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Eine persönliche Angelegenheit

"Die Stadt der Wasser" am Fuße der Ruwayd-Berge. Bekannt für ihren Wohlstand und der Akademie der Heiler.
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Eona
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Eona » Sa, 31. Mär 2012 2:07

Eona lachte. Sie lachte so laut und klar, dass es ihr selbst schon unheimlich klang. Kaum war der Knebel von ihrem Mund entfernt worden, musste sie plötzlich losprusten. Ihr Lachen klang glockenhell, so wie man es von einer Frau erwartete, doch nicht von Eona. Sie war immer die kühle unnahbare Dame gewesen, die zu allem Ja und Amen sagte, weil sie es nicht anders kannte. Und auch Sortan schien anscheinend in ein Leben hineingeboren zu sein, dass er gar nicht führen wollte. Diese Ironie des Schicksals, zwei Lebensgeschichten so nah aneinander zu führen und gemeinsam in diese Situation zu stecken war einfach lächerlich. Und deswegen lachte Eona, bis ihr die Seiten wehtaten.
"Du glaubst wohl nicht im Ernst, dass ich dir verrate wo die Schlüssel sind? Das ist doch lächerlich..." Ein Tropfen Blut ihres verstorbenen Herrn löste sich von seinen Geschwistern an ihrer Wange und bahnte sich einen Weg hinunter an ihr Kind und tropfte ihr leise ins Dekoletee, was sich ruhig hob und senkte. Der Adrenalinstoß war vorbei - Sahabi war tot. In der letzten Sekunde seines Lebens hatte er einem Mann ins Gesicht gesehen, dass er nicht kannte. Kein schöner Tod, wie Eona fand. Ein schöner Tod war friedlich einzuschlafen oder im Kampf neben einem geliebten Gefährten für seine Rechte zu sterben. Doch das war auch nur Eonas Meinung.
Sortan war so schlau gewesen, das Bücherregal wegzuschieben und dahinter den Tresor zu entdecken, der mit kluger Technik in die Wand eingelassen wurde. Eona wusste nicht was dort drin war. Sie vermutete Geld oder wichtige Dokumente, die auch den Auftragsmörder interessieren dürften. Doch für die junge Sklavin war das alles ohne Wert. "Ich schulde dir keinen Gefallen, Sortan. Das habe ich noch nie." Seinen Namen spuckte sie förmlich aus und erwiderte seinen Blick mit störrischer Wut, die unaufhörlich in ihr köchelte. "Ich habe niemals den Tod eines Herrn herbeigesehnt und ihn nichtmal verflucht, weil er nicht gestorben ist. Du hast mir lediglich meinen Zweck des Daseins genommen und dafür sollte ich dich lynchen."
Das Angebot, dass er ihr gemacht hatte, war zwar sehr verlockend für die junge Frau, da sie der Sklavenring schon lange störte, doch eben teil ihrer Selbst gewesen war. Doch würde das nichts an der Tatsache ändern, dass sie nun, da Sahabi getötet wurde, heimatlos war. Sahabi war tot und mit ihm seine Bediensteten, der Bote und natürlich Eona. Das Haus würde an den nächsten verkauft werden und wo sollte Eona hin?
Sortan hatte ihr etwas genommen, dass sie unbedingt brauchte, auch wenn sie es tief in ihrem Inneren gehasst hatte. "Lieber würde ich elendig hier sterben, als dich zu irgendwem zu führen oder verraten wo die Schlüssel sind. Deine Drohungen helfen bei mir nichts!" Eine aufsteigende Wutfontäne brachte sie dazu, an dem Laken zu ruckeln, dass sie gnadenlos am Bettpfosten festhielt.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Sortan » Sa, 31. Mär 2012 2:29

Er runzelte die Stirn, diese Reaktion hatte er nicht unbedingt erwartet. Er liebte seine Spielchen, aber er hatte keine Zeit um diesen verdammten Schlüssel zu suchen und Eona weigerte sich tatsächlich ihm zu helfen. Sortan schwieg einige Zeit, beobachtete den Tropfen Blut wie er über ihren Körper rann und sah ihr dann kurze Zeit später wieder in die Augen, als er unter Kleid und Bettlaken verschwunden war. Er knurrte leise diese störrische Sklavin machte ihn allmählich wütend. Wenn sie allerdings wirklich so viel aushielt wie er dachte, würden sie niemals vor dem Morgengrauen fertig werden. Außerdem brauchte er seine Tränke und seine Pflanzen um sie am Leben zu erhalten. Er schwieg bis sich ihr Wutanfall erledigt hatte und trat wieder ganz dicht an sie heran, "Du bist armselig... Wie traurig das ich deinen Zuhälter und Sklavenmeister getötet habe. Dein Leben ist ein Witz, hast du so wenig Stolz und Ehrgefühl das du es nicht einmal fertig bringst alleine ein Leben zu beginnen?" Er spuckte angewidert auf den Boden und wandte sich von ihr ab. Dann ging er wieder zu dem Schreibtisch und zog den Dolch knirschend aus dem Holz, "Oh du wirst sterben und auch elendig, aber nicht hier." Er lächelte kurz in ihre Richtung und wandte sich dann dem Schreibtisch zu. Auch hier waren weder Schlüssel, noch ähnliches zu sehen. Es war zum Schreien, da tötete er einen alten Bibliothekar und scheiterte an dessen willenloser Sklavin. Der Assassine setzte sich aufs Bett und starrte den Pfosten und das weiße Laken der Sklavin an. Seine Gedanken rasten, irgendwo mussten die Schlüssel sein. Er stand schließlich wieder auf und ging zu den Bücherregalen. Seine Hand fuhr über die obersten Bereiche, fand jedoch nichts als Staub. Also begann er ein paar Bücher auszuräumen, fand aber auch nichts. Ein paar Schritte und schon stand er wieder vor Eona, dicht vor ihrem Gesicht und betrachtete sie, "Du wurdest geschändet, hast deine Kinder weggegeben und wurdest geschlagen. Nichts weiter als eine Hure, dabei könntest du so viel mehr sein... Aber, aber, kleine Drachenerbin." Er drückte ihr einen kurzen Kuss auf und setzte dann den Knebel wieder an seinen Platz. Seine Augen fixierten sie kurz, ehe er ihr erneut in den Magen schlug und sich wieder umdrehte. Sein Blick irrte durch den Raum, bis er auf eine kleine Kommode zusteuerte und dort alles durchwühlte. Er riss die Schubladen heraus, wobei eine etwas aufplatzte und eine doppelwandige Schicht Holz zerbrach. Sortan bemerkte es erst als er sich wieder umdrehte und schob das Holz beiseite. Ein bisschen Gold, ein paar kleine Juwelen und der kleine Schlüssel zum Tresor befanden sich in der Schublade. Sicher ein gutes Versteck, aber schlecht verarbeitet. Er steckte alles ein und ging wieder zu dem Tresor, auch wenn er sich zwingen musste an der Sklavin nur vorbeizugehen, denn die Arbeit war wichtiger. Er probierte den Schlüssel und er passte, kurz darauf schwang die eiserne Tür des Tresors auf und er starrte hinein. Zwei Papiere lagen darin, sonst nichts. Er faltete beide zusammen, nachdem er kurz drüber gesehen hatte, und steckte sie zusammen mit dem Gold in eine seiner Taschen. Dann hatte er alles was er wollte, zumindestens aus diesem Haus und so blickte er kurz aus dem Fenster. Vielleicht blieben ihm noch drei Stunden bis zum Morgengrauen. Er lächelte und berührte die Frau aus dem Norden an der Wange. Etwas Blut blieb an seinen Fingerspitzen kleben, "Nun sollen wir hier anfangen, oder nicht..." Er legte den Kopf etwas schief und betrachtete sie kurz, dann ging er zu Sahabi und band ihm die Seile wieder los. Ein erneuter Schlag in den Magen sollte Eona ruhigstellen, bis er ihre Füße wieder ordentlich gefesselt hatte, diesmal mit dem guten Seil.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Eona » Sa, 31. Mär 2012 2:51

