Schreibwettbewerb 2014

Welche Geschichte gefällt dir am besten?

Eiskalt
6
46%
Polarfuchsspuren
1
8%
Der letzte Winter
1
8%
Eiswacht
1
8%
Die Eisblumen
1
8%
Die Legende vom roten Wandersmann
1
8%
Die Sage von den Eisblumen
2
15%
 
Insgesamt abgegebene Stimmen: 13

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Schreibwettbewerb 2014

Beitrag von Schattenherz » Mi, 10. Dez 2014 10:44

Ein bisschen weihnachtlich haben wir wie letztes Jahr das Forum pünktlich zum 1. Advent schon herausgeputzt - und damit ihr auch wirklich in Weihnachtsstimmung kommt, haben wir einen kleinen und hoffentlich kurzweiligen Schreibwettbewerb für euch vorbereitet, bei dem ihr eurer Kreativität fast freien Lauf lassen könnt:

Schreibt mit 300 - 1500 Wörtern einen Text, in dem folgende Worte in beliebiger Reihenfolge vorkommen:
Eisblume * Licht * Familie * rot * Tradition
Das Ergebnis kann eine Geschichte, ein Märchen, oder ein kurzer Entwurf zu einem Text der Weltenbeschreibung oder dem Weltgeschehen sein. Voraussetzung ist, dass das Erzählte in Alvarania spielt, in die Welt passt (das Weihnachtsfest, wie es hier gefeiert wird, gibt es in Alvarania nicht) und einen Bezug zu ihr herstellt. Ihr könnt eure eigenen Charaktere oder beliebige andere Personen in der Geschichte auftauchen lassen, ihr könnt euch kleinere neue Details der Welt ausdenken und müsst euch nicht komplett auf die bestehende Weltenbeschreibung beschränken, solltet eure Texte daran aber anlehnen. Der Text darf gerne lustig oder ernst, ein spannendes Erlebnis oder eine pragmatische Beschreibung sein. Was uns gefällt und was passt, nehmen wir gerne in die Weltenbeschreibung auf, wenn das dem Schreiber recht ist.

Sendet die Texte zusammen mit einer passenden Überschrift bis zum 21. Dezember 23:59 Uhr per PN an Schattenherz. Damit wir den Verfasser nicht kennen, solltet ihr für das Versenden der PN den Account "Irgendwer" mit dem Passwort "Weihnachten" verwenden. Pro Person darf ein Text eingesendet werden. Wir freuen uns sehr auf all eure Ideen!

Am 29. 12. wird es bis zu zwei Gewinner geben:
Nach dem Ende des Wettbewerbs wählen wir Admins aus allen Einsendungen unseren Favoriten aus. Wir werden besonders Kreativität, Einzigartigkeit und ungewöhnliche Assoziationen honorieren - die Welt hat viele Gegenden, denen man sich widmen könnte! Gleichzeitig werden alle Mitglieder des Forums vom 22. bis 28. Dezember um Mitternacht die Gelegenheit haben, in einer Umfrage über ihren Lieblingstext abzustimmen.
Beide Gewinner werden mit einer Medaille und 40 Ruhm belohnt. Alle anderen Teilnehmer bekommen 10 Ruhm.
Und los gehts! :aww:

Wir wünschen euch eine schöne Adventszeit und freuen uns sehr auf eure Kommentare zum Adventskalender! :)

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Re: Schreibwettbewerb 2014 - 21. Dezember

Beitrag von Schattenherz » Mo, 22. Dez 2014 11:22

Insgesamt sind es nun sieben Beiträge für den Schreibwettbewerb geworden - wir sind begeistert! Toll, dass so viele sich die Mühe gemacht haben, etwas zu schreiben, dankeschön!
Shandira und ich werden die Texte in den nächsten Tagen lesen und unseren Favoriten auswählen. Während dessen könnt ihr das gleiche tun: Bis zum 28. Dezember um Mitternacht könnt ihr in diesem Thema mit einem eurer Accounts für euren Lieblingstext abstimmen. Die Geschichten sind einzeln in zufälliger Reihenfolge als Antworten an das Thema angehängt. Bitte lest sie alle durch, bevor ihr abstimmt - ihr könnt eure Entscheidung später nicht mehr ändern! Erst am 29.12. sollten die Autoren der Beiträge bekanntgeben, wer welchen Text geschrieben hat, damit die Abstimmung und auch die Auswahl von uns Admins davon nicht beeinflusst wird.
Wir hoffen auf rege Beteiligung von allen und sind sehr gespannt! :aww:

(Wer mit mehreren Accounts abstimmt, dessen Stimmen können leider nicht mitgezählt werden.)

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Re: Schreibwettbewerb 2014 - 21. Dezember

