Neue Bekannte

"Die Stadt der Wasser" am Fuße der Ruwayd-Berge. Bekannt für ihren Wohlstand und der Akademie der Heiler.
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Eona
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Re: Neue Bekannte

Beitrag von Eona » Do, 12. Jul 2012 15:50

Eonas Kräfte hatten sich wieder erholt und neues Adrenalin schoss durch ihre Venen, als sie behände und leichtfüßig vom Dach sprang.
Würde sie den Weg auf den Dächern nehmen, wäre der Sprung über die Hauptstraße wohl zu weit. Sie würde den Schutz der Gassen und der dunklen Schatten nutzen, um sich durch die Stadt zu schlängeln. Das Nordtor war nicht weit entfernt und somit keine risikoreiche Strecke. Aber die junge Sklavin ging immer vom schlimmsten aus.

Sie hing sich an den Rand des Daches und ließ sich dann aus zwei Meter Höhe einfach fallen. Den Sprung fing sie ab, indem sie stark in die Hocke ging und sofort weiter lief, damit keiner sie bemerkte. Niemand sah sie an oder würdigte sie nur eines Blickes. Wenn Eona ihren Mantel angezogen hatte und die Kapuze tief ins Gesicht zog, war sie für viele Menschen uninteressant. Nur bei den Wachen müsste sie aufpassen. Ihre Sinne waren durch das heiße Adrenalin geschärft und ihr Herz klopfte nach einigen Metern schon so laut, dass es eigentlich jeder in dieser Stadt hören müsste. Sie huschte von Gasse zu Gasse, mied breite Hauptstraßen und musste sich zweimal vor einer Patrouille oder herumstehenden Wachen verstecken und einen Umweg gehen. Der Umweg war nicht sehr groß, aber trotzdem trieb es Eona den Schweiß auf die Stirn. Sie roch das verbliebende Sandelholz auf ihrer Haut und den leicht würzigen Geruch des Schweißes, der ihre Narbenberge auf ihrem Rücken herunterrollte.
Sie hielt kurz vor der Mauer an und regulierte ihren rasselnden Atem nach unten. Anscheinend war sie unbemerkt durchgekommen und wachsam genug gewesen.

Eona war nun in der Nähe des Nordtors zum äußeren Ring. Die Gebäude waren hier etwas niedriger und sie fragte sich, ob sie den Weg nochmal auf ein Dach wagen sollte. Aber ihre Beine würden sie nicht mehr lange tragen. Die Sklavin war zu erschöpft.
Sie war in eine enge Seitengasse verschwunden und der Weg führte sie nur noch über eine Hauptstraße. Achtsam ließ die junge Sklavin ihren Blick schweifen und entdeckte einige Wachen, weiter unten auf der Straße. Sie hatten sich zu viert zu einer Gruppe zusammengerafft und suchten die Gegend mit ihren Augen ab. Suchen sie mich immer noch? Wütend runzelte die junge Sklavin die Stirn und ließ die Gruppe nicht aus den Augen. Diese Straße konnte sie nun nicht überqueren. Das wäre zu auffällig. Und vielleicht waren das diejenigen Wachen, die sie schon fast gefangen genommen hatten. Die Gesichter waren leider nicht zu erkennen, da sie vermummt waren.
Zurück zu gehen würde noch mehr Zeit beanspruchen, da diese die einzige Seitengasse war, die direkt zum Nordtor führte. Und auf das Dach zu steigen würde zu viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Außerdem müsste sie zwei Dächer finden, die nah genug beieinander lagen, um die Lücke dazwischen zu überspringen.
Sie ließ einen genervten Seufzer los und schreckte etwas zusammen, als sie neben sich Schritte hörte. Natürlich, überall hört man Schritte. Von Menschen, die in Eile vorbeitrabten und die, die genug Zeit hatten zu schlurfen. Aber diese Geräusche waren genau neben ihr und sie wandte diesem ihr Gesicht zu. "Hab ich Euch erschreckt, junge Dame?"
Eine Gänsehaut ummantelte Eonas weiche Haut und sofort klingelten alle Alarmglocken. Jemand, der so schleimige Worte aussprechen konnte, wollte nichts gutes von ihr. Es war ein älterer Herr, sehr abgemagert und seine Kleidung war etwas zu weit für ihn. Schuhe trug er nur einen. Das lichte Haar kräuselte sich in einer undefinierbaren Schlammfarbe um seinen Kopf und die Augen lugten wässrig aus ihren tiefen Höhlen hervor. Auch der Geruch, der von ihm ausging, war weniger angenehm. Die Sklavin zog die Nase kraus. "Nein", sagte sie schlicht und lugte nocheinmal kurz um die Ecke, um die Wachen ja nicht aus den Augen zu verlieren.
"Wie wäre es, wenn ich euch über die Straße begleite und euch zeige, wie man ganz schnell Geld verdienen kann."
Seine Hand schnellte hervor, packte Eonas Mantel mit eisernem Griff und in reflexartiger Reaktion wollte sie einen Schritt zurückgehen, doch sie hinderte sich selbst daran, um nicht ans Tageslicht zu treten. Die Wachen standen immer noch an derselben Stelle.
"Lass mich sofort los, du Mistkerl, oder ich zeig dir, wie ich mein Geld verdiene", fauchte sie und funkelte ihn zornig an. Das krächzende Lachen, das auf diese freche Drohung ertönte, kratzte an dem Trommelfell der jungen Frau und nun war es genug. Ihre Nerven waren schon seit Minuten blank gelegt.
Mit einem Ruck entriss sie der Faust ihren Mantel und trat kräftig zu. Aus reinem Glück traf sie den ekelhaften Fremden im Unterleib und er krümmte sich zusammen. Nun musste sie schnell handeln. Entweder huschte sie schnell über die Straße und riskierte dabei von den Wachen gesehen zu werden, oder sie quetschte sich an diesem Widerling vorbei und nahm doch den Umweg.
Ihr Verstand entschied sich für zweiteres.

Doch kaum war sie nur in der Nähe des Fremden, zückte er schon ein kleines Messer und stieß plötzlich zu. Eonas Augen weiteten sich. Ein leichter Schmerz durchdrang ihren zierlichen Körper und sie schaute an sich hinab. Das Messer war durch ihren Mantel an ihrem Ledermieder vorbeigeschrammt und hinterlies eine blutende Wunde. Ohne weiter nachzudenken, schlug Eona ihm ins Gesicht, verdrehte sein Handgelenk und er ließ die Waffe stöhnend fallen. Hätte Gifthand ihr die Waffe zurückgegeben, wäre so ein Zwischenfall eigentlich schnell beendet gewesen. "Unterschätze niemanden!", zischte sie und ergriff das Messer, dass für ihren Geschmack zu klein und zu klobig in der Hand lag. Der Fremde war auf die Knie gesunken und die Wut auf Sortans Verschwinden, ihre verzweifelte Situation und die reine Hilflosigkeit, ließen sie hinreinßen, das Messer in die Brust des Mannes zu stechen. Warmes Blut lief über ihre Hand und signalisierte ihr, dass sie noch am Leben war. Eona zitterte.

