Eine persönliche Angelegenheit

"Die Stadt der Wasser" am Fuße der Ruwayd-Berge. Bekannt für ihren Wohlstand und der Akademie der Heiler.
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Sortan
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Sortan » Sa, 31. Mär 2012 20:01

Der Assassine betrachtete sie noch eine Weile und stand dann wieder auf. Die hasserfüllten Blick ignorierte er geflissentlich und saugte die Informationen der Sklavin in sich auf wie ein Schwamm. Er ging etwas umher und rieb sich die Augen, "Du weißt also nicht einmal genau ob er wirklich hier wohnt? Du weißt nicht ob er noch lebt, oder ob sich jemand anderes für ihn ausgibt?" Er schüttelte den Kopf. Das Ganze war widerlich, er konnte diesen Auftrag nicht gut ausführen ohne sein Ziel zu kennen und dieses schien ziemlich scheu zu sein. Sie hatte Briefe gebracht, aber war es nun ein Mittelsmann der dort wohnte, oder Menderea selbst? Er grübelte eine Zeit lang über diese Ganze Sachen und antwortete eher beiläufig, "Schwertkämpfer oder nicht, er wird sterben. Nur wesentlich schmerzhafter als sein Meister..." Er glaubte zu wissen wieso er in die Nordreiche verbannt wurde. Die Raquiiah waren zwar unbekannt, aber sie hatten auch viele Freunde und... Auftraggeber die man erpressen konnte und die ihnen Gefallen schuldeten. Nicht sehr wenige davon standen in höheren Kreisen oder sogar in den höchsten. Der Assassine lief weiter umher und blieb schließlich vor der Fackel stehen. Er musterte den hellen Schein eine Weile und drehte sich dann zu der Sklavin um. Was sollte er nun tun? Würde er sie mitnehmen, konnte sie ihm helfen in das Haus zu kommen, oder ihn herauszulocken. Andererseits fand er selbst immer einen Weg in die Häuser zu gelangen und dieses Mal würde es brutaler werden, das wusste er. Niemand verfolgte seine Familie, ohne das er eine große Botschaft bekam, die für Jedermann sichtbar sein sollte. Dennoch, er würde nicht wissen ob er wirklich Menderea tötet oder jemand anderen, Eona dagegen kannte ihn scheinbar besser. Er ging wieder auf sie zu und lächelte dabei aufgrund ihres Stolzes und ihrer gleichzeitigen Blöße. Er kam ihr wieder nahe, denn er glaubte nicht das sie ihn wieder angreifen würde. Die Kette war verschlossen und der Schlüssel nicht bei ihm, sie würde hier unten verdurstet wenn sie ihn angreifen würde. Dennoch rechnete er mit allem und verfolgte aufmerksam ihre Bewegungen und Muskeln, vor allem aber sah er ihr in die Augen. Denn man erkannte immer etwas in den Augen seines Gegenübers, "Ich will dich. Aber nicht als Sklavin auf die ich aufpassen muss. Du weißt es und ich weiß es, deine Hilfe würde mir in dieser Sache ziemlich helfen."

Er musterte sie und kam ihr noch näher, sodass sich ihre Körper wieder fast berührten, "Also, was verlangst du als Gegenleistung? Gold? Die Freiheit? Den Tod eines Mannes? Einen Badezuber? Ein Festmahl?" Er zeigte seine Zähne mit einem, diesmal wirklich ernstgemeinten, Lächeln und zwinkerte ihr zu, "Oder noch eine Nacht wie diese?" Er wusste das er im Vergleich mit anderen Männern gut abschnitt, allein schon durch seine natürliche Ausdauer. Und dann ein Vergleich gegen Sahabi, bei dem sie wer weiß wie lange gelebt hatte? Das war wirklich köstlich, beinahe zum Lachen. Doch das Lächeln verschwand wieder, vielleicht konnte er sie etwas auf seine Seite ziehen mit einem kleinen Teil der Wahrheit, "Du willst wissen warum ich ihn suche? Was ich von Sahabi wollte? Diese Männer verfolgen meine Familie... Sie verfolgen mich... Und sie haben meinen Onkel getötet, einen weisen und gutmütigen Mann, der ihnen nichts getan hatte." Er zuckte kurz mit den Schultern, als machte ihm all dies nichts aus, aber die Narbe unter seinem Auge zuckte und juckte leicht, wie sie es immer tat wenn es um so Angelegenheiten ging. Er seufzte leise und war immer noch erstaunt über diese Anziehung die die Sklavin auf ihn hatte. [18]Am liebsten würde er direkt wieder... Dennoch war es absurd[/18]. Er war nicht zum lieben geschaffen, oder zum hassen. Er war nichts als ein Dieb, der den Menschen das wichtigste nahm, ihr Leben, "Woran glaubst du, Eona? An Was glaubst du wirklich? An die sieben Götter? Die alten Götter des Nordens? oder einfach nur an nichts?" Es war eine rethorische Frage und er erwartete keine ernsthafte Antwort von ihr, dennoch interessierte es ihn irgendwie an was eine Sklavin glauben mochte.
Zuletzt geändert von Sortan am Sa, 31. Mär 2012 21:16, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Eona » Sa, 31. Mär 2012 20:42

Zu viele Worte auf einmal waren über Eona hereingebrochen und pochten laut gegen ihre Schläfen. Sie massierte sich die wunden Stellen mit leichtem Druck im Uhrzeigersinn, ließ es aber nach einigen Umdrehungen im Uhrzeigersinn doch wieder sein, da ihre Arme noch nicht ganz durchblutete waren. "Ich weiß das er hier wohnt, da bin ich mir ganz sicher. Ich hab ihn auf meinen Botengängen gesehen. Nur hat er meinen Blick gemieden und wollte auch anscheinend nichts mit mir zu tun haben, auch wenn er wusste, dass ich die Botin bin, die ihm die Briefe von Sahabi brachte." Eona drehte ihren Sklavenring etwas um ihren Hals, in der Hoffnung eine bequemere Position für ihn zu finden, die sich leider nicht einstellte. Wieder hustete Eona und merkte, wie sie schon wieder Durst hatte und gleichzeitig hungrig war.
Langsam ging sie in die Hocke und durchsuchte ihr Kleid nach dem Heilsalben-Beutel, der sonst immer in ihrem Dekoletee war. Doch als das rote Kleid nach unten gefallen war und total zerschunden dalag, war auch der Beutel hinausgefallen. Sie ergriff ihn, öffnete den kleinen Lederbeutel und tat sich von der Masse etwas auf ihre Handgelenke. Die Heilsalbe roch stark nach Minze, welcher für Eona am angenehmsten von allen Pflanzen roch, gefolgt von Sandelholz. Die Minze bewirkte gar nichts in der Salbe und war nur für den angenehmen Geruch da, der die anderen Kräuter überdecken sollte. Außerdem schmierte sie sich etwas auf ihren Brustansatz und ihre Hüften, dort, wo Sortans Messer einige Wunden hinterlassen hatte. Die letzte Wunde war die an der Schläfe, auf die sie etwas mehr Masse gab, als auf die anderen Blessuren. Damit fertig verrieb sie den Rest der Salbe zwischen ihren Händen und fuhr sich letztendlich durch das lange Haar. Nun ging es ihr ein wenig besser, jetzt wo ihre Wunden versorgt waren. Die blauen Flecken würden bald gelblich werden und sich dann langsam aber sicher verkleinern. Verstaucht oder gar gebrochen hatte sie sich nichts.
[18]Sortan war wieder an sie heran getreten und seine Präsenz jagte der jungen Sklavin einen Schauer über ihren Rücken. Er hatte eine gewisse Ausstrahlung, die sich positiv auf Eonas Körper auswirkte und eine Welle der Erregung überspülte ihren Körper.[/18]Ja, sie gab es zu. Sortan war ein Mann, ein richtiger Mann. Nicht wie der faule Sahabi, der ständig an seinem Arbeitstisch saß und nur bei der kleinsten Beweung schwitzte. Ihr Peiniger hatte in der letzten Stunde auch viel geschwitzt, doch dieser Schweiß roch nicht ranzig sondern würzig. Wie Waldboden im Herbst. Wie ein Tier, dass seine Beute erfolgreich gerissen hatte. Ihr Atem ging etwas schneller bei dem Gedanken und stoppte, als Sortan meinte, er wolle sie haben. "Auf mich musst du nicht aufpassen. Ich kann mir selbst helfen.", meinte Eona trocken und starrte Sortan in seine braunen Augen.
[18]Er trat noch etwas näher an sie heran. Eona zog die Luft leise zwischen ihren Zähnen ein, als sein Oberkörper den Ansatz ihrer Brüste berührte und der Eigenduft des Mannes wieder stärker wurde.[/18]Sie schloss kurz die Augen, um sie dann wieder zu öffnen und Sortan eine Antwort auf seine Frage zu geben. Sein Lächeln war etwas, dass sich Eona nicht an einem Auftragsmörder vorstellen konnte und war überrascht, dass Sortan es überhaupt konnte. Doch es verschwand so schnell wie es gekommen war. "Gegenleistung? Hab ich überhaupt ein Recht auf sowas, da ich ja nur eine niedere Sklavin bin?", meinte Eona schroff und funkelte ihr Gegenüber an. "Für dich bin ich doch nichts weiter als Dreck der auf die Straße oder in ein Bordell gehört, nicht wahr?" Ein Zischen entfleuchte ihrer Kehle und das Feuer der jungen Sklavin war wieder entfacht. Aber wenigstens wurden ihre Fragen beantwortet und sie stutzte, als Sortan eine Familie erwähnte. Familie? Er? Sie versuchte sich eine kleine Schwester vorzustellen und eine liebevolle Mutter, doch schüttelte etwas den Kopf, als sich die Vorstellung kristallisierte. Das war doch absurd... Sortan war einer derjenigen, die sich schon in früher Kindheit von ihrer Familie losgesagt haben, weil sie dort keine Befriedigung ihrer Liebe verspürt haben. Oder sie wurden einfach verstoßen. Aber ihr Peiniger schien einen guten Grund zu haben Menderea zu töten: Rache. Verteidigung. Sowas konnte sie gut nachvollziehen. Doch dass er sie ins Spielchen mitreingezogen hatte, entzog sich ihrem Verstand. Frauen sollte man aus dem Spiel lassen. Sklavin oder Hausfrau. Das ist egal.
"Ich glaube an mich selbst und an meine Fähigkeiten. In andere Leute oder in Götter Vertrauen zu stecken ist sinnlos."Sie fragte sich, wieso sie auf diese Frage überhaupt geantwortet hatte, doch es schien ihr wichtig, ihren Standpunkt klar zu machen.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Sortan » Sa, 31. Mär 2012 21:13

