Adventskalender 2012

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Schattenherz
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Adventskalender 2012

Beitrag von Schattenherz » Sa, 01. Dez 2012 17:25

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Ho ho ho :santa: In Drachenblut zieht der Winter ein!
Wir möchten euch die Weihnachtszeit ein wenig verschönern und haben deshalb 24 Überraschungen für euch vorbereitet. Ihr könnt euch in den nächsten Wochen bis zum Weihnachtsabend täglich auf kleine und größere Neuigkeiten aus der Welt und andere Neuerungen freuen :)

Den Anfang machen wir aber mit einem Tapetenwechsel: Passend zur Weihnachtszeit hat das Team Namen und Avatare geändert, um mal für ein bisschen Abwechslung zu sorgen. Was die Profilbilder angeht, werden wir nun knapp einen Monat als wir selbst unterwegs sein - die Namen haben wir entsprechend der Jahreszeit ausgesucht :aww:

Außerdem wollen wir euch eine Aufgabe stellen, die euch vielleicht etwas in festliche Stimmung bringt:
Bis zum 24. Dezember hat jeder von euch Zeit, in sein Rollenspiel etwas weihnachtliches einzubringen. Ein Weihnachtsfest, wie wir es kennen, gibt es in Alvarania natürlich nicht, und bei manchen von euch ist gerade Sommer - aber seid einfach kreativ! Ein Schneegestöber, ein Weihnachtsbaum oder geschmücktes Tannengrün, ein verpacktes Geschenk, Lebkuchen und Kekse, Weihnachtsduft, Gemütlichkeit bei Kerzenschein, ein Treffen mit der Familie... es muss nichts ganz offensichtlich weihnachtlich sein, aber doch einen für uns nachvollziehbaren Zusammenhang damit besitzen. Wir sind gespannt, was euch einfällt, und werden euch mit einer Kleinigkeit Ruhm belohnen :)
Es kann mit jedem Charakter teilgenommen werden. Sollte euer Mitspieler etwas weihnachtliches in seinem Posting erwähnt haben, reicht es zur Erfüllung der Aufgabe nicht, kurz zu sagen, dass euer Charakter das sieht (o.Ä.). Geht etwas genauer darauf ein oder denkt euch etwas eigenes aus ;)
Schickt Schatti den Link zum Posting dann per PN.

Wir wünschen euch allen eine schöne Adventszeit :)
Ara, Dira, Schatti, Shiro und Tyreth

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Re: Adventskalender

Beitrag von Schattenherz » So, 02. Dez 2012 11:33

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Zum 1. Advent gibts was zu gucken:
Wir haben die Charakterliste ("Wer spielt welchen Charakter") in etwas ansprechenderer Form umgesetzt. Ihr findet sie nun dort, wo es auch die Postingreihenfolge, Abwesenheitsliste etc. zu sehen gibt, der Thread wird dann demnächst verschrottet. Sagt Bescheid, falls wir jemanden vergessen haben :)
Viel Spaß damit!

Adraéyu: Deine Idee, die Zweitcharaktere im Profil zu verlinken, fanden wir nach einigem Nachdenken leider nicht ganz so praktisch, weil wir befürchten, dass diese Info nur von sehr wenigen Spielern aktuell gehalten werden würde. Das ist nun unsere Idee, die Liste ein bisschen zu verbessern, unter anderem auch, weil sie leichter zu pflegen und somit leichter aktuell zu halten ist :) Wer unbedingt will, kann seine Zweitcharaktere ja beispielsweise über/unter dem Steckbrief verlinken.

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Re: Adventskalender

Beitrag von Shandira » Mo, 03. Dez 2012 8:19

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Heute gibt es eine Ergänzung zu einem düsteren Kapitel Drachenbluts. Der Text zu den Vampiren wurde von Sortan um einen kurzen, aber nicht unwesentlichen Abschnitt erweitert:

"Nach Belôzars Tod herrschte Verwirrung unter den führerlosen Vampiren, bis schließlich ein neuer Hohepriester den Geheimbund teilweise wieder vereinte. Er war wesentlich kleiner als zu seinen Glanzzeiten und glich eher einem lockeren, instabilen Zusammenschluss als einem wirklichen Bund. Die Macht der Vampire war stark geschwächt und ihre Anzahl durch die ständig neu auftauchenden Jäger dezimiert und gefährlich am Absinken. So kam es, dass sich in großen Städten, kleineren Fürstentümern und auch in anderen zivilisationsreichen Gegenden Clans bildeten. Die Vampire nannten ihre Gruppierungen selbst Kasten oder Logen. Die meisten dieser Gruppen bestanden nur aus wenigen Vampiren und konzentrierten sich auf eine, ihre, Stadt. Bündnisse wurden seltenst geschmiedet, denn sie alle wollten Belôzars Geheimbund ablösen und selbst an die Spitze der Macht gelangen. So kam es oft dazu, dass sich rivalisierende Clans bekämpften, Intrigen schmiedeten und um Anwärter warben. Natürlich ohne das Wissen der Öffentlichkeit. Neben den vielen kleinen Kasten, den Resten des großen Geheimbundes mit Sitz in Merridia und den großen Kasten gibt es noch die freien Vampire. Sie sind unabhängig, agieren alleine und halten sich aus den Kriegen heraus. Oft werben verschiedene Clans um sie, wenn sie bekannt sind. Noch öfter jedoch fallen sie gar nicht auf, da sie ohne Hilfe nur schwer überleben. Jede dieser Kasten für sich genommen ist schwach und schafft es gerade so durch eigene Kraft zu überleben. Es heißt aber, dass eines Tages ein Vampir geboren wird, der alle Vampire einigt und sie zu neuer Macht und Größe führt - auf diesen Tag warten nicht wenige Vampire bisher vergeblich, und manch andere versuchten schon, ihre Leidensgenossen mit einer inszenierten Erfüllung der Prophezeiung zu täuschen."

Vielen Dank für die Idee und Ausformulierung, Sortan, dafür hast du dir die Medaille verdient :)
Tanze, tanze über Tiefen, denn wer tanzen kann der lebt!

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Re: Adventskalender

Beitrag von Shiro d'Antelle » Di, 04. Dez 2012 13:02

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Heute gibt es etwas über die Elvoin und ihren Glauben zu ihrer Göttin Asz’dara zu erfahren:
Die Elvoin versammeln sich mehrmals im Jahr im Sumpf Nogorath, um zu ihrer Göttin Asz’dara zu beten. Laut ihrem Glauben bestimmt Asz’dara über ihr Schicksal und damit auch über Leben und Tod. Bei den regelmäßigen großen Gebeten zünden die Elvoin besondere Kerzen aus Bienenwachs an, die sie zu hohen Preisen von Händlern aus Rômachar und Thasani erhalten. Die Kerzen verteilen sie im Nogorath auf dem Boden und in den Bäumen, wo sie die gesamte Nacht über brennen, damit Asz’daras Aufmerksamkeit auf die betenden Elvoin gelenkt wird. Bei ihrem Gebet verfallen die Elvoin in einen gemeinschaftlichen Singsang, bis sie in einen tranceähnlichen Zustand verfallen, um so in Kontakt mit ihrer Göttin zu treten. Auf diesen Weg wollen sie Asz’dara ehren und ihre Gunst erlangen. Denn sie bestimmt das Schicksal und hält ihre Hand über die Neugeborenen und Toten.
Per aspera ad aspera, und nichts ist jemals leicht.

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Re: Adventskalender

Beitrag von Ara » Mi, 05. Dez 2012 1:29

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Morgen ist Nikolaus!
Und damit ihr auch hier im Forum nicht leer ausgeht, solltet ihr die Stiefel rausstellen. Aber nicht irgendeinen Stiefel - irgendwo haben wir einen für euch vorbereitet. Aber in welche Ecke haben wir ihn gestellt? Wars die Eiswüste? Der geheime Zirkus? Hat ihn einer der Sieben Götter an? Na ihr müsst wohl selbst suchen. Jedenfalls sind wir uns sicher, dass der Nikolaus allen, die am 6. einen Stiefel im Profil haben, eine Kleinigkeit schenkt :)

(Bindet den Stiefel, wenn ihr ihn gefunden habt, bis zum Mittag des 6.12. in euer Profil ein (über den [img]-Tag am besten in das Inventar-Feld) und sagt per PN an Schatti Bescheid - mit der Info, wo ihr ihn gefunden habt. Eine Belohnung gibt es nur für einen Account je Spieler.)