Mit einem Satz hatte Sortan einen wunden Punkt bei Eona getroffen. "...dass du es nicht einmal fertig bringst alleine ein Leben zu beginnen..." Der Satz mit Sortans rauer Stimme hallten in ihrem Kopf wider und ihr Blick war starr geraudeaus gerichtet. Sie sah nicht die Leiche, die Sahabi selbst verkörperte und auch nicht die Blutflecken, die überall auf dem Tisch, der Sitzecke und sogar an der Wand verteilt waren. Das Grauen spielte sich in Eonas Inneren ab. Ein tosender Sturm begann sich aufzubauen und spitzte die Sinne der Sklavin bis auf ein Maximum zu. Sie hörte, wie Sortan atmete, wie sie selbst atmete und wie ihre Leben, das doch so sinnlos war lautlos an ihr vorbeirauschte.
Man hatte ihr Mal erzählt, dass man sein ganzes Leben nochmal vor sich sah, bevor man starb. Wie einzelne Bilder tauchten Ausschnitte aus ihrem Leben auf und jedes einzelne verfluchte sie dabei. Etwas rammte mit solch einer Kraft einen eisigen Pflock in ihr doch schon vereistes Herz und sprengte ein Loch in ihre Mauer, die so fest wie jeder Diamant sein sollte.
Sortan hatte eine weitere Suche beendet und sah sich Eona von Nahem an. Wieder der Geruch, der schon den ganzen Raum ausfüllte und in die feine Nase der Sklavin drang. Dieser Duft, der so viel anders war, als von all ihren Herrn zusammen. Mehr sein? Wie kann man denn mehr sein? Ihr schlagendes Herz krümmte sich und schickte einen emotionalen Schmerz in den nun zitternden Körper aus. Den so bedeutungslosen Kuss Sortans überging ihre Wahrnehmung beflissentlich. Weitere Schmerzwellen wurden in ihren Körper ausgesandt und letztendlich schloss sie die Augen. Sie musste sich sammeln. Ein Stück nach dem anderen wurde wieder in das Loch eingefügt, dass ihre Mauer beschädigt aber nicht zu Fall gebracht hatte. Dafür musste Sortan schon härtere Geschütze auspacken. Doch anscheinend, weil er mit Eona eine - in irgendeiner Weise ähnliche - Lebensgesichte teilte, konnte er sie so gut treffen. Aber das soll nicht zur Gewohnheit werden.
Der Auftragsmörder hatte letztendlich den Schlüssel gefunden. Dummer Sahabi. Du warst dir so sicher in diesem Heim, dass nur aus Stein und Möbeln bestand. Eine weitere Illusion, die sich die Menschen jeden Tag aufbauten. Sie dachten, wenn sie sich ein Heim schufen und dort Schutz suchten, wären sie dort sicher. Doch jeder Idiot konnte ein und aus gehen, sich Dinge erlauben, die verboten waren und alles in Schutt und Asche legen.
Die Berührung Sortans riss sie aus ihren Gedanken und nun kam wieder Leben ins Spiel. Der Tresor stand offen. Anscheinend hatte er schon alles entwendet, was sich dort befand und sich in die Taschen gestopft. Aber nicht mit mir. Die Fesseln von Sahabi wurden entfernt und nun machte sich der junge Mann wieder an Eona zu schaffen. Der Schlag in ihren Magen war zwar schmerzhaft, weil er diese Betäubung nun schon zum dritten Mal vollführte, doch die junge Sklavin war zäh. Ihr wurde schwindelig und die Welt, die eigentlich fest in ihren Angeln saß, begann etwas zu kippen. Doch trotz allem bewegte Eona ihre nun unbetäubten Beine ruckartig, bis sie sie so weit frei hatte, dass sie ihre Ferse Sortan abermals ins Gesicht rammen konnte. Was sie dabei traf war ihr egal. Mit ungeheurer Kraft und Willensstärke wand sie sich in ihrem Lakengefängnis und spuckte dabei ihren Knebel wieder hinaus. Aus ihrer Kehle entsprang ein Schrei, der drohte, ihre Lungenflügel zu sprengen. "Verschwinde endlich, du Hundesohn! Ich werde dich zu niemanden führen und wenn du mich jetzt tötest, wird das wohl auch kein Verlust für dich sein oder?"
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Sortan » Sa, 31. Mär 2012 10:53

Der Assassine hatte nicht schon wieder mit Gegenwehr gerechnet und Eona erwischte ihn voll ihm Gesicht. Er taumelte etwas zurück und Blut floss aus seiner Nase, während er sich mühsam wieder aufraffte. Der Schmerz war kurz und heftig, ehe er sich dumpf in seinem Körper ausbreitete. Seine Hand griff nach der Nase, sie war nicht gebrochen, dafür hatte der Winkel nicht gestimmt. Aber Kraft und Feuer hatte die kleine Sklavin, das musste man ihr lassen. Schmerz, Hass, Liebe und all die Dinge waren Sachen die man verdrängen konnte. Das hatte er gelernt und deshalb ignorierte er auch den dumpfen pochenden Schmerz und das Blut welches mittlerweile in etwas geringerem Ausmaß aus seiner Nase floß. Er ging einen Schritt auf die rothaarige zu, dann drehte er nach links ab und ging zwei Schritte in diese Richtung. Er wischte sich das Blut mit dem Handrücken ab und bückte sich nach dem weggerutschten Messer, welches er bei ihrem Angriff verloren hatte. Er wischte die klebrige Klinge ab und das erste Blut war schon ein wenig eingetrocknet. Die Klinge verschwand wieder in seinen Gürtel und Sortan stellte sich wieder vor die Sklavin. Der Schrei hatte ihn geweckt, das war ein Auftrag. Ein Ziel, das erledigt war. Nun brauchte er sie nicht mehr, aber sie war ein Bonus um diesen Menderea zu finden. Er schwieg sie eine zeitlang an, lauschte nach den Dielen und Türen des Hauses, doch niemand reagierte auf den Schrei. Sein düsterer Blick fixierte sie dabei die ganze Zeit und knurrte leise in sich hinein. Er wollte sie verletzen, schlagen und foltern weil sie ihn schon wieder geschlagen hatte, aber das tat er alles nicht. Denn sein Auftrag war das wichtigste und damit auch die Familie. Es knirschte leise, als er seine rechte -lederne- Faust ballte und sich der Siegelring unter den Handschuhen wölbte. Dann griff er erneut nach ihrem Sklavenring und drückte sie damit gegen den Pfosten. Er fixierte sie noch einen Moment und schlug sie dann erneut mit der Faust. Der Siegelring war zwar hohl, aber schwer und dessen Ziel war ihre Schläfe. Er schlug nicht besonders hart zu, aber das musste er auch nicht. Denn er wollte nicht ihren Tod, sondern lediglich Fügsamkeit und Ruhe, und die erreichte man nunmal am besten mit einer Ohnmacht. Kurz darauf knebelte er sie auch wieder, allerdings fester.

