. Apr 2012 22:03

Eona hatte sich zu einer Kugel zusammen gerollt, als Sortan aus dem Zimmer verschwunden war. Sie nahm nur ein Viertel des Bettes ein und ihre Hände waren vor ihrer Brust verschränkt. Die pochende Wunde an ihrer Schulter hatte wohl den Anstand, nicht mehr zu sehr zu schmerzen, als die Tage davor. Das erleichterte ihr einiges ungemein, doch ihre Probleme löste es natürlich nicht. Ihre Gedanken zogen sich lang wie die Minuten die langsam dahinschritten und Eona strengte sich an, endlich über dieses ganze Wirrwarr an Ereignissen nachzudenken.

Ich sitze mittendrin. Gut, das hätten wir ja geklärt. Aber wie geht es weiter? Was hat Sortan noch mit mir vor?


Ein Gähnen wurde unterdrückt, damit sich der Geschmack von Sortans Lippen nicht verflüchtigte. Die Lider der jungen Frau sanken schwer und träge hinab und bevor sie einschlief, wälzte sie sich noch einmal auf die andere Seite, um noch etwas nachdenken zu können. Obwohl ihre Glieder schmerzten, ihre Wunde pochte und die Kopfschmerzen schon herannahten, versuchte sie endlich mit sich ins Reine zu kommen und Sortan wenigstens etwas die Stirn bieten zu können, doch das würde sich wohl als ziemlich schwierig herausstellen. Mit ihrem Zeigefinger berührte sie ihren Sklavenring, fuhr diesen entlang und strich mit ihrer Fingerspitze über die Gravur.

Ich bin seine neue Sklavin, werde mich ihm fügen müssen, was ja eigentlich nicht so schwer sein dürfte. Aber was genau hat mich so erschreckt, als er sagte, er wäre ein Raquiiah?

Es war die Tatsache, dass sie tief in der Scheiße steckte, kam sie zum Schluss und seufzte tief. Aber nun war der Zeitpunkt gekommen, da sie sich ihrem Schicksal beugen musste und vielleicht hatte es ja irgendwo seinen Sinn und sein Gutes?

Das bezweifle ich
, grummelte die Sklavin und versank nach und nach in einen traumlosen Schlaf.


Eona blinzelte, als sie ein Geräusch hörte, dass nicht zu der stillen Dunkelheit passte und wälzte sich herum auf die andere Seite. Ihre müden Augen erfassten den Assassinen, der sich zu ihr aufs Bett gesetzt hatte. Die Sklavin unterdrückte ein Gähnen und wusste im ersten Moment gar nicht, was er von ihr wollte. Dann erinnerte sie sich an seine zweideutigen Worte, bevor er das Zimmer verlassen hatte und ihre Augen verengten sich zu Schlitzen. "Guten Morgen...", sagte sie langsam und setzte sich etwas auf. Ihre Haare waren durch das viele herumwälzen im Bett etwas verfilzt und die junge Frau begann, sie mit ihren Haaren aufzuschütteln und zu kämmen. Aber das der Raquiiah nun von ihr verlangte, ihm Vergnügen zu bereiten, konnte er sich dort hinstecken, wo keine Sonne mehr schien. "Ich hoffe, du hast gut geschlafen", meinte sie mit süßlicher Stimme und schlug die Decke beiseite, um dann ihre Füße aus dem Bett zu schwingen. "Ich weiß ganz genau, wieso du hierher gekommen bist, aber das kannst du dir schön an den Hut stecken. Ich bin nicht in Stimmung...", sagte sie schroff und stand auf. Die Füße tappten auf dem Holzboden und die Kälte, die ihm Raum anwesend war, ließ sie frösteln. Eigentlich lagen ihr diese Wort nicht als Sklavin, doch bei Sortan würde es etwas anderes sein. Er war ihr neuer Herr, ja, aber nur deswegen, weil sie bald einer neuen "Familie" angehören würde, nicht weil sie sein Püppchen war, das er zu irgendwas missbrauchen konnte. Dazu hatte sie keine Lust, obwohl dieser Mann eine ziemlich anziehende Ader hatte, die ihr seit Anfang an nicht entgangen war.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Sortan » Mo, 09. Apr 2012 22:31

Der Assassine zog eine Augenbraue hoch und sein Blick folgte ihr schlussendlich. Die süße in ihrer Stimme war gleichermaßen angenehm, wie unnatürlich, was ihn stutzig machte. Er lehnte sich etwas zurück und schwang die Beine über die Kante, sodass er halbwegs bequem auf dem Bett lag, "Komm wieder her, Eona." Seine Stimme war dabei ein wenig herrisch und ließ keine Wiederworte zu. Doch sein Mund lächelte, denn er spielte nur etwas mit ihr. Sicher, der Mann war immer über der Frau in der Familie und streng betrachtet war sie seine Sklavin, aber er wollte sie nicht ausnutzen, sie nicht zu einer willenslosen Puppe machen. Die Tatsache das sie sich wieder sträubte und seinen Anweisungen nicht unbedingt blind folgte war gut. Zumindestens teilweise, denn im Ernstfall musste sie auf ihn hören und ihm vertrauen, sonst würden sie beide sterben. Oder noch schlimmeres. Er verschränkte die Arme wieder vor Brust und leckte sich kurz über die Lippen, "Erste Lektion, wär ich ein Mörder wärst du schon längst tot. Zweite Lektion, bevor du jemandem Informationen preis gibst tötest du dich, oder ich werde es tun." Er wusste noch immer nicht so recht, was er sie lehren sollte, aber das war schonmal ein guter Anfang befand er. Sein Blick strich durch das dunkle Zimmer, "Machs dir ruhig bequem, wir werden erst einmal hier bleiben... Dritte Lektion, unterschätze niemals einen Gegner, egal wie schwach er erscheinen mag."

