Reise, Reise

Die Heimat der Shiín.
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Re: Reise, Reise

Beitrag von Iofiel » Di, 18. Sep 2012 16:13

Die Sonne stand bereits hoch am Himmel und Iofiel hatte ihre Decke in den Satteltaschen verstaut. Die Haare hatte sie aus dem Zopf gelöst und locker über die Schultern zurückgekämmt. Sie summte genüsslich vor sich hin und genoss die warmen Sonnenstrahlen auf der Haut und den Haaren.
Als sie den Fremden in der Ferne entdeckte hielt sie ihr zuerst für einen Reisenden, doch als sie näher kam erkannte sie anhand seiner Statur seine Herkunft.
Ein noch breiteres Lächel schlich sich auf ihr Gesicht und sie lenkte Kirschblüte in die Richtung des Fremden.
Vor ihm wendete sie, sodass er neben dem Pferd stand und sie bequem mit ihm reden konnte. Er schlug seine Kapuze zurück und nun erkannte sie eindeutig, dass er Alepouri war. Orangerotes Fell bedeckte seinen Körper, scharfe Zähne blitzten aus dem Maul hervor und seine Ohren zuckten aufmerksam, als sie näherkam.
Er begrüßte sie, sein Ton klang misstrauisch, aber icht unfreundlich. Das freute Iofiel sehr, denn mochte es nicht, unfreundlich behandelt zu werden. Auch sein Name, Sabán, gefiel ihr gut. Er kam ihr leicht über die Lippen, als sie auf seine Frage antwortete, wo er sich gerade befinde.
"Hallo Sabán, freut mich Euch kennenzulernen. Ich heiße Iofiel. Ich komme aus der Umgebung, Ihr seid etwa eine halbe Tagesreise von Zeaihn entfernt. Wohin wolltet Ihr denn, wenn ich fragen darf?"
Sie schenkte ihm ein freundliches Lächeln. Iofiel dachte darüber nach vom Pferd zu steigen, denn sie sprach ungerne von oben herab mit den Leuten, doch dann beschloss sie, noch sitzen zu bleiben. Womöglich wollte der Alepouri garnicht reden, sondern nur nach dem Weg fragen.
Zuletzt geändert von Iofiel am Sa, 22. Sep 2012 22:55, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Reise, Reise

Beitrag von Sabán » Mi, 19. Sep 2012 21:43

Das war die wohl seltsamste Shiín, die Sabán je getroffen hatte. Anstatt ihn anzufallen, lächtelte sie ihn freundlich an und gab ihm sogar bereitwillig Auskunft. Ja, vielleicht hatte er sich die Ohren ja gar nicht eingebildet? Nachdenklich griff er sich mit der rechten Pfote an sein eigenes Ohr, als wolle er sich versichern, das es noch da sei. Dann kratzte er sich verlegen am Hinterkopf.
"Da.. da bin ich ja ganz falsch, ganz furchtbar falsch.!", erklärte er ohne Umschweife. Bisher war sie freundlich gewesen, vielleicht konnte sie ihm ja sogar eine Karte zeigen? Oder zumindest den Weg, zumindest die Richtung weisen?
Und, wer weiß, vielleicht hatte sie ja noch ein zweites Pferd und würde ihm dieses überlassen?
Seine Rute wedelte erfreut hin und her, bei der Aussicht, auf einem Pferd in wenigen Wochen an die Küste zu reiten.
Ach ja. Sie hatte ihn ja gefragt, wohin er wollte. Hätte das Fell es nicht verborgne, so hätte Iofiel die Röte bemerkt, die Sabán ins Gesicht gestiegen war.

"Ich will in die südlichen Elfenwälder. An die Küste. Ans Meer. Weißt du, in welche Richtung ich gehen muss?", erklärte er, als ihm klar wurde, das es nicht ausreichte, seine Antwort nur zu denken. Verlegen kratzte er sich erneut am Kopf.
Sollte er noch mehr fragen? Vielleicht hatte sie ja gar keine Zeit für ihn, vielleicht war sie in Eile und hatte einen Auftrag.
"Und, wohin willst du? Bist du auf einem morgendlichen Spaziergang? Oder hast du es eilig?", fragte er hastig, als ihm auffiel, dass sie ihn nur musterte und offenbar darauf wartete, das er noch etwas sagte.
"Du kannst mich gerne ein Stück begleiten, wenn du willst." - hatte er das gerade wirklich gesagt? Im nächsten Moment hätte er sich die Zunge abbeißen mögen, weil sie wieder schneller gesprochen, als er gedacht hatte.
Wie oft war ihm das eigentlich im Laufe seines Lebens passiert?
Und wie oft davon war die Sache gut für ihn ausgegangen? - Doch nun gab es kein Zurück, die Worte waren hinaus.
Die beste Art, für einen glücklichen Augenblick zu zahlen, ist, ihn zu genießen.