Dann knotete er sie von dem Laken los und fing ihren Körper auf. Er hatte keine Zeit um zu überprüfen ob sie noch lebte, das würde aber auch die Vorhersehung entscheiden. Nun galt es sie irgendwie zu dem sicheren Haus zu bringen. Sie war leicht und klein, aber der Assassine auch nicht besonders stark. Sortan war sich durchaus bewusst, das das eine anstrengende und schwierige Sache werden würde und er den Auftrag nicht ganz nach Plan vollenden würde, aber das war ihm jetzt egal. Blut aus seiner Nase tropfte auf Eona´s Körper, ehe er ihn sich über die Schulter warf. Er keuchte leise, als er sie aus dem Zimmer und möglichst leise bis nach unten brachte. Die Dunkelheit war noch da, aber bald würden die ersten Arbeiter und Sklaven auftauchen und in der Stadt herumlaufen. Ausserdem war da noch die Nachtwache der Stadt die in diesem Viertel öfters patrouillierte. Sein Blick ging durch die leise geöffnete Haustür und der Raquiiah schlüpfte in einem passenden Moment hindurch auf die Straße. Sie war menschenleer und nur ein ausgehungerter Hund streifte von Haus zu Haus. Wut und Hass stauten sich in ihm auf, während er von Gasse zu Gasse rannte und zwischendurch in den schwarzen Ecken immer wieder einmal pausierte und Luft holte. Nun kam ihm durchaus zu gute, das er die Stadt kannte und auch ihre entlegensten und versteckten Winkel. Es dauerte beinahe zwei Stunden und die Dämmerung setzte bereits leicht ein, aber er erreichte das Haus der Familie unbeschadet und unverfolgt. Er hatte im Laufe der Zeit immer mehr anderen Menschen ausweichen müssen und war mehr als einmal fast entdeckt worden. Doch schließlich sperrte er die Tür auf und verschloss sie von innen wieder. Er keuchte etwas schwer und trug die Sklavin durchs Haus, bis zu der Tür die in den Küchenboden eingelassen war. Sortan legte sie ab und öffnete die Tür, indem er den Ring zog. Dann packte er Eona wieder und ließ sie nach unten ins Schwarz des Kellers fallen. Es war nicht tief und sie würde höchstens ein paar Schrammen davontragen, es war für ihn aber einfacher als sie hinunter zu tragen. Dann folgte er ihr über die Leiter und griff im Dunkeln nach der Kette an der Wand, er kannte sich gut in diesem Keller aus. Er befestigte die Kette an ihrem Sklavenring, sehr zuvorkommend von ihr fand er, und hob sie dann wieder hoch. Er prüfte kurz ihre Atmung und ob sie schon wach war, ehe er ihr dann die Fesseln durchschnitt und ihr Hände an die Wand hielt. Die eiserne Stange mit den beiden Handschellen saß etwas höher, aber sie würde zumindestens stehen können. Es klickte zwei mal kurz, als sie einrasteten und der Assassine müde ein paar Schritte zurück machte. Das einzige Licht kam immernoch von der Falltür, aber auch das war wenig, denn die Sonne hatte sie noch nicht mit ihrer Anwesenheit geehrt.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Eona » Sa, 31. Mär 2012 15:00

Ein weiterer Abschnitt ihres Lebens, auf den die junge Sklavin nicht stolz war. Als sie aufwachte brummte ihr der Schädel und sie fasste sich an die Schläfe, dort, wo Sortan sie getroffen hatte. Eine Kruste hatte sich gebildet und die Wunde schien zwar nicht groß zu sein, hatte aber ihr Übriges getan. Kein Zweifel: Sie war in Ohnmacht gefallen und woanders verschleppt worden. Eona hätte es auch gewundert, wenn der Auftragsmörder gewartet hätte, bis die Sklavin wieder aufwacht und sie ihn erneut mit irgendwelchen Körperteilen hätte schlagen können. Es hatte sie ja schon gewundert, dass sie ihn überhaupt getroffen hatte. Eonas Vorstellungen von Auftragsmördern war wohl eine andere als Sortan sie kannte.
Ihr Hals schmerzte, als sie sich etwas bewegte und sie wollte auch ihren Hals abtasten, doch etwas hinderte sie klirrend daran. Sie tatstete mit ihren langen Fingern nach dem Ding, dass sich um ihre Handgelenke geschlossen hatte und überlegte, was das sein könnte. Es war kalt und schwer und schien an einer Stange oder ähnliches zu hängen. Eonas Augen gewöhnten sich nach und nach an die Dunkelheit, doch machte das ihre Situation nicht besser. Ein Mensch braucht wenigstens etwas Lichtquelle - wie den Mond oder eine kleine Kerze - um im Dunkeln sehen zu können. Und die einzige Quelle schien durch einige Ritzen an der Decke und Eona wusste, dass es das Licht der aufgehenden Sonne war. Diese Öffnung war anscheinend eine Falltür oder etwas ähnliches. Eona spitzte die Ohren, doch vernahm keinen Laut. Entweder war Sortan außer Haus oder er bewegte sich permanent leise, wie ein Dieb in einem fremden Haus.
Das war jetzt aber nicht wichtig, sondern wichtig war, ihre Situation festzustellen. Die junge Sklavin bewegte alle ihre Gliedmaßen, vom kleinen Zeh bis über ihren Kopf und bemerkte noch etwas. Der Sklavenring hatte einen Zusatz von einer Kette bekommen, die sinnlos an ihrem Körper hinab baumelte. Und langsam erkannte sie auch, was ihre Handgelenke so eisern an die Stange festhielt. Es war ein paar große, schwere Handschellen, wie die junge Sklavin es nur einmal gesehen hatte und diese Erinnerunge jagte ihr einen Schauer über den Rücken.
Eona hatte wirklich keinen Schimmer, wie sie hierhergekommen war und wo sie überhaupt war. Ihre Ohnmacht schien so tief gewesen zu sein, dass sie einige Stunden verpasst haben muss, wenn man das Heilungsstadium ihrer Wunde am Kopf betrachtete.
Sie trug noch alle ihre Kleider, ihr Haar war offen und ein leichter Geruch von Sandelholz ging immer noch von dem Öl auf ihrer Haut aus. Zwar hatte sie einige Verletzungen zu beklagen, die langsam unangenehm wurden, doch darum machte sie sich keine Sorgen. Sie hatte ihr Heilsalben-Täschchen mit dabei und wenn sich eine Gelegenheit bietet, würde sie ihre Wunden versorgen. Doch das oberste Ziel war es erstmal, hier rauszukommen und vor Sortan zu fliehen.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Sortan » Sa, 31. Mär 2012 15:30

