Eine persönliche Angelegenheit

"Die Stadt der Wasser" am Fuße der Ruwayd-Berge. Bekannt für ihren Wohlstand und der Akademie der Heiler.
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Sortan
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Sortan » Mo, 02. Apr 2012 23:05

Seine Augen funkelten belustigt, während er das Schauspiel beobachtete und das bestärkte seine Theorie. Sortan strich sich erneut über die Augen, er hatte mehr Fragen und wollte die Antworten hören. Andererseits bezweifelte er das die Frau sie kannte. Er prägte sich den Namen ein, Andanam und Avrabêth. Er kannte diese Stadt gut, viele Aufträge hatten ihn dort hingeführt und es lag in seinem Berufsfeld die Städte gut zu kennen. Er drehte sich um und ging kurz durch das Zimmer, während er nachdachte und eine Antwort, sowie einen Plan suchte. Wenn sie heute noch zu diesem Geschäftsmann gehen würden, hätten sie ihn. Aber es würde wesentlich schwerer werden, als wenn sie ihn auf dem Weg nach Avrabêth überfallen würden. Er drehte sich wieder um und ignorierte den Blick der Frau. Das Ganze war kompliziert, denn dieses mal wussten seine Gegner wer er war und mit wem sie es zu tun hatten. Sie wussten das er sie suchen würde und ihren Tod wollte. Wahrscheinlich wussten sie auch, das die Raquiiah viel mehr war, als eine kleine Familie. Er nickte kurz zu Eona, "Gut gemacht, Drache... Diese Informationen sind was wir brauchen." Dann ging er zu einem der Toten, dem vergifteten, und zog ihm ein kurzes Messer aus dem Gürtel. Er wog es kurz in der Hand, ehe er sich wieder dem Bett näherte und seine Augen kurz funkelten. Vielleicht lag so etwas wie Vorfreude in seinem Blick. [18]Es knirschte leise, als der Knauf des Messers auf ihren Kiefer traf und Mendereas Frau den ein oder anderen Zahn rausbrach. Unter dem dunklen Stoff breitete sich ein Lächeln auf Sortans Gesicht aus, während er mit dem Dolch ein kleines Viereck in ihren Unterarm schnitt.[/18] "Sag mir woher sie wissen, wer wir sind. Sag mir wer es noch alles weiß." [18]Dann schnitt er zwei weitere Linien in das Viereck und hielt mit der anderen Hand ihren Arm fest. Er schob das Messer unter eine der Ecken und zog ihr ein kleines Stück der Haut ab.[/18] Folter war etwas interessantes und brachte die meisten Leute zum reden, wenn es etwas gab über das sie reden konnten, "Sag es... Oder ich werde dich komplett häuten." Die Schreie der Frau hallten von den Wänden wieder und es dauerte bis sie sich beruhigt hatte. Sortan war es egal wie laut sie waren, es würde gleich vorbei sein. "Ich... weiß... e...e...e...s... nicht..." [18]Der Assassine seufzte leise und zog ihr aus reiner Freude das zweite Stück Haut aus dem Quadrat ab.[/18] Eine Daune flog aus der Matratze, als er sein Messer neben ihrem Arm in die weiche Unterlage rammte. Es hatte keinen weiteren Zweck, die Frau wusste nichts sonst hätte sie längst geredet. Seine braunen Augen wanderten unter der Kapuze von dem Arm zu Eona, "Erledige das... Ich warte unten auf dich."
Nachdem er das Zimmer verlassen hatte, begab er sich nach unten und sah sich dort um. Er fand nicht viel, außer zwei Sklaven und ein wenig Essen und trinken. Die Sklavengemächer waren karg eingerichtet, aber das war den Sklaven wahrscheinlich mittlerweile egal. Die Leere in ihren Augen war fast greifbar, als er einen letzten Blick zurück warf und es war als ob sie ihn anstarren würden. Schulterzuckend wendete er sich ab und ging in die Küche. Er stieg über die zwei weiteren Leichen die er hinterlassen hatte und setzte sich auf einen der Stühle. Seine Gedanken brachte er nur langsam und mühselig zur Ruhe, während er auf Eona wartete. Er hatte nicht nach Beweisen gesucht, wenn es welche gab waren sie längst bei Menderea oder diesem Andanam. Es würde ihn wirklich gerne interessieren, welcher ihrer Auftraggeber geredet hatte, oder ob sie es gar selbst herausgefunden hatten. Andererseits war es ihm aber auch wieder egal, schließlich würde es so oder so enden wenn sie alle tot waren. Er dachte an Eona, es war schön jemanden zu haben dessen Loyalität er sich sciher sein konnte. Wenn auch nur für diese kurze Weile.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Eona » Mo, 02. Apr 2012 23:37

Eona überhörte das Lob, doch nickte. Wichtig war für sie, dass sie wusste, was sie wollte. Rache.
Rache an Menderea, Rache an seine Tat, sie hierher in eine trostlose Wüstenstadt zu verschleppen, auch wenn Naradesh nur so aufblühte. Doch für die Sklavin war dieser Ort immer ein toter Ort gewesen. Gesichter, die sie nicht kannte. Gesichter, die ihr Misstrauen und Skepsis entgegenbrachten, wegen ihrer hellen Haut- und Haarfarbe. Und jedes Mal wenn sie in Sahabis Gesicht sehen musste, sah sie ihre zerbrochene Vergangenheit und ihre nicht vorhandene Zukunft, die langsam in ihren Händen zu Asche verfallen war. Wegen Menderea und all dem anderen Pack.
Doch für ihre Rache brauchte sie jemand, der das gleiche Ziel hatte und das Können dieses Ziel zu vernichten. Eona stieg von dem Bett herunter und beobachtete Sortan teils interessiert und teils angewiedert bei seiner Art, Menschen zu foltern. Das war nichts für die junge Sklavin. Sie könnte es wohl, doch sie machte lieber kurzen Prozess, wenn sie das hatte, was sie wollte. Doch ihre Gedanken schweiften ab. Sortan würde ihr helfen, auch wenn er einen ganz anderen Zweck aus dieser Sache zieht. Zwar hatte auch Eona die Fähigkeiten, jemanden aus der Welt zu radieren, doch Sortan war einen Schritt weiter als sie. Es schien, als würde er das schon sein ganzes Leben lang machen und wäre in das morden hineingeboren worden. Vielleicht war es so. Ihr gefiel der junge Mann und auch, wie er reagierte und wie er auf die junge Sklavin wirkte. Elektrisierend. Wild. Das Unbekannte. Ich werde mich ihm anschließen. Vielleicht nur soweit, bis ich Menderea in seine toten Augen blicken darf. Aber was danach kommt, kann man wohl nicht voraussagen. Zumindest nicht jetzt. Die Frage war, ob Sortan sie überhaupt dabei haben wollte und wenn nicht, würde sie ihm dazwischen funken. Menderea gehörte ihr.
Die Schreie der älteren Frau verklangen nun und Sortan meinte nur, sie solle es zu Ende bringen. Er würde unten auf sie warten. Wieder nickte Eona. Sie wartete geduldig, bis der Assassine aus dem Raum verschwunden war und trat wieder an das Bett heran. Die Laken waren mit Blut besudelt. Der rote Lebensaft tropfte aus der Wunde am Arm, die Mendereas Frau mit einer Hand bedeckt hatte und aus ihrem Mund, der nun einige Zähne weniger beinhaltete. "Du kennst mich, nicht wahr?", fragte Eona kühl und zückte wieder ihren Dolch. Die junge Sklavin konnte das Herz der Dame schneller schlagen hören, als sie einen Schritt näher an das Bettgestell tat. Wieder flossen Tränen, die keine Wirkung an Eona zeigten. "Auch dein Mann wird mein Gesicht als letztes sehen, wenn er stirbt. Vertrau mir..."

Wieder die Stille die sich wie eine zweite Haut, um Eoans Körper legte. Sie wischte ihre Klinge säuberlich an dem Gewand der toten Frau ab, die nach einigen Todeszuckungen endlich verstorben war. Bald würde sie jemand finden und in ihre schreienden Augen sehen und sich fragen, wer so skrupellos sein konnte, eine Frau zu töten, die sich nicht hatte wehren können. Der Drache war es, kicherte der wahnsinnige Teil in der jungen Sklavin und sie verließ das Zimmer, wie den ersten Stock. In der Küche angelangt, sah sie erst auf die drei Leichen hinab und dann auf Sortan. "Wir können aufbrechen." Ein kontrollierender Blick schweifte auf ihre Kleidung, um zu sehen, ob sie einen Blutspritzer abbekommen hatte, doch die grüne Wolle war rein von allem.
Die kühle Luft der Nacht befreite die junge Sklavin von allen nachdenklichen Gedanken, die sie oft nach einem Mord hatte. Sie vereinte sich mit der Dunkelheit der Nacht und schlich zum Ende der Gasse, während sie Silberstich wieder an ihr Strumpfband befestigte. Schon wollte sie sich aus dem Schatten lösen und auf die Straße treten, da kam jemand in ihr Gesichtsfeld, den sie erkannte. Es war Bedok, der Bote Sahabis.
Stirnrunzelnd betrachtete sie den jungen schwächlichen Boten und bemerkte eine große weiße Leinentasche, die er um seine Schulter trug. Es war Eonas Reisetasche. Was wollte er mit ihren Sachen? Die Sklavin drehte sich zu Sortan um, um ihm zu deuten, hier in der Gasse zu warten und trat dann in das fahle Mondlicht, dass ihre roten Haare funkeln ließ. "Bedok? Was willst du hier?", raunte die Eona genervt und trat auf den Boten zu. Dieser zuckte zusammen und für einen Moment erhellte sich sein Gesichtsausdruck, als er das bekannte Gesicht der Sklavin sah. "Eona!", flüsterte er und drückte ihr die Reisetasche an die Brust, nach dem er den Riemen über seinen Kopf gezogen hatte. "Ich habe dich gesehen, als du vor einigen Stunden hier in der Nähe verschwunden bist. Ich... ich dachte mir, du brauchst deine Sachen, wenn du auf der Flucht bist." Für einen winzigen Moment wollte sie dem jungen Mann um den Hals fallen und ihn mit Dank überschütten, doch das war nicht der richtige Zeitpunkt. "Auf der Flucht? Verdächtigt man mich wegen des Mordes an Sahabi?" Bedoks Gesichtsausdruck wurde ernst und er nickte. "Einige Wachen unterhalten sich darüber. Sie suchen dich."
Na ganz toll, fluchte Eona und zog sich den Riemen über den Kopf, damit er nicht von ihrer Schulter runterrutschen konnten. Die Tasche war schwer und anscheinend hatte der Bote sie mit allen Sachen gefüllt, die er in der Kammer Eonas gefunden hatte. "Ich werde ihnen nichts erzählen, dafür habe ich...hab ich dich zu gern." Die Sklavin schluckte, als sie der sehnsüchtigen Blick Bedoks in ihrem Herzen traf, doch ihr Blick verhärtete sich. "Ich danke dir, Bedok. Aber du musst jetzt verschwinden. Vergiss, dass du mich gesehen hast oder das ich überhaupt noch hier in Naradesh bin. Geh jetzt!" Kurz blieb der junge Mann dort stehen wo er war, ließ nochmal seine Augen über den Körper Eonas schweifen, nickte kurz und trabte in die Nacht davon.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Sortan » Di, 03. Apr 2012 0:17