Beitrag von Schattenherz » Mo, 22. Dez 2014 11:24

Eiskalt
Albrecht erwachte aus unruhigen Träumen, weil aus der Nachbarhütte ohrenbetäubendes Geschrei zu vernehmen war. Eine Frau kreischte hysterisch, ein Mann brüllte wüste Flüche und mehrere Kinder weinten lauthals. Anderswo hätte dieser Lärm wohl Aufsehen erregt, aber Albrecht setzte sich nur ruhig auf der feuchten, dreckigen Strohmatte auf und rieb sich die steifgefrorenen Glieder. Es war also mal wieder soweit: Der widerliche Glatzkopf hatte seinen monatlichen Hungerlohn erhalten, diesen in die nächste Taverne getragen und den Großteil versoffen. Anschließend kam er mitten in der Nacht sturzbesoffen nach Hause und verprügelte aus irgendeinem Grund seine Alte. Auch wenn es Albrecht lieber gewesen wäre, von alldem nichts mitzukriegen, musste er es sich doch immer wieder anhören. Hier im Armenviertel von Merridia war Platz Mangelware und wenn die Wand der eigenen Behausung nur aus einem dünnen, verschimmelten Brett besteht, dann ist Privatsphäre ein Luxus, der nun mal nicht gegeben ist.
Die Sonne war zwar noch nicht ganz aufgegangen und es würde wohl noch einige Zeit dauern, bis Albrecht zu seiner Arbeit am Viehhafen antreten musste, aber das Geschrei aus der Nachbarhütte war inzwischen so laut, dass er es einfach nicht mehr aushielt. Er erhob sich aus dem Bett und schlüpfte in seine dreckigen, ausgelatschten Schuhe. Dann trat er aus dem engen, stickigen Raum, den er sein Zuhause nannte, hinaus in den gefrorenen Matsch der Gosse und sog die eisige, widerlich stinkende Luft ein. Es war mal wieder einer dieser düsteren, kalten Wintertage, an denen die grausame Realität unbarmherzig auf einen eindrang und jegliche Hoffnung auf ein besseres Leben im Keim erstickte. Fröstelnd zog er seinen Mantel enger an sich und begann, ziellos durch den engen Gassen zu streifen. Er trotte vorbei an den eng überfüllten Bruchbuden die die Gassen säumten, den räudigen Straßenkötern und den abgemagerten Ratten, die in den Schatten der Häuser lauerten. Schließlich bog er um eine Ecke und mit einem Mal erhoben sich vor ihm die hohen, weißen Fachwerkhäuser der Knochenhauergasse gen Himmel. Noch lag die Straße still und verlassen da, aber bald würde hier geschäftiges Trieben herrschen. Dann würden sich die Metzger im fahlen Licht der aufgehenden Sonne ans Werk machen und das Fleisch für den kommenden Tag bereiten. Die Luft würde erfüllt sein vom Geschrei der Tiere, die auf ihr Ende warteten, und unter der metallische Geruch von frischem Blut würde durch das Armenviertel ziehen. Ein bitteres Lächeln huschte über Albrechts Gesicht. Welche Ironie, Tag für Tag Filets, Rippchen und Keulen zu schneiden und selbst bestenfalls einen Happen Fleisch zu bekommen, wenn das Brot madig geworden ist.
Doch die Knochenhauergasse war nicht nur der Sitz der Metzgergilde von Merridia. Über die Jahre hatten sich dort auch einige Verbrecherbanden angesiedelt, die es sich zur Aufgabe gemacht hatten, selbst den letzten Jestu aus den Bewohnern des Armenviertels herauszupressen. Wer sein Schutzgeld bezahlte, hatte weitestgehend seine Ruhe vor ihnen. Doch wer nicht zahlen konnte oder wollte, wurde zunächst zusammengeschlagen und wer danach noch immer an seinem Geld hing, endgültig erledigt. Mehrfach hatte Albrecht mit ansehen müssen, wie die Totschläger ihr blutiges Werk verrichteten. Der Ablauf war immer der gleiche: Zwei Kerle packten ihr Opfer an den Armen und hielten ihn fest, während ein dritter mit einem Messer so lange auf den Unglücklichen einstach, bis dieser zusammenbrach. In einer solchen Situation gab es nur eins, das man tun konnte, und zwar nichts. Auf die Stadtwache konnte man hier nicht hoffen und wer Ärger machte, fand sich bald selbst in den Armen der Banditen wieder. Beim Gedanken an das Blut und die Todesschrei wurde Albrecht übel. In der Hoffnung, das miese Gefühl durch einen Ortswechsel vertreiben zu können, beschleunigte er seine Schritte, bog um eine Ecke und haste eine Querstraße entlang, bis sich vor ihm der Schweineplatz erstreckte. Die Viehhändler hatten bereits die Pferche aufgebaut und mittendrin stand ein hohes Podest, bei dessen Anblick Albrecht die Augen verdrehte. Es war also mal wieder so weit: Die Werber waren gekommen, um junge Männer für den Dienst in der Armee dieses oder jenes Fürsten zu gewinnen. Seit die beiden bekloppten Könige einander an die Gurgel gingen, standen fast an jedem öffentlichem Platz Podeste wie dieses, von denen aus aufgeblasene Schreihälse versuchten, kräftige Burschen mit phantastischen Geschichten von Ehre und Vaterland für das Leben als Söldner zu begeistern. Wären sie nicht selbst so sehr in ihren Lügen gefangen, sie hätten längst erkannt, dass nicht Glanz und Gloria ihnen die Leute in die Arme trieben, sondern Hunger und Armut. An jeder größeren Straße hockten ehemalige Kriegshelden im Staub der Gasse und streckten einem heldenhaft die schwarz gefrorenen Hände entgegen, während sie mit donnernder Stimme um ein Stück Brot oder eine Münze bettelten. Ehrennarben wie fehlende Arme und Beine hinderten sie daran, sich selbst zu versorgten. Im Winter verschwanden diese ruhmreichen Recken, erfroren einer nach dem anderen auf ihrer glorreichen Wache, mit 40 anderen Heroen in einem namenlosen Kriegergrab. Mit dem nächsten Frühling schmolz die Erinnerung an sie dahin wie die Eisblumen an den Fenstern.
Albrecht überquerte den Schweineplatz und bog in eine Seitengasse ein. Wie jeden Tag kam er am Waisenhaus vorbei - ah, das Waisenhaus. Man könnte es auch als Müllkippe für Neugeborene bezeichnen. Während die Mütter der meisten Waisenbälger Dirnen und Ehebrecherinnen waren, konnten die Väter sowohl die höchsten Adeligen als auch die niedrigsten Hafenarbeiter sein. Irgendein Gott hatte einen besonders zynischen Humor bewiesen, als er beschloss, hier Sprösslinge der angesehensten Familien der Stadt neben dem Abschaum der Gosse aufwachsen zu lassen – weil sie die falschen Mütter hatten. Die besonders Unglücklichen landeten gleich im Rinnstein irgendeiner Seitengasse, wo sich die Ratten an ihren kleinen Körpern weideten – wobei Albrecht sich nicht sicher war, ob das Waisenhaus wirklich das bessere Los bot. Während den Kleinen in der Gosse wenigstens ein früher Tod vergönnt war, erwartete die Waisen ein Leben voller Hunger, Tod und Elend, ehe das Schicksal sie erlöste. Das Waisenhaus war baufällig und überfüllt und auch der Umstand, dass sich die Heimmütter großzügig am für die Kinder bestimmten Geld bedienten, trug nicht unbedingt zur Besserung der Situation bei. Früher oder später wurden sie an Bauern aus der Umgebung verkauft oder auf der Straße ausgesetzt, wo sich die Buben mit Bettelei und Diebstählen am Leben hielten. Die Mädchen indes betätigten sich in Tradition ihrer Mütter im ältesten Gewerbe der Welt und befriedigten in horizontaler Position die kranken Gelüste reicher Blaublüter.
Schließlich erreichte Albrecht mit den Lagerhäusern am Viehhafen das Ende seiner frühmorgendlichen Odyssee. In einer unscheinbaren Bretterbude hockte ein bulliger Vorarbeiter auf einem kleinen Schemel, während sich arbeitswillige junge Männer um ihn scharten, zu denen Albrecht sich gesellte. Wenn ein reicher Pfeffersack seine Ladung gelöscht haben wollte, bezahlte er den Vorarbeiter, der daraufhin die Leute an die Arbeit schickte. Den Großteil des Geldes behielt er selbst ein, nur ein kleiner Teil landete bei den Arbeitern. Es war ein unbarmherziger Knochenjob. Schnell brannten Albrecht die Muskeln, der Rücken schmerzte und trotz der klirrenden Kälte war er nass geschwitzt. Einen kurzen Moment lang lehnte er sich an eine Hauswand, um ein wenig zu Atem zu kommen.
Plötzlich ließ ein lauter Knall ihn herumfahren. Eines der Sicherungsseile war gerissen und nun schoss eine Holzkiste wie ein riesiges Pendel durch die Luft. Albrecht sah sie gerade noch auf sich zukommen – da traf sie ihn mit voller Wucht vor die Brust und schleuderte ihn wie eine Puppe durch die Luft. Mit zerschmettertem Brustkorb landete er auf dem Pflaster. Er schrie laut auf vor Schmerz, doch seine gebrochenen Rippen hatten sich in die Lunge gebohrt und nahmen ihm die Luft. Rot glitzernd rann ein Blutstropfen sein Kinn herab, während Albrecht seinen letzten Atemzug röchelte.

Widukin erwachte aus unruhigen Träumen, weil aus der Nachbarhütte ohrenbetäubendes Geschrei zu vernehmen war. Eine Frau kreischte hysterisch, ein Mann brüllte wüste Flüche und mehrere Kinder weinten lauthals. Anderswo hätte dieser Lärm wohl Aufsehen erregt, aber Widukin setzte sich nur ruhig auf der feuchten, dreckigen Strohmatte auf und rieb sich die steifgefrorenen Glieder. Es war also mal wieder soweit: Der widerliche Glatzkopf hatte seinen monatlichen Hungerlohn erhalten, diesen in die nächste Taverne getragen und den Großteil versoffen. Anschließend kam er mitten in der Nacht sturzbesoffen nach Hause und verprügelte aus irgendeinem Grund seine Alte. Auch wenn es Widukin lieber gewesen wäre, von alldem nichts mitzukriegen, musste er es sich doch immer wieder anhören. Hier im Armenviertel von Merridia war Platz Mangelware und wenn die Wand der eigenen Behausung nur aus einem dünnen, verschimmelten Brett besteht, dann ist Privatsphäre ein Luxus, der nun mal nicht gegeben ist. Die Sonne war zwar noch nicht ganz aufgegangen und es würde wohl noch einige Zeit dauern, bis Widukin zu seiner Arbeit am Viehhafen antreten musste, aber das Geschrei aus der Nachbarhütte war inzwischen so laut, dass er es einfach nicht mehr aushielt. Er erhob sich aus dem Bett und schlüpfte in seine dreckigen, ausgelatschten Schuhe. Dann trat er aus dem engen, stickigen Raum, den er sein Zuhause nannte, hinaus in den gefrorenen Matsch der Gosse.