Ganz allmählich glaubte er sogar das sie ihm wirklich von Nutzen sein konnte. Er war nicht so dämlich ihr auch nur weiter zu vertrauen, als sein Messer reichte. Aber es gab da Wege und Mittel jemanden gefügig zu machen und sich seine Loyalität zu sichern. Aber darum würde er sich später kümmern, wenn sie sich zu dem Auftrag begeben würden. Er hatte sie ihre Wunden versorgen lassen, wieso auch nicht? Ihm schadete es nicht und sie entging möglicherweise einer Infektion. Er genoss schließlich noch einen Moment ihre Nähe und seine Gedanken rasten hin und her. [18]Sie wechselten zwischen den Plänen für Menderea und der hübschen Sklavin. Er mochte ihren Geruch, und fühlte das sich sein Blut wieder etwas in Wallung begab, doch dafür war nun keine Zeit.[/18] Sie wehrte sich weder gegen seine Nähe, noch versuchte sie sich irgendwie ihm zu entziehen in dem sie einen Schritt zur Seite machte. Innerlich lächelte er darüber, das war ein Zzeichen das er Recht hatte, mit dem was er über sich gedacht hatte, "Gerade deshalb muss ich ja auf dich aufpassen, oder nicht?" [18]Er drückte sie etwas gegen die kühle Wand, beherrschte sich jedoch wieder und tat dann einen Schritt zurück. Sein Blick wanderte kurz über ihren Körper und er musste erneut lächeln.[/18] Sortan dachte nach, über das was sie gesagt hatte, und blickte sie dann stirnrunzelnd an, "Ich sagte es doch bereits, es ist ein Abkommen." Er unterbrach sich wieder und ging zu dem Tisch, nahm den Laib Brot und kam dann wieder zu ihr zurück. Mit ausgestreckter Hand hielt er ihn Eona hin. Es war frisches Brot, gekauft am Morgen des letzten Tages und mit Sicherheit besser als das was die meisten Sklaven bekamen. Schulterzuckend musterte er die Kette die von ihrem Hals bis an die Wand neben den Fesseln lief und in einem Ring endete, der tief in das Mauerwerk eingelassen war. Sein Blick ruhte wieder auf ihr, "Und was bin ich für dich? Ein grobschlächtiger Mörder ohne Freunde, Familie und Liebe? Jemand der eiskalt andere Menschen tötet weil er es will und das Geld braucht?" Er lächelte etwas traurig bei dem Gedanken, "Wir wissen beide, das wir nicht das sind was andere von uns denken. Nicht wahr?" Diesmal widerstand er dem Drang sich ihr zu nähern, sondern drehte sich zu der Fackel um, dessen Flamme kleiner wurde, "Wenn du dieser Dreck für mich wärst, hätte ich dich schon längst getötet." Seine Schritte waren leise und seine Bewegungen wieder geschmeidiger als am Vortag, während er zu der Falltür ging und schließlich verschwand. Es dauerte nicht lange, bis er mit einer neuen Fackel, einem Wasserschlauch und einem zusammengelegten Kleidungsstück zurückkam. Er zündete die neue Fackel an, nachdem er die Falltür wieder geschlossen hatte und nahm die alte aus der Halterung. Als das erledigt war, drehte er sich wieder zu ihr um und hielt ihr den Wasserschlauch mit dem Stoff zusammen hin, "Hier, schließlich sollst du nicht nackt herumlaufen, wenn wir Leben stehlen." Er lächelte kurz, dieses Wortspiel gefiel ihm gut und er benutzte es häufig in der Familie. Das Kleid, es gehörte seiner Mutter, war zwar schlicht aber dennoch graziös. Es war von einem schlichten Grün und besaß einen tief ausgeschnittenen Rücken und ein etwas kürzer ausgeschnittenes Dekoletee, es dürfte Eona sogar passen. Sortan ließ sich auf den Stuhl fallen, der an dem Tisch stand und bot ihr mit einer Handbewegungen den zweiten an, die Kette sollte lang genug dafür sein. Es war lange her, das er sich mit jemandem so ausgiebig unterhalten hatte... Zumindestens ohne das Stahl oder Gift zwischen ihnen war, "An dich selbst also? Ich denke es gibt die Vorhersehung, alles was passieren muss, wird auch passieren. Warst du jemals frei? Konntest du einem deiner Meister entkommen?" Die Frage war noch viel interessanter für ihn. Ein Leben als Sklave wäre für ihn die Hölle und er würde sich eher selbst töten, anstatt auch nur einem der hohen Herren den Allerwertesten abzuwischen. Er erhoffte sich eine Antwort, die sie vorher ja auch gab und drehte dabei gedankenverloren seinen Siegelring. Sein Blick ruhte allerdings weiterhin auf der Sklavin.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Eona » Sa, 31. Mär 2012 22:38

Braune Augen sind treu,
Grüne sind ehrlich,
Blaue sind herrlich!