Die Wachen waren nach einer Weile an der Seitengasse vorbeimarschiert und hatten glücklicherweise nicht hineingesehen. Der Mann lag mitten in der Gasse und die Sklavin störte sich nicht daran. Sie wartete geduldig, bis der Marsch vorbeigezogen war und rannte über die Straße durch eine weitere Nebenstraße und war endlich am Nordtort angelangt. Kurz rückte sie noch ihre Kapuze zurecht und versteckte ihre blutbefleckte Hand unter dem Mantel. Die beiden sollten nicht unnötige Fragen stellen.
Sie erspähte das Paar einige Meter vor ihnen und sie schlich sich von der Seite her an. "Hier bin ich. Gehen wir."
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Re: Neue Bekannte

Beitrag von Laretan » Do, 12. Jul 2012 17:55

" Doch. Du hattest schon recht." sagte Laretan und schüttelte leicht den Kopf. Als sie sagte das sie ihn etwas hatte zappeln lassen lächelte er verlegen " Das hatte ich dann wohl verdient." Am liebsten hätte er sie geküsst. Hier und jetzt. Doch er hielt sich zurück.
Als Laretan den äußeren Ring sah, war er erst fasziniert und dann leicht verzweifelt. " Ich wollte doch zu den Armenvierteln. Wo sind sie?" dachte er. Wenn das die Armenviertel waren, muste es wirklich eine sehr reiche Stadt sein dieses Naradesh.
Laretan wollte sich gerade nach de jungen Frau um sehen, als sieauch schon neben ihnen war. Laretan war innerlich leicht erschroken ohne es nach außen zu tragen. Er war ein sehr aufmerksamer Mensch und trotzdem hatte sie sich fast unbemerkt anschleichen können. Sie musste das sehr geübt haben, schließlich war Laretan auch vertraut mit der Dunkelheit.
Sie gingen zusammen durch das Tor. Laretan war wirklich angetan von dem Anblick des äusseren Rings. Doch gleichzeitig auch Unsicher. " Hey. Ich dachte wir gehen in die Armenviertel. Wie es hier aussieht, finden wir hier bestimmt keinen Unterschlupf. " sagte Laretan in Richtung der Rothaarigen. Laretan sah sich um , aber fand keine möglichkeit wo man hätte unter kommen können.
Laretan sah eine kleine Gasse. "Da" er zeigte in die Richtung und ging hin. Hier würden sie nicht gleich gesehen werden. Laretan sah in die Runde. " Wie gehen wir denn jetzt weiter vor?" Laretan wusste nicht genau was er tun sollte. In den Armenvierteln im Nordreich, fand man imer ein altes Gebäude in dem man nächtigen konnte. Doch hier sah alles gut und Sauber aus. Hier würde es bestimmt nichts geben. Es schien niemand so recht bescheid zu wissen. Er hatte gedacht das die Fremde vielleicht mehr wüsste, aber wie es schien war dies nicht der Fall. So übernahm Laretan die Führung. " In Ordnung. Wir werden jetzt erstmal in die Randgebiete gehen um zu schauen das wir einen unterschlupf finden. Und gleichzeitig suchen wir etwas zu essen. Ausserdem brauchen wir Trinkwasser. " Laretan ging durch die Gasse und dann weiter über die Straßen in Richtung Mauer.
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Re: Neue Bekannte

Beitrag von Basima Anadil » Fr, 13. Jul 2012 13:23

Basima erschrak fürchterlich und zuckte deutlich sichtbar zusammen, als die Fremde Frau plötzlich neben ihnen auftauchte, , sie war blass um die Nase und starrte die Frau fassungslos an. "Als anschleichen ist wirklich dein Talent" sagte sie und versuchte ihren Schreck zu überspielen. Sie folgte Laretan als er eine Stelle fand, an derer sie nicht sofort gesehen oder angerempelt wurde. "Vielleicht können wir auch Leute von hier fragen wo es Häuser gibt die leer stehen" schlug sie vor, als sie sich um sah fiel ihr Blick auch auf die Frau und musterte sie, sie hatte die gesamte Zeit eine ihrer Hände unter ihrem Mantel versteckt. "Gehen wir oder gibt es noch etwas?" als keiner antwortete setzte sich das Trio in Bewegung. Sie passierten das Tor zum Außenring. Das die Stadt so reich war, das es kein Armenviertel gibt war schon verwunderlich, aber Basima versuchte mit dem Wissen das sie kein Gold hatten und diese Stadt so viel Reichtum besaß das jeder ein warmen Schlafplatz hatte zurecht zu kommen. Sie gingen die Straßen entlang und passierten einige kleine Kreuzungen. Basima musterte die Gegend und die Häuser. Ihr Blick viel wieder auf die Fremde und ein Windstoß hatte den Mantel angehoben, Basima erschrak sie dachte sie träumte war es das wirklich? Sie wollte nicht warten, machte einen schnellen Satz nach vorne, packte die Hand und riss die Hand unter den Mantel hervor. Zum Glück waren sie gerade in eine kleine Gasse abgebogen die ein dünsteres Licht da von Oben herab die Gasse erhellte.

Basima sah die Frau an "Wieso ist die Hand blutverschmiert?" fragte sie "Was hast du getan?" ergänzte sie mit einer weiteren Frage. "Ich hätte einen Erklärung, mit einer Blutverschmierten Hand ist es natürlich von Vorteil sich zu verstecken. Bist du noch ganz von Sinnen! So hier aufzutauchen, mach die Hand sauber!" sagte sie leise und äußert bestimmt. Sie sah dann zu Laretan und dann wieder zu der Frau. "Ich schlage vor wir gehen erst weiter wenn sie uns das erklärt hat" Basima war aufgewühlt, wenn die Wachen diese Hand sehen würden, dann wären sie gefangen genommen worden so schnell könnten sie vermutlich gar nicht reagieren. Basima sah sich um, aber keiner hatte die Hand bisher wahrgenommen oder achtete auf diese.

Es tauchten an einer Seitengasse Wachen auf. Basima beobachtete sie mit mulmigen Gefühl, doch sie schauten nicht mal in die Richtung von Ihnen. "Wir müssen aufpassen. Es sind Wachen hier" sagte sie in die Runde.

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Re: Neue Bekannte

Beitrag von Eona » Fr, 13. Jul 2012 13:54

"Also anschleichen ist wirklich dein Talent."
Eona fixierte die junge Wüstenfrau unter ihrer Kapuze und brachte ein unheilvolles Lächeln zustande. "Übung macht den Meister." Das sie die beiden erschreckt hatte, war natürlich nicht ihre Absicht, denn sie war es gewohnt, allein in dieser Stadt herumzustreunern. Da vergaß man schnell, dass man in den Schatten vollkommen verschwinden konnte und sich unbemerkt fortbewegte.
Eona folgte den beiden und achtete darauf, dass ihre blutverschmierte Hand unter dem Mantel blieb. Erstens wollte die Sklavin die Aufmerksamkeit nicht auf sich ziehen und zweitens hatte sie keine Lust auf eine Konfrontation und eine Erklärung. Die Wunde an ihrer linken Seite schmerzte bei jedem Schritt, jedoch ließ sie sich nichts anmerken.

"Es gibt hier keine Armenviertel. Naradesh ist sehr wohlhabend und sie wollen anscheinend dieses Bild nicht verschandeln, indem sie die ärmeren Leute in Hütten leben lassen. Das ist alles nur Fassade", brummte Eona als Antwort und sah sich die Gebäude genauer an. Sie waren zwar nicht so hoch und ansehend wie in den inneren Ringen, doch auch hier waren sie aus leuchtendem Sandstein gefertig worden und standen in Reih und Glied. Hier waren die Menschen nicht so hochnäsig oder reich gekleidet. Aber das beruhigte die junge Frau etwas uns sie ließ ihre angespannten Schultern für einen Moment sinken. Das schlimmste hätten sie wohl überstanden.