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Re: Schreibwettbewerb 2014 - 21. Dezember

Beitrag von Schattenherz » Mo, 22. Dez 2014 11:26

Polarfuchsspuren
Ein Märchen aus der Eiswüste
Schon seit mehreren Tagen verfolgte Udar den Polarfuchs. Sein Fell galt als besonders weich und warmhaltend und Udar wollte es seiner Frau zum Geschenk machen. Sie hatte ihm vor einigen Wochen seinen zweiten Sohn geboren und er wollte ihr etwas Besonderes überreichen. Doch so samtigweich das Fell auch war, so schneeweiß war es auch und machte die Tiere in der frostigen Landschaft der Eiswüste so gut wie unsichtbar.
Gestern war der schlimmste Tag gewesen. Ein Wind war aufgekommen, hatte ihm das Vorankommen erschwert und ihm den Schnee in die Augen getrieben. Udar hatte hinter einer Schneewehe Schutz gesucht und in deren Windschatten an seine Familie und sein zu Hause gedacht. An ein wärmendes Feuer, eine heiße Suppe und seine lachenden Kinder.
Udar hatte befürchtet, dass der Sturm toben würde bis die Eisblumen blühten, doch dann war er ganz plötzlich abgeflaut und er konnte seinen Weg fortsetzen. Umkehren kam für ihn nicht in Frage. Er entstammte einer langen Ahnenreihe von Jägern. Es gehörte zur Tradition, dass man niemals ohne Beute nach Hause zurückkehrte. Also war Udar weiter durch den Schnee gestapft. Vor dem Sturm war er den Spuren des Polarfuchses gefolgt, doch nun musste er sich auf sein Gespür und seine Erfahrung verlassen.
Inzwischen hatte die Sonne ihren Zenit erreicht und das grelle Licht blendete Udar, doch trotz dessen glaubte er vor sich tatsächlich einen Polarfuchs ausmachen zu können. Er näherte sich ihm mit der Lautloskeit eines geübten Jägers. Das Tier war damit beschäftigt im Schnee zu graben, weshalb es Udar nicht bemerkte. Der Jäger malte sich schon aus, wie es sein würde, wenn er seinen Speer nach dem Fuchs schleuderte. Die Waffe würde das Herz des Tieres durchbohren und sein rotes Blut den Schnee färben, sein Fell durchtränken. Gerade als dieses Bild Udars Geist erfüllte hob der Polarfuchs den Kopf und sah den Mann an. Udar blieb stehen. Rührte sich nicht mehr, in der Hoffnung der Fuchs würde es ihm gleichtun. Das Tier sah ihn unverwandt aus seinen schwarzen Augen an. Udar machte ein paar vorsichtige, langsame Schritte auf ihn zu, hob seinen Speer und sprach noch ein schnelles Gebet an das Götterpaar. Doch er ließ seine Waffe nicht los. Im Blick dieses Tieres spiegelte sich Wissen, altes Wissen, dass über die Eiswüste hinausging und die zurückliegenden Jahre miteinschloss. Udar konnte dieses Tier mit den klugen Augen nicht töten.
Er ließ den Speer sinken und wandte dem Polarfuchs den Rücken zu. Zunächst lähmte ihn sein Versagen, doch dann ließ sein Instinkt ihn losgehen.
Still und einsam war sein Heimweg und sein Herz schwer. Was würden sie sagen, wenn er ohne Beute nach Hause kam? Doch das Götterpaar meinte es gut mit Udar. Weil er den Fuchs verschont hatte schickten sie ihm ein altes Karibu. Udar wusste, dass er es alleine niemals hätte erlegen können, wenn es nicht verletzt gewesen wäre. Und so hob er seinen Speer und erlöste das gehörnte Tier. Stolz auf seine Beute und mit einer guten Geschichte über einen klugen Polarfuchs trat er den Marsch nach Hause an.

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Re: Schreibwettbewerb 2014 - 21. Dezember

Beitrag von Schattenherz » Mo, 22. Dez 2014 11:28

Der letzte Winter
„ Aber warum müssen wir ausgerechnet jetzt unterwegs sein? Es – ist – kalt hier draußen, verd-“ „HÜTE DEINE ZUNGE, JUNGE!“ grollte der alte Rhota und das Kind senkte beschämt seinen Blick. Der alte Turmwächter der, seit seine müden Knochen nicht mehr dem harschen Leben eines Kämpfers genügen wollten, für die Erziehung der Kinder verantwortlich war, war dafür berüchtigt, den Kleinen schon mal deren Münder ausgiebigst mit frostigem Pulverschnee auszuwaschen, wann immer er sie unflätige oder respektlose Worte führen hörte. „Es – tut mir leid!“ murmelte der Junge. Mit dem Mund voller Schnee würde ihm bestimmt nicht wärmer werden. „Aber – warum können wir nicht im Sommer oder zumindest bei Tag, wenn die Sonne scheint, zu den Hügeln fahren und“, der Junge zögerte, wog ab ob die kommende Frage ihn in die Gefahr brachte Schnee zu schmecken, selbst wenn er seinen Ton mäßigte. „... und es ist ja nicht so, als wenn wir nicht schon bei den Hügeln gewesen wären.“ Rhota schmunzelte und ließ den Hundeschlitten auslaufen. „Kümmert ihr euch um die Tiere und ein Feuer, während ich die Unterkunft errichte.“ sprach Rhota. In dieser Nacht würden sie es eh nicht mehr zu den Ahnenhügeln schaffen und da es die Tradition nun einmal verlangte, die Heranwachsenden bei Nacht dort hinzuführen...

Es dauerte gut eine Stunde ehe die Hunde versorgt waren und ein kleines Iglu aus dem Schnee geschnitten waren. Inmitten des provisorischen Schneehauses kauerte die Gruppe von Kindern um den alten Mann, der so harsch er auch auf Respektlosigkeiten Jüngerer reagierte, doch auch als Erzähler alter Geschichten von den Kindern regelrecht geliebt wurde und das er die Frage des kleinen Bhurk heute noch ausgiebigst zu beantworten gedachte, hatte er wohlweislich durchblicken lassen, als die Kinder ob der Arbeit, die die Errichtung eines provisorischen Lagers hier im eisigen Norden nun einmal bedeutete, schon durchblicken lassen. „Ihr erinnert euch an den vergangenen Sommer, als ihr Kinder mit der alten Emmet los zogt und wie sie euch Mädchen zeigte wie ihr die Tulabeeren und die Marawurzeln finden könnt und die Jungen unter euch mitgingen um den Wert der Arbeit der Mädchen und Frauen zu erkennen?“ Die Mädchen nickten und wollten stolz anfangen aufzuzählen, was sie von dem dort vermittelten Wissen noch wussten und die Jungs grinsten über ihre Streiche, die sie den Mädchen dabei gespielt hatten. Doch Rhota ließ die Kleinen nicht zu wort kommen. „Dann erinnert ihr auch was Emmet euch über Ondara berichtete und das ihr sie ehren und achten sollt, für das, was sie euch, was sie uns allen jeden Sommer aufs Neue schenkt?“ Wieder nickten die Mädchen eifrig, derweil sich die Jungen ihre Hinterteile rieben. Mädchen böse Streiche zu spielen erachtete die alte Emmet nicht als würdige Ehrung Ondaras, soviel war den Jungen klar geworden, als die Alte sie bei einem ihrer Streiche schließlich erwischt hatte.