Er überlegte ein wenig und so vergingen einige Minuten in Stille. Zum einen wollte er wissen, ob sie schon fragen hatte, zum anderen war er sich immer noch am überlegen ob er sich nicht einfach nehmen sollte was er wollte. Es war schwierig das zu entscheiden, schließlich würde er noch einige Zeit mit ihr verbringen und wollte nicht unbedingt jede Nacht einen Grund für Hass schaffen. Andererseits hätte er gute Lust und was machte schon einmal mehr oder weniger aus? Sein Blick strich über ihre Silhouette, "Vierte Lektion, Keine Zeugen, egal welcher Art. Fünfte Lektion, Alles was du siehst und fühlst kann den Tod bringen." Etwas müde strich er sich über das Gesicht und seine braunen Augen blitzten in der Dunkelheit kurz auf. Zunächst einmal ein paar Grundregeln und ein Test, alles was danach geschehen würde, würde er sich noch offen halten. Er atmete ruhig und leise, fast so als wäre er am schlafen, "Sechstens, Dunkelheit und Stille sind deine besten Freunde und deine schlimmsten Feinde. Nutze sie, aber zerstöre sie nicht." Er räusperte sich ein wenig, hätte er doch etwas zu trinken mitgenommen. Sacht kopschüttelnd vertrieb er den Gedanken, "Nun. Du sollst einen adligen Geschäftsmann töten, er hat eine Frau und einen Sohn und wohnt im inneren Ring von Naradesh. Nach einigen... Recherchen und Informationen, weißt du das er jeden Tag zur selben Zeit mit seiner Familie isst. Außerdem trifft er sich einmal in der Woche in einem Wirtshaus um mit seinen Freunden zu trinken. Unter diesen Freunden sind ein oder zwei Wachleute, mit denen er bestimmt unter Hand, mit selteneren Sachen Handel treibt. Er besitzt zwar Reichtum und Macht, hat sein Glück aber nur erkauft und erschwindelt." Er kniff kurz die Augen zusammen und ließ das Ganze Revue passieren, ein interessanter aber normaler Auftrag, "Du weißt weder warum er sterben muss, noch auf welche Weise. Also, Drache, wie würdest du ihn töten?" Er war gespannt auf ihre Antwort und noch gespannter ob sie mit seiner übereinstimmen würde. Es waren wenige, aber detaillierte Informationen für einen normalen Auftrag. Er selbst hätte vielleicht noch mehr gesammelt, ehe er sich heran gewagt hätte, oder aber er hätte das Risiko genutzt und entweder die Freunde oder die Familie mit getötet. Seine Augen ruhten sacht auf ihrem Gesicht, während er die verschiedenen herangehensweisen durchspielte.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Eona » Di, 10. Apr 2012 22:39

Sein schroffer Ton ließ die Sklavin innerlich zusammenzucken; ihre äußere Fassade blieb, wie sie war. Obwohl ihr neuer Herr einen bestimmenden Unterton besaß und ganz genau wusste, wie er ihn einzusetzen hatte, zögerte Eona noch kurz, aber das nur für einen Moment. Dann drehte sie sich um und ging wieder zurück ans Bett, um sich vor Sortan - mit Händen in den Hüften - hinzustellen. Die nächste Salve von Wörtern ließen die Hände jedoch wieder sinken und vor ihrer Brust verschränken. Ein nachdenklicher Gesichtsausdruck hatte sich bei Eona eingestellt und ob man es glauben wollte, oder nicht: Die junge Sklavin hörte dem Assassinen genau zu, was er zu sagen hatte. Das war überhaupt die erste Lektion einer Sklavin: Höre deinem Meister immer, aber auch wirklich immer genaustens zu. Wenn du nur ein Wort oder einen Wunsch verpasst, wirst du dafür später bestraft werden. Das gilt es zu vermeiden. Außerdem konnte kein Buchstabe an Eonas gespitztem Gehör entgehen. Man könnte es als "Berufskrankheit" bezeichnen.

Erste Lektion. Wär ich ein Mörder, wärst du schon längst tot.

Eona verkniff sich ein Grinsen. Wenn ihm etwas nicht an ihr liegen würde, wäre sie schon tausend Tode gestorben, doch nun stand die Sklavin hier vor ihm und hörte zu, was er über das Leben eines Raquiiah zu sagen hatte. Die junge Frau sagte aber nichts und wartete seine weiteren Lektionen ab.

Zweite Lektion. Bevor du jemandem Informationen preis gibst, tötest du dich oder ich werde es tun.

Diesmal nickte sie leicht und einige Strähnen lösten sich hinter ihrem Ohr. Das klang logisch. Wenn nur ein Glied aus der Kette sprang und auch nur eine wirklich wertvolle Information preisgab, wird die ganze Kette gesprengt werden. Das war der Tod für alle. War Sortan schon einmal kurz davor gestanden? Sie schüttelte den Kopf. Nein, nicht er. Dafür war der Kerl zu verbissen.
Sortans Stimme hatte sich von dem herrischen Unterton losgelöst und war in einen sanft, brummenden Ton verfallen, der der Sklavin gefiel. Er meinte, sie solle sich setzen, da der theoretische Teil noch lange nicht abgeschlossen war. Eona war das nur Recht. Langsam kniete sie sich vor dem Assassinen hin, mit den Händen im Schoß und blickte zu ihm auf, damit er fortfahren konnte.

Dritte Lektion. Unterschätze niemals einen Gegner, egal wie schwach er erscheinen mag.

Dieser Lektion konnte Eona auch ohne Probleme nachvollziehen. Sie war sogar in einer solchen Situation verstrickt gewesen, als sie einem kleinen Buben eine Information abluchsen sollte. Mit Geld hatte er sich nicht bestechen lassen und für den Körper einer Sklavin war er wirklich noch zu jung. Und als Eona ihn etwas fester in die Mangel nahm, hatte der Kleine doch glatt ein kleines Messer gezogen und ist auf sie losgegangen. Zum Glück hat sie schnell genug reagiert, doch diese Reaktion kam völlig unerwartet. Nach diesem Vorfall würde sie sich nicht nochmal lumpen lassen. Jeder kann, ob groß, klein, männlich oder weiblich, ein Messer bei sich führen. Ob er damit umgehen könnte, war eine andere Sache. Doch Eona war immer auf der Hut und bei ihren Aufträgen auf höchster Alarmbereitschaft.

Sortan verfiel in Schweigen und die Sklavin blinzelte. War er etwa schon fertig? Doch seine grübelnden Gesichtszüge sagten etwas anderes und Eona ließ ihn in Ruhe nachdenken. Fragen hatte sie keine. Es war alles eindeutig, logisch und nachvollziehbar. Dies war nicht das erste Mal, dass sie Regeln lernen musste oder bestimmte Vorgehensweisen. Zumal sie diese Dinge, die der Assassine ihr eintrichterte, schon vorher in ihrem Grundsatz hatte, als sie bei André gewesen war. Zwar musste sie sich es selbst beibringen, doch so lernte man es ja wohl bekanntlich am besten. Seine braunen Augen strichen über ihren Körper und das Blitzen in seinen Augen war eindeutig genug. Sollte er nur gaffen, das würde ihm gut tun nicht immer alles zu bekommen, was er haben wollte. Zumindest vorerst. Sollte er handgreiflich werden, würde sie sich beugen müssen - so wie jedes Mal.