Sortan gähnte leicht und stand auf, als Eona herunterkam. Er folgte ihr still und überlegte immer noch ob sie nun den Männern folgen sollten, oder ob sie sie gleich besuchen würden. Er folgte ihr, wie ein Schatten und blieb dann stehen als er den Boten sah. Stirnrunzelnd blieb er in den Schatten verborgen und seine braunen Augen beobachteten die Beiden eine Weile lang. Er lauschte den Worten nachdenklich. Die Sklavin war gut, aber noch nicht perfekt. Man hinterließ niemals Zeugen, auch nicht wenn sie schweigen wollen wie ein Grab. Es war dennoch eine nützliche Information, das sie Eona verdächtigten und nicht den betrunkenen Schläger. Seine Augen verengten sich zu schlitzen und er senkte kurz den Kopf. Dann trat er an Eona vorbei, leise wie ein Schatten, zog in der Bewegung bereits den Dolch und legte die restlichen paar Schritte geschickt zurück. Die Klinge biss sich nur ganz leicht in seinen Rücken, das Gift verteilte sich und die Reaktion kam kurz darauf. Dann steckte er den Dolch wieder ein und drehte sich zu Eona um, "Keine Zeugen. Niemals." Sein Blick war hart, denn diese Lektion musste man lernen, als er wieder auf sie zukam. Er musterte sie kurz, wie Bendok vor ihm, "Kehr zum Haus zurück, warte auf mich." Er ließ keine Widerworte zu und drehte sich sofort wieder um.

Der schnelle Laufschritt, den er anschlug, war anstrengend. Dennoch musste er sich beeilen, wenn alles so funktionieren sollte wie er es wollte. Es waren erneut ein paar Stunden vergangen, als er bei den Stallungen ankam und dort kurz Luft holte und sich ausruhte. Ab und an hatte er Wachen ausweichen müssen, doch das Ganze sollte es wert gewesen sein. Er klopfte leise an das Haus neben den Stallungen und wartet bis der pausbäckige Stallmeister die Tür öffnete. Er sah verärgert aus, aber als er ihn erkannte ließ er ihn hinein, "Sortan, was..." Der Assassine schloss die Tür hinter sich und sah zu dem Mann. Ein Spion, Auftraggeber und Helfer der Raquiiah. Wen dem nicht so gewesen wäre, würde er sein Pferd niemals hier lassen. Ein Stallmeister hörte und sah so einiges, schließlich war er so etwas wie der Herr der Pforte zur Stadt. Entsprechenderweise wurde er auch gut bezahlt, "Andanam, Menderea. Haben sie Pferde hier?" "Der Kaufmann und... Nein der andere sagt mir nichts." Sortan nickte und öffnete die Tür wieder, "Sobald sie morgen die Stadt verlassen, gib mir Bescheid. Schick einen vertrauenswürdigen Boten und merk dir die Richtung in die sie geritten sind. Ach und mach meine Pferde bereit... Das Gold bekommst du morgen." Dann verschwand er wieder in der Dunkelheit und ließ den verschlafenen Mann in der Tür stehen.

Seine Schritte hallten von den kleinen Gassen und ihren steinernen Wänden wieder, kurz bevor er stoppte und sich in den Schatten presste. Der Vorteil an betrunken Wachen war, das man sie meterweit hörte. Er konnte es sich nicht leisten noch mehr Aufmerksamkeit in Naradesh auf sich zu ziehen und so mussten sie den beiden Männern wohl oder übel folgen. Er rechnete nicht nur mit einer Eskorte, sondern auch damit das die Familie des Kaufmanns bei ihnen war. Andanam. Der Name blieb in seinem Kopf, bis er durchgestrichen werden konnte. Die Wachen waren vorbei, also bewegte er sich mittlerweile wieder. Es war noch ein Stück bis zu seinem Haus, doch das hatte er schnell überwunden. Es war eine lange Nacht gewesen und er war Müde. Die Kämpfe, das Laufen, alles hatte Kraft gekostet die er nicht zur Unendlichkeit hatte. Als er schließlich in das Viertel kam, wo sein Haus lag, schnaufte er ein wenig und blieb kurz stehen. Er schob Kapuze und Mundtuch herunter und fuhr sich durchs Haar, während er versuchte seinen Atem zu kontrollieren. Dann ging er langsam und entspannt zu seinem Haus herüber und sah sich nach Eona um. Er sah sie in der Gasse neben seinem Haus und nickte ihr zu, ohne zu stoppen. Kurz darauf war die Tür aufgeschlossen und er verschwand wieder in dem kleinen Haus der Familie. Er war erledigt und legte drinnen direkt seine Waffengurte ab. Dann folgte die Lederrüstung und alles zusammen verstaute er wieder in der Truhe. Sein Blick ging kurz zur Tür um zu sehen ob die Sklavin bereits wieder da war. Die wenigen Schritte bis zur Küche ging er langsam und gähnte dabei kurz. Er kramte eine verstaubte Flasche mit Wein hervor, entkorkte sie und trank einen Schluck. Dann stellte er sie auf den Tisch und sah zu Eona hinüber. Sie hatte sicher einiges was sie ihm mitteilen wollte, wieso musste der Bote sterben, warum die Folter. Er seufzte innerlich bereits, wann bekomme ich mein Gegengift und die Freiheit? Er wartete auf diese Fragen und legte sich bereits Antworten zurecht. Andererseits waren sie einfacher, als die Fragen bezüglich Menderea, auf die er keine Antwort kannte.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Eona » Di, 03. Apr 2012 1:13

Eona lehnte sich an die kühle Hauswand von Sortans Heim und rieb sich fröstelnd die Arme. Zwar hatte sie ein beachtliches Tempo hingelegt und war einigen Wachen und Betrunkenen ausgewichen, um nicht unnötige Verfolgungen oder Diskussionen bestreiten zu müssen, aber trotzdem fror sie. Die Sklavin trug ja nur das Kleid, dass zwar aus Wolle bestand aber in diesen Kältegraden nicht wirklich wärmte. Sie schnaufte und rieb sich weiterhin die Arme, während ihre Gedanken durch ihren pochenden Kopf rasten. Wieso hatte Sortan Bedok umbringen müssen? Er war skrupellos vorgegangen und hatte ihm mit seinem Giftdolch sein Leben beraubt. Keine Zeugen. Niemals. Bedok war zuckend zu Boden gesunken und bestimmt schon tot gewesen, als Eona sich umdrehte, um in die entgegengesetzte Richtung wie Sortan zu laufen. Sie hatte dem Boten nicht helfen können. Hätte sie es denn getan, wenn sie die Möglichkeit dazu gehabt hätte? Wohl nicht.
Bedok war nur ein weiterer Narr gewesen, der Eona aus der Ferne sehnsüchtig betrachtet hatte, doch sie wegen ihrer kühlen Art gemieden. Sie hatten nie viel zu einander gesagt - er war auch noch nicht lange ein Bote Sahabis gewesen. Doch seltsamerweise musste sie sich eingestehen, dass Sortan unrecht hatte. Bedok hatte nichts bemerkt. Ihr Kleid und ihre Haut war rein von Blutflecken gewesen und auch ihre Klinge war sorgsam unter ihrem Kleid versteckt gewesen. Der Bote hatte nichtmal Sortan hinter ihr im Schatten der Gasse bemerkt. Das hätte sie an seinem Blick gesehen. Keine Zeugen. Zeuge von was? Dass er Eona gesehen hatte? Doch wenn er wirklich geplaudert hätte, was hätte er den Wachen schon sagen können? "Dort ist die Sklavin Sahabis, die ihn ermordet hat!" Doch Eona wäre schon verschwunden gewesen. Man kannte die junge Sklavin in der Stadt, doch das war nicht das Problem. Ihr Erkennungszeichen war immer zu einem strengen Zopf zusammengebunden und bei ihren Botengängen oder Aufträgen unter dem Kapuzenmantel verborgen gewesen. Wieder schnaubte die junge Sklavin und fand sich damit ab, dass ein weiteres Leben geendet hat. Sie hatte Bedok zu wenig gekannt, um jetzt um ihn zu trauern oder Sortan dafür zu schalten, dass er ihn umgebracht hat. Er hatte Recht: Zeugen waren niemals gut. In keinster Weise. Doch Bedok hatte nichts gesehen, was für irgendwen relevant hätte sein können.