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Re: Reise, Reise

Beitrag von Iofiel » Sa, 22. Sep 2012 22:54

Neugierig begutachtete Iofiel den Fuchsmenschen, während er mit ihr Sprach. Sie studierte seine Gestik und Mimik und fand es äußerst interessant wie er sich beispielsweise am Hinterkopf kratze, eine sehr shiínliche Geste, wie sie fand und auch, wie er, wohl eher unbeabsichtigt, die Zähne zeigte, wenn er sprach. Dies widerrum fand Iofiel beinahe etwas einschüchternd, denn der Alepouri besaß eine beachtliche Reihe an scharfen Zähnen.
Bevor er sein Ziel nannte konnte Iofiel erkennen, wie er seine Mundwinkel etwas verzog. War das eine abwehrende Geste um noch mehr Zähne zu zeigen, oder womöglich die Nachahmung eines Lächelns? Sie schwor sich, das auf jeden Fall herauszufinden.
Als der junge Mann, Sabán hatte er sich genannt, nach der Küste fragte, musste Iofiel unwillkürlich lachen. Sie hatte die Karte im Kopf und konnte ihm sofort die richtige Richtung zeigen. Während sie dies tat kicherte sie weiterhin leise. "Ihr seid wahrlich in die vollkommen falsche Richtung unterwegs. Mein Ziel liegt auf dem Weg, also begleite ich Euch gerne." Sie strahlte über beide Ohren, als sie sich vom Pferd schwang und neben ihn trat.
"Worauf wartet Ihr? Auf auf."
Mutig schritt die Shiín voran, das Pferd an den Zügeln hinter sich herziehend.

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Re: Reise, Reise

Beitrag von Sabán » Mo, 24. Sep 2012 18:33

Er beobachtete sie und er sah und spürte, wie sie ihn ebenso genau musterte. Wie sie versuchte, seine Gesten zu deuten. Das gab Sabán Sicherheit. Wer sich auf seinen Gesprächspartner konzentrierte, wollte ihn verstehen und auf ihn eingehen können.
Seine Laune besserte sich zunehmend, als Iofiel ihm tatsächlich sagen konnte, wo er war und in welche Richtung er musste.
"Na ein Glück, dass ich vorher dir begegnent bin.", rutschte es ihm heraus.
"Bei meinem letzten Besuch wäre ich fast zu Hackfleisch verarbeitet worden.", fügte er dann erklärend hinzu, als ihm klar wurde, wie falsch man das hätte auffassen können.

Als sie zustimmte, ihn zu begleiten, wusste er erst noch nicht recht, was er nun davon haltne sollte, doch das breite Grinsen, dass sich auf ihrem Gesicht ausbreitete, verscheuchte auch die letzten Zweifel aus Sabáns Kopf.
"Jedenfalls... wie weit ist es denn bis zur Küste? Ich bin schon seit mehreren Wochen unterwegs...", plapperte er munter drauf los, während die Shiín sich elegant von dem kleinen Pferd schwang und mit kräftigen Schritten vorauslief.
Sabán fand es zwar etwas seltsam, dass sie lief, obwohl sie doch ein Pferd hatte, sagte aber erst einmal nichts dazu.

"Wohin geht es denn? Ist es nicht eher ungewöhnlich, dass Shiín ihr Dorf verlassen?"
Iofiel wirkte so freundlich, dass Sabán nicht mehr großartig überlegte, ob er ihr trauen sollte oder nicht. Er wusste kaum etwas über die Shiín und eigentlich interessierte ihn ja doch, wie sie lebten, warum sie diese seltsame Kleidung trugen und auch das verschlungene Muster, dass sich vom Kopf abwärts über den Körper schlängelte, hatte Sabáns Interesse geweckt, auch wenn er von der Symbolik dieser Zeichnung nichts verstand.
Seine Rute wedelte unruhig hin und her, nach den vielen Wochen allein im dunklen Wald tat es gut, wieder Sonne auf der Haut zu spüren und Gesellschaft zu haben - selbst wenn es die einer Shiín war, auch wenn diese das genaue Gegenteil zu dem bildete, was er bei seinem letzten Zusammentreffen mit den violetten Kriegern erlebt hatte.
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Re: Reise, Reise

Beitrag von Iofiel » So, 30. Sep 2012 15:26

"Bis ans Meer sagt Ihr..." im Kopf begann Iofiel die Entfernung zu überschlagen, wobei sie mit ihren Händen seltsame Bewegungen in der Luft machte, imaginäre Karten vermaß.
"Wohin genau wollt Ihr? Nur in den Süden und schnellstmöglich ans Meer oder eher nach Arcávian vielleicht? Zu Fuß ist das schon eine ganz schöne Strecke. Ans Meer etwa eine Monatsreise, in die Stadt wahrscheinlich noch 2 Wochen länger. Wobei man nicht außer Acht lassen darf, dass es Waldgebiet ist, was heißen soll, es würde wohl eher 2 Monate dauern."
Nachdenklich legte sie den Kopf schief und musterte den Fuchsmenschen, der Iofiel gerade eingeholt hatte. "Ihr braucht ein Pferd, so schafft Ihr den Weg in weniger als der halben Zeit."
Auf die Frage wohin sie unterwegswar zuckte die Shiín nur mit den Schultern.
"Ans Meer würde ich gerne. Was macht aber ein Alepoúri wie Ihr hier draußen, das ist Shiíngebiet. Und, wenn man denn fragen darf, was verschlägt Euch hierher? Es wirkt für mich nicht so, als hättet ihr es besonders eilig wieder wegzukommen."
Sie schwieg einen Moment, den Kirschblüte dazu nutzte um etwas Gras vom Boden zu rupfen. Mit der freien Hand tätschelte Iofiel seinen Hals, zog ihn dann jedoch sanft aber bestimmend weiter.