Vierte Lektion. Keine Zeugen, egal welcher Art.
Nun stutzte die junge Frau doch. Die Frau mit ihrem Kleinkind, als sie in der Wüste Menderea und Andanam verfolgt hatten, kam ihr in die Quere und zuerst wollte sie eine Frage stellen, doch diese stellte sich als sinnlos heraus und würde nur eine Diskussion aufwirbeln, die Sortan gewinnen würde. Er hatte die besseren Argumente als sie, da er schon etwas länger in diesem Geschäft arbeitete. Auch erinnerte sie sich an Bedok, der ihr nur ihre Sachen bringen wollte, doch dafür kaltblütig umgebracht wurde. Egal wie viele Gedanken sie sich darüber machen würde, es ist und bleibt ein Fakt. Lässt sie einen Zeugen übrig, unterzeichnet sie damit ihre eigenes Todesblatt. Eona nickte wieder, zwar nicht so deutlich wie bei der anderen Lektion, doch so erkenntlich, dass sie es verstanden und angenommen hatte.

Fünfte Lektion. Alles was du siehst und fühlst kann den Tod bringen.
Abermals eine Lektion, über die Eona erst nachdenken musste. Ihre Stirn runzelte sich und ihre Augen wanderten auf den Boden vor ihr, wo sie vorher noch Sortan genau fixiert hatten. Das war eine absurde Vorstellung. Wenn ich also den Wind auf meiner Haut spüre, ist der Wind mein Feind? Wenn ich deine Finger auf meiner Haut spüre, sind sie also mein Feind? Kurz war sie davor, Sortan diese komische Gegenfrage zu stellen, aber wieder verstummte sie nur. Vielleicht haben seine Worte einen tieferen Sinn, die sie sich jetzt merken musste, um sie später zu verstehen. Eona kam sich vor wie ein kleines Kind, das man sagte: Dafür bist du noch zu klein. Ich werde es dir erklären, wenn du groß bist. Aber in gewisser Weise war das ja auch richtig. Die Sklavin wird wohl an ihren nächsten Taten wachsen oder zerbrechen, so wie es das Schicksal will.

Sechste Lektion. Dunkelheit und Stille sind deine besten Freunde und deine schlimmsten Feinde. Nutze sie, aber zerstöre sie nicht.
Eonas wache Augen streiften über Sortans Beine, den durch Kleidung verschleierten Oberkörper, seinen starken Hals zu seinem Gesicht, dass in dem Licht alt wirkte. Zu alt für seine jungen Jahre. Er erzählte diese Dinge, als würde er sie jeden Abend vor dem Schlafen gehen auswendig runter leiern und sprach diese Sätze doch mit solch einer bewussten Stärke, als hätten ihn diese Lektionen nie im Stich gelassen. Und so sah es auch die Sklavin. Sich mit der Stille und den Schatten zu verschmelzen war für die junge Frau nicht mehr schwer. Sogar wenn sie einen freien Nachmittag hatte und mit verdecktem Haar auf den Straßen herumspazierte, hielt sich die Sklavin im Hintergrund und nutzte die Schatten der Häuser, um von einem Ort zum anderen zu kommen. Die Stille war ihr ständiger Begleiter in all den Jahren gewesen. Nur wenige Menschen können die facettenreichen Töne und Oktaven der Stille verstehen oder sogar hören. Eona hörte ihnen gerne zu und wickelte sich gern darin ein, um etwas Ruhe zu finden. Nur wenn man für einen Moment nicht aufpasst und auf eine lose Holzdiele trittst, zerstörst du die Stille und somit das Versteck in der Dunkelheit. Die Sklavin nickte wieder, als würde sie sich an etwas erinnern.

Die nächsten Sätze, die von Sortans Lippen tropften, wurden von Eona aufgefangen und genau analysiert. Als er fertig war, kam Eonas alter Freund, das Schweigen und nur noch der Atem zweier Lebewesen beherrschte den Raum. Sofort begannen die verschiedensten Möglichkeiten, Herangehensweisen und Schlupfwinkel durch den regen Geist der Sklavin zu huschen. Wie Raubfische durchschwammen sie ihr Revier, auf der Suche nach der stillsten und doch tödlichsten Jagd.
Die Worte Sortans begannen sich in Bilder umzuwandeln und Eona stellte sich diesen Geschäftsmann vor, der sich entweder mit korrupten Menschen, Geld oder Einfühlungsvermögen bis an die Spitze getrieben hatte und nun ein Leben in Saus und Braus lebte. Seine Frau und das Kind waren das größte Problem für Eona. Kinder war eine Schublade, die Eona nicht öffnen wollte, denn der Inhalt würde sie zerstückeln und metertief im Boden vergraben. Wenn sie einem Kind ins Gesicht sah, konnte sie Naivität erkennen und Gedanken, Wünsche, Träume, die noch von keinem Menschen je angefasst oder verdreht wurden. Kinder waren etwas Reines und unantastbar. Kinder waren reines Glück. Bei diesem Gedanken ließ Eona den Kopf auf ihre Brust sinken und für einen Moment schloss sie die Augen. "Ich möchte dir eines sagen, Sortan. Verlange bitte nicht von mir ein Kind zu töten." Die Stimme der Sklavin war leise, vorsichtig, als wolle sie den Assassinen damit nicht kränken. Aber eigentlich wollte sie sich selbst damit nicht verletzen. "Ungern werde ich es dir überlassen, aber ich werde es tun, da auch ein Kind ein Zeuge ist." Nun hob sie wieder den Kopf und sah Sortan entschlossen in die Augen. "Doch verlang von einer Frau nicht, ein Kind zu töten. Nenn mich schwach oder das ich nicht brauchbar wäre. Kinder sind für mich jedoch tabu. Respektiere das." Damit war für sie diese Diskussion beendet, die eigentlich keine war. Doch weitere Widerworte, würde sie nicht akzeptieren oder in den Wind schlagen. Das war ihr letztes Wort.
Nun begann sie über den weiteren Verlauf des Geschehens in ihrem Kopf nachzudenken. "Die Informationen sind zu wenig...", murmelte die junge Frau und ihre Augen huschten durch den Raum, als sie weiter ihre Gedanken streifen ließ. "Es ist sehr riskant." Die grünen Augen verengten sich zu Schlitzen und blieben in der Ferne an einem Detail hängen. "An dem Abend, an dem er in ein Wirtshaus geht, würde ich ihm folgen und einen Tag abpassen, an dem er betrunken nach Hause geht. Das dürfte bei solchen reichen Leuten nicht sehr schwierig sein." Das war die erste Lösung, die ihr wohl am liebsten wäre. Eigentlich war Eona nur dafür ausgebildet worden Botschaften sicher zu überbringen oder sie zu beschaffen und ihrem Herrn zu geben. Manchmal hatte das drastische Maßnahmen beinhaltet, in denen sie - meistens Männer - töten musste, da sie entweder nicht mehr brauchbar waren, oder einfach nur zu viel oder zu wenig geplaudert hatten. Eona grübelte weiter. "Sonst bestünde die Möglichkeit in sein Haus einzubrechen und das Abendessen zu stören, wofür ich aber dich bräuchte, da ich nicht weiß, ob er noch Leibwächter oder einige Wachen in seinem Anwesen angestellt hat."