Auch wenn Sortans Schritte für einen normalen Menschen wohl nicht hörbar gewesen wären, hörte sie die weichen und grazilen Trabschritte des Assassinen und sie trat aus dem Schatten heraus. Er nickte ihr kurz zu, ohne dabei anzuhalten und schloss die Tür zu dem Haus auf. Er hatte sein Mundtuch heruntergezogen und auch seine Kapuze war nicht mehr an ihrem Platz, sondern lag dem jungen Mann im Nacken. Sein hellblondes Haar leuchtete unnatürlich in dem Mondlicht, dass sich nun langsam gen Westen neigte. Sie folgte ihm in das Haus und schloss die Tür andächtig hinter sich. Eona setzte sich an den Küchentisch, legte die Reisetasche neben sich ab und beobachtete Sortan, wie er sich seines Waffengurtes und seiner Lederrüstung entledigte, bis er die Weinflasche entkorkte und auf den Tisch stellte, nachdem er daraus getrunken hatte.
Nun sah er sie an und Eona blickte zurück. Ich bin dir gefolgt, durch die Schatten. Ich habe mit dir getötet, im Licht. Und bin dir wieder gefolgt, durch die Schatten. Jetzt sitz ich hier, die Nacht wird bald vorbei sein und ich weiß immer noch nicht was ich von dir halten soll.
Sie ergriff die Weinflasche und tätigte zwei große Schlücke, nachdem sie sie wieder auf den Tisch stellte. Eona schnaubte wieder und schlug ihre langen Beine übereinander. "Ich werde mit dir gehen, egal wohin uns der Weg führt, um Menderea zu töten." Es war komisch, sich nach dem Mord an mehreren Wachen und an einer wehrlosen Frau mit Sortan laut zu unterhalten. Sie hatten nicht viel zueinander gesagt. Das war auch nicht nötig. Sie waren ein gutes Zusammenspiel gewesen. "Sieh es als Zweckgemeinschaft." Eona schnalzte mit der Zunge und bemerkte das herbe Aroma des Weins, das sich angenehm in ihrer Kehle anfühlte. Plötzlich merkte sie, dass ihre Glieder müde und schwer waren, was wohl daran lag, dass das Adrenalin zurückgegangen war und ihr Körper dafür büßen musste.
"Ich werde mit dir gehen und das tun, was du von mir verlangst, wenn es für mich Sinn macht. Nach dieser Nacht dürftest du hoffentlich gesehen haben, dass ich dir kein Klotz am Bein sein werde." Wieder dachte die Sklavin nach und begann dabei ihren Zopf zu öffnen. Viele Haarsträhnen hatten sich gelöst, seit sie in das Anwesen Mendereas eingebrochen waren und das hatte sie jede Minute gestört. Doch jetzt - wenn Bedok wirklich alles in ihre Reisetasche gepackt hatte - würde sie auf weiteren Morden gut ausgerüstet sein. Das lange Haar wurde mit ihren Fingern durchkämmt und es fühlte sich etwas fettig an, was wohl daran lag, dass sie es nur mit Wasser waschen konnte und nicht mit einer speziellen Seife, die hoffentlich in ihrer Reisetasche zu finden war. Doch damit würde sie sich morgen beschäftigen. Wenn es überhaupt einen Morgen gab. "Somit werde ich wohl keinen Sinn darin sehen, eine Waffe gegen dich zu erheben und würde es vorziehen, dass du mir keins deiner Gifte mehr unter das Wasser mischt." Bei diesem Satz funkelte sie ihr Gegenüber missbilligend an und unterstrich diese Worte damit. "Wenn du also einverstanden bist, würde ich gerne das Gegengift zu mich nehmen, bevor ich mich irgendwo schlafen legen kann."
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Sortan » Di, 03. Apr 2012 17:32

Der Assassine fixierte die Sklavin mit seinem Blick und zog eine Augenbraue hoch. Dann griff er nach ihr zu der Flasche und setzte sich ihr gegenüber. Er nahm einen großen Schluck und dachte kurz nach, "Und wieso sollte ich dir vertrauen? Wieso sollte ich dich mitnehmen?" Es war mit Sicherheit angenehm mit ihr zu reisen, abgesehen davon das sie gute und nützliche Fähigkeiten hatte, war er es nämlich Leid alleine zu reisen. Er war so lange alleine und von der Familie getrennt gewesen, das es schon an ein Wunder grenzte das er noch Aufträge bekam. Jeder führte irgendwann die Aufträge alleine aus, aber Sortan war schon als Einzelgänger unter den Familienmitgliedern bekannt. Andererseits kannten sie auch seine Erfolgsquote und seine Methoden. Seine Stirn kräuselte sich markant, während er sie weiter betrachtete. Trotzdem. Er hatte bis jetzt ein Druckmittel in der Hand, warum sollte sie ihn also nicht eines nachts einfach umbringen? Er hatte keine Lust ständig auf der Hut sein zu müssen, "Sag mir, wieso ich dir glauben sollte das du mich nicht einfach umbringst um dich an mir zu rächen?" Er faltete die Hände auf dem Tisch und seufzte leise in sich hinein. Das Angebot war verlockend, eine helfende Hand und vielleicht sogar mehr. Schließlich griff er wieder zu der Flasche und nahm einen Schluck, ehe er sie zu ihr rüberschob und aufstand. Er grübelte und ging ein paar Schritte hin und her, ehe er dann wieder zum Tisch zurückkam. Neben ihr stehend, stützte er seine Hände auf der Tischplatte ab und kam ihrem Gesicht nahe, "Du hast es vielleicht mitbekommen, ich bin nicht alleine. Wir sind loyaler, als jede andere... Gemeinschaft und sie werden dich finden und tagelang foltern. Sie werden dir so viele Schmerzen zufügen, bis du nur noch eine Hülle deiner selbst bist und froh sein kannst wenn du es alleine aufs Klo schaffst." Seine Augen funkelten bei diesen leisen Sätzen bedrohlich und seine Stimme blieb hart und ernst. Er tat wieder einen Schritt zurück und fuhr sich mit einer Hand durchs Gesicht. Seine Entscheidungskraft war in letzter Zeit zu oft beansprucht worden, er hasste es zu entscheiden was gut und was schlecht für ihn sein könnte. Sein Leben war bisher einfacher gewesen, warum hatte er sie überhaupt mitgenommen? Warum lebte sie jetzt noch? Er wusste es nicht. Wusste nicht, was diese Frau für eine seltsame Anziehung auf ihn ausübte. Gedankenverloren kratzte er sich eine Weile am Kinn und seufzte dann, "Ich sage ja... Du kannst mich begleiten. Aber glaub nicht das ich dir weiter vertraue, als meine Klingen reichen..." Er klopfte kurz auf den Tisch, ehe er zur Falltür ging und sie öffnete. Nachdem er in das dunkle Loch gestiegen war, tastete er sich blind zu der Kommode vor und kniete sich davor. Er kannte sich blind aus, hatte jahrelang geübt um sich hier im dunkeln zurechtzufinden. Jede Nacht ein bisschen mehr. Dennoch kramte er Feuersteine von irgendwoher und schlug ein paar Funken, ehe er die zweite kleine Phiole gefunden hatte. Dann machte er sich mit dieser auf den Rückweg und verschloss die Falltür wieder sorgfältig. Dieses mal zog er den Teppich über sie, denn sie würden eine Weile wegbleiben. Sortan hatte zwar seine... Vögelchen die es ihm berichten würden, sollte hier jemand einbrechen, aber man musste das Glück ja nicht herausfordern. Das Glas vibrierte leise als er es lächelnd auf den Tisch stellte, "Dein Gegengift. Ich würde es mit dem Wein trinken... Schmeckt nach... Naja du wirst es ja sehen." Das lächeln umspielte seine Lippen noch ein wenig länger, während sein Blick auf ihr ruhte, "Wenn ich es für nötig halte, werde ich dich wieder vergiften... Aber ich werde es in Betracht ziehen nicht mehr Gift in dein Wasser zu mischen, wenn du dich benimmst." Er klang dabei fast wie ein Vater und musste kurz lachen.

Der Raquiiah verschränkte wieder die Arme und nickte mit dem Kopf zur Treppe, "Du kannst oben schlafen... Oder hier unten bei mir. Such es dir aus, Drache." Er überlegte kurz und strich seine Kleidung glatt. Dann öffnete er kurz den Mund, als ob er etwas sagen wollte, überlegte es sich aber doch anders und klappte ihn wieder zu. Er würde dieser Sklavin mit Sicherheit nicht noch freundliche Worte in den Rachen werfen. Er lächelte kurz und wartete auf ihre Antwort.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Eona » Di, 03. Apr 2012 19:57

Die junge Sklavin wog das kleine Fläschchen in ihrer Hand und begutachtete dann die Flüssigkeit in ihrem Innern. Sie schwappte gegen ihr gläsernes Gefängnis und gab dabei ein gluckendes Geräusch von sich. Dann entkorkte sie es, stieß den Inhalt ihre Kehle hinunter und begann kläglich zu husten. Das Gegengift hatte einen eigenartigen Geschmack, dessen Geschmack Eona nicht zuordnen konnte und sie würgte. Beinahe hätte sie die Flüssigkeit prustend ausgespukt und sie wäre verloren gewesen, doch sie zwang sich dazu es zu schlucken. Der Geschmack war gleichzeitig bitter und fast ätzend in ihrem Mundraum und es fühlte sich glatt falsch an, es hinunterzuschlucken doch mit einem großen Schluck Wein hatte sie es endgültig geschafft und rang nach Luft, als sie das Gegengift endlich hinuntergewürgt hatte.
"Oh Gott, verdammt...", fluchte sie auf Coreonisch und fragte sich in dem Moment, wieso das Gift nicht so geschmeckt hatte, wie das heilende Gegengift. Das Gift, dass ihr Sortan ins Wasser gemischt hatte, war Geruchs- und Geschmacksneutral gewesen. Wieso konnte es diese Substanz nicht auch sein. "Wenn du mich nochmal vergiftest... und ich gezwungen bin, dieses Zeug nochmals zu schlucken, bring ich dich wirklich um", keuchte sie, trank nochmal kräftig aus der Weinflasche und wischte sich mit dem Handrücken über ihren Mund. Wütend funkelte sie Sortan an, dem es anscheinend amüsierte. Sie räusperte sich und merkte, dass der widerliche Geschmack mit dem herben Wein verschwunden war. Dann überlegte sie, was der Assassine gesagt hatte und runzelte ein wenig die Stirn.
"Wieso sollte ich dich umbringen, wenn wir ein und dasselbe Ziel haben? Du hast mir zwar mein Heim weggenommen und dazu noch einen Herrn..." Sahabis Gesicht blitzte vor ihren Augen auf und eigentlich war sie froh, diesen fetten Bibliothekar los zu sein, doch Sortan hatte sie einfach überrumpelt. Mit seiner Anwesenheit... mit seinen Fähigkeiten..."...aber du hast mir eine neue Aufgabe gegeben. Dafür könnte ich dir wohl dankbar sein." Ihre grünen Augen flammten auf und dann fügte sie noch hinzu: "Außerdem könnte ich Menderea wohl nicht allein zur Strecke bringen. Ich unterschätze ihn nicht." Sie fuhr sich durchs Haar und seufzte. Diesem paranoiden Assassinen zu erklären, dass sie nicht im Sinn hatte, ihn zu töten, um sich an ihm zu rächen, war wirklich eine verzwickte Sache. Natürlich, auch Eona wäre misstrauisch gewesen und auch sie vertraute Sortan kein Stück. Vorerst.
"Ich will mich nicht an dir rächen. Ich will mich an Menderea rächen", meinte sie trocken und sah dabei Sortan in die braunen Augen. Er war auch müde, so wie sie. Das merkte man ihm nicht an, doch auch ein ausdauernder junger Körper, brauchte seine Ruhe und auch seinen Schlaf. Sie hatte das Bedürfnis, sich mit ihm in ein Bett zu legen und sich darin seufzend zu wälzen, bis der Tag die Nacht verscheuchte. Doch er würde sich nur darauf einbilden, er wäre ihr neuer Herr.... doch war es nicht so? Sie untergab sich seiner Hand, ließ ihm den Vortritt und war nur sein Schatten, der seiner großen Gestalt auf dem Weg zum Mord folgte.
Doch sie verwischte den Gedanken aus ihrem pochenden Kopf und stand auf. Eona nahm ihre Reisetasche in die Hand, ging um den Tisch herum, an Sortan vorbei, wo sie kurz einen Moment verweilte. "Ich werde oben schlafen...", antwortete sie ihm und funkelte ihn wieder an, wie sie es schon seit seiner Anwesenheit in ihrem Leben getan hatte. "Aber wenn du ein Bedürfnis verspürst..." Langsam stellte sie sich auf ihre Zehenspitzen, näherte sich mit ihren vollen Lippen den seinen und hauchte ihren warmen Atem darauf. Ihre freie Hand lag auf seiner Brust, die sich durch den Stoff warm anfühlte unter ihren Fingerspitzen."...dann wende dich nicht an mich." Sie grinste verschmitzt, stieß ihn sanft von sich und erklomm die Stufen zum ersten Stock, um sich endlich in ein Bett zu legen.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Sortan » Di, 03. Apr 2012 20:49