Eona schüttelte den Kopf, als ihr dieser Kinderreim aus früheren Tagen durch den Kopf wanderte. Von Sortans braunen Augen kann man nicht erwarten, das sie treu, ehrlich oder sonst irgendwas waren, außer vielleicht stechend und entschlossen. Der gierige Blick, der sich schon beim Einlass in Sahabis Haus unterdrückt gezeigt hatte, wurde jetzt vollkommen freien Lauf gelassen und er brauchte Eona nicht mal mit seinem Blick ausziehen, da sie eh schon nackt vor ihm stand, was sie aber nicht weiter störte, da er nicht der einzige war, vor dem Eona schon nackt gestanden war. Sein Körper war schon beinahe eine Wohltat für ihre Augen, da er schlank und hochgewachsen war, so wie es Männer sein mussten und nicht wie ihr toter Herr: fett, faul und schwitzend.
Eona hielt das Kleid, das Laib Brot und den Wasserschlauch in ihren Händen. Sie war die ganze Zeit über still gewesen, da sie über ihre eigene Zukunft nachdachte. Was soll ich machen, nachdem Menderea tot ist? Versuchen zu fliehen, wobei das ziemlich aussichtlos ist. Ihr Blick fiel auf den zähen Oberkörper Sortans und blieb an einer Brandwunde über seinem Schlüsselbein hängen. Er würde mich ausradieren. Angst war für Eona eigentlich immer ein Fremdwort gewesen. Manchmal zeigte sich dieses Gefühl, doch erstarb in dem Augenblick, als sich wieder ihre stolze Flamme in ihrem Inneren erhob. Der Wasserschlauch wurde entkorkt und das wohlige Nass raste ihre Kehle hinunter. Sie ließ die Hälfte darin, um sich die Hände, Arme und ihr Gesicht von Dreck und Blut rein zu waschen. Dabei achtete sie darauf, nicht die frisch aufgetragene Salbe gleich abzuwaschen. Nun fühlte sie sich wieder etwas wohler und wenn sie das Öl mit dem Sandelholz noch gehabt hätte, oder ein Stück Seife, wäre sie bereit gewesen für...ja, für was bereit? Sie war in einem Keller gefangen, angekettet an eine solide Wand und gegen ihren Willen vergewaltigt worden, auch wenn das Gefühl wirklich gut gewesen war. Doch trotz allem fühlte sie sich deswegen etwas zerfleddert.
Sortan war ein Auftragsmörder, der natürlich stärker und flinker war als sie und die junge Sklavin vollkommen in ihrer Gewalt hatte. Was blieb ihr anderes übrig, als bei ihm zu bleiben? Sie hatte nichts. Kein Heim. Keinen Herrn, was ja eigentlich nicht das Problem war. Doch das einzige was sie hatte, waren Informationen, die für Sortan wichtig waren und sie deswegen nicht gehen ließ.
Vorsichtig schlüpfte Eona in das Kleid, dass ihr der junge Mann gereicht hatte und es wunderte sie, das es ihr wie angegossen passte. Zwar war es etwas zu lang, doch es war um ihre Hüften oder ihre Brust nicht zu eng. Endlich war sie etwas vor Sortans Blicken geschützt und ihre Gedanken waren nun auch wieder hergestellt, so als hätten Wasser, Salbe und Kleidung diese wieder zurück an ihren Platz gebracht. "Leben stehlen...", murmelte sie und strich sich das Kleid glatt. Eigentlich war Eona nicht wirklich anders als Sortan. Sie hatte auch ihre Aufträge gehabt, die sie ausführen musste, weil ihr Herr es so wollte. Und auch vor dem Töten hatte sie nicht zurückgeschreckt. Weil ihr Herr es so wollte. Gleichen wir uns etwa?, fragte sich die junge Frau und sah Sortan fragend an, während er auf den Stuhl neben ihm deutete. Eona sah erst kurz auf die Kette, ob sie denn lang genug sei und entschied sich dafür, sich auf einen Stuhl zu setzen, da ihre Beine ziemlich müde waren. Erst als sie saß, bis sie etwas von dem herzhaftem Brot ab und kaute genüsslich. Ihre Magen schien sich zu freuen und rumorte noch einmal laut. Die Hälfte wurde davon gegessen und der Rest des Wassers gierig hinuntergeschluckt.
"Wieso fragst du mich solche Dinge? Interessierst du dich auf einmal für mich?", fragte Eona schroff und blinzelte dabei mehrmals. Sie schaute kurz an Sortan vorbei an die Wand hinter ihm und für einen Moment wurde ihr Blick leer. Die zwei Jahre bei den Zigeunern war die schönste Zeit in meinem erbärmlichen Leben... Doch sie schwieg darüber und sah Sortan wieder kurz fragend an. Dabei runzelte sie die Stirn. "Du bist für mich ein Mörder, aber nur weil ich dich nicht kenne. Ich kann dich schlecht für einen Fleischer halten, wenn du meinen Herrn umgebracht hast." Ihre Hände griffen nach ihren langen Haaren und sie durchkämmte diese mit ihren Fingern, um sie nach Knoten zu untersuchen. "Und was bin ich für dich? Eine Hülle, die kein eigenes Denken oder einen eigenen Glauben besitzt, so wie du?" Eona dachte an Menderea und fragte sich, ob er sie nicht hätte aufnehmen können, wenn sie nicht in diesem Schlamassel sitzen würde. Doch er hätte sie nur verstoßen, damit er nicht mit dem Mord an Sahabi in Verbindung gebracht wird. Doch er wird bald tot sein und das war Eona nur recht. Er hatte sie doch erst nach Naradesh gebracht.
"Wenn du Menderea getötet hast und deine Rache verübt hast, was passiert dann mit mir? Ich bin doch dann nicht mehr nützlich für dich, oder?", fragte sie trocken und sah Sortan wieder eindringlich an.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Sortan » Sa, 31. Mär 2012 23:09

Sortan betrachtete die rothaarige dabei wie sich säuberte, trank und das Kleid anzog. Er lächelte kurz, sehr kurz, bei dem Gedanken an seine Kindheit in diesem Haus und schweifte mit den Gedanken ab zu früheren Tagen. Allerdings keinen besseren, es war nur richtig das er seiner Bestimmung folgte und nichts anderes wollte er tun. Die kalte Holzlehne drückte etwas gegen seinen Oberkörper und der kalte Schweiß klebte bereits, weshalb er etwas hin und her rutsche und dann die Arme verschränkte. Sein Blick war wieder geschärfter, aufmerksamer auf die Bewegungen und Zeichen Eona´s gelenkt und alles in allem befasste er sich nun wieder mehr mit diesen Leuten. Er wusste nicht wie viele es waren, aber er würde sie finden und alle töten. Menderea war dabei nur der Anfang, oder vielleicht schon das Ende? Er wusste es ja selber nicht genau. Die Sklavin schien auch keinerlei Ahnung davon zu haben und so runzelte er etwas ungeduldig die Stirn. Dennoch würden sie sich Zeit lassen müssen, der Mord war zu offensichtlich und brutal gewesen. Die Regierung war zwar schnell irgendwelche Betrunkene dafür zu verurteilen, dennoch wurden die Wachen sicherlich verstärkt und das Risiko wollte er nicht unnötig früh eingehen.

Als sie sich ihm dann gegenüber setzte nickte er leicht, "Wieso nicht? Es interessiert mich, ja. Ich gebe zu, das du mich... neugierig machst." Sein Blick schweifte von ihr zu den Ketten und den Folterwerkzeugen, bis wieder zu ihr zurück, "Außerdem haben wir noch einiges an zeit übrig... Sollen wir uns lieber anschweigen?" Er bemerkte ihr blinzeln, sagte aber nichts dazu. Sie war eine Sklavin und ihr Leben war mit Sicherheit nicht einfach gewesen. Sicherlich war sie entkommen, jeder Sklavin gelang das früher oder später. Aber die meisten bereuten es danach, denn ihre Herren waren meistens brutal und ungnädig. Er nickte und betrachtete den Ring, den er noch immer drehte. Die Schlangen waren symbolisch, Verrat und Betrug waren an der Tagesordnung und die Raquiiah war lediglich die Waffe dazu. Sowie ein Dolch, oder ein Schwert, "Natürlich bin ich ein Mörder, was soll ich auch sonst sein." Er meinte das ernst und nickte ihr zustimmend zu. Dann strich seine Hand über den Tisch und fegte etwas Staub von dem etwas schief gezimmerten Holz. Sein Blick war nachdenklich, als er sich wieder auf die junge Sklavin richtete, "Du bist für mich eine schöne Frau die ein unschönes Leben hatte. Du glaubst an dich selbst, denn das Leben hat dich gelehrt das es keine Götter gibt und du schützt dich selbst. Glaub mir es gibt nicht viele Sklaven, von Sklavinnen ganz zu schweigen, die sich selbst so verteidigt hätten. Im Angesicht des Todes, in Gegenwart eines der besten Mitglieder..." Er brach ab, das waren zu viele Informationen für sie. Ein paar Sekunden schwieg er, ehe er weiterredete, "Ich sagte schon du könntest mehr sein. Aber du hast dich an deinen Herren festgesaugt und denkst du kannst nicht mehr ohne sie leben. Du bist uneigenständig und folgst nur Befehlen und Aufträgen die dir dein Meister gibt. Wenn ich dich jetzt freilassen würde, was würdest du tun? Solange durch die Stadt rennen bis dich eine der Wachen ergreift und zurück zum Sklavenmarkt bringt?" Er schüttelte den Kopf und sah zu der Fackel herüber. Die Flammen beruhigten ihn und er empfand es als richtig Eona zu sagen was ihn an ihr störte und das er nicht an sie glaubte, obwohl sie Feuer hatte. Die nächste Frage ließ ihn die Stirn runzeln und einige Minuten lang schweigen, ehe er antwortete und ihr wieder in die Augen sah. "Meine Rache endet sicher nicht bei Menderea, aber was dann mit dir passiert? Ich weiß es nicht, ehrlich gesagt. Vielleicht wärst du sogar noch nützlich für mich, wer weiß. Ich mag ein Mörder und Dieb sein, aber ich halte das was ich sage. Liefere mir Menderea und ich gewähre dir im Gegenzug einen Wunsch." Er war da tatsächlich jemand der zu seinem Wort stand. Auch wenn er es nicht oft gegeben hatte, hatte er es doch immer gehalten. Wieso auch nicht? Wollte sie Geld, würde er sie weiterhin behalten. Wollte sie Freiheit, würde er sie töten. Er konnte ihr durchaus ihren Wunsch gewähren und gleichzeitig seinen Willen bekommen, aber das würde sich später herausstellen. Wichtig war nun lediglich ob sie ihm helfen würde und wie gut sie es tat. Vielleicht konnte er sie ja auch... Er wischte den Gedanken weg und lachte innerlich über seine eigene kurze Idee. Das wäre verrückt, selbst für ihn.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Eona » Sa, 31. Mär 2012 23:39