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Re: Adventskalender

Beitrag von Tyreth » Do, 06. Dez 2012 13:06

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Für alle, die brav den Stiefel vor die Tür gestellt haben, gibt es 5 Ruhm. Vielen Dank an alle, die mitgemacht haben! :aww:
Ara und Tyreth, also ich, haben eine Neuigkeit für die geschäftstüchtigen Abenteurer, die wissensdurstigen Forscher und diejenigen, die nicht wissen, wohin mit ihrem Reichtum:
Starrkraut
Aussehen
Die Pflanze an sich fällt recht klein und zierlich aus und würde vermutlich in den Gräserwogen Khirundans untergehen, hätte sie nicht etwas, was vom Grün der anderen Pflanzen herausstechen lässt. Sie wird nicht besonders groß, besitzt mehrere Blätter, die dünn und meist länger als die Pflanze selbst sind. Auch ihr Stiel fällt recht schmal aus, beides ist in einem kräftigen dunklen Grün gehalten. Was die Pflanze jedoch auffallen lässt ist die Blüte. Sie hat ein dunkles und kräftiges Blau, die Blütenblätter sind in mehreren Ringen dicht aneinandergereiht und laufen spitz zu.

Vorkommen
Ursprünglich stammt die Pflanze aus Khirundan, da sie im feuchtwarmen Klima des Landes hervorragend gedeiht. Tatsächlich passiert es allerdings nur sehr selten, dass die Acyrie mytioratea oder auch "Starrkraut" genannte Pflanze erblüht. Nur einmal jährlich zum Beginn der Regenzeit passiert es, dass man die Pflanze in voller Blüte sehen kann. Ist Acyrie mytioratea erstmal erblüht stehen die Bestände bloß für zwei bis drei Wochen in voller Pracht, bevor die letzten Blüten welk werden und die Felder wieder wie gewöhnliche Graswiesen wirken. Die einzelnen Blüten bestehen recht lange, jede Pflanze bildet aber nur wenige von ihnen aus (5-10 pro Vegetationsperiode). Nachdem die Pflanze verblüht ist, bildet sie vermehrt Blätter aus, die jedoch nicht weiter auffallen. Interessant ist jedoch, dass diese von den Pflanzenfressern Khirundans sorgfältig gemieden werden. Zu Beginn der Trockenzeit zieht die Pflanze alle oberirdischen Teile ein und überdauert die Trockenzeit unterirdisch. Ihre Reserven speichert sie in den Wurzelknollen, um dann sofort zu Beginn der nächsten Regenzeit als erste Pflanze zu blühen. Eine weitere Anpassung an Trockenheit hat die Pflanze nicht. Sie ist auf den Wechsel von Regen- und Trockenzeit angewiesen und benötigt warme Temperaturen und hohe Feuchtigkeit in Kombination, um zu blühen.

Chimairen sprechen oft von „blauen Wiesen“, die in der Landschaft gefunden werden können - der einzige Ort, an dem man diese wirklich bewundern kann, ist jedoch ein kleiner Talkessel in der Nähe des Nordufers des Unterlaufes des Athquatai (der größte Fluss Khirundans). Woanders kommen nur kaum nennenswerte Bestände vor, die wenn überhaupt aus einer Handvoll Pflanzen bestehen, da die Samen von Acyrie mytioratea sich nicht weit verbreiten.
Durch Händler und Reisende breitete sich die Pflanze jedoch auch vereinzelt über die Grenzen Khirundans aus. Außerhalb Khirundans wird sie im kleinen Stil in Laethea angebaut, da hier ähnliche Bedingungen herrschen; der Anbau allerdings gestaltet sich schwer, da sie sich nicht leicht vermehren lässt und empfindlich auf Veränderungen der Umweltbedingungen reagiert.

Wirkung
Nur die Blüte enthält die berauschenden Wirkstoffe, die bei Menschen und Elfen gleichermaßen begehrt sind. Bei Verzehr haben die Blüten eine aufputschende Wirkung auf die konsumierende Person, mit einer Reihe von entsprechenden Effekten. Bei der richtigen Dosis wirkt die Pflanze auflockernd, aphrodisierend, schmerzhemmend und führt zur vermehrten Ausschüttung von Dopamin und Adrenalin. Einfach ausgedrückt putscht sie die betroffene Person kurzzeitig auf und macht sie munter, kräftig und glücklich.

Nebenwirkungen
Neben der kurzen Dauer des „Blütenrausches“ ist der darauffolgende unüberwindbare Wunsch nach dem nächsten die wohl wichtigste Nebenwirkung. Denn die Blüten machen abhängig, und das schnell und stark. Wer einmal vom „Blauen Honig“ gekostet hat, kommt nur schwer wieder von ihm los. Bei wiederholtem Gebrauch stellt sich der Körper nicht nur auf die Droge ein, sodass man immer größere Mengen braucht, es kommt auch zu starkem Reizhusten, Depressionen, verminderter Belastbarkeit, Bewusstseinsstörungen sowie zu Schweißausbrüchen und plötzlichem Schüttelfrost, sollte sich der Betroffene nicht im Blütenrausch befinden. Die Pflanzen sind toxisch, ein Grund warum sich Tiere von ihr fernhalten, Abhängige werden von ihr langsam zu Grunde gerichtet. Der Konsum einer ganzen Blüte führt bei einen ausgewachsenem Mann zur Bewusstlosigkeit, 2er zum sogenannten „Starren Blick“, zum plötzlichen Tod mit weit aufgerissenen Augen. Langzeitkonsumenten entwickeln eine gewisse Resistenz gegen die toxischen Stoffe, sodass sie etwas größere Mengen vertragen.

Auch im Rausch selbst können Nebenerscheinungen wie Halluzinationen, Wahnvorstellungen, Ohnmacht oder Übelkeit auftreten, in seltenen Fällen kommt es zum Taubheitsgefühl an verschiedenen Körperteilen oder zum kurzzeitigen Verlust der Stimme. Vereinzelt kann das in der Pflanze enthaltene Narkotikum auch zur Bewusstlosigkeit oder zu stark eingeschränkter Wahrnehmung führen. Die genauen Nebenwirkungen variieren allerdings von Körper zu Körper - ebenfalls von der Menge und der Häufigkeit ist es abhängig, wie der Körper darauf reagiert.

Nutzung
Grundsätzlich kennt man für die Pflanze zwei Nutzungsmöglichkeiten:
Naturverbundene Völker wie die Chimairen nutzen sie für rituelle Zwecke, Menschen und Elfen kennen sie als Droge und Genussmittel.
Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten wie die Blüte konsumiert wird, hier kommt es wie bei Alkohol zu regionalen Vorlieben. Die größte Wirkung erzielen Blütenblätter wenn sie roh verzehrt werden. Da man hier schnell eine Überdosis erwischen kann, kochen viele die Blätter in heißem Wasser auf und trinken es wie einen Tee. Eine weitere beliebte Möglichkeit ist das Trocknen der Blütenblätter, um sie anschließend zu rauchen.
Oft wird ein geringer Anteil der Blüte mit anderen Kräutern und Geschmacksstoffen gestreckt, was zwei Gründe hat: Erstens da pure Blüten aufgrund vieler enthaltener Bitterstoffe fast ungenießbar sind, andererseits da Blüten entsprechend teuer sind. Je weiter man sich von Khirundan entfernt, desto mehr steigt der Preis für die Blüten. Gestreckte und gepanschte Kräutermischungen sind die am häufigsten auftretende Form, da sie billig sind und auch ärmere Leute sie sich leisten können. Pure Blüten sowie hochprozentige und hochwertige Blütenmischungen sind meist dem Adel vorbehalten.