Der Assassine beobachtete das Ganze interessiert und war eindeutig belustigt. Er hatte sie gewarnt, es mit dem Wein zu trinken, aber wer nicht hören will muss nunmal fühlen. Schmunzelnd lehnte er sich gegen die Wand, "Vielleicht vergifte ich dich nächstes mal mit etwas anderem... Da gibt es viele alternativen, glaub mir." Er lachte erneut kurz, die meisten dieser Alternativen waren nämlich höchst tödlich oder schmeckten genauso scheußlich. Er blieb bei seiner Muttersprache, coreonisch konnte er später noch oft genug sprechen. Ein erneuter Punkt der ihm auffiel, sie hatten den Vorteil untereinander zu kommunizieren ohne das die meisten Wüstenbewohner es verstehen würden. Gedankenversunken runzelte er erneut die Stirn, "Mhm, wie? Achso..." Es würde ihm mit Sicherheit nicht leicht fallen der Sklavin auch nur sein Essen azuvertrauen. Trotzdem hatte sie etwas an sich, etwas das seine Gedanken durcheinanderwirbelte und ihn auf verrückte Ideen brachte. Er dachte an Ria, bei ihr hatte er fast dasselbe gespürt. Die Furche zwischen seinen Augen wurde etwas tiefer, versuchte er etwa Ria durch Eona zu ersetzen? Abwesend schüttelte er den Kopf, das war absurd. Außerdem waren die meisten in seinem Alter schon versprochen, oder verheiratet. Die Familie erwartete es schon fast von ihm, er seufzte leise und schüttelte die Gedanken ab, "Ich verleihe deinem Leben also Sinn... Eine interessante Tatsache, muss ich zugeben. Aber es ist gut das du dich nicht überschätzt... Jeder Feind ist tödlich und wenn es nur eine Fliege ist." Den letzten Satz zitierte er von seinem Onkel, es war so etwas wie sein Leitspruch gewesen, etwas das er immerzu gesagt hatte. Nun würde er es nie wieder sagen, Wut flammte kurz in Sortans Augen auf.
Es war eine anstrengende Nacht und der nächste Tag würde ebenso anstrengend werden, "Vielleicht erzählst du mir morgen, wieso du dich an ihm rächen willst?" fragte er dann matt lächelnd. So würden sie wenigstens ein Thema haben, wenn sie aufbrachen. Er hielt ihrem Blick stand, wünschte er sich das sie bei ihm schlafen würde? Wahrscheinlich, allerdings war er zu erschöpft um mehr als zu schlafen. Er zog eine Augenbraue hoch, als sie aufstand und neben ihm stehen blieb. Er zuckte nicht mit der Wimper, doch kurz lag etwas Enttäuschung in seinem Blick. Gott, wieso hatte er seine Emotionen nicht mehr richtig im Griff, wenn sie in der Nähe war? Er verfluchte sich innerlich und nahm sich vor das zu ändern. Diese Illusion wurde allerdings direkt wieder zerstört, als sie sich ihm näherte. Er wollte es, wollte sie, aber er blieb ruhig stehen. Er musste stärker sein, sich nicht von einer fremden Sklavin verführen lassen. Dennoch hinterließ ihre Berührung und ihr Atem ein sanftes Kribbeln auf seinem Körper. Ihm entwich erneut ein leiser Seufzer, als sie hoch ging, "An wen denn sonst? Aber keine Angst... Heute Nacht nicht." Er blickte ihr nach, sie würde das Bett schon finden. Ausserdem besaß er oben sowieso nicht viel von Wert. Sortan drehte sich zu dem Bett um, er brauchte Schlaf um mit dem Ganzen etwas besser zurecht zukommen. Leise grummelte er Flüche vor sich hin, während er sich hinlegte und die dünne Wolldecke über sich zog. Bald war er eingeschlafen, immer noch ein wenig grummelnd. Sein Schlaf war gut und erholsam, aber nicht sehr tief. Ein Mann seines Schlags musste nun einmal mit allem und jedem rechnen und bald schloss sich seine rechte auch um den Griff des Dolches, welcher unter seinem Kissen lag. Reiner Instinkt und er hoffte das der Bote des Stallmeisters nicht zu früh kommen würde.

Die Nacht war wirklich erholsam für den Raquiiah. Sortan rieb sich die Augen, die Morgensonne schien bereits durch die Fenster herein. Es war noch früh, vielleicht sechs oder sieben Uhr. Für ihn war es jedenfalls früher Morgen und so streckte er sich erst einmal ausgiebig, ehe er noch eine Weile seufzend in dem Bett liegen blieb. Schließlich stand er auf und bereitete alles für die Abreise vor. Das hieß allerdings nicht sehr viel, denn das einzigste was er tat war sich etwas Wasser ins Gesicht zu spritzen und seine Rüstung, samt Mantel, in einem Sack zu verstauen. Danach machte er einen kleinen Lederbeutel mit Gold und ein paar kleineren Juwelen fertig und hängte ihn an seinen Waffengurt, denn den legte er an. Der Krummdolch blieb bei der Lederrüstung und stirnrunzelnd sah Sortan sich noch einmal um. Viel mehr würde er nicht benötigen, der Stallmeister Rorik würde ihm Proviant besorgen und sein Pferd direkt damit beladen. Schließlich stellte er den Sack neben den Tisch und durchsuchte die Küche. Er fand noch einen paar Tage alten Laib Brot, etwas Dörrfleisch und ein Viertel Käse. Zusammen mit zwei Wasserschläuchen landete das alles auf dem Tisch und er wartete langsam kauend darauf das der Bote kam. Oder zumindestens die Sklavin herunterkommen würde.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Eona » Di, 03. Apr 2012 22:12

Eona blinzelte, als die Sonne so weit über den Horizont geschlichen war, dass ihr Lichtstrahl durch das Fenster das Gesicht der jungen Sklavin traf. Sie gähnte herzhaft und vergrub ihr Gesicht in das Kissen. Leise seufzte sie, als die Erinnerungen der letzten Nacht an ihre Gedankenpforte klopften. Heute würde ein anstrengender Tag werden. Menderea...
Dieser Name ließ sie ihre Beine aus dem Bett schwingen und aufstehen. Das Zimmer, in dem das Bett stand, war schmucklos. Ein Bett, ein kleiner Tisch, eine Truhe. Das reichte der jungen Sklavin voll und ganz, da dieser Raum nicht groß anders war als zu ihrem alten bei Sahabi. Ihre Reisetasche lag auf dem kleinen Tisch. Sie hatte gestern Nacht nicht mehr hineingesehen, sondern sie abgelegt, sich entkleidet und sich dann unter die Bettlaken verkrochen. Ihr Schlaf war traumlos und somit erholsam gewesen. Eona streckte sich ausgiebig und strich sich dann gähnend durch das lange Haar, dass fast in allen Richtungen abstand. Kurz horchte sie in die Geräusche des Hauses hinein, doch sie konnte Sortan nicht hören. Schläft er noch? Aber das bezweifelte die junge Frau sofort, als sie zu ihrer Reisetasche hinüber ging. Sie zog das Band, dass oben drumherum gewickelt war, um die Öffnung zu verschließen und steckte ihren Arm in die Tasche. Ihre Finger erfühlten den bekannten Stoff des Mieders, dass sie über den Stuhl neben sich legte. Es war aus einfachem festen Leder gefertigt und darüber wurde ein schwarzer Stoff gezogen worden. Man könnte sagen, dass es wie Sortans Lederrüstung war, nur etwas eleganter. Dann ertastete sie etwas Unterwäsche, - sowie einige Reizwäsche, die Eona am liebsten weggeschmissen hätte, doch trotzdem sorgsam auf den Stuhl legte - ihren Rock, den Wollmantel mit der großen Kapuze und sogar ihre festen Stiefel hatte Bedok in die Reisetasche gestopft. Ihre alte Wasserflasche und einen etwas kleineren Beutel für weitere Utensilien bei einem Auftrag stellte sie sorgsam auf den Tisch, bevor ihre Hand wieder in die Tasche glitt.
Zwei Flaschen Öl, verschiedene Seifen, Cremes, Heilsalben, ein Kamm und einen Kohlestift, um ihre Augen zu betonen wurden ans Tageslicht gebracht und Eona lächelte. Auch ein Schleifstein für Silberstich und ein Ersatzmieder waren dabei. Sogar die Haarklammern, die dafür sorgten, dass ihr die Strähnen nicht immer ins Gesicht hingen, hatte Bedok eingepackt und sie dankte ihm still dafür. Nur musstest du dafür dein Leben lassen...

