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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Verfasst: Do, 12. Apr 2012 20:31
von Sortan
[18]Er spürte ihren Körper auf seinem, spürte ihre nackte Haut auf seiner und es war als ob er in ein warmes Feuer tauchen würde. Ihr Haut glänze bereits ein wenig und er spürte wie sie unter ihm kurz erzitterte. Sein Oberkörper richtete sich wieder auf und er zog sich etwas zurück, soweit es ihre Schenkel zuließen. Sein Blick hing abermals in ihren Augen fest und er seufzte wohlig. Er spürte das sie ihn wollte und genoss es die Erregung noch ein wenig aufzubauen. Er schauderte kurz, als er sich wieder auf sie sinken ließ und ihren Körper unter dem seinen spürte. Warmer Atem hauchte ihm ins Gesicht und setzte manchmal aus. Sortan näherte sich ihr wieder, langsam und vorsichtig wie bei einem Feuer. Als er dann jedoch wieder den Geschmack ihrer Lippen auf den seinen hatte, wurde er unbändiger und zwingender. Wenn er einen Gott hätte, würde er ihm wohl für diesen Moment und diese Frau danken. Leider war er jedoch nicht derart gläubig und sah es als sein Schicksal und sein Recht an, dies zu tun und Eona gewissermaßen zu besitzen. Er spürte ihr weiches Becken auf seinem und ihre Waden drückten verlangend auf seinem Rücken. Er ließ den Kuss etwas andauern, während seine Hände über ihre Seite strichen und eine hinunter. Dann lösten sich seine Lippen von ihren und freudig hauchte er ihr einen Atemzug ins Gesicht, als er langsam in sie eindrang und sie in Besitz nahm. Er ließ sich erneut etwas Zeit und seine Hände strichen wieder über ihren Körper zu ihrem Gesicht, wo sie sich dann von der heißen Haut lösten.

Ihm hing der markante Geruch des Sandelholzes noch immer in der Nase, mittlerweile allerdings vermischt durch seinen eigenen. Sortan seufzte zufrieden und seine Hände krallten sich in das Laken des Bettes, ehe er seinen Oberkörper wieder aufrichtete. Das Ganze tat der Wundheilung mit Sicherheit nicht gut, aber es tat ihm gut. Dumpf pochte die Wunde an seiner Schulter im Takt seines Herzens. Doch er ignorierte es, bemerkte es fast nicht, denn sein Geist war in ein grelles Feuerbad der Erregung getaucht. Durch die langsamen, aber stetigen, vor und zurück Bewegungen seines Beckens, wurde dieses Feuer nur noch mehr angefacht und alles andere rückte langsam in weite Ferne. Die Sorgen die er hatte, der Verrat von Eona, seine Wunden oder gar ihre... All das war wie weggeblasen, denn es gab nun nur noch sie beide und die in der Luft knisternde Erregung. Langsam, aber stetig wurden seine Bewegungen schneller. Er wollte sich Zeit lassen, es dieses mal mehr auskosten, doch das kostete ihn viel Anstrengung.[/18]

Re: Eine persönliche Angelegenheit

Verfasst: Di, 17. Apr 2012 14:43
von Eona
Eona war immer ein zurückhaltender Geist gewesen. Ihre Stimme erhob sich erst, wenn sie es für nötig hielt und ihre Emotionen hielt sie, wie einen großen Schatz, unter Verschluss. Sogar beim Liebesakt hielt sie es nicht für nötig, die Gitterstäbe ihres sicheren Käfigs zu sprengen und ihren Gefühlen freien Lauf zu laufen. Die Bewegungen ihres Körpers schienen wie einstudiert und kontrolliert, da sie so zugeschnitten waren, dass es dem Mann gefiel, aber nicht ihr.

[18]Sortan hatte einen Punkt berührt und war mit seinem Körper so tief in den ihren eingedrungen, dass plötzlich die Welt Kopf stand. Es schien, als würde ihre Haut vibrieren unter den blauen Flammen seines Geistes, die die dunkelsten Ecken ihres Seins hell erleuchteten. Ein wohliger Schrei entrang der Kehle der Sklavin und mit ungeheuerer Kraft krallte sie sich in den Nacken ihres Liebhabers. Etwas hatte die Käfigtür weit aufgestoßen und ließ auf einmal die ganze Welt hinein, die schon so lange vor ihr verschlossen geblieben war. Die Brust der jungen Frau hob und senkte sich zitternd, die grünen Augen waren weit aufgerissen und sie schmeckte den kupfernen Geschmack des Blutes in ihrem Mund, da sie sich letzendlich doch auf die Zunge gebissen hatte.
Die Welt nahm andere Konturen an und waren auf einmal schärfer als die Wirklichkeit. Sortans Bewegungen waren drängend, kraftvoll und schickten elektrisierende Wellen in Form von heißem Feuer durch ihren zerbrechlichen Körper, der sich den unkontrollierbaren Bewegungen der Erregung vollkommen hingab. Es war anders. Dieser Akt war so grundverschieden zu den etlich anderen, die sie je hatte. Die Luft schien anders zu riechen und schien gegen die empfindlichen Stellen ihres Körpers zu drücken. Das Gefühl war viel zu intensiv, als dass die menschliche Hülle Eonas es ertragen könnte und sie hatte Angst daran zu zerbrechen. Sogar das Keuchen und Stöhnen ihrer Stimme hatte einen anderen Klang angenommen. Diese Geräusche waren immer zurückhaltend gewesen, gespielt und nie lauter als die des Mannes gewesen.
Eonas Maske glitt von ihrem ruhelosen Leib hinunter, löste sich in der stickigen Luft auf, die stark nach schwitzenden Leibern roch, die sich aneinander pressten, um dem Höhepunkt entgegen zu fiebern. Wieder ging ein Ruck durch den schönen Körper der Sklavin und sie bewegte ihr Becken fordernd im Takt der Wellen, die ihr von Sortans Bewegungen entgegenströmten. Das flachsrote Haar klebte ihr im Gesicht, an den Schultern und an den Brüsten, doch Eona störte sich nicht daran, denn jegliche Empfindung war nach unten gekrochen, um sich zwischen ihren Beinen zu konzentrieren. Die Sklavin versuchte die Explosion zurückzuhalten, die sich dort unten bildete, denn es sollte noch nicht vorbei sein. Die Käfigtür war offen, ihr zerstörter Geist streckte seine langen Finger dem Ausgang entgegen und breitete plötzlich seine mächtigen Schwingen aus. Ein zwei kräftige Flügelschläge reichten aus, der Freiheit entgegen zu fliegen. Sortans Bewegungen verlangsamten sich für einen kurzen Moment, doch das ließ der Körper Eonas nicht zu. Der junge Leib presste sich beinah verzweifelt gegen den des Assassinen und ihr Becken bewegte sich unaufhörlich weiter, in der Hoffnung, dass endlich der ersehnte Moment herbeikäme. Sie vergrub ihr Gesicht an Sortans Hals, sog seinen Moschusgeruch tief in sich ein und spürte den starken Körper an den ihren. Die Muskeln, die Sehnen und sein Herz, dass gegen seine Brust hämmerte, schmiegte sich an den verschwitzten Leib der Sklavin.
Die Explosion kam schnell und ohne Vorwarnung. Eona konnte nicht anders als ihre Fingernägel tief in das Rückenfleisch des Assassinen zu krallen und ihren Mund gegen seinen Hals zu pressen, um den Schrei zu ersticken, der die ganze Zeit in ihrer Kehle nur darauf gewartet hatte, endlich aus ihrem Mund zu flüchten. Nochmal erbebte ihr Körper kurz, doch sie hielt weiterhin Sortan fest, als wolle sie ihm damit zeigen, dass er ihre dicke Mauer durchstoßen hatte und nur für einen einschneidenen Moment ihr wahres Gesicht gesehen hatte.[/18]