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Re: Reise, Reise

Beitrag von Sabán » Mo, 01. Okt 2012 22:06

Bei den Namen der fremden Orte zuckten Sabáns Ohren und sein Mund verzog sich zu einem schiefen Grinsen.
"Nun, offen gestandne - ich habe keine Ahnung wovon du redest.", beschied er Iofiel und lächelte dann wieder.
"Ich komme von weit her, und fern von hier liegt mein Ziel.
Als ich auf die Reise ging und die Stadt Avrabêth hinter mir ließ, herrschte der Sommer über die Lande und der nächste Sommer brach herein, als ich das erste Mal in dieser Gegend hier war. Auf all meinen Reisen aber habe ich nicht die Bedeutung eines einzigen Buchstabens zu verstehen gelernt."

Ohne es zu bemerken war Sabán in seine 'Erzählstimme', wie er sie selbst nannte, verfallen. Anders als die übliche, recht helle und rauchige Fuchsstimme, war diese tief, volltönend und zog einen Zuhörer schnell in seine Bann - sofern er sich denn fangen lassen wollte.
Kiria war vor Sabáns innerem Auge aufgetaucht, so hübsch und lebendig, wie er sie in Erinnerung hatte, als sie sich vor nun mehr einem halben Jahr verloren hatten.
"Ach, was machen schon zwei weitere Monate. Mein Ziel ist Demera.", murmelte er gedankenverloren.

Dch die weiteren Worte Iofiels issen ihn aus seiner Trübseeligkeit und sein Schweif tanze munter hin und her.
"Ja, ein Pferd, das wäre ganz famos!", stimmte er ihrem Vorschlag begeistert zu.
"Natürlich kein Großes und es muss auch kein schnelles Tier sein, aber rüstig muss es sein, und von zäher Natur! Gibt es solche Pferde hier?", plapperte er sofort los und hätte man es nicht gesehen, hätte man es kaum für möglich gehalten, dass dieser muntere Geselle eben noch trübsinnig auf den Boden gestarrt hatte.

Und sie wollte noch mehr wissen! Sabán war geschmeichelt und auch dieser Drang, diese Begabung, Geschichten zu erzählen, kletterte in seinem Bauch nach oben.
Mit einem, wie er fand, charmanten Lächeln verbeigte Sabán sich leicht vor Iofiel. Sein Umhang wehte dabei um seine schmale Figur umher.

"Nun, werte Dame, denn es verhielt sich so...", setzte er dramaturgisch an, jede Spur von Heiterkeit war aus seinem Gesicht gewichen, doch seine Augen schimmerten ausdrucksstark und doch geheinisvoll, als er zu erzählen begann. Er schritt neben Iofiel her, während er sprach.
"Es verhielt sich so, dass vor vielen, vielen Jahren der Zacken eines Sternes mit seiner Bewohnerin auf die Erde fiel, mitten in die Sadt Demera hinein.
Und die Menschen waren verschreckt und gleichzeitig hingerissen von der überirdischen Schönheit der Frau.
Ihr Haar war so schwarz wie Pech und ihre Haut schimmerte wie dunkles Bronze. Sie war so zierlich und fein, dass die Menschen fürchteten, sie zu berühren, aus Angst, sie könne zerbrechen. Und so nannten sie sie 'Srkabaniana', Wüstenblume. Und da sie die Sprache der Menschen nicht verstand, konnte sie ihnen nicht sagen, wie ihr wahrer Name war.
Alle liebten sie, weil sie so schön und liebreizend war und weil sie von dem fernen Stern kam, alterte sie nicht wie unsereins.
Viele Generationen von Menschen sah sie kommen und gehen, und bald sprach sie die Sprache der Menschen. Ihren wahrne Namen hatte sie aber schon vor langer Zeit vergessen.
Doch der Vater der Srkabaniana vermisste sie so sehr, dass er seine Diener in die Weiten des Himmels entsandte, seine Tochter zu finden.Und der, der sie fand und heil zu ihrem Stern zurückbrachte, der sollte sie heiraten.
Und so brachen sie auf, und sie suchten und suchten, in allen Himmelsrichtungen, auf jedem noch so kleinen Stern am Himmelszelt.
Doch nur einer, der wagemutigste von ihnen, der fand diese Erde hier. Denn er liebte die Prinzessin so sehr, dass er sich geschworne hatte, nicht eher zu ruhen, noch zu sterben, als bis er sie gefunden hatte.
Doch seine Srkabaniana, seine Königin des Herzens war der Stadt Demera überdrüssig geworden und sie war weitergereist.
Und als der tapfere Krieger die Stadt erreichte, war sie fort und nur noch in den Köpfen der Menschen war ein Abbild ihrer Schönheit vorhanden.
Die Prinzessin ahnte ja nicht, dass man nach ihr suchte und so zog sie quer durch alle Ländereien.
In manchen Orten erinnert man sich an sie, in anderen weiß man sogar, wohin sie gegangen ist.
Und ich, ich folge den Spuren meiner Prinzessin, um sie nachhause zu bringen."