Eona tappte nackt, mit ihrer Kleidung und ihren Waschutensilien in den Waschraum, um sich etwas zu waschen, bevor sie aufbrachen. Wieder konnte sie keinen Laut vernehmen, als sie aus ihrem Zimmer, in den Flur und dann in den Waschraum huschte. Hätte sie etwas gehört, wäre sie sofort ohne Umschweife nach unten gegangen, natürlich nachdem sie sich etwas angezogen hatte.
Sie schüttete sich aus einem Wasserkübel kaltes Wasser über ihren zitternden Körper, wusch sich kräftig mit der Seife ab und auch ihre Haare wurden gründlich gewaschen, gekämmt und getrocknet. Sofort fühlte sie sich besser, jetzt wo sie wusste, dass sie alles hatte, um sich auf einen Auftrag vorzubereiten. Ihr Haar wurde wieder zu einem kunstvollen Zopf zusammengebunden und die kürzeren Haare mit den Haarklammern fixiert. Dann trocknete sie ihren Körper mit einen der Handtücher zügig ab, rieb sich ihre Haut mit Sandelholzöl ein und versorgte auch ihre Wunden noch einmal mit der Heilsalbe. Dann schlüpfte sie in ihren Rock, der ihr perfekt um ihre Hüften saß, ein schwarzes Unterhemd, darüber das Mieder, dass ihr ein schönes Dekoletee zauberte und eine gerade Haltung erlaubte und schließlich schlüpfte sie mit ihren Füßen in die festen Lederstiefel. Dann seufzte sie erleichter, packte alles wieder zusammen und huschte zurück in das Schlafzimmer. Dort verstaute sie wieder alles vorsorglich in ihre Reisetasche und behielt nur das draußen, dass sie für den Auftrag benötigte. Der Schleifstein, das Ersatzmieder und natürlich ihren Dolch Silberstich, den sie diesmal wieder an ihr Strumpfband befestigte. Die anderen kleinen Sachen packte sie in einen Beutel, der an dem schlichten Ledergürtel mit der Wasserflasche um ihre Hüfte, hing.

Endlich fühlte sie sich bereit und ging die Stufen ins Erdgeschoss hinunter. Sortan war natürlich schon auf den Beinen, was sie nicht wirklich verwunderte. Auch er schien etwas ausgeschlafener zu sein, als den Tag zuvor und seine wachen Augen erfassten die Sklavin sofort, als sie in die Küche eintrat. "Guten Morgen, der Herr", grüßte Eona und setzte sich den Tisch und aß auch etwas von dem übriggebliebenen Brot und dem Dörrfleisch. "Wann willst du aufbrechen?", fragte sie nebenbei und nahm einen Schluck aus der Wasserflasche.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Sortan » Di, 03. Apr 2012 22:40

Sortan hob eine Augenbraue, als die Sklavin hinunter kam. Sie hatte sich verändert, der Bote hatte also ein paar schöne Sachen gebracht. Was Männer nicht alles für die Liebe taten, er musste innerlich grinsen. Unverhohlen ließ er seinen Blick über den Körper der jungen Frau schweifen und trank einen Schluck Wasser, "Guten Morgen... Sieht gut aus." Das war wahrscheinlich ein verdammt gutes und aufrichtiges Lob und das was man am ehesten von Sortan erwarten konnte. Er lächelte kurz, als sie ihn fragte und schwieg zunächst. Er ließ sie fertig essen und beobachtete sie dabei. Dann überlegte er, ob er nicht doch die Rüstung mitnehmen sollte. Es war zwar heiß dort, aber sie würde ihn schützen. Andererseits bot das bisschen Leder keinen richtigen Schutz vor den scharfen Säbeln, die Menderea und seine Wachen benutzen. Also blieb er bei dem was er nun an hatte und seine braunen Augen blitzten kurz auf, "Das wird sich zeigen." Schließlich stand er kurz auf und ging ein wenig umher um sich die Müdigkeit aus den Knochen zu vertreiben. Er hielt an einem Bücherregal, das neben der Truhe stand und betrachtete es kurz. Dort standen ein paar kuriose Werke, teuer und selten. Aber auch Anleitungen und Rezepte für Heiltränke und -salben. Hier und da fand sich auch ein wenig poethischere Kost und sogar eine Ballade. Sortan interessierte sich momentan allerdings nicht für die Bücher, sondern für das was auf ihnen lag. Er fuhr kurz über ein paar Bände und spürte das Leder der Deckblätter, dann fuhr seine Hand hinter die Bücher und er zog eine kleine Phiole hervor. Das Gift war eines der tödlichsten und hatte eine dunkelgrüne Farbe. Diese sah man allerdings nicht, da es in ein kleines Wolltuch eingewickelt war. Er lächelte kurz und steckte es in den kleinen Lederbeutel, welcher sein Gold beinhaltete. Es wirkte schnell und wenn er sein Schwert damit tränken würde, wären die Wachen von Menderea mit Sicherheit einfacher zu erledigen. Schließlich ging er wieder zurück zu dem Tisch und griff nach dem Wasserschlauch. Er trank einen Schluck und nickte dem anderen Schlauch zu, "Du solltest ihn mitnehmen, wer weiß wann wir Menderea zu fassen bekommen." Dann band er seinen eigenen an den Gürtel und lehnte sich wieder gegen die Wand, mit verschränkten Armen. Er dachte eine Weile nach, darüber was er mit dem Mann anstellen würde, als es plötzlich an der Tür klopfte. Sein Blick ruhte eine kurze zeit auf Eona, "Wir brechen auf, ich hoffe du bist fertig, Drache." Dann öffnete er die Tür und sah sich einem sechszehnjährigen Stallburschen gegenüber, "Meister Sortan? Rorik schickt mich... Er sagt ihr sollt sofort kommen, es ist wichtig!" Der Assassine nickte, schnippte dem Jungen zwei Goldmünzen zu und sah sich nach der Sklavin um. Sein Geist war wach und klar, sie mussten sich nun beeilen. Er wartete bis Eona draussen war und schloss dann die Tür hinter sich ab. Kurz zwinkerte er der Rothaarigen zu und rannte dann los. Zuerst schnell und in die Richtung der Stallungen, doch nach und nach verfiel er in ein schnelles, aber kräftesparenderes traben.

Rorik erwartete ihn bereits, mit seinem treuen Wallach und der kleineren Stute für die er keinen Namen hatte. Sortan atmete ruhig und zog die, noch kühle, Luft in sich hinein. Beide Pferde waren mit kleinen Satteltaschen voll Proviant und Wasser beladen. Der Raquiiah griff in den Beutel und bemerkte dabei Roriks fragenden Blick auf Eona liegen. Er trat näher an den Stallmeister heran und ließ ihm die wertvollen Edelsteine in die Hand fallen, "Frag nicht. Und danke, wohin?" "Nach Norden, Herr. Und ich danke euch." Sortan sah zu Eona und nickte in Richtung Stute, "Ich hoffe du kannst reiten?" Er könnte sich selbst dafür schlagen, wie hatte er das vergessen können? Sklaven wurde mit Sicherheit nicht das Reiten beigebracht. Andererseits machte das nichts, Schattenmähne würde sie beide tragen können. Er selbst schwang sich indess schon auf das Pferd und wühlte in den Taschen bis er eine Möhre gefunden hatte. Dann tätschelte er den Hals und beugte sich über seinen Kopf, während er ihm die Möhre hin hielt, "Ohne dich wäre ich schon längst verloren..." Das Pferd wieherte, ob als Bestätigung oder als Freude für die Möhre konnte man dabei nur raten. Sein Blick ging wieder zu Eona, sollte sie seine Frage verneinen, würde er ihr die Hand hinahlten und sie hinter sich ziehen. Es würde zwar etwas unbequem zu zweit auf dem Sattel werden, aber der Wallach war ein anmutiges Tier. Ein Schlachtross, könnte man wohl sagen, das sich gut in der Wüste eingelebt hatte. Sobald sie fertig war, würden sie losreiten. Notfalls nur mit einem Pferd, schließlich war es unnötig ein zweites mitzunehmen, er wollte nicht noch mehr Zeit verlieren, ansonsten würden sie Schwierigkeiten haben Menderea überhaupt noch einzuholen. Und bei der Vorsehung, er hatte keine Lust ihn in Avrabêth zu suchen.
Zuletzt geändert von Sortan am Do, 05. Apr 2012 18:52, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Eona » Mi, 04. Apr 2012 13:50

Eona trabte Sortan hinterher und genoss die Morgensonne auf ihrer Haut, die das Öl auf ihrer Haut schimmern ließ. Sie war in einem leichten behänden Trab gefallen, nachdem ihr Begleiter zuerst ein beachtliches Tempo hingelegt hatte. Er war schnell. Er war stark. Ein perfekter Assassine, der zur Paranoia neigt, lächelte sie und hob kurz den Kopf um sich die Sonne ins Gesicht scheinen zu lassen. Dabei rutschte die Kapuze herunter und gab für einen Augenblick ihr rotes Haar preis, dass im Takt ihrer Schritte hin und her wog. Dann wurde sie wieder über ihre Haarpracht gezogen, damit keiner der Wachen auf sie aufmerksam wurden. Das konnten sie jetzt nicht gebrauchen.
Als sie den Boten erblickte, erahnte Eona, was der Assassine vorhatte und es war ein guter Gedanke. Andanam und Menderea in Avrabêth aufzulauern würde schwieriger sein, als ihnen nachzureiten und ihnen dann den Weg abzuschneiden. Das Problem war, dass Eona nicht wirklich reiten konnte. Ihr Vater hatte sie auf Eowhans Anwesen und dessen Pferde in den Stallungen sitzen lassen, als sie gerade mal 10 Jahre alt war. Jedoch selbst reiten überstieg ihre Fähigkeiten, da sie sich gerade so im Sattel halten konnte. Kurz bedachte sie Rorik, den Stallmeister mit einem eindringlichen Blick. Sortan wird schon wissen, wem sie Informationen anvertrauen konnten, doch weiß sie ja nicht mal, was ihr Begleiter dem Stallmeister erzählt hatte. Es wird wohl nicht viel gewesen sein.
"Ich werde mit dir reiten, wenn das in Ordnung ist", meinte die Sklavin und Sortan reichte ihr seine Hand, damit sie sich auf das Pferd ziehen konnte, dass dem Assassinen anscheinend am Herzen lag. Wäre es irgendein Pferd gewesen, wäre der junge Mann nicht so fürsorglich damit umgegangen und hätte es mit Möhren gefüttert. Mit einem Ruck saß die junge Frau im Sattel, oder besser gesagt auf dem Hinterteil des Tieres, das etwas herumtänzelte, doch ansonsten das zusätzliche Gewicht der Sklavin duldete. Ihre Hände umschlangen den Unterkörper ihres Begleiters und sie rutschte ein wenig hin und her, um das Gewicht richtig verlagern zu können und sich somit besser auf dem Pferd halten zu können. Sie spürte die Muskeln und das zähe Fleisch des Wüstenpferdes, dass wirklich ein beachtlich schönes Tier war. "Ich bin bereit."