Re: Eine persönliche Angelegenheit

Verfasst: Di, 17. Apr 2012 21:05
von Sortan
[18]Das Training und die jahrelange Übung, ließ ihn auf alles achten und zwar jederzeit. Manches entging ihm, aber er bemerkte ihre Veränderung, bemerkte das sie fordernder wurde und anders. Er lächelte kurz und kam ihren Forderungen nach. Sie war wie ausgewechselt, wie eine andere Frau. Die Gedanken waren schwer zu greifen für ihn, während er sich weiter bewegte und ihr Gesicht an seinem Hals spürte. Genauso spürte er den Schweißfilm auf ihrer Haut und die verklebten Haare zwischen ihnen, es fiel ihm immer schwerer sich zurück zu halten und das ganze noch weiter hinaus zu zögern. Kurz blitzte erneut ein Gedanke in ihm auf, das es anders war als sonst. Das sie anders war als sonst und auch er selbst. Er wusste nicht recht was er damit anfangen sollte, was er für sie empfand oder warum sie sich ihm so hingab. Trotz allem gefiel es ihm aber, er mochte ihre Nähe und genoss jede Sekunde und jeden weiteren Stoß, der sein Blut mehr in Wallung brachte. Er keuchte und stöhnte auf das Laken, während sein Herz fast aus der Brust springen wollte, denn der Moment kam immer näher. Die seelige Erlösung, und damit das Ende dieses einzigartigen Moments.
Er spürte wie ihre Fingernägel in sein Fleisch drangen, wie die Wunde in seiner Schulter kurz explodierte und ihren heißen Atem auf seinem Hals. Das war schlussendlich zu viel für ihn und er stöhnte laut und erleichtert, ehe er die Anspannung langsam los ließ und sein Körper auf ihren sank. Er fühlte sich gleichermaßen schwach und atemlos, wie stark und neugeboren. Unbewusst passte er seinen Atem an ihren an, spürte ihren Brustkorb unter seinem und das kurze Erbeben ihres Körpers. Noch immer spürte er ihre Berührungen auf seinem Körper und hob den Kopf etwas. Sacht strich er über ihre Wange und sah ihr in die Augen, lächelnd und musternd. Die Gedanken kamen langsam wieder klarer und er fragte sich erneut was ihn so an Eona faszinierte, und auch was sie an ihm fand. Schlussendlich war er für sie doch nur ein grausamer Mörder, oder nicht? Sein Blick suchte einen Moment in ihren Augen nach einer Antwort auf diese Frage, ehe er seinen Mund wieder auf ihren legte und einen kurzen Kuss forderte.

Der Raquiiah wollte es am liebsten wiederholen, wollte weiter auf ihr liegen und sie ansehen, aber seine Schulter schmerzte und brannte wie Feuer. Ausserdem spürte er wie ihm etwas warmes Blut über den Rücken lief, doch das war ihm eher egal. Noch einmal versuchte er ihre Augen zu ergründen und war sich nicht klar, was sich genau an ihr verändert hatte. Er runzelte die Stirn und rollte sich langsam von ihr herunter. Die Arme ausstreckend und dann hinter dem Kopf verschränkt, fragte er sich ob sie ihm wirklich die gesamte Zeit etwas vorgespielt hatte und das nun erst ihr wahres ich war. Er drehte etwas den Kopf zu ihr, zog die noch heiße und geladene Luft ein und schmunzelte etwas belustigt, "So sieht es also aus... wenn du nicht in Stimmung bist, mhm?" Er grinste etwas breiter und seine Augen glitten über ihren Körper, "Wie ist es dann wohl, wenn du... in Stimmung bist?" Noch immer war er etwas ausser Atem, vielleicht auch weil seine Wunden brannten, oder er sich nicht auf seine Atmung konzentrierte. Er genoss es regelrecht nach Luft zu ringen, zu wissen das sie ihm den Atem raubte, und vielleicht zeigte er dadurch sogar mal ein wenig Schwäche. Gefühle, die er so lange verdrängt und vernichtet hatte, weil sie ihn schwach machten. Aber wer konnte sich schon anmaßen in die düsteren Winkel seiner Seele zu blicken, die er nicht einmal selbst betrat?[/18]

Re: Eine persönliche Angelegenheit

Verfasst: Do, 19. Apr 2012 1:00
von Eona
Sortans erhitzter Körper rutschte von dem ihren und hinterließ nichts als Leere. Die Käfigtür, die dem beschwingten Vogel noch vor wenigen Sekunden die Freiheit schenkte, fiel krachend ins Schloss und erstickte die Flamme, die noch vor kurzem so beschwingt aufgelodert hatte.
Der rasselnde Atem der Sklavin beruhigte sich langsam und obwohl der Assassine seine Finger zurückgezogen hatte, verspürte sie immer noch die heißen Spuren, die er mit seinen Fingerkuppen hinterlassen hatte. Die Sklavin bemerkte auch an dem jungen Mann eine Veränderung, doch konnte sie diese nicht wirklich einordnen. Aber auf komische Art und Weise machte es sie glücklich, den kühlen Assassinen so außer Atem und mit glitzernden Augen zu sehen. Hatte sie es etwa geschafft auch in ihn vorzudringen, wie er es bei ihr getan hatte?
Für einen kurzen Moment wollte Eona sich wieder dem wunderschönen Gefühl ergeben, das ihren Geist so eingenommen und beflügelt hatte, doch der Schmerz in ihrer Schulter und dem unangenehmen Ziepen der Narben ließen sie in der Position verharren, in der Sortan sie verlassen hatte. Kurz strich sich die junge Frau über ihren verschwitzten Körper und dann durch die wirren Haare, die sich wie flüssige Glut über die Laken ergossen. Sie fasste sich an die Stirn und fragte sich, was auf einmal mit ihr losgewesen war. So ein Gefühl hatte sie noch nie verspürt und wenn, dann war es nur wirklich nah an der Grenze gewesen. Bei Zerx hatte sie ihre gespielte Maske nicht mal aufgesetzt sondern sich dem wahren Gefühl der Verliebtheit hingegeben. Das war ihr gutes Recht gewesen, denn Eona hatte diesen Mann geliebt und wäre für ihn gestorben.
Doch Sortan war fremd, ein hinterhältiger Assassine, der sie nur zufälligerweise aus der Fassung gebracht hatte. Aber war das wirklich Zufall gewesen? Konnte sie ihn etwa mit... Zerx vergleichen?

In Gedanken versunken überging sie sein spitzfindiges Kommentar und sah ihn nur kurz aus nachdenklichen Augen an, vor denen ein unsichtbarer Vorhang gefallen war, der ihre Maske repräsentierte. Ein leichtes Lächeln malte sich auf ihr Gesicht und doch war es nur gespielt. Es erreichte ihre Augen nicht. "Ich hoffe, du hast dir nicht weh getan", meinte sie spitz und mit geschmeidigen Bewegungen setzte Eona sich rittlings auf den erschöpften Assassinen. Sie warf das flachsrote Haar nach hinten und grinste etwas, als sie jeden Muskel ihres Körpers verspürte und eine ungemeine Zufriedenheit sich in ihrem Leib ausbreitete. So zufrieden war sie lange nicht mehr gewesen. War es vielleicht doch keine schlechte Idee gewesen bei Sortan zu bleiben? Ihr Lächeln erstarb als sie den Raquiiah kühl von oben herab betrachtete und ein jähes Machtgefühl ergriff ihren dösigen Kopf. Die langen Finger der Sklavin legten sich um den starken Hals des Assassinen und drückten kräftig zu. Zwar hatte Eona nie viel Kraft besessen, aber es war etwas symbolisches und langsam beugte sie sich zu Sortan herab, sodass ihre Nasenspitze von der seinen nur wenige Millimeter entfernt war. Unter ihren Fingern spürte sie die kräftigen Halsmuskel und den hervortretenden Adamsapfel des Mannes, der sie vor wenigen Tagen noch umbringen wollte. Eona riss ihre Augen weit auf und stierten in die braune Masse von Sortans Augäpfeln, als wolle sie tief in seinen Geist hinunter blicken.
Sie suchte nach etwas. Nach Wahrheit, Lüge, ihr eigenes Verderben oder einer Zukunft, die zwar schwer werden würde, aber in der sie glücklich sein könnte. "Du hast etwas geschafft, das noch keiner geschafft hat, Sortan. Du durftest einen Blick auf die wahre Eona erhaschen..." Das war nicht gut. Es war etwas Schlechtes. Jahrelang hatte die Sklavin versucht, vor jeglicher Gefühlsregung zu flüchten und diese zu unterdrücken, wenn sie doch einmal zu stark gewesen waren. Ihre kühle Ader behielt sie immer bei, egal in welcher Situation, in der sie allein war. Nur bei ihren Herrn hatte sie eine fröhliche Natur an den Tag gelegt und das wurde ja von ihr verlangt. Auch bei Sortan war das teilweise der Fall gewesen, vor allem bei ihren ersten Liebesakt. Doch nun... war plötzlich diese zweite Haut abgerutscht und der Assassine hatte ihr wahrlich Vergnügen bereitet und sie hätte in diesem Moment alles für ihn getan, würde er nur weiter machen.
Ihr Griff um seinen Hals lockerte sich und der starre Blick erweichte etwas. Die zarte Hand der Sklavin strich über seine Wange und fuhr durch sein weißes Haar, das sie so an André erinnerte und doch anders war, als sie es kannte. "Ich werde dir meine Loyalität entgegenbringen und dir einerseits eine gute Schülerin, wie auch eine gute Sklavin sein, wenn du es denn auch wünschst."