Die Sklavin würde diesem Auftrag lieber näher auf den Grund gehen. Mehr Informationen, mehr Fakten..... mehr Gründe. Wenn ihr jemand sagen würde: Töte diesen Mann - würde sie zögern und die Stirn runzeln. Wieso? Was hat er angestellt? Die Sklavin hatte noch zu viel Moral in ihren Knochen und in irgendeiner Weise war das auch gut so. Vielleicht konnte sie daher noch Richtig von Falsch unterscheiden. Mit einem Seufzen löste sie diesen Gedanken von sich und vergrub ihn in ihrem Unterbewusstsein. Nun konzentrierte sie sich wieder auf ihren Herrn vor ihr.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Sortan » Mi, 11. Apr 2012 10:08

Es war durchaus interessant ihre Reaktionen auf die verschiedenen Lektionen zu sehen, denn den wachsamen Augen des Assassinen entging fast nichts. Er bewegte sich etwas und das Holzgestell des Bettes knirschte leise vor sich hin. Ehrlich gesagt hatte er mit Fragen gerechnet und er war sich auch nicht ganz sicher ob Eona alles sinngemäß verstanden hatte, so wie er es gemeint hatte. Er verzog das Gesicht bei ihren ersten Worten und runzelte die Stirn. Warum gerade Kinder? Es war ihm nicht egal, Kinder waren noch unbefleckt. Es war unsicher ob sie gutes oder schlechtes tun würden. Jeder andere hatte seine Wahl bereits getroffen und würde dafür die Konsequenzen tragen. Egal ob die Menschen gut oder böse waren, oder aber von der Natur eines unbeschriebenen Blattes. Die Raquiiah führte ihre Aufträge aus und das gewissenhaft. Er fragte sich ob sie schonmal ein Kind töten musste, oder aber gar eins hatte... Die Falte auf seiner Stirn zogen sich etwas tiefer, mit Sicherheit hatte sie einen Bastard von irgendeinem ihrer Herren. Aber die Sklavinnen durften die Kinder nicht behalten, meistens jedenfalls. Er schüttelte den Gedanken ab und erwiderte ihren entschlossenen Blick, "Ich werde von dir verlangen was das Schicksal von uns verlangt und was notwendig ist um zu überleben." Die Pause dauerte nur kurz, um die Worte etwas wirken zu lassen, "Aber ich werde versuchen deinem Wunsch zu entsprechen." Man wusste nie was kommen würde und dies war wohl ein gutes Zugeständniss dafür. Eigentlich war es ihm egal wer sein Leben geben musste, ob Mann, Frau oder Kind, er würde es erledigen. So wie er es immer getan hatte und es auch immer tun würde.

Er vertrieb dieses Thema zurück in die Dunkelheit und hob eine Augenbraue. Das Murmeln war an ihm vorbeigegangen, als er in Gedanken gewesen war. Dennoch waren ihre beiden Lösungsansätze gar nicht mal so verkehrt. Er überlegte einen Moment und spielte die verschiedenen Ansätze auf die Risiken durch. Dann schmunzelte er leicht und seine Augen wurden etwas glasig, "In sein Haus einbrechen, würde den unnötigen Tod von Wachen, Frau und Kind hinter sich her ziehen. Wir sind präzise Schatten, keine groben Äxte." Er schüttelte den Kopf, das Ganze war zu viel Arbeit und würde nur auf diese Arbeit erledigt werden, wenn die Familie eine ziemlich wichtige Botschaft senden wollte. So wie er mit Menderea und dessen Bekannten. Sie waren selbst schuld, denn sie wussten mit wem sie sich angelegt hatten, "Nein, nein. Ausserdem wäre das Risiko viel zu hoch das jemand entkommt oder du entdeckt wirst." Er schüttelte erneut den Kopf und kurz blitzte etwas wie Enttäuschung in seinen Augen auf, tatsächlich hatte er mehr erfindungsgeist von Eona erwartet.
Seine Hand strich durch das Haar und über das Gesicht, "Ihm folgen und ihn im betäubten Zustand umbringen... Das klingt dagegen schon besser, aber es gibt viele Möglichkeiten dabei Zeugen aufzuscheuchen. Vielleicht sieht dich nur jemand aus dem Gasthaus, wie du ihm hinterher gehst. Das reicht für eine Verurteilung und den Tod." Seine Hand blieb auf dem Kinn liegen und strich nachdenklich darüber. Die Lösung lag doch eigentlich auf der Hand, aber sie würde es noch verstehen. Sortan setzte sich etwas auf und schwang die Beine wieder aus dem Bett, sodass er ihr gegenüber auf dem Bett saß. Dann faltete er die Hände und stützte sein Kinn auf sie, während die Ellenbogen auf seinen Knien lagen, "Fünfte Lektion. Alles kann tödlich sein, an dir ist es aber, zu entscheiden was für ihn den Tod bringt. Ein Messer im Dunkeln? Gute Idee, aber die Risiken. Ein Schatten ist perfekt, wenn man ihn nicht erkennt, weil er normal ist. Für dich gibt es dort sogar eine Lösung, die mir verwehrt bleiben würde." Er pausierte erneut einige Sekunden, "Das Bier. Gift in seinem Bier, langsam wirkendes das wie eine Krankheit aussieht. Ein paar Tage als Schankmädchen und keiner würde dich verdächtigen. Oder aber in seinem Essen, dann würdest du die Familie aber mit umbringen. So könntest du genau entscheiden welches Bier er bekommt und auf welche Weise er sterben wird." Er ließ das Ganze etwas auf sie wirken und wartete ob Fragen kommen würden.