Der Wind peitschte der Sklavin um die Ohren und sie senkte ihren Kopf hinter Sortans Rücken, damit die Kapuze von dem Wind nicht heruntergeweht wurde. Sie mussten am besten ohne viel Aufmerksamkeit aus Naradesh verschwinden und ihr rotes Haar war sowas wie ein Signalfeuer für jeden, der Eona kannte oder zumindest wusste, dass sie angeblich an Sahabis Tod Schuld war. Wie der Stallmeister Rorik es Sortan berichtet hatte, wollten auch sie die Stadt nach Norden verlassen und hatten schon den Außenring hinter sich gelassen. Sortan schien ein guter Reiter zu sein und hatte auch sein Tier im Griff, dass in einem leichten aber kräftigen Trab die beiden Reisenden aus der Stadt trug. Hätten sie kein Pferd gehabt, wäre das wohl ein anstrengender Trip geworden und sie hätten die beiden Männer wohl nie eingeholt und hätten sie erst in Avrabêth angetroffen. Wenn überhaupt. Eona hielt sich weiterhin an Sortan fest und konnte sich auch so gut auf dem Pferd halten, auch wenn sie manchmal bedrohlich hin und herrutschte. Aber sie fiel nicht und das war das wichtigste, denn das würde sie nur unnötig aufhalten. Die Häuser schienen weniger zu werden und bald passierten sie die Mauer Naradeshs, die sie nach vielen Minuten nun auch hinter sich gelassen haben. Die letzten Meter war das Pferd in einem zügigen Schritt verfallen, um sich in Ruhe durch die Menschenmasse schlängeln zu können. Nicht immer wichen die Leute dem Ross aus oder übersahen es und so musste Sortan das Tempo gezwungenermaßen drosseln, auch wenn ihm das anscheinend nicht recht war. Eona sah kurz auf, um den Stand der Sonne sehen zu können und sie würde sagen, dass erst eine gute Stunde vergangen war, seit sie von Sortans Haus aufgebrochen waren. Ziemlich viel, wenn man bedenkt, dass es Andanam und Menderea auch eilig haben dürften, da sie ja schon vorgewarnt wurden, durch den Tod der Frau Mendereas.
Aber kaum hatten sie das große Nordtor passiert, verfiel das Wüstenpferd in einen gestreckten Gallopp und flog nur so über die Landschaft hinweg, die Eona nur sehr kurz betrachten konnte, da ihr Sand und Wind ins Gesicht peitschte. Wieder verbarg sie ihr Gesicht hinter Sortans Rücken und hoffte, dass sie Menderea bald einholen würden, noch bevor sie Avrabêth erreichen würden.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Sortan » Mi, 04. Apr 2012 16:58

Der gesamte Ritt durch die Stadt zog sich in beächtliche Länge und ab und an hörte man ein unzufriedenes Grunzen oder ein Seufzen von dem Assassinen. Sie hatten nun einmal nicht die Zeit für solche Sachen, andererseits hatten seine Feinde auch hier hindurch gemusst. Sortan rechnete es sich kurz aus, sie hatten Zeit durch den Boten und den Weg zu den Ställen verloren, Menderea aber war sicher nicht alleine und musste auch Proviant mitnehmen. Die Reise nach Avrabêth war nicht gerade kurz und ohne Wasser und Proviant nicht zu schaffen. Er musste einem Mann ausweichen und war versucht sich mit einem Tritt zu bedanken, doch musste er seine Tarnung waren. Sacht schüttelte er den Kopf, die Gruppe würde langsamer sein als sie und sein Pferd war ausdauernd. Die Mauern kamen in Sicht und Sortan setzte sich etwas aufrechter in sein Pferd. Norden war nicht wirklich die Richtung, in der Avrabêth lag. Er runzelte die Stirn, es war mit Sicherheit ein Ablenkungsmanöver und er wusste was sie tun würden. Im Norden gab es einen Ausläufer des Furat, eines Flusses der in Richtung Avrabêth floss. Sie würden bis zu dem Ausläufer reiten und ihm dann folgen. Er grummelte leise vor sich hin, sie mussten sie erwischen solange sie noch in der Nähe des Flusses waren, ansonsten würden sie sie schnell verlieren. Als er dann schließlich in der freien Wüste war, drückte er Schattenmähne leicht die Füße in die Flanken und das Pferd verstand sofort. Während dem Ritt, zog er sein Mundtuch hoch und kniff die Augen zusammen. Das war der einzigste Punkt, den er an der Wüste hasste, viel zu viel Sand. Kurz spürte er wie Eona ihr Gesicht an seinen Rücken drückte und musste schmunzeln, zumindestens war sie nicht dumm.

Zunächst waren sie ein Stück nach Norden geritten. Es war der guten Sicht und der geraden Fläche zu verdanken, das ganz am Horizont eine -sehr kleine- Staubwolke zu sehen war. Der Raquiiah änderte schließlich den Kurs nach Westen und ritt genau auf den Furat zu, parallel zu den anderen Reitern. So vergingen ein paar Stunden, ehe sie den Fluss erreichten. Sortan zügelte sein Pferd und hielt dicht am Rande des Flusses an. Das letzte Zeichen der Gruppe war schon einige Zeit her und er musste seinem Pferd etwas Wasser gönnen. Während der Wallach an dem Fluss trank, zog er selbst seine Wasserflasche und goss einen großen Schluck die Kehle herunter. Dann strich er sich durch das geschwitzte Haar, die Sonne war wirklich heiß, und schaute kurz über seinen Rücken. "Sie werden dem Flusslauf folgen, ansonsten kommen sie nicht weit... Wir werden ihm ebenfalls folgen und auf sie warten." Als sein Pferd genug hatte, lenkte er es in Richtung Avrabêth und ritt etwas langsamer an dem Fluss entlang. Nach ein paar Metern vergrößerte er den Abstand wieder, schließlich gab es allerlei Tiere in und am Wasser die nicht besonders gut für die Gesundheit waren.

So waren wieder einige Stunden vergangen, in denen sie kurz am Fluss pausiert hatten und auch gerastet. Es waren vielleicht noch zwei oder drei Stunden bis zum Abend und genauso groß schätzte er auch ihren Vorsprung zu Menderea ein. Der Fluss war hier nicht besonders tief, weshalb er sein Pferd erneut zügelte und es den Bach überqueren ließ. Auf der anderen Seite waren ein paar Dattelpalmen und unter ihnen hielt Sortan an. Er ließ sich vorsichtig vom Rücken des Pferdes gleiten, seine Muskulatur war nach dem Ritt völlig verspannt und seine Beine brannten ein wenig. Seine Hände griffen in die Taille der Sklavin und er hob sie ebenfalls vom Pferd runter. Warum er das tat? Weil ein untrainierter Reiter -Beziehungsweise Reiterin- nach so einem Ritt wahrscheinlich dasselbe wesentlich schlimmer hatten. Er wusste noch gut, wie er sich bei seinem ersten langen Ritt sogar die Oberschenkel aufgeschorft hatte, allerdings war das Ganze etwas anders abgelaufen. Er schüttelte mit dem Kopf und streckte sich ausgiebig, ehe er dem Pferd auf die Flanke klopfte und ihm noch ein paar Möhren gab, "Gut gemacht... Ruh dich aus." Dann drehte er sich, leise ächzend, um die eigene Achse, sie hatten hier Wasser und die Palmen spendeten ein wenig Schatten vor der heißen Abendsonne. Er seufzte leise, "Wir sollten uns ein wenig ausruhen... Bis sie kommen." Mit wir meinte er wohl eher sie, denn schlafen oder dösen würde er jetzt nicht können. Zu groß war die Gefahr, das Menderea ihnen durch die Finger ging. Sortan schaute kurz in die Satteltaschen und zog einen Wasserschlauch und ein umwickeltes Päckchen heraus, ehe er sich unter eine der Palmen setzte. Dann zog er das Mundtuch herunter, seufzte leise und wickelte das Paket aus. Es enthielt gut gesalzenes Dörrfleisch, so wie er es mochte und ein -mittlerweile nicht mehr ganz so frischen- Fladenbrot. "Komm, setz dich und iss etwas... Und erzähl mir warum du Rache nehmen willst, Eona." meinte er dann und lächelte etwas Müde.
Zuletzt geändert von Sortan am Do, 05. Apr 2012 18:52, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Eona » Mi, 04. Apr 2012 17:38