Eona blieb stumm und sah dabei auf ihre Hände, die sie - aus reiner Gewohnheit - in ihrem Schoß gefaltet hatte. Sie dachte angestrengt nach über das, was Sortan ihr vor die Füße geworfen hatte. Jeder Satz war ein Schlag ins Gesicht und er hatte Recht. Sie war uneigenständig und hatte immer unter der Hand eines Herrn gestanden.. außer die zwei Jahre bei den Zigeunern. Jedoch wurden ihre dies zwei Jahre schnell zum Verhängnis, da sie Zerx damit in Gefahr gebracht hatte. Sie hatten sich wieder getroffen und weil sie dumm und unüberlegt gehandelt hatte war er getötet worden.
"Ich beschreibe mich selbst nicht als uneigenständig. Natürlich könnte ich mehr sein. Doch das würde man mir in wenigen Jahren wieder aus den Händen reißen." Eona schluckte schwer und sah wieder ins Leere. "Ich hatte es nie leicht; immerzu war ich einem Herrn untergeben, doch dafür hatte ich ein Dach über dem Kopf und musste nur selten hungern. Einmal war ich frei..." Ein Funkeln loderte in ihren Augen auf und sie lächelte ein wenig. "Ich war wirklich frei", hauchte sie und starrte auf den leeren Platz, den eigentlich ihr Ringfinger einnehmen müsste. Ihre Miene verdüsterte sich schlagartig. "Doch die Freiheit wurde mir genommen und ich hatte wieder einen Meister, unter dem ich stand. Für was die Freiheit, wenn ich weiß, dass sie mir bald wieder genommen wird?" Sie schickte einen fragenden Blick an Sortan und überlegte weiter. Sie wusste gar nicht wieso sie ihm das alles erzählte, doch wenn sie das nicht tat, würde er wohl wieder auf dumme Gedanken kommen und das würde ihr Körper ihr nicht danken. "Zwar bin ich eine schöne Frau, aber genau das wird mir zum Verhängnis. Viele Sklavenhändler haben es auf mich abgesehen. Besonders auf meine Haarfarbe, da sie mich als Drachenerbin fehlinterpretieren." Sie wickelte eine Strähne um ihren Zeigefinger und betrachtete das flachsrote Haar im Schein der Fackel. "Ich würde dort draußen nicht lange überleben, allein, da ich es nie anders kannte." Eona schwieg eine Weile und sah dabei Sortan an. Seine Narbe unter dem Auge zuckte leicht und es schien, als hätte sie ein Eigenleben. Sie beugte sich ein wenig vor und meinte leise: "Wenn du einem Kind verbietest, von genau jenem Apfelbaum zu kosten über Jahre und man dem Kind nach Jahren des Verbots auf einmal sagt, dass es bestimmt kein Verbrechen ist, von genau jenem Apfelbaum zu essen, glaubst du dieser Mensch wird sofort zu dem Apfelbaum gehen und sich einen Apfel pflücken?"Das war ein guter Vergleich sagte sie sich selbst und ihr Blick blieb auf Sortan haften. "Ich bin zwar nicht stolz, auf das, was ich jetzt bin oder was ich erreicht habe oder nicht, aber ich lebe noch und bin keine leere Hülle, die sich so leicht wegblasen lässt."Eona verengte die Augen und stand auf. Auf einmal war sie unglaublich müde und ihre Glieder taten ihr weh, was ihr wohl nicht zu verübeln war. "Aber ich bin eigentlich nicht in der Stimmung, jemanden zu erzählen, was er zu sein hat und was ich durchgemacht habe...Schon gar nicht einem Fremden, der mich vor wenigen Stunden missbraucht hat." Die Kette klirrte und für Eona war das ein so vertrautes Geräusch, wie für andere Leute die Stimme ihres Geliebten. Mit leichten Schritten ging sie dort zurück, wo die Kette am Ring befestigt war, der in der Kellerwand verschwand. "Vielleicht hättest du die Güte, mich ein wenig schlafen zu lassen, sonst bin ich dir in der nächsten Zeit nicht mehr von Nutzen. Schon gar nicht, wenn du Menderea auslöschen möchtest." Langsam ließ sie sich an der Wand hinunter gleiten und zog die Beine an, um es sich wenigstens etwas bequem auf dem harten Boden zu machen.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Sortan » So, 01. Apr 2012 0:27

Sortan verfolgte ihre Bewegungen weiterhin und erwiderte dann ihren Blick. Ihre Worte stimmten ihn etwas nachdenklich und natürlich wurde ihm dabei einiges klar. Man konnte sich nicht vorstellen was es hieß ein Leben lang gefesselt und an einen Herren gebunden zu sein. Trotzdem sollte man kämpfen und er würde eher sterben als sich unterjochen zu lassen. Schließlich stand er auf und seufzte leise, "Nicht wenn du lernst es zu verteidigen. Natürlich, so ein Leben ist mehr als sich manch einer erhoffen kann..." Er hatte schon bemerkt das ihr der Ringfinger fehlte, anscheinend eine symbolische Geste eines ihrer Meister. Es war nicht unüblich Sklaven zu verstümmeln, als Strafe für schwere Vergehen. Andererseits war es ihm gleich, schließlich war es nicht sein Finger. Der Raquiiah runzelte erneut die Stirn, "Aber was bringt es dir zu leben, wenn es nur voller Leid und Hass ist?" Er schüttelte den Kopf und bemerkte das sie aufstand. Der Assassine lächelte ein wenig bei ihren Worten und nickte dann, "Dann schlaf... Leider kann ich dir nicht mehr anbieten, du würdest wohl kaum mein Bett teilen wollen." Er zuckte erneut mit den Schultern und sah auf sie herab. Vielleicht war der Gedanke doch nicht so verrückt? Aber das würde sich zeigen, wenn das alles vorbei war. Vielleicht überlebte er das Ganze ja auch nicht und starb bei diesem Auftrag, wie sein Onkel. Er schnaubte etwas wütend und machte kehrt in Richtung der Falltür, "Denk darüber nach was du willst... Vielleicht bist du schon bald frei." Er drehte sich noch einmal um und hob sein Hemd auf, ehe er es wieder anzog und dann den Keller verließ. Nachdem die Falltür wieder geschlossen war setzte er sich etwas Müde auf sein Bett und rieb sich das Gesicht. Er fühlte sich seltsamerweise zu einer Sklavin hingezogen, sein Onkel war tot und es lagen wer weiß wie viele Morde noch vor ihm bis das alles ein Ende hatte. Sein Blick ging kurz zu der verschlossenen Tür und er nickte unmerklich als sie noch verschlossen war. Dann legte er sich hin und zog sich die dünne Decke über den Körper, er brauchte Schlaf und musste über all das nachdenken.