„Nun denn, Kinder,“ riss Rhota die kleinen aus ihren recht unterschiedlichen Gedanken. „So wie Emmet euch Mädchen mitnahm, eure Pflichten zu prüfen und euch allen die Gaben Ondaras vor Augen zu halten, und euch Jungs, die Arbeit der Frauen für die Gemeinschaft zu achten,“ Wieder rieben sich einige der Jungen den ob der bloßen Erinnerung, schmerzenden Steiß. „... so ist es meine Aufgabe euch Jungen, die euch bald bevorstehenden Aufgaben als Männer vor Augen zu führen und euch und euch Mädchen den Respekt zu Lehren, der Rhelun auch gebührt. – Ja Respekt!“ erwiderte der alte Mann auf die teils zweifelnden, teils ängstlichen Blicke der Kleinen. „Seht Kinder, ...“ begann der Alte und berichtete davon, das der Tod eines jeden erlegten Tieres eine Gabe Rheluns an die Jäger war und bläute den Kleinen an, ihre Beute darum immer zu achten und zu ehren, sollten sie denn jagen gehen. „Ebenso ist es uns Alten irgendwann eine Erlösung in den ewigen Schlaf zu fallen, wenn unsere Knochen nicht mehr wollen.“ Auf den Unglauben in den Augen der Kleinen hin lachte Rhota nur leise. „Na gut, zumindest aber den Weiseren unter uns Alten ist Rhelun irgendwann ein willkommener Weggefährte. Aber auch euch Jungen ist der Tod der Alten eine Erlösung. So könnt ihr irgendwann euer Leben führen und euch um eure Kinder, statt um uns Alte kümmern.“ Eigene Kinder? Einige der Kleinen empörten sich, einige der Älteren verloren sich verlegen in eigene Gedankenwelten.

„Aber darum eben, sind wir heute Nacht hier. So kann ich sehen, wer von euch Jungen zum Jäger oder vielleicht zum Turmwächter gar taugt und ihr Mädchen erfahrt so, was wir Männer für die Gemeinschaft leisten, welche Gefahren wir auf uns nehmen, was wir auf unseren Touren erdulden, was wir leisten.“ Und Rhota berichte die restliche Nacht über von seiner Reise damals mit Hyiarth dem Einbeinigen und von Shavakk, dem Bogenschützen, der einst Hyiarth auf dessen Weg zu den Ahnenhügeln geleitet und in ihm den geborenen Jäger erkannt hatte, wie Hyiarth in Rhota den eisernen Willen der Turmwächter schon im Kindesalter erkannt hatte. Und im Licht der Tranfunzeln forderte der Alte schließlich die Kleinen auf von verstorbenen Mitgliedern ihrer Familie zu berichten und wie diese das Schicksal ihrer Kinder und Kindeskinder bestimmten und erklärte ihnen, das – solange die Namen, wie das Wissen und die Taten der Alten nicht vergessen sind – der Tod einem Eismenschen kein Feind, denn vielmehr Freund ist und darum neben Ondara gleichsam geachtet und geehrt, statt gefürchtet etwa gehört und als sich alle schließlich nieder ließen, den hereinbrechenden Tag zu verschlafen, wusste der Alte, das die Kinder verstanden hatte.

Es waren teilweise Tränen geflossen, ob der Erinnerung an Vorausgegangene, an Großeltern etwa oder an zu früh gestorbene Geschwister oder Eltern. Aber Rhota wusste, dass das Erzählen befreite und wenn die Kinder morgen, wenn die längste Nacht des Jahres bevorstand, zu den Ahnenhügeln aufbrächen, dort Jeder und jede für sich eine unter dem tiefen Schnee des Winters verborgene Eisblume zu suchen,vorsichtig vom Schnee zu befreien und dann – so Rhelun wollte – das aus der direkten Nähe jener Blume mitzunehmen, was ihnen als Andenken an diese Nacht würdig schien. Die erwachsenen Jäger kamen über das Jahr gerne hierher und legten Pfeilspitzen, kleine Halbedelsteine, oder auch kleine Figurinen neben den im Sommer üppig hier wachsenden Eisblumen ab, als Dankes- oder auch Bittgeschenke an Rhelun, den Gott des Todes. Wenn ein Kind in dieser Nacht eine solche Gabe nahe der aus dem Schnee ausgegrabenen – aber nicht angerührten Eisblumen – fand, galt dies gleichermaßen für die Finder, wie auch die Gabensteller als gutes Omen und so wusste Rhota, das die Kinder nach ihrer Rückkehr viel würden zu berichten haben. Die Alten würden den Jungen aus ihren Leben berichten, die Jungen würden den Alten im Gegenzug von ihren Träumen erzählen, welche sie den Eisblumen zuflüsterten, ehe sie diese wieder vorsichtig mit Schnee bedeckt und unbeschadet wieder der Einsamkeit der Nacht überlassen hatten.

Für die Jungen war es ein Abenteuer und eine erste Orientierung bezüglich ihrer Aufgaben als Männer. Den Mädchen würde die Härte des Lebens außerhalb der Festen Behausungen mit deren vergleichsweisem Komfort vor Augen so geführt und den Kindern allgemein die Bedeutung Rheluns als Freund und Verbündeten der Menschen in der Eiswüste gezeigt und, wenn sie erst alle unbeschadet zurückgekehrt sein würden, würde es viele Geschichten zu erzählen geben, zwischen den Alten, den Aktiven und den Jungen. So war es schon immer gewesen und so würde es – so Rhelun und Ondara denn wollten – auch bis an das Ende aller Tage bleiben. Dessen war der alte Rhota gewiss, der es in seinen Knochen spürte, das dieses sein letzter Winter hier auf Erden sein sollte. Ja, heute wollte auch er mit den Kindern nach einer Eisblume suchen und ihr seinen Traum zu flüstern: „Wir sind bald wieder vereint Rot, meine geliebte Frau, und es ist gut so!“

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Re: Schreibwettbewerb 2014 - 21. Dezember