Die Sklavin stöhnte, als sie endlich wieder festen Boden unter den Füßen verspürte. Sie vermied es, ihre Oberschenkel aneinander zu reiben und stand zuerst etwas breitbeinig, bis sie sich unter einer Dattelpalme auf den Boden plumpsen ließ. Sie sog die Luft scharf zwischen ihren Zähnen ein und begutachtete ihre Innenschenkel, die von dem Schweiß und der Reibung dunkelrot erschienen und auch einige Schürfwunden aufwiesen. "Das war mein längster Ritt überhaupt", brummte Eona und begutachtete die Wunden, die nicht allzu schlimm waren und nach etwas Kühlung bestimmt schnell verheilen würden. Sorgsam wusch sie die kleinen Verletzungen aus und bestrich sie mit eine der Heilsalben, die in einem Beutel sorgsam in ihrem Dekoletee aufbewahrt wurde. Danach zog sie sich die Kapuze vom Kopf und bespritzte ihr Gesicht mit sehr wenig Wasser, damit das kostbare Nass nicht zu schnell verbraucht wird.
Dann lehnte sich die Sklavin seufzend an die raue Rinde der Palme und streckte ihre Füße aus, um die Luft an die aufgescheuerte Haut zu lassen, damit sich die Wunden schließen konnten. Dankend nahm sie das - für ihren Geschmack - zu salzige Fleisch und das Fladenbrot von Sortan an und kaute genüsslich, während sie darüber nachdachte, wie sie ihrem Begleiter am Besten erzählen konnte, warum sie Rache an diesem Menderea üben wollte. Eona schluckte das zerkaute Essen hinunter und leckte sich das Salz von den Lippen. Ihre Stirn legte sich in Falten und der Blick der jungen Frau verlor sich in der Ferne der Wüstendünen. Der Ritt war anstrengend gewesen. Sand war ihr ins Gesicht, in den Mund und in ihre Haare gekommen. Sie fühlte ihn sogar zwischen dem Mieder und ihrer Haut. Wieso konnte eine Wüste nicht aus etwas angenehmeren bestehen, wie Kiefernnadeln?
"Menderea hat mich aus meiner Heimat entführt", begann sie und biss noch ein Stück von dem Fladenbrot ab. Ihre Kiefernmuskeln bewegten sich, während sie die Nahrung zerkleinerte und über ihre Entführung nachdachte. "Er hat meinen damaligen Herrn umgebracht, wofür ich ihm teilweise dankbar war, doch er hatte nicht das Recht dazu. So wie du." Eona sah dem Assassinen ins Gesicht und runzelte die Stirn. "Mich würde auch sehr interessieren, wieso du so an Menderea interessiert bist." Sortan war immer sehr sparsam mit seinen Informationen umgegangen, was sie ihm im Grunde nicht verübeln konnte. Er war Assassine und wahrscheinlich war nicht mal sein Name echt. Diese Gestalten wandelten stehts im Schatten, verdeckt, um ja keine Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Doch die Sklavin war nun mit ihm gegangen, hatte sich ihm zweimal hingegeben und mehrere Geschichten von sich und ihrer Heimat erzählt. Was war mit ihm? Hatte er Familie? Hatte auch er ein schlimmes Erlebnis gehabt, dass ihn dazu zwang, rastlos irgendwelche Leute zu ermorden? "Was ist mit dir, Sortan. Hast du Familie? Oder etwas, das dich antreibt?"

Die Abendsonne schickte ihre letzten Strahlen über den Sand, als würden sich Arme aus Licht an den Dünen festhalten, um nicht über den Rand der Welt zu rutschen. Doch die gelbe Münze am Horizont tat es und ein bleiches Licht legte sich auf die Welt, die nun mit der Nacht langsam kälter wurde. Verdammte Wüste, fluchte die junge Sklavin und erhob sich. Sie war für kurze Zeit weggedöst, da sie der Ritt angestrengt hatte, doch kaum hatte sie bemerkt, dass sie in einen Halbschlaf sank, zwang sie sich in den Wachzustand. Somit stand sie auf und schüttelte den Sand aus ihrem Rock und auch aus ihrem Haar. Die Kapuze wurde wieder aufgesetzt und die Sklavin musterte ihre Umgebung. Sand, Sand, Palme, Sand... An ihr Ohr drang ein unvergleichliches Geräusch von Hufen, die kurz im Sand einsanken und dabei ein dumpfes Geräusch erzeugten. "Hörst du das, Sortan?"
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Sortan » Mi, 04. Apr 2012 18:15

Der Assassine betrachtete sie beim Waschen und eincremen und aß in der zeit schon einmal seinen Teil. Das Fleisch war gut und wurde mit dem Fladenbrot und viel Wasser heruntergespült. Er würde die Kraft später brauchen und ganz besonders in der Wüste war es wichtig zu essen. Trinken war zwar wichtiger, aber die Nahrung gab Proteine, Eiweiße und lieferte seinem Körper damit Energie. Sein Blick ruhte nachdenklich auf Eona, während sie sich über das Essen hermachte und überlegte. Die weite braune Kleidung der Wüstenmenschen hatte in diesem Terrain gleich mehrere Vorteile. Zum einen ließ sie nämlich den Wind durch und kühlte ihn damit, zum anderen war es die perfekte Tarnfarbe in der Wüste. Er seufzte leise, es war ungewiss wie es nun weitergehen würde, ob sie Menderea töten würden und wer wusste schon wie viele noch hinter ihm standen? Er hoffte niemand mehr, denn er war diesen Auftrag leid. Zwar kam er von der Familie und war von höchster Wichtigkeit und Ehre für ihn, andererseits war er aber auch komplizierter, gefährlicher und man bekam keinen Lohn. Er nickte abwesend, als sie dann anfing zu erzählen. Es war zwar relativ kurz, aber eigentlich hatte sie alles wichtige erwähnt und seinen Informationsdurst gestillt. Er überlegte kurz, aber eigentlich wusste sie das meiste darüber schon, weshalb er schulterzuckend antwortete, "Ich? Mein Interesse... Gilt meinem von ihm ermordeten Onkel. Es gilt mir selbst, denn Menderea und seine... Freunde verfolgen mich und meine... Familie." Es hatte schon seinen Grund, wieso er bei der nächsten Frage kurz die Augen zusammenkniff und sie seltsam ansah. Dann entspannten sich jedoch seine Gesichtszüge wieder und er kratzte sich am Kinn, "Ja... Wie gesagt ich habe eine Familie. Und ich habe auch etwas, das mich antreibt... Vielleicht erzähl ich es dir irgendwann, Drache." Dann lachte er kurz und schmunzelte noch eine Weile vor sich hin, denn seine Familie war nicht nur sein Leben und sein Rückhalt. Sie waren auch sein Beruf, seine Kontakte und alles was er besitzen konnte und würde. Sie waren loyal, die loyalsten Menschen die es in der Wüste gab, und er würde eher sterben als sie zu verraten. Besonders nicht an eine gerade erst kennengelernte Sklavin. Er hatte etwas übrig für Eona, das gab er zu, aber soweit vertraute er ihr noch nicht. Er musterte sie kurz, dennoch überraschte ihn ihre klare Art etwas und er hatte gedacht sie würde schon längst versuchen ihn zu töten. Seufzend lehnte er sich an die Palme und genoss den etwas kühleren Schatten.

Er hatte bereits das Mundtuch hochgezogen und seine braunen Augen blitzten belustigt als Eona sich aufrappelte und somit zwang wach zu bleiben. Ein lächeln umspielte seine Lippen, bei ihrer Frage und er nickte kurz, "Joh. Sie werden bald hier sein." Es war ein großer Nachtteil in der Wüste einen schnellen Hinterhalt zu legen. Man konnte weder Stolperdrähte spannen, noch sich irgendwo verstecken. Fallen waren zwar möglich, aber zu zeitaufwändig und unpräzise. Er grummelte in sich hinein und stand langsam auf. Die Rinde der Palme ziepte in seinem Rücken und er sah kurz zu seinem Pferd. Das Tier war wieder etwas ausgeruhter und würde ihm einen kleinen Sprint verzeihen. Dann führten seine Schritte ihn zu dem Fluss und etwas von dem silbrig glänzenden Wasser landete in seinem Gesicht und den Haaren, bevor er sich wieder aufrichtete und die letzten Sonnenstrahlen betrachtete. Er ging wieder zu Eona und strich über ihr Bein, "Lass mich dir ein Geschenk machen..." Die Stimme klang etwas belustigt dabei und seine Augen blitzten ebenfalls auf. Ehe sie reagieren konnte, zog er ihr bereits den Dolch aus dem Strumpfband und dann unter dem Rock hervor. Er öffnete den Beutel und dann die kleine Phiole und schüttete etwas über die Klinge des Dolches. Das Gift war wie Teer und blieb in einer feinen Ölschicht auf dem Stahl kleben. Sortan reichte ihr den Dolch mit dem Griff vorran zurück und war dabei vorsichtig, "Schneid dich nicht, es ist tödlich..." Er zwinkerte ihr zu und vollführte das gleiche bei seinem Kurzschwert, ehe er die leere Phiole wieder in den Beutel stopfte, "Ich werde sie hier her locken... Bleib hinter den Palmen." Dann schwang er sich mit gezücktem Schwert auf den Wallach und passte dabei besonders auf, das Pferd nicht zu verletzen.