Sie bogen in eine dunklere Nebengasse ein, um ihr weiteres Vorgehen zu besprechen. Eona wollte gerade Gifthand zustimmen, dass sie die Randgebiete absuchen sollten, da es doch ein paar baufällige Häuser am Rande der Mauer gibt, die verlassen waren. Die Sklavin ist zwar nicht oft hier gewesen, trotzdem kannte sie sich etwas aus, um zu wissen, wo sie ihren Unterschlupf finden könnten.
Aber die Wüstenfrau schien doch scharfe Augen zu besitzen.
"Wie soll ich die Hand abwaschen, wenn ich auf der Flucht bin", zischte sie zurück und funkelte die Frau vor ihr wütend an. "Es gab eine Auseinandersetzung. Es war Notwehr." Eona hätte den Mann auch in Ruhe lassen können, doch in Wahrheit war sie stinkwütend auf ihre derzeitige Situation gewesen und hatten den Widerlin dies büßen lassen. Doch das würde die Kleine vor ihr natürlich nicht verstehen.
"Mich hat keiner bemerkt und außerdem ist das mein Problem, und nicht deins!", grollte sie und betastete vorsichtig ihre Wunde unter ihrem Mantel. Sie war nicht tief, aber das Blut fing langsam an ihren Rock zu besudeln und vielleicht tropfte es noch auf den Boden und würde Spuren hinterlassen. Sie mussten schnell weiter. Die Sklavin schnitt eine schmerzhafte Grimasse. "Wir müssen vorsichtig sein. Gehen wir weiter."
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Re: Neue Bekannte

Beitrag von Laretan » Fr, 13. Jul 2012 14:20

Auch Laretan bemerkte die Wachen. Er stellte sich etwas zwischen die Frauen und den Ausgang der Gasse. Ob es Notwehr war oder nicht, konnte Laretan nicht wirklich einschätzen. Doch er sah die kleinen Bewegungen unter dem Mantel der Rothaarigen. " Bist du verletzt? Wenn ja, dann sollte Basima sich das mal ansehen wenn wir etwas ruhe haben. Sie kann gut mit Wunden umgehen." sagte Laretan mit einem leichten Lächeln in Basimas Richtung. " Kommt" flüsterte er. Die Wachen waren ein wenig weiter gegangen. Laretan ging ruhigen Schrittes mit der Rothaarigen und seine Geliebten asu der Gasse.

Sie gingen einige Zeit und tatsächlich fanden sie ein kleines leerstehendes Gebäude in der Nähe der Stadtmauer. " Perfekt" flüsterte Laretan und trat ein. Die beiden Frauen folgten ihm. " Wartet kurz." sagte er leise. Er zog den Dolch und drückte ihn der Fremden in die Hand. " Lass mich das nicht bereuen." sagte er noch ernst. Dann ging Laretan, auf leisen Sohlen, durch das Haus. Im Erdgeschoss war niemand. Auch keine Möbel waren in diesem Geschoss. In der ersten Etage war in einem kleinen Zimmer ein rampuniertes Bett und über all lag Stroh rum. " Irgendjemand muss die Matratze zerstört haben." dachte Laretan im stillen. Auch in den anderen Zimmern war nicht was sie hätten gebrauchen können, ausser etwas Holz hier und da. Alles war sehr verstaubt, als ob lange niemand hier gewesen wäre, und vermutlich war das auch so.
Laretan kam herunter und ging in den Keller.
Doch die Tür zum Keller war verschlossen. Mit einem kräftigen Tritt, brach Laretan die Tür ein. Im Keller tat sich eine Überraschung auf. Dort waren vier Betten und einigeRegale. In den Regalen war Essen und kleine Fesser. Laretan vermutete sie wären mit Wein gefüllt. Ein paar Fackeln waren an den Wänden angebracht. Vor den Betten standen verschlossene Truhen und an der wand ein Schreibtisch. Auch hier war es leicht Staubig, aber lange nicht so wie in der oberen Etage. Laretan vermutete das es der staub von ein paar tagen, höchsten von zwei Wochen war.
" Hey kommt herunter in den Keller." rief Laretan. Da entdeckte er ein Zeichen an der Wand. Als die Beiden herunter gekommen waren, blickte er sie ernst an. " Entweder wir haben echtes Glück, oder verfluchtes Pech." sagte er zu den zwei Frauen. " Ich glaube dieses Gebäude gehört einer kleinen Bande. Wenn wir glück haben wurden sie vor kurzem geschnappt oder sind geflüchtet. Vielleicht aber auch nicht. Hier gibt es genug für uns drei für die nächsten Tage oder sogar Wochen. Was denkt ihr? Sollen wir hier bleiben? Das birgt natürlich auch ein gewisses Risiko." Danach sah Laretan die rothaarige an und zeigte auf das Zeichen. "Kennst du dieses Zeichen? " Das Zeichen sah aus wie eine Schlange die eine Sonne verschlang. Laretan konnte sich darauf natürlich noch keinen Reim machen.
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Re: Neue Bekannte

Beitrag von Basima Anadil » Fr, 13. Jul 2012 14:34

Basima schüttelte den Kopf, sie wusste das wenn man auf der Flucht war an wenig dachte aber dass war in ihren Augen leichtsinn. "Wenn du so leicht mit deinem Leben umgehst bitte und Notwehr schön und gut. So etwas kann uns in große Schwierigkeiten bringen das ist dir klar? und es ist auch mittlerweile unser Problem, Tod nützt du uns nämlich nicht und du bist bei uns und als Gruppe muss man aufeinander achten, also ist es wichtig. Ich will dir doch nichts böses" sagte sie mit sanften Ton und lächelte die Frau versöhnlich an. Als Laretan die Frau auf eine Verletzung ansprach sah Basima die Frau an und nickte. "Wenn du es möchtest schaue ich mir die Wunde gerne an" sagte sie als Bestätigung und folgte dann Laretan und der Frau aus der Gasse.

Als sie das Häuschen entdeckten gingen sie ins Haus hinein und gab Laretan den Hinweis zu warten und gab der rothaarigen einen Dolch. So wartete sie mit der rothaarigen Frau und Laretan verschwand. Es war staubig und roch modrig. Basima bekam einen Hustenreiz und musste sich mächtig anstrengen damit sie nicht hustete. Sie bekam einen Hochroten Kopf und hielt sich die Hand vor dem Mund. Dann endlich der erleichternde Ruf von Laretan und sie hustete. Es dauerte einige Zeitlang bis sie sic hberuhigt hatte und ging dann nach der rothaarigen Frau in den Keller. Die Worte die Laretan an sie und die Frau richtete gefielen ihr nicht, trotzdem ging sie ohne etwas zu sagen mit strengen Blick durch den Keller. Die Betten sahen noch gut aus, der Staub hier war das einzigste was von der Abwesenheit derer zeugte die hier zuvor gelebt hatte. Sie sah zu der Wand an der das Zeichen angepinselt war. "Hmm" machte sie und ging näher heran um dieses zu mustern. "Ich wäre dafür, dass wir hier bleiben. Du kannst dich wehren und sie auch" sagte sie "wir werden das hier brauchen. Da wir nicht auf der Straße schlafen können und auch einen trockenen Platz brauchen" sagte sie "Oder was denkst du?" sie sah dabei die fremde Frau an "Und vielleicht sollten wir mal mit Namen anfangen. Auch wenn du vermutlich dagegen bist. Ich bin Basima und das ist Gifthand" sie deutete zu erst auf sich und dann auf Laretan. Das sie den wahren Namen von ihm kannte, würde sie ihr nicht zeigen. So hatte es Laretan ihr beigebracht. "Und wie heißt du?" fragte sie die Frau "Oder darf ich mir einen Namen aussuchen?"
Dann wartete sie auf die Antwort auf Laretans Frage ob die Frau das Zeichen kannte und ob sie mit dem Unterschlupf hier einverstanden war.

