Vor den Toren Berrak Asrar

Lebensfeindliches Land unter glühender Sonne am Tage und dem eisigen Mondlicht in der Nacht...
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Re: Vor den Toren Berrak Asrar

Beitrag von She'sejia » Di, 15. Dez 2015 20:33

Thomas' Erwiderung überraschte sie, nicht dass er Djamal fortschickte, sondern vielmehr der Hass in seiner Stimme. Bisher war er ihr höflich vorgekommen, eindrucksvoll durch seine Größe und seine Fähigkeiten, aber dennoch immer höflich, zumindest zu denen, die es sich nicht, wie Fetch es getan hatte, mit ihm verscherzt hatten. Sie konnte ja verstehen, dass er Djamal für einen Feind hielt, das hatte sie ja auch, aber dieser Hass...
Und dann war da diese Anspielung „nichts was er im Stande wäre zu heilen“ was meinte er damit? Er hatte Djamals Frage damit ja nicht wirklich verneint, sondern nur seine Hilfe abgewiesen, hieß das dass er krank war? Eine unheilbare Krankheit hatte? Sie hatte von einer als unheilbar geltenden Seuche in Avrabêth gehört, die aber nun erfolgreich bekämpft wurde, aber er schien ja nicht von dort gekommen zu sein. Thomas genauestens musternd, als könne sie so plötzlich herausfinden, was er mit dieser Anspielung gemeint hatte, übersetzte sie. Djamal, der zuvor noch versucht hatte Thomas' Helm zu lösen, von diesem aber durch eine ruckartige Kopfbewegung davon abgehalten wurde, hielt inne und musterte Thomas mindestens genauso eindringlich wie She'sejia. Kurz schien er etwas sagen zu wollen, doch Thomas' Stimme war entschieden genug gewesen, um ihn davon abzuhalten. Trotzdem konnte sie sehen, wie er mit sich kämpfte, die Antwort gefiel ihm nicht.
„Er kann seinen Herren zudem ausrichten ich bin jederzeit bereit mich mit jedem dieser Bastarde zumessen der es wagt gegen mich anzutreten, dann reiße ich Ihnen Eigenhände Ihre Herzen heraus...“ Thomas' Stimme riss sie von Djamals Gesichtzügen los, sie brauchte einen Moment, die Worte in ihrem Kopf zu übersetzen. Zu Djamal sagte sie: „Außerdem will er dass du deinem Herrn ausrichten, dass er gern bereit ist sich mit jedem zu messen, der es wagt ihn herauszufordern.“, das war eine etwas... freundlichere Art, ihm Thomas Anliegen zu berichten, als Wort für Wort zu übersetzten. Es war wirklich eine ganz andere Seite von Thomas, die sie hier Erlebte, und sie war sich nicht sicher ob es an der Umgebung und den Menschen hier, kurz an ihrer Situation, lag oder ob er einfach nur besonders schlechte Laune hatte (was auch an ihrer Situation liegen konnte), zumindest war sie froh, dass er ihr gegenüber nicht so gewesen war.

Als Djamal verschwunden war, ob zu einer anderen Person oder aus dem Zelt konnte sie, so wie sie saß nicht sagen, wandte sie sich an Thomas. Sie brauchten einen Plan um zu entkommen, am liebsten mit ihren Sachen, doch die Flucht allein war sicher schon schwer genug. „Wir müssen weg von hier“ sagte sie überflüssigerweise. „Ich glaube das Lager ist stets gut bewacht, vor allem dieses Zelt, deswegen brauchen wir einen Plan, einen Guten...“ sie überlegte, vielleicht konnten sie Anion nutzen um zu entkommen, aber er würde wahrscheinlich nur sie und vielleicht noch Sarantuya tragen, Thomas jedoch auf keinen Fall. Sie war sich nicht mal sicher ob irgendein Pferd ihn in seiner Aufmachung tragen würde. Vielleicht brauchten sie Verbündete, Sklaven waren hier jedenfalls genug. Sofort dachte sie an Djamal, er schien hier für einen Sklaven recht hochgestellt zu sein, offensichtlich durfte er sich ja frei bewegen. „Die beste Möglichkeit zu entkommen ist wahrscheinlich, wenn sie weiterziehen... wobei, das kommt darauf an wie sie uns Fesseln...“ es war grauenhaft, ihr fiel einfach nichts ein, was gut genug war, das es funktionieren konnte.
Verzweiflung kroch in ihr hoch, dieselbe Verzweiflung wie vor so vielen Jahren, als sie als kleines Kind in derselben Situation gewesen war. Damals hatten die Banu sie gerettet, doch ein zweites Mal würden sie sie nicht retten. Sie zwang sich ruhig zu Atmen. Denk nach sagte sie sich, aber es ging nicht. Plötzlich musste sie an die Schreie der Frauen denken, die sie damals gehört hatte. Jede Nacht. Sie hatte sich die Ohren zugehalten, aber es hatte nicht funktioniert, sie war erst lange nach verstummen der Schreie eingeschlafen. Sie hatte plötzlich Angst und gleichzeitig eine unbändige, verzweifelte Wut im Bauch. Sie konnte Thomas' Hass auf einmal sehr gut verstehen. Die sollten es nur einmal versuchen, sie anzurühren!