Verbreitung
Die Pflanze ist erst in wenigen Regionen Alvaranias bekannt. Mancherorts ist sie geschätzt und von höchstem Wert, andernorts wird sie nicht einmal gesellschaftlich toleriert.
In Khirundan ist sie schon seit Jahrhunderten ein wichtiger Bestandteil der Kultur der Chimairenstämme. Sie wird im Zuge von religiösen Ritualen konsumiert, vorwiegend als Tee. Da sie direkt an der Quelle sitzen, verwenden Chimairen ausschließlich pure Blütenblätter. Für viele der Rituale sind sie unentbehrlich, sie werden jedoch aufgrund jahrhundertelanger Erfahrung mit der nötigen Vorsicht genutzt.

Durch den kulturellen Austausch und seltenen Handel mit den Chimairen wird die Pflanze auch bei den Steppenreitern für rituelle Zwecke verwendet, spielt hier aber nicht so eine ausgeprägte Rolle wie bei ihren südlichen Nachbarn. Der Konsum ist den Schamanen vorbehalten. Auch sie können auf reine Blüten zurückgreifen, ziehen es aber vor, sie mit anderen Kräutern zu mischen.

Den Shiín und den Bergelfen ist die Pflanze kaum bekannt. Höchstens vereinzelt gibt es Personen die die Pflanze oder ihre Wirkung kennen; noch weniger sind es, die sie nutzen. Das Wissen das es dort gibt besteht aber eher aus Gerüchten und Mutmaßungen als aus Fakten.

In den südöstlichen Wäldern bauen die Waldelfen die Pflanze im sehr kleinen Stil an. Hier ist sie als Acyrie mytioratea bekannt. Da sie in den südlichen Wäldern ähnliche Verhältnisse wie in Khirundan genießt lässt sie sich hier mit einigen Schwierigkeiten anbauen - was aber nur wenige tun, da auch hier die Blütephase nur sehr selten und sehr kurz anhält und der Ertrag entsprechend gering ist. In Lathea und Lúrean wird sie nur als Opfergabe für die Götter verwendet und nicht konsumiert, weiter nördlich, in den Wäldern von Sieryan und Fanya, ist sie nur wegen ihres interessanten Erscheinungsbildes geschätzt. Weitere Nutzungsmöglichkeiten der Pflanze sind dort bisher noch gar nicht bekannt.

In den Nordreichen ist die Pflanze seit etwa einem Jahrzehnt kleinen Kreisen unter dem Namen Starrkraut bekannt und wird ausschließlich als Droge missbraucht. Aufgrund der großen Entfernung zu Khirundan sind hier fast nur gepanschte und gestreckte Blütenmischungen zu finden. Blüten sind selten und extrem teuer, was den Schmuggel trotz der Strapazen attraktiv macht. Noch ist es äußerst schwer und kostspielig, selbst an kleinste Mengen zu gelangen.
Ihr Gebrauch als Droge ist größtenteils in Mérindar ein Problem, wo es aufgrund der hohen Suchtgefahr strengstens verboten ist. Dies macht den Blauen Honig, wie die Kräutermischungen genannt werden, jedoch nicht weniger begehrt, sowohl einfache Leute als auch der Adel finden an der exotischen Droge gefallen. Der Schmuggel erfolgt meist über die zerfallenen Reiche, wo sie zwar ebenfalls ungern gesehen wird, es jedoch keine Gesetze gegen den Handel mit dieser Ware gibt. Sie konnte sich hier aufgrund ihres hohen Preises nie als Rauschmittel etablieren und hat nur wenig Relevanz. In Arcanis und den wilden Landen ist sie bisher noch gar nicht bekannt, weswegen sie auch hier keine Rolle spielt.

Eine besondere Rolle nimmt die Pflanze in der Cala an Darh ein, wo sie Nezaia genannt wird. Hier ist sie als Genussmittel seit etwa zwanzig Jahren ein Bestandteil der Kultur und durchzieht alle Gesellschaftsschichten. In einigen größeren Siedlungen existieren sogenannte „Blütenzelte“, in denen Blütenmischungen verkauft und konsumiert werden. Sie sind vergleichbar mit Tavernen, wo sich Bewohner mit Freunden treffen oder Geschäfte abgeschlossen werden. Das gemeinsame Rauchen von Blütenmischungen gehört hier in den höheren Gesellschaftsschichten seit neuestem zum guten Ton.
Einschränkende Gesetze gibt es kaum, da der Konsum der Droge noch nicht zu größeren Problemen geführt hat, jedoch unterscheidet sich das Konsumverhalten von Region zu Region deutlich. In Naradesh beispielsweise ist es nur in Blütenzelten gestatten das Mittel zu konsumieren, und auch nur solche dürfen Blütenmischungen verkaufen. So versucht der Sultan, den Konsum zu kontrollieren. Je weiter man nach Westen kommt desto willkürlicher wird der Konsum, bis schließlich Blütenmischungen auch vereinzelt auf täglichen Märkten angeboten werden. Wobei auch hier Blütenzelte existieren, da es als unhöflich angesehen wird, das Mittel alleine zu rauchen.

In Kamîrush ist die Droge erst seit sehr kurzer Zeit bekannt, avancierte aber (vielleicht auch aufgrund der Unkenntnis über die langfristigen Folgen) zu einer beliebten Zerstreuung mancher oberen Gesellschaftsschichten. Allerdings gilt der Konsum als dekadent und unmoralisch - was ihn für manche nur noch interessanter, für andere aber undenkbar macht.

Preis
Die Preise variieren von Region zu Region. So ist es in den Nordreichen z.B. äußerst schwer, überhaupt an die Blüte zu gelangen. So hat sich in den Nordreichen ein Kaufpreis von bis zu 30g Silber für eine mittlere Dosis entwickelt - das entspricht dem Preis für ein Schwein oder 40kg Weizen und in etwa dem Lohn, den ein Soldat am Tag erhält. Damit ist die Droge nicht völlig außer Reichweite auch für mittlere Gesellschaftsschichten, hat aber einen stolzen Preis, der besonders bei Süchtigen zu immensen Ausgaben oder dem Ausweichen auf billigerem schlechte, noch schädlichere Mischungen zur Folge hat.
In der Wüste hingegen ist das Starrkraut etwas leichter zu erhalten, wobei sie auch hier wegen ihrer Seltenheit einen hohenPreis beibehält. So zahlt man in den Sommermonaten nach der Blütephase etwa 15g Silber für ein Gramm der gefragten Pflanze. Im Winter und Frühjahr neigt der Preis in der Wüste zu variieren, abhängig davon, wie viele Pflanzen im letzten Sommer ihren Weg in die Wüste gefunden hatten. Dementsprechend kann auch hier der Wert bis zu 20g/Silber pro g/Blüte erreichen.

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Re: Adventskalender

Beitrag von Schattenherz » Fr, 07. Dez 2012 10:48

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Heute gibts was flauschiges:

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Das Ukhaan, auch gehörntes Karibu genannt, ist die wichtigste Jagdbeute der meisten Steppenreiter-Stämme. Es durchstreift die ganze Steppe bis hinunter nach Khirundan; im Winter ist es im milderen Süden, im Sommer im nördlichen Teil zu finden.

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Re: Adventskalender

Beitrag von Shandira » Sa, 08. Dez 2012 10:26

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Heute gibt es Wissenswertes zum Kalender und den Monatsnamen der Wilden Landen zu erfahren.
Tanze, tanze über Tiefen, denn wer tanzen kann der lebt!

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Re: Adventskalender

Beitrag von Schattenherz » So, 09. Dez 2012 10:22

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Zum zweiten Advent...
...haben wir die schon lange fällige ausführliche Beschreibung der Koróni, der Vogelmenschen aus Khirundan, für euch vorbereitet. Vielen Dank an Lirak, dank deren Initiative und Ideen dieser Text entstanden ist! Auch du hast dir damit deine Medaille für den Beitrag zur Weltenbeschreibung verdient.