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Re: Neue Bekannte

Beitrag von Eona » Fr, 13. Jul 2012 15:28

Eona zog eine Augenbraue nach oben und war beruhigt zu wissen, dass es jemanden gab, der sie behandeln konnte. Zwar war sie von Sortan soweit unterrichtet worden, dass sie ihre Wunden eigenhändig versorgen konnte. Jedoch war es immer besser, jemanden anderen heranzuziehen. Trotzdem traute sie dieser freundlichen Person immer noch nicht. Weniger noch als Gifthand, was sich zwar paradox anhörte, doch sie konnte mit misstrauischen und kühlen Personen besser verständigen, als mit diesen freundlichen Heuchlern. "Gut, du kannst es dir später ansehen, wenn du es für nötig hältst. Und sag mir nicht was ich tun soll", murrte sie und folgte Gifthand weiter, auf der Suche nach einem Unterschlupf.

Ihr Blick huschte prüfend über die Straßen und wäre sofort alarmiert, wenn sich nur ein Anzeichen einer Wache zeigen würde. Jetzt war sie am meisten verwundbar und würde sich nicht wehren können. Ob die beiden anderen sie schützen würden war fraglich. Sie liefen die Stadtmauer entlang und entfernten sich nicht zu weit von ihr. Schlussendlich fand sich doch noch ein kleines Häuschen, welches anscheinend leerstand und auch etwas abseits lag. Eona blieb sofort im Türrahmen stehen und machte keinen Schritt weiter hinein. Es könnte noch jemand dort drin sein und sich von dem unangekündigten Besuch gefährdet fühlen. Somit überließ sie es Gifthand weiter vorzudringen.
Der Griff Silberstichs gab ihr wieder etwas Sicherheit zurück und sie steckte ihn in die vorgesehene Halterung am Mieder, um ihn schnell ziehen zu können, falls nun doch noch jemand im Gebäude hausen sollte. Jedoch roch es so modrig und die abgestandene Luft kratzte in der Haut, dass die Sklavin nicht glaubte, dass hier jemand noch lebte. Die Wüstenfrau hustete und auch Eona musste ein Stück ihres Mantels vor den Mund halten, um sich langsam an diese Luft zu gewöhnen.
Sie wartete gespannt, spähte manchmal auf die Straße und wartete ungeduldig, bis der Fremde wieder hinunter kam. Ohne Worte suchte er das Erdgeschoss weiter ab und fand dann eine Falltür zum Keller. Als würde er es jeden Tag machen, trat er die morsche Tür im Boden ein und verschwand sofort darin. Die Sklavin war wieder verwundert über seine Stärke. Sie erinnerte sich an das Gefühl seiner rauen Hände an ihrem Handgelenk und einem Schraubstock ausgeliefert zu sein. Ich sollte vorsichtig bei ihm sein...
"Hey, kommt herunter in den Keller." Das Gebäude schien wohl leer zu sein. Sie ging zuerst und ging die Holzleiter hinunter. Die Fackeln spendeten spärliches Licht, aber sie konnte die vielen Betten, Fässer und die Regale erkennen. "Dieses Haus ist bewohnt, wenn auch nur selten. Wir sollten vorsichtig sein."
Gifthand deutete auf ein Zeichen, dass in einige der Fässer geritzt war und auch auf die Außenwände der Regale. Eine Schlange, die eine Sonne verschluckte. "Mir sagt dieses Zeichen etwas, aber ich kann es nicht richtig einordnen. Viele Diebesbanden treiben sich hier herum, wie in jeder Stadt. Ihr Größe variiert zumeist. Vielleicht haben wir es hier mit einer sehr großen, einflussreichen Bande zu tun und das ist ein Lager für ihre Vorräte oder ein Vorposten. Aber vielleicht ist sie auch unbekannt und hat nicht mehr als zehn Mitglieder. Das wird wohl ihr Erkennungszeichen sein."
Während sie redete zog sich Eona die Kapuze vom Kopf, ließ den Mantel zu Boden fallen, öffnete ihr rotes Haar und begann sich von ihrem Mieder zu befreien. Das Leder drückte unangenehm auf ihre Wunde. Das Leder war von dem Blut schon etwas besudelt und auch der schwarze Rock war an manchen Stellen schon dunkel. Der Gestank von Kupfer drang unangenehm in ihre Nase. Endlich hatte sie sich von dem lästigen Kleidungsstück befreit und atmete auf. Sie warf es auf eines der Betten und wirbelte dabei etwas Staub auf.
"Wir sollten die Falltür wieder reparieren, wenn sie kaputt ist und möglicherweise auch einige Fallen aufstellen, damit wir nicht im Schlaf überwältigt werden." Die Sklavin sah an sich herunter und fluchte. "Verdammter Mistkerl..." Die Wunde war doch etwas größer als gedacht und sie pochte unangenehm. "Ich hoffe, du kennst dich gut genug mit Kräutern aus und hast auch welche bei dir, Basima. Mein Name ist Eona, aber bitte nennt mich in der Öffentlichkeit Drache." Sie blickte Gifthand mit einem belustigenden Ausdruck im Gesicht an und schnaubte. "Wenn ich meinen wahren Namen verrate, kannst auch du ihn Preis geben, mein lieber Gifthand, wenn ich dir helfen soll."
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Re: Neue Bekannte

Beitrag von Laretan » Mo, 16. Jul 2012 10:54

" Dann ist es wohl beschlossen. Wir bleiben, aber werden nicht unvorsichtig." sagte Laretan. Das die Rothaarige nichts über diese Bande wusste war Schade, aber auch nicht verwunderlich. Laretan hatte in Merridiar auch nicht alle Banden gekannt. Aber einen Versuch war es ja Wert gewesen. Laretan hoffte nur das es eine kleine Bande war, mit der sie Fertig würden.
"Eona also..." murmelte Laretan. Er nickte, als Eona darum bat, das man sie in der Öffentlichkeit Drache nennen sollte. Er verstand das nur zu gut. Ein Name gab Macht über eine Person. Darum war es nur gut wenn man einen falschen Namen besaß der einen Schützte. Vorallem wenn man mit Gauneren sowie normalen Bürgern zu tun hatte. Laretans Gedanken wurden unterbrochen, als Eona seinen Namen wissen wollte. Im nächsten Moment stand er direkt vor Eona. Es war so nah wie er normalerweise nur Basima kam. Doch beides war aus verschiedenen Gründen. Laretan sah kein zucken bei der jungen Frau. Sie schien so abgebrüht wie er es vermutet hatte. Doch war da ein kurzes Aufleuchten in ihren Augen gewesen? Laretan hatte es nicht genau deuten können. " Laretan. " sagte Laretan eintönig. Dan drehte er sich um und sah sich weiter in dem Raum um. " Aber nenn mich auf der Straße Gifthand. Du weisst ja anscheinend wie das läuft." Laretan suchte nach Material um die Falltür zu reparieren. Aus dem Augenwinkel lies er einen kurzen Blick über Eonas verletzung schweifen. Sie schien nicht Gefährlich zu sein. Höchstens Schmerzhaft. Dann suchte er weiter, während Basima die Wunde versorgte. Aber Laretan hatte keinen Erfolg. Er fand nichts um eine Falltür zu ersetzen. ausserdem hätte er auch nicht gewusst, wie er sie dann hätte verschließen sollen.
" Ich find hier nichts für eine Ersatztür. Das einzige was mir als Idee käme, wäre das Bett oben auseinander zu nehmen und die Bretter davon einfach über das Loch zu legen. " meinte Laretan. Dann nahm er sich ein Stück trockenes Brot aus dem regal. Es war noch nicht verdorben, aber dafür Hart. Doch Laretan störte das nicht und kaute darauf herum. " Basima, wir schlafen dort." sagte Laretan und deutete auf ein Bett in der hintersten Ecke. Das war seiner Meinung nach der sicherste Ort, falls jemand hinein käme oder Eona sich überlegte doch Dummheiten zu machen.
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Re: Neue Bekannte