Fetch schnaubte wütend. So war das, wenn man versuchte, mit einem Sklavenhändler Geschäfte zu machen, man selbst ging leer aus. Es machte ihn fast verrückt. Da waren sie beide, zum greifen nahe, aber nein, Kadir beanspruchte sie für sich, nur eine würde er bekommen. Ein gutes Angebot, hatte Kadir gesagt. Wieder schnaubte er. Kadir bemerkte das und seufzte, „Ich hab's dir schon oft genug gesagt. Eine der Frauen und dieses Sihu'sai Pferd, ein besseres Angebot kriegst du nicht!“ er reichte ihm die Pfeife, mit der er gerade noch geraucht hatte. Der hohe Anteil an Nezaia, auch Starrkraut genannt, wies es als besonders hochwertig aus. Eine freundliche Geste, wenigstens war Kadir daran interessiert, sich mit ihm zu einigen. Er nahm einen Zug. „Vielleicht, aber ich will sie immer noch beide, das war die Abmachung, Kadir!“ Der Angesprochene machte eine wegwerfende Handbewegung. „Ich habe dir nichts versprochen!“ sagte er. Fetch seufzte, so war das mit den Sklavenhändlern. „Hör zu Fetch, wir besprechen das morgen und damit du dann auch bei Laune bist, werde ich eine von ihnen in dein Zelt kommen lassen. Welche willst du?“ Fetch grinste schmutzig, bevor er antwortete.
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Re: Vor den Toren Berrak Asrar

Beitrag von Thomas » Sa, 19. Dez 2015 10:53

Als sie wieder unter sich waren zog und zerrte er umso besessener an seinen fesseln, ein Erfolg war ihn deshalb aber noch lange nicht vergönnt. Er hörte ihre Worte und doch verstand sie anfänglich nicht und das obwohl sie einmal mehr seine Sprache sprach. Es war vielmehr sein immer stärker werdender Blutdurst, die Bestie in seinem inneren gegen die er so erbittert kämpfte die ihn alles irgendwie verzerrt Wahrnehmen lies. Flucht wieso flucht? Befreie dich, bekämpfe sie, weide sie aus und trink ihr Blut! So oder so ähnlich klang die Stimme in seinem Kopf, wenn anfänglich auch nur flüsternd so wurde sie dennoch im laufe der Zeit und nach und nach immer lautere werden. All das kannte er schließlich schon, doch hatte er sich auch geschworen es nie wieder soweit kommen zu lassen das er wie von sinnen selbst gegen unschuldige vorging. Doch die letzten Tage waren so hektisch und gleichsam auch körperlich anstrengend gewesen so das er nicht richtig dazugekommen war diesen seinem unnatürlichen drängen nachzugehen. Den einzigen Schluck welchen er sich durch ein Tier gegönnt hatte war in dieser Lage nur wie ein tropfen auf den heißen Stein. Die Stimme und das brennen, das verlangen seines Körpers nach Blut war jetzt bereits weit über das für ihn erträgliche gestiegen. Es war um es kurz zu machen zum wahnsinnig werden... wenn er das nicht schon lange war, wer hörte schließlich schon stimmen wo keine waren? Aus diesen Gründen kam seine Antwort auch zögerlich, äußert zögerlich und auch sehr sehr leise...