Erneut verbeugte Sabán sich, dann blinzelte er schelmisch.
"Und nun - wohin zieht es Euch?", fragte er, halb im Scherz, halb ernst gemeint in seiner Gauklerstimme.
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Re: Reise, Reise

Beitrag von Iofiel » Do, 04. Okt 2012 18:55

Dass der Fuchsmensch nicht wusste, von welcher Stadt Iofiel sprach, obwohl er doch ins Elfenland unterwegswar fand die Shiín seltsam, eine Wissenslücke. Das sollte nicht so bleiben, denn es war gefährlich, herumzureisen ohne zu wissen wohin der Weg führte. Also begann sie eifrig ihm dies zu erklären.
"Schauen Sie, hier," sie deute mit der Linken einen kleinen Kreis in der Luft an, "ist das Gebiet der Shiín. Und im Osten davon, Sie wissen doch, wo Osten ist, oder? Hier, schauen Sie, diese Seite ist Osten. Also im Osten liegt das Gebiet der Elfen." Mit der rechten Hand malte sie nun eine erst gerade Linie, dann eine Ausbuchtung. "Sehen sie, das hier ist der Fanya-Wald und die zweite Ausbuchtung hier ist Lûrien. Dort liegt Arcávian."
Iofiel lächelte versonnen und nahm beide Hände wieder nach unten.
"Wir befinden uns ja noch in den Hügelländern, hier in der Nähe gibt es ein paar kleine Gehöfte, dort kann man bestimmt ein Pferd finden, das Ihren Wünschen entspricht."
Als der Alepoúri nun zu erzählen begann lauschte Iofiel begeistert. Den Mund leicht geöffnet, den Kopf schiefgelegt. Als er seine Geschichte geendet hatte jauchtzte Iofiel begeistert.
"Die Geschichte ist wunderschön! Wie lange sucht der Krieger denn schon nach seiner Prinzessin? Und kann er auch ewig leben?"
Iofiel liebte Geschichten einfach abgöttisch. Ihr Vater hatte ihr manchmal vor dem Schlafengehen eine Geschichte erzählt, die er selbst erfand.
Doch schon welchselte Sabán wieder das Thema. Auf diese Frage musste Iofiel erst einmal gründlich nachdenken.
"Ich weiß eigentlich nicht, wohin ich möchte. Mein Ziel ist es, alle großen Städte einmal gesehen zu haben, das Meer und die Wälder der Elfen. Natürlich auch die Wüste, die großen Flüsse, das Eis und die Mauer der Drachen. Einfach alles, was zu sehen sich lohnt."
Um auf das Thema von vorhin und auf die Geschichte zurückzukommen fragte Iofiel noch: "Was ist denn die letzte Spur des Kriegers, oder hat er seine Prinzessin gar aus den Augen verloren?"

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Re: Reise, Reise

Beitrag von Sabán » Do, 04. Okt 2012 21:36

Die Shiín fuchtelte mit ihren Händen durch die Luft, doch Sabán, der in seinem Leben noch nie eine Karte gesehen hatte, begriff nicht, was sie ihm bedeuten wollte. Seine Ohren zuckten verwirrt. Diese vielen Namen und Zeichen...damit konnte er nichts anfangen.
Es wäre so viel leichter wenn..
Doch dann wechselten sie das Thema und er erzählte...
Er war es gewohnt, dass die Menschen seinen Geschichten gerne lauschten und es war auch nichts neues für ihn, wenn sie noch mehr hören wollten, das änderte aber nichts daran, dass der Fuchsmensch sich geschmeichelt fühlte. Er freute sich, wenn seine Geschichten Begeisterung wecken konnten. Und so lächelte er still, während Iofiel ihn mit Fragen bestürmte.
Sie waren nun schon ein ganzes Stück gelaufen, der Morgen war längst vergangen und die Sonne stand hoch am Himmel. In seinem Eifer hatte Sabán gar nicht bemerkt, wie hell es mittlerweile geworden war, umso mehr schmerze das helle Licht ihm nun in den Augen und so zog er schnell seine große Kapuze über den Kopf.

