Eine persönliche Angelegenheit

"Die Stadt der Wasser" am Fuße der Ruwayd-Berge. Bekannt für ihren Wohlstand und der Akademie der Heiler.
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Eona
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Eona » So, 01. Apr 2012 15:30

[18]Das Wasser schlug kleine Wellen als sich der Körper Sortans auf ihren legte und Eona ließ einen Seufzer los, als der Assassine ihr die geflüsterten Worte ins Ohr hauchte. Der Seufzer verlor sich in den Dampfwolken, die sich an die beiden Leiber schmiegten und dann leise in der heißen Luft verschwanden.Drache... Es war so passend und gleichzeitig so lächerlich, doch Sortan schien dieser Name zu gefallen und sie ließ es ihm. Das Wasser schwappte bedrohlich als er die Position wechselte und Eona erschauerte, als ihr Becken auf seine Erregung traf.
Wie orangene Flammen züngelte das Haar um ihren Körper, als sie es zurück warf und mit ihren langen Fingern einige Strähnen beiseite streichte.
Feuer hatte sich in ihrem ganzen Körper ausgebreitet; wütete auf ihrer Haut, ihrem Kopf und konzentrierte sich in ihren Lenden, die sich der Erregung entgegenstreckten. Abermals leckte sie sich über die Lippen und strich mit ihren Fingern über die vielen Narben Sortans. Langsam beugte sich sich vor, leckte mit ihrer heißen Zunge an seiner salzigen Haut und konnte beinahe seinen Geruch schmecken.
Ihre Zunge verlor sich in der Haut, in den Schluchten der Muskeln und dem Fleisch, dass drohte unter ihrer Zunge zu verbrennen. Ihre Hüften bewegten sich leicht, sacht, als wolle sie Sortan etwas ärgern und um ihn etwas mehr zu reizen, biss sie ihm frech in den Hals. Lachend löste sie sich von seinem starken Hals und wendete sich wieder seinen Lippen zu. Sanft strich sich mit ihren Fingern darüber und küsste sie dann begierig und schmeckte dabei das Salz auf ihrer Zunge.
Die braunen Augen ihres Gegenübers drohten sie in einen Sog der Lust zu ziehen und sie blinzelte kurz, um sich von seinen rauen Lippen zu lösen. Wieder warf sie das nasse Haar nich hinten und verkrallte sich dabei in die Seiten Sortans, was auch ihr einige Schmerzen bereitete, denn die Fingerkuppen waren aufgesprungen, von der letzten Nacht als er sich so rabiat an ihr vergangen hatte. Doch nun hatte sie die Hand über ihn und genoss es, da dieser Augenblick sehr selten für eine Sklavin war. Eona musste springen, wenn der Herr es wollte. Sie musste unten liegen, wenn er es wollte. Sie musste schlucken, wenn ihr Herr es wollte. Nun genoss sie diesen Moment für eine kurze Weile und bewegte ihre Hüften konzentriert dabei vor und zurück. "Ich zeige dir das Feuer eines Drachen...", hauchte sie und tauchte ihr Becken in die Erregung Sortans bis sie verzückt aufschrie.[/18]
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Sortan » So, 01. Apr 2012 15:56

[18]Er genoss es, sie so auf sich zu spüren und vor allem das rote Haare, welches ihre Körper umspielte. Ihr Gewicht drückte seinen Körper unten auf den Boden, aber sie war nicht schwer und vor allem in dieser Hitze und der Erregung, fühlte sie sich an wie eine der Dampfwolken. Sortan erwiderte ihren Blick die ganze Zeit und spürte ihre Finger auf seinem Körper. Sie strich über seine Narben und jede die sie berührte weckte in ihm kurz eine, etwas unangenehme Erinnerung. Pfeil, Dolch, Feuer... Er genoss es dennoch, denn die Bilder regten seinen Adrenalinspiegel ein wenig an. Seine Hände wanderten über ihren Körper, ihre Beine entlang und über ihren Hintern. Dann spürte er das Narbengewebe des Rückens, die ersten Haare und schließlich den Sklavenring. Er strich über das Metall und den unbedeckten Hals, ehe seine Finger durch ihre Haare wanderten und sie wieder etwas auseinander fächerte. Dann spürte er ihre warme Zunge auf seiner Haut und er seufzte leise und zufrieden. Jedes Spiel hatte seinen Reiz, Gewalt wie auch Sanftheit. Beides gefiel dem Assassinen, aber momentan wollte er nur sie. Es gefiel ihm, wie sie sich auf ihn einließ und mit ihm spielte. Er spürte das sie es genoss die Oberhand zu haben und das hatte er von vorneherein erwartet. Schließlich war sie eine Sklavin und die musste sich immer dem Willen ihres Herren unterwerfen. Als er dann ihre Hüften spürte, wie sie sich bewegten, entwich ihm ein zitternder und unkontrollierte Atemzug. Die Erregung in seinem Körper war so angestaut, das er sie am liebsten gepackt hätte. Doch Beherrschung hatte er lange geübt und so schaffte er es auch sie gewähren und mit ihm spielen zu lassen. Er knurrte kehlig, als sie ihn biss und sein Kopf hob sich etwas, um einen kuss von ihr zu fordern. Ihr lachen klang wie eine Glocke in seinen Ohren, etwas das er viel zu selten in seinem Leben hörte und das ihm manchmal fehlte. Dann spürte er wieder ihre Lippen auf den seinen und küsste sie etwas ungestümer und fordernder, die hellen Grünen Augen waren so anders als die Braunen der Wüstenmenschen. Es war als könnte er in sie eintauchen und damit in eine andere Welt. Dann löste sie sich wieder von ihm und er streckte den Kopf wieder etwas vor, begleitet von einem verlangenden Blick. Sortan zuckte leicht, als er ihre Nägel spürte und seufzte erneut. Seine Hände wanderten wieder auf ihren Hintern und legten sacht auf den so wohlgeformten Rundungen. Er zitterte schon förmlich vor Erregung bei ihren Worten und konnte es kaum mehr erwarten. Eona hörte endlich auf ihn um den Verstand zu bringen und Sortan begleitete ihren Schrei mit einem Stöhnen. Die Hände auf ihrem Hintern packten etwas fester und er forderte mehr von ihr. Doch viel mehr konnte er auch nicht tun, denn er wollte ihr die Freiheit lassen zu tun was sie wollte und bisher hatte es ihm gefallen. Sein Atem vibrierte förmlich in seiner Kehle und erzeugte einen leisen angenehmen Ton. Es fühlte sich gut an, besser als letzte Nacht, und er wünschte dieser Zeitpunkt würde länger anhalten. "Drachen sind..." Er ließ den Mund offen und es schien als musste er sich zuerst an die Worte erinnern, was bei solch einer Ablenkung schwer war, "...so wunderschön." Sein Mund formte sich zu einem ehrlichen Lächeln, er wusste nicht genau was sie mit ihm anstellte, aber es gefiel ihm. Irgendetwas schien in seinem Hinterkopf zu schreien, das es falsch ist und er immer einen klaren Kopf und Vorsicht behalten musste. Doch diese nächsten Minuten sollten ihr gehören und einmal im Leben wollte er sich entspannen.[/18]
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Eona » So, 01. Apr 2012 16:21

[18]Die rote Flamme loderte auf und erhellte den Raum mit dem geheimnisvollen Glanz ihres Daseins. Sie zuckte und züngelnde, auf der Suche nach etwas Essbarem, um ihren Hunger nach Lust zu stillen. Sie umarmte die blaue Flamme, die tief in das Rot Eonas eintauchte .
Für einen Moment schien die Zeit still zu halten, als Sortan tief in sie eindrang und Eona hielt den Atem an. Ihr Herz pochte und schickte Blut in all ihre Körperregionen. Erregung gepaart mit Adrenalin schoss durch ihre Venen und brachte das Grün ihrer Augen zum Leuchten. Ein weiterer verzückter Schrei folgte dem ersten und sie atmete zitternd aus. Ihre Hände verkrallten sich in das heiße Fleisch Sortans und in wilder Verzückung warf sie den Kopf nach hinten; dabei entblößte sie ihren Hals, der ein weiteres Seufzen ausschickte.
Die runden Hüften begannen sich sanft zu bewegen, bebten unter der Erregung des jungen Mannes, die die junge Frau bis zum Maximum ausfüllte. Eona riss ihre Augen auf und ein elektrisierender Schauer jagte ihre Wirbelsäule nach unten. Ihre Bewegungen wurden fordernder, fester und zielten auf einen Höhepunkt hinaus, den sie um jeden Preis erreichen wollte. Ruckartig beugte sich die junge Sklavin nach vorne, ohne dabei ihr Becken zum Stillstand zu bringen und sie legte ihre heißes Gesicht an Sortans Hals. Das rote Haar bedeckte seinen Körper, legte sich über sein Gesicht und die Wellen des Wassers umspielte Eonas lange Beine und Sortans starken Körper. Ihr Verstand setzte aus und war nicht mehr in ihrem Geist vorhanden. Der Geruch des Assassinen drang in Eona ein, umspülte ihr eisiges Herz mit einer jähen Hitze, die drohte, ihre Mauer niederzureißen. So schön. So stark!
Ein weiterer Adrenalinstoß jagte durch den jungen Körper der Frau und ließ sie ihren Körper wieder aufrichten. Da war es! Das Feuer! Ihre Haut brannte unter der blauen Flamme Sortans, die sie langsam in seinen Armen verschlang, niederbrannte und wie einen Phönix neu gebar. Die blaue Flamme schien die rote zu verschlingen, doch mit einem lauten lustvollen Schrei explodierte das rote Feuer wie ein Stern am Himmel und Eona sank erschöpft auf Sortans Körper.[/18]
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Sortan » So, 01. Apr 2012 16:53