»Fliehen? Ja... das müssen wir...« Sich hierdurch wieder ein wenig besinnend, war auf das was wichtig war. Weshalb er auch versuchte sich auf seine Ausbildung in der Bruderschaft zu entsinnen und somit auf das zu kommen was es wohl am klügsten in ihrer Lage zu tun galt. Und wahrhaftig ihm kam eine Idee, eine Idee die zwar wie so viele andere irrwitzig und doch gleichsam genial war. Weiterhin flüstern diesmal jedoch aus anderen gründen, schließlich wusste er ja nicht wer hier sonst noch mithörte und ihn möglicherweise auch verstand. »Des nachts sehe ich für uns die größten Chancen, da schlafen schließlich die meisten, wenn wir dann noch einige der Gefangenen befreien und für unseren Plan gewinnen können haben wir den Überraschungsmoment auf unserer Seite. Ebenso werden sich nicht wenige von denen auch noch betrinken, was uns einen weiteren Vorteil verschafft...« sein behelmter Kopf zuckte bei dem Wörtchen betrinken kurz zur Seite, da es seinem andern ich einmal mehr einen Anreiz gab tätig zu werden. Doch noch hatte er genügend willen und vor allem Selbstbeherrschung um dieses Ding, dieses Monster zurückzudrängen. Es war jedoch auf lange Sicht nur noch ein frage der Zeit bis es endgültig die überhand gewinnen und somit seinen letzten Widerstand brechen würde, kostete ihn dieser innere Kampf doch ebenfalls Kräfte, Kräfte die ihm langsam aber sicher ausgingen. »Was haltet Ihr davon? Den einzigen haken den die Sache hat wir müssen es heute Nacht machen und bis dahin irgendwie unsere fesseln lösen und ja... ein paar Waffen wären auch nicht schlecht...« ebenso war es auch nicht sicher ob ihn wirklich jemand helfne würde. Sahen die meisten hier doch ziemlich entmutigt und bereits gebrochen aus...

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Re: Vor den Toren Berrak Asrar

Beitrag von She'sejia » Mi, 20. Jan 2016 18:01

Es machte sie verrückt. Die stickige Luft im Zelt, die Fesseln an ihren Handgelenken und die hoffnungslose Stimmung der anderen Sklaven. Sie kannte den gebrochenen Ausdruck in ihren Augen nur zu gut. Sie musste raus, unter den freien Himmel und vor allem weg von diesen Menschen. Aber wie? Sie seuftzte. Es hatte keinen Zweck, sie konnte sich nicht konzentrieren, immer, wenn sie versuchte, sich an etwas Brauchbares aus ihrer Ausbildung oder danach zu erinnern, drängten sich unliebsamere Erinnerungen vor.

Sie stand wieder vor dem Quedam, der über sie richten sollte. Sein Gesichtsausdruck war hart und zornig, aber eigentlich sah sie ihn nicht. Sie sah nur Kara, die neben ihm stand, ihr Gesicht sollte keinerlei Emotionen zeigen, aber niemand kannte sie so gut wie She'sejia. Sie war ganz versteift, die Hände zu Fäusten geballt und die Lippen aufeinander gepresst, und blickte She'sejia unverwand an. Nein, nicht She'sejia, eher die Luft vor ihr, als könne sie ihr nicht richtig in die Augen sehen. In ihrem Blick lagen all die Emotionen, die sie so verzweifelt zu verbergen suchte. Wut, Verletztheit, Mitleid, Trauer und ein kleiner Funken Reue, trotzdem auch die Gewissheit, das Richtige getan zu haben. Aber was war denn schon das Richtige? Der Streit klang ihr immer noch in den Ohren und sie schämte sich so sehr dass sie am liebsten im Boden versunken wäre, oder alles ungeschehen machen könnte. Aber das ging nicht, es war geschehen und sie konnte nichts mehr dagegen tun, man musste auch zu seinen Fehlern stehen und mit den Konsequenzen leben. Sie hob den Kopf und erwiederte Karas Blick und sah, dass zwischen ihnen nichts mehr so sein würde wie es einmal war.