"Woher weißt du, das es all diese Orte gibt?", fragte er perplex. Als er Khirudan verlassen hatte, hatte er keinerlei Vorstellung von der Welt gehabt. Natürlich, sein Bruder hatte ihm von seinen Abenteuern erzählt, von den großen Städten in der Wüste... doch wie war es, als sie alle noch in den Wäldern gelebt hatten?
Niemand, nicht einmal Sabáns Vater hatte viel von der Welt außerhalb der Grenzen der Wälder gewusst. Selbst in Khirudan waren sie nie weit gewandert, hatten nie die Steppen gesehen, in denen die Zentauren lebten oder Auldhumár, die Stadt der Minotauren.
Von den fremden Städten und Ländern dieser Welt hatte kaum ein Alepoúri eine Vorstellung. Und überhaupt.. Sabán musste daran denken, wie Iofiel ihm die Lage der Städte in der Luft hatte aufzeichnen wollen. Woher wusste sie, dass die Welt so war?
Oder war sie nur eine gute Erzählerin?
Sie hatte doch gesagt, sie war noch nie dort.
Gerade wollte Sabán die Shiín fragen, wie sie dieses Wissen haben konnte, die fiel ein neuer Begriff, den er nicht kannte.
"Eis?" Was war das denn?
"Wo liegt diese Stadt?"
In Merridia hatte er erfahren, dass die Welt im Westen noch groß war, aber weitestgehend unbewohnt. Dort hatte man ihm geraten, sich wieder südwärts zu wenden, um nach Demera zu gelangen. War Eis einer dieser Orte mitten im Nichts?
Die Mauer, ja, von der Mauer der Drachen hatte er gehört... aber warum sollte man zu einem solchen Ort reisen sollen? Dort gab es doch nichts, nicht mal Siedlungen. Und doch... war er selbst nicht auch ausgezogen, um all das zu sehen, wovon man ihm erzählt hatte, ohne zu wissen, ob es diese Orte wirklich gab? Hatte auch ihn nicht die Neugierde getrieben?
Diese Zeit, in der er behütet im Walde Khirudans gelebt hatte, schien plötzlich Jahrzehnte zurückzuliegen. Wie lange hatte er nicht mehr an Zuhause gedacht?

Doch Iofiel dachte gar nicht daran, ihm zu antworten, sie wollte mehr über seine Sternenprinzessin hören.
Er überlegte einen Moment, ehe er antwortete.
"Wie lange er schon auf der Suche ist? In euere Zeitrechnung spricht man von einem Jahr. Doch für ihn fühlt es sich an, als seien schon viele Jahre gekommen und gegangen, seit er sie verloren hat.", antwortete er dann wahrheitsgemäß auf die erste Frage. Die zweite Antwort fiel dann schon wieder etwas poetischer aus.
"Nein, ewig leben kann er nicht, nicht ohne seine Prinzessin. Hat er sie aber erst gefunden und sicher nachhause gebracht, wird er sehr, sehr lange leben können, denn ihre Wärme nährt ihn."

Die letzte Spur?
"Hier. Hier hat er ihre Spur verloren."
Vor etwa einem Jahr....
"Ich möchte zurück in die Wüste. Dort hat es ihr gefallen... vielleicht ist sie dorthin zurückgekehrt.", murmelte er dann gedankenversunken, riss sich dann aber zusammen. Er hatte keinen Grund, um traurig zu sein! nichts deutete darauf hin, dass ihr etwas zugestoßen war, jawohl! Es ging ihr sicher gut.

Sein Blick streifte wieder Iofiel, und ihm fiel aus, dass sie ihn immer mit leicht geneigtem Kopf ansah. Schon vorher hatte er diesen Eindruck gehabt, doch nun, da er genauer hinsah, war er sich sicher, dass er sich das nicht eingebildet hatte. Schimmerte eines ihrer Augen ein wenig milchig?
Doch Sabán wollte nicht einfach mit der Tür ins Haus fallen, so behielt er seine Beobachtung für sich und nahm sich vor, auf den richtigen Zeitpunkt zu warten, um sie danach zu befragen.
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Re: Reise, Reise

Beitrag von Iofiel » So, 11. Nov 2012 11:39

Das Licht am Horizont zog langsam höher, während die beiden ihre Reise fortsetzten und sich miteinander unterhielten.
Iofiel musste zugeben, dass Sabán ihr sympathisch war, gleich von Anfang an. Er erzählte ihr witzige Geschichten über eine Prinzessen die verschwunden war und einen Prinzen, der nach ihr suchte. Auch, wenn sie natürlich nicht glaubte, dass die Erzählung wahr war, so erfreute sie es doch, dass er offensichtlich Teile des Märchens selbst glaubte, was die Geschichte in ihren Augen noch lebhafter machte.
Auch, dass er sich für ihre Karten interessierte erfreute die Shiín, obwohl er reichlich wenig davon verstand. Sie würde es ihm gerne noch einmal erklären.
Als der Fuchsmensch sie fragte, was für eine Stadt denn "Eis" sei musste Iofiel unwillkürlich lachen. Ein herzhaftes Lachen schüttelte sie und sie musste einen Moment anhalten um sich wieder zu fassen.
Fröhlich wuschelte sie ihrem Begleiter über den Kopf, auf der er vor kurzem erst die Kapuze gezogen hatte. "Du bist süß, weißt du das?"
"Eis ist doch keine Stadt, Eis ist gefrorenes Wasser."
Konnte sie ihm das so erklären, dass er es verstand. Wohl kaum, hatte sie selbst doch ewig lange gebraucht um zu begreifen. "Wenn es sehr kalt ist, dann gefriert Wasser. Es wird hart, beinahe so hart wie Stein."
Ja, das klang nichteinmal so schlecht..