[18]Die Augen folgten ihren langsam Bewegungen und sein Blick strich sanft über ihren Körper. Sein Herz pumpte bereits Adrenalin durch seinen Körper und er fühlte sich großartig, so wie immer wenn das Adrenalin einsetzte. Er kannte das Gefühl so gut und beherrschte es immer, dieses Mal ließ er es aber zu und versank in der natürlichen Ekstase. Sein Stöhnen vermischte sich mit ihren Schreien und er genoss sie so zu hören. Sein Blick blieb die ganze Zeit auf ihrem Körper und wanderte schließlich wieder zu ihren Augen, als sie sich über ihn beugte. Er wollte das sie ihm gehörte, wollte ihren gesamten Körper berühren und ihre Nähe jeden Tag bei sich spüren. Die Hitze wurde immer schlimmer in der Wanne und die heiße Luft ließ ihn schwer und zittrig atmen. Er spürte jede einzelne ihrer Bewegungen und stöhnte erneut leise, als sie fordernder und fester wurden. Jedes einzelne Mal, wenn er ihr Becken auf seinem spürte, der kurze Momente bevor sie sich weiter bewegte, war eine Explosion in seinem Kopf. Sie verdrängten alle anderen Gedanken und wurden immer stärker. Eonas Gesicht brannte sich förmlich in seine Haut ein und raubte ihm für ein paar Sekunden den Atem. Er spürte ihre Haare überall auf und um seinem Körper und es war, als ob sie ihn einhüllte. Er kam langsam näher an die große Explosion, aber er musste noch aushalten, warten bis sie soweit war. Dann richtete sie sich wieder auf und Sortan presste den Kopf gegen das heiße Keramik der Wanne. Das Wasser umspielte seinen Körper und schlug große Wellen, symmetrisch zu den Bewegungen der Sklavin. Sortan vergaß das Ganze jedoch, er spürte das Wasser und die Hitze nicht mehr, sondern nur noch den Körper auf sich. Seine Hände krallten sich fest in das weiche Fleisch ihres Hinterns und er kam einen Augenblick früher als sie. Das laute und abschließende Stöhnen wurde schließlich von ihrem viel lauteren Schrei unterbrochen und der Raquiiah seufzte zufrieden. Er spürte wie sie auf seinen Körper sank, ihre Haare kitzelten seine Haut und plötzlich war auch die Hitze und das Wasser wieder da. Er legte eine Hand auf ihren Rücken und strich ihn sanft entlang, während sein Blut noch immer kochte. So gut wie alle seiner Muskeln zitterten noch unter der Erregung und Aufregung, die nun ihr Ende gefunden hatte, und er atmete schwer und stoßweise. Er ließ einen rasselnden Seufzer los und seine Muskeln entspannten sich ein wenig, während das Adrenalin sich langsam wieder auflöste. Sortan schluckte schwer, er verspürte noch immer diesen unbändigen Hunger nach der Sklavin und gleichzeitig war seine Kehle trocken und ausgedörrt. Sein Blick wanderte träge von dem Körper Eona´s zu der kleinen Kommode neben dem Waschbecken. In ihm befanden sich, wie fast überall im ganzen Haus verteilt, ein Messer und zwei kleine Phiolen. Die eine gefüllt mit Salz, die andere mit hochprozentigem Wein. Er hatte einen weichen Honiggeschmack und wanderte sanft die Kehle hinunter. Doch er war so weit weg und Sortan wollte nicht aufstehen, wollte noch nicht das ihr warmer Körper von ihm ging. Seine Gedanken wurden langsam immer klarer und er fluchte innerlich darüber das sie ihn so sehr anzog und unter Kontrolle hatte.[/18]
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Eona » So, 01. Apr 2012 17:18

Eonas Körper zitterte und die Flamme schickte noch kurz eine warme Welle durch ihren Körper, bis die Aufregung langsam verebbte. Sie hatte die Augen geschlossen, ihr Gesicht schmiegte sich an Sortans Hals und endlich kehrte ihr Verstand zäh fließend zurück.
Ich habe mit dem Mann geschlafen, der mir mein Heim und meinen Herrn genommen und mich vergiftet hat. Sie blinzelte kurz und seufzte tief. Befriedigung ging unter ihre Haut und entspannte sie noch ein Stück mehr. Das Schicksal hat komische Wege sich zu entfalten, brummte sie in Gedanken und richtete sich langsam auf. Ihre Lungen füllten sich mit der stickigen Luft des Waschraums und sie sah kurz zur Decke, bis ihr Blick wieder auf Sortan fiel. "Du hast etwas an dir, das ich nicht verstehe, aber mein Körper reagiert anders auf dich, als mein Verstand es tut", flüsterte sie und eine Denkfalte nistete sich zwischen ihren geschwungenen Augenbrauen ein. Langsam rutschte Eona von ihrem Peiniger herunter und setzte sich ans andere Ende der Wanne. Das Wasser hatte sich etwas abgekühlt und die junge Sklavin tauchte ihre beiden Handflächen zu einer Schale geformt in das Nass und wusch damit ihr Gesicht und spritzte sich ein wenig davon auf die Schultern. Die Wassertropfen perlten an ihrer Schläfe und ihren Wangen hinab an ihr Kinn, um dort leise in das Badewasser zu tropfen.
"Bilde dir bloß nichts darauf ein, Sortan. Ich habe das nur getan, weil ich eh nichts gegen dich ausrichten kann." Beinahe hätte sich Eona auf die Unterlippe gebissen, was ihre Lüge enttarnt hätte, jedoch funkelte sie ihr Gegenüber nur teuflisch an. Es hat ihr Gefallen. Es hat ihr so sehr gefallen, dass dieser Akt alles wett gemacht hat, was Sahabi in den letzten Jahren verschmutzt hat. Zwar hat sie sich nicht gerade den Schmutz von ihrer Seele gewaschen, doch war sie zufrieden, mit dem, was sie getan hat. Aber Sortan sollte davon lieber nichts erfahren, sonst würde er sich noch etwas darauf einbilden.
Langsam wusch sie ihr flachsrotes Haar bedächtig und entfernte noch weitere Strohhalme, die sich vom Keller in den Haaren verhakt haben. "Wenn du Menderea beseitigt hast und ich das Gegengift bekommen habe, werde ich dich verlassen." Die Entschlossenheit wurde durch ihre feste Stimme und ihrem ebenso entschlossenen Blick ausgestrahlt und Eona begann weiter ihren Körper von Schweiß und Dreck rein zu waschen. Außerdem wusch sie die Wunden von Dreck und der Salbe aus, um später neue einzureiben. "Also bilde dir nichts darauf ein.", wiederholte sie nochmal, während sie vorsichtig ihre Wunde am rechten Handgelenk auswusch. Sie fragte sich gerade, wieso sie eigentlich mit Sortan geschlafen hatte.
Er war zwar kein Durchschnittstyp, das wohl nicht. Aber besonders auffällig wohl auch nicht. Das was Eona an ihm gereizt hatte, war wohl die Tatsache, dass er sie mit allem was er zu bieten hatte, überrumpelt hatte. Der Mord an Sahabi, das Gift in dem Wasserschlauch, der Gewaltakt im Keller. In zweiter Linie war sie von seiner Ausstrahlung und seinem Geruch betört worden. Seine Haarfarbe erinnerte sie an André, ihrem damaligen Meister und die Tatsache, dass er es geschafft hatte, die schlimmen Jahre in Sahabis Bett wettzumachen, war mehr als beeindruckend. Wobei es ein Leichtes war Sahabi in seinen "Bettkünsten" zu übertreffen.
Und was hätte sie tun sollen? Sich gegen ihn wehren, damit er sie nochmal ankettete und das tat, was jeder Herr mit ihr trieb? Da hatte sie sich den Akt lieber anders gestaltet und war zufrieden damit. Außerdem war sie wehrlos gegen ihn, da immer noch das Gift in der Sklavin schlummerte. "Ich hoffe es hat Ihnen gefallen, mein Herr, doch die Vorstellung ist vorbei", witzelte sie trocken und erhob sich. Das Wasser schwappte und sank - wegen der fehlenden Verdrängung von Eonas Körper - etwas zurück. Wassertropfen perlten an ihrem wohlgeformten Körper hinab, zurück in das Badewasser, dass nun etwas dunkler von dem Schmutz war, den Eona sich erfolgreich abgewaschen hatte. Nun fühlte sie sich besser, ausgeruhter um den Auftrag zu erledigen, den sie zwingend mit Sortan ausführen musste. Vorsichtig stieg sie aus der Wanne und wrang ihr langes Haar aus, um es von der schweren Nässe zu befreien.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Sortan » So, 01. Apr 2012 17:55