Beitrag von Schattenherz » Mo, 22. Dez 2014 11:29

Eiswacht
Als die Inseln am Horizont auftauchten, bot sich mir ein unheimlicher Anblick. Der Himmel war grau. Ein Sturm tobte um das Schiff herum. Der Wind peitschte die See zu turmhohen zerklüfteten Bergen auf. Sie warfen das Schiff wie ein Spielzeug umher und donnerten mit ungeheurer Kraft gegen die steilen Klippen der Eilande. Das Geräusch vermischte sich mit dem Heulen des Windes und steigerte sich zu einem ohrenbetäubenden Missklang, der mir eine Gänsehaut bescherte. Ich krallte meine Hände so fest in das Holz des Ruders, dass meine Knöchel weiß hervortraten. Die Panik hatte mich fest im Griff. Zumindest bis ich es sah…
Ein einzelner Sonnenstrahl brach durch die schwarzgraue Wolkendecke. Er fiel genau auf ein schmales Felsplateau, das weit auf das tobende Meer hinausragte. An seinem äußersten Rand stand eine Gestalt. Gebadet in das Licht des Sonnenstrahls schimmerten ihre Gewänder wie ein Edelstein. Aquamarinblau… Sie wogten hin und her als befände sich ihr Träger tief unter Wasser. Die sanften Bewegungen passten jedoch nicht zu dem tosenden Unwetter ringsherum. Es schien fast als meide der Sturm die Gestalt. Die priesterartigen Roben nahmen meine Aufmerksamkeit vollständig gefangen. In meinem Kopf war kein Platz mehr für irgendwelche Gedanken, ich starrte nur noch. Wie in Trance schlug ich das Ruder ein und hielt direkt auf die Gestalt zu. Wie ein Leuchtfeuer wie sie mir den Weg. Ich meinte ein freundliches Lächeln zu sehen und Hände, die mir den Weg in einen sicheren Hafen wiesen. Froh nun endlich der Gefahr entronnen zu sein entspannte ich mich. Es würde mir also doch gelingen meine Familie in Sicherheit zu bringen. Warum hatte ich je daran gezweifelt? Wie hatte ich diese Forschungsexpedition jemals für gefährlich halten können? Augenscheinlich waren die Inseln bewohnt und die Bewohner uns freundlich gesonnen. Man würde mich fürstlich entlohnen, weil ich es als einziger gewagt hatte den beschwerlichen Weg auf mich zu nehmen und mit etwas Glück könnten wir uns hier weitab der politischen Wirren Mérindars auch niederlassen. Das Schicksal scheint endlich mal auf unserer Seite zu sein… Eine Hand packte meinen Arm und riss mich damit aus meinen Gedanken. Verwirrt blickte ich in die weit aufgerissenen Augen meiner Tochter. Spuren aus gefrorenen Tränen zogen sich über ihr Gesicht. Ich spürte die Kälte ihrer Hand durch meine Kleidung hindurch und als ich auf sie herunter sah stellte ich bestürzt fest, dass ihre Haut so blass war wie die einer Toten. „Vater“, hauchte sie mit brüchiger Stimme: „wir müssen hier weg. Es ist so kalt. Bitte, wenn wir noch näher heransegeln werden wir alle erfrieren. Schau doch.“ Ich folgte dem deutenden Finger ihrer anderen Hand mit den Augen. Raureif überzog das gesamte Schiff. Die Planken unter meinen Füßen, der Mast, die Segel… nicht zuletzt auch die Menschen an Bord, alles wirkte als habe man es mit einer dünnen Schicht Salz überzogen. Erst jetzt fiel mir die unheimliche Stille auf die uns umgab, der Sturm war verschwunden. Das Meer bildete einen perfekten Spiegel. Einzig die winzigen Wellen, verursacht durch unser Schiff, störten die Harmonie, doch auch sie verursachten nicht das geringste Geräusch. Obwohl nicht der geringste Luftzug zu spüren war, waren die Segel noch immer gebläht und schoben uns gemächlich, aber scheinbar unaufhaltsam, auf die hohen Klippen zu. Wir waren erschreckend nah herangekommen, befanden uns schon beinahe unter dem Felsüberhang. Plötzlich wurde mir kalt. Ich wollte das Ruder loslassen, von dem die Kälte auszugehen schien, konnte aber meine Hände nicht lösen. Ich sah hin… Vor meinen entsetzten Augen begannen feine Eisblumen das dunkle Holz des Ruders zu überziehen. Sie breiteten sich stetig weiter aus, krochen an meinen Armen empor, färbten meiner Haut und Kleidung ebenso weiß wie alles ringsherum. Das leise Wimmern meiner Tochter lenkte mich von dem verstörenden Anblick ab, als ein weiteres Geräusch die Stille durchbrach. Außer uns regte sich niemand mehr an Bord des Schiffes. Weder meine Frau, noch unsere Söhne oder einer jener Männer die für die Passage zu den Inseln meine Gäste gewesen waren… Sie alle waren still wie der Tod. Das Geräusch schwoll an. Winterkaltes Gelächter hallte über den schweigenden Ozean und wurde von den hohen Klippen vielfach zurückgeworfen. Mit einiger Mühe hob ich den Kopf. Die Gestalt stand noch immer auf der Klippe und hatte sich nicht von der Stelle bewegt. Doch nun schien sie mir nicht mehr einladend, im Gegenteil. Das Gelächter kam von ihr. Wir waren nun nahe genug um ihr Gesicht erkennen zu können. Das Antlitz des Mannes schien von innen heraus strahlen. Seine Schönheit brannte in meinen Augen, als hätte ich zu lange in die Sonne geschaut. Während mir kälter und kälter wurde und ich langsam jedes Gefühl in meinem Körper verlor, konnte ich meine Augen nicht mehr von ihm abwenden. Das flammende Rot seines Blickes hielt mich gefangen. Es war das letzte was ich sah bevor ich das Bewusstsein verlor…

Ein harter Stoß beförderte mich aus dem Bett. Meine Frau drehte mir mit einem unwilligen Knurren den Rücken zu und ich atmete erleichtert auf, es war nur ein Traum.Trotzdem folgte ich einer alten Familientradition als mich am nächsten Morgen ein reicher Kaufmann ansprach und um eine Passage zu den Inseln bat. Ich lehnte ab. Denn ich erinnerte mich sehr genau an die Worte meiner Großmutter als ich ihr gesagt hatte, dass ich später einmal zur See fahren wollte.
Verlass dich auf deine innere Stimme. Egal wie schön das Wetter scheint, segele nie aus dem schützenden Hafen, wenn es in dir zu flüstern beginnt. Sie hat einmal jemand nicht beachtet, als Folge davon hast du deinen Großvater niemals kennen gelernt.

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Re: Schreibwettbewerb 2014 - 21. Dezember

Beitrag von Schattenherz » Mo, 22. Dez 2014 11:30

Die Eisblumen
Es war einst, in einem Land des Winters, fern im Norden, als sich eine Geschichte zugetragen hatte, an welche heute nur mehr Sagen und Legenden erinnern. Eine Geschichte, an welche sich heute nur die Ältesten unter den Menschen des eisigen Landes, welches man die Eiswüste nennt, erinnern. Und um dieser Geschichte zu gedenken, auf dass sie niemals in Vergessenheit gerate, findet sich jede Familie der Eismenschen einmal im Jahr, wenn der Mond das letzte Mal vor der Wintersonnenwende voll am Himmel thront, in der großen Halle ihrer Stammesführer ein, um dem Vergangenen ihre Erinnerungen zu schenken, wenn auch nur für diesen einen Abend. Es ist eine Zeit der Besinnlichkeit und der Tradition und auch wenn diesem Tag eine traurige Erinnerung anhaftet, so sehnen viele Menschen diesen Tag in Sehnsucht herbei. Besonders die Kinder, welche mit großen Augen den Geschichten lauschen und sich dann, wenn der volle Mond sein kühles Licht auf die weiße Welt, in der sie leben, hernieder wirft, an den einfachen Gaben erfreuen, welche an diesem Tag ebenso Tradition sind, wie die Geschichten der Alten und der warme Gewürztee.

Jede Geschichte beginnt stets mit denselben Worten. Worte mit Tradition. Worte, die mit starken Erinnerungen verbunden sind. „Kinder, wisst ihr, warum wir heute hier sind?“ Und die Kinder wagen nie zu antworten, sondern nicken nur und erwarten die folgende Geschichte mit großen, erwartungsvollen Augen. Die Geschichte handelt von dem letzten, großen Stammesführer der Eiswüste, bevor der Rat der Acht geschaffen wurde, und von seinem Ende. Es ist eine tragische Geschichte, voller Wehmut und selbst die Ältesten, welche sie Jahr für Jahr erzählen, können die Trauer kaum verbergen. Denn die Geschichte endete stets auf dieselbe Weise. Mit dem Tod dieses großen Mannes. Und als man ihn zu Grabe getragen hatte, da gefroren die Tränen der Menschen zu Eis, noch auf ihren Wangen und so ist es auch heute noch, wenn die Geschichte sich ihrem Ende nähert, und selbst die hartgesottensten Männer ihre Tränen nicht zurückzuhalten vermögen.