Beitrag von Basima Anadil » Di, 17. Jul 2012 17:21

Basima sah auf die Betten und zuckte merklich zusammen als Laretan so blitzartig auf Eon regelrecht zu Schoss. Das Eona keine Miene verzog, war für sie zwar nicht überraschend, aber dennoch wunderte sie sich. Was musste Eona erlebt haben? dachte Basima. Sie verwarf ihre Gedanken "Bretter vom Bett oben? Meinst du nicht dass es die Bande die hier haust aufschreckt?" fragte sie unsicher. Sie wusste dass wenn es zum Kampf kommen würde, dass sie sich nicht so schnell wehren konnte wie Laretan und ob sie genauso skrupellos töten konnte wie Eona wusste sie ebenfalls nicht.
Sie sah zu Eona "Darf ich mir deine Wunde ansehen?" fragte sie und wartete dabei höflich. Als Eona ihr das Einverständnis gab, begann sie mit vorsichtigen aber sehr geübten Fingern die Haut um die Wunde abzutasten und nickte hin und wieder. "Es kein Inneres Organ verletzt wie es scheint. Ich schlage vor die Wunde zu nähen es werden 3 Stiche nötig, oder aber wir brennen sie aus. Du darfst es dir aussuchen" sagte sie zu Eona. Dann als Eona keine Antwort gab. Setzte sie sich in Bewegung und begann die Schränke und die Kisten die es hier gab zu durchsuchen. Sie fand in einer Kiste bei den Betten Verbandsmaterial, Tinkturen und sogar Nähmaterial. Sie war erleichtert. In der anderen Kiste fand sie 80% Alkohol zum desinfizieren. Sie nickte und kehrte mit den gesamten Material zurück zu Eona. Dann wusch sie die Nadel und den Faden mit Alkohol und sah Eona anschließend an und reichte ihr ein starkes Stück Holz. "Hier zum Drauf beisen" sagte sie und wartete bis sie darauf bis. Dann begann sie schnell und präzise zu nähen. Stich für Stich setzte sie an und zog die Haut die auseinander gegangen war durch das Messer, zusammen und verknotete den Faden mit einem festen Knoten. Es waren tatsächlich mit 3 Stiche und am Ende war die Wunde sauber und ordentlich vernäht und Eona hatte ein Verbrand drum. "So fertig!" sagte sie und wusch sich selbst die Hände mit dem Alkohol.

Dann sah sie zu Laretan und zu dem Bett worauf Laretan deutete. "Ja ist in Ordnung" sprach sie und setzte sich dann auf das Bett. "Wir brauchen zu Essen und Gold" sagte sie nach kurzer Zeit und sah in die Runde.

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Re: Neue Bekannte

Beitrag von Eona » Sa, 21. Jul 2012 19:17

Es kribbelte Eona wahrhaft in den Finger, als dieser Laretan so nah vor ihr stand. War sie auch so? Hatte sie auch denselben kalten Blick wie er? Ihre linke Hand zuckte kurz; wollte sich um den sicheren Griff ihre Dolches legen und zustechen. Doch die Sklavin unterdrückte diesen Impuls. Hier war sie erstmal sicher. Hier würde sie ersteinmal auf Sortan warten... Ein mulmiges Gefühl stieg in ihr auf und ihr wurde schlecht. Falls er überhaupt noch lebte.
"Aber nenn mich auf der Straße Gifthand. Du weißt ja anscheinend wie das läuft." Wie das läuft... Dass er das auch noch erwähnten musste.l Eona schnaubte abfällig und hob hochnäsig ihren Kopf. Ja, sie wusste "wie das da draußen läuft". Die Sklavin war lange genug dort draußen und musste diesen Mist jeden Tag erfahren und auf ein Neues lernen. Geben und Nehmen. Erhalten und Verlieren. Gebe nie dein Gesicht preis. Lasse niemals deine Maske fallen. So läuft das, brummte Eona in Gedanken und wandte sich Basima zu, die ihr anbot, die Wunde zu nähen. "Ausbrennen kommt nicht in Frage", sagte sie tonlos und erinnerte sich schmerzlich an Sortans Verletzung, die er sich in der Wüste zugezogen hatte.
Gehorsam, wie ein kleines Kind, gab sie keinen Mucks von sich, als die Wüstenfrau ihre Wunde untersuchte. Es brannte unangenehm und sie kniff die Augen etwas zusammen. Am liebsten hätte sie die Frau angeschnauzt, sie solle etwas vorsichtiger sein, jedoch wollte Eona sich auch helfen lassen. Ruhig blieb sie stehen und verfolgte Basimas Bewegungen. Sie wühlte in den Kisten der Diebesgilde und fand anscheinend, nach was sie suchte.
"Wir sollten wirklich die Bretter von oben nehmen. Sonst könnten die Diebe einfach so hereinspazieren, ohne dass wir es hören könnten", meinte Eona und sah wieder zu Laretan. Warum die Sklavin sich an ihn wandte, war reiner Instinkt. Er hatte die Erfahrung. Er war der mit den kalten und misstrauischen Augen, die ihren so gleichten. Er wusste, wie das lief.
Basima tauchte mit streng riechendem Alkohol, Nadel, Faden und einem Holstück zurück. Die Rothaarige nahm das Holz folgsam zwischen die Zähne und war dankbar dafür, darauf grollend rumkauen zu dürfen, während die Wüstenfrau ihre Wunde nähte. Es waren wirklich nur drei Stiche, aber das war genug. Der Schmerz war kaum auszuhalten und wurde von dem desinfizierenden Alkohol noch gefördert.
"Danke", murmelte Eona, nachdem sie das Holzstück wieder aus dem Mund genommen hatte. Der fade Geschmack von verblieb auf ihrer Zunge und sie wunderte sich, keinen Holzsplitter im Mundraum ertasten zu können.