Re: Eine persönliche Angelegenheit

Verfasst: Do, 19. Apr 2012 17:59
von Sortan
"Ich hoffe DU hast dir nicht wehgetan..." erwiderte er schmunzeld und sein Blick wurde wieder trüb und unberechenbar. Es war gut solange es gedauert hatte, aber er musste sein Gesicht wahren und die angeborenen und ihm vorherbestimmten Instinkte griffen schließlich wieder. Es stimmte das sie ihm mehr bedeutete als sonst eine Frau, mehr als jede Hure die er hatte und auch mehr als Ria. Die Frage, die er sich stellte war letztlich nur warum dies der Fall war. Seine Gedanken rankten sich etwas tiefer um die dunkle Gestalt die sein inneres verbarg, er war unfähig zu lieben, ein Mörder der Spaß am Schmerz anderer hatte und nichts von dem bereute was er getan hatte. Blut war geflossen, seins und das was er gefordert hatte. Literweise, sogar die Stadt der Wasser kam nicht an diese Menge heran. Dennoch reizte ihn etwas an ihr, sie war anziehend für ihn, auf eine Weise die ihm genauso fremd wie falsch erschien. Bindungen waren Schwächen und Feinde nutzten diese Schwächen aus. Sein Kopf ruckte plötzlich herum und sah nach oben, er war so in Gedanken gewesen das er Eonas Bewegungen erst merkte, als sie schon auf ihm saß. Stirnrunzelnd betrachtete er sie und verschob die anderen Gedanken auf einen späteren Zeitpunkt.

Die Augen kniffen sich fast von selbst zusammen, als er ihre Finger spürte. Sie würde doch wohl nicht? Es gab ein Messer im Schrank und eins unter dem Kissen, beide zu weit weg für eine schnelle Reaktion. Aber es gab so viele Arten mehr um sie zu töten, der schwache Kehlkopf zum Beispiel. Seine Hände zuckten kurz, aber er mäßigte sich zur Ruhe, atmete tief und langsam während sie stärker zugriff. Sortan wusste nicht warum er wartete, vielleicht eine Prüfung für sie. Aber die meisten Menschen wurden panisch und atmeten hastig und schnell, sodass sie wenig Luft bekamen und schnell starben. Diesen Fehler würde er nicht machen, eher würde er sie töten. Kühl erwiderte er dann ihren Blick und legte seine Hände auf ihre Oberschenkel. Sacht glitten sie etwas hinunter zu den inneren Seiten der Schenkel und er spürte bereits die pochende Hauptatterie. Er spürte schon förmlich wie seine Finger sich in das Fleisch gruben und ihr warmes Blut auf seinen Körper floß, ehe sie zur Seite fallen und ausbluten würde. Dann lockerte sich jedoch der Griff ein wenig und die Bilder verschwanden aus seinem Kopf. Leise grummelnd reckte er das Kinn etwas hin und her und bewegte dabei den Kopf, um das unangenehme Gefühl hinter sich zu lassen. Dann spürte er ihre Hand auf seiner Haut und wie sich durch seine Haare fuhr und as milderte seinen Zorn ein wenig. Aber warum? Sie war seine Schülerin, seine Sklavin und er müsste ihr dafür eine Hand abschlagen.

Es herrschte noch einen Moment Stille, ehe er mit der Zunge schnalzte und die Gedanken verschob. Dann fuhr er sich mit der Zunge über die Lippen und sein Blick folgte kurz eine roten Strähne ihres Haars hinab, ehe er ihren Blick suchte. "Was könnte sich ein..." Er räusperte sich kurz, "... Mann mehr wünschen als das?" Er würde nicht auf die erste Bemerkung von ihr eingehen, dennoch hatte er sie in sich aufgesogen und sie hallte kurz in seinem Kopf wieder. Er grinste kurz wieder, er wusste ja das er nicht gerade der schlechteste Liebhaber war, aber Eona schien das Ganze wohl doch etwas mehr zu gefallen als sonst einer Frau. Vielleicht lag es ja auch an ihm selbst? "Aber ich sage es dir noch einmal... Ich brauche keine Sklavin, ich brauche eine Frau. Also, Drache des Nordens..." ...Willst du meine Frau werden? Erneut ignorierte er den Gedanken, der ihn so unerwartet durchzuckte, die Zeit war noch längst nicht reif für so etwas, "...Willst du nun trainieren... Oder wäre dir ein Nachschlag lieber?" Er verzog das Gesicht noch ein wenig mehr zu einem Grinsen und war durchaus gespannt auf ihre Reaktion. Nebenbei strichen seine Finger nun leicht über ihre Oberschenkel, vielleicht würde er sie doch noch für das gerade geschehene strafen. Andererseits war er als Lehrer wohl schon Strafe genug, aber man würde sehen.

Re: Eine persönliche Angelegenheit

Verfasst: Do, 19. Apr 2012 21:37
von Eona
Sortans Finger waren glühend heiß, als sie ihren Oberschenkel entlang fuhren und mit ihrem Trotz und dem übrig gebliebenem Stolz versuchte sie, das Feuer zu löschen, das ihre Lenden hinaufraste. Das Becken der Sklavin wurde regelrecht angefeuert durch diese simple Berührung und hätte sie sich nicht beherrscht, würde es hin und her rutschen. Mehr... Ich will mehr..., hauchte es wie ein pfeifender Wind in ihren Gedanken. Wie eine verliebte Jugendliche kaute sie auf ihrer Unterlippe herum, dass sie schon seit Jahren nicht getan hatte. Das letzte Mal war dieser Ausdruck zu sehen gewesen, als sie Zerx ein letztes Mal in die Augen sah.
Eona war Sortans gehetzter Blick nicht entgangen, als sie ihre Finger um seine Kehle gelegt hatten und es hallte ein kleiner Triumph in ihrem Kopf wider, dass er den Assassinen für einen kleinen Moment aus der Fassung gebracht hatte. Anscheinend hatte auch er ihre Veränderung bemerkt und mit einer gleichen Reaktion geantwortet: Seine versteinerten, kühle Gesichtszüge lockerten sich für einige Sekunden; offenbarten einen ganz anderen Sortan, wie sie ihn kennenlernen durfte. Auch in ihm hatte sich etwas verändert und schien sich gegen seine Prinzipien aufzulehnen. Doch die Sklavin hatte das gleiche Problem. Sei immer beherrscht, kontrolliere deine Gesichtszüge, zeige niemanden dein Innerstes, sonst bist du verletzlich. Und genau das wollte Eona verhindern: Verletzlich sein. Angreifbar für jeden, der ihre Gefühle kannte. Würde sie nun für diesen Assassinen bestimmte Gefühle entwickeln, wäre das ihr Verderben, dass sie bei jedem Auftrag mit sich rumschleppen musste.

Mit einem Mal wurde ihr leise bewusst, wieso Sortan so anziehend auf sie wirkte. Nicht sein Geruch, der nach würzigen Nadelwäldern kurz nach einem warmen Sommeregen roch. Nicht seine Männlichkeit, die sich durch einen muskulösen Körper auszeichnete. Auch nicht die Tatsache, dass er ihr neuer Herr war und über sie gebieten durfte, auch wenn er das nicht wollte.

Es war Sortan selbst.

Ihre grünen Augen glitten von ihrer verletzten Schulter, über ihre bleiche Haut der Ober- und Unterarme, über die grazilen Finger, seiner dunklen Haut und blieben schlussendlich an seinem Gesicht hängen. Kurz verengte sie ihre Augen, in der Hoffnung, etwas in ihnen erkennen zu können, dass ihr das Gegenteil bewies. Doch seine braunen Augen, die die eines Mörders waren, der Spaß daran hatte, das Blut auf seiner Klinge sehen zu können, hatten sich für einen Moment erhellt. Nur kurz, um ihr zu zeigen, dass auch er ein Mensch mit Gefühlen war, der die Nähe einer Frau nicht verschmähte und sich manchmal nach ihr sehnte. Nach einer weichen Hand, die nicht vor hatte, ihn hinterrücks zu erdolchen oder um sein Geld zu bringen. Sein Lächeln präsentierte eine Reihe von makellos weißen Zähnen und bildeten einen schönen Kontrast zu den schmalen Lippen und der gebräunten Haut. Eona konnte nicht umhin zurückzulächeln und sich für einen kurzen Moment einfach fallen zu lassen. Wie ein verliebtes Mädchen kicherte sie und strich sich eine rote Strähne hinter das Ohr. "Einen Nachschlag würde ich nicht verneinen...", hauchte sie und beugte sich wieder zu seinem Gesicht hinunter. Sie spürte seine Hände weiterhin auf ihrer Haut, die nun eine Gänsehaut schmückte und es tat ihr ungemein gut.