Der Morgen war wieder angebrochen und vorübergezogen. Vielleicht war es nun ein, oder zwei, Stunden vor der Mittagszeit. Er wurde unsanft geweckt, durch die Sonne, und rieb sich verschlafen die Augen. Sein Leben war viel zu kompliziert geworden, normalerweise tötete er und zog dann weiter. Er setzte sich auf und hörte erneut dieses Klopfen, welches ihn mitsamt der Sonne geweckt zu haben schien. Er grummelte und ging Richtung Falltür um für Ruhe zu sorgen, als ihm auffiel das es von der anderen Richtung kam. Sein Blick richtete sich stirnrunzelnd auf die Tür und Sortan ging langsam auf sie zu. Auf dem Weg dorthin zog er einen langen Dolch aus einem Stapel Kleider und hinten an seinen Gürtel, "Wer ist da?" meinte er dann unwirsch und schob den Riegel leise zur Seite. Es dauerte einen Moment bis er eine Antwort bekam, "Die Wache, sofort aufmachen!" Der Raquiiah runzelte erneut die Stirn und öffnete schließlich die Tür, nur um sich einem gepanzerten Wachmann gegenüber zu sehen. Ein Blick nach draussen zeigte das auch in der Nachbarschaft welche standen, "Wie kann ich helfen?" "Es geht um den Mord an einem Bibliothekar, Sahabi. Wisst ihr etwas darüber, ist euch etwas aufgefallen?" Sortan schüttelte den Kopf und überlegte einen Moment. Er versuchte sich zu erinnern, diesmal sogar nicht zum Schein, "Doch... In der Nacht ist dieser... Jora? Hier herumgeschlichen. Denkt ihr er könnte es gewesen sein?" Jora war ein stadtbekannter Säufer und brutaler Schläger, der perfekte Kandidat. Die Wache stimmte ihm zu und verschwand dann wieder. Nachdem die Tür geschlossen war, lehnte er sich dagegen. Es war gut, das er die Dielen mit Fell abgedichtet hatte, so hätte er Eona nicht wirklich hören können, zumindestens nicht aus dieser Entfernung. Er verschloss die Tür wieder und ging langsam in die Küche. Etwas von dem roten Wein floss in sein trübes Glas und er trank ihn in einem Zug aus. Die Stadtwache würde niemals sagen das er es war der den Mörder gesehen hatte, sie waren viel zu sehr darauf erpicht das Kopfgeld zu bekommen.

Nachdem er in Ruhe gegessen und sich gewaschen hatte, packte er sich erneut einen Wasserschlauch und etwas Dörrfleisch. Dann betrat er wieder den Keller und legte beides auf den Tisch. Er ignorierte zunächst alles um sich herum und ging zu der kleinen Kommode. Nachdem er den Schrank geöffnet hatte und die ein oder andere Flasche in der Hand hatte, grummelte er vor sich hin und zog schließlich eine sehr kleine Flasche aus einer hinteren Ecke der Kommode. Es war ein seltenes Gift, aber eigentlich einfach herzustellen wenn man wusste wie. Im Grunde war es auch nicht sehr begehrt, da es erst nach einem Tag begann zu wirken und dann erst tötete. Dabei allerdings wies es einiges an Wirkungen auf, von Durchfall über Erbrechen bis zu dem zuschwellen der Lunge. Wie gesagt es war nicht sehr begehrt und Sortan stellte es neben die Folterwerkzeuge, ehe er sich zu Eona umdrehte, "Und, fühlst du dich besser?" Es war eine komische Frage, aber was sollte er sonst fragen? Schließlich war es noch nicht Zeit um weiter zumachen.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Eona » So, 01. Apr 2012 0:55

Eona überlegte noch eine zeitlang, als Sortan durch die Falltür verschwunden war. Sie schlang ihre Arme um ihre Knie und zog diese noch näher an ihre Brust. Ihr Gesicht bettete sie nun in ihre Arme und sie seufzte tief. Jeder andere Mensch hätte sich über seine Situation beklagt oder nun geweint. Gefangen in einem Keller, von einem Auftragsmörder, der von ihr verlangte, jemanden zu töten. Oder jedenfall dabei zu helfen.
Doch Eona seufzte nur und hörte sich selbst leise atmen. Sie hatte lange aufgehört, Tränen zu vergießen oder großartig über ihre jetzige Situation zu jammern. Sie versuchte, das beste daraus zu machen.
Das Gute war: Die junge Sklavin konnte nun Rache an Menderea ausüben durch Sortans Hand. Der junge Mann hatte ihr auf der Reise von den Nordreichen in die Wüste nichts angetan und hatte sogar das knappe Wasser mit ihr geteilt, damit sie nicht verdurstete. Jedoch war das alles nur Mittel zum Zweck gewesen. Sie landete bei dem alten Sahabi, der letztendlich sein Fett abbekommen hatte. Und nun würde Menderea dafür büßen müssen, dass er sie dorthin gebracht hatte, wo sie jetzt war. Also würde sie ihre Tat am nächsten Tag gerne verüben. Sie würde Menderea gerne töten wollen mithilfe von Sortan. Ein kleines Lächeln schlich sich auf ihre Lippen und sie rollte sich an der kühlen Kellerwand zusammen bis sie in einen unruhigen Schlaf verfiel.

Graues Tageslicht verirrte sich in den nebligen Fängen der Bäume, die ihre knorrigen Arme flehend gen Himmel richtete. Eona atmete schwer und fühlte den nackten Waldboden unter ihren Füßen, während sie so schnell sie konnte weiterlief. Sie schwitzte. Sie keuchte und sie hatte Angst. Fürchterliche Angst. Immer wieder warf sie einen Blick über ihre Schultern und versuchte einen Blick auf ihren Verfolger zu erhaschen, doch da war niemand. Eonas Beine trugen sie weiter, durch den sterbenden Wald. Die Morgenluft war kühl in ihren Lungen und es fühlte sich an, als würde sie Eiszapfen einatmen. Plötzlich fiel sie und streckte die Arme aus, um den Sturz abzufangen, der so plötzlich war.
Sie landete unsanft auf dem Erdboden und kaum hatten ihre Fingerspitzen den Boden berührt, verwandelte er sich in kalten schwarzen Schlamm, der sich wie eine liebkosende Umarmung um ihren ganzen Körper legte. Ein Schrei entrang ihrer Kehle und...


Eona wachte keuchend auf und fand sich in völliger Dunkelheit wieder. Keuchend setzte sich die junge Sklavin auf und registrierte sofort wo sie war und was passiert war. Sahabi war tot. Sortan...
Kaum ging ihr dieser Name durch den Kopf, ging die Falltür auf und der junge Mann kam in den Keller hinunter. Er bracht Licht und einen angenehmen Duft mit sich, den Eona wieder in sich einsog, als ob sie ihn konservieren wollte. Er ging sofort zu der Kommode, an der er noch gestern Nacht herumgewerkelt hatte und ein Folterinstrument nach dem anderen gezückt hatte. Sie beobachtete seine Bewegungen und was er in der Hand hielt oder nicht, auch wenn sie es durch die Dunkelheit nicht sehen konnte.
Auf seine Frage hin antwortete sie erst nicht. Mit steifen Gliedern stand sie auf und streckte sich ausgiebig. Die Muskeln ziepten und protestieren gegen jegliche Bewegungen, doch das kümmerte Eona nicht. Ein weitere Gewohnheit, die sie bei ihrem Sklavendasein akzeptieren musste. Immer tat irgendwo etwas weh und sie hatte schon lange aufgehört darüber nachzudenken oder gar zu jammern. Ihre Wunden taten nicht weh und schienen bald zu verheilen. "Ich fühle mich etwas besser, ja", antwortete sie und befreite das Kleid von einigen Strohhalmen, die sich in dem Stoff verfangen hatten. Auch ihre Haare schüttelte sie und kämmte es etwas durch. "Wann willst du aufbrechen und was genau soll ich tun, um dir zu helfen?", fragte die junge Sklavin trocken und musterte den jungen Mann von oben bis unten. Der Liebesakt von gestern fiel ihr wieder ein und eine leichte Erregung kribbelte in ihren Lenden, die sie wieder einmal versuchte erfolglos zu unterdrücken. "Ich bräuchte eine Waffe..." Eona wusste nicht, ob ihr Dolch "Silberstich" verloren gegangen war, oder ob Sortan ihn verwahrt hatte. "..., um mich zu verteidigen, wenn es brenzlig wird", fügte sie hinzu und bezweifelte, dass sie eine bekommen würde. Aber eine Frage drängte sich in ihre wirren Gedankengängen: Wie wollte der Auftragsmörder verhindern, dass sie ihm nicht doch entwischte?
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Sortan » So, 01. Apr 2012 1:33