Er lächelte bei ihren Worten und verzog das Gesicht kurz, als sie sich von ihm zurückzog. Sortan setzte sich etwas aufrechter in die Wanne und betrachtete sie nachdenklich. Sie war so voll Feuer und Lust gewesen, das sie beinahe zum greifen gewesen war. Dennoch trafen ihre Worte ihn irgendwie an seinem Stolz, wovon er sich nichts anmerken ließ. Er seufzte erneut leise und stemmte die Hände auf den Rand der Badewanne, "Natürlich... So wie du nichts gegen mich ausrichten konntest, als ich deinen Herren getötet hab." Er schwieg kurz und die Worte waren ein wenig übermäßig kalt. Dann jedoch lächelte und versuchte so viel Gewissheit in seine nächsten Worte zu legen, wie irgendmöglich, "Trotzdem hast du es versucht. Warum hast du es also jetzt nicht versucht? Weil es dir Spaß gemacht hat..." Er flüsterte den letzten Satz beinahe und betrachtete ihren reizvollen Körper noch eine Weile. Sie hatte eine Tür in ihm geöffnet, hinter der ein großes Loch gähnte. Eine Frau hatte dieses hinterlassen und sie hatte es gefüllt, für eine kurze Zeit. Nun war es wieder leer und riss an seinem innersten, bis er die Tür wieder geschlossen hatte. Er konzentrierte sich auf das was wichtig war, verdrängte sie aus seinen Gedanken und versuchte nicht an ihre "Magie" zu denken. Er betrachtete sie noch eine zeitlang beim Waschen und überlegte. Seine Kehle fühlte sich kratzig und als ob er Sand getrunken hätte. Er vernahm auch die nächsten Worte und sein Gesicht zeigte keinerlei Regung. Innerlich brodelte es in ihm, er wollte sie für sich haben. Trotzdem hatte er ihr diesen Wunsch versprochen und würde ihn erfüllen müssen, "Du willst also doch deine Freiheit als Gegenleistung haben?" Die Worte kamen etwas schroffer aus seinem Mund, als er es wollte. Sie zeigten ein wenig von seinen Gefühlen und das hasste er. Er hasste diese Schwäche, die Emotionen verlieh und drehte den Kopf ein wenig zur Seite. Er spürte wie das Wasser zurücksank und ein Stück mehr von seinem Körper freigab, als Eona aufstand und die Wanne verließ. Sein Blick war weiterhin auf etwas entferntes an der Wand gerichtet, das wohl nur in seinen Gedanken existierte. Er schüttelte abwesend den Kopf und stand schließlich auch auf, "Dennoch war es eine schöne Vorstellung, edle Dame." Er erwiderte ihren trockenen Witz mit ebenso trockenem Sarkasmus und ein wenig Spott. Dann stand er schließlich auf und hob ein kratziges Handtuch vom Boden auf. Es war groß und sein Körper relativ schnell trocken, dennoch ließ er sich schweigend Zeit dabei. Sein Blick richtete sich auf die Kommode und er sah kurz über den Rücken zu der Sklavin. Dann seufzte er leise in sich hinein und warf ihr das Handtuch zu. Seine Schritte waren lautlos auf dem Fußboden, während er zur Kommode ging und sie öffnete. Die hölzerne Tür schwang sacht auf und er berührte kurz den schlichten Knauf des Messers, ehe er die Weinflasche herauszog und die Tür wieder schloss. Der gläserne Korken wurde herausgezogen und ein gutes fünftel der braun-rötlichen Flüssigkeit verschwand in seinem Mund und rann seine Kehle herunter. Der süße Honiggeschmack breitete sich in seinem Mund aus und auch der Duft stieg ihm in die Nase. Trotzdem brannte der Alkohol sich ein wenig die Kehle hinunter.
Schließlich drehte er sich wieder zu ihr um und stellte die Weinflasche hinter sich auf die Kommode. Er betrachtete sie eine Weile und überlegte ihr zu zeigen das er ihr neuer Herr sein würde, egal was sie dagegen tun würde. Unmerklich schüttelte er dann jedoch den Kopf und blinzelte etwas, er war vielleicht ein Mörder, aber einer mit Ehre. Schließlich kam er wieder auf sie zu, "Trink nicht zu viel davon... und lass dir nicht zu viel Zeit. Sobald die Dämmerung einbricht, werden wir aufbrechen." Er deutete nach dem ersten Satz mit dem Kopf in Richtung Wein und hob seine Kleidung auf. Dann verließ er das Badezimmer und schloss es wieder von außen. Kurz sah er sich auf dem kleinen Flur um, ehe er die schräg gegenüberliegende Tür betrat und sich entsprechend für seinen Auftrag umzog. Ihnen blieben noch ungefähr zwei Stunden Zeit, aber er wollte sich entsprechend vorbereiten. Zuerst zog er die braune Unterkleidung an, gefolgt von der kompletten Lederrüstung. Den Waffengurt, mitsamt seinem Kurzschwert, sowie dem Krummdolch in der Scheide, nahm er mit. Auch der Mantel aus Fell fand den Weg in seine Hand. Dann verließ er das Zimmer wieder und schloss die Tür. Sein Weg führte ihn nach unten, wo er Waffen und Mantel auf die Truhe legte und kurz den Dolch zog. Das ölige Gift klebte an der Klinge und äußerte sich durch ein schmieriges Glitzern. Zufrieden nickte er und schob die Klinge vorsichtig wieder zurück. Er würde ein zweites Mahl zubereiten, denn er hatte Hunger. Bald saß er also an dem kleinen Tisch in der Küche und hatte einen Laib Brot, Käse, Schinken und Wasser auf ihm platziert. Er fing bereits an zu essen, aber es würde genug für Eona übrig bleiben. Das Dörrfleisch ging zur Neige und er brauchte frisches Brot, bald sollte er einkaufen gehen und sich auch auf dem Markt wieder sehen lassen.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Eona » So, 01. Apr 2012 19:13

Eine angenehme Stille legte sich in dem Raum nieder und Eona schloss kurz die Augen. Ihre Hände hielten das Handtuch, dass Sortan ihr zugeworfen hatte und sie bemerkte, den fehlenden Finger, der nichts mehr würde greifen können. Ihr Haar lag nass um ihre nackten Schultern und an den Spitzen tropfte leise das Wasser zu Boden. Sie atmete den frischen Duft ihres eigenen Körpers ein und eine Duftnote Sortans mischte sich darunter. Nach langer Zeit war sie wieder allein und sie genoss es für einen Augenblick. Langsam nahm sie die Weinflasche, auf die Sortan gedeutet hatte, entkorkte sie und roch probeweise daran. Doch sie erinnerte sich, das er auch etwas davon getrunken hatte und stürzte den Alkohol hinunter. Er war süß wie Honig und mundete ihr sehr, doch war er etwas zu leicht, um ihre wirren Gedanken für eine Weile zu betäuben. Für Eona brauchte es nicht viel Alkohol, um sie beschwipst zu machen, da sie meistens keinen trinken durfte und auch nicht sehr scharf darauf war. Doch jetzt war ein guter Zeitpunkt mit dem Trinken anzufangen.
Bedächtig trocknete sie ihre Haare so gut sie konnte und flocht sie flink und geschickt zu einem langen Zopf zusammen, damit die Haare ihr nicht ins Gesicht hingen. Sie hatte nicht ihre Utensilien hier, die sie sonst für die Aufträge benutzte und das störte sie. Vielleicht konnte sie bei Sahabi nochmal einbrechen und sich ihre Sachen holen, denn ohne die, wäre sie aufgeschmissen. Ihre zweite Garderobe, Klammern, um ihre Haar zu befestigen, Heilsalben, Nadel und Faden und andere Sachen lagen in Sahabis Haus in ihrem Kämmerchen die sie eigentlich für einen Auftrag brauchte. Würde sie dort einfach so ohne weiteres reinmarschieren und eine Wache erwischen, oder auch nur jemand sehen, wenn sie in das Haus ging, würde man sie in Verbindung mit dem Mord an Sahabi bringen. Sie hatte ein Motiv. Alle Sklaven hatten ein Motiv. Diese verflixten Vorurteile, brummte Eona und strich sich eine Strähne hinter das Ohr, die ihr ins Gesicht gefallen war. Doch man konnte es den Menschen nicht verdenken. Wer hatte schon Lust oder Zeit hinter eine Fassade zu blicken, die so dick war, dass man Jahre dafür gebraucht hat, diese aufzuschichten? Niemand, beantwortete sich Eona die Frage von selbst und schlüpfte wieder in das grüne Kleid. [18]Es lag weich auf ihrer Haut, doch schabte bei jeder Bewegung an ihren Brustwarzen und diese waren nach dem Liebesakt mit Sortan ziemlich empfindlich.[/18] Doch sie ignorierte es, so gut es ging. Es gefiel ihr nicht, nackt unter diesem Kleid einen Auftrag auszuführen. Ein Windstoß, oder wenn sie sich nur zu weit vorbeugt... Eona schüttelte den Kopf und schalt sich selbst für solch unwichtige Gedanken, die nur ein kleines Mädchen haben sollte, das Angst hatte, vor den anderen Jungen ihre Schamesröte zu zeigen. Das hatte sie längst hinter sich und ihre Schamgrenze war zu weit oben, als dass man sie schnell überschreiten könnte. Sie erinnerte sich an die Frage die Sortan ihr gestellt hatte. Du willst also doch deine Freiheit als Gegenleistung haben? Ja... Ja, das wollte sie. Aber sie befürchtete, das Sortan sie nicht gehen ließ, jetzt wo er von ihrem Nektar getrunken hatte. Es würde wie bei André sein. Ihr damaliger Herr hatte eigentlich kein großes Interesse an ihr und hatte sie wegen ihrer Schönheit gekauft und ihrer unnatürlichen Haarfarbe. Doch kaum war die erste Nacht vorbei, hatte er sie mit anderen Augen angesehen, so, als wäre sie seine Puppe, die er steuern konnte, wie er es wollte. Sie war sein Eigentum gewesen. Du gehörst nur mir!, donnerte seine Stimme durch Eonas Kopf und sie lächelte leise. Was für ein Narr...