"Basima, wir schlafen dort."
Die Sklavin folgte dem Finger Gifthands und entdeckte das hinterste Bett. Natürlich, die Ecken waren sicher und lagen auch im Dunkeln. Dort hatten sie noch genug Zeit sich gegen die einfallenden Diebe zu wehren. Jedenfalls in der Theorie. "Ich werde Wache halten", sagte Eona und strich sich durch das Haar. Zwar war sie müde von den Ereignissen, aber zu viele Dinge schossen ihr durch den Kopf. Mit diesen nervigen Gedanken könnte sie bestimmt nicht schlafen. Außerdem wollte sie nicht im Schlaf überrascht werden.
"Entweder, ich bleibe die ganze Nacht auf, oder wir teilen uns die Wache auf." Schelmisch funkelten ihre grünen Augen in dem schwachen Fackelschein. "Ich meine, ihr seid mir immer noch misstrauisch gegenüber und meint, ich würde euch im Schlaf erstechen."
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Re: Neue Bekannte

Beitrag von Sortan » Sa, 21. Jul 2012 19:39

Es war ein verdammt langer und harter Weg gewesen bis hierher. In die graue Lederrüstung gehüllt saß er nun dort auf einem Haus nahe der Stadtmauer. Der schwarze Stoffmantel umhüllte sein verdecktes Gesicht und nur die Augen blitzten kurz hervor. Der Wind frischte etwas auf und er drückte sich enger an den Schornstein im Dachgiebel. Obwohl der Mond die Nacht in ein silbriges Hell tauchte und die Fackeln auf den Straßen und Gassen unter ihm leuchteten, war er fast nicht zu entdecken, erst recht nicht für ungeübte Augen. Mit wachsamen Augen sah er sich um und sein Blick blieb auf einem kleinen Tumult in der Gasse hängen. Probeweise spannte er seine Muskeln an und spürte wie seine Seite ziepte. Die Wunden waren gut verheilt, aber trotzdem noch sehr frisch. Er musste immer noch ein wenig vorsichtig sein. Der Lärm ebbte etwas ab, als die Betrunkenen weiterzogen und Sortan fixierte wieder das Haus, während seine Gedanken kurz fortzogen.

Der Marktplatz. Lärm und Gestank von allen Seiten, kurz blitzt rotes Haar auf, die Falsche. Über zwei Stunden suchte er nach ihr, lief hin und her. Dann wurde es Zeit sich zurückzuziehen, sie war fort und die mehr oder weniger öffentlichen Morde machten seine Situation nicht besser. Er hatte Rorik Bescheid gegeben und selbst einige Dinge in seinem Haus geholt, ehe er verschwand. Er wusste nicht wohin sie gegangen war, oder wer sie mitgenommen hatte... Eine Flucht war unlogisch, trotzdem schloss er das nicht aus. Wahrscheinlicher war allerdings die Stadtwache, deshalb traf er entsprechende Vorsichtsmaßnahmen. Es zeigte sich nur einen Tag später das er wenig Unrecht hatte. Lange sah er ihnen nicht zu, als sie das Haus durchsuchten und auseinandernahmen. Die wichtigen Dinge waren weg, Beweise beseitigt und das Haus für ihn verloren. Ein Assassine lebte durch seine unscheinbare und unschuldige Fassade, die nun zerbrach.

Er fluchte leise in die Nacht hinein und streckt langsam die Glieder durch. Das Haus hatte Wert gehabt für ihn, es war seit langem im Besitz seiner Familie gewesen und ausgerechnet er hatte es verloren. Wieso hatte er die Wachen auch nicht bemerkt, und die Spione die ihn offensichtlich ausfindig gemacht hatten? Wohl eher sie. Sie suchten nicht ihn, zumindestens nicht so direkt wie sie. Langsam strich sein Daumen über das blanke, runde Metallsiegel und er betrachtete es noch einmal.

Rorik war schon immer ein guter Freund der Familie gewesen, dennoch blieb er nicht lange bei ihm. Er wollte töten, etwas spüren. Die meisten der darauffolgenden Nächte verbrachte er also auf der Straße und tagsüber in Wirtshäusern. Er hatte einen Kontakt bei den Wachen, ein relativer junger Bursche mit guten Ohren und scharfen Augen. Nach entsprechender Menge Gold konnte man von ihm fast alles erfahren. So bekam er auch die Informationen über Eona und ihre Gefangennahme. Auch von ihrer Flucht und ihrem verschwinden. Er wollte zurück, zu ihr, zu dem Haus. Aber sie war schlau genug um das zu meiden, sie würden dort warten. Also musste er sie suchen. Aber wie spürte man eine Sklavin aus, die gerade zur Assassine ausgebildet wurde und dazu noch einen scharfen Verstand besaß?

Noch einmal fuhr seine behandschuhte Hand über das Metall, erst über die Schlange dann über die Sonne. Er steckte es weg und fixierte das Haus, während er langsam aufstand und auf den kleinen Schuppen und dann in den Sand fallen ließ. Er sah sich noch ein letztes Mal um und ging dann zielstrebig auf das Haus zu. Leise huschte er hinein und besah sich das dunkle Zimmer und das staubige Chaos darin. Zielstrebig tappte er leise in Richtung Keller.

Er fand sie nicht, doch auch wenn er nach den paar Tagen nicht aufgab, widmete er sich etwas anderem. Die Attentäter auf dem Markt. Oder besser gesagt die Diebe, die anscheinend mehr sein wollten. Er fand ein seltsames Siegel in einem der Beutel und es dauerte nicht lange bis er herausfand zu welches Gilde es gehörte. Es wurde noch einfacher als er den Namen dann endlich hatte und zufällig einen Anwärter der Gilde kannte. Ab und an führte er geschäftliche Beziehungen mit den Diebesgilden und die kleineren waren oft die bessere Wahl. Er wollte Rache. Und vielleicht hatten sie auch etwas mit Eonas Flucht zu tun.

Ein Geräusch regte ihn zu einer schnellen Drehung an und er duckte sich hinter einem maroden Fass. Sein Heißer Atem ging nur schwer durch den Stoff seines Mundtuchs und er leckte sich angespannt über die Lippen. Er hielt den Atem an, hörte die Schritte und schloss die Augen. Es waren mindestens drei, sie gingen auf die Falltür zu oder das was davon übrig war. Er hörte leise warnende Stimmen und das schabende Geräusch von Metall und drückte sich enger an die kalte Wand. Anscheinend stimmte etwas nicht, den wenigen Wortfetzen zu entnehmen hatte wohl bereits jemand das Hehlerversteck ausgeräumt. Oder noch da war? Wieder Schritte. Er hob den Kopf sacht an und sah zwei nacheinander im Boden verschwinden und den Keller betreten. Kurz wägte er seine Chancen ab und sah zu dem dritten Wachposten hin, ein Grünschnabel und aufmerksam dazu. Er atmete ein, zwei und ein drittes mal, ehe die Gelegenheit sich bot und er hinter seinem Versteck hervor schnellte. Die schwarze Hand legte sich fest wie ein Schatten auf seinen Mund und es knirschte leicht, als Sortan ihm einen Dolch in die Wirbelsäule rammte. Dann hielt er den zuckenden Leichnam noch einen Moment fest und legte ihn zur Seite. Er betrachtete das Blut auf dem Dolch und sah zu dem Loch, genug Versteck gespielt. Das rötliche Metall verschwand in seiner Scheide und wurde in einer fließenden Bewegung gegen einen schmalen Falchion getauscht. Dann ging er vorsichtig zu der Falltür.
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macht die Seele kein Verlust, wenn man nur weiter hofft."
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Re: Neue Bekannte