Letztendlich war es Sortan selbst, der ihr gefiel. Seine kühle Ader, die ihrer eigenen so ungemein glich. Die Unnahbarkeit, die letztendlich doch nur gestellt war, da er seine Gefühle nicht für immer abschalten konnte. Wie er mit ihr umging, auch wenn die ersten Male nicht sehr sanft waren. Auch seine Präzision, was seine Arbeit anging, faszinierten sie ungemein und es gefiel ihr, dass sie von dem Assassinen noch etwas lernen konnte. Vielleicht... konnten sie sich gegenseitig etwas beibringen? Aber was könnte ich ihn schon lehren?

Eona konnte nicht anders, als ihre Lippen auf seine zu legen und sanft darüber zu streichen. Ihre Hände hielten sein Gesicht fest, umklammerten es regelrecht, als könnte es ihr jede Sekunde aus den Fingern rutschen. Wieder beschlich sie die Hitze, die Glut des blauen Feuers, dass die Sklavin noch vor wenigen Minuten verschlingen wollte. Der Kuss war ungemein süß und schmeckte nach rauchiger Luft eines gerade erloschenen Feuers. Ich könnte ihn lehren, dass nicht alle Menschen böses von ihm wollen. Dass er Vertrauen in eine Frau fassen könnte, die selbst nicht vertrauen konnte, aber es versuchen möchte.

"Aber vielleicht sollten wir langsam mit dem Training beginnen."

Re: Eine persönliche Angelegenheit

Verfasst: Do, 19. Apr 2012 22:19
von Sortan
Er sah ihr lächeln und hörte ihr Kichern. Seltsamerweise löste das in dem Assassinen das Bedürftnis aus auch zu grinsen und zu lachen, welches er aber mit etwas Mühe unterdrückte. So blieb nur das sachte lächeln auf seinem Gesicht zurück, während er sie betrachtete. Seine Gedanken strichen wieder hin und her und kurz verschwammen sie dann wieder zu etwas dunklerem und größerem. Vielleicht war es ihre Kühlheit, ihre gesamte Art. Oder die Tatsache das sie eine Sklavin wahr und dazu noch für seine Maßstäbe sehr exotisch? Er lächelte etwas breiter, als sie sich zu ihm herunterbeugte und zog ihren Geruch ein. Nein, es war ihr Gesamtpaket. Das hübsche Äußere, das Feuer in ihr drin und mit Sicherheit auch die Geheimnisse und Gefühle die sie barg und hütete wie einen Schatz. Er hatte einen kleinen Teil von ihr gesehen, etwas das sie selbst zugegeben hatte, und er wollte durchaus mehr davon sehen. Wollte wissen was wirklich in ihr vorging und wie sie sich fühlte. Kurz riss er sich von seinen Gedanken los und antwortete ihr etwas verspätet, "Dann sollst du auch einen haben..." Die Gedanken entglitten ihm und fielen zurück in die endlose Leere seiner Seele, als sie sich ihm näherte. Er schmeckte kurz darauf wieder ihre Lippen, genoss ihre Berührungen und erwiderte den Kuss sachter. Er schien ewig zu dauern und seine Hände strichen über ihre Beine und ihre wohlgeformten hinteren Rundungen, ehe sie über ihren Rücken wanderten. Er spürte jede Narbe unter seinen Fingern, doch dieses mal folgte er ihnen nicht sondern strich sacht über ihre Haut, als ob die Narben nicht existieren würden. Es war nicht so das er sich das wünschte, denn Narben waren Erzählungen, Erinnerungen und Andenken. Sie leerten Fehler einzugestehen und zu bereuen und machten aus was man ist.

Trotz all diesen Gedanken und Gefühlen und seinen Plänen für die Zukunft, wusste er noch immer nicht wie er das Ganze nun richtig handhaben sollte. Es würde so viele Probleme geben, mehr oder weniger große und war sie es wirklich wert ihn zu gefährden? Dumm war er nicht, denn es war klar das mehr aus seinen Gefühlen für sie werden würde. Lange würde es nicht dauern, dann wäre sie für ihn eine Droge, abhängig und eine Schwachstelle... Er seufzte leise, aber dennoch berauschend und angenehm. Sicher, es war ein Fehler, aber man konnte nur aus Fehlern lernen. Und er wollte sie, wollte diesen Fehler begehen, "Das sollten wir... Aber andererseits sollten wir uns vielleicht einen Tag Ruhe gönnen, nach den letzten paar Tagen, mhm?" Er lächelte wieder ein wenig mehr, vor allem ernster dieses mal. Sogar seine Augen blitzten kurz fröhlich auf, dieses Gefühl hatte er schon so lange nicht mehr gehabt. Oder überhaupt? Das mit Ria war anders gewesen, aber sie war nicht so gewesen... Nicht diese Art und diese Anziehung. Er seufzte erneut leise und reckte den Kopf etwas, um ihre Lippen erneut zu kosten. Ihr Geschmack war fast wie süßer Wein und der Kuss war der pure Alkohol für ihn. Dann, nach diesem viel zu kurzen Genuss, löste er seine Lippen wieder von ihren, "Ausserdem würde ich dir gerne noch ein zweites Mal diese Freude machen." Langsam und vorsichtig strich er über ihren Rücken, unter ihren Achseln entlang und dann über ihre Arme.

Re: Eine persönliche Angelegenheit

Verfasst: Do, 19. Apr 2012 23:03
von Eona
Eona hatte einen waghalsigen Schritt gewagt. Sie war seit Jahren einen großen Schritt nach vorne gegangen und hatte dabei eine dicke rote Linie übertreten. Sie stand jetzt im puren Chaos, dass sie nach Zerxs Tod hinterlassen hatte, nachdem die Sklavin hinter diese Linie getreten war, um sich vor der Wahrheit zu verstecken: Zerx war tot. Der einzige Mensch, den sie wirklich geliebt hatte wurde kaltblütig ermordet und André hat dadurch jegliche Hoffnung auf eine bessere Zeit mit einem Streich zerstört. Zukunftspläne, Rebellion, Hoffnung waren dahin und auch das Vertrauen in andere Menschen war so plötzlich ausgegangen, dass Eona einige Zeit brauchte, um sich neu ordnen zu können.
Und nun funkte eine gewisse Erleichterung gemischt mit Fröhlichkeit in seinen Augen, die von seinem Grinsen untermalt wurde, das ihr vereistes Herz erwärmte, aber doch nicht zum schmelzen brachte. Dafür ... brauchte es wohl doch noch etwas mehr Zeit.