Sie verscheuchte die Erinnerungen aus ihrem Kopf und versuchte wieder, sich zu konzentrieren. Aber im Zelt fühlte sie sich zunehmend eingeengt und die Fesseln schnitten in ihre Handgelenke. Sie fühlte sich wie ein Tier in einem Käfig. Ich muss hier raus dachte sie und atmete tief ein und aus, um sich zu beruhigen.
Sie registrierte Thomas' Worte nur sehr langsam und es kam ihr wie eine Ewigkeit vor, bis sie sie verstanden hatte. Dann hätte sie sich am liebsten mit der Hand gegen die Stirn geschlagen, wäre sie nicht gefesselt gewesen. Bei Nacht! Natürlich! Warum war sie da nicht von selbst drauf gekommen? Die Fesseln waren tatsächlich das erste Problem und dann brauchten sie Waffen...
Sie versuchte sich an alles zu erinnern was sie gesehen hatte, als sie von Djamals Zelt zu ihrem geführt wurde. Die Sonne hatte fast in Zenit gestanden, also musste es um die Mittagszeit sein, es war ein Zeltlager, aus wievielen Zelten es bestand hatte sie nicht genau gesehen, aber es lag in einem Dünental, die Zelte waren Sandfarben, um nicht so aufzufallen. Wie viele Zelte gab es wohl? Das Sklavenzelt, Djamals Zelt, das Zelt in dem Fetch und Kadir verschwunden waren, wahrscheinlich Kadirs Zelt, dann mussten Kadirs Manner noch irgendwo schlafen... Doch wo waren ihre Waffen? In einem Extrazelt? Bei Kadir?
„Bei Nacht...“ sagte sie langsam „ja, bei Nacht ist eine gute Idee, als ich hierhergeführt wurde habe ich kurz das Zeltlager gesehen, in dem wir uns befinden, aber etwas hilfreiches habe ich nicht gesehen.“ Dann erzählte sie ihm wie sie aufgewacht war und ins Sklavenzelt geführt worden war. Nur das mit dem Rücken lies sie aus. „Aber kein hinweis wo unsere Waffen sein könnten.“ schloss sie.
Dann fiel ihr etwas ein. Wenn Djamal ihren Rücken gesehen hatte, vielleicht hatte er dann auch ihren Arm... Unwillkürlich schüttelte sie den Kopf, selbst wenn er es gesehen hätte wusste er noch lange nicht was es bedeutete. Doch wo sie schon mal beim Thema war... „Ich glaube dieser Djamal kann uns helfen.“ sagte sie, teils zu Thomas, teils zu sich. „Er scheint mehrere Privilegien zu haben, soweit ich das gesehen habe darf er sich frei im Lager bewegen und er hat ein eigenes Zelt, auch wenn das wahrscheinlich vorrangig eine Art Krankenstube ist.“ sprach sie ihre überlegungen aus. Aber Warum? Fragte sie sich, warum hatte Djamal diese Privilegien, wer war er und warum floh er nicht, wo er doch die besten Chancen dazu hatte?
Hoffnungslosigkeit. Das hatte sie in seinen Augen gesehen. Irgendetwas musste mit ihm geschehen sein, doch was auch immer es war, sie musste ihn irgendwie überreden, ihnen zu helfen. Nur wie, verdammt?
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Re: Vor den Toren Berrak Asrar

Beitrag von Thomas » Sa, 23. Jan 2016 12:20

Er zurrte und zerrte immer fester und ruckartiger an seinen fesseln, beinahe schon so wie ein wildes angebundenes Tier das man zähmen wollte. Immer lauter wurde sein innerer Drang und ebenso wie er gegen dies mit aller Kraft antrat, kämpfte er auch mit diesen vermaledeiten Fesseln. Welche sind einfach nicht lösen lassen wollten. Ihre Stimme, als sie ihm antwortete, klang daher einmal mehr dumpf weil er sich so konzentrieren musste. Seine innere Stimme forderte nämlich immer lauter von ihm er solle sich losreißen, aufstehen und über sie herfallen, sie zerreißen und all ihr Blut trinken! Gegen ersteres also das freikommen an sich hatte er freilich rein gar nichts einzuwenden aber der Rest war mehr als einfach nur inakzeptabel. Doch der drang würde immer und immer größer, wenn er erst einmal freikommen würde, würde es wahrlich ein Blutbad geben, hoffentlich traf es hierbei nicht die falschen...