Der junge Mörder hatte die Falltür wieder geschlossen, nachdem er die Sklavin festgemacht hatte. Er war froh über diesen Zusatz, den er sich irgendwann einmal eingebaut hatte. Schließlich kam es bei seinen speziellen Aufträgen öfters mal vor, das sich jemand wehrte und zum reden gebracht werden musste, alleine und dort wo man ihn nicht hören konnte. Der Tag war langsam angebrochen und er selbst hatte sich schlafen gelegt, denn die Nacht war anstrengender gewesen als gedacht. Er wachte erst wieder kurz vor der Dämmerung auf, die Sonne stand schon tief am Zenit und spendete nur noch wenig Licht. Sortan rieb sich das Gesicht und spürte eingetrocknetes Blut, er seufzte leise und zog sich aus, ehe er sich mit kaltem klaren Wasser wusch. Er ließ sich Zeit, genoss die Kälte und zog dann wieder seine Kleidung an. Natürlich andere, schließlich war die Botenkleidung voll mit eingetrocknetem Blut und stank. Sortan zog sich die braune Wüstenkleidung der Beraij an. Das Gold und die Juwelen verschwanden in seiner gut gesicherten Truhe, ehe er sich an den Tisch in der spärlich eingerichteten Küche setzte. Er zog die zwei zusammengefalteten Zettel hervor, die er mitgenommen hatte und las sie angestrengt und mehrmals durch. Es dauerte eine Weile bis er die Informationen verglichen und entziffert hatte, die Handschrift des Alten war grauenvoll. Abscheu lag in seinem Blick, als er sie zusammenfaltete und in eine Schale legte. Er nahm sich etwas Brot und Käse und eine Flasche Wasser und stellte alles auf den Tisch. Dann suchte er sich eine Fackel heraus und das ölgetränkte Ende fing schnell Feuer, ausgehend von seinen Feuersteinen. Als die Fackel brannte, taten die zwei Zettel von Sahabi es ihr gleich und verwandelten sich in schwarze Asche. Dann öffnete er die Falltür wieder und packte Brot, Käse und Wasser zusammen. Er gewöhnte sich schnell an die Dunkelheit, doch die Fackel erleuchtete den kleinen Raum fast ganz. Es ging ein leicht schabendes Geräusch aus, als Sortan die Fackel in den vorgesehenen Halter an der Wand schob und die Falltür wieder zu zog. Er drehte sich zu der Sklavin um und betrachtete sie eine Weile. Neben ihr hing eine weitere Kette und auch Handfesseln waren in der Wand eingelassen. Diesen gegenüber an der Wand stand ein Tisch und zwei Stühle. Sortan setzte sich und legte alles auf dem Tisch ab, während er Eona nicht aus den Augen ließ. Seine Narben juckten, überall an seinem Körper, wie es immer war wenn er sich gewaschen hatte. Er sah kurz nach links, das einzigste was noch in dem Raum war, war eine kleine Tasche die voll mit allerlei Folterinstrumenten ausgerollt auf einer Kommode stand. Ausserdem befanden sich in der offenen Kommode allerlei Pflanzen, Kräuter und Fläschen mit hellen, dunklen und auch roten Farbtönen.

Er lächelte die Sklavin an und trank einen Schluck Wasser, ehe er sich etwas Käse und Brot in den Mund schob, "Nun, willkommen in meinem bescheidenen Heim, Erbin der Drachen." Er sprach wieder in seinem flüssigen Coreonisch, weil er glaubte das es ihr einfacher fallen würde und er die Sprache gern sprach, "Du weißt was dich erwartet. Ich hätte dir Gold und Freiheit für dein Wissen geboten, aber dieses Angebot würdest du ja nicht annehmen. Vielleicht sollte ich dein neuer Meister sein, würde das deinem Leben einen besseren Sinn geben?" Er lächelte kurz süffisant und brachte seine Meinung deutlich zum Ausdruck, ehe er in aller Ruhe weiteraß.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Eona » Sa, 31. Mär 2012 15:52

Eonas Magen rumorte, als sie nur den leisesten Geruch von Käse und Brot vernahm. Seit Stunden hatte sie nichts im Magen gehabt und würde wirklich vieles dafür geben in das herzhafte Brot zu beißen, wie Sortan es jetzt tat. Auch ihre Kehle braucht unbedingt etwas, um wieder geschmeidig zu werden, denn sie fühlte sich an wie die Wüste um Naradesh herum.
Sie erinnerte sich an die Reise mit Mendera durch die Steppe und dann die lange Strecke durch die Wüste. Sie waren zwar zu Pferd gewesen, doch trotzdem hatte die junge Frau jede Minute der Reise unbeschreiblichen Durst verspürt. Menderea sparte mit dem Wasser und er teilte es auch gerecht zwischen sich und seiner Gefangenen, doch es reichte Eona nicht. Sie war anderes Klima gewöhnt gewesen und immer einen Fluss in der Nähe zu haben, aus dem sie das kühle Nass hätte schöpfen können.
Doch die junge Sklavin sagte nichts davon; ihre Mimik blieb die gleiche. Sie verfolgte Sortan mit ihren Blicken und bemerkte, dass er eine andere Kleidung trug als die letzte Nacht. Das Licht, dass die Fackel verbreitete, hatte sie zuerst geblendet, auch wenn es ein warmes Licht war, dass nicht so stach, wie die pralle Morgensonne. Doch Eonas Augen waren nicht an so viel Licht gewöhnt gewesen und für einige Sekunden kniff sie die empfindlichen Augen zusammen, damit sich die Pupillen langsam verengen konnten und somit mehr Licht aufnahmen. Sortan schien sich wohl ausgeschlafen zu haben und auch der Geruch von Blut und Schweiß hing nicht mehr an ihm, als er an Eona vorbei ging und sich an einen kleinen Tisch setzte, den die junge Sklavin schon vorher bemerkt hatte. Eona fühlte sich dreckig und hätte am liebsten ein Bad genommen und sich etwas Essbares zwischen die Zähne geschoben, um wieder klare Gedanken zu bekommen. Ihre Narben auf dem Rücken ziepten schon, als sie sich gestern auf Sortan geworfen hatte und langsam wurde es unangenehm. Vor allem die Blessuren, Schrammen und blaue Flecken pochten überall an Eonas zierlichen Körper und sie hätte den Auftragsmörder beinahe gebeten, sie endlich los zu machen, damit sie ihre Wunden versorgen konnte.
Ihr Kopf war Sortan zu gewandt, auch wenn das keine bequeme Position war, doch sie wollte ihrem Feind in die Augen sehen und nicht mit ihrem offenen Rücken ihm gegenüber stehen. Wieder rumorte ihr Magen und sie hoffte, dass Sortan es nicht hören würde. Als er anfing mit ihr auf Coreonisch zu sprechen, versetzt ihr das wieder einen Stich, der sofort wieder verschwand, als sie sich zur Ruhe zwang.
"Ich sage dir eins: Ich bin keine Drachenerbin. Sahabi hat dir etwas vorgeschwärmt von Dingen, von denen er nichts wusste. Du hast wohl auch noch nie einen wahren Drachenerben gesehen, was?", meinte sie spitz und bewegte ihre Hände, um etwas Blut in ihre kribbelnden Finger zu pumpen. "Gold hat für mich seinen Wert verloren, genauso wie die Freiheit. Und wenn du denkst, dass ich mich dir unterwerfen würde, dann hast du dich getäuscht." Mit dem letzten Rest an Flüssigkeit, die in ihrem Mundraum bestand spuckte sie vor Sortans Füßen aus. Zigeuner müssen weit spucken können, musst du wissen, drang Zerxs Stimme an ihr Ohr, doch Eona unterdrückte das aufkommende Gefühl von Melancholie.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Sortan » Sa, 31. Mär 2012 16:16