Er kam ihr entgegen, was nun auch wieder neu bei ihm war, denn wie sanft Sortan es in dieser Hinsicht tat, raubte ihr den Atem. Seine Hände und Lippen waren immer etwas schroff gewesen, wenn er sie berührt hatte. Fordernd und rau, als wolle er wirklich eine Sklavin zurechtweisen. Aber auf einmal wandelte sich sein Wesen, drehte sich von innen nach außen und sie glitt wie durch warme, sanfte Luft, die ihr Körper zu durchschneiden schien und etwas füllte ihr Innerstes völlig aus: Geborgenheit. Sicherheit. Wie in kindlicher Naivität glaubte sie für einen kurzen Moment, so etwas wie einen Beschützer in Sortan gefunden zu haben, doch das war absurd. Er würde sie nicht beschützen, denn Eona musste lernen, sich auch selbst verteidigen zu können. Er konnte ... keine hilflose Frau an seiner Seite gebrauchen. Der Assassine brauchte eine kämpferische Natur, die sie ja eigentlich schon war, doch mit geschärften Sinnen und Fähigkeiten mit ausgefeilter Präzision.
Und das wollte die Sklavin für ihn sein. Sie wollte ihm zeigen, dass sie keine falsche Schlange war, die nur darauf wartete, ihn endlich umbringen zu können. Sie wollte ihn lehren - und dabei selbst lernen - was es heißt, in anderen Leuten Vetrauen zu fassen. Seine Lippen waren weich und gruben sich fast in Eona hinein, um auch an ihr Herz gelangen zu können. Ja, sie wollte sich ausruhen, hingeben, ausruhen und seinem Atem zuhören, wie er seine Lungen füllte und dann seinen Mund wieder verließ. Sortans Fingerkuppen strichen über ihren Rücken, vorbei an den Narben und an ihren Armen entlang; hinterließen Spuren aus heißen Flammen. Ihre Haare waren nun in langen roten Strähnen nach vorne gefallen und umrahmten sein Gesicht, das ihr entgegenlächelte und Eona begann dieses Lächeln zu mögen. "Ich glaube, deine und meine Wunde lässt das nicht zu. Wir haben zu viel in den letzten Tagen erlebt, als dass wir unsere Kräfte nun überstrapazieren sollten", sagte sie sanft und richtete sich langsam wieder auf. Mit einer eleganten Bewegung strich sie ihr langes Haar zurück und betrachtete Sortan noch einmal genau, wie er so dalag. Das half nicht wirklich, die Beherrschung aufrecht zu erhalten, doch nun war keine Zeit für Spielereien. Ihre Verletzungen waren ernst und sollten auch so behandelt werden, wenn sie in den nächsten Tagen anfangen wollten, ihre Fähigkeiten auszubauen. Gerne wäre sie mit Sortan so verharrt, hätte sich in seinen Armen hingegeben und diese innere Beichte war abermals etwas ganz Neues für Eona. So viel hatte sie für einen Mann schon lange nicht mehr empfunden, auch wenn sie nich wusste, warum und wie sie mit diesen Gefühlen umgehen sollte.
Langsam stieg die Sklavin von dem Männerkörper herunter und sofort fröstelte sie etwas, als die Wärme des Assassinen sie verlassen hatte. Es war schwer mit diesen neuen Eindrücken zurechtzukommen und sie zu verarbeiten aber sie hoffte insgeheim, dass es Sortan nicht besser ergehen würde und grinste leise in sich hinein. Vorsichtig streckte Eona ihre klammen und überstrapazierten Muskeln, die noch vor wenigen Minuten wie eine Bogensehne angespannt waren. Die Luft war schwül und trocken in dem kleinen Raum und roch nach Sandelholz und würzigem Moschus - eine Mischung, die der jungen Frau gefiel.

Re: Eine persönliche Angelegenheit

Verfasst: Fr, 20. Apr 2012 13:45
von Sortan
Der rote Schleier um ihn herum ließ ihn kurz die restliche Welt vergessen. Für ein paar Sekunden gab es nur noch ihn und sie. Er murrte leise, als es dann vorbei war und ließ sich wieder zurückfallen, "Vielleicht hast du Recht... Aber Kampftraining wäre da auch nicht besonders hilfreich." Ein letzter Versuch, um sie noch einmal zu spüren, ihren süßen Nektar zu kosten und die Sorgen zu vergessen. Seltsamerweise hatte es ihn sogar ein wenig glücklich gemacht, als sie sich ihm geöffnet hatte. Sacht zuckte er mit den Schultern, als ihr Körper sich wieder aufrichtete und erwiderte dann ihren Blick. Er schmunzelte ein wenig, sie wusste genau wie sie sich elegant und grazil zu bewegen hatte und wahrscheinlich war ihr das mehr als nur eingebrannt worden. Mehr als das, die verschiedenen Herren hatten sicherlich verschiedene Wünsche und ein jeder hat sie ihr aufgezwungen und sie zu dem geformt was sie nun war. Ein wenig enttäuscht seufzte er dann, als sie von ihm stieg und ihre wärmende Nähe nur durch kalte Luft ersetzt wurde. Nun ja, alles hatte seine Zeit und seinen Moment und vermutlich hatte sie recht mit dem was sie sagte. Sie sollten sich etwas ausruhen und ihre Wunden kurieren. Schließlich stemmte er sich auch in die Höhe und merkte fast sofort wieder das dumpfe Pochen in seinen Wunden. Die Kräuter hatten zwar die Blutung gestillt, aber verheilt waren sie noch lange nicht. Vielleicht sollte er die Verbände wechseln, es war sicher an der Zeit dafür.

Nachdem er ein paar Minuten auf dem Bett gesessen hatte und sein Blick den Bewegungen der Sklavin gefolgt war, stand er schließlich auch auf und streckte sich kurz. Sein Körper hatte sich schnell an die kalte Luft gewöhnt und mittlerweile war es auch wieder angenehm, denn die Hitze der Wüste drang durch jede Ritze des Hauses. Etwas nachdenklich zog er sich dann seine schwarze Hose an und berührte Eona sacht an ihrer Schulter. Es war mehr oder weniger ein kleiner Test, ob sie schmerzen hatte oder nicht, aber dennoch genoss er diesen kleinen Ansatz von Vertrautheit zwischen ihnen. Es war fast elektrisierend, denn er wollte sie direkt von hinten umarmen und ihr noch einen Kuss entlocken, vielleicht sogar mehr... Innerlich kopfschüttelnd verdrängte er diese Gedanken und trat an ihr vorbei zur Tür, "Wir sollten die Wunden neu verbinden. Ich hole ein paar Sachen, dann komme ich ins Bad. Du kannst schon einmal Wasser kochen, damit wir sie auswaschen können." Das alte Grinsen fand wieder einen Weg in sein Gesicht, ehe er dann die Tür öffnete und leise in den Flur trat.

Er ließ sich Zeit, aber schlussendlich dauerte es doch nur ein paar Minuten bis er die Treppen wieder hinaufging. Er kannte dieses Haus in und auswendig und wusste genau wo alles zu finden war, weshalb es nunmal schnell ging. Sein Weg führte ihn direkt zur Kommode, worauf er etwas Wasser, Fleisch und Brot abstellte. Dann zog er den kleinen Hocker daneben, damit Eona in Ruhe etwas essen konnte. Natürlich hatte er noch Salbe und Verbände dabei, die für sie beide reichen würde. Kurz blitzte ein fröhlicher Gedanke in ihm auf, er war froh das er nur Schnittwunden hatte. Er hasste Pfeilwunden, die konnten hässliche Folgen haben, besonders wenn sie das Schultergelenk trafen. Aber seine Schülerin hatte Glück gehabt, wovon sie generell viel besaß, je nach Betrachtungsweise. Er schmunzelte erneut kurz und überprüfte dann seine Schulter. Der Verband war fast komplett mit rötlicher Farbe durchtränkt, seine Seite dagegen sah nicht so schlimm aus. Er seufzte leise, hoffentlich war sie nicht wieder aufgeplatzt, "Setz dich, iss etwas... Dann kann ich mich um deine Wunde kümmern."

Re: Eine persönliche Angelegenheit

Verfasst: Sa, 21. Apr 2012 22:18
von Eona
Es ist eigenartig.

Der Knochenkamm bahnte sich seinen Weg durch das rote Meer aus Haaren und entfernte somit kleine Knoten, die sich während des Liebesaktes gebildet hatten. Eonas Blick hatte sich an das untere Ende des Kesselbauches geheftet, der über der Feuerstelle das Bades hing, ohne ihn dabei wirklich anzusehen. Die Flammen des Feuers unter dem Kessel bildeten eigenarte Figuren, Ornamente und Bilder, die wohl nur die Sklavin selbst sehen konnte. Sie hatte das Feuer spielend leicht entfachen können, einige Holzscheite darunter gelegt, um es zu nähren und hatte sich dann auf einen Schemel inmitten des Raumes gesetzt.

Es ist so, als hätte ich mich umgedreht und würde auf einmal in dieselbe Richtung sehen, in die ich seit der Zigeunerzeit nicht mehr geblickt habe.

Eona runzelte die Stirn und musste sich eingestehen, dass sich seit dem vieles verändert hatte. Sie war zu einem kalten, harten Wesen herangewachsen, hatte jegliche Gefühle unterdrückt und sich von jeglichen sozialen Kontakten entfernt. Kurz wurde dieses Wesen unterbrochen, als sie Zerx wiedergesehen hatte. Da war das alte Gefühl gewesen, als würde doch noch Hoffnung bestehen. Aber leider war das nur ein niederer Glaube an das Gute gewesen, der sofort ausgemerzt worden war.

Jetzt bin ich hier, sollte zufrieden sein Menderea getötet zu haben und endlich von hier verschwinden. Es ist schlecht hier zu sein. Sortan ist ein Mörder. Er hätte mich beinahe getötet. Ich bin sein Werkzeug... sein Spielzeug...