Dann erzählte er wieder, während die Sonne langsam wieder gen Horizont zog. Von der Wärme eines Menschen genährt, das klang seltsam, aber Iofiel fragte nicht weiter nach.
"Warum die Wüste, was hat ihr daran so gefallen?"
Zuletzt geändert von Iofiel am Sa, 24. Nov 2012 14:52, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Reise, Reise

Beitrag von Sabán » Do, 22. Nov 2012 21:15

Im ersten Moment wollte Sabán zurückzucken, doch als Iofiel ihm das Kopfhaar zerwuschelte, konnte er nicht anders als zu lachen. Ja, die Einsamkeit hatte ihm wirklich zu schaffen gemacht und dieses Shiín-Mädchen, so ungewöhnlich sie war, war ihm symphatisch.
Während er sein Haar wieder glattstrich, gab er mit einem schelmischen Grinsen zurück:
"Süß? Einen tapferen Recken nennt Ihr süß, holde Dame?"
Dabei versuchte er, einen vorwurfsvollen Gesichtsausdruck aufzusetzen, was ihm natürlich nicht gelang.
Ihre Erklärung von 'Eis' jedoch nahm er mit Skepsis auf. Wasser konnte nicht hart werden, wie denn auch?

Ihre nächste Frage machte ihn erneut nachdenklich. Was hatte ihr an der Wüste gefallen? Was hatte ihm gefallen?
"Nun, in der Wüste ist es sehr viel wärmer als hier, müsst Ihr wissen. Es regnet nur selten, Wasser ist das kostbarste Gut - es wäre ziemlich praktisch, kalte Eisblöcke in die Wüste zu schaffen, damit könnte man ein Vermögen machen.", machte er sich über das von Iofiel beschriebene Naturphänomen, welches er nicht glauben wollte, lustig, ehe er fortfuhr:
"Die Menschen und Elfen dort leben in Häusern aus Stein und ein Rohrsystem versorgt die ganze Stadt mit Wasser. Und sie wissen viel, diese Menschen dort... von den Sternen und der Welt, von Tieren und Pflanzen.
Und die meisten reiten auf Kamelen, nicht auf Pferden."
, berichtete er.
"Hier wurden wir mit Feindseligkeit beäugt, mit Misstrauen. In den Städten der Wüste war jeder Willkommen."

Das nicht etwa die Gastfreundschaft der Wüstenmenschen, sondern eher die Tatsache, dass Sabán als Attraktion in einem Wanderzirkus unterwegs gewesen war der Grund dafür war, dass er von Misstrauen und Hass verschont geblieben war, dieser Gedanke kam ihm nicht eine Minute lang.
Er wollte weitersprechen, da unterbrach sein knurrender Magen die Stille.
Erst sutzte Sabán peinlich berührt, dann lachte er vergnügt.
"Junge Dame, was haltet Ihr von einem kleinen Mittagsmahl?", fragte er, den Blick auf Iofiel gerichtet mit einer übertrieben schwungvollen Verbeugung.

Er suchte mit geübtem Auge die Umgebung ab, doch kein Wildbret ließ sich blicken. Mit einem Stirnrunzeln richtete er sich wieder auf.
"Nun... ich bin in der Jagdkunst nicht ganz unbewandert, dennoch fürchte ich, es wird eine kleine Weile dauern, ehe ich hier etwas essbares für zwei Personen aufgetrieben habe.", gab er etwas geknickt zu. Gerne hätte er Iofiel mit seinem Geschick ein wenig beeindruckt und gleichzeitig für eine Zwischenmahlzeit gesorgt.
Die beste Art, für einen glücklichen Augenblick zu zahlen, ist, ihn zu genießen.

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Re: Reise, Reise

Beitrag von Iofiel » Fr, 14. Dez 2012 12:59

Iofiel erfreute sich an Sábans Lachen und fühlte sich gleich etwas mehr beflügelt.
Mit einem Kopfnicken bestätigte sie die Frage des Fuchsmenschen und machte zu Ihrer Antwort, "ja, ich nenne euch süß, holder Recke", eine spottende Bewegung, die eine Mischung aus Knicks und Verbeugung darstellte. Ihr Gesichtsausdruck verriet jedoch eindeutig, dass sie es nur gut meinte.

Seine Schilderungen über die Wüste verfolgte sie mit großem Interesse und versuchte gleichzeitig sein Wissen mit ihrem abzugleichen. Über die Idee Eisblöcke in die Wüste zu bringen musste Iofiel schmunzeln. Die Idee an sich war hervorragend, doch würde das Projekt in der Umsetzung kläglich scheitern.
Von den Kamelen hatte sie bereits gehört und auch Bilder dieser Kreaturen gesehen. Im Grunde unterschieden sie sich nicht groß von Pferden, fand Iofiel.
"Deine Schilderungen klingen hübsch, aber gleichzeitig ist es doch in der Wüste nicht nur wärmer, sondern brütend heiß und lebensfeindlich."