Als der große Held einst zu Grabe getragen worden war, strömten die Menschen der Eiswüste in alle Winkel der eisigen Lande hinaus. Und als sie zurückkehrten, brachte jeder von ihnen eine Eisblume mit sich, um diese auf den Leichnam ihres letzten, vergangenen Stammesfürsten zu legen. Doch als die letzte Blume aus der Hand des letzten Mannes gefallen war, kam das Unheil über die Menschen. Von einem Augenblick auf den nächsten färbte sich die Sonne schwarz, als sich der Mond vor sie geschoben hatte. Die Menschen verfielen in Angst, doch als im selben Augenblick die Nordlichter am Himmel erschienen und rot, wie Blut, vor der schwarzen Sonne leuchteten, warfen sich die Menschen furchtsam auf die Erde nieder. Sie beschworen ihre Götter und die Ahnen, sie mögen sie verschonen, und gelobten, niemals wieder eine Eisblume auf den Leib eines Toten zu legen. Und, als ob die Götter ihr Flehen erhört hatten, zog der Mond wieder seines Weges und gab den Menschen das Licht der Sonne zurück. Und so ist es seither Brauch der Menschen aus der Eiswüste geworden, die Toten an jenen Orten zu Grabe zu tragen, wo die Eisblumen blühen. Und die Tradition dieses Abends soll die Menschen daran erinnern, niemals wieder eine Eisblume zu pflücken. Wenn die Alten ihre Geschichte beendet haben, fallen sich die Menschen einander in die Arme, schenken ihren Mitmenschen die Wärme ihres Herzens und den Kindern eine kleine, aus Holz oder manchmal sogar aus Eis geschnitzte Eisblume, worauf die Kinder den ganzen Abend gewartet hatten.

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Re: Schreibwettbewerb 2014 - 21. Dezember

Beitrag von Schattenherz » Mo, 22. Dez 2014 11:31

Die Legende vom roten Wandersmann
Es ist lange her, in einem weit entfernten und abgelegenen Dorf, irgendwo im hohen Norden der nördlichen Reiche, da begab es sich das in der finstersten Jahreszeit, der kältesten aller Nächte ein Wandersmann von Haus zu Haus zog und um Schutz vor der Kälte bat. Was alleine schon verständlich war, zudem kündigte sich aber auch noch ein Schneestürm an. Romantiker würden sagen das bereits jetzt die Schneeflocken wie von Leidenschaft gepackt einander um tanzten, um dann das Dorf langsam aber sicher mit ihrer weißen Pracht zu bedecken. Der gemeine Dorfbewohner würde es jedoch zurecht weniger Formschön als Zitat: „verdammtes Dreckswetter“ bezeichnen und sich lautstark über die daraus resultierende zusätzliche Arbeit am nächsten morgen beschweren. Kein Wunder also das der fremde Wandersmann um ein Dach über den Kopf und Schutz vor der Kälte bat. Doch egal wie sehr er bat, wie sehr er auch flehte, niemand wollte ihn herein beten. Nicht einmal ein Bett aus Stroh, im Stall bei den Schweinen bewilligte man ihm.

Der Grund hierfür war nicht einfach nur der das er ein Fremder war, sondern das er sowohl rote Haare, einen roten Vollbart als auch rote Augen hatte. Was zusätzlich zu seiner äußert hellen Hautfarbe schürte den Argwohn der Dorfbewohner und lies trotz der Kälte den Hass aufflammen den man gegen jene hatte die waren wie er, Drachenblüter! Wäre es nicht so bitter kalt gewesen, dann hätte wohl nicht viel gefehlt und man hätte ihn mit Fackeln und Heugabeln aus den Dorf getrieben oder sogar noch schlimmeres. So bleib es aber bei Tritten, Schlägen, wüsten Beschimpfungen oder einfach nur zugeschlagenen und doppelt verschlossen Türen.

So kam es das der Fremde, der niemanden etwas getan hatte nur wegen seines Aussehens (er kleidete sich zudem auch komplett in rot), vom größten und teuersten Haus, des raffgierigen Bürgermeisters, über zu den Doppelhäusern der betuchteren, als auch den kleineren Häusern der ärmeren alles abgeklappert hatte. Nicht zuletzt aufgrund der bitteren Kälte sondern auch aufgrund der eisigkeit der Herzen der Bewohner dieses gastfreundlichen Ortes schickte er sich an das Dorf wieder zu verlassen um sich irgendwo im nahen Wald einen Unterschlupf zu suchen. Etwas abseits vom Dorf, etwa zwischen selbigen und den noch dunkleren Wald öffnete sich ihn aber auf einmal die Tür einer kleinen und wahrhaftig ärmlichen Hütte. Welche man bestenfalls als notdürftig zusammengenagelten Verschlag bezeichnen konnte und das er deshalb im Schneesturm gar nicht richtig gesehen hatte. Ein von leben gezeichneter Mann winkte ihn aus selbigen freundlich herbei und bat ihn die Nacht doch bei ihm und seiner Familie, statt draußen bei Schnee und Kälte zu verbringen. Sie hätten zwar nicht viel, aber selbst das wäre noch genug um es zu teilen und wahrlich viel besaßen sie wirklich nicht.

Das hatte der Fremde schon von draußen gesehen, aber nun im inneren wurde es ihn umso mehr klar, in dieser ärmlichen Ansammlung von Brettern und Nägeln hausten neben dem Mann noch seine Frau und deren Kinder drei. Von welchen eines wohl gerade erst am heutigen Tage zur Welt gekommen war. Zu trinken gab es kaltes aber klares Wasser und einen alten trockenen kanten Brot zu essen. Ebenso brannte nur ein kleines klägliches Feuer im Kamin, mehr war der kleinen Feuerstelle wohl einfach nicht zuzumuten und bei der Anzahl an Personen benötige man wohl auch nicht mehr. Dennoch oder gerade deshalb befand sich auf dem einzigen Fenster ein Große und formschöne Eisblume. In dieser schlichten Hütte kam es auf einen mehr oder weniger deshalb nicht an, im Gegenteil sogar man wurde warmherzig willkommen geheißen und man entschuldigte sich sogar mehrmals dafür das man ihm nicht mehr anbieten konnte. Obwohl die Familie also augenscheinlich nichts hatte, teile sie das wenige auch noch mit einem fremden, der im Dorf nur bestenfalls Spott und Hohn erhalten hatte. Auch schien sie aufgrund ihrer Armut in keinster weise bekümmert oder gar traurig zu sein, sondern im Gegenteil das pure Leben und die damit verbundene Lebensfreude zu repräsentieren. Bis spät in die Nacht wurden so Witze und Geschichten geteilt, von denen die besten aber von dem fremden kamen. Erst als das Feuer in Kamin weniger wurde und somit auch die einzige Lichtquelle sich zur wohlverdienten ruhe legte, taten es ihr auch die Bewohner gleich.

Als sie am nächsten morgen durch das erste Licht des Tages wieder erwachten, hatte sich der Schneesturm gelegt, aber nicht nur das sondern auch der rote Fremde war spurlos verschwunden. Wobei nicht ganz, denn jene Spuren im Schnee verrieten das er zurück ins Dorf gegangen war und auch hier hatte er seine Spuren hinterlassen. Er hatte es den Bewohnern doppelt und dreifach heimgezahlt was sie ihm angetan hatten. Jene die nur ihr tragbares hab und gut oder einen Zahn verloren hatten zählten zu den glücklicheren. Andere fanden ihrem kompletten Viehbestand tot im Stall vor. Wieder andere so wie der Bürgermeister, welche am unfreundlichsten ja sogar brutalsten waren, machten nie wieder die Augen auf, da nur ihre kläglichen Überreste aus den Trümmern ihrer niedergebrannten Häuser geborgen werden konnten. Der alte Mann in rot blieb aber trotz gründlicher Suche verschwunden und wurde auch nicht mehr gesehen.