Die Tür zum Waschraum öffnete sich und bevor Sortan den Raum betrat und Eona ihn sehen konnte, wusste sie, wie leicht seine Schritte sein würden. Elegant, leichtfüßig war sein Gang. Der Körper war aufrecht und jede Bewegung schien einstudiert zu sein. Die Narben schimmerten auf seiner Haut, erzählten flüsternd ihre Geschichten und von den Taten des Assassinen. Sein Gesichtsausdruck konzentriert, undurchlässig und doch wusste die Sklavin, dass er ehrlich lächeln konnte. Dieses Bild hatte sich seit ihrer ersten Begegnung in ihren Kopf gebrannt und ergaben ein wunderbares Bild von einem perfekten Assassinen. Doch innerlich war er anders, als man annahm. Das war doch jeder, nicht wahr?

Und genau so ist es. Er ist ein Mörder. Ich bin seine Sklavin und nun auch noch seine Schülerin. Aber etwas hat mein Herz erwärmt. Ich weiß nicht genau ob es sein Lächeln war oder die Tatsache, dass er ganz anders mit einem umgehen konnte, als gewohnt.


Sortan hatte eine Kleinigkeit zur Stärkung mitgebracht und außerdem einige Salben und Verbände, die wahrlich nötig waren. Das erinnerte sie blöderweise an ihre Wunde an der Schulter, die zwar unerlässlich gepocht hatte aber bei den ganzen Gedanken tatsächlich in den Hintergrund gerückt war. Ihre Finger streiften kurz den Verband an ihrer rechten Schulter und sie fand es beinahe rührend, wie Sortan sich um sie kümmerte. Doch eigentlich brauchte er keine verletzte und somit unbrauchbare Schülerin. Jedoch war der Assassine bedenklich schlimmer dran, als die Sklavin. Die Verbände hatten sich wieder mit dem roten Lebenssaft vollgesogen und Eona biss sich auf die Unterlippe. Die beiden hätten nicht so ungestüm sein sollen, vor allem wenn sie beide verletzt waren. Doch Sortan hatte ihr ja kaum eine Wahl gelassen.
Eona nahm sich etwas von dem Brot und dem Trockenfleisch, um konzentriert darauf rumzukauen, da sich in den letzten Stunden ein wahrlich großer Hunger angestaut hatte. Sie hatte sich nicht die Mühe gemacht, sich etwas anzuziehen. Manchmal fand sie es fast befreiend keine Kleidung tragen zu müssen oder ihre Haare kompliziert hochzustecken. Außerdem hatte der Assassine sie nun von allen Seiten nackt gesehen und jeden intimen Winkel kannte er ja nun. Da war es überflüssig Stoff zu tragen. Während sie kaute, sah sie Sortan mit Sorgenfalten an und meinte dann: "Wir hätten uns nicht so überanstrengen sollen, auch wenn es...." Nun groben sich die Falten auf der Stirn tiefer, doch verschwanden nach einem Augenschlag wieder. "...schön war", brachte sie schließlich heraus und lächelte den Assassinen etwas schief an. Es war die Wahrheit, doch diese erst einmal über die Lippen zu bekommen, war nach all den verwirrenden Jahren sogar schwer geworden. "Ich kann mich auch selbst um meine Wunden kümmern, Azoth." Eona hatte den wahren Namen des Mannes absichtlich gewählt, um ihn ein wenig zu necken und das zeigte auch das Aufblitzen in ihren Augen und das schiefe Lächeln, das zu einem schelmischen heranwuchs.

Re: Eine persönliche Angelegenheit

Verfasst: So, 22. Apr 2012 0:09
von Sortan
Der Assassine runzelte kurz die Stirn und begann dann ihren Verband abzuwickeln, während sie aß. Er war konzentriert bei der Arbeit und betrachtete kurz die Wunde, nachdem er die letzte Schicht vorsichtig gelöst hatte. Die Salbe war vollkommen eingezogen und die Wunde sah gar nicht mal so schlecht aus, sie hatte gutes Heilfleisch. Er lächelte kurz in sich hinein, seine Mutter pflegte das immer zu ihm zu sagen, wenn er sich irgendwoher eine Wunde zugezogen hatte. Seine Schritte führten ihn zu dem Kessel und er prüfte kurz die Temperatur, ehe er mit einem kleinen Eimer das warme Wasser ausscheppte und dann einen rauhen Waschlappen hineinfallen ließ. Sanft drückte er sie dann auf den Hocker und musterte ihr Gesicht ein paar Sekunden, "Du hast recht... Aber alles was uns nicht umbringt macht uns stärker." Er lächelte kurz zurück und begann dann vorsichtig die Wunde auszuwaschen. Was sollte er nun darauf erwidern, war es nicht offensichtlich gewesen das es ihm gefallen hatte? Vielleicht war es trotzdem gut es aus seinem Mund zu hören. Sein Gesicht nahm einen konzentrierteren Ausdruck an und er wusch die Wunde sorgfältig aus, bis sich das klare Wasser ein wenig rötlich gefärbt hatte, "Ja... Das war es wirklich..." Er seufzte leise, aber zufrieden, und stand wieder auf um das Handtuch zu holen. Dann trocknete er die Wunde ebenso vorsichtig und öffnete die Dose mit der Salbe. Sanft strich er über ihre Schulter und um die Wunde herum, ehe er damit begann sie erneut einzucremen. Kurz stockte er dabei und schenkte ihr einen mehr oder weniger giftigen Blick, "Nenn mich nicht so..." Ein wenig grummelnd fuhr er dann mit seiner Arbeit fort und nahm schließlich einen der neuen Verbände zur Hand, um die Wunde wieder sorgfältig zu verbinden, "Das mag schon sein, aber so geht es schneller. Du darfst natürlich gerne deine Heilkünste bei mir unter Beweis stellen..." Er schmunzelte wieder leicht, sie würde sich gut um seine Wunden kümmern und er konnte direkt testen wie Fingerfertig sie war. Ausserdem war es wirklich einfacher wenn sie ihn verband, als wenn er es tat. Schulterwunden waren nun einmal so eine Sache. Er hatte schon oft die eine oder andere erlebt und war nicht wirklich stolz auf die meisten. Trotzdem, Menderea war tot und er lebte, der Auftrag war also ein Erfolg. Er zog den Verband mit einem Knoten zu und stand schließlich wieder auf um ihren Blick zu suchen und mit dem Gesicht etwas näher zu kommen, "Was findest du an mir, mhm?" Es war eine ernst gemeinte Frage, obwohl sich ein süffisantes Lächeln auf seinem Gesicht ausbreitete. Er kam noch ein wenig näher und legte seine Lippen auf ihre, ohne die Antwort abzuwarten. Er küsste sie sacht und kurz, ehe er sich wieder aufrichtete und das blutige Wasser auskippte. Dann scheppte er neues aus dem Kessel und kam wieder zurück.

Seine Gedanken wirbelten kurz in dem unendlich schwarzen Strom seiner Seele umher und suchten nach dem kleinen Lichtschimmer, der in ihrere Nähe aufleuchtete. War sie ihm bestimmt? War die Vorsehung gnädig zu einem Mörder, wie ihm? Oder war es nicht schlussendlich ihre Hand durch die er sterben würde? Er wusste es nicht, aber von Mal zu Mal, wenn er sie ansah, wuchs der kleine Schimmer ein ganz klein wenig. Wieso war alles immer so kompliziert, die Aufträge waren es oft und Frauen waren es immer. Aber sie... Eona hatte eine nicht minder bewegende und blutige Vergangenheit als er selbst und war genauso verschlossen wie er. Zog sie ihn wirklich nur wegen ihrer Geheimnisse und ihrer Vergangenheit an? Nein, er war sich sicher das sie ihm mehr bot. Diesen schönen verunstalteten Körper, das Feuer das immer noch in ihr loderte und vielleicht auch ihr können in verschiedenen Bereichen. Unmerklich kopfschüttelnd riss er sich los und suchte wieder ihren Blick, "Nun, edles Fräulein... Wärt ihr so freundlich nach meinen Wunden zu sehen?" Er grinste nun selbst ein wenig hämisch und seine Augen funkelten kurz auf.