Er gab ihm die Sporen und ritt in einem Bogen auf das Geräusch zu. Bald hatte er die Gruppe in Sichtweite und fixierte jeden einzelnen. Er erkannte natürlich niemanden der Männer, aber er zählte einfach ab, "Menderea... Andanam... Frau... Kind... Zwei weitere Männer... und ein Bogenschütze." Die kleine Gruppe hatte ihn natürlich schon entdeckt und der Bogenschütze legte bereits einen Pfeil an die Sehne. Sortan schwang das Schwert und drehte dann plötzlich wieder um. Der Pfeil landete etwas hinter ihm, während er in schnellem Galopp auf den kleinen Palmenhain zuritt. Natürlich folgten sie ihm, er war ja nur ein einzelner Mann. Als er an dem Hain ankam, rief er zu der Sklavin, "Der Schütze!" Er ritt wieder an dem Fluss entlang und warf immer wieder einen Blick über die Schulter. Der Schütze war der letzte und langsamste und sobald er den Hain passieren würde, konnte er sich um die restlichen zwei Wachen und Menderea kümmern. Der Kaufmann und seine Familie warteten indess ein Stück vor den Palmen. Sie waren keine Kämpfer und stellten damit weder eine Gefahr, noch eine große Hilfe dar. Er hoffte Eona würde sich um sie kümmern, andererseits war er sich nicht sicher wie gut diese Männer ihre Waffen führten und ob er alleine mit ihnen fertig werden würde. Andererseits war dies auch kein normaler Kampf, er brauchte nur einen Kratzer anzubringen und schon war der erste tot. Ein erneuter Blick über den Rücken, der Schütze war nun fast bei den Palmen.
"Mit der Ehre in der Brust und dem Stolz in dem Kopf,
macht die Seele kein Verlust, wenn man nur weiter hofft."
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Eona » Mi, 04. Apr 2012 19:11

Eona spannte all ihre vorhandenen Muskeln an und versuchte ihr Herzklopfen zu regulieren, dass ihr bis zum Hals schlug und sogar ihren Kopf erreichte. Ihre Klinge lag sicher in der Hand. Das Gift, dass die Klinge ölig umschloss, schimmerte tödlich im schwindenden Tageslicht, dass noch vor einigen Stunden so heiß auf ihrer Haut gebrannt hatte. Sie presste sich an die raue Rinde der Palme und lauschte den Geräuschen und nach Sortan, der ihr sogleich etwas zurief. Ein Schütze?, schoss es durch ihren Kopf und sie lugte hinter der Dattelpalme hervor. Sortan kam mit seinem Wallach über eine Düne geprescht dicht gefolgt von... Menderea. Die Sklavin erkannte ihn sofort an seinen zwei Säbeln und dem langen schwarzen Haar, dass zu einem langen Zopf zusammengebunden war und hinter ihm herflog. Wie vom Teufel persönlich gestochen rannte er hinter dem Pferd her und schien Eona nicht gesehen zu haben. Zwei andere bewaffnete Männer folgten ihm. Menderea war nicht dumm und hatte sich einiges an Gefolge zugelegt, bevor er die schützende Stadt verlassen hatte. Doch ihr Augenmerk galt dem Schützen, der sich langsam der Baumgruppe näherte und einen weiteren Pfeil einlegte und sich ihren Begleiter als Ziel nahm.
Die Sklavin atmete noch einmal kurz ein, bevor sie ihr Versteck verließ. Ihre Stiefel sanken etwas in den Sand, als sie hervorpreschte, doch das behinderte sie nicht. Der Bogenschütze war einige Meter vor ihr in Stellung gegangen und wollte den eingelegten Pfeil schon abschießen, da bemerkte er eine Bewegung aus dem Augenwinkel. Der Mann war vermummt und trug ausschließlich weiße Kleidung, sowie eine Art Turban, die seinen Kopf und das Gesicht verhüllte, aber seine scharfen Augen freiließen, die jetzt Eona fixierten. Er war schnell, genauer gesagt, schneller als die Sklavin. Der Pfeil sirrte durch die Luft und blieb in der rechten Schulter der jungen Frau stecken. Der Schütze hatte zwar schnell reagiert, aber zu schnell um sein Ziel genauer zu erfassen. Somit hatte er die Sklavin zwar gesehen, aber nicht das Herz getroffen, dass er eigentlich im Sinn hatte. Eona stolperte, kam ins schlingern, doch ihr rechter Fuß fasste bald wieder Halt und wurde von einem Schmerzensschrei begleitet, der aus der Kehle der Sklavin drang. Doch das hinderte sie nicht daran anzugreifen.
Ihr Gegner wich vor der angreifenden Frau zurück, entkam noch einem weiteren Angriff, doch konnte es nicht verhindern, sich dabei eine Wunde am Arm einzufangen. Sein weißes Gewand wurde von rotem Blut an dieser Stelle durchtränkt und etwas zuckte durch seinen Körper, dass ihn innehalten ließ. Währenddessen hielt sich Eona ihre schmerzende Schulter und versuchte den Pfeil rauszuziehen, doch als sie das Wurfgeschoss nur berührte, stöhnte sie wieder auf. Verdammt, ich hätte besser aufpassen sollen. Mit einem weiteren ohrenbetäubenden Schrei zog sie sich das Mistding aus der Schulter und presste ihre Hand gegen die Wunde, um die Blutung zu stoppen. Der Bogenschütze hielt sich weiterhin den Arm und ging langsam in die Knie, wo er noch einige Sekunden verweilte. Das Gift tat sein übriges und brachte das Herz des Feindes zum Stillstand.

Eona keuchte und schenkte dem Mann noch einen kurzen wütenden Blick, nachdem sie sich ihrer Umgebung zuwandt. Eine kleine Gruppe stand etwas abseits und die Sklavin sah einen älteren Herrn, eine Frau und ein Kleinkind, dass plötzlich zu schreien begann. Doch wo steckte Sortan?
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Re: Eine persönliche Angelegenheit

Beitrag von Sortan » Mi, 04. Apr 2012 19:44

Der Assassine lachte, als die Sklavin den Schützen tötete. Er hatte den Pfeil nicht mitbekommen und hatte nun auch anderes zu tun. Sortan zügelte das Pferd und Adrenalin pumpte durch seine Venen. Er hatte das Kurzschwert gesenkt und ließ Schattenmähne etwas umhertänzeln und sich umdrehen. Dann fixierte er seine Gegner und gab dem Wallach erneut die Sporen. Er ritt im Kreis um Menderea und auf den linken Reiter zu. Dieser hatte bereits einen Säbel gezogen und schwang diesen in seine Richtung. Ein kurzes Sirren, Metall schabte aneinander und dann fiel der Wüstenmensch mit Blut auf der Brust um. Sortan ritt ein Stück zu den Palmen zurück und schaute nach Eona. Er sah sie nicht, aber sein Blick war vielleicht nur zu kurz gewesen, denn schnell wandte er sich wieder um und sprang von dem Pferd ab. Der Wallach bremste seinen Schritt ein Stück später von selbst und tänzelte unruhig herum, ehe er schließlich zum Fluss trabte und noch etwas Wasser trank. Der Raquiiah dagegen kam mit einer Rolle auf dem Sand auf und wirbelte eine Menge der kleinen Steinchen auf. Er kam wieder auf die Füße, sackte kurz wieder ein und vergrub die linke im Sand. Das Ganze sah zwar gut aus und war effektiv, aber bis er sich orientiert hatte war bereits der zweite Wachmann über ihm. Mit zu schlitzen verengten Augen schleuderte er ihm eine Ladung Sand entgegen und hieb mit dem Schwert nach seinen ungeschützten Beinen. Somit fiel auch der zweite seiner Klinge -und damit seinem Gift- zum Opfer. Er keuchte langsam und sein Atem ging etwas schneller, während er Menderea fixierte. Dieser ließ sich etwas Zeit, sparte seine Kräfte, aber er näherte sich ihm.

Sein Gegenüber öffnete den Mund, wie um etwas zu sagen, doch der Raquiiah wollte nichts hören. Er würde ihn schon früh genug zum reden bringen, oder die Familie des Geschäftsmannes. "Mörder." "Nein... Du bist der Mörder, Menderea." Die ölige Klinge war etwas mit Sand verklebt, aber sie glitzerte dennoch in dem letzten Schein der Sonne. Die Nacht brach herein und es wurde dunkler, während Sortan sich wieder aufrappelte und Menderea umkreiste. Er hatte eine geduckte Haltung angenommen, passend zu seinem Kampfstil, und war auf alles gefasst. Der Hühne schwang seine Säbel nach ihm und Sortan wich beiden mit einer Drehung aus. Es war schwer sich gegen zwei Klingen zu verteidigen, "Deine Frau hat geschrien... Wie ein Schwein, als ich ihr die Haut abgezogen hab." Er sah die Wut und die Emotionen in dem Mann hochkommen und wusste das er ein gefährliches Spiel mit ihm trieb. Aber anders hatte er wohl keine Chance gegen ihn. Seine Schritte waren leichtfüßig und tänzelnd auf dem Sand, während er ihn etwas umkreiste. Dann kam der nächste Angriff, ein Hieb von rechts, Sortan wich nach links aus und drehte sich dabei. Gerade so schaffte er es dann das zweite Schwert mit dem Kurzschwert abzublocken. Sortan duckte sich knurrend unter dem nächsten Angriff weg, der ihn fast enthauptet hätte. Menderea war schnell und wütend, aber er fing an auf ihn einzuhacken. Die schlanke Klinge des Kurzschwert zuckte nach vorne, wurde jedoch weggestoßen und er selbst erneut angegriffen. Es ging eine Weile so hin und her, die Säbel pfiffen an seinem Körper vorbei und seine Stiche und flinken Paraden und Finten trafen meistens auf eisernen Stahl. Der Raquiiah sah keine Lösung in dem Schlamassel, sie waren beide ungefähr gleich gut und würden solange kämpfen bis einer vor Erschöpfung umfallen würde.
Er keuchte ein wenig vor Erschöpfung und sprang zurück. Sie starrten sich gegenseitig an, er konnte es vergessen diesen Mann zu foltern. Stattdessen war er froh wenn er den Kampf überleben würde. Er knurrte leise und reizte ihn noch ein wenig mit ein paar unschönen Details über seine Frau. Menderea schwang wutentbrannt seine Säbel nach seiner Brust und Sortan machte einen Schritt nach vorne, mit tief gesenkter Klinge. Die Spitze bohrte sich hart in das weiche Fleisch seiner Schenkelknochen, wurde von selbigem nach oben gelenkt und schnitt weiter bis in den Magen und den Darm. Ein relativ tödlicher Stich und mit dem Gift wurde er zur Todesgarantie. Die Säbel des Beraij allerdings, trafen Sortan ebenfalls. Ein Risiko das er einkalkuliert hatte und das er ausnutzte. Er ließ sich von dem Schwung mit zur Seite tragen und ließ dabei den Griff seiner Waffe los um die Verletzungen zu mindern. Das brachte zwar einiges, aber nichts desto trotz biss sich der Stahl in seine Schulter hinein und ebenso ein Stück weiter untendrunter in seine Seite. Das Blut floss aus ihm heraus, besonders aus der Seite und er ließ sich stöhnend in den Sand fallen. Ob es der Sklavin gut ging?
Zuletzt geändert von Sortan am Do, 05. Apr 2012 18:53, insgesamt 1-mal geändert.
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macht die Seele kein Verlust, wenn man nur weiter hofft."
->Nima Najafi Hashemi

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