Seit jenem Tage aber macht diese Geschichte vom gänzlich in rot gekleideten Wandersmann die Runde und es wurde über die Jahre und Jahrzehnte hinweg Tradition, über die Grenzen des Dorfes hinaus, diese Geschichte immer am kältesten und dunkelsten aller Tage, wenn wieder die Schneeflocken tanzen und die Eisblumen an den Fensterscheiben in die Höhe wachsen weiterzuerzählen. Einerseits als Sinnbild dafür das es trotz allem selbst in den finstersten und kältesten Zeiten noch immer ein erhellendes und wärmendes Licht gibt. Selbst wenn dieses nur von einer einzigen Familie und oder Menschen ausgeht so ist es doch nicht weniger wichtig. Anderseits dient sie aber auch als ein Mahnmal für jene die nur böses sagen und tun, dass sie für selbiges irgendwann ihre verdiente Belohnung erhalten werden. Schlussendlich ja was soll ich euch sagen, verbessert diese kleine Geschichte, wie so viele andere, auch nicht unbedingt die Meinung gegenüber Drachenblütigen aber es ist ja auch nur eine Geschichte... oder etwa doch nicht?

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Re: Schreibwettbewerb 2014 - 21. Dezember

Beitrag von Schattenherz » Mo, 22. Dez 2014 11:32

Die Sage von den Eisblumen
Die Alten in der Eiswüste erzählen den Jungen in den rauhen und harten Winternächten mannigfaltig Märchen und Sagen, um die langen Abende, wenn der Wind schaurig um die Behausungen braust, zu verkürzen und zu bereichern. Auch wird oft von einer Mär berichtet, die sich in den Anfängen der Welt zugetragen haben soll, als noch die Drachen, diese stolzen und großartigen Wesen, die heute nur noch Legenden sind, die Welt bevölkert hatten. Die Sage von den Eisblumen. Sie erzählt davon, wie die Eisblumen in die Welt gekommen sind.

Es war einmal eine junge Frau, die Ardia genannt wurde. Sie war die einzige Tochter eines Ehepaares aus Norr Bharrak. Aus diesem Grund war Ardia ihr Ein und Alles, und ihr ganzes Bestreben galt dem, dass Ardia ein sorgenfreies Leben hatte, und auch in Zukunft gut versorgt war. Weil Ardia zu einer schönen Frau erblühte, war es ein Leichtes für ihre Eltern, einen brauchbaren Mann für Ardia auszuwählen. Groß und stark sollte er sein, tapfer und unerschrocken, und fleißig und arbeitsam. Dies waren die Tugenden, die für Ardia Eltern zählten, und ihre Wahl fiel auf einen jungen Jäger namens Fenir. Doch die junge Frau hatte anderes im Sinn. Sie träumte von der Welt jenseits der Kälte, des Frostes und des Schnees. An manchem Frühlingstag, wenn die Sonne den Schnee zumindest teilweise, und für eine kurze Dauer bekämpfte, saß sie oft an der Küste, und wenn die Sonne ihr Gesicht erwärmte, reisten ihre Gedanken und ihre Fantasie in weite Ferne. Doch da ihr Schicksal ihr nicht vergönnte, die Welt zu sehen, so fügte sie sich in ihr Schicksal, und beugte sich dem Wunsch ihrer Eltern, Fenir Frau zu werden, auch, wenn sie ihn nicht für den Richtigen hielt. So wurde die Hochzeit beschlossen, und alle Vorbereitungen getroffen.
Es war die Zeit, in der die Händler die Eiswüste besuchten, Waren mit den Bewohnern der Eiswüste zu tauschen. Gastfreundlich, wie die Eiswüstenbewohner waren, luden sie die Händler nach den erfolgreichen Handelsgeschäften in die großen Hallen Nor Bharraks ein, und feierten dort rauschende Feste. Und als schließlich auch Ardia das Fest besuchte, da erblickte sie einen der Händler, welcher umringt von anderen Menschen da saß, und diese mit seinen Geschichten regelrecht fesselte. Ziramal war die Gabe zuteil, Geschichten so zu erzählen, dass sie in den Köpfen der Menschen regelrecht lebendig wurden. Die Menschen hingen ihm förmlich an den Lippen, und Ziramal wählte seine Worte wohlbedacht, und schmückte diese mit seiner Mimik und Gestik in den schillerndsten Farben aus. Auch Ardia die längst die Sehnsucht nach dieser anderen Welt, von welcher Ziramal erzählte, in ihrem Herzen trug, wurde von seinen Erzählungen gefangen genommen. Als sein Auge sie erblickte, lächelte er sie an, und lud sie ein, Platz zu nehmen. Ardia blieb an diesem Abend länger, als alle anderen, und lauschte seinen unermüdlichen Erzählungen. Und so kam es, wie es kommen musste, die beiden jungen Menschen verliebten sich unsterblich ineinander. Ardias Welt begann zu wanken, und mit einem Mal erkannte sie, dass ihr Schicksal mehr für sie bereit zu halten schien, als ihre Familie mit ihr und Fenir vorgesehen hatte. Nach einigen Tagen, in welchen sich Ardia und Ziramal stets heimlich getroffen hatten, und die Zeit angebrochen war, dass die Händler wieder weiterzogen, da ersannen die beiden Verliebten eine Idee. Ziramal würde Ardia mitnehmen, in seine Heimat. Die Heimat, die Ardia all das bieten konnte, was ihr Herz so sehr begehrte, aber nicht in der Eiswüste fand.

Doch Fenir, dem Jäger, war nicht entgangen, was sich zwischen Ardia und Ziramal abspielte. Er ahnte, dass Ardia sich in Ziramal verliebt hatte, doch er wusste nicht von ihrem Vorhaben, die Eiswüste zu verlassen. An jenem schicksalshaften Tag, an welchem Ardia sich vor den Toren Norr Bharraks den Händlern anschließen wollte, ging er seiner Verlobten in aller Heimlichkeit nach. Als er sich der Tatsache bewusst wurde, dass Ardia Ziramal folgte, nahmen die Eifersucht, und der Zorn in seinem Herzen überhand. Nach einer bösen Auseinandersetzung, in welcher Fenir erkannte, dass er seine Verlobte längst an den Fremden verloren hatte, tötete Fenir Ziramal mit seinem Jagdspeer, und sein Blut färbte den Schnee rot. Ardia verfiel der Trauer und Verzweiflung, und ihre Eltern, die erkannten, dass ihre Pläne, Ardia mit Fenir verheiraten zu wollen, nicht nur ihre Tochter ins Unglück gestürzt hatten, lösten die Verlobung mit Fenir. Ardia ging oft zu der Stelle, an der Ziramal den Tod gefunden hatte, und nachdem seine sterblichen Überreste von den Händlern in seine Heimat zurückbrachten, blieb nichts übrig von Ziramal, bis auf die liebevolle Erinnerung Ardias an ihn, und den roten, gefrorenen Schnee. Ardia steckte ein kleines Stück Treibholz zu Ziramal Erinnerung in den Schnee. Jeden Tag ging sie zu der Stelle, doch sie fand keinen rechten Lebensmut mehr.