"Gut für den Anfang, nicht perfekt, aber gut. Nun. Die siebte Lektion ist einfach, Traue niemandem. Nur den Mitgliedern der Familie, ihnen gehört all deine Loyalität und dein Blut. Dem Oberhaupt gehört dein Gehorsam und deine Waffen sollten jederzeit bereit sein für ihn zu töten." Er war zwar eigentlich noch nicht fertig, klappte aber den Mund wieder zu. Eigentlich würde sie das alles noch nicht benötigen, solange sie nicht zu der Familie gehörte, "Aber das führen wir später aus. Ich habe da noch ein anderes Anliegen." Er löste eine Hand und berührte ihren Sklavenring, "Willst du ihn weiterhin tragen? Er ist auffällig und wird dir das Leben als Schatten nicht unbedingt einfacher machen."
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Eona » Mi, 11. Apr 2012 21:35

Die Luft schien geschwängert von Versprechungen, lehrenden Worten und verschiedenen Gedankenströmen, die sich trotz der ungleichen Personen, fast gleich anhörten.
Eona war es egal, ob Sortan das Gesicht verzog, die Stirn runzelte oder sich einmal um die eigene Achse drehen würde: Ihr Beschluss stand fest. Kein Kind soll auf den Missionen durch ihre eigene Hand den Tod finden. Aber schlussendlich entsprang aus Sortans Worten doch etwas wie Verständnis oder wenigstens Akzeptanz, und genau das war der Sklavin wichtig. Natürlich, sie gefährdete damit ihr eigenes Leben, wenn sie einem Kleinkind zur Flucht verhelfen oder einfach stehen lassen würde, aber lieber gab sie ihr eigenes erbärmliches Leben für ein noch unbeschriebenes Blatt auf, als in die Augen eines Kindes zu sehen und ihm Lebe Wohl zu vermitteln. Schon der Gedanke daran, wühlte Eonas Magen auf und ihr wurde schlecht. Doch zum Glück konnte sie es vor dem Assassinen verbergen und schluckte die bittere Galle in ihrem Mund wieder nach unten, wo sie hingehörte. Die nächsten Aufträge, die sie mit Sortan bewerkstelligen würde, werden hart werden und sie müsse noch einiges lernen, doch hoffentlich hatte der junge Mann genug Geduld für die Sklavin übrig. Sie war zwar nicht dumm, das sicherlich nicht, doch brauchte sie etwas Zeit, um sich alles gut einprägen zu können. Aber mit der Zeit und der Gewohnheit, würden sich auch solche Handgriffe einprägen.

Seine braune Haut und die schwarze Kleidung ergaben einen krassen Kontrast zu den weißen Bettlaken, die noch zerwühlt und unordentlich auf dem Bett lagen und würde Eona ihr Gesicht in die Kissen und Laken tauchen, würde sie eine feine Note von Schweiß und Sandelholzöl wahrnehmen können, die sie in ihrem unruhigen Schlaf an den Stoff abgegeben hatte. Seine Schilderung von einem "perfektem" Mord ließ sie stutzen und natürlich hatte er Recht. Gift war leise, schleichend und effektiv, vor allem wenn man damit umgehen konnte.
"Du hast Recht", sagte sie, um seine Schilderung zu beantworten. "Gift ist sehr effektiv, aber ich habe die Situation, die du mir gestellt hast, mit meinen derzeitigen Fähigkeiten beantwortet." Sie strich sich über ihren Arm und überflog mit ihrer Handfläche einige silbrig schimmernde Narben, die schon so alt, wie sie selbst waren und nur blasse Erinnerungen hinterließen, die in ihrem Hinterkopf herumwaberten. Würde sie sich darauf konzentrieren, könnte sie wohl genau sagen, wie tief die Wunden waren, durch was - und das wichtigste - von wem sie verursacht worden waren. Doch Eona ließ sich nicht ablenken und warf ihr lachsrotes Haar elegant über die Schulter. Ihre grünen Augen visierten den jungen Mann vor ihr an und sprach mit sanfter Stimme weiter. "Du scheinst viel mit Gift zu arbeiten..." Dabei verengten sich ihre Augen etwas, um darauf hinzuweisen, dass sie das schon am eigenen Leibe erfahren durfte. "..., jedoch hab ich keine Erfahrung damit. Ich kann Heilsalben herstellen, Wunden vernähen und weiß auch welche Pflanzen aus den Nordreichen giftig oder essbar sind. Aber mit giftigen Substanzen habe ich noch nie gearbeitet und kenne auch die Gewächse in der Wüste eher schlecht aus recht." Das war keine Aussage, für die sie sich schämte. Wann hätte sie ihr Wissen auch ausweiten sollen? Manchmal hatte sie auf den Märkten Naradeshs Personen oder Händler getroffen, mit denen sie sich über die Wirkung von verschiendenen Pflanzen unterhielt und dabei etwas Wissen ernten konnte, doch das war auch schon alles gewesen. Unter Sahabis Hand durfte sie die Stadt nicht verlassen. Aber wenn...