Iofiel ließ sich nicht zweimal bitten, legte die Zügel ihres Pferdes auf den Rücken und ließ das Tier grasen. Einige Meter davon entfernt setzte sie sich ins Gras und beobachtete mit schiefgelegtem Kopf ihren Reisebegleiter dabei, wie er die Landschaft nach Wildtieren absuchte. Iofiel trat nur zu gerne die Aufgabe der Nahrungsbeschaffung an ihn ab, ihre Begabung dafür hielt sich in Grenzen. Als sie gen Himmel blickte bemerkte sie, dass dies jedoch keine Mittagsmahlzeit werden würde, sondern wohl eher ein verfrühtes Abendmahl.

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Re: Reise, Reise

Beitrag von Sabán » So, 16. Dez 2012 12:29

Ein verschmitztes Lächeln zog über sein Gesicht.
"Lebensfeindlich ist die Wüste ganz und gar nicht, wenn man weiß, wie und wo man suchen muss.", erklärte er. Für einen Außenstehenden mochte es freilich so wirken, als sei die Wüste ein karger Ort.
"Wenn die Sonne scheint, ist es heiß, ja, doch in der Nacht wird es fast so kalt wie hier im Winter. Stachelige Bäume, man nennt sie Kakteen, speichern das Wasser und stehen fast überall. Und dann gibt es noch die Oasen... kleine Inseln des Glücks, voller Wasser, Pflanzen und Tieren. Wieso es sie gibt und wie sie entstanden, wissen nur die Götter selbst. Farbenprächtige Blüten säumen einen See, der unterirdisch gespeist wird und diese Oasen bleiben jahrelang erhalten.

Die Wüstennomaden glauben, dass Mutter Erde ihren Kindern bei der ersten Durchwanderung der Steppe Oasen schenkte, um sie vor dem Tod zu schützen.
Die Beraij hingegen erzählen, dass die Göttin Sah'meena, Göttin des Lebens und die Mutter aller Erdenkinder entsetzt sah, wie ihre Kinder die Cala an Darh zu durchqueren versuchten und dabei qualvoll verendeten. Sie weinte so bitter und dort, wo ihre Tränen auf die Erde fielen, entstanden die Oasen."
, erzählte er von den Geschichten, die er selbst nur gehört hatte.
"Ich persönlich", ergänzte er schmunzelnd, "finde die Geschichte der Beraij netter. Sehr viel poetischer. Allerdings spiegelt das auch das ganze Volk wieder. Sie leben bunt und fröhlich, im Gegensatz zu den Nomaden, die für Farben und Feste nicht besonders viel übrig haben. Und das, obwohl sie einst einen einzigen Volk angehörten.", wusste er zu berichten.

Dann wand er sich wieder seinem ursprünglichen Vorschlag zu - Essen. Da Iofiel keine Einwände dagegen hatte, dass er dieses beschaffte, wollte er sofort losziehen, hielt dann jedoch inne und mit dieser ihm eigenen Geste der Verlegenheit kratzte er sich hinter den Ohren.
"Nun ehm...", druckste er herum.
"Also.. es verhält sich so, dass ich mich mehr auf das ehm.. Fangen der Beute verstehe. Daraus eine Mahlzeit zu bereiten, nun...", erklärte er sich lang und breit, ehe er doch mit der Sprache herausrückte.
"Ich esse meistens roh."
Kurz herrschte eine peinliche Stille, Sabán wedelte hektisch mit den Armen.
"Es geht eben schneller und mein Magen.. nun ja, mein ganzer Körper verträgt das eine ebenso gut wie das andere.
Also, wenn Ihr Feuer machen könntet, dann tut das nur. Darauf verstehe ich mich nicht, von Feuer halte ich mich naturgegeben lieber fern.
Aber ich weiß, dass die meisten ihr Fleisch gebraten bevorzugen."
, plapperte er drauf los, um Missverständnisse auszuräumen.

Bevor er noch unangenehmer wurde, verschwand er raschelnd im hohen Gras und ging auf Beutezug.
Die Sonne begann schon, unterzugehen, dass hieß für ihn, dass nun die meisten der Tiere aus ihrem Versteck kommen würden.
Tatsächlich dauert es nicht all zulange, bis er die erste Fährte eines Kaninchens entdeckte. Seine Schritte verlangsamten sich und seine Ohren zuckten aufmerksam hin und her.
Sabán schlich weiter, sorgsam darauf bedacht, auf keinen Zweig zu treten und einen der langen Grashalme zum Rascheln zu bringen.
Um ihn herum wurde alles egal, nur der nächste schritt zählte. Sein Messer hatte er griffbereit in der Hand, um sofort zum Angriff übergehen zu können, doch er hatte andere Pläne.
Da - er hatte das kleine, pelzige Wesen entdeckt, dass vorsichtig durch das Gras hoppelte. Er hielt nicht an, um zu mümmeln, sondern witterte nur immer wieder in der Luft. Sabán hielt sich stets im Windschatten, dass das Kaninchen ihn nicht entdecken konnte und folgte ihm eine ganze Weile lang beharrlich.
Endlich konnte er sehen, wonach er Ausschau gehalten hatte. Versteckt, und für den aufmerksamen Beobachter doch erkennbar, lag ein kleiner Kaninchenbau.
Sabán machte einen Bogen und platzierte sich hinter dem Eingang.
Das Kaninchen gab ein Signal von sich und ein weiteres samt Kinderschar hoppelte aus dem Bau.
Kaum hatten sie alle den Bau verlassen, sprang Sabán auf die ganze Herde her und schaffte es, gleich zwei der Fellknäuele an den Ohren zu packen.
Schnell brach er ihnen das Genick. Ein kleines, ein Großes. Nun, so konnten die anderen Jungtiere überleben, dachte der Fuchsmensch bei sch, dankte still den Göttern für dieses Mahl und machte sich gut gelaunt auf den Rückweg zu seiner ungewöhnlichen Reisebegleitung.