Sie schien mit seinem Plan einverstanden zu sein, auch wenn er noch viele Lücken hatte. Doch wollte sie noch diesen Kerl mit ins Boot holen, keine Ahnung wieso in seinem Kopf drehte sich alles, richtig klar denken war für ihn derzeit schwer. Weshalb er auch nicht erkannte wie er von Vorteil für sie sein konnte. Zumal für ihn dieser Kerl auch nicht mehr oder weniger war als Abschaum, gehörte er doch zu ihnen. Ob er ihnen nun freiwillig half oder nicht, was machte das im großen und ganzen für einen Unterschied? Hatte doch auch er sich auf seine Art in sein Schicksal eingefügt und war dadurch wenigstens zu einem dreckigen Mitläufer geworden. Da er vollends mit sich selbst beschäftigt war merkte er so auch nicht das er seine Gedanken aussprach und somit laut dachte:

»Entweder er hilft ihnen freiwillig und tut bloß freundlich um unser vertrauen zu erhaschen oder sie haben ihn mit irgendetwas in der Hand, doch was macht das für einen unterschied, wenn sie in der Lage sind ihm ihren willen aufzwingen, wieso sollte er die Seiten wechseln, haben wir doch nichts was wir ihn anbieten könnten!« Auch wenn der Hass in seiner Stimme überdeutlich hervorquoll so hatte er damit doch auch irgendwie recht. Es sei denn natürlich ihn plagten Gewissensbisse und er wartete auch nur auf den richtigen Moment und oder lies sich vielleicht sogar von einer von Thomas Begleiterinnen verführen. Der Grund warum Männer schwach wurden und etwas wirklich, wirklich dummes taten waren zumeist ja auch Frauen. Was natürlich nicht bedeutete das Männer nicht auch auf sich selbst gestellt etwas ganz, ganz dummes tun konnten weil sie es kurzzeitig vielleicht sogar für eine gute Idee hielten. Ebenso konnte es ja aber auch sein das die ihm zustehende Bezahlung, wenn er denn überhaupt eine erhielt, ihm nicht ausreichend war, wo wir aber wieder bei dem Thema Geld wären. Das wenige was sie besaßen war ihnen ja auch noch abgenommen worden, mit was sollten sie ihn da bestechen? Da war die Hoffnung das er sich für irgendetwas rächen wollte noch am Wahrscheinlichsten, ebenso wie die Möglichkeit das sie sich zur Feier des Tages so richtig voll laufen und dadurch ihre Deckung sinken ließen und sich somit eine Blöße gaben. Doch vorher mussten sie sich ihrer Fesseln entledigen und bei allen Göttern was für ein Seil hatten die hier nur verwendet, dass musste doch irgendwann nachgeben!?

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Re: Vor den Toren Berrak Asrar