Er lächelte als er das Rumoren ihres Magens hörte und biss noch ein Stück von dem Käse ab. Dann stand er langsam auf und lächelte sie an, "Ich weiß das du keine Drachenerbin bist, sonst wäre ich schon längst tot. Aber du hast Feuer in dir, eine Sklavin die immer noch Feuer in sich hat." Er griff nach dem Wassersack und trank einen Schluck, ehe er ihre Spucke geflissentlich übersah und auf sie zuging. Der Assassine strich über ihren Arm und legte den Kopf etwas schief, "Du verabscheust die Freiheit, aber ich bin dir als Herr nicht gut genug, mhm?" Er zuckte mit den Schultern und hielt ihr den Wasserschlauch an den Mund, damit sie trinken konnte. Schließlich wollte er nicht das sein einzigster Hinweis verdurstete. Als der Meinung war das sie genug hatte, verkorkte er den Schlauch wieder und legte ihn auf den Tisch. Dann lehnte er sich gegen die Wand und zwang sie so dazu den Kopf zu drehen, wenn sie ihn weiter ansehen wollte. Das warme Licht der Fackel glitzerte und schimmerte auf seinem silbernen Ring und es schien als würden die Schlangen darauf sich tatsächlich bewegen würden. Er war noch unentschlossen was er mit ihr tun würde und eigentlich hatte er letzte Nacht genug Blut gekostet, schließlich wollte er sich seinen Hunger ja für Menderea aufsparen.

Er schwieg eine Weile und aß noch den restlichen Käse, ehe er sich von der Wand abstieß und der Sklavin wieder von hinten näherte. Er genoss die Nähe einer so wehrlosen Frau, doch wie immer kam erst die Arbeit und dann das Vergnügen, "Hör zu, ich mache dir jetzt noch ein allerletztes Angebot. Ich gebe dir die Chance das zu bekommen was du willst und im Gegenzug musst du mich nur zu diesem... Menderea führen und ihn mir liefern." Es war unwichtig wie viel sie über seinen Auftrag oder die Familie wusste, weil sie so oder so sterben würde. Und wenn nicht, wer würde einer Sklavin schon glauben schenken? Trotzdem ließ er nichts davon durchsickern, gab ihr weder Informationen, noch Details. Er zuckte mit den Schultern und ging zu der kleinen Kommode. [18]Sanft strich er über die Werkzeuge und fuhr über die Zangen, gebogenen Klingen, geraden Klingen, Nadeln, Fleischerbeile, Hämmer und allerlei anderes Werkzeug. Kurz blieb er an einer leicht gebogenen Klinge hängen, die wie eine kleine Sichel aussah und erinnerte sich daran wie er einmal jemandem damit stück für stück die Haut abgeschabt hatte. Im Zusammenhang damit bewirkte Salz wirklich wahre Wunder, je weniger Haut desto größer der Schmerz.[/18] Er drehte sich wieder zu Eona um und lächelte sie an, "Ach und wenn ich wollte, würdest du dich mir unterwerfen... Früher oder später. Willst du das wirklich ausprobieren?" Er wählte eine kurze Klinge, ähnlich eines Skalpells, und trat wieder hinter sie. Dann strich er ihr die Haare weg und setzte die Klinge sacht in ihr Dekoletee, knapp über den Stoff des mittlerweile nicht mehr so schönen Kleids. Sein Blick verharrte einen einen kurzen Moment auf ihren Brüsten, warum nicht das Vergnügen mit der Arbeit verbinden? Aber er wollte zuerst einmal abwarten ob sie darauf eingehen würde.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Eona » Sa, 31. Mär 2012 16:43

"Wenn ich kein Feuer in mir haben würde, wäre ich schon längst verreckt...", murmelte sie eher zu sich selbst, als zu ihrem Peiniger. Weiterhin ließ sie Sortan nicht aus den Augen. Sie verfolgte jede seiner Bewegungen und wollte auf keinen Fall etwas verpassen, wenn der junge Mann doch noch einen Fehler beging. Eine weitere Verletzung würde ihm gut zu Gesicht stehen.
Doch leider war Eona wehrlos an die Wand gekettet und fühlte sich unwohl in ihrer Situation. Gut, sie war es gewohnt wehrlos zu sein und somit ein vergnügliches Fressen für irgendwelche alten Lüstlinge zu sein, doch dass hier war eine ganz andere Seite vom Buch. Sortan würde nicht zurückschrecken zu töten. Das hatte sie schon bei Sahabi gesehen. Der Anblick war mehr als grausam gewesen. Doch der Alte war nichts als ein fauler Lüstling gewesen, der nur eine kleine Schachfigur in Eonas Leben gespielt hatte. Somit war er eigentlich kein Verlust. Ihr Leben hatte eine saubere Wendung genommen und das Schicksal sah ihr grinsend dabei zu, wie die junge Sklavin es bewerkstelligen würde, dort wieder hinaus zu kommen.
Sie war dankbar für das Wasser, dass ihr dargereicht wurde und trank in gierigen Zügen. Sofort merkte sie, wie ihre Kehle sich entspannte und die Kopfschmerzen einem dumpfen Gefühl wichen, dass sich in Eonas ganzen Körper ausbreitete. Ihre Lungen füllten sich mit Luft, als die Wasserflasche den gierigen Mund verließ und Eona hustete. Diese Zwickmühle war einfach verdammt schwierig. Sie war wehrlos, so wie sie es eigentlich immer war, doch mit einem anderen Gefühl. Stechender Hass flog Sortan entgegen und sie verfluchte den Unbekannten mit einigen Schimpfwörtern, die ihr aus heiterem Himmel einfielen. "Was willst du eigentlich von Menderea?", fragte Eona und beobachtete ihren Peiniger dabei, wie er einige Instrumente auf einer Kommode musterte. Das Herz rutschte ihr in die Hose, doch sie zwang sich zur Ruhe. Eowhans Bullenpeitsche kam ihr in den Sinn und die Narben auf ihrem Rücken begannen wieder unangenehm zu ziepen.
Mit einer geradezu liebevollen Handbewegung strich Sortan ihr das lange Haar zur Seite und wieder stieg ihr der würzige Moschusgeruch in die Nase, der einen Schauer über ihren Körper jagte. Ihre Nackenhaare stellten sich auf, als sie den kalten Stahl des kleinen Messers auf ihrem Ansatz ihrer Brüste spürte und sie hielt den Atem an, um nicht unnötig mit ihrer hellen Haut an der Klinge zu schaben. Das Herz klopfte an ihre Brust und schien nicht auf Eona hören zu wollen. Kurz funkelte eine Flamme kalter Angst in der jungen Sklavin auf und breitete sich wie ein Lauffeuer aus. Die junge Frau schloss die Augen und legte den Kopf etwas in den Nacken, um klarer Denken zu können.
Warum sage ich nicht einfach, wo Menderea steckt. Sortan wird ihn umbringen, was eigentlich kein Verlust bedeutet, da auch er mit Sahabi unter einer Decke steckt. Das kleine Messer funkelte bedrohlich im Fackelschein und Eona begann wieder leise zu atmen, wenn auch das Zittern ihres Körpers in den Atemzügen mitschwang. Aber er wird mich umbringen, sobald er sein Geschäft erledigt hat. Und dann hat die Qual ein Ende, oder? Da hilft es mir nicht, gerade jetzt störrisch zu sein und eine weitere Narbe davon zu tragen.
Anscheinend hatte die junge Sklavin etwas zu lange nachgedacht und Sortan hatte etwas Druck auf die scharfe Klinge ausgeübt, die eine - zwar nicht tiefe - aber brennende dünne Wunde auf ihrem Dekolletee hinterließ. "Bitte..." Eona verfluchte sich dafür, dass sie ihren zitternden Körper nicht unter Kontrolle hatte und somit ihre Stimme auch etwas zittrig klang. "Ich führe dich zu Menderea. Nur mach mich endlich los."
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Sortan » Sa, 31. Mär 2012 17:07