Eona öffnete die Tür, tappte die Stufen nach unten und befand sich wieder in der Küche. Ihr Blick ging von der Falltür zu Sortan, der sein Mahl gerade beendet hatte. Es war nicht viel, doch Eona verspürte wieder großen Hunger. Sie setzte sich, schlug ihre nackten Beine übereinander und auch sie begann etwas zu essen, um bei Kräften zu bleiben. Sie musste versuchen, die Vorfälle der letzten Tage zu vergessen und sich nur auf den Auftrag konzentrieren. Sie hatte noch nie mit jemanden zusammen gearbeitet und würde sich an Sortan anpassen müssen. Doch zuerst würde die junge Sklavin ihn leiten müssen, da der Assassine nicht wusste, wo Mendereas Haus lag. Sie trank in großen Schlücken aus dem Wasserkrug, aber aß nur mäßig von dem Brot und dem Schinken. Dabei musterte sie Sortan, der ihr gegenüber saß.
Er hatte sich umgezogen, so wie sie es immer getan hatte, kurz bevor die Nacht den Tag verschluckt. Sortan sah kampfbereit aus, bis auf die Zähne bewaffnet und entschlossen. Seine Lederrüstung passt ihm wie angegossen. Doch Eona zuckte ein Bild vor die Augen, wie er nackt vor ihr stand und sie unterdrückte den Schauer, der ihre Lenden wieder erfassen wollte. "Ich hoffe, du hast Silberstich, meinen Dolch, gut verwahrt. Ich möchte nicht, dass er beschädigt ist, wenn ich ihn wieder bekomme", sagte sie und funkelte ihn wieder mit ihren grünen Augen an.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Sortan » So, 01. Apr 2012 20:08

Der Assassine hörte das leise Tappen ihrer Füße, schließlich tat er mittlerweile nichts mehr als zu sitzen. Er blickte nicht hin, sie sollte nicht denken das er auf sie gewartet, oder sie gar vermisst hatte. Das wäre ja immerhin absurd. Sein unberechenbarer Blick erfasste sie erst, als sie sich ihm gegenüber auf den Stuhl setzte und anfing ein wenig zu essen und zu trinken. Die Lederrüstung war immer bestens gefettet und ohne Kratzer, weshalb man das leise Knirschen des Leders vermisste, wenn er sich bewegte. Er war satt und zufrieden gestellt, die besten Ausgangsvorraussetzungen für einen so wichtigen Auftrag. Er war sonderbar ruhig, in Anbetracht dessen was vor ihnen lag und die Informationen die er bekommen hatte. Trotzdem ruhte sein Blick auf Eona und er strahlte eine fast greifbare Gelassenheit aus, "Das habe ich, keine Sorge." Er stand auf und sah aus dem Fenster, der Himmel war klar und es war ein heißer Tag gewesen, vielleicht würde bald ein Sandsturm aufziehen. Sortan runzelte die Stirn, er wusste noch nicht ob so etwas vorteilhaft oder unvorteilhaft wäre. Schulterzuckend wendete er sich vom Fenster ab und sah zu der Sklavin, "Wie lange bist du schon hier? Also in Cala an Darh." Es war wieder eine rhetorische Frage, sie trank so viel und auch gierig das sie noch nicht lange genug hier sein konnte um sich an die Wüste zu gewöhnen. Sein Gang war langsam, als er zu der Truhe trottete, aber dennoch federnd und man sah das er sportlich und schnell war. Er zog einen Schlüssel von irgendwo aus seiner Lederrüstung und öffnete das Schloss, ehe er den versteckten Griff ebenfalls betätigte und damit die Truhe öffnete. Er stand mit dem Körper vor der Truhe, schließlich sollte sie nicht alle seine Geheimnisse kennen. Dann nahm er seinen Waffengurt und legte ihn sich um. Er schmiegte sich förmlich um die Lederrüstung und saß wie angegossen. Sein Genick knackte als er seinen Kopf etwas hin und her bewegte und dann den Fellmantel überwarf. Die silberne Manschette in Form zweier silbernen Schlangen hielt ihn zusammen und sorgte dafür das er nicht verrutschte. Dann öffnete er die Truhe und nahm ihr Strumpfband mit dem Dolch heraus und fuhr kurz durch das kalte Gold und die Juwelen, die in der Truhe relativ viel Platz einnahmen. Es waren noch andere Dinge dort, ein paar verstaubte Phiolen mit undefinierbarem Inhalt, ein paar Pergamente. Nichts von großem Wert für jemanden der nach seiner Familie suchte. Es klackte leise, als er den Truhendeckel wieder schloss und verschloss. Nachdem er den Schlüssel wieder verschwinden lies, fuhr sein Hand über den hölzernen Truhendeckel und der silberne Ring hob sich deutlich von seiner Hand ab. Er trug keine Handschuhe, sie waren diese Nacht nicht nötig. Langsam erhob er sich wieder aus seiner knieenden Position und drehte sich zu Eona um. Sein Blick musterte sie kurz und sein ebenso kurzes Lächeln sollte sie an das gerade geschehene erinnern. Dann verschwand sein Lächeln wieder und machte einer undeutbaren Mimik platz, schließlich war ein undurchschaubares Äußeres ein wichtiger Bestandteil für einen Mann seines Schlags. Er legte ihr den Dolch auf den Tisch und ging ein wenig hin und her. Er musste noch etwas überlegen, wie er genau vorgehen wollte, aber es stand eigentlich schon längst fest. Auftragsmord war nicht immer still und leise, dieses Mal würde er brutal und schmutzig werden. Sein Blick richtete sich schließlich wieder auf Eona und sine Augen funkelten erst bedrohlich, ehe sie sich dem Lächeln seiner Lippen anschlossen, "Tu mir einen Gefallen und lass dich heute Abend nicht umbringen, das wäre unpassend für eine so schöne, junge Frau." Dann setzte er sich auf sein Bett, stützte die Ellenbogen auf die Knie und faltete seine Hände. Den Kopf stützte er darauf ab und betrachtete Eona weiterhin, "Ich hoffe du bist bereit. Führ mich zu seinem Haus, Drache." Er schmunzelte leicht, ehe er die Kapuze aufsetzte und das Mundtuch hochzog. Lediglich seine funkelnden braunen Augen waren noch zu sehen. Dann stand er auf und schloss die Tür auf. Er würde nicht auffallen, bald würde ein Sturm aufziehen und die Nacht setzte ein. Es würde kalt und ungemütlich werden, da war seine Kleidung halbwegs angemessen. Seine Hand zog noch den Riegel der Tür zurück, ehe er sie öffnete und den Kopf leicht neigte, "Nach euch, werte Dame." Er wählte mit Absicht diese Worte, die sie auch bei Sahabi benutzt hatte. Warum genau, wusste er selbst eigentlich auch nicht. Vielleicht wollte er nur ihre Reaktion sehen.
"Mit der Ehre in der Brust und dem Stolz in dem Kopf,
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Eona » So, 01. Apr 2012 21:52