Beitrag von She'sejia » Mo, 22. Feb 2016 17:10

Djamal ordnete sein Werkzeug. Eigentlich war das überflüssig, denn er hielt immer Ordnung, aber es hatte eine medetative Wirkung. Die Bewegungen waren so einstudiert, dass sie ihm schon fast automatisch von der Hand gingen und er wurde ruhig dabei. Während er Nadeln und Skalpelle säuberte und millimetergenau nebeneinander aufreihte, kamen ihm die Worte der Elfe wieder in den Sinn: „Ich bin niemandes Eigentum“.
Er hatte sich immer eingeredet, sich das Schicksal dieser ganzen Sklaven nie zu nahe gehen zu lassen. Es geht dich nichts an, sagte er sich, das ist nicht dein Problem. Aber natürlich funktionierte das nicht, dabei konnte er sich Mitleid gar nicht leisten, er tat sich selbst schon leid genug. Er war Jahrgangsbester gewesen, hätte ein hervorragender Heiler werden können, aber das Schicksal hatte anderes mit ihm vorgehabt. Wie lange schon war das her? Drei Jahre? Vier? Und Kadir sagte dass es noch fast doppelt so lange dauern würde, bis Kayra freikam. Sie belügen dich. Sagte eine Stimme tief in ihm. Sie benutzen dich nur, du weißt doch selbst gut genug, dass ihnen nicht zu trauen ist! Er hasste diese Stimme und noch mehr hasste er das Gefühl, dass sie recht hatte. Sklavenhändler behielten eine Sklavin nie so lange. Wahrscheinlich war sie irgendwo weit außerhalb der Wüste, bei irgendeinem reichen Adeligen und er arbeitete hier sinnlos Jahrelang bei denen, die ihm seine Schwester weggenommen hatten.
Aber er konnte nicht einfach so aufhören, einerseits, weil er diese eine Möglichkeit, sie wiederzubekommen (so naiv die Hoffnung darauf auch sein mochte) nicht loslassen, andererseits wusste er, dass Kadir das nicht zulassen würde. Er würde entgültig ein Sklave sein und jede noch so kleine Hoffnung wäre dahin. Und dann war da diese Elfe mit den roten Augen... Er hatte das Gefühl, das sie sich nicht so leicht geschlagen geben wollte, nein, er war sich sogar sicher. Genauso wie ihr Begleiter, der sich noch nichteinmal in Fesseln geschlagen gab. Und du machst das sogar freiwillig, sagte er sich. Er bewunderte sie, und sie taten ihm leid, denn wie er Kadir kannte, würde er ihnen das schon bald austreiben.
Was ist, wenn du ihnen hilfst? Wenn du mit ihnen fliehst? Vielleicht helfen sie dir, Kayra zu finden! Flüsterte ihm dieselbe Stimme zu, die ihm klarmachen wollte, dass Kadir ihre Abmachung hinterging. Nein! Wenn er verschwinden würde, was würden sie dann mit seiner Schwester machen? Dann könnte er genauso gut sofort aufgeben. Aber dennoch, wenn sie wirklich schon verkauft war, was konnten die Sklavenhändler schon machen? Und wie sollte er sie dann finden?
Plötzlich erinnerte er sich an eine weitere Narbe der Elfe, die ihm wegen der ungewöhnlichen Form aufgefallen war. Eine Brandnarbe an der innenseite des Unterarms. Er hatte es für das Brandzeichen eines Sklavenhändlers gehalten, aber dann die Narbe am Rücken entdeckt. Warum sollte sie zwei Brandzeichen bekommen? Und warum hatte sie nur das eine unerkennbar machen wollen? Er erinnerte sich an viel Klatsch aus seiner Zeit in Naradesh, er hatte es immer genossen, mit seinen Freunden in der Halle des Wassers die neusten Gerüchte auszutauschen. Eines hatte mal mit den Geistern der Wüste zu tun (die Wüstenführer erzählten dauernd von ihnen und verteilten allerlei unsinnige Gerüchte über sie), es hatte von einem Erkennungsmerkmal erzählt.
Er blickte starr auf dass fein säuberlich aufgereihte Werkzeug, während eine Idee, oder ein Plan, wie auch immer, in seinem Kopf Gestalt annahm...

„Entweder er hilft ihnen freiwillig und tut bloß freundlich um unser Vertrauen zu erhaschen oder sie haben ihn mit irgendetwas in der Hand, doch was macht das für einen Unterschied, wenn sie in der Lage sind ihm ihren Willen aufzwingen, wieso sollte er die Seiten wechseln, haben wir doch nichts was wir ihn anbieten könnten!“ Thomas fasste die Situation ziemlich passend zusammen. Wie sie es auch drehte und wendete, She'sejia wollte einfach nichts wirklich passendes einfallen. Sie zerrte an ihren Fesseln, während sie alle Informationen wieder und wieder durchging. Sie blickte sich suchend um, fast, als erwarte sie, irgendwo ein Messer rumliegen zu sehen, was natürlich nicht der Fall war. Die hoffnungslosen Gesichter der anderen Sklaven halfen auch nicht. Warte mal... andere Sklaven? Sie begann