Der Assassine lächelte und sein Gesicht war etwas näher an ihrem, "Was ich von ihm will? Du bist wirklich neugierig, nicht wahr?" Er dachte kurz an das was er gelesen hatte, vor ein paar Minuten noch erst. Die zwei Zettel, ein Brief und eine Liste. Es stimmte, sie verfolgten die Raquiiah, aber sie verfolgten nicht alle sondern nur einen einzigen. Er verdrängte die Erinnerungen kurz, doch kamen sie zurück. Er sah die Toten, aufgebahrt an einer langen Tafel, und über ihnen die Namen. Die Namen die auf der Liste standen, es waren nicht alle und einige waren auch nicht das Werk eines Raquiiah, aber dennoch war sie erstaunlich detailliert. Die Familie würde niemals so viele Fehler machen und sich so leicht nachspionieren lassen. Und er würde es auch nicht tun. Sortan schluckte unmerklich, gefangen in diesem Gedanken. Nicht einmal alle Mitglieder der Familie kannten seinen Geburtstnamen, denn trotz seiner Verbundenheit und Loyalität zu ihnen war er ein misstrauischer und paranoider Mensch geworden. Er musste lachen, es klang leicht traurig, "Ich werde ihn töten und jeden den er jemals gekannt und geliebt hat." Der Brief enthielt eine Tatsache die ihm nicht bewusst gewesen war. Er hatte sie verdrängt und das würde er auch weiterhin tun. Diese Menschen, diese Bruderschaft verfolgte nicht nur die Raquiiah, sie verfolgte insbesondere ihn. Er wusste noch nicht genau warum, aber sie schrieben über ihn, über seinen Onkel. Sie schrieben das sie ihn bald gefunden hätten und das Azoth Raquiiah für seine Taten bezahlen musste. Sie schrieben das sie seinen Onkel hatten und er tot war. Sortan wischte sich die Gedanken wieder aus dem Kopf, es war immer jemand sauer auf einen Auftragsmörder, aber das schien regelrechter Hass und Rache zu sein. Es war etwas größeres, etwas anderes und sein Onkel musste wegen ihm sterben. Es war ihm egal, der alte Narr hatte seine besten Tage hinter sich und machte immer mehr Fehler, Trauer war Schwäche und Schwäche war Tod.

Die Sklavin riss ihn aus seinen Gedanken und Vermutungen über diese Personen und ihre Ziele und Zwecke und er merkte das er sie geschnitten hatte. Seine komplette Aufmerksamkeit wurde nun wieder auf das hier und jetzt gelenkt und er atmete tief ihren Duft ein, "Ich wusste du würdest zur Vernunft kommen, allerdings hast du mich letzte Nacht doch etwas verletzt... Fast hätteste du mir die Nase gebrochen. Vielleicht solltest du etwas Wiedergutmachung leisten?" Er lächelte und drückte seinen Körper gegen ihren Rücken und sie damit an die Wand. Das Messer zog er dabei kurz vorher sacht von ihren Brüsten weg und führte es unter ihrer Achsel an ihrem kleid entlang. Der Stoff fiel der scharfen Klinge schnell zum Opfer und ab und an streifte sie auch etwas Haut und hinterließ ein paar Tropfen Blut, "Ausserdem sollten wir unser Abkommen besiegeln." Er traute ihr kein Stück, sie würde sofort abhauen, wenn er sie nun losmachen würde. Außerdem war es so etwas reizvoller für ihn und sie konnten das Ganze sowieso nicht diese Nacht erledigen. Nicht so kurz nach dem Mord an Sahabi.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Eona » Sa, 31. Mär 2012 17:40

[18]Heißes Adrenalin wurde in die junge Sklavin gepumpt und schoss pfeilschnell durch ihre Venen. Die Pupillen weiteten sich, der Atem wurde schneller und das leichte Kribbeln von ihren fast tauben Händen, breitete sich nun in ihren zitternden Körper aus. Alle Haare auf ihrem feinen Körper stellten sich knisternd auf und ihre Narben auf dem Rücken begannen schon beinahe wie Feuer zu brennen.
Ihr Lieblingskleid wurde von der scharfen Klinge zerschnitten und fügte der jungen Sklavin einige dünne Wunden zu, die sich zu den anderen gesellten. Das warme Blut rann an ihren nun nackten Hüften entlang und die rote Hülle ihres Kleides ging zu Boden. Ein weiteres Erinnerungsstück war Eona aus den Händen gerissen worden und ein weiterer Schauer jagte über ihre Haut. Der Atem von Sortan in ihrem Nacken zauberte eine breite Gänsehaut auf ihren nackten Körper und Eona atmete zitternd ein und wieder aus. "Was für ein Abkommen? Ich habe dir nur gesagt, dass ich dich zu Menderea führen werden und sonst nichts. Such dir jemand anderen, an dem du deine Gelüste auslassen kannst...!" Doch natürlich waren ihre Worte wertlos gegen einen lüsternen Mann, der anscheinend Gefallen an der verfälschte Drachenerbin gefunden hatte. Sein zäher Körper, der unter seiner Kleidung leicht zu spüren war, wurde gegen ihren narbigen Rücken gedrückt und Eonas Wange wurde an die kühle Wand des Kellers gepresst. Ein weiterer wohliger Schauer überkam die junge Frau, doch sie versuchte ihn um jeden Preis zu unterdrücken. Jetzt war der falsche Zeitpunkt an irgendwelche Bedürfnisse zu denken, die sie bei Sahabi nie ausleben konnte, weil er einfach schon ein alter Mann gewesen war, der darauf schwörte, dass sein Kräuterschnaps die Potenz hob. Sortans junges Fleisch und sein heißer Atem in ihrem Nacken schienen sich an Eonas Körper anzupassen, doch sie wehrte sich dagegen. Etwas blockierte ihre Gedanken und eine Alarmglocke schrillte unaufhörlich, sie solle von hier verschwinden und zwar schleunigst.
Schon bei Andrés Botengängen, hatte sie andere Männer befriedigen müssen, was ihr schon damals gegen den Strich gegangen war. Bei André war das etwas anderes. Er war für sie kein Fremder gewesen, sondern ihr Herr und Meister, dem sie in irgendeiner Weise gerne gedient hatte, da er nie grob mit ihr umgegangen war. Und jetzt kam Sortan ins Spiel. Auch er war ein Fremder, der sogar ihren Herrn und ihr Heim in einem Streich vernichtet hatte und jetzt von ihr etwas verlangte, während sie wehrlos an einer Wand hing und sich gegen den Körper hinter ihr zu wehren versuchte.
Ihr Körper arbeitete gegen ihren Verstand und schickte eine weitere Welle der Erregung durch ihre Muskeln und sie bog ihren Rücken durch, während ihr Verstand versuchte endlich Vernunft anzunehmen und den widerspenstigen Körper unter Kontrolle zu bringen. Ein einziger Schweißtropfen bahnte sich von ihrem Nacken durch das Narbengebirge an ihren Lenden vorbei und Eona wünschte sich, dass das schnell vorbei gehen würde.[/18]
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Sortan » Sa, 31. Mär 2012 18:00