"Aber wenn du bereit wärest mir etwas über Gift und deren Herstellung zu erklären oder zu zeigen, könnte ich auch das lernen. Das wäre nicht das Problem. Ich bin bereit meine Fähigkeiten auszuweiten." Eona fuhr sich durch das Haar und schloss kurz die Augen. Das könnte noch anstrengender werden, als gedacht, aber nie war etwas einfach für die Sklavin gewesen. Die siebte Lektion war auch sehr einleuchtend, als Sortan sie erwähnte. Vertrauen war schon etwas, dass Eona seit Jahren nicht erfahren durfte und würde auch in Zukunft nicht in ihrem Wortschatz bestehen. Loyalität zu der Familie oder Sortan war einigermaßen machbar, wenn auch schwierig.
Ihre Augen öffneten sich wieder und sofort schoss ein elektrisierender Stoß durch ihre Adern, als Sortan ihren Sklavenring berührte. Obwohl kein Stück Haut die ihre berührte, ging ihr dieses Schaudern unter jeden Zentimeter ihrer Haut und das Bedürfnis, sich dem Assassinen zu nähern wurde nur mit Anstrengung unterdrückt. Kurz holte sie Luft und seufzte dann tief, bevor sie antwortete.
"Du wirst es mir vielleicht nicht glauben, aber es ist schwer sich von ihm zu trennen." Sanft legte sie die Hand um sein Handgelenk und veranlasste somit, dass er den Ring losließ. Diese Erregung war ja kaum auszuhalten und in welchen simplen Bewegungen Sortan sie in ihr auslösen konnte, war banal. "Er ist eine materielle Erinnerung und somit die einzige die ich noch besitze. Aber wenn es dich oder mich gefährden wird, werde ich ihn natürlich abnehmen."
Kurz leckte sie sich über ihre roten Lippen, um diese zu befeuchten. Auch ihre Kehle war von dem vielen Gerede und den wirren Gedankenströmen trocken. Die Sklavin wollte sich am liebsten wieder zusammenrollen und sich in die warmen Bettlaken einwickeln. Doch sie blieb wo sie war und würde Sortan weiterhin zuhören, wenn er noch etwas zu sagen hatte.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Sortan » Mi, 11. Apr 2012 22:09

Er nickte lächelnd, "Das mag richtig sein. Aber du hast mich auch für die Leibwächter eingeplant, wieso also nicht mein Gift?" Er runzelte kurz die Stirn, das war eigentlich auch nur Haarspalterei und so genau wollte er nicht darauf eingehen. Sein Blick folgte kurz ihrem wehenden Haar und er war erneut überrascht wie sich die Sklavin bewegen konnte und vor allem was sie damit in ihm auszulösen vermochte. Die Gedanken wurden wieder von sich geschoben und er schmunzelte bei ihrer sanften Stimme und ihrem Blick. Er wusste ziemlich genau worauf sie anspielte, "Natürlich tue ich das. Gift ist lautlos, leise und oftmals tödlicher als Metall. Es ist außerdem... einfacher zu handhaben und vorteilhaft in bestimmten Situationen. Wie du sicher weißt..." Er grinste etwas breiter, die Anspielung hatte er nun extra gemacht. Normalerweise würde er schon gar nicht mehr mit ihr reden, wenn einmal sein Gift gekostet hatte. Doch sie hatte es nun schon zweimal und war immer noch am Leben. Seltsam wie die Ironie manchmal spielte, "Gift ist einfacher als Heilung. Oftmals sind die Heilkräuter in sehr kleinen Mengen nützlich... In größeren dagegen sind sie oftmals tödlich. Die Herstellung ist wohl der schwierigste Teil... Der Umgang ist wesentlich einfacher und auch die Besorgung der Zutaten."
Er lächelte noch immer ehrlich und sein Blick folgte kurz einer einzelnen Strähne ihres Haars über ihren Körper, "Es liegt ganz bei dir was du lernen willst. Manche töten offen, oder verborgen, und vertrauen nur ihrem Stahl. Andere nutzen fast ausschließlich Gifte und ähnliche Dinge und zum Schluss gibt es sogar noch einige die mithilfe der Magie töten. Allerdings wirst du so etwas nicht bei mir lernen können." Er spürte ihren sanften Griff um sein Handgelenk und lies sie von ihr zurückziehen, "Wie gesagt... Leg fest was du als erstes lernen willst und ich bringe es dir bei." Er strich sich über die Hände und überlegte einen Moment, "Von mir aus behalte ihn... wir werden in nächster Zeit sowieso keine richtigen Aufträge ausführen. Es ist zu unruhig und ausserdem wirst du gesucht." Die Tatsache das sie beide verletzt waren, ließ er natürlich außen vor. Es geziemte sich nun einmal nicht Schwäche zu zeigen und vor allem nicht vor der Sklavin. Sie würde noch viel lernen müssen, ehe sie einen anderen Raquiiah treffen würde. Vor allem die Grundsätze der Familie waren wichtig. Er räusperte sich leise und runzelte erneut die Stirn, während er nachdachte. Eigentlich war das soweit alles an Grundregeln was sie wissen musste. Aber eine Frage hatte er noch, "Du beherrscht das Reiten nicht, auch das wirst du lernen müssen. Wie sieht es mit Schwimmen aus, oder Klettern? Kannst du notfalls über die Dächer der Stadt entkommen?"

Sein Blick ruhte eine Weile auf ihr, wie sie dort vor ihm saß und seinen Worten gelauscht hatte. Es war etwas ungewohnt so viel Aufmerksamkeit zu haben, deshalb genoss er kurz die Stille und das Schweigen. Dann beugte er sich etwas vorne über und ging leicht in die Hocke, bis sein Gesicht auf derselben Höhe war wie ihres. Es lag ein süffisantes Lächeln auf seinem Mund, während er ihre Augen betrachtete und den Geruch nach Sandelholz, vermischt mit ihrem eigenen Körpergeruch, in sich aufzog. Er kam noch etwas näher und legte ihr eine Hand in den Nacken, ehe er einen etwas längeren Kuss von ihr forderte. Es kam ihm trotzdem zu kurz vor, aber man sollte es nicht übertreiben. Sonst würde sie noch denken er bräuchte sie oder wäre abhängig von ihr. Sortan behielt sich das Grinsen vor, "Nun... Wenn du mittlerweile in Stimmung bist..." Er ließ den Satz offen und stellte sich gerade vor das Bett. Seine Schultern gingen etwas zurück, als er sich streckte und es knackte leise in seinem Brustbein, "Ansonsten kannst du etwas essen gehen, ich denke wir sind fürs erste fertig."
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Eona » Mi, 11. Apr 2012 23:16