Sortan strich sich durchs Haar und kam ein paar Schritte näher in Richtung Licht, die kleine Phiole in der Hand verdeckt. Er spürte ihre Nähe und sah ihre Silhouette in dem karg beleuchteten Keller und ein Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht auf, "Du willst eine Waffe, mhm?" Er zuckte mit den Schultern und ließ sich schließlich wieder auf einen der Stühle sinken, "Vielleicht. Wir werden erst gegen Abend aufbrechen, es bleibt uns also noch einige Zeit. Was du tun sollst ist doch klar, oder nicht? Du führst mich zu ihm und verschaffst mir Zugang zu seinem Haus, zeigst mir seine Geheimnisse. Dann werden wir sehen was er weiß und vielleicht kennt er ja auch noch ein paar Leute die du kennst?" Der Raquiiah war noch absolut unentschlossen wie er den Abend vorgehen sollte und was ihn erwartete, aber das würde sich alles rausstellen. Das lange Messer stach ihm in den Rücken und er ignorierte es. Seine Finger tasteten nach dem Wasserschlauch, während er sprach und entkorkte ihn. Dann entleerte er die wenigen Mililiter Gift in ihn hinein und verkorkte ihn wieder. Das Ganze ging schnell und die Phiole verschwand in einer seiner Taschen. Es war dunkel genug das sie seine Bewegung nicht unbedingt sehen musste und selbst wenn, könnte sie sie falsch deuten, "Ich habe dir Fleisch und Wasser mitgebracht." Er erinnerte sich an gestern und stand schließlich wieder auf, "Und mach dich nicht wieder damit sauber, dafür ist es nicht gedacht. Wenn du willst, kannst du dich später waschen." Schließlich hatte er nicht umsonst die Badewanne im zweiten Stock. Er ging wieder ein paar Schritte Richtung Falltür, behielt Eona jedoch dabei im Auge, "Iss und trink, du wirst es brauchen..." Dann lächelte er und ließ ihr ein paar Minuten Zeit, ehe wieder ein paar Schritte auf sie zu ging und aus der anderen Tasche einen Schlüssel zog. Er war zu klein um auf das Schloss der Kette zu passen und folglich konnte er nur zu ihrem Sklavenring gehören. Er hatte ihn wohl unbemerkt mit den Juwelen eingesteckt und eben gefunden. Er betrachtete ihn eine Weile, schwieg dabei jedoch und steckte ihn wieder ein. Risiken waren so schwer zu kalkulieren, er wollte lieber warten wie sie darauf reagierte, auf das Gift natürlich. Als sie dann fertig war mit dem etwas kargen Mahl, notfalls würde er sie zum trinken zwingen, setzte er sich wieder, "Also. Ich biete dir dein Leben, die Freiheit von deinem Ring und ein frisches Bad an. Im Gegenzug dafür verlange ich deine Loyalität heute Abend bei dem Auftrag und... Vielleicht etwas mehr Beteiligung als gestern." Seine Augen blitzten schelmisch und es war klar worauf er anspielte und das er sie nicht alleine baden lassen würde. Sortan zog den Schlüssel erneut aus der Tasche, sodass sie ihn diesmal genau sah und lächelte, "Das Wasser... war nicht ganz rein... Du hast einen Tag um dir das Gegengift zu verabreichen, oder du wirst schmerzvoll an deinem erbrochenen ersticken." Seine Stimme wies dabei keinerlei Beteiligung auf und er legte den Schlüssel zu ihrem Sklavenring auf den Tisch, "Du wirst es natürlich bekommen, wenn du meine Bedingungen erfüllst und mir heute Abend loyal bleibst... Flucht wäre natürlich sinnlos. Sieh es als reine Vorsichtsmaßnahme..." Dann stand er auf und ging wieder in Richtung Falltür. Er spielte etwas mit seinem Siegelring und klopfte einmal sacht gegen des hohle Metall. Sein Blick ruhte auf ihr und er war gespannt auf ihre Reaktion darauf. Wut wahrscheinlich, aber was sollte er sonst tun? Sie wäre doch bei der ersten Gelegenheit auf und davon gewesen. Das Messer glitzerte in dem Licht das von oben nach unten schien, als er sich halb zu der Leiter umdrehte, "Nach euch, Drache... Das Badezimmer ist im zweiten Stock." Er verzog bei dem Titel leicht spöttisch den Mund, meinte es aber nicht böse sondern war belustigt über den Beinamen.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Eona » So, 01. Apr 2012 2:03

Eona streckte noch einmal ihre Glieder und blinzelte zweimal, bevor sie das Essen und den Wasserschlauch annahm. Gierig trank sie daraus, da sie über die Nacht Durst und natürlich auch Hunger bekommen hatte. Sie war andere Mahlzeiten gewöhnt; etwas üppiger als diese hier. Brot und Fleisch. Bei Sahabi hatte sie alles bekommen was sie wollte, wenn sie ihre Arbeit nur gut verrichtete. Zwar würde sie sich nicht als verwöhnt bezeichnen, sondern Eona war etwas anderes gewöhnt und auch ihr Magen.
Das Angebot für ein Bad würde sie annehmen, da ihr Körper wirklich nicht gerade angenehm roch. Sie sah an sich hinab und strich noch einmal über das schlichte aber elegante Kleid, dass Sortan ihr gestern gereicht hatte. Außerdem vermisste sie ihre Kleidung. Schon etwas wehleidig sah sie auf ihr rotes Kleid, dass sie in der Nacht als Kopfkissen missbraucht hatte. Die andere Ausführung ihrer Kleidung war noch bei Sahabi in ihrem eigenen kleinen Raum. Und wo war ihr Dolch? "Ich würde bevorzugen, meinen eigenen Dolch wieder führen zu dürfen. Er liegt mir sehr am Herzen." Warum genau, wusste nicht einmal Eona selbst. Dieser Dolch wurde ihr von André überreicht und damit hatte sie schon viele Morde getätigt. Es war ihr erstes Werkzeug gewesen, mit dem sie wirklich gut umgehen konnte. Viele Erinnerungen hingen daran. Sie tat nochmal einen Schluck aus dem Wasserschlauch, während sie Sortan zuhörte. Mein Leben? Freiheit? Was ist das?, fragte sie Eona und fand diese Gedanken wirklich komisch. Die Loyalität würde sich zeigen, ob sie die ihm wirklich entgegenbringen konnte. Etwas wie "loyal sein" oder "Treue" war für Eona kein Fremdwort, doch diese Wörter waren verstaubt und hatten schon lange kein Gebrauch mehr in ihrem Wortschatz gefunden. Die Anspielung auf "mehr Beteiligung als gestern" überhörte sie absichtlich. Das kann er sich abschminken.

Eona Herz blieb stehen und gleichzeitig ließ sie den Wasserschlauch fallen. Der letzte Rest der tödlichen Flüssigkeit floß auf den mit Stroh bedecktem Boden und nässte Eonas Füße etwas ein. Ihre Augen waren weit aufgerissen und starrten ins Leere, als sie Sortans Worte vernahm. Gift? Gegengift? Am liebsten hätte sich die junge Sklavin selbst geschlagen, doch das hätte etwas komisch ausgesehen. Noch vor wenigen Minuten hatte sie sich gefragt, was Sortan wohl unternehmen würde, um sie an sich zu binden und hier war die Lösung. Gift, das erst nach einigen Tagen begann zu wirken und würde Eona vor ihm fliehen wollen, würde die tickende Uhr in sich selbst bald ablaufen und sie töten.
Ein Zischen verließ Eonas Lippen und sie funkelte Sortan wütend an. Wie konnte sie nur zum zweiten Mal so dumm sein?
Doch die junge Frau sagte nichts. Sie bückte sich nach dem Wasserschlauch, verkorkte ihn wieder, ging zu dem Tisch und stellte die Flasche dort ab. Den Schlüssel zu ihrem Sklavenring ignorierte sie jedoch. Sie würde dieses Ding um ihren Hals tragen, bis sie jämmerlich in irgendeiner Gosse starb. Der Ring hatte sie ein Lebenlang begleitet und war die letzte Erinnerung an ihren Vater, die sie noch aufzuweisen hatte. Er war zwar hässlich und störte sie oft, doch das hatte ein Sklavenring wohl an sich. Er würde immer ihren Status festlegen und derjenige, der es schaffte, hinter ihre Fassade als Sklavin zu blicken, dem sollte sie wohl ihr Vertrauen schenken, von dem noch so wenig übrig war und wie ein Schatz behütet wurde. Dann drehte sie sich um und stieg die Leiter nach oben, ohne auch nur den jungen Mann eines Blickes zu würdigen."Nenn mich nicht Drache...", murmelte sie als Einziges. Dieser Spitzname war doch lächerlich doch Sortan schien er zu gefallen, da er leicht schmunzelte. Sie war überaus wütend und hätte dem Kerl am liebsten die Kehle durchgeschnitten, doch wenn sie sich aufregen würde, dann wären das verlorene Worte die an wie an einer Wand abprallen würden.