[18]Der Assassine genoss es noch eine Weile ihren Körper an seinem zu spüren und merkte bereits wie sein Blut in Wallung geriet. Die Frau aus dem Norden hatte eine unerfindliche Anziehung auf ihn, etwas das er so nur einmal erfahren hatte. Er war überrascht das sie ihm so sehr gefiel. Seine Hände strichen über ihre Seite und die Hüfte hinunter und verteilten das Blut ein wenig. Dann tat er einen Schritt zurück und entledigte sich ebenfalls seiner Kleidung. Dann legte er die schlanke gebogene Klinge achtsam wieder auf den Tisch. Die stramme, aber schlanke, Gestalt pfiff leise und seine Muskeln wölbten sich unter der hellen Haut. Die vielen verschiedenen Narben wölbten sich über seinen gesamten Körper, es waren Brandnarben, Stichwunden, blaue Flecken und einige andere Narben auf seinem gesamten Körper zu sehen. Zumindestens in diesem Punkt stand er der Sklavin in nichts nach. Seine Hand strich schon fast zärtlich über ihren Rücken und folgte dabei immer einer Narbe bis zu ihrem Ende, "Und ich werde dir dafür geben was du willst, Eona... Suchen? Ich habe doch schon dich, warum sollte ich mir die Mühe machen?" Er fuhr noch über eine letzte Narbe, die nach vorne in Richtung Wand kroch und folgte ihr mit seiner rechten Hand. Dann drückte er sich gegen ihren Körper und spürte ihre vollen Rundungen, was sein Blut nur noch mehr in Wallung brachte und seine Erregung auch äußerlich zeigte. Er folgte der Narbe weiter bis zu ihrem Bauch und strich dann langsam etwas tiefer, er genoss es regelrecht sie hinzuhalten und sich selbst ebenfalls. Seine andere Hand suchte nach ihren Brüsten und strich sacht über sie, während er ihren Duft in sich einzog und ihren Hals sanft küsste. Innerlich konnte er es kaum noch erwarten, und die geballte Erregung würde schon bald zum Einsatz kommen. Er wollte sehen wie sie reagierte, denn er war sich sicher das keiner ihrer Meister sie jemals so geliebt hatte. Vor allem nicht der Alte, er wäre erstaunt gewesen wenn er dazu überhaupt noch imstande gewesen war. Seine Hand wanderte weiter über ihre Brüste und strich ebenfalls über ihren Hals, bis sie sich mit leichtem Druck auf ihn legte und sie festhielt, während er mit seinen Beinen ihre etwas auseinanderschob und langsam in sie eindrang.[/18]
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Eona » Sa, 31. Mär 2012 18:34

[18]Eonas Körper hing an der Wand des kühlen Kellers; nur noch die Zehenspitzen berührten den Lehmboden des Hauses. Ein ziehender Schmerz breitete sich in ihren Armen aus, doch sie achtete nicht darauf, dass ihr ganzes Körpergewicht an ihren Handgelenken hing, die bei dem Liebesakt aufgescheuert wurden. Doch einen Liebesakt konnte man das nicht nennen. Sortan war harsch mit ihr umgegangen und hatte sich viele Male in ihre Hüften oder ihren Schenkeln verkrallt, wobei Eona schmerzhaft aufgeschrien hatte. Ihre Fingernägel hatten an der glatten Kellerwand nach Halt gesucht, ihn aber nicht gefunden und ihre sonst so gepflegten Nägel, waren aufgerissen oder gar nicht mehr vorhanden. Die Knie waren aufgeschürft, da sie mehrere Male gegen die Wand geknallt waren, während ihre Beine versuchten, nicht einzuknicken.
Eonas Körper zitterte unter der schwindenden Erregung, die jeden Muskel und jede Sehne in ihrem Körper noch vor kurzem beherrscht hatte. Ihr Verstand hatte in dem Moment ausgesetzt, als das Spiel begann. Ihr Herz hatte für einen Moment ausgesetzt, als sie die geballte Manneskraft in sich spürte und konnte nur noch an mehr denken. Sahabi war ein Nichts gegen den Auftragsmörder gewesen und diese Gewissheit, drang nun in Eonas Gedanken, die sich versuchten zu sammeln. Die junge Sklavin verspürte wallende Hitze auf ihrer Haut und zeigte sich durch Schweißperlen, die ihren Körper im Sekundentakt hinunterwanderten. Sortans Finger waren heiß gewesen; hatten ihren Körper immer wieder an so vielen Stellen berührt und Eona verfluchte sich, als sie feststellte, dass es ihr gefallen hatte. Doch sie konnte gerade nicht denken, nur atmen.
Die Brust der jungen Frau hob und senkte sich nun etwas regelmäßiger und der Körper Sortans schoss ihr durch den Kopf.
Sie hatte einen Blick über ihre Schulter geworfen, um einen Blick auf ihren Peiniger zu erhaschen und ihr waren die vielen Narben und Brandnarben auf seinem Körper aufgefallen, die wie bei Eona, fast überall verteilt waren. Hatte auch er gelitten? Oder gehörte das einfach nur zum Leben eines Mörders dazu? Der Moschusgeruch des jungen Mannes hing immer noch in der Luft und Eona ertappte sich dabei, wie sie ihn gierig aufsog. Die Würze und der Schweiß hatten sich mit dem der jungen Sklavin vermischt und würde wohl noch tagelang in diesem Keller hausen. Jegliche Kraft war aus Eonas zitternden Körper gewichen und sie versuchte, wieder auf die Beine zu kommen, doch es viel ihr schwer. "Bitte...ich kann nicht mehr...mach mich los...", keuchte sie und startete einen neuen Versuch, sich aufzurappeln. Doch diesmal versuchte sie sich, an den Handschellen nach oben zu ziehen, was nur mäßig klappte. Wenigstens stand sie jetzt auf ihren Fußballen und der ziehende Schmerz in ihren Armen verwandelte sich in ein unangenehmes Kribbeln, dass Eona auf Dauer nervte.
"Ich tu auch alles...was du willst...nur mach mich los..." Ihre Stimme klang so erbärmlich und die junge Frau verfluchte sich dafür, doch der einzige Wunsch den sie jetzt hatte, war, sich zu waschen und für immer schlafen zu legen. Ob sie jetzt ihren Stolz und ihre Würde für einen Moment verliert oder für die ganze Nacht war ihr gerade egal.[/18]
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Sortan » Sa, 31. Mär 2012 18:59