Es war ein Frühlingstag, an welchem Ardia, wie jeden Tag, den Sterbeort ihres Liebsten besuchte. An dem kleinen verwitterten Holz schmiegten sich kleine, blaue und wunderschöne Blumen durch den Schnee in den Frühlingstag. Ardia wusste, es war ein Zeichen Ziramals, ein Zeichen des Trostes aus dem Reich der Toten, und dein Zeichen, dass ihre Liebe auch seinen Tod überdauerte. An diesem Tag verschwand ein großer Teil der Trauer und des Kummers. Das Licht kam zurück in Ardias trauerndes Herz, und sie konnte wieder lächeln.

Noch heute ist es in der Eiswüste Tradition, die Toten dort zu bestatten, wo die Eisblumen blühen. Denn die Eisblumen sind Boten aus dem Totenreich, und zeigen den Lebenden an, wo sich die Pforten zum Totenreich befinden. Wenn die Verstorbenen dort beerdigt werden, wo die Eisblumen blühen, so ist ihnen der geschützte Weg ins Totenreich sicher.
Die Eisblumen tragen neben ihrem Namen noch die Bezeichnung Scadies Ziramal’ardia, und erinnern an die beiden Liebenden, solange die Alten diese Geschichte erzählen.

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Re: Schreibwettbewerb 2014 - Abstimmung bis 28.12.

Beitrag von Schattenherz » Mo, 29. Dez 2014 17:20

Weil es bisher nur 7 Teilnehmer an der Abstimmung gab und wir hoffen, dass da doch mehr drin sein müsste, möchten wir die Abstimmung bis zum 31. Dezember verlängern - vielleicht hat ja noch jemand Lust, die Beiträge zu lesen. Es lohnt sich, so viel kann ich schon mal verraten :hehe: Dira und ich haben uns aus allen Einsendungen schon auf unseren Favoriten geeinigt und werden ganz unabhängig vom Abstimmungsergebnis natürlich auch dabei bleiben.
Also los, wir würden uns über ein bisschen mehr Beteiligung sehr freuen! :aww:

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Re: Schreibwettbewerb 2014 - Abstimmung bis 31.12.

Beitrag von Rahela » Mo, 29. Dez 2014 17:50

Habt ihr echt immer denselben Geschmack? :twitch: :hehe:
Sie ist eine Frau! Und alle Frauen sind böse...!

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Re: Schreibwettbewerb 2014 - Abstimmung bis 31.12.

Beitrag von Schattenherz » Mo, 29. Dez 2014 17:55

Nein, wir diskutieren meistens ne ganze Weile, bis wir uns geeinigt haben :)

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Re: Schreibwettbewerb 2014 - Abstimmung bis 31.12.

Beitrag von Shandira » Do, 01. Jan 2015 11:42

Zuallererst möchten wir uns bei allen Schreibern für ihre tollen Geschichten bedanken! Wir freuen uns sehr, dass wieder so viele von euch mitgemacht haben :aww: Wir hatten beim Lesen viel Spaß und sind begeistert über eure spannenden Ideen. Bei keiner der Geschichten wirkten die Worte, die ihr einbauen solltet, reingequetscht oder gekünstelt, und jede Geschichte hatte ihre ganz eigenen Seiten, die uns gefallen haben. Obwohl bei vielen die Eiswüste mit den Eisblumen in der Geschichte vorkamen, waren doch alle Ideen dazu ganz unterschiedlich, was uns sehr gefreut hat. Die eine oder andere wird sicherlich Eingang in die Weltenbeschreibung finden, wenn ihr nichts dagegen habt!

Dira und ich hatten es wie bei den Kalenderblättern auch hier nicht so leicht, auf einen Nenner zu kommen. Der dritte Platz für die Geschichte "Die Sage von den Eisblumen" mit der schönen Erklärung für den wissenschaftlichen Namen der Eisblume stand dann doch bald fest, doch Platz zwei und eins zu vergeben, war ziemlich schwer. Wir haben uns schließlich für den zweiten Platz auf "Eiswacht" geeinigt: Diese Geschichte hat gar nicht mal so viel Bezug zur Welt, doch wirklich spannend und flüssig formuliert, mit sehr stimmungsvollen Beschreibungen und insgesamt ein schönes Wintermärchen mit einem überraschenden Ende. Der erste Platz geht an "Der letzte Winter", weil diese Geschichte so viele spannende kleine Ideen zur Eiswüste beinhaltet, dass wir einfach nicht widerstehen konnten :aww: Der Bezug zur Welt ist vorbildlich, die Geschichte ist kurzweilig zu lesen, und das einzige Manko sind kleine holprige Formulierungen.

Damit sind die Autoren der Geschichten "Der letzte Winter" und "Eiskalt" die Gewinner des diesjährigen Schreibwettbewerbes, herzlichen Glückwunsch! Wir sind schon gespannt, wer sich meldet. Auch die Schreiber der anderen Geschichten sollten sich hier zu Wort melden, damit wir Ruhm und Medaillen an die richtigen Accounts vergeben können. Ihr seid außerdem allesamt herzlich eingeladen, in diesem Thread über den Ablauf und die Aufgabe, über die Geschichten und den ganzen Rest zu schnacken :aww:
Etwas schade fanden wir, dass sich die Beteiligung an der Abstimmung ziemlich in Grenzen hielt. Woran lags? An anderen Prioritäten wegen der Weihnachtszeit? Ein zu kurzer Zeitraum? Zu viele/zu lange Geschichten? Habt ihrs einfach übersehen oder verpasst? Wie motivieren wir euch, das nächste Mal mitzumachen?
Tanze, tanze über Tiefen, denn wer tanzen kann der lebt!

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Re: Schreibwettbewerb 2014

Beitrag von Rahela » Do, 01. Jan 2015 12:16

Na gut, dann oute ich mich mal, weil ich grad da bin :hehe:

Von mir stammt "Die Sage der Eisblumen"

Herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner! :confetti:

Wegen der Beteiligung: Kann ich wenig dazu sagen, weil ich ja eh immer mitmache, wobei ich meine Beiträge echt am letzten Drücker abgeschickt hab, was daran lag, dass ich im Dezember überraschend viel Stress und zu tun hatte.

Vielleicht, aber das ist nur eine Idee, sollte man solche Aktionen bereits Anfang/Mitte November starten, vielleicht ist da noch nicht so viel zu tun.

Um mal aus dem Nähkästchen zu plaudern: Ich hatte zwei Geburtstage im Freundeskreis zu feiern, dann waren drei weihnachtliche Mittelaltermärkte zu besuchen, Keksbacken, Familienalltag, etliche Geschenkevorbereitung, Shoppingtouren, das hat auch ein wenig auf mein Ideen- und Motivationsgetriebe geschlagen. Im November war ich schon voll in Weihnachtsstimmung, und voll motiviert, es gab aber noch keine Geschichten zu schreiben. Das nur als Anregung.

Das Thema mit den Stichworten fand ich jetzt ganz gut, genauso wie letztes Jahr das Thema Märchen. Vielleicht hat mit den Begriffen nicht jeder was anfangen können? Oder lags an der Zeit? Oder steht nicht jeder auf Schreibwettbewerbe? Ich weiß es nicht. Vielleicht melden sich ja noch mehr Leute.

Das waren mal meine Inputs. :)
Sie ist eine Frau! Und alle Frauen sind böse...!

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Re: Schreibwettbewerb 2014

Beitrag von Adraéyu » Do, 01. Jan 2015 12:23

Ich habe es heuer mal mit einer anderen Art Geschichte versucht...und mich bewusst kürzer gehalten, und zugleich versucht eine interessante Geschichte zu erzählen...hat offensichtlich nicht so gefallen :lol:

Lange Rede, kurzer Sinn: Von mir sind "Die Eisblumen".
In den Weiden werden uns're Träume klingen,
und die Winde werden uns're Lieder singen.
Lasst uns mit den Funken übers Feuer springen,

in der Walpurgis Nacht.

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