Re: Eine persönliche Angelegenheit

Verfasst: So, 22. Apr 2012 21:41
von Eona
Die Sklavin legte ihre Hände in den Schoß, während Sortan den Verband abwickelte. Sie versuchte währenddessen ihren Atem gleichmäßig zu halten und nicht auf den ziependen bis stechenden Schmerz zu achten. Er ging dabei vorsichtig vor und tupfte erst den Rand und dann die Mitte der Wunde ab. Das warme Wasser linderte das Ziepen etwas. Das Essen war erst einmal vergessen, das Stück Brot hielt sie zwischen den Fingern in der anderen das Trockenfleisch. Ihre Augen beobachteten die sanften Hände des Assassinen, die einige raue Stellen aufwiesen und schon fast Arbeiterhänden glichen. Komisch, Eona hatte diese rauen Stellen bei dem Liebesakt gar nicht bemerkt. Das trieb ihr ein Lächeln ins Gesicht und sah Sortan ins Gesicht. "Wieso reagierst du so empfindlich bei deinem wahren Namen?", fragte sie und erwartete eigentlich keine Antwort.
Das Interesse an diesem Mann schien von Null auf Hundert gestiegen zu sein und wenn sie schon mit ihm ins Bett stieg, wollte die Sklavin wissen, mit wem sie es da zu tun hatte. Außerdem würden sie viel Zeit miteinander verbringen, wenn der Assassine nun ihr Lehrer war.

Als sein Gesicht ihrem wieder näher kam und er diese komische Frage stellte, hallte diese weiter in ihrem Kopf wider und warf weitere Fragen auf.
Was fand ich eigentlich an ihm? War er etwas besonderes?
"Das gleiche könnte ich dich auch fragen, Sortan", sagte sie und lächelte dabei schwach. "Aber um dir eine vaage Antwort zu geben: Genau wie ich, hast du bestimmt viel durchgemacht. Das soll nicht bedeuten, das ich Mitleid mit dir hätte." Das war die Wahrheit. Eona machte sich nichts aus Lügen. Sortan beendete nun sein Tun und ein frischer Verband zierte ihre Schulter; es fühlte sich gut an und schon seit wenigen Stunden juckte die Verletzung etwas. Der Heilprozess hatte begonnen.
Eona biss ein großes Stück von dem Brot ab, legte es dann mit dem Fleisch auf die Kommode und nahm ein neues Tuch, dass nicht mit Blut und Resten der Salbe vollgesogen war. Sie tauchte es in das nun angenehm warme Wasser und drückte Sortan sanft auf den Stuhl. "Jeder hat sein eigenes Schicksal in der Hand. Das Leben offenbart uns viele Wege, die wir gehen können und es liegt an uns, die Wegweiser zu lesen und den für uns richtigen Weg einzuschlagen." Aber was war, wenn man gar keine Wahl hatte? Eona wischte den Gedanken fort, denn auch sie hatte Möglichkeiten besessen, sich das Leben schöner zu gestalten. Mit mehr oder weniger geschultem Blick betrachtete sie die Verletzung des Assassinen, die unter dem Verband zum Vorschein kam. Der Liebesakt hatte einige Stellen der Wunde abermals aufgerissen und auch die Verfolgungsjagd hatte dazu beigetragen. Sie hätte ein schlechtes Gewissen haben müssen, doch das stellte sich nicht ein.
Ruhig tupfte sie das Blut an den Rändern ab und achtete dabei darauf, nicht zu tief in die Wunde zu kommen und ihre Finger sollten am besten die Verletzung nicht direkt berühren. "Du hast wohl einen der schwierigen Wege eingeschlagen, nehme ich an und das Leben hat dich gezeichnet, im wahrsten Sinne des Wortes." Eona wusch die Reste der Salbe aus und befand, dass die Verletzung Sortans etwas länger dauern würde, als ihre. Doch der Assassine war zäh. Kurz blieb ihr Blick auf einen der etwas längeren und hässlicheren Narben auf seinem Oberkörper hängen und widmete sich danach wieder der gegenwärtigen Verletzung zu.
Er hat wirklich viel mitgemacht. "Du hast dir eine Maske zugelegt und sie dir einverleibt, um nicht verletzt zu werden und unnahbar zu bleiben. Das ist bei deinem Beruf natürlich von Vorteil." Nun schlich sich wieder ein Lächeln auf das Gesicht der Sklavin und unterbewusst bemerkte sie, dass sie schon lange nicht mehr so viel gelächelt hatte. Es tat schon beinahe weh, da ihre Gesichtsmuskeln das kaum gewohnt waren. "Doch ich hatte auf einmal die Gelegenheit darunter zu sehen, so wie du es bei mir tun konntest", sagte Eona und hielt kurz in ihrer Arbeit inne. Während sie gesprochen hatte, fuhren ihre Finger sanft über die Verletzung und rieb die Salbe, die Sortan schon bei ihr aufgetragen hatte, an den wichtigsten Stellen ein. Der tiefe Schnitt wurde von blauen Flecken umrandet und diese zogen sich bis unter die Achseln. Die Schulterwunde hatte sie schon verbunden. "Und da hab ich bemerkt, dass du ein ganz anderer sein kannst. Dieser Sortan gefällt mir." Wieder lügte die Sklavin nicht und nach diesem Satz verstummte sie völlig. Konzentriert wickelte sie dem Assassinen den Verband um den Oberkörper und hoffte, dass sie ihre Arbeit gut gemacht hatte. Er musste wieder gesund werden.
Eona seufzte kurz erleichtert und wusch das Tuch gut aus, bis es von den Blutflecken befreit war und das Wasser sich rot färbte.

Re: Eine persönliche Angelegenheit

Verfasst: Di, 24. Apr 2012 16:05
von Sortan
"Weil ein Name Macht und Identität bedeutet und mir beides in diesem Beruf schadet." antwortete er dennoch ernst auf ihre Frage. Er war nunmal ein Raquiiah, und wer diese Familie kannte würde auch ihn erkennen, nur aufgrund seines Namens. Es ist besser wenn man solche Dinge ein für alle mal hinter sich lässt und nur in der Familie bespricht. Aber war es nicht schon beschlossen das sie zur Familie gehörte? Nein, das wusste er nicht mit Sicherheit. Was wenn sie erneut flieht oder entkommt... Er zuckte kurz mit den Schultern, sie wusste es so oder so und würde seinen Namen nicht vergessen, aber es sollte reichen das er ihn nicht gerne hörte.

Ihre Antwort stellte ihn zunächst nicht wirklich zufrieden, aber er ließ sich von ihr auf den Stuhl drücken und wartete erst einmal ab. Sie mochte ihn weil sie gleich waren? Das konnte doch eigentlich nicht der einzigste Grund sein, oder war es wirklich so einfach? Es war schwierig Gefühle zu deuten und richtig zu verstehen, vor allem wenn man solche Gefühle jahrelang verdrängt hatte. Er zuckte kurz zusammen, als sie den Verband abwickelte und etwas angetrocknetes Blut mitriss, hielt aber ansonsten schweigend still und beobachtete sie ein wenig nachdenklich. Schicksal... Man konnte sich einreden das es etwas war das man in der Hand hat, aber so ist es nicht. Die Vorsehung bestimmt jedes Leben, alles was man tut, oder auch nicht, war so vorherbestimmt und jedem einzelnen wurde ein besonderer Zweck in diesem unendlich großen und komplizierten Gefüge zuteil. Sein Blick folgte ihren Fingern, wie sie sacht seine Wundränder abtupften und sogar einigermaßen geschult wirkten. Nachdenklich zuckte er dann mit den Schultern, was er kurz darauf wieder bereute, denn dadurch kam sie der wunde etwas näher, "Ich... Schwierig? Nein... Eigentlich ist mein Weg klar bestimmt und einfach." Er lächelte kurz und suchte ihren Blick, "Kompliziert ist es erst seit ich dir begegnet bin..." Er machte eine Pause, die vielleicht einen Ticken zu lang dauerte, "...Aber es ist auch schöner und interessanter."
Dann folgte er ihrem Blick und sah selbst einige Zeit auf die lange Narbe. Er hatte Glück gehabt, denn sie stammte von einem etwas wilderen Nordmann und dessen Axt. Sie war gezackt, denn er war der Axt noch geradeso ausgewichen... Die Szene baute sich bildlich vor seinen Augen auf, wie er ihn tötete und blutüberströmt zusammensackte. Wie seine Brust aufklaffte und man auf die Muskeln und Knochen darunter einen Blick erhaschen konnte. Er hatte auch dies überlebt, dank einem Freund und viel aufputschenden Kräutern, die ihn den Weg schaffen ließen. Die trüben Augen schwelgten noch einen Moment in der Erinnerung, ehe sie sich wieder auf die Sklavin richteten, "Mhm... Ich habe mir diese Maske zugelegt weil ich unerkannt bleiben muss, ein Schatten unter Hundert anderen. Aber du hast sicherlich ein wenig Recht mit dem was du sagst..." Er seufzte leise und seine Gedanken schwammen zu verschiedenen Menschen, seinem Onkel, seinen Eltern und Ria.
Das Pochen in seinen Wunden wurde langsam weniger und stattdessen spürte er nun viel mehr ihre sanften Finger auf seiner Haut. Sie hatte Recht, er hatte ihr einen anderen Menschen gezeigt. Aber steckte er unter einer Maske? Nein, er war schon lange fort... Verloren in den unendlichen Strömen seiner schwarzen Seele, die schon so viel Leid und Schmerz verursacht haben das es ihm mehr oder weniger schon völlig gleichgültig geworden ist. Probeweise bewegte er die Schulter etwas, der Verband spannte ein wenig doch das war gut. Sie war geschickt, hatte vorsichtige Finger wenn es nötig war und das war ein Vorteil gegenüber manchen anderen Menschen. Als sie mit dem Auswaschen fertig war, strich er mit der rechten über ihre Haare und zog sie dann sacht am Arm zu sich und auf seinen Schoß, "Ich kann niemand anderer sein, dies hier ist mir vorherbestimmt und wird mein Leben sein. Nur ein weiterer schwarzer Fleck unter hunderten..." Kurz ließ er den Blick sinken und dachte über sie nach und über diese Situation. Dann lächelte er ernst und suchte ihren Blick, "Du bist ein Teil davon und du hast etwas in diesen schwarzen Fleck geträufelt... Du veränderst mich, nicht ich selbst." Es war schwierig für ihn so etwas zuzugeben und dementsprechend kamen die Worte auch nur stockend und zögerlich, aber sie entsprachen voll und ganz der Wahrheit. Ohne sie, wäre er... Nunja, immernoch er selbst.