"Lang genug, um meine Heimat fast gänzlich zu vergessen", antwortete Eona trocken und ihr Blick verlor sich in der Ferne. Nadelwälder. Wiesen. Regen in der Nacht. Zigeuner. Sie trank nochmal einen kleinen Schluck aus dem Wasserkrug und stellte ihn langsam ab. Eigentlich wollte sie auch Sortan fragen, ob er hier geboren war, oder von einem anderen Land kam. Doch die Frage verwarf sich, als der junge Mann sich zu einer Truhe hinunter beugte, sich einen Mantel überwarf und zusätzlich seinen Waffengurt anlegte.
Ihren geliebten Dolch legte er - mit dem Strumpfband daran - auf den Tisch, nachdem er die Truhe wieder fest verschlossen hatte. Sie verengte die Augen ein wenig und ihr Blick ruhte für einige Zeit auf der Truhe. Doch dann schüttelte sie ihren Kopf und betrachtete ihren Dolch, der unschuldig auf dem Tisch lag. Das Strumpfband war aus reinem Leder und hatte die Form ihres rechten Oberschenkel angenommen. Somit schmiegte es sich perfekt an ihren Muskel und rutschte niemals hinunter. Mit einer kleinen Schnalle konnte sie die Größe einstellen, die jedoch immer die gleiche war: Das vierte Loch. Dieses Loch war schon so ausgeleiert, dass man, wenn man das Band betrachtete, sofort sah, in welchem Loch die Schnalle immer steckte. Ihre Finger fuhren liebevoll über den Griff und über die kurze Klinge. Dann legte sie ihre Handfläche um den Griff und befreite den Dolch von dem Strumpfband. Sie wog das Geschenk Andrés sicher in ihrer Hand und lächelte leicht, als sich das Machtgefühl in ihre Arme bis zu ihrem Bauchnabel schlich. Du hast mich nie enttäuscht, Silberstich.

Sortan stand schon an der Tür und hatte sie geöffnet, doch erst jetzt stand Eona von ihrem Platz auf. Manierlich strich sie das Kleid glatt und ergriff das Strumpfband. Sie schob das Kleid nach oben bis zu ihrem Beinansatz und schnallte das Band geschickt um ihren Schenkel. Dann wurde Silberstich in die Schlaufe geschoben und der Stoff darüber fallen gelassen. Niemand würde etwas merken. "Heute wird nur einer sterben, Sortan. Oder machst du dir auf einmal Sorgen um mich?" Ein süffisantes Lächeln umspielte ihre Lippen und als sie an Sortan vorbei ins Freie trat strich sie mit ihren Fingern an seiner Lederrüstung entlang, die sich glatt und gleichzeitig kühl unter ihren Fingern anfühlte. "Danke, werter Herr."

Die Nacht war kühl aber nicht unangenehm kalt, wie es Eona schon oft in dieser Wüste miterleben durfte. Heiße Tage, Kalte Nächte. Das hatte die junge Sklavin schon von Anfang an gestört. Eine Brise wehte Eonas Zopf zur Seite und brachte viel Sand mit sich, der sich wie Wasser um ihre Beine bewegte. Sie sog die frische Luft ein und war für einen Moment froh, Sortans würzigen Duft nicht in ihrer Nase zu haben. Die Abendluft klärte ihren Kopf und schürte ihre Konzentration, wovon sie nun reichlich brauchte. Kurz ging ihr Blick in den Himmel, wo die Sterne ihre Augen rieben und nur zaghaft anfingen zu funkeln.
Dann orientierte sie sich. Eona merkte sofort, dass sich Sortans Haus noch im Innenring der Stadt befand und dort am Haus ein Kanal entlangplätscherte. Sie sah weiter die Straße hinunter. Dort war Shanans Kneipe. In der Nähe dürfte der Marktplatz sein. Er hat eine beachtliche Strecke bei meiner Entführung zurückgelegt, schoss es Eona durch den Kopf. Eine weitere Brise bauschte ihr Kleid etwas auf und endlich setzte sich die junge Sklavin in Bewegung. Mit leichten trabenden Schritten bog sie nach links ab und folgte der Straße. Sie bewegte sich lautlos und nutzte den Schatten der Gassen oder der Häuser, um sich unbemerkt durch die Straßen zu schlagen. Es waren wenige Leute unterwegs. Viele waren hastig dabei, nach Hause zu gehen und achteten nicht auf die dunklen Gestalten, die von Haus zu Haus huschten und jeder Seele aus dem Weg gingen. Andere waren wohl zu betrunken.
Die Straßen fühlten sich kühl unter Eonas laufenden Füßen an und der Wind löste einige Strähnen aus ihrem Haar. Sie kannte sich nun gut genug in Naradesh aus, um blind durch die Gassen und Straßen zu finden, um von A nach B zu kommen. Bald zog die Welt nur so an ihr vorbei und beinahe hätte sie ihren Auftrag und Sortan vergessen, doch als sie in einer etwas breiteren Gasse zwischen zwei großen Anwesen verschwand, fiel ihr alles wieder ein. Eona verlangsamte ihr Tempo und lehnte sich mit schwerem Atem an die Wand. Sie war zwar ausdauernd, aber eine so große Strecke in kurzer Zeit zurückzulegen, war sogar für sie zu viel. Doch bald hatte sich ihr Atem wieder beruhigt und sie wandte sich flüsternd an Sortan. "Dieses Anwesen", Eona klopfte an die Wand, an der sie lehnte. "gehört Menderea und seiner Frau. Er ist kinderlos soviel ich weiß. Sahabi sagte mir, er lebe hier, doch das weiß ich nicht genau, wenn hier nie jemand die Tür aufmacht. Ich weiß nur, dass die Tür, die ich dir gleich zeige, zum Hintereingang in eine Küche führt. Ich weiß auch nicht ob sie verschlossen ist." Das sollten genug Informationen fürs erste sein. Sie nickte einmal, stieß sich von der Wand ab und ging nun leisen Schrittes weiter die Gasse entlang, die in einer Sackgasse endete. Doch eine alt aussehnde Holztür war der Eingang zu Mendereas Anwesen.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Sortan » So, 01. Apr 2012 22:37