Beitrag von Laretan » Mo, 23. Jul 2012 9:12

Laretan sah zu Eona. " Wir werden uns abwechseln. " Laretan sah sich nochmal in den Regalen um. Ausser dem Essen und den Fässern, lagen dort noch ein paar andere Sachen, wie er aber jetzt erst bemerkte. Stoffe, Felle, etwas Metall. " Du traust uns ja genauso wenig. " sagte er noch zu Eona ohne sich um zu drehen. Laretan näherte sich dem Eingang zum keller uns sah weiter in die Regale. " Nahrung haben wir hier erstmal genug. Und Gold...." Laretan wollte sich zu Basima umdrehen, um sie an zusehen, während er ihr antwortete. Doch da sah er zwei Gestalten die die Treppe herunter kamen. Sie waren in gedeckten Farben gekleidet. In der Hand des vorderen sah er einen Dolch blitzen. Doch Laretan reagierte schnell. Sehr schnell sogar. In einer fließenden Bewegung zog er einen der Wurfdolche, machte einen Schritt und warf ihn. Der vordere fiel die Treppe herunter. Laretan hatte nicht genau gesehen wo er ihn getroffen hatte. Doch er hoffte, das falls er überlebt hatte, Eona sich um den Rest kümmern würde.
Der zweite war nun vor Laretan und wollte ihm seinen Dolch in den Magen rammen. Doch Laretan schlug ihm kurz hinters Handgelenk, auf einen der Vitalpunkte. Der Angreifer ließ den Dolch fallen und Laretan sah noch wie er nach Luftschnappte. Doch schon in der gleichen Aktion, nutzte Laretan seinen anderen Arm und schlug seinem Gegner mit dem Handgelenk von unten gegen den Kiefer. Sein Kopf flog hoch, Laretan griff den Kehlkopf und drückte zu. Auch dieser fiel zu Boden und rutschte die Treppe runter. Doch Laretan war sich sicher, das Eona hier nichts mehr zu tun brauchte.
Laretan Kampfgeist war noch da. Er sah sich kurz um und sah eine weitere Gestalt bei der Falltür erscheinen. Er hatte ein Mundtuch an, so wie Laretan auch eines besaß. Dazu eine graue Rüstung aus Leder. Dazu hatte er ein Falchion gezogen. Laretan bemerkte direkt eine ganz andere aura von diesem Mann ausgehen, als von denen davor. So blieb er auf der Treppe stehen und machte sich bereit für einen Angriff. Laretan wusste, das es hier zwei wichtige Faktoren gab. Sein Gegenüber hatte den Höhenvorteil auf seiner Seite. Er selber dafür den räumlichen Vorteil. So blieb Laretan einfach stehen und wartete. Er versuchte auf alles gefasst zu sein was kommen könnte.
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Re: Neue Bekannte

Beitrag von Basima Anadil » Mo, 23. Jul 2012 19:45

sie hörte Laretan zu und nickte als Bestätigung stumm. Laretan sprach wahre Worte sie vertraute ihr und Laretan genauso wenig also beruhte das Misstrauen auf Gegenseitigkeit. Sie hatte das Danke von Eona vernommen und nickte mit einem aufrichtigen lächeln. "Keine Ursache!" sagte sie zu ihr "Es sollte euch retten und eine offene Wunde wäre hier zum Todesurteil geworden so dreckig wie es hier ist" erklärte sie. Ob es Eona hören wollte war ihr egal. Sie hasste so eisige Stimmungen im zwischenmenschlichen und wollte Eona zeigen, dass sie es nicht böse meinte und ihr keineswegs etwas antun oder sie betrügen wollte. Sie sah Eona und Laretan kurz an. Sie waren schon ein komisches Gespann eine Frau die eine schreckliche Vergangenheit hatte und allen misstraute und in allem ihr Todesurteil sah und da war Laretan der ebenfalls lange schreckliche Jahre hinter sich hatte und wenig von der Menschheit und anderen Rassen hielt, der ihr Partner geworden war und dann war sie, eine Frau aus der Wüste die nicht kämpfen konnte und noch kaum schlechte Erfahrungen gemacht hatte. sie grinste leicht, als sie Laretan eine Waffe ziehen und werfen sah. Sie biss sich dabei auf die Lippe, sie wollte nicht immer die Schwache sein.

Sie hatte die 2 Männer die die Treppe hinunter kamen nicht gehört und ihr Herz begann mächtig zu klopfen und Adrenalin stieß ihr Körper aus und versetzte sie in Alarmbereitschaft. Fieberhaft dachte sie an das Training mit Laretan und schnappte sich das nächste beste Holzscheit und starrte zur Türe um sich im Notfall verteidigen zu können. Auch wenn sie genau wusste das sie lächerlich aussehen musste mit dem Holz in ihrer Hand fühlte sie sich wohler mit diesem. Sie wartete ab was wohl passieren und ob es hier gleich hoch her gehen würde.

Sie musterte wie Laretan agierte und sah darauf hin zu Eona und fragte sich was sie wohl tun würde. Das Laretan weiterhin auf die Treppe starrte lies Basima ahnen dass da noch jemand war. Sie sah zu Laretan „Ist da noch jemand?“ fragte sie zögernd, doch sie wartete seine Antwort nicht ab und nahm all ihren Mut zusammen und marschierte mit dem Holzscheit bereit zum schlagen nach vorne um besseren Einblick auf die Treppe zu haben aber gleichzeitig lies sie so viel Platz das Laretan oder Eona genügend Platz zum Kämpfen hatte. Sie entdeckte einen Mann, vermummt mit einen Tuch und einer Rüstung und einer Waffe. Sein Auftreten verriet ihr dass es sich um keinen gewöhnlichen Krieger handelte, zu sehr war er darauf bedacht lautlos zu sein. Sie fragte sich was dieser Fremde hier wollte und runzelte die Stirn. Basima blickte zu den vermummten Mann und wartete ab, sie hatte etliche Fragen auf der Lippen doch ging ihr durch den Kopf dass sie die letzte war die diesen Mann fragen stellen sollte. Also wartete sie geduldig ab wer wohl als erstes die Stimme erheben würde. War es Eona oder doch Laretan sie wusste es nicht.

Sie wusste nur das sie hier in einem Keller waren vor ihr auf der Treppe stand ein Mann vermummt und ihr mächtig unheimlich und das Eona, die Fremde rothaarige Frau und Laretan ihr geliebter hier war. Wenn es hier zum Kampf käme, würde sie eindeutig den kürzeren ziehen, stellte sie geschockt fest, dennoch wich sie nicht zurück, sie wollte Platz lassen für was auch immer sie tun musste.

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Re: Neue Bekannte

Beitrag von Eona » Mo, 23. Jul 2012 21:35

Sie musste sich nun konzentrieren. Ein wenig überlegen...
Die Worte Gifthands gingen in einem Meer aus Watte unter, die ihren Kopf verstopfte und ihre grünen Augen verloren sich vor ihren Füßen. Während sie versuchte, ihre Gedanken zu ordnen, zog Eona sich wieder ihr Mieder an. Zwar rieb es an der gerade vernähten Wunde, jedoch bot das Leder noch etwas Schutz und sie fühlte sich damit sicherer. Außerdem war an dem Mieder Silberstich befestigt.