Außerdem hat Dira vor einigen Tagen einen Hauch von friedlicher Weihnachtsstimmung in den Frühlingsabend in der Nähe von Kernok gebracht. Ihr seht, es muss nichts weltbewegendes sein, mit dem ihr unsere Aufgabe erfüllen könnt :)
"Das Holz war glücklicherweise trocken und als sie sich hinunter beugte, um die Scheite in den Feuerkorb zu legen, drang ihr der Duft von Tannen in die Nase und beruhigte sie auf seltsame Art und Weise. Unweigerlich dachte sie an eine Reise mit ihrer Mutter und Anardin zurück. Damals, als alles noch gut gewesen war. Es war ein schöner Tag gewesen, trotz der Jahreszeit war es recht warm gewesen und die Sonne hatte geschien. Sie hatte mit ihrem Bruder herum gealbert und auch ihre Mutter ging an diesem Tag versöhnlicher mit ihr um. Shandira seufzte und sog den Duft von Tannen ein, der ihre Wut verrauchen ließ."

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Re: Adventskalender

Beitrag von Schattenherz » Mo, 10. Dez 2012 15:58

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Heute möchten wir euch NPCs vorstellen, die in den Abenteuern schon die eine oder andere Rolle gespielt haben und nur darauf warten, von euch zu Spielercharakteren gemacht zu werden.
Youssuf war einst ein berühmter Wüstenführer, der jede Karawane sicher durch die Cala an Darh führen konnte - heute, zwei Jahrzehnte später, kennt man ihn, wenn überhaupt, nur noch als Trinker, der den alten Zeiten nachhängt. Der Alkohol hat ihn früh altern lassen. Und dann sind da noch die Erinnerungen an die letzte Karawane, die er führte... und nicht mehr heil zurückbringen konnte. Was auch immer dort geschah, es lässt ihn nicht mehr los und machte ihn zu dem Wrack, das er heute ist. Doch noch immer hat er seinen Stolz, Erfahrung und Wissen... ob er noch einmal die Gelegenheit bekommt, zu zeigen, was in ihm steckt?

Die Halbelfe Irina hat schon viel von den Nordreichen gesehen - als Mitglied einer Gruppe Zigeuner bereist sie Mérindar, Córalay und Cathrad schon ihr Leben lang. Feuer ist ihre Leidenschaft, und so unterhält sie die Zuschauer als Feuerspuckerin und mit anderen Kunststückchen. Feurig ist allerdings auch ihr Temperament - oder zumindest der Teil davon, den sie öffentlich zeigt: Sie scheut sich nicht, ihre Meinung zu sagen, dieser auch körperlich Nachdruck zu verleihen und gibt sich im Allgemeinen stark, unnahbar und hat kein Problem damit, sich auch unter Männern zu behaupten. Wie es hinter dieser Fassade aussieht? Das weiß kaum jemand.

Hauptmann Stanton ist nicht unbedingt das, was man unter einem pflichtbewussten Wachmann Merridias versteht - Rückgrat ist nicht gerade seine Stärke. Doch er kann sich anpassen, und schaffte es bisher immer wieder, einen Vorteil aus jeder Situation zu ziehen. Sogar mit der adligen Vampirin Briseis hatte er Kontakt und lieferte ihr hin und wieder - gegen klingende Münze, versteht sich - wichtige Informationen. Wer weiß, bis in welche Kreise seine Beziehungen noch reichen? Auch kleine Fische können große Wellen schlagen.
Meldet euch bei uns für weitere Informationen, wenn ihr Lust habt, einer dieser Personen Leben einzuhauchen!

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Re: Adventskalender

Beitrag von Schattenherz » Di, 11. Dez 2012 14:45

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Die Sieben Götter kennt ihr ja schon. Heute gibt es ein klein wenig über die Ausprägung des Glaubens in den Nordreichen zu lesen:
Der Glaube an diese sieben Götter stammt von den Elfen. Als die Menschen, die heute die Nordreiche bevölkern, Alvarania erreichten, übernahmen die meisten von ihnen diesen Glauben mit der Zeit, da sie der Meinung waren, ihre alten Götter hätten auf dem neuen Kontinent keine Macht. In Arcanis entwickelte sich vor einigen Jahrhunderten ein neuer Glaube; ist daher im Folgenden von den Bewohnern der Nordreiche die Rede, schließt das die Arcanier aus.

Die Götter wandelten laut den Legenden, die die Menschen von den Elfen übernahmen, vor langer Zeit noch auf der Erde Alvaranias und griffen in das Schicksal des Kontinents ein, heute treten sie jedoch nur noch indirekt über Visionen und Träume in Erscheinung. Dies allerdings nicht sonderlich selten; die meisten Bewohner der Nordreiche behaupten von sich, dass ihnen einer der Götter schon einmal erschienen sei und ihnen Rat oder Befehle erteilt habe. Passend zu diesem häufigen Auftreten der Götter ist ihre Verehrung ebenso etwas für jedermann, nichts entrücktes und Geweihten vorbehaltenes. Viele Bewohner Mérindars, Córalays und Cathrads gehen häufig in den Tempel, der in jeder etwas größeren Stadt vorhanden ist, um kleine Opfergaben niederzulegen. Andere ehren die Götter eher im Alltag durch kurze Gebete, Anrufungen oder kleine Rituale.

Die Unterwelt
Ein Element ihres Glaubens, das übrigens allen Menschenvölkern und den Orks (das heißt: allen zur Naturmagie befähigten Rassen) gemein ist, behielten die Menschen bei, als sie den Glauben an die Sieben Götter übernahmen: Während die Elfen glauben, dass sie nach dem Tod wieder geboren werden würden, sind die Menschen und Orks der Meinung, dass die Seelen oder Geister der Verstorbenen ohne Körper überdauern - wie sonst könnte man sie mithilfe der Naturmagie beschwören? So ist ein wichtiges Element des Glaubens der Menschen der Nordreiche, dass die Verstorbenen in einer Unterwelt auf das Ende der Welt warten. Wie dieses aussieht und was dann mit den Verstorbenen passiert, darüber gibt es viele Theorien. Einig sind sich die Bewohner der Nordreiche aber darin, wo diese Unterwelt liegt, und wie sie ungefähr aussieht: Sie soll tatsächlich unter der Welt der Lebenden zu finden sein, und es soll sogar möglich sein, sie über bestimmte tiefe Höhlen zu erreichen. Um den Weg in die Unterwelt zu verkürzen, ist es üblich, möglichst tiefe Gräber auszuheben - je reicher und/oder beliebter ein Gläubiger war, desto tiefer liegt er meist. Daher rühren auch einige Redewendungen, die unter den Anhängern der Sieben Götter in den Nordreichen üblich sind.

Die Unterwelt ist kein Ort der Strafe - jeder Gläubige kommt dorthin, ganz unabhängig von seinen Taten zu Lebzeiten. Die Menschen in den Nordreichen glauben, dass die Strafe für schlechte Taten sie noch zu Lebzeiten durch den Willen der Götter ereilt.