Sein Blut wallte ein wenig, als sie das Strumpfband anschnallte und auch als sie an ihm vorbei ins freie trat. Er spürte ihre Berührung zwar nicht, aber dennoch war es so als ob. Die Gedanken verließen seinen Kopf sofort wieder und er trat hinter aus dem Haus. Er verschloss die Tür wieder und ließ den Schlüssel in seiner Kleidung verschwinden, "Wie könnte ich das nicht? Schließlich brauche ich dich..." Er ließ offen wie er das gemeint hatte und auch seine Stimme gab nichts darüber preis. Seine Hände legten sich auf die Griffe der Waffen, die linke auf das Kurzschwert und die rechte auf den Krummdolch. Er genoss die kühle Nacht, denn auch wenn er die Hitze gewohnt war erlebte er die Nächte doch viel öfter. Sein Blick wanderte kurz durch die Gegend, aber er entdeckte nichts besonderes. Die Dämmerung brach herein und auch die ersten Sterne waren schon zu sehen, wie Sortan bemerkte als er ihrem Blick nach oben folgte. Er wollte sie nicht drängen, sie musste sich ja erst zurechtfinden. Er wartete schweigend und geduldig, so wie er es oft tun musste. Unter dem Mundtuch bleckte er die Zähne, heute Nacht würde er leiden. Sortan war nicht so dumm ihn zu unterschätzen, nach dem Tod Sahabis und seiner markanten 'Botschaft' würde Menderea mit Sicherheit nicht alleine sein. Sein Blick richtete sich auf den Sklavenring und er folgte ihr, als sie sich endlich in Bewegung setzte.
Er war erstaunt darüber, wie sie sich in den Schatten bewegte und erneut schoss ihm die Idee in den Kopf. Sie brachte bereits einige Fertigkeiten mit und... Er schüttelte den Kopf, nein nicht jetzt. Das war weder der richtige Zeitpunkt, noch brachte es ihm irgendetwas. Es fiel ihm nicht schwer mit Eona schritt zu halten und ihr genauso leise und schattenhaft zu folgen. Er war überrascht wie lange das Ganze dauerte und sparte seinen Atem auf. Dann blieb sie schließlich irgendwann stehen, sie mussten mittlerweile fast am anderen Ende der Stadt sein, und lehnte sich gegen eine Wand. Sortan seufzte leise und atmete ebenfalls etwas schwerer. Doch er stand aufrecht und ließ sich nichts davon anmerken. Es war nun dunkel und er stand nahe bei ihr, sodass man sie für Verliebte halten könnte, wenn jemand vorbeikommen sollte. Sein Blick traf ihren und er lauschte ihren leisen Worten. Er nickte und folgte ihr schweigend. Die Frau würde er vor seinen Augen hinrichten, dennoch würden da mit Sicherheit mehr Leute sein. Als sie an der Holztür ankamen, schob er sich an ihr vorbei und prüfte ob die Tür verschlossen ist. Kopfschüttelnd drehte er sich dann um, natürlich war sie es. Er flüsterte, nun noch ein Stück leiser als sie eben, "Er wird nicht alleine sein. Du kommst mit, aber bleib hinter mir... Schlag nur aus der Deckung zu, aus dem Hinterhalt." Es war nicht so das er ihren Kampfkünsten nicht traute, aber sie war nun einmal eine Frau und besaß nur einen Dolch. Dann hob er einen Finger vor sein Mundtuch und presste sein Ohr gegen die Holztür, es waren Stimmen aus der Küche zu hören, zwei männliche eindeutig. Verstehen konnte er allerdings nicht wirklich viel und er musste schnell handeln wenn sie erst einmal drinnen waren. Schlossknacken gehörte nämlich leider nicht zu seinen Fähigkeiten. Er bewegte sich einen Schritt von der Tür weg und kam wieder näher an das Ohr der Sklavin, "Zwei, männlich."
Dann fixierte er die Tür und zog sein Kurzschwert. Es war ihm gleich ob er nun Menderea töten würde, oder nur seine Wachhunde. Er konnte keinen Unterschied machen. Schweigend trat er mit voller Wucht gegen die Tür, es reichte nicht. Ein zweiter tritt folgte, während die Stimmen lauter wurden und die Tür flog nach innen auf. Sortan fixierte sofort die beiden bewaffneten Männer in der Küche und zog seinen Krummdolch. Der erste stand nahe an der Tür und hatte sein Schwert schon halb gezogen, doch das brachte ihm nicht viel denn der Raquiiah war schneller. [18]Das Blut spritzte gegen die Tür und die Wand, als sich die silber glänzende Klinge des Breitschwerts durch seine Kehle bohrte. Es war ein schneller Schnitt und man hörte ihn noch röcheln während er zusammensackte. Doch dafür hatte Sortan keine Zeit, denn der zweite hatte bereits seinen Säbel gezogen.[/18] Nachdem der erste also gefallen war, duckte er sich unter dem wuchtig geschwungenen Säbel des zweiten weg und ließ seinen Dolch hochschnellen. Er bohrte sich durch den linken Oberarm des Mannes und entfaltete sofort seine Wirkung. Das ölige Gift auf der Klinge war wesentlich stärker als das Kontaktgift, welches er bei Sahabi verwendet hatte. Die Menge war größer und es floss nun direkt in den Blutkreislauf, doch der Effekt war der gleiche. Es wirkte schneller, als sein Gegner schreien konnte und Sortan richtete sich schließlich wieder auf. Sein Blick ging zur Tür der Küche, doch niemand war zu hören, nur das Röcheln des vergifteten Beraij. Sortan drehte sich zu Eona um und meinte leise, "Schließ die Tür. Ist er dabei?" Das zweischneidige Kurzschwert lag in seiner rechten Hand und Blut tropfte von der Schneide, über die Spitze, auf die Kehle des Überlebenden. Der Dolch dagegen steckte noch immer in dem Arm und pumpte sein Gift weiter durch den Körper. Er musste auf ihre Antwort abwarten, dennoch war er erstaunt über diese Männer. Sie waren schlecht ausgebildet und viel zu schnell gestorben, keine wirklichen Wachen.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Eona » Mo, 02. Apr 2012 17:49

Eona gehorchte dem Assassinen, als er meinte, sie solle hinter ihm bleiben. Das ließ sie sich nicht zweimal sagen, denn Sortan war besser bewaffnet als die junge Sklavin. Sie würde sich nur im Notfall verteidigen müssen. Die "Arbeit" würde sie ihm überlassen, was ihr nur recht war.
Kaum hatte die Tür unter Sortans Fuß nachgegeben und er in die Küche geschlüpft war, um den ersten der beiden Männer zu töten, huschte Eona an ihm vorbei. Die Küche war groß genug. In der Mitte war ein großer Tisch und drumherum - in einem Meter Abstand, standen Anrichten und viele Schränke, als wolle man ein ganzes Soldatenlager durchfüttern.
Die Beraij konzentrierten sich zu sehr auf den großen Assassinen, als dass sie die flinke Sklavin hätten bemerken können. Brutal und gleichzeitig flink hatte der Assassine die beiden Männer getötet und Eona hätte nichts anderes von ihm erwartet. Seine Klinge war schreiend und kreischend auf die beiden Männer niedergesaust und in dem Oberarm, des anderen steckte noch ein Krumdolch, der in einer öligen Substanz schimmerte. Er arbeitet viel mit Gift. Sehr effektiv, wenn man bedenkt, dass er sogar mich mit Gift in der Gewalt hat.
Ein ungutes Gefühl breitete sich im Magen der Sklavin aus, als würde ihr Körper wissen, dass es vielleicht bald zu Ende sein könnte. Doch sie verwischte den Gedanken und konzentrierte sich. Das Röcheln des Mannes erstarb endlich und sein Blick richtete sich leer zur Decke. Das war das schlimmste, seinem Feind nach seinem Tod in die Augen zu sehen, findet Eona. Die Augen - wenn sie nicht geschlossen sind - richten sich starr gerade aus, verlieren ihr Ziel und ihren Glanz. Als würde sich ein Vorhang über die Bühne ziehen und das Licht ausgehen, so reagierten die Pupillen, die sich noch einige Minuten nach dem Lebensende bewegen konnten. Der Blick schrie geradezu. Eona wandte sich ab und fixierte Sortan mit ausdruckslosem Blick. "Nein. Er ist nicht dabei. Das waren einer seiner vielen Wachen, wie ich vermutet hatte. Es würde mich nicht wundern, wenn uns noch mehr begegnen, da Menderea von Sahabis Tod bestimmt schon erfahren hat."
Die Stille im Raum wurden durch leise Schritte, die anscheinend nur die junge Frau vernahm, da sie näher an der Küchentür stand, unterbrochen. Eona hielt den Atem an, zückte ihren Dolch und presste sich an den Schrank hinter ihr, der genau neben der Tür stand, die nun leise aufschwang. Die Sekunden verstrichen zäh, als der Luftzug, der nach Blut und Tod roch, dem Boten entgegenschlug. Seine Augen erfassten erst das rote Haar, dann die grün funkelnden Augen und erst dann, als seine Gedanken registrierten, dass etwas nicht stimmen konnte, riss er den Mund zu einem Schrei auf. Doch die junge Sklavin raubte ihm die Stimme, indem sie ihr Knie hochriss, um damit den Unterleib zu treffen. Ihr Arm zuckte vor, rammte Silberstich in die Herzgegend des Mannes und als der keuchende Körper vornüber sackte, fing sie ihn auf und legte ihn leise zu Boden.
Sie schloss wieder die Tür, die kurz aufgeschwungen war, aber anscheinend hat sie niemand gehört. Ihr Herz schlug der jungen Sklavin bis zum Ansatz ihres Halses. Sie schnaufte kurz wütend und meinte dann zu Sortan: "Menderea dürfte noch etwas größer sein als du, schwarze lange Haare, zu einem Zopf zusammengebunden. Graue Augen. Kleidet sich meistens in eine rote Robe." Kurz öffnete sie die Tür einen Spalt, um sich ein Bild von dem Raum dahinter zu machen. Es war eine kleine Einganshalle und es führte eine große Holztreppe in den ersten Stock. Eona vermutete Menderea dort, denn die Sklaven, Bediensteten oder Boten schliefen meistens im Erdgeschoss. Außer es gibt einen Anbau an dieses Anwesen, was Eona eigentlich nicht glaubte. Das hätte sie von außen gesehen, da das Anwesen dann doppelt so groß hätte sein müssen. Es war niemand zu sehen und unglaublich ruhig. Eona beschlich die leise Ahnung, dass Menderea entweder nicht da war, oder hier gar nicht wohnte. Er hatte bestimmt einen Mittelsmann für solche Sachen.
"Dort ist eine Eingangshalle", flüsterte Eona als sie von der Tür zurücktrat, um wieder Sortan gehorsam den Vortritt zu lassen. "Rechts eine große Holztreppe nach oben. Sonst ist sie leer."
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Sortan » Mo, 02. Apr 2012 18:47