Ein Blick zum Himmel verriet ihm, dass sie wohl heute nicht mehr weiterreisen würde, es sei denn, das Pony verfügt über ungeahnte Fähigkeiten. Sabán winkte, und hoffte, dass Iofiel ihn sah und mittlerweile ein Feuer in Gang gebracht hatte. Für ihn war rohes Fleisch kein Problem, doch er wusste, dass die meisten anderen Völker ihr Fleisch lieber brieten oder kochten.
Nicht, dass ihm das nicht schmeckte, doch vor allem, seit er alleine unterwegs war, lohnte sich der Aufwand einfach nicht. Und sich dabei noch der Gefahr auszusetzen, den ganzen Wald in Brand zu stecken, das musste eben nicht sein. Davon abgesehen war Sabán eigentlich immer froh, wenn er sich in angemessenen Abstand zu den Flammen aufhalten konnte. Schlimmer als Feuer war eigentlich nur Wasser.

Als er in Sichtweite war, hielt er seine Beute triumphierend in die Höhe.
"Es ist zwar nicht besonders viel, aber für zwei wird es schon reichen.", meinte er, als er sich niederließ und mit ein paar gekonnte angebrachten Schnitten die Tiere ihres Fells entledigte. Nachdenklich hielt er das Fell in den Pfoten und drehte es hin und her.
"Es ist unbeschädigt. Man könnte es gerben und ein Kleidungsstück daraus machen. Einen Schal oder sowas.", dachte er laut und sah Iofiel fragend an.
"Ich habe dafür keine Verwendung. Wollt Ihr es? Ich kann die Unterseiten von allem befreien, was verderben kann und in der nächsten Siedlung kann es jemand bearbeiten.", schlug er vor.
Dann begann er damit, die Tiere fachgerecht zu zerteilen, sodass man sie entweder braten oder kochen konnte.
"Wir sollten heute nicht mehr weiterziehen. Es ist zu düster und bald wird es endgültig dunkel sein.", sagte er dann mit einem Blick auf die am Horizont verschwindende Sonne.
Die beste Art, für einen glücklichen Augenblick zu zahlen, ist, ihn zu genießen.

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Re: Reise, Reise

Beitrag von Sabán » Mo, 28. Jan 2013 19:53

Am nächsten Morgen erwachte Sabán noch vor der Sonne. Weite Nebelfelder waberten durch das hohe Gras der Hügelländer und der Tau perlte von den Halmen herunter.
Der Fuchsmensch streckte sich genüsslich und besah sich dann die Umgebung. Die Shiín neben ihm schlief noch friedlich.
EIn Gefühl, dass er nicht zu benennen wusste, bemächtigte sich plötzlich seiner. Es war keine Angst, mehr ein Unwohlsein, eher Scheu denn Abneigung und dennoch...

Langsam wich er ein Stück zurück und beobachtete die Iofiel. Nichts an ihr strahlte Feindseligkeit aus und auch am gestrigen Tag hatte nichts darauf hingedeutet... und doch. Es war so anders, so gar nicht typisch Shiín. Und ehe er es wusste, hatte er sich bereits entschieden.
Er schlich sich zu den übrig gebliebenen Resten des gestrigen Abendessens, schlang seinen Anteil herunter und griff dann nach seinem Beutel.
Das Pony beobachtete ihn dabei. Sorgsam darauf bedacht, keine ruckartigen Bewegungen zu machen und das Tier damit zu erschrecken, schlich Sabán sich rückwärts davon.
Als Iofiel durch das Gras aus seiner Sicht verschwand, wandte er sich um und wanderte querfeldein, in der Hoffnung, einen Baum oder sonstiges zu finden, damit er sich einenÜberblick verschaffen konnte. Nur weg aus diesem Land der lilahäutigen Wesen, deren Haare aussahen, als hätten sie alle schon viele, viele Jahre gelebt.

am Mittag, die Sonne stand bereits hoch - erspähte Sabán von einem einsam stehenden Baum aus eine grüne Linie - Wald! Er kleterte von seinem Ausguck herunter und lief nun stur in diese Richtung. Sein Ziel lag direkt vor ihm, das Waldelfenreich. Dort würde er dann weitersehen, vielleicht eine Karawane finden.... mal sehen, wer wusste das schon?

[verlässt das Thema]
Die beste Art, für einen glücklichen Augenblick zu zahlen, ist, ihn zu genießen.

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