Tempel und Priester
Meist werden die Götter in den Städten in einem gemeinsamen, reich und prächtig ausgestatteten Tempel verehrt. Auf dem Land jedoch kommt es häufiger vor, dass die kleinen Schreine, die in den Dörfern oder am Wegesrand zu finden sind, nur einer der Gottheiten geweiht sind. Daneben gibt es auch "Gebetstempel", die ständig von Priestern und Priesterinnen bewohnt werden, die ihr Leben der Verehrung meist eines einzigen Gottes gewidmet haben. Je nach Tempel gelten bestimmte Verbote und Regeln, insgesamt wird jedoch hauptsächlich verlangt, dass sie ihr Leben im Sinne der Gottheit leben. Sie verbringen einen großen Teil ihrer Zeit mit Gebeten, je nach Gottheit widmen sie sich aber auch der Verbreitung der Lehre des jeweiligen Gottes in der Bevölkerung - nicht durch hehre Worte, sondern durch Taten. Die Priester Cirians kümmern sich um Kranke und Verletzte, die Priester Arycons widmen sich den Kriegern - einige wenige als Ausbilder, die meisten jedoch, indem sie ihnen einen Rückzugsort bieten. Die Priester Ondaras weihen die Felder und bewahren und erweitern das landwirtschaftliche Wissen, die Priester Rheluns sind dafür verantwortlich, den Toten durch die richtigen Rituale einen leichten Weg in die Unterwelt zu zeigen und sie am verweilen in der Welt der Lebenden (als Geister) zu hindern. Die Priester von Jonlai üben sich oft selbst in der Magie, hauptsächlich sehen sie ihre Aufgabe aber darin, die magische Begabung in Elfen und Halbelfen zu erkennen und ihnen beim Erspüren des Elementes und dem Erlernen der ersten Zauber zur Seite zu stehen. Die Priester (oder meist Priesterinnen) der Göttin Vai'leska kümmern sich inbesondere um Kinder, geben, falls der Wunsch besteht, Ehen ihren Segen und setzen sich für Liebende ein. Die Priester Hernýs' letztendlich widmen sich tatsächlich dem Wein - nicht nur dem Wissen um den Anbau von Reben und ihre Weiterverarbeitung, sondern auch seinem Konsum. Hauptsächlich stehen sie jedoch für Lebensfreude fern von Zukunftsängsten (oder überhaupt jedem Gedanken an die Zukunft), und die von ihnen ausgerichteten Feste sind die verschwenderischsten. Ihr Ziel sehen sie erreicht, wenn jeder ausgelassener Stimmung ist; gesellschaftliche Werte und Regeln lassen sie dabei auch gerne einmal außer acht.

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Re: Adventskalender

Beitrag von Shandira » Mi, 12. Dez 2012 9:10

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Das 12. Türchen unseres Kalenders kommt mit einer kleinen Vereinfachung der Altersberechnung von Elfen, Menschen und Halbelfen daher:
Seit heute findet ihr in der Beschreibung zu den Elfen ein kleines Tool, mit dem ihr das Alter eures Elfen in Menschenjahre und Halbelfenjahre umrechnen könnt - und natürlich andersherum. Wir hoffen, dass dieses Tool die Altersfrage in Zukunft erleichtert und verständlicher macht :)

Inzwischen ist es in Alvarania außerdem recht weihnachtlich geworden - zumindest bei zwei weiteren Charakteren.

Adraéyu trifft einen mysteriösen Mann im Wald...
Drei Eichen und einen Bach und irgendwann standen sie wirklich vor dem Haus. Es lag abgelegen in einem kleinen Nadelwäldchen. Es duftete überall nach Tanne und Fichte und am Boden lagen unzählige Nadeln, Zapfen und kleinere, vertrocknete Zweige. Vor dem Haus standen einige flache Steine auf welchen unzählige Kerzen brannten und diese dufteten süßlich. Es waren Bienenwachskerzen, doch Adraéyu erschloss sich nicht, warum diese Kerzen alle brannten. Doch beim näheren Hinsehen erkannte Adraéyu, dass die Steine mit seltsamen Zeichen bemalt worden waren. Er konnte sie weder lesen, noch deuten, doch irgendwie machten sie auf ihn einen besinnlichen und beruhigenden Eindruck. Fast friedlich. [...] Und kurz darauf trat ein noch älterer Mann aus der Tür. Er hatte einen weißen Bart und trug alte, abgetragene Kleidung, die irgendwann einmal, vor vielen Jahren wohl, einen edlen rötlichen Ton gehabt haben musste.

... und Aenaeris ist im Winter in Mérindar unterwegs:
Es war der Tag der Wintersonnenwende. Aenaeris erkannte dies an dem Priesterzug, der durch die Straßen Aymâns marschierte und die Menschen daran erinnerte. Zwar gab es an dem einen oder anderen Tempel eine Anschlagtafel, an der dies verkündet wurde, jedoch die wenigsten Menschen konnten lesen oder schreiben. Und so hatte sich das Brauchtum eingebürgert, dass solche Prozessionen eingeläutet wurden. Die Priester schritten hoheitsvoll durch die Straßen, eingehüllt in ihre kostbaren Brokatkleider, schwangen Räucherschalen, die an einer Kette befestigt waren, und in welchen kostbare Räucherharze verbrannt wurden, die die Straßen mit einem schweren und intensiven Duft tauchten, so dass man für kurze Zeit den Gestank und Dreck, der vorherrschte, kaum wahrnahm. Es war ein besonderes Harz, Oliban, und es wurde nur in dieser Zeit verbrannt. Die Wintersonnenwende war der erste Tag der Rauhnächte. Zwölf gab es insgesamt davon, und in dieser Zeit gab es einige wichtige Ereignisse. Die Wintersonnenwende bedeutete den kürzesten Tag und die längste Nacht. In diesen zwölf Tagen schien in den Nordreichen, die von viel Schnee heimgesucht wurden, alles stiller und bedeutungsvoller zu sein. Die Menschen schienen wie ausgewechselt zu sein, waren hilfsbereiter und freundlicher, die Geldbeutel wurden schon einmal geöffnet, um einem Bettler einen Jetsu zuzuwerfen, oder in die Hand zu drücken, und in dieser Zeit wurden auch des Öfteren die gar so streng gehüteten Speisekammern ein wenig geöffnet. Wer es sich leisten konnte, briet ein schönes Stück Fleisch, es gab reichhaltiges süßes Gebäck, meist Brot, gebacken mit getrockneten Beeren, kandierten Schalen intensiv duftender Früchte und Nüssen. Sie wurden zu Ehren der Götter Ondara und Rhelun gebacken. Rhelun, der Herr der Todes und des Winters, galt es zu besänftigen, dass er nicht zu strenge, harte Winter über die Nordreiche schickte, und Ondara war die Göttin der Fruchtbarkeit und der Erde. Ihre Gunst galt es zu erwerben, dass nach dem Winter wieder ein milder Frühling und ein warmer regenreicher Sommer kam, damit auf den Feldern die Früchte und Ähren gut wuchsen, die die Bevölkerung so dringend brauchte. Die Stuben wurden mit ein wenig Tannengrün geschmückt, um ein wenig Grün und Trost in den kargen weißen Winter zubringen, und welche ihren lieblichen Duft verbreiteten.
Tanze, tanze über Tiefen, denn wer tanzen kann der lebt!

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Schattenherz
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Re: Adventskalender

Beitrag von Schattenherz » Do, 13. Dez 2012 11:07

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Heute gibt es eine weitere Karte in der Sammlung:

Klickt drauf, um etwas erkennen zu können...
Hier sehr ihr die wichtigsten Handelsrouten und -güter. Die gestrichelten Linien sind sehr selten genutzte Routen. Da es zu dem Thema noch viel mehr zu sagen gibt, als sich in einer Karte darstellen lässt, werde ich versuchen, irgendwann noch mal einen Text dazu zu verfassen.


Bei Cynárea in Merridia ist es zwar Herbst, doch für Bratäpfel ist immer die richtige Zeit:
Da das Abendessen heute nur aus einem recht faden Getreidebrei bestand, und da der Tag lang, nass und anstrengend gewesen war, hatte Cynárea zwei besonders große Äpfel ausgehölt, mit Rosinen und jeder Menge süßem Honig gefüllt und in die kleine Nische im Kaminofenabzug gestellt, der sonst oft zum warm halten von Tee oder Mahlzeiten benutzt wurde – es würde nicht mehr allzu lange dauern, bis die beiden Frauen den Tag mit je einem köstlichen, süßen, warmen Bratapfel abschließen würden. Das Feuer darunter im Ofen war heute besonders stark geschürt und erfüllte die Küche, in der es aromatisch nach den Bratäpfeln und allen möglichen Kräutern roch, mit angenehmer Wärme.