Sortan zog den Dolch wieder aus dem Fleisch des Toten und hinterließ dabei ein schmatzendes Geräusch, sowie einen schimmrigen Ölfilm. Er war Tote mehr als nur gewohnt und interessierte sich schon lange nicht mehr für sie. Kurz nachdem er beide Waffen an der Kleidung der Toten abgewischt hatte, steckte er den Dolch wieder vorsichtig in seine Scheide und dabei glitt er durch das in Gift getränkte Samt und würde beim nächsten Streich wieder genauso tödlich sein. Er räusperte sich, das Kurzschwert noch in der Hand und warf einen Blick durch die Küche, zu Eona und dann den beiden Toten, "Damit hatte ich gerechnet..." Sein Blick zuckte zu der sich plötzlich öffnenden Tür und er setzte bereits zum Sprung an, doch Eona war schneller und näher als er und erledigte den Boten zielsicher. Unter der grauen Kapuze, dessen Fellrand mit roten Tupfern durchzogen war, zog er eine Augenbraue hoch. Sie war schnell und skrupellos, perfekt... Er wischte die Gedanken wieder weg und ließ das Schwert wieder sinken. Als sie dann fertig war und die Tür wieder geschlossen trat er etwas näher an sie heran, "Gut. Ich hoffe für dich das er hier ist..." Seine Augen funkelten kurz auf, während er nachdachte. Er musste hier sein, dieser verdammte Kerl war seine einzigste Spur, sein einzigster Hinweis und noch dazu wollte er seinen Tod und zwar schnell. Das Adrenalin, welches durch den kurzen Kampf bereits seinen Körper durchströmte, versetzte ihn erneut in Extase. Er kontrollierte es dieses Mal, das war wichtig um weiterhin leise zu sein, "Wir gehen nach oben, schnell." Es war nicht die Zeit für große oder viele Worte und so nickte er nur kurz, als sie ihm wieder den Vortritt ließ. Sie wusste was gut für sie beide war und das brachte ihn kurz zum lächeln.
Die Halle war leer, als er kurz durch den Spalt sah, der entstand als er die Tür geöffnet hatte. Sie schwang leise auf und er schlich geduckt durch die Halle. Sein Blick viel kurz auf die Holztreppe, er hasste solche Treppen, besonders wenn sie alt waren. Als Eona wieder in seiner Nähe war, flüsterte er kurz, "Rand. Langsam." Seine Schritte waren vorsichtig, als er sich gegen die Wand presste und ganz am Rand der Stufen nach oben ging. Es knirschte zwar ab und an leise, doch die gesamte Lautstärke hielt sich in Grenzen, sodass er unbeschadet oben ankam. Es befanden sich drei Türen im oberen Flur, eine links eine rechts und eine geradaus von ihm. Er schloss kurz die Augen, normalerweise würde er seinen Helfer nach links schicken, aber er vertraute ihr noch nicht genug und ausserdem sollte man es selbst tun, wenn man es richtig getan haben wollte. Seine linke Hand schloss sich um den Türgriff und die silbrige Schneide des Schwerts lag an seiner Brust. Dann schwang er sie schnell auf und sein Blick fixierte schnell alle Einzelheiten. Es war nur ein leeres Badezimmer, nicht mehr und so schloss sich die Tür wieder. Er sah auf die rechte und verfuhr mit ihr genauso. Dasselbe Ergebnis, nur das es diesmal ein Ankleidezimmer war mit einigen Kleiderschränken. Seine Schritte tappten fast lautlos auf die letzte Tür zu und er schloss erneut kurz die Augen. Die Vorsehung würde ihn nun vielleicht töten, doch er war bereit. Er war immer bereit, auch sich selbst zu töten. Sein Blick fiel auf den Siegelring, ehe er die Tür aufstieß und den Raum schnell sondierte.
Es war ein Schlafzimmer, ein recht großes sogar. In der Mitte stand ein Himmelbett, eindeutig für zwei Personen, und links davon ein kleiner Tisch mit verschiedenen Utensilien wie Ölen und Parfüm. Rechter Hand dagegen befanden sich zwei Truhen und ein paar Vasen mit den dazugehörigen Pflanzen. So viel zu der Einrichtung, die sich darin befindenden Personen waren eine andere Geschichte. Auf dem Bett saß eine relativ hübsche, doch in die Jahre gekommene Beraij, während links an dem Tisch und rechts auf der Truhe noch jeweils eine weitere Wache. Der Krummdolch blitzte kurz auf, als Sortan ihn auf den linken am Tisch warf und mit dem Kurzschwert auf den anderen zustürmte. Er sah nicht ob der Dolch traf, sondern konzentrierte sich auf die andere Wache, die bereits ihren Säbel gezogen hatte. Aber der Tod war schon so gut wie sicher, nur der kleinste Kratzer und das Gift auf der Klinge des Krummdolches würde ihn töten. Sortan fing den ersten wuchtigen Hieb seines Gegners mit dem Kurzschwert ab und sprang einen Schritt zurück, "Die Frau!" Der Satz galt natürlich Eona, allerdings hoffte er das sie so schlau war sie nicht direkt zu töten. Die Gedanken wurden ihm schnell aus dem Hirn getrieben, als er sich unter einem zweiten Hieb wegduckte und eine kurze Drehung zur Seite machte. Sein Stoßangriff traf auf den sirrenden Stahl des Säbels, dieser Gegner war wesentlich besser und schneller als die letzten. Ein heißer Atemstoß traf sein Mundtuch von ihnen und erwärmte seine gesamtes Gesicht, während er erneut vor einem wuchtigen Schlag zurücksprang. Sein Adrenalin und seine Instinkte übernahmen kurz die Kontrolle und er schwang das Kurzschwert über seinem Kopf zu einem starken Schlag. Dann jedoch griff die Finte und ihm letzten Moment drehte er sich selbst und zog sein Schwert mit sich. Die Wache war zu langsam und sein Metall schabte knapp unter dem Säbel vorbei, ehe es sich in seine Kehle biss und den Kampf beendete. Leise keuchend, aber noch kampfbereit, wandte er sich dann um. Er erwartete bereits den Tod, doch das tat er ja immer.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Eona » Mo, 02. Apr 2012 21:39

Eona verfluchte sich selbst, als sie die etwas ältere Frau Mendereas am Bett erkannte. Auch sie hatte - wie ihr Mann - schwarzes eher kurzes Haar, dass ihr bis zu den Schulterblättern fiel und keinerlei Locken oder Wellen aufwies. Fädenhaare, hätte ihr Vater gesagt und für einen Moment blitzte das Bild ihres Vaters vor der jungen Sklavin auf. Das brachte sie zum Zögern und genau das war in diesem Moment nicht gut. Mendereas Frau erkannte die Sklavin sofort, denn ein Blick konnte manchmal Bände sprechen.
Eona hatte sie nur einmal gesehen, auf dem Markt, als sie in Naradesh ihren freien Tag genoss. An ihrer Seite war ihr Mann, doch er hatte sie keines Blickes gewürdigt. Aber anscheinend hatte er ihr von der vermeintlichen Drachenerbin erzählt und seine Flucht aus den Nordreichen hatte natürlich auch Eona beinhaltet. "Die Frau!", kam es von Sortan, doch er hätte nichts erwähnen müssen. Flink durchquerte Eona den Raum, wich dabei den beiden kämpfenden Männern aus, blickte nur kurz zu der anderen Wache hinüber - die schon längst ausgeschaltet war und versuchte sich den vergifteten Krummdolch in der letzten Phase seines Todes aus der Brust zu ziehen - und warf sich dann auf die Frau Mendereas. Sie ließ den Stück Stoff, den sie in der Hand gehalten hatte, fallen und zückte einen kleinen Dolch, der an ihrem Gürtel bislang gesessen hatte. Doch Eona erkannte sofort, dass diese Frau zum Kinder gebären und nicht zum Kämpfen gedacht war. Sie fuchtelte mehr oder weniger mit dieser Waffe vor der jungen Sklavin herum, doch diese wich dem Gefuchtel leichtfüßig aus, sprang zur Seite und verletzte die ältere Frau mit einem Streich an der Brust. Ein Schrei drang aus ihrer Kehle und sie ließ die Waffe sofort fallen, die in ihren Händen eigentlich nur ein Brotmesser war und kein Tötungswerkzeug. Eona machte kurzen Prozess: Sie griff nach der Kehle der Frau, drückte sie auf das Bett und hob ihr Silberstich vor die Augen. "Nur eine Bewegung und dein Leben hat hier ein Ende." Eona hatte sich rittlings - wie schon bei Sortan - auf Mendereas Frau gesetzt und verlagerte nun ihr Gewicht nach hinten, um auch die Beine zu blockieren, damit sie nicht ausschlagen kann.
Das Herz der jungen Sklavin hatte noch mehr Adrenalin ausgeschüttet und ihre Hände zitterten ein wenig von der ganzen Aufregung, doch sie regulierte ihren Atem nach unten, der der älteren Frau unter ihr ins Gesicht schlug. Die grauen Augen der Frau waren weit aufgerissen und starrten dem grünen Strudel von Eonas Augen entgegen. Die junge Frau verengte ihre Augen und schaute sich nur kurz im Raum um. Zwei tote Wachen, Sortan... Wo steckt Menderea? "Wo ist Menderea?", zischte sie und verfestigte ihren Handgriff um den dünnen Hals der älteren Dame. Doch diese gab nur einen erstickten Laut von sich. Tränen liefen an den Augenwinkeln nach unten und zeigten so viele Emotionen, die an Eona wirkungslos abprallten. Silberstich blitzte in dem fahlen Fackelschein des Raumes auf, als sie die Klinge unterhalb des Kinns anbracht und gegen die Haut drückte. "Wo ist Menderea?"
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Sortan » Mo, 02. Apr 2012 22:05