Re: Eine persönliche Angelegenheit

Verfasst: Di, 24. Apr 2012 21:31
von Eona
Es war schon komisch. Eine Sklavin saß auf dem Schoß eines Assassinen und die beiden sahen sich misstrauisch und gleichzeitig neugierig an.
Jeder studierte den anderen, vesuchte dabei die Absichten zu erkennen und jegliche Mimik oder Gestik deuten zu können. Log der andere? Sprach er die Wahrheit? Hatte er gute oder böse Absichten? Will er mich wirklich an seiner Seite haben?
Vor wenigen Tagen hätte sich Eona noch unwohl auf Sortans Schoß gefühlt und hätte sich bis aufs Blut gewehrt, ihm auch nur in die Augen zu sehen. Doch etwas wie Geborgenheit stellte sich ein, umhüllte die junge Frau wie eine Decke und trotz allem fühlte es sich fremd an. Ja, sogar falsch. Sie würde wieder auf die Schnauze fallen und Sortan würde ihr weh tun, das wusste sie und war auch nie anders gewesen. Er würde die Sklavin brechen, sich zu Eigen machen und jeden umbringen, der auch nur einen Finger auf ihre Haut legte. Er erinnerte sie so an André. Nicht wegen der gleichen Haarfarbe, auch wenn diese verblüffend ähnlich war. Sondern an die Vorgehensweise. Ihr damaliger Meister war ihr Lehrer gewesen, hatte die Sklavin im Kampf unterrichtet, um sie als ihr Werkzeug umzuformen. Würde er dasselbe tun? Eona als Werkzeug benutzen? Oder würde er sie beschützen, weil ihm etwas an ihr lag?
Doch sie brauchte keinen Beschützer. Eona brauchte jemanden, der hinter ihr stand, den Rücken stärkte und etwas aus ihr machte, ihre Fähigkeiten hervorhob und auf diesen jemanden zählen konnte. Doch das Vertrauen in jemanden anderen zu setzen war ein schwerer Weg. Eigentlich unmöglich.

"Ich hoffe ich habe meine Sache gut gemacht", sagte Eona und strich dem Assassinen wieder durch das Haar. Ich kann dir nicht vertrauen. Noch nicht. Sein Körper strahlte Wärme, Verheißungen und Stärke aus, die sie am liebsten aufsaugen wollte und niemals loslassen würde, wäre da nicht die dicke Barriere, die sie vor allem schützte.
Kurz, nur ganz kurz, schloss sie die Augen, legte ihre Stirn auf seine Schulter und wollte weinen. Lange, laut und salzig. Ich habe Mist gebaut, bin von einem Mann in den nächsten gerannt und den einen Wahren an das Messer meines Meisters verloren. Jetzt bin ich hier, bei dir und weiß immer noch nicht, was ich davon halten soll. Dann hob sie wieder den Kopf, verließ die Geborgenheit, indem die junge Frau aufstand und sich durch das Haar fuhr. Auf einmal fühlte sie sich, als hätte sie eine lange Reise hinter sich und jeder schmerzende Muskel machte sich bemerkbar. Außerdem war die Wunde an der Schulter wieder unangenehm und juckte grässlich.
"Wenn du nichts dagegen hast, werde ich mich nochmal etwas hinlegen. Man braucht Schlaf, um die Heilung aufrecht zu erhalten. Solltest du etwas anderes vorhaben, dann sag es mir." Die junge Frau stand vor ihm, ein erwartungsvoller Blick gepaart mit Erschöpfung, die ihre grünen Augen matt funkeln ließ. Sie bekam eine Gänsehaut, als Sortan sie ansah und die Luft um ihn herum, begann wieder zu knistern und schlich sich elektrisierend unter ihre Haut. Sie seufzte ausgiebig und stemmte die Hände in die Hüften.

Re: Eine persönliche Angelegenheit

Verfasst: Di, 24. Apr 2012 22:24
von Sortan
Er erwiderte ihren Blick, wartete jedoch vergebens auf eine Antwort. Vielleicht dachte sie das er log, oder wollte nicht antworten. Das leichte Schmunzeln verblieb auf seinem Gesicht, während er versuchte irgendetwas in ihren Augen zu lesen und herauszufinden worüber sie nachdachte. Natürlich war das vergebens, schließlich war er kein Magier und sie hatte kein einfaches Mimenspiel. Wieder einmal bewies sie, das sie komplizierter und geheimnisvoller war als die meisten Frauen. Anders und schwieriger, aber zugleich auch faszinierender. So wie sie entblöst auf ihm saß und ihn ansah, brachte sie sein Blut erneut in Wallung. Die Wunden pochten leise in seinem Hinterkopf und er wusste noch immer nicht wie weit er ihr vertrauen konnte und sollte. Andererseits würde ihn die Vorsehung leiten, alles was er tat war vorherbestimmt, also konnte er tun was er wollte denn die Konsequenzen würden die gleichen bleiben. Sollte sie ihn doch eines Tages töten, wenn nicht sie würde es jemand anderes tun, irgendwann und irgendwo. Langsam legte er den Kopf ein wenig schief und versuchte erneut etwas in ihren Augen zu lesen, "Das hast du, Eona." Er war ein wenig überrascht als sie sich ihm auf diese Weise näherte und erwartete schon fast ein Schluchzen oder ein paar Tränen. Was sie ihm jedoch sagte erklärte ein paar Dinge, erklärte grob ihre Vergangenheit und was sie von ihm hielt. Übel nehmen konnte er es ihr nicht, er wusste ja selbst noch nicht einmal genau was er von dem Ganzen halten sollte, aber zumindestens hatte er ein halbwegs gutes Gefühl. Nachdenklich kaute er auf seiner Unterlippe herum, normalerweise konnte er sich auf sein Gefühl verlassen, "Das alles ist vergangen, es bringt nichts dem nachzutrauern... Du kannst nur versuchen aus den Fehlern zu lernen. Vertrau deinen Gefühlen, deinen Instinkten... Sie sind immer das Wichtigste in unserem Beruf." Ihm wurde bewusst das er sie schon als Teil der Familie sah, oder zumindestens als ein Teil von ihm. Wieso war sie nur so verdammt anziehend für ihn? Es war als würde sie ihm den Kopf verdrehen, ihn verhexen. Kurz verengten sich seine Augen, nein dann wäre sie eine verdammt gute Schauspielerin... Oder er schon längst tot.

Nur mit Mühe unterdrückte er ein Seufzen, als sie aufstand und er versuchte ihren Blick zu deuten. Sie war müde, genauso wie er, aber irgendetwas glitzerte in ihren Augen. Er stand auch auf und kam ihr ein wenig näher, "Nun ich hätte da schon eine Idee..." Er griff nach ihrer Hand und zog sie hinter sich her, bis sie wieder im Schlafzimmer waren. Er wusste nicht ob der Zeitpunkt nun besser war als eben, aber es geschah instinktiv. Er drehte sich zu ihr um und packte sie an den Hüften, ehe er sie versuchte leidenschaftlich zu küssen und in Richtung Bett zu schieben.