Dem kann Laurina nur zustimmen, und die Vorfreude auf die Süßigkeit erinnert sie an alte, bessere Tage:
Während sie wartete wanderten ihre Gedanken zurück in die fernen Tage ihrer Kindheit... Sie war ohne Mutter aufgewachsen und so hatte ihr Vater solche Aufgaben übernehmen müssen wie auf ihr Aussehen zu achten.. als Mann und Jäger war er dazu allerdings wahrlich ungeeignet gewesen. Der süßliche Duft den die Äpfel aus dem Ofen heraus verströmten, erinnerte sie an einen speziellen Winterabend... den ganzen Tag hatte sie mit Tamlin im Schnee gespielt, und als sie wieder nach Hause kam hatte ihr Vater ihr den ganzen Abend Tannenadeln aus dem Haar fischen müssen, während sie ihm mit heiterer Stimme die Tageserlebnisse kund tat. Ihre Kleidung hing zum trocknen vor dem Feuer und ein ähnlicher süßer Geruch wie nun hatte den Raum mit einer heimeligen Aura verziert. Ihr Vater war sonst kein guter Koch gewesen, doch zur kalten Jahreszeit wenn die Nächte länger wurden bereitete er gelegentlich Plätzchen zu, mit Honig versüßt und mit dem Messer in die wunderbarsten Formen geschnitten, zumindest das beherrschte er ziemlich gut. Ihr wurde schlagartig wieder bewusst wie sehr sie ihren Vater doch vermisste...

Und die ersten Geschenke wurden auch schon verteilt:
„Mutters Ohrringe! Das – sind – Mutters … Ohrringe!“ Fassungslos stolperte die vor schierer Freude hemmungslos weinende Hebamme auf Oríta zu und, ob dieser nun wollte oder nicht, schenkte ihm und – ob sie nun wollte oder nicht – auch Néal eine herzliche Umarmung. Nun war es an Oríta und womöglich Néal die völlig aufgelöste Frau zu einem nahen Hocker zu führen und leise weiter vor sich hin weinend stammelte die Hebamme weiter vor sich hin. „Ihr, ihr…“ Mit tränenden Augen schaute die Hebamme auf, blickte zu Oríta und dann zu Néal auf. „Ihr, ihr… hättet mir kein schöneres Geschenk machen können! – Ihr… “ Oríta lächelte, wies auf sich und schüttelte anschließend beherzt den Kopf. Worauf er erst einmal erneut nach Halt suchen musste ehe er erneut lächelte, vielsagend nach oben wies und sein leichtes Lächeln darauf in ein breites Grinsen sich wandelte. Nicht ihm musste sie danken, nicht ihm!

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Re: Adventskalender

Beitrag von Shandira » Fr, 14. Dez 2012 10:38

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Heute gibt es etwas über die Traumblume aus den Hügelländern von Harrhy'in zu erfahren.
Lirea - Traumblume
Die Lirea, auch Traumblume genannt, kommt in den Hügelländern von Harrhy'in vor und wächst dort vorwiegend am Rande von Wäldern und Lichtungen. Sie wächst etwa 20 Zentimeter hoch, der saftig grüne Stiel ist leicht gebogen und neigt sich etwas der Erde zu. Am Ende des Stiels trägt die Lirea Blüten, die vertikal zur Erde wachsen, wobei sich die violetten Blütenblätter nach außen und oben zum Stiel der Pflanze wölben. Die Blüten wachsen in mehreren feinen Fäden von der Mitte der Blütenblätter ausgehend etwa 2 Zentimeter lang. Am Ende von ihnen sind kleine durchscheinende Tropfen zu erkennen.

Eine Besonderheit der Blume ist, dass die pollenbedeckten faserigen Blüten und die Kügelchen an ihrem Ende im Dunkeln zu schimmern beginnen. Das glimmernde Silber ist dann schon aus mehreren Metern zu erkennen und taucht die Lirea in ein sanftes Licht. Allein dadurch erfreut sie sich großer Beliebtheit und das ist auch ein Grund dafür, wieso oft darauf verzichtet wird, sie zu pflücken. Denn sobald das geschieht, erlischt auch das Licht der Lirea für immer und sie verwelkt innerhalb von zwei Tagen.

Ihren Namen erhielt die Traumblume wegen ihrer heilsamen Wirkung. Kocht man den Blütenstaub zu einem teeähnlichen Sud auf, ereilt den Trinkenden innerhalb von Minuten (abhängig von der Dosierung) ein tiefer Schlaf, der seine heilsame Wirkung entfaltet. Durch ihn werden Schmerzen schneller gelindert und die Wundregeneration angeregt, solange die Dosis nicht zu stark ist und damit einen ewigen Schlaf zur Folge hat. Manche pflücken auch die Staubgefäße dieser Blume und rauchen diese, woraufhin sie in eine Art Dämmerzustand verfallen, indem sie beispielsweise emotional abstumpfen oder ihre Umgebung nicht mehr klar wahrnehmen, solange die Wirkung anhält, die gut überlegt sein sollte, denn die Lirea kann in zu großen Mengen tödlich sein.
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Re: Adventskalender

Beitrag von Ara » Sa, 15. Dez 2012 13:43

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Passend zu... okay zugegeben dieser Text ist nicht unbedingt Weihnachtlich... Trotzdem wollen wir euch einmal etwas mehr über die Kriegsführung und die unterschiedlichen Entwicklungsstände bei eben dieser in Alvarania berichten :-)
Kriegstechnik
In Arcanis herrscht ein ähnlicher Entwicklungsstand, wie im Rest der Nordreiche. Da die Arcanier bei der Kriegsführung auf weniger Resourcen zurückgreifen können, setzen sie eher auf Kreativität und Disziplin. Dadurch zeichnet sich das arcanische Militär tatsächlich aus. Die Einheiten sind klar strukturiert und folgen einem strikten Rangsystem. Von der klassischen Infanterie über Kavallerie zu Artillerie. Selbst diese Ränge beinhalten noch einige weitere Unterordnungen, die dem arcanischen Militär seine klare Struktur verleiht. Auch optisch macht sich die Strukturierung deutlich. Vom einfachsten Soldaten bis zum Hauptmann des obersten Kavallerieregiments sind einheitliche Gaderoben vergeben. Neben dem arcanischen Herrschaftssymbol findet man auf der Uniform natürlich noch das einprägsame weiß, das das arcanische Militär erstrahlen lässt. Auch die Rüstungsverteilung glänzt durch klare Regeln. Die schwere Infanterie der Arcanier ist ebenso wie die schwere Kavallerie mit maßgeschneiderten Stahlrüstungen ausgestattet, die sie zu zähen Feinden auf dem Schlachtfeld machen. Die flexibleren Einheiten niedrigerer Ränge sind mit maßgeschneiderten Kochlederrüstungen ausgestattet, die ebenfalls ein hohes Maß an Schutz bieten können. Lediglich die weniger vertretene Freischar besitzt keine einheitliche Uniformierung. Hier kann von einem einfachen Leinenhemd mit einer Heugabel bis hin zur mit Eisenplatten beschlagenen, selbst erbauten Lederrüstung alles vertreten sein. Durch seine große Einheit kann Arcanis auf ein verhältnismäßig schlagkräftiges und geordnetes Heer zurückgreifen.

Gerade bei der Artillerie hat Arcanis durch seine geringeren Holzressourcen einen deutlichen Nachteil. So sind zwar einige schlagkräftige Triboken und mit Kupfer beschlagene Rammböcke vorhanden, ansonsten wird sich aber eher auf Manneskraft verlassen. Die einzige Besonderheit ist, dass Arcanis für seine Triboken auch Ätzkalkladungen verwendet, die bei Feinden durch ihre schmerzhafte Wirkung schnell zu Panik führt.
Ebenfalls zur arcanischen Belagerungstechnik gehören die bekannten arcanischen Kriegsglocken. Ein einfaches Holzgerüst, dass mit zwei lagen gekochtem dicken Rindslederüberzügen und mit Tiersehnen vernäht ist. Diese Kriegsglocke bietet etwa 3 Mann Platz, um geschützt bis an die feindlichen Mauern zu gelangen. Gegen normale Pfeile, Steine und schwächere Zauber bietet die Kriegsglocke optimalen Schutz und wird hauptsächlich dafür verwendet, um Soldaten durch Breschen direkt an die Front zu bringen, ohne dass sie durch die feindlichen Bogenschützen gefährdet wären.