Das Licht ließ Eona wieder die Augen zusammen kneifen und für einen Moment blieb sie dort stehen wo sie die Leiter aus dem Keller herausgestiegen war. Bald hatten sich ihre Pupillen an das Licht gewöhnt und sie sah sich um. Sie stand in einer schlichten Küche, die nur einige Anrichten und einen Tisch mit einigen Stühlen vorzuweisen hatte. Außerdem waren noch einige Schränke vorhanden, die bestimmt mit Lebensmitteln gefüllt waren. Ohne auf ihren Peiniger zu warten, ging sie auf die Treppe im zweiten Stock zu, die im Eingangsbereich des Hauses zu finden war. Es war alles schlicht gehalten und natürlich anders als bei Sahabi, dem teure Sachen sehr gefielen und natürlich überall aufgestellt wurden. Mit wütenden Schritten ging sie die Treppe nach oben und fand das Bad an der zweiten Tür rechts. Sie wollte so schnell wie möglich aus diesen Sachen raus und in entweder heißes oder kühles Wasser steigen - am besten ohne einen männlichen Begleiter.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Sortan » So, 01. Apr 2012 2:30

Der Assassine lächelte, er hatte ihre Reaktionen relativ gut eingeschätzt. Sein Blick folgte ihr einen Moment, ehe er sich kurz umwandte und die kleine Phiole unten zurückließ. Dann folgte er ihr und blickte ihr nach, als sie nach oben ging. Das Strumpfband mit dem Dolch lag in der Kiste und Sortan platzierte sein eigenes langes Messer vorerst wieder an seinem Platz. Er zog kurz die etwas warme, stickige Luft in seine Lungen und folgte der Sklavin dann nach oben. Das Bad war bereits mit heißem Wasser gefüllt, er hatte sich ja schon einmal grob gewaschen und es danach erledigt. Die Tür schloss sich leise hinter dem Raquiiah und er lehnte sich gegen das kühle Holz und betrachtete ihren weiblichen Rücken, der übersät von Narben war. Natürlich verdeckte das Kleid den Rest, aber das machte ihm noch nichts aus, "Ich denke du weißt das ich dir genausowenig Vertrauen kann wie du mir. Du wärst bei der ersten Gelegenheit geflüchtet und so stelle ich sicher das dies nicht der Fall ist. Keine Sorge du wirst nichts merken..." Er zuckte mit den Schultern, das war nunmal sein Beruf und sein Metier, was hatte sie erwartet? Das er sie einfach gehen ließ? Das sie ihren Sklavenring behalten wollte, fand er zwar merkwürdig aber ihm sollte es Recht sein. Sortan blieb gegen die Tür gelehnt, wartete erst einmal ab, und betrachtete sie noch eine Weile, "Dein Dolch ist dir wichtig? Das ist gut, solche Dinge sind wichtig... Er liegt unten, du wirst ihn heute Abend bekommen, wenn wir aufbrechen."
Seine Gedanken kehrten kurz zu dem Plan und seinem Ziel zurück. Die Stadtwache hatte bestimmt noch mehr Hinweise und Tipps bekommen und war nun den Mörder am Jagen. Wenn der Herr dieser Stadt schnell war, und das war er für gewöhnlich, würde die Hinrichtung sogar noch heute Abend stattfinden. Perfekt um in ein fremdes Haus einzubrechen, denn die meisten Menschen werden bei dieser Hinrichtung zugegen sein. Er dachte kurz an seinen Onkel, diese Ehre war er ihm schuldig. Er würde das Leid und den Schmerz Mendereas in seinem Namen zufügen und ihn rächen. Dann richtete sich sein geistiger und körperlicher Blick wieder auf die Sklavin und musterte sie wieder. Sie würde wahrscheinlich noch eine ganze Weile wütend und sauer sein, aber was konnte er schon groß dagegen tun? Zumindest der Dolch und das Bad waren Friedensangebote, die er ihr gönnte und die sie schätzen sollte.

[18]Dieses Mal wollte er sich etwas mehr Zeit mit ihr lassen, sehen was sie alles konnte. Die Dirnen und Huren waren zwar meistens auch nicht schlecht, aber sie zogen ihn nicht so sehr an wie diese Sklavin dort vor ihm. Er lächelte und trat etwas näher zu ihr heran, strich über ihren Hals und ihr rotes Haar, "Nun, erweist du mir diesen kleinen Gefallen? Den du schon oft deinen Meistern erwiesen hast?" Er verlangte ja nun nicht viel von ihr, wenn man Sortan fragen würde. Sie war ähnlich wie eine Dirne, nur das sie nichts bezahlt bekam. Wahrscheinlich hatte sie sogar mehr Erfahrung als die ein oder andere Dame des Gewerbes und er wollte noch etwas davon erfahren.[/18]
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Eona » So, 01. Apr 2012 2:50

Solche Dinge sind wichtig. Der Satz hallte in Eonas Gedanken wieder und zwang sie dazu nachzudenken. Völlig verloren stand sie in dem Waschraum und blickte geradeaus; hinter ihr verspürte sie die Präsenz Sortans. Was war ihr eigentlich wichtig? Ein Heim? Etwas zu Essen? Schutz? Ihre Stirn legte sich in Falten und ihre Finger zuckten kurz in Richtung ihres Sklavenrings, der wie eh und je an ihrem Hals lag und in dem fahlen Licht schillerte. Am Rande dieses Rings, der aus reinem Silber gefertig war, war ihr Name eingeritzt und würde sie für jeden, der nur genau hinsah, erkenntlich machen. Sie war froh zu hören, dass ihr Dolch mit ihr in diese fremde Gegend gewandert war, denn sie konnte mit anderen Waffen nicht umgehen. Einem anderen Dolch, ja, aber keinem Säbel oder anderen schweren Waffen. Damit würde sie nur andere in ihrem Umfeld verletzen. Kurz dachte sie an die feine Klinge Silberstichs und an das Gefühl, wenn der Griff sich in ihre Handfläche schmiegte. Das Gefühl von Macht und das Wissen, das diese Macht tödlich sein konnte.

[18]Mit bedächtigen Bewegungen streifte sie den Stoff des Kleides von ihren Schultern und die grüne Hülle fiel zu Boden. Darunter kam Eonas helle nackte Haut zum Vorschein, die von ihren Narben geziert wurde. Jede Narbe hatte eine Geschichte, die mit Schmerz und Pein verbunden war, doch auch sie waren ein Teil von der jungen Sklavin. Kurz strich sie über ihre Arme, die von einer leichten Gänsehaut bedeckt war und drehte sich zu Sortan um, der an der Tür des Waschraums lehnte. Etwas wehrte sich in ihrem Inneren und dieses etwas zog an ihren Gedanken. Nein! Neein! Tu es nicht. Nicht schon wieder! Doch Eona überging diese Warnung mit einem Lächeln, dass sie Sortan in ihrer gespielten Mimik zuwarf. Eona hatte ihre Maske aufgesetzt, die sich so perfekt wie eh und je an ihren Körper schmiegte. Kein Zögern, kein Zucken oder Lustlosigkeit, würde diese Maske durchdringen, denn sie war geschnitzt worden, um andere Herren Vergnügen zu bereiten.
Ihr langes Haar hing über ihre Schulter und schlängelte sich in Naturwellen um ihre kleinen festen Brüste bis zu ihren breiten Hüften. Sie legte ihre Hände an Sortans Brust und sie sah zu ihm herauf. Ein Funkeln durchzog die hellgrünen Augen, die Sortan durchdringend anblickten. Wieder lächelte sie, als sie sagte: "Es ist kein Gefallen. Es ist ein Dienst, den ich nicht gerne tue, doch mir bei dir sehr viel Vergnügen bereiten wird." Langsam reckte sich ihr kurvenreicher Körper nach oben und sie stellte sich auf die Zehenspitzen. Ihre warmen Lippen legten sich auf Sortans und sie sog seinen würzigen Geruch, der nach Naradesh und gleichzeitig den Nadelwäldern ihrer Heimat roch, in sich auf, wie sie es schon viele Male zuvor getan hatte. Ihr Verstand war verschwunden und nur ein kleiner Teil ihre Kopfes lenkte ihre Bewegungen, die ihr Körper von allein zu machen schien. Sie presste ihren Körper gegen den jungen Mann und legte ihre Hände in seinen Nacken, um sich dort in sein hellblondes Haar zu verkrallen.[/18]
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Sortan » So, 01. Apr 2012 3:12