"Ich muss dich enttäuschen. Schwimmen und Klettern zählen nicht zu meinen Fähigkeiten", antwortete sie ihm und dachte dabei an ihren Gang zu Mendereas Anwesen. "Ich habe viel Ausdauer, was wohl daran liegt, dass ich einige Jahre mit Tanz und Flucht verbracht habe." Sie waren beide im Schatten verschwunden, hatten lautlos das Haus betreten und alle Anwesenden in einem Zug getötet, ohne auch nur das leiseste Geräusch von sich gegeben. Jedoch stellte Eona fest, dass sie wirklich kaum Fähigkeiten besaß, um einen guten Auftragsmörder abzugeben. Bei Sortans fiktive Situation war sie ja durchgerasselt, wenn auch die Ansätze gut waren; aber nicht gut genug.
Nun, für André und sich selbst waren ihre Fähigkeiten immer gut genug gewesen, obwohl sie diese Botengänge eigentlich nur nebenbei gemacht hatte. Das was sie konnte und sich in den Jahren in schwerster Arbeit und vielen Misserfolgen angeeignet hatte, war Nichts im Gegensatz zu Sortans Potenzial. Doch sie musste auch in Betracht ziehen, dass er das schon länger als sie selbst machte. Nun wendete sie ihre Aufmerksamkeit zu Sortans Frage, was sie denn überhaupt könne. Erst klang es abwertend in ihren Ohren, und sie wollte etwas schroffes darauf erwiedern, doch eigentlich war es nur eine simple Frage, um sie richtig einschätzen zu können.
Schwimmen? Nein. In der Wüste um Naradesh schon gar nicht, wobei schwimmen zu können in der "Stadt der Wasser" wäre schon von Vorteil. Doch in den Nordreichen, als sie noch mit den Zigeunern auf Reisen war, hatte Zerx mehrere Male versucht ihr einige Schwimmzüge beizubringen. Das hat schon gut geklappt, nur hatte ihnen die Zeit gefehlt. Die Ansätze waren also da, nur müssten sie ausgeweitet werden. Jedenfalls wäre das Reiten auf einem Pferd wohl auch weniger das Problem. Einige Dinge wusste sie schon. Sie konnte ein Pferd aufsatteln und aufzäumen, es versorgen und mit den Tieren umgehen. Sich im Sattel zu halten war dagegen eine andere Sache, aber die Balance dafür lag Eona im Blut.
Klettern stellte keine Schwierigkeit für die ehemalige Zigeunerin dar, da sie auch den Tanz auf dem Seil üben musste und somit die Vorraussetzung hatte, keine Höhenangst oder fehlende Balance zu haben. Für einen kurzen Moment hörte sie entfernte Musik. Trommeln und Schellen, die gegen geschickte und rhytmische Hände rasselten und somit einen Takt ergaben, der für ihren Tanz perfekt war. Heißes Feuer schoss vor ihr in den Himmel wie ein Phönix, der aus der Asche wiedergeboren wurde und zum Firmament hinauf segelte. Die Hitze, das Feuer, der Schweiß und der Rhytmus, der ihren Tanz begleitete waren eine so helle Erinnerung, dass das Bild für einen kurzen Moment klare Umrisse annahm, doch schon im gleichen Augenblick wieder verschwamm und sich zurückzog. Eona wurde durch einen Tunnel gesaugt und in die Realität ausgespuckt.
Verwirrt blinzelte die Sklavin, als Sortan aufgestanden war und sich zu ihr hinunterbeugte. Erst wollte sie etwas sagen, doch die Hand in ihrem Nacken und das plötzliche Gefühl, ihrem neuen Herrn völlig ergeben zu sein, tat dies einem jähen Abbruch.

Der Kuss lag zu lang auf ihrem Mund und seine Lippen waren genau um einen Grad zu heiß. Sie wollte nach seinem Gewand greifen, ihn aufs Bett ziehen, und dabei genüsslich seufzen, wenn sein Gewicht auf ihren Körper drückte. Etwas glühendes rann ihre Haut hinab und biss sich teuflisch in ihre Lenden und ein Ruck ging durch die Sklavin, doch da hatte Sortan sich schon wieder von ihr gelöst und Eona konnte ein Keuchen nicht unterdrücken. Verdammt, ich kann mich kaum beherrschen. Wieder fuhr sie sich durch das rote Meer aus Haaren und tat es dem Assassinen gleich. Sie stand auf und streckte sich ein wenig, wobei sie das langsam und ausgiebig tat - wohl mehr aus Absicht, als aus Gemütlichkeit. "Du musst mir wohl noch einiges beibringen, Herr. Und vielleicht sollten wir mit dem Kampf beginnen", hauchte sie mit einem spitzbübischen Lächeln und trat an den Assassinen heran, um ihren Körper an den seinen zu pressen. Eona legte ihren Kopf zurück, um ihm in die Augen sehen zu können und grinste dabei unverfrohren weiter. "Aber wenn du nichts dagegen hast, werde ich erst einmal etwas essen." Ihr Zeigefinger strich von seinen Kiefernmuskeln, über den starken Hals und den dünnen Stoff auf seiner Brust, der zu dünn war, um die Hitze der Sklavin davon abzuhalten, den Assassinen zu berühren und in ihn einzutauchen.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Sortan » Mi, 11. Apr 2012 23:51

Natürlich hatte er damit gerechnet das sie all das nicht beherrschen würde. So war es auch keine Überraschung für ihn, aber es war auch nicht schlimm. Sie hatte Potential für all das und vor allem den Willen es zu lernen. Zumindestens erschien sie ihm so. Reiten wäre das geringste Problem und das könnten sie als letztes angehen. Schwimmen war auch eher nur in Naradesh von Nutzen und das wichtigste war somit das Klettern. Es erschien ihm persönlich am dringensten, dass sie das lernte, denn es würde ihr bei der Flucht helfen. Nun, dafür war aber momentan zu viel los. Er konnte ihr beibringen wie man Gifte mischt und die Kräuter verarbeitet. Wie man tötet und wo man am schnellsten tötet. Dann wäre da noch der Kampf und all die Tricks die es gab. Wahrscheinlich könnte er sie ein gutes Jahr in all diesen Dingen unterweisen, ehe er sie mit auf einen Auftrag nehmen musste. Geld war auch genug da, aber so würde sie nicht das wichtige lernen. Würde nicht wissen was es heißt Leben zu nehmen, im Auftrag der Vorsehung. Wer weiß wie viel Leid sie damit schon anderen Menschen erspart hatten? Es war nicht grausam einen hochnäsigen Kaufmann zu töten, nur um zu leben. Er seufzte leise und schüttelte die Gedanken von sich ab. Das war Vergangenheit und Zukunft, aber nicht die Gegenwart.