In Mérindar ist die Kriegsführung weniger durchstrukturiert als in Arcanis, so kommt es auch vor, dass Unterschiede von Fürstentum zu Fürstentum entstehen. Durch die gefährliche Grenznähe wird besonders in Jiandor stark auf Verteidigungsbollwerke gesetzt. Die Festungen in Jiandor glänzen durch hohe Truppenkapazitäten und durch die direkte nähe zu Wäldern und Gebirgen sind ebenfalls reichliche Holz- und Steinressourcen verfügbar, auf die man gekonnt zurückgreift. Festungen in Jiandor haben daneben besonders stabile Steinmauern, die in den meisten Fällen mit beschlagenen Holzbalken verstärkt werden, die in die Mauer eingelassen sind. Zur Verteidigung der Festen wird besonders auf Ballisten und Magier gesetzt. Die einfachen statischen Ballisten sind fest auf den Mauern montiert und befördern sowohl einfache Geschosse wie auch Brandgeschosse über 100 Schritt weit. Die Ballisten bestehen aus einfachen Holzgerüsten, die einen eisernen Wurfarm tragen. Mit einer fingerdicken Schnur aus Tiersehnen und Hanfseil wird das Projektil dann verschossen. In geringem Maß werden auch Magier verwendet, die ihre Fähigkeiten gekonnt für den Kampf einsetzen können. Ebenfalls stärkt eine starke Kavallerie das Rückgrat der Jiandorischen Verteidigung. Durch das eher ebene Land im östlichen Teil und an großen Teilen der Grenze ist die gut ausgebildete Reiterei hier eine wichtige Waffe um herannahende Truppen zu zermürben. Den geschickten Festungsbauern ist es auch zu verdanken, dass Jiandor seine Grenzen so lange aufrechterhalten konnte. Ähnlich sieht es in Andiriendar aus. Hier wird besonders auf das Holz zurück gegriffen, das in Andiriendar noch zahlreich vorhanden ist. Während das allgemeine Heer hier eher einer Freischar ähnelt, so ist es doch für seine schwere hölzerne Kriegsmaschinerie bekannt. So werden in Andiriendar z.B. Mobile Ballisten verwendet, die auf einem beräderten Gestell von zwei Pferden über das Schlachtfeld befördert werden können. Diese Ballisten sind zwar etwas kleiner als ihre Artgenossen in Jiandor, dadurch bieten beweglich auf flachem Untergrund eine flexiblere Einsatzmöglichkeit, besonders um feindliche Triboken oder herannahende Infanterie unter Beschuss zu nehmen. Auch eine große Auswahl an unterschiedlich großen Tribokenformen ist hier vorhanden. Auch in der restlichen Einheitenstrukturierung wird deutlich, dass Andiriendar sich sehr auf seinen Rohstoff Holz verlässt. So sind schweres Kriegsgerät und Bogenschützen eher vertreten, als geschmiedete Rüstungen und Waffen. Die Schmiede kommen jedoch auch nicht zu kurz, da sowohl eiserne Verstärkungen für die Triboken, Wurfarme für Ballisten und Pfeilspitzen für Bogenschützen großteils aus Eigenproduktion gewonnen werden.
Ein ganz anderes Bild zeichnet sich in Nejun und Vahénnya ab. Hier wird sich ähnlich wie in Arcanis eher auf die Kraft der Soldaten verlassen. Durch mangelnde Resourcen und die flache Landschaft sind hier besonders Kavallerie und Infanterie sehr beliebt, was sich auch in der Söldnerzunft in Onvorthad widerspiegelt. Ein anderes Kaliber bildet da Marciamere mit der Hauptstadt Merridia. Hier spielen die Magier fast eine ähnlich wichtige Rolle wie das Militär selbst. So verfügt der Sitz des Königs auch über die erfahrensten Kampfmagier und Hauptmänner. Selbst die Seefahrt wird hier für die Kriegsführung benutzt. Das wird besonders dadurch deutlich, dass es Schiffe gibt, die mit Ballisten bestückt sind und sowohl die Stadt wie auch den Hafen direkt vom Aras-Kanal aus verteidigen könnten. Auch der mérindarische Kriegswagen ist den Magiern und pfiffigen Ingenieuren zu verdanken. Der Kriegswagen ist ähnlich einer Kutsche als einfaches Wagengespann aufgemacht. Die Holzwände sind allerdings durchgehend und ohne Fenster. Dazu ist der komplette Wagen mit Leder überzogen, um ihn unempfindlicher gegenüber Brandgeschossen zu machen. Der mérindarische Kriegswagen verfügt über Schießscharten in jede der vier Richtungen. Bestückt wird er mit 3 – 4 Armbrustschützen. Der Wagen selbst wird von 2 – 4 Pferden gezogen und dient besonders für Hinterhalte, Belagerungen oder Standortverteidigung auf dem Schlachtfeld. Werden die Pferde abgespannt und hinter den Wagen gebracht, so kann dieser als mobile Station verwendet werden um strategisch wichtige Punkte zu sichern. Dieser Kriegswagen ist in mérindarischen Militär allerdings nur selten vertreten, da er für einfache Kavallerie zu kostspielig und durch seine geringere Geschwindigkeit zu anfällig ist.

Weniger ausgereift ist die Kriegstechnik in den Wilden Landen und dem Reich der Waldelfen. In diesen Ländern verlässt man sich hauptsächlich auf das, was man direkt zur Verfügung hat. In den wilden Landen kommen noch häufig hölzerne Waffen zum Einsatz. Dabei handelt es sich oftmals um Speere, Knüppel, Bögen und Äxte mit zumeist steinernen oder eisernen Köpfen. Auch klar strukturierte Heere sucht man hier vergebens. Die einzelnen Clans rüsten sich nach eigenem Ermessen mit Waffen und Gerät aus. Kriegsmaschinerie wie Ballisten kommt hier kaum bis gar nicht zum Einsatz. Sollte eine solche Waffe vorhanden sein, dann wurde sie einem der Nachbarländer abgekauft oder in der Schlacht erworben, wobei zweiteres wahrscheinlicher ist. Selbst hergestellt werden größtenteils einfache Holzwaffen. Stahl und Eisen wird zwar selbst verarbeitet, oft aber auch von Außerhalb bezogen und ist sehr teuer. Äxte und Speere sind daher weiter verbreitet als Schwerter, Lederpanzer häufiger als Kettenhemden. Selbst Kavallerie steht hier hinter der wilden Infanterie der einzelnen Clans. Auf eine große Kavallerie wird in den meisten Regionen gänzlich verzichtet, da sie sich einfach nicht für die unebenen und schwer passierbaren Gegenden eignet.
Im Reich der Waldelfen werden schwere Kriegswaffen ebenfalls vergebens gesucht. So setzen die Waldelfen besonders auf Hinterhalte mit Bogenschützen und Magiern. Außerdem werden die eigene Ortskenntnis und der geographische Vorteil ausgenutzt. In den dichten Wäldern sind Ballisten und Triboke nutzlos.

In den zerfallenen Reichen Córalay und Cathrad findet man häufig Einflüsse aus Mérindar. Die einzelnen Fürsten vertrauen jedoch mehr auf ihre Freischar als auf ein wirkliches nennenswertes Heer. Insgesamt sind die zerfallenen Reiche jedoch ein passender Übergang zwischen Mérindar und den wilden Landen. Dabei ist jedoch deutlich, dass Córalay und Cathrad den wilden Landen um einiges voraus sind. Regional verlässt man sich zwar auf ähnliche Guerillataktiken wie bei dem westlichen Nachbarn, allerdings erinnern Struktur und Technik wesentlich eher an Mérindar. Gut ausgebildete Bogenschützen die mit Langbögen ausgestattet sind und eine kleine aber schlagkräftige Kavalliere bilden hier das Rückgrat der Streitkräfte.