[18]Der Assassine keuchte leise und zufrieden. Er strich ihr noch einmal kurz über den Rücken, ehe er sich von ihr löste und der Schweiß an seinem Körper glitzerte. Die Fackel glomm nur noch schwach in der Ecke und so wurde der Keller immer mehr in die Dunkelheit getaucht. Er brauchte etwas zu trinken und griff nach dem Wasserschlauch. Nach einem gierigen Schluck zog er den Geruch in sich hinein, der nun in dem Keller herrschte und schloss kurz die Augen. Immerhin hatte der Ganze Auftrag so nun etwas gutes gehabt und diese Gelegenheit war ihm fast schon lieber als das Gold und die Juwelen. Er betrachtete eine Weile lang ihren geschundenen Körper und wie hier und da Bluttropfen hervorquollen. Sein Blick strich über ihren gesamten Körper und stellte sich vor welche Waffen wohl für welche Narbe verantwortlich gewesen sein mochte. Kopfschüttelnd ließ er die Gedanken wieder los und tat einen Schritt auf die Sklavin zu. Sein Körper war noch immer feucht vor Schweiß, genauso wie ihrer und er genoss die Kühle im Keller die nun langsam einsetzte. Er sah ihr zu, wie sie vergeblich versuchte hochzukommen und kurz wanderte sein Blick in die Ferne. Nach den ganzen Misserfolgen genoss er nun diesen einen kleinen Erfolg, diese Frau gebrochen zu haben. Er war sich sicher das es nur für kurze Zeit sein würde, aber die Genugtuung sie flehen zu hören reichte ihm bereits. Er lächelte ein wenig grausam und wartete noch kurz, während ihre Stimme immer erbärmlicher wurde. Dann musste er wieder logistischer denken, er konnte sie nicht losmachen. Noch war sie erschöpft, aber bald würde sie wieder versuchen zu fliehen oder ihn angreifen. Unter den Fesseln lag das plattgedrückte Stroh, welches er irgendwann einmal ausgelegt hatte. Es war nicht viel, aber besser als der kalte Boden. Er keuchte erneut leise und legte seinen Arm um ihre Hüfte, mit dem er sie auf ihre Füße zog und ihr den Schlauch wieder an den Mund hielt. Er ließ sie den Rest austrinken und ließ sie dann wieder los. Dann öffnete er die Fesseln um ihre Handgelenke, mit einem leisen Klicken sprang der verborgene Mechanismus auf und gab ihre Hände frei. Sortan schmunzelte noch kurz, ehe er zu dem Tisch ging und das gebogene Messer wieder zu den Folterwerkzeugen legte. Die Kette war lang genug um bis zu dem Tisch zu kommen und damit an das restliche Brot, aber bis zu der Kommode reichte sie lange nicht. Über einen Meter würde ihren Arm von den Sachen trennen, wenn sie ihn danach ausstrecken würde. Der Raquiiah sah über seine Schulter zu der Sklavin und zog seine Hose wieder an. Das Hemd ließ er noch liegen, denn er genoss den kalten Schweiß auf seinem Körper, er war so ein Unterschied zu der sonstigen Hitze in der Wüste. Dann kniete er sich neben ihr nieder, "Versuch nicht zu fliehen, das würde dir nicht bekommen." Er lächelte bei den Worten, jedoch gefühlslos. Dann wanderte sein Blick über ihren Körper und Begierde loderte kurz erneut in seinem Blick auf, "Tu tust alles was ich will? Die hälfte... war schon sehr erfolgreich." Sein Atem hatte sich wieder gut normalisiert, er war darin trainiert denn manchmal musste man das nach einem Kampf können, "Verrate mir etwas über diesen Menderea, erzähl mir was du über ihn weißt... Was er kann und mit wem er hier verkehrt." Er strich ihr die -vom Schweiß nassen- Haare aus dem Gesicht um in ihre Augen sehen zu können, "Vielleicht bekommst du dann noch etwas mehr Wasser für die restliche Nacht, Drache." Ihm gefiel der Name und die Vorstellung der Drachenerbin. Andererseits wollte er selbst keiner sein, diese körperliche Schwäche wäre unerträglich für ihn.[/18]
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Eona » Sa, 31. Mär 2012 19:36

Ich bin erbärmlich... Ihre Gedanken kreisten über die letzten Minuten und sie war mehr als dankbar als Sortan sie von ihren Fesseln löste. Die junge Sklavin konnte gerade nicht an Flucht oder Gegenwehr denken, da ihr Körper immer noch zitterte und sie sich schwach auf den Beinen fühlte. Ihre Kehle war trocken von den Schreien und dem Stöhnen, die Teil der letzten Stunden waren. Ihr Peiniger hatte sie erfolgreich bis zum Höhepunkt getrieben und das nicht nur einmal, wie Eona feststellen musste.
Ruhig kniete sie auf dem Boden und rieb sich die Handgelenke und überprüfte ihre Wunden am ganzen Körper. Es war nichts Schlimmes dabei, was nicht nach einigen Wochen nicht mal eine kleine Narbe hinterlassen würde. An ihren Handgelenken würde vielleicht eine silbrige Narbe bleiben, doch das störte die junge Frau nicht. Die Kette an ihrem Sklavenring klirrte leise, als sie ihren Hals betastete un dabei versuchte ihren Atem zu beruhigen. Dieser Kerl hatte eine Ausdauer, die sie nicht einmal André zuschreiben konnte und das musste etwas heißen. Der Schmerz zwischen ihren Beinen fing an sich einzustellen, doch das war nicht das erste Mal, dass das passierte. Schmerz war der stetige Begleiter einer Sklavin und auch damit hatte sich Eona abgefunden. Sie bemerkte, wie sich Sortan neben sie kniete und ihr die Haare aus dem Gesicht strich. Grüne Augen kreuzten kalte braune Augen und am liebsten hätte Eona ihm diese Augen aus den Höhlen gekratzt, doch sie konnte nicht mal ihren Arm ausstrecken. Der Funke Stolz loderte in ihren grünen Augen auf und endlich hatte sich ihre Atem beruhigt. Sie strich sich eine weitere Strähne aus dem Gesicht. Eona fühlte sich widerlich. "Menderea..." Sie ließ sich den Namen auf der Zunge zergehen und überlegte, was sie über ihn wissen könnte. "Er ist hier in Naradesh geboren und ein Familienfreund von Sahabi. Ob Sahabi selbst noch weitere Familienmitglieder hat, weiß ich leider nicht. Ich hätte es mitbekommen, hätte ihn jemand aufgesucht oder besucht." Mit einer wirschen Handbewegung wischte sich die junge Sklavin über ihr Gesicht und würde am liebsten ihren ganzen Körper in Seife ertränken, damit er nicht mehr nach Schweiß oder Sortan roch. Eona hustete kurz und fuhr fort, während sie langsam begann aufzustehen und sich an der Wand versuchte festzuhalten. In einer so demütigen Position mit ihrem Peiniger zu reden, war ihr gerade zuwider, auch wenn sie schon viel an ihrer Würde in den letzten Stunden an ihn verloren hatte. "Menderea war für viele Jahre in den Nordreichen, aber anscheinend nicht freiwillig. Mein damaliger Herr hat ihn erpresst. Mit was, weiß ich leider nicht." Eona stöhnte, als sie endlich stand und sich dann an die Wand lehnte, die ihren warmen Körper ungemein kühlte. Das Zittern hatte endlich aufgehört, doch die letzten Wellen des Adrenalins wallten durch ihren Körper. Dieser Sortan hat mich doch beinahe um den Verstand gebracht, knurrte sie und schickte einen hasserfüllten Blick in Richtung ihres Peinigers. "Ich habe ihn seit vielen Jahren nicht mehr gesehen und musste nur einige Briefe an seine Haustür bringen, die niemals geöffnet wurde." Die junge Sklavin wusste genau, wo das Haus stand und den geheimen Seiteneingang, der in einer Gasse zwischen zwei Häusern im Dunkeln lag. Sie musste dreimal an die Tür klopfen und den Brief einfach auf die Türschwelle legen und sich sofort entfernen. Mehr musste sie niemals tun. Ob Menderea in diesem Haus wohnte, oder jemand anderes hat sie nie herausgefunden, obwohl sie dieses Wissen gerne besessen hätte. "Menderea ist kräftig und beherrscht den Schwertkampf mit zwei Säbeln, soweit ich weiß. Mehr ist mir nicht bekannt..."Das sie damals von ihm entführt worden war und in die Stadt Naradesh gebracht worden war, ließ sie aus.
Unkraut vergeht nicht.

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