Sein Blick war wohl eindeutig und ausschweifend, als er sie beim Strecken musterte. Er schmunzelte noch immer vor sich hin und war sich fast sicher das sie nun etwas essen gehen würde. Er hustete kurz und versuchte sich nichts von der Erregung oder der Aufregung in ihrer Nähe anmerken zu lassen. Das gelang ihm auch ganz gut, schließlich war es sein Beruf, "Das werde ich wohl müssen... Der Kampf? Hört sich für mich nach einer guten Idee an." Er stockte nach dem ersten Satz kurz, nur sehr kurz aber doch deutlich bemerkbar. Ihr lächeln war wie das eines kleinen Kindes, das einem gerade die Geldbörse geklaut hatte. Ihr Körper fühlte sich heiß an auf seinem und als sie den Kopf reckte um ihm in die Augen schauen zu können, lief ihm ein Schauer über den Rücken. Sein Blick hing in ihren Augen fest und sein schmunzeln war ein wenig gefroren. Er spürte ihren Finger auf seinem Körper und wollte gerade etwas sagen, doch sie irritierte ihn noch immer ein wenig. Sortan spürte ihre Hitze und ihren Körper fast überall auf seinem und genoss jede Sekunde dieser Berührungen. Er schluckte kaum merklich und drehte sich mit der Sklavin um, sodass sie mit dem Rücken zum Bett stand. Seine Hände legten sich auf ihre Hüften und er schob kurz die Unterlippe vor, "Ich fürchte ich habe da einen Einwand..."

[18]Er beugte sich erneut vor und küsste Eona am Hals. Dieses mal würde er sich nicht so leicht abwimmeln lassen. Sie hatte genug mit ihm gespielt, nun würde er sich nehmen was er von ihr wollte und brauchte. Sein Becken schob sich nach vorne und drückte mit sachter Gewalt gegen ihres, bis sie am Bettrand standen und ihre Knie einknickten. Er ließ sich mit ihr fallen und spürte ihre Rundungen und ihren Körper unter dem seinen. Kurz war er versucht sie für ihn tanzen zu lassen, aber er machte sich nichts aus solchen Dingen. Auch wenn er es für interessant befand sie dabei zu beobachten. Sie war mit Sicherheit gut darin... Er wischte die Gedanken mit einem Wimpernschlag weg und konzentrierte sich auf das hier und Jetzt. Seine Finger schoben sich sacht zwischen ihren Körpern hin und her, zogen ihr dabei das Unterhemd aus und wagten sich danach an ihre Unterwäsche. Es war zwar schon fast Routine für ihn eine Frau auszuziehen, aber dennoch war er ein wenig aufgeregt. Er wusste ja selbst nicht einmal warum diese Frau ihn so sehr anzog. Er drückte sein Becken wieder etwas härter gegen ihres, als er den Oberkörper aufrichtete um das schwarze Hemd auszuziehen. Seine Hände fuhren über ihren Körper, aber sein Blick lag ruhig auf ihrem Gesicht. Er hatte gemeint sich einige Dinge eingebildet zu haben und wollte nun ihre Reaktion auf ihn sehen. Wollte wissen ob es ihr gefiel, oder nicht.[/18]
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Eona » Do, 12. Apr 2012 20:11

Die Hitze der Sonne war eine andere als die Hitze eines Feuers.
Die Wärme einer Decke war eine andere als die Wärme eines Mannes.

Sie war intensiver, allgegenwärtig und kaum mit den Worten zu beschreiben, die ein Mensch alltäglich in den Mund nahm. Diese Wärme, die sich bald in eine inbrünstige Hitze ausdehnen würde, legte sich um ihren Körper, erzeugte einen sanften Druck, drang dabei wie ein Lauffeuer unter ihre Haut und klammerte sich so penetrant an ihr Herz, dass sogar ihr Blut diese Glut annahm. Wie ein eigenes Feuer zischte es durch ihre Venen bis hin zu ihrem Kopf, der drohte unter dieser Intensivität zu platzen. Schweißperlen bildeten sich auf ihrer Haut, liefen daran hinunter wie glühende Funken und Eona würde es nicht wundern, wenn ihr Körper bald von diesen Spuren Narben davontragen würde.
Seine Finger hatten eine ganz eigene Art sie zu berühren und ihre sterbliche Hülle dabei zu erforschen. Die Fingerspitzen waren sanftmütig und doch harsch, als wolle er ihr zeigen, dass er keine Schwäche besaß und sich der Sklavin nur hingab, weil seine Bedürfnisse es so wollten. Aber gleichzeitig wollte Sortan ihre Haut um keinen Preis verletzen oder sie gar zerbrechen. Er wechselte seine Seiten von dem kaltblütigen Assassinen und einem gutmütigen Liebhaber so schnell, dass die junge Frau bald nicht mehr zwischen den beiden Personen, die sich unter dieser steinharten Hülle verbargen, zu unterscheiden wusste.

Aber eines wusste Eona: Sie wollte ihn. Jetzt.

[18]Eonas Muskeln begannen vor Erregung zu zittern und schon, als Sortans Lippen ihren Hals berührt hatten, konnte sie dieses Schaudern nicht mehr kontrollieren. Sie wollte sich ihm hingeben, sich mit ihm verschmelzen und ihre Schenkel um sein Becken legen, damit er weiter zustoßen konnte, ohne mit der Kraft, die sich hinter seinen Lenden verbarg, aufzuhören. Ihre Hände streckten sich nach seinem Körper aus, wie ein kleines Kind, dass seine Puppe wieder haben wollte. Der Atem der Sklavin ging keuchend und manchmal hielt sie die Luft an, weil ein solch starkes Zittern durch ihren Körper fuhr, dass sie Angst hatte, sie könnte sich auf die Zunge beißen oder an ihrem eigenen heißen Atem ersticken. Kurz und ruckartig bog sie den Rücken durch, rückte dabei ihr Becken gegen seines und legte den Kopf in den Nacken, denn die Erregung und das Bedürfnis nach den Assassinen waren so einschneidend und schienen ihren Körper völlig zu kontrollieren, auch wenn sich ihr Verstand, der vollkommen in den Hintergrund gerückt wurde, gegen diese demütige Geste der Wollust wehrte.[/18]
Unkraut vergeht nicht.

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