[18]Er verfolgte lächelnd ihre Bewegungen, wie der Stoff über ihre Haut nach unten glitt und sie sich zu ihm umdrehte. Der Assassine zog sein Hemd aus und erwiderte ihr lächeln. Er wollte etwas erwidern, doch ließ er es sein und zuckte bloß mit den Schultern. Er wusste nichts gescheites darauf zu erwidern und wollte auch eigentlich gar nichts mehr sagen. Sein Blick folgte den roten langen Haaren, über ihren gesamten Körper und ihre weiblichen Rundungen. Ehe er seine Hose wieder ausgezogen hatte, war sie schon bei ihm und schmiegte sich an seinen Körper. Sortan kam ihr ein Stück entgegen, ließ sie sich dann jedoch noch etwas zu ihm hochrecken. Er erwiderte den Kuss und schloss kurz die Augen, während seine Hände über ihren Rücken und die Narben wanderten. Schließlich legten sie sich auf ihren Hintern und er war erneut erstaunt über die fast perfekte Schönheit der Sklavin. Sie schmiegte sich an ihn und er spürte ihre Finger in seinem Haar. Kurz genoss er diese Berührungen, während sein Körper entsprechend auf ihren reagierte und er sich aus dem Kuss löste. Mit einer Hand zog er sich die Hose aus und sah Eona in ihre grünen Augen. Er spürte wieder ihren Körper auf dem seinen und wollte sie... jetzt. Doch er beherrschte sich und seine Lippen legten sich wieder auf ihre, dieses mal wollte er das sie tat was sie wollte. Er liebte die Macht über andere Menschen, ihren Schmerz und ihr Leid, aber dennoch brauchte selbst er manchmal ein wenig Abwechslung. Ein wenig Hingebung, wenn auch nur gespielt, die ihn zufrieden stellen sollte. Seine Hände wanderten wieder über ihren Rücken und er zog ihren Geruch in sich auf, der Schweiß und noch etwas von dem Blut hingen an ihrem Körper. Auch der Geruch von Minze mischte sich dabei und das alles ergab eine interessante Note, die sein Blut nur noch mehr zum kochen brachte.[/18]
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Eona » So, 01. Apr 2012 13:52

[18]Sortans heiße Finger glitten an ihrem Rücken hinab und berührten das empfindliche Narbengewebe, dass mit seinen Fingern zu verschmelzen drohte. Wieder betrachtete sie interessiert seinen schmalen Körper, der von zähen Muskeln durchzogen wurde und sich deutlich durch die Haut abzeichneten. Sie fuhr mit ihrem Finger sein Schlüsselbein nach, als sie sich von seinen Lippen löste, die gleichzeitig rau und fordernd auf ihren gelegen hatten. Ein leichtes Lächeln zierte ihr Gesicht und mit einer vorsichtigen Bewegung ergriff Eona seine Hand.
Mit sanfter Gewalt zog sie den Assassinen hinter sich her und ließ sein Handgelenk erst los, als sie vor der Wanne mit dem Wasser stand. Das heiße Wasser zeigte seine Temperatur, indem leichte Dampfwolken sich mit der stickigen Luft vermischten und Eona entgegenschlugen. Langsam hob sie ihre wohlgeformten Beine und stieg in das heiße Wasser, das sofort einen Schauer durch den Körper der jungen Sklavin schickte. Bedächtig glitt sie in die große Wanne und das Wasser umspülte ihre langen Beine, die breiten Hüften und die erregten Brüste, die sich wie von selbst dem wohltuenden Nass entgegenzustrecken schienen. Ihr langes Haar tauchte zur Hälfte unter die Wasseroberfläche und begann sich zu entfächern, wie eine große Flamme, die hungrig nach dem jungen Mann leckten, dessen Geruch der Frau so stark erschien, dass ihr beinahe schwindlig wurde. Ihr Körper schien aufzuatmen, als die wohltuende Wärme ihren Körper umspülte und langsam löste sich jede Verspannung in ihren Muskeln und die junge Sklavin atmete auf. Sie legte ihren Kopf zurück und entblößte den grazilen Hals, an dem immer noch der Sklavenring hing. Für einen kurzen Moment schloss sie die Augen, vergaß Sortan, die letzten Tage und die Entscheidungen, die sie in so kurzer Zeit hatte treffen müssen. Dann öffneten sich die grünen Augen wieder und fixierten den Assassinen.
Sein Körper war jung, stark und trotz seiner schlanken Statur, muskulös. Das fahle Licht in diesem Raum umschmeichelte den Körper des jungen Mannes und ließ jede einzelne Narbe darauf silbrig schimmern. Eine Welle der Erregung wanderte durch Eonas Fingerspitzen bis in ihre zitternden Lenden. Sie leckte sich über die vollen Lippen und verzogen sich dann zu einem kleinen Lächeln, dass sie Sortan entgegenbrachte. Eine Hand erhob sich aus dem Wasser, strich sanft über ihren Hals, den Ansatz ihrer Brüste und die andere winkte den jungen Mann zu sich.[/18]
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Sortan » So, 01. Apr 2012 15:11

[18]Die sachte Berührung auf seinem Schlüsselbein jagte ihm einen kleinen wohligen Schauer über den Rücken und wollte einen Moment etwas mehr von ihr fordern. Doch dann lösten sich ihre weichen Lippen von seinen und sie ergriff seine Hand. Er ließ sich von ihr zu der Wanne ziehen und betrachtete lächelnd ihre Kehrseite, ihre Narben waren ein Teil von ihr und er mochte sie. Ein perfekter Rücken war zwar schön, aber jede dieser Narben stand für ein Ereignis, einen Fehler und das Wissen darüber. Sie machten einen Menschen zu dem was er sein sollte und er selbst würde nicht eine der Narben auf seinem Körper eintauschen. Jede hatte eine Bedeutung für ihn und ausserdem war er stolz auf sie. Die Sklavin stieg in die Wanne aus Keramik und ihm schlug eine Mischung aus heißem Dampf, der bereits stickigen Luft und ihres eigenen Körpergeruchs entgegen. Er zog alles gierig in sich hinein und seine Lungen brannten ein wenig, ob der Hitze. Er genoss es und er kannte es, schließlich kam er aus der Wüste und war es heißer gewohnt. Seine Hände legten sich auf den Rand und tauchten mit den Fingerspitzen in das heiße Wasser ein, während er sie betrachtete und lächelte. Das Wasser umspielte ihren Körper und ließ ihn nur noch anziehender werden, er genoss jeden einzelnen Blick auf ihre Haut. Er ließ ihr ein wenig Zeit um sich an das Wasser zu gewöhnen, ausserdem sollte sie ja diesmal bestimmen wie und wann. Die Vorfreude ließ ihn bereits etwas zittern und sein Blut wallte in den viel zu kleinen Adern umher. Als er in die grünen Augen blickte und sich kurz darin verlor, drückte er unbewusst auf den Rand und die schmalen Adern zeichneten sich unter der sehnigen Haut seiner Arme ab. Sortan betrachtete ihr Haar erneut, rotes Haar, so selten und schön zugleich. Er folgte den Bewegungen ihrer Hand und zog die, scheinbar immer heißer werdende, Luft tief in seine Lungen. Dann ließ er sich ebenfalls in die Wanne gleiten, genoss die prickelnde Hitze des Wasser an seinen Waden und sank langsam auf sie. Er lächelte, während sein Körper sich auf ihren senkte und sie nur noch etwas Wasser voneinander trennte. Seine Hände strichen an ihren Brüsten vorbei nach unten und stemmten sich gegen den Boden, während er sie erneut küsste und dann ganz nah an ihr Ohr kam. Er hauchte ein wenig heiße Luft auf es und flüsterte dann, "Drache... So viel Feuer..." Lächelnd lehnte er seinen Körper und sein Gewicht auf die rechte Seite und legte die linke Hand auf ihren Rücken. Kurz darauf lag er auf dem Rücken und die Sklavin über ihm und er genoss es. Es war nicht so das es seine erste Sklavin wäre, oder gar seine erste Frau. Auch war es mit Sicherheit nicht seine erste rothaarige, oder die schönste seiner zahllosen Frauengeschichten. Aber sie hatte etwas besonderes an sich, sie hatte Feuer in sich brennen und tat was sie tun musste. Eine gute Eigenschaft und in der Familie der Raquiiah hoch angesehen, dennoch war sie zu unselbstständig für ihn. Sie musste erst noch lernen was es hieß ihr Feuer richtig einzusetzen und brennen zu lassen. Er blinzelte kurz, die Narbe knapp unter seinem Herzen juckte leicht. Sie stammte von einem Pfeil und war kreisrund, fast hätte sie ihn getötet, aber das ist schon lange her. Er schob die Gedanken beiseite und konzentrierte sich wieder ganz auf Eona.[/18]
"Mit der Ehre in der Brust und dem Stolz in dem Kopf,
macht die Seele kein Verlust, wenn man nur weiter hofft."
->Nima Najafi Hashemi

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