Im Reich der Shiín, also im Hügelland von Harrhy'in ist die Kriegstechnik (was größeres Gerät angeht) ebenfalls auf einem niedrigen Stand. Ihre Waffen beziehen die Shiín teilweise von den Bergelfen. Ein Großteil der Waffen stammt jedoch aus den eigenen Schmieden, wobei die Shiín ein ähnlich gutes Gespür für die aufwändige Herstellung von Katanas entwickelt haben, wie die Bergelfen. Feste Regimenter und eine klare Ordnung gibt es nicht. Die Shiín ziehen im Kampf ihren ganz eigenen Stil vor, weshalb es üblich ist das ein Krieger zumeist mit zwei Katanas und der lockeren Kleidung in den Kampf zieht, die Flexibilität dem Schutz vorzieht.

Die Bergelfen sind in puncto Kriegsführung ein einzigartiges Volk. Vorrangig nutzen sie natürlich ihre geographische Lage. Die Städte der Bergelfen sind mit Kriegsmaschinerie und Reiterei kaum zu erreichen. Und sollten doch Feinde bis an ihre Mauern gelangen, so würden sie spätestens an diesen zum stehen kommen. Die Mauern der Bergelfen wurden von begnadeten Steinmetzen aus festen und dichten Gesteinssorten geschlagen. Die Steinmetze beherrschen ihre Arbeit so hervorragend, dass die meisten Mauern auf Bindemittel wie Mörtel und Zement verzichten können. Die Steine liegen so perfekt aufeinander, dass sie luftdicht miteinander abschließen, was sie besonders stabil bei feindlichem Beschuss macht. Dafür verlassen die Bergelfen sich kaum auf einfache Soldaten. Einige Bergelfen beherrschen zwar den Kampf, allerdings ist ihre Strategie nicht auf den direkten Kampf ausgelegt. Die Mauern werden hauptsächlich von mobilen Ballisten und Magiern verteidigt. Die Ballisten laufen über ein ausgeklügeltes Holzsschienensystem über die Mauer und werden nur noch vom Wehrgang überragt. Hinzu kommt noch ein ebenfalls ausgeklügeltes Leitungssystem, dass in die Mauern eingepflegt wurde und in der Lage ist, feindliche Einheiten vor den Mauern mit Pech oder anderem zu überschütten. Dieser Mechanismus ist nur wenigen bekannt, doch wer ihn kennt der weiß ihn zu fürchten. Durch die verschieden großen Öffnungen lässt sich kochendes Öl beispielsweise bis zu 5 Meter vor die Mauer verteilen. Herannahende Einheiten lassen sich damit äußerst brutal und effektiv Aufhalten. Auch ein herannahender Rammbock ließe sich mit Hilfe des Öls und der Magier problemlos in Brand stecken, wo wieder die wichtige Kombination von Technik und Magie zum Vorschein kommt. Das schwere Kriegsgerät, dass die Bergelfen entwickeln können, nutzen sie dafür im Gegensatz zu den Katanas nur für eigene Zwecke. Das verkaufen von Waffen, die gegen ihre Mauern brauchbar wären liegt ihnen nicht im Sinn.
Allerdings ist es bisher auch nur sehr selten vorgekommen, dass ihre Verteidigungstechnik genutzt werden musste; einen Angriff auf die Bergelfen wagte schon seit Jahrhunderten niemand mehr.

Das nächste Gebiet ist Kamirush. Weder Armbrüste noch Ballisten, Katapulte oder Triboken kommen hier zum Einsatz, dadurch das Schlachten hauptsächlich auf offenem Terrain geführt werden und auch bei der Eroberung größtenteils unbesiedelte Gebiete und wenig befestigte Städte anfallen. Dafür werden die berühmten Pferde der Wüstenelfen genauso genutzt wie Kamele. Die Kamele werden hauptsächlich als normale Kavallerie verwendet. Die Besonderheit dabei ist, dass Kamele problemlos zwei Reiter aufnehmen können. So ist es gebräuchlich, dass ein Kamel auch mit zwei Reitern bestückt wird. Meistens ist es so aufgeteilt, dass einer das Kamel führt, während der zweite entweder einen Kurzbogen oder eine Lanze hält. Das ist vor allem deswegen sehr effektiv, da die Schützen oder Lanzenträger sich komplett auf den militärischen Einsatz konzentrieren können, während der Reiter das Kamel übernimmt. Das verschafft ihnen einen bedeutenden Vorteil im Vergleich zur Kavallerie der östlichen Welt. Eine weitere Besonderheit sind die Streitwagen. Einfache Wagengestelle auf zwei Rädern, die entweder von einem oder zwei Pferden gezogen werden. Auf dem Streitwagen finden ein Steuermann und ein Schütze/Lanzenträger Platz. In wenigen Fällen findet man sogar zwei Schützen auf einem Streitwagen. Streitwagen für Lanzenträger haben an beiden Seiten manchmal etwa 1,5m lange Stahlsensen, die dazu dienen, Feinde im unmittelbaren Umfeld niederzustrecken. Die Streitwagen finden entweder im direkten Kampfgetümmel oder für Flankenangriffe ihren Einsatz. Durch die Stahlsensen und die mehrfache Besatzung sind die Streitwägen eine extrem gefürchtete Waffe. Ihre Mobilität lässt sie binnen kürzester Zeit zwischen verschiedenen Punkten hin und her wechseln. Ein Streitwagen der mit voller Geschwindigkeit auf die Flanke einer Infanterieinheit zusteuert löst bei vielen Feinden Panik aus, wodurch sich feste Gruppen schnell zersprengen lassen. Bei der Infanterie setzt man vorranging auf Lanzenträger, die in bis zu 6 Reihen mit bis zu 6m langen Lanzen bewaffnet sind. In Phalanxformation werden diese leicht bewaffneten Infanteristen von Bogenschützen gedeckt. Ein vergleichbares Vorgehen was die Kriegsführung betrifft, findet man in der Wüste. Auch hier liegt zwischen den Stadtstaaten hauptsächlich flaches unbesiedeltes Terrain. Die Verwendung von schwerem Kriegsgerät ist dadurch kaum verbreitet. Auch der Mangel an Holz trägt dazu bei, dass man sich weniger auf solche Gerätschaften verlässt, dafür aber umso mehr auf Streitwagen und schnelle Infanterie.

In Menainon wird das Militär von einer eigenen Kaste gestellt. Die ansonsten aber eher wenig kriegerische Ausrichtung und das bergige Terrain sorgen dafür, dass die Kriegstechnik nur wenig entwickelt ist. Vom Entwicklungsstand her ist Menainon das wohl am weitesten entwickelte Land der Menschen. Die Metallbearbeitung findet auf einem hohen technischen Niveau statt, wodurch besonders die häufig verwendeten Krummschwerter gut verarbeitet werden können. Eine weitere häufig verwendete Waffe sind die Muschelschwerter: ein primtiver Holzschaft, der mit scharfen Muschelsplittern gespickt ist. Im Kampf gegen Stahlrüstungen ist diese Waffe zwar weniger effektiv, dafür ist sie sehr wirksam und schmerzhaft gegen Gegner in leichter Rüstung. Diese Waffe ist weniger häufig verbreitet als das Khukari, dafür eignet es sich gut für die Kriegerkaste, da es nicht aus Metall besteht und verhältnismäßig wenig Pflege benötigt. Ebenfalls häufig werden Kompositbögen verwendet, die mit gekochten Lederriemen verstärkt werden. Bei den Pfeilen verlässt man sich auf verschiedene Eisenspitzen oder auf Muschelspitzen - welche ein besonders gefährliches Projektil abgeben. Die dicken Muschelscherben reichen aus um Stoff und Haut zu durchschlagen und neigen dann dazu, im Ziel zu zerbrechen, was schmerzhafte und schwer behandelbare Wunden hinterlässt. Auch Schwarzpulver kann von den Menai hergestellt werden. Für militärische Zwecke wird es jedoch nicht eingesetzt, sondern nur für kunstvolle Feuerwerke.

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