Der Assassine brachte seinen Atem und seinen Körper langsam wieder unter Kontrolle. Er wollte mehr Schmerz und Blut sehen, wollte sie leiden lassen, sie alle. Doch dann beherrschte er sich kopfschüttelnd und rieb sich kurz mit der linken die Augen. Es war vorbei, fürs erste, und damit war es gut. Er musste kurz lächeln, als er sah wie Eona die Frau bereits in der Mangel hatte und bückte sich zu dem Toten herunter. Die zweischneidige Klinge fuhr an dem braunen Stoff des Toten vorbei und sein Blut blieb an ihm kleben. Dort wo es auch sein sollte, schoss ihm durch den Kopf und er kicherte innerlich. Seine Waffen waren sein Leben, weshalb er sich zuerst um sie kümmerte. Folglich kam als nächstes der Krummdolch dran. Auch er wurde abgewischt und zurück in die Scheide geschoben, sowie das Schwert. Dann setzte er die Kapuze wieder auf, die während dem Kampf heruntergerutscht war und sein weißes Haar offenbarte. Langsam und gründlich glitt sein Blick durch das Schlafzimmer, ehe er sich den beiden Frauen näherte. Ihm Gegensatz zu der Sklavin prallten die Emotionen nicht an ihm ab, er zog sie regelrecht in sich auf und verwandelte sie durch seinen Blick in reine Abscheu. Emotionen waren Schwäche und diese hier besonders. Er seufzte, als die Frau nicht antworte und ging zur Tür. Nachdem er sie geschlossen hatte, stellte er sich neben das Bett und betrachtete die Frau noch eine Weile. Es gab viele Methoden Menschen zum reden zu bringen und ebenso viele verschiedene Menschen. Am liebsten hatte er die mutigen und loyalen, die weinten nicht so viel und waren trotzdem irgendwann gebrochen. Frauen dagegen... zumindestens die meisten, waren so schwach und schon oft bei der ersten Berührung unkontrolliert und ohne Sinn. Er fuhr sich erneut übers Gesicht, unschlüssig was er nun tun sollte. Würde er sie foltern, würde sie kein einziges Wort mehr rausbringen. Würde er es nicht tun, würde sie wahrscheinlich auch nicht antworten. Er entschied sich für etwas simpleres und strich an Eonas Arm hinab bis zu ihrer Kehle. Dann drückte er leicht mit einem Finger zu, "Tod." Er strich weiter bis zum Herzen, "Tod." Dann über ihre Brüste, "Schmerzhaft." Und schließlich wieder zurück über ihren Arm, bis zu den Fingern und ließ ihn auf den Nägeln ruhen, "Überaus Schmerzhaft." Er zog die Hand wieder zurück und bohrte seinen Finger dann in ihren Solarplexus, was auch nicht gerade schmerzlos sein sollte, "Schmerzhaft." Schließlich verschränkte er wieder die Arme und nickte in die Richtung der Sklavin, "Und nun sag ihr was sie wissen will, oder wir arbeiten uns ganz langsam von schmerzhaft zu Tod vor." Sein Blick wanderte kurz zu der rothaarigen und unter dem Mundtuch lächelte er kurz, es gefiel ihm wie skrupellos sie sein konnte und was sie alles tat. Aber für was, nur für ihre Freiheit, für ihn, oder aus einem anderen Grund? Er verfolgte den Gedanken nur sehr kurz, kam dabei auch nur zu zwei Schlüssen. Rache, oder zerbrochene Liebe. Seine Stirn kräuselte sich etwas unter der Kapuze, während er abwartete, ob die Frau darauf eingehen würde.
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Waffen: Silberstich (Dolch)
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Eona » Mo, 02. Apr 2012 22:35

Eona ließ ihren Blick nicht von Mendereas Frau abschweifen sondern fixierte sie mit gerunzelter Stirn, als sie immer noch nicht antwortete. Ein elektrisierender Schlag hatte ihren Arm getroffen, als Sortan sie kurz am Arm berührte und sie lockerte den Griff um den Hals unwillkürlich.
Die ältere Frau hustete und blinzelte sich die Tränen aus den Augen. Ihr glasiger Blick huschte im Raum umher, auf der Suche nach irgendetwas oder irgendjemanden, der sie aus dieser Situation befreien könnte, doch die einzigen Lebewesen, die im Raum waren, war sie selbst und die beiden Eindringlinge. Die Frau starrte erst Sortan und dann Eona an, als der Assassine ihr erklärte, dass sie endlich mit der Information rausrücken sollte. "Ich ... ich weiß nicht wo er ist." Eona knurrte und schabte mit Silberstich an der empfindlichen Haut der Beraji. Gleichzeitig verstärkte sie den Druck um ihren Hals. "Natürlich weiß du wo er ist. Wieso hättest du auch deine sieben Sachen in eine Tasche werfen sollen? Du wolltest zu ihm..." Die junge Sklavin hatte viel Geduld. Mehr als viele Menschen je aufweisen konnten. Sie war eine ruhige Persönlichkeit, die sich oft durch Kälte und Unnahbarkeit auszeichnete, doch das konnte ihr ja egal sein. Wichtig war, was sie von sich selbst hielt. Doch jetzt war ihre Geduld am Ende. Die Vergangenheit schlich durch die Ritzen ihrer Mauer, die sie um ihren Geist gezogen hatte - oder was von ihm übrig war. Sie erinnerte sich an Menderea und an seinen Komplizen, der sie aus den Fängen Andrés mehr oder weniger befreit hatten. Er hatte sich nie an ihr vergangen oder sie misshandelt. Doch dieser Mensch hatte sie aus ihrer Heimat gerissen und nun war sie so weit weg von den Nadelwäldern und der feuchten Luft, die sich am Morgen auftaut, dass sie sogar vergessen hatte, wie taufrische Wiesen rochen oder wie es aussah, wenn der Frühlung zurück ins Land einkehrte. Menderea hatte sie aus ihrem Umfeld entfernt und mit in diese Stadt gebracht, als Geschenk für irgendeinen fetten Familienfreund, der am Abend im Bett schwitzte und nach Kräuterschnaps stank. Nun stand sie zwar seiner Frau gegenüber, aber ihr brachte sie genau so viel Hass entgegen wie ihrem Gemahl. "Wir werden sowieso herausfinden, wo er ist. Doch es wird einige Leben weniger kosten, wenn du es uns jetzt sagst", zischte Eona wieder und eine rote Strähne löste sich aus der Umklammerung ihres Zopfes. Anscheinend hatte die Frau es immer noch nicht verstanden, dass es um ihr Leben ging, denn sie rückte mit keinerlei Information heraus, als Eona den Druck um ihren Hals lockerte.
Eonas Hand zitterte, doch sie hatte sich noch unter Kontrolle. Am liebsten würde sie dieser Frau das Herz rausreißen und ihrem Mann zum Abendessen servieren, aber das würde sie nicht weiterbringen. "Er..." Die Augen der jungen Sklavin fixierten den Mund der älteren Dame, als er sich langsam öffnete und sich zu Worten formte. "Er ist bei ... A...Andanam, einem G..Geschäftsmann hier in..N..Na..Naradesh. Morgen wer...werden sie nach A..Avrabêth aufbrechen." Andanam, wisperte Eona in Gedanken und erinnerte sich an ein Stück Papier auf Sahabis Arbeitstisch, dass diesen Namen trug. Es war eine Liste der Geschäftsmänner, mit denen auch Sahabi zu tun hatte. "Wieso wollen sie nach Avrabêth." Nun löste Eona ihren Griff um den Hals der älteren Dame und mit zitternder Stimme rückte sie mit weiteren Einzelheiten heraus. "Menderea hat...von Sahabis Tod erfahren und weiß, wer dahinter stecken könnte." Ihr gehetzter Blick fiel auf Sortan. Ein Funken Angst gemischt mit Hass flammte kurz in ihren glasigen Augen auf, bevor sie sich wieder Eona zuwandte, die die Klinge ihres Dolchs nicht von ihrem Hals genommen hatte. Einige Blutstropfen wölbten sich wie Wellen über die Klinge und tropften auf den Hals der Frau Mendereas. "Wir wollen dort Schutz suchen."
Unkraut vergeht nicht.

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