Sortan war fort und würde entweder einige Tage untertauchen oder gerade zum Tode verurteilt werden. Sein Versteck war aufgeflogen und die Sklavin konnte nicht dorthin zurückkehren. Nun war sie mit diesen beiden unterwegs und es schmeckte ihr irgendwo nicht. Zwar waren sie sehr hilfsbereit und die Wüstenfrau hatte ohne weitere Umwege ihre Wunde vernäht. Laretan hatte ihr sogar die Waffe zurückkegegeben. Trotzdem war er noch misstrauisch und würde sie erst einmal nicht aus den Augen lassen. Doch was würde in später Zukunft passieren? Müsste sie Naradesh wirklich ohne Sortan verlassen und sich in der nächsten Stadt wieder etwas Neues suchen?

Müde wischte sich Eona über das Gesicht und schloss kurz die Augen. Die Dunkelheit tat gut, auch wenn es in diesem Keller nicht gerade hell war. Auf jeden Fall musste Eona erst einmal hier bleiben. Bei Basima und Laretan. Hier hatten die Drei ersteinmal genug zu Essen und auch der Rest würde sich ergeben. Nur diese Diebesgilde ließ die Sklavin nicht in Ruhe. Und auch die Wachen waren ein Problem. Eona war nicht gerade unauffällig mit ihren roten Haaren, auch wenn sie diese unter ihrer Kapuze versteckte. Sie würde eine Weile auf die beiden angewiesen sein und das war für die Sklavin nicht in Ordnung.

Gerade wollte sie Laretan eröffnen, dass sie die erste Schicht übernahm. Mit diesem übervollen Kopf voller chaotischer Gedanken konnte niemand schlafen, geschweigedenn Eona. Sie wollte noch etwas nachdenken... aber zu diesem Entschluss kam sie gar nicht. Eona blinzelte zweimal und in diesen zwei Sekunden, hatte Laretan in einer fließenden Bewegung Wurfmesser gezogen und sie zielgerecht durch die Luft geworfen. Zwei Treffer.
Diebe, schoss es der Sklavin durch den Kopf und sofort lag ihre treue Waffe in der Hand. Der erste Treffer rutschte polternd die Treppe hinunter und gab einige ächzende Laute von sich. Laretan hatte gut geworfen, jedoch hatte das Wurfmesser nur die Seite zerfetzt. Zwar würde der Unbekannte nicht lange überleben, aber er hätte noch genug Kraft und Zeit eine der beiden Frauen zu überlegen.
Eona sah aus dem Augenwinkel, dass Basima nach einem Holzscheit griff, um sich damit in der Not verteidigen zu können. Guter Gedanke, aber den bräuchte sie nicht. Eona ging in Angriffstellung und stellte sich schützend vor Basima. Der Dieb rappelte sich auf und taumelte ein paar Schritte nach vorne. Blut tropfte auf den Erdboden und hinterließ dunkle Flecken, die bald nicht mehr als Blut zu erkennen sein würden. Der Schein der Fackeln verzerrte seine zerfurchte Grimasse und die Sklavin dachte für einen Moment, ein verunstaltetes Monster vor sich zu haben. Doch in der nächsten Sekunde war ihr Körper schon in Bewegung. Sie ging einen Schritt noch vorne, duckte sich unter einem kräftigen Schlag mit einem Säbel hinweg und nutzte dann diese Lücke in der Verteidigung, um den Eindringling in einem gezielten Stoß zur Strecke zu bringen. Kaltherzig stieß Eona den Mann von sich und zog den Dolch aus seinem Unterleib heraus.
Noch ein Blick und die Sklavin wusste, dass der Kampf hier unten schon einmal vorbei war. Gifthand hatte den anderen Eindringling erledigt, aber etwas schien seine Aufmerksamkeit erhascht zu haben. "Ich gebe dir Rückendeckung", flüsterte die junge Frau und nickte mit dem Kopf nach oben. Zwar hatte sie die vermummte Gestalt nicht gesehen, aber Laretan schien beunruhigt zu sein und er wog die Situation ab, ob er nach oben steigen soll oder nicht. Sie würde diesen verdammten Keller verteidigen, da er ihr einziges Versteck beinhaltete. Außerdem konnte sie sich an den jungen Mann vor ihr nicht vorbeidrücken, sonst würde das ihre eigene und auch die Verteidigung Gifthands vernachlässigen. "Wie viele sind es noch?"
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Re: Neue Bekannte

Beitrag von Sortan » Mo, 23. Jul 2012 22:10

Langsam und nachdenklich musterte er den Unbewaffneten unten an der Treppe und die Spitze des Falchions zog einen kleinen Kreis in der Luft. Unterschätzen war nicht seine Art, dazu kam noch das er den Schlag gesehen hatte, Er hatte einen empfindlichen Punkt getroffen, gezielt, der Mann war also geschult und nicht ungefährlich. Aber wer war er und was wollte er? Zur Gilde schien er scheinbar nicht zu gehören. Ruhig blies er die Luft aus seinen Lungen und lenkte den Blick auf die zweite Gestalt, eine Frau die wesentlich uneleganter bewaffnet war als sie aussah und wahrscheinlich auch so kämpfen würde. Kein Problem also für ihn. Seine Augen verengten sich und er machte einen Schritt auf die Treppe, Laretan eisern mit seinem Blick fixiert. Ein leises Klingen ertönte als der Falchion auf den Holzboden traf und dann ruckartig in den Gürtel geschoben wurde. Er hatte den Höhenvorteil und war bewaffnet, aber der Falchion war zu lang und zu schwer für diesen Raum. Gut das er vorbereitet war, wie immer. Es geht nun einmal nichts über die Vorbereitung, Ausrüstung und das Können.

Seine Gedanken drehten sich nur um diesen einzelnen Mann, er hatte keine anderen. Eona blitzte kurz auf, aber er schob sie zur Seite, Tot würde er ihr auch nichts mehr nützen. Dann setzte er den zweiten Fuß auf die erste Stufe und breitete die Hände offen neben sich auf, wie jemand der sich ergab und zeigen wollte das er unbewaffnet war. Noch ein Schritt, er verharrte in der Pose. Noch einer. Die Hände ruckten schnel hinter seinen Rücken klammerten sich um die Messer in seinem Gürtel und machte gleichzeitig noch einen Schritt. Er war in der Versuchung zu reden, ihn gehen zu lassen, aber er hatte ihm Spaß genommen. Dieser Mann schuldete seiner Klinge nun zwei Leben und die würde er sich zurückholen. Ein wenig Hass loderte in seinen funkelnden Augen auf, doch er unterdrückte ihn schnell wieder. Laretan hatte nichts mit Eonas Verschwinden zu tun, er war unschuldig. Trotzdem sah er nicht aus wie jemand der mit sich handeln ließ und es musste Blut fließen. Das musste es immer. Ein Wimpernschlag verging während diesen Gedanken und Sortan ging in die Hocke, spürte ein leichtes Stechen in der seitlichen Wunde und stieß sich dann mit voller Wucht ab. Gleichzeitig glitten die beiden Klingen hinter seinem Rücken hervor und der Assassine ließ jede auf eine Schulter des Faustkämpfers zielen. Im Sprung rutschte ihm die Kapuze herunter und entblößte sein hellblondes Haar. Es war egal, der Tod würde die Erinnerung daran bald auslöschen.

Er vertraute nicht darauf das er ihn treffen würde und spannte seine Muskeln bereits an, um in diesem Fall abrollen zu können. Er hatte Glück das Die Frau nicht direkt hinter ihm stand, sonst würde er sicher genau in sie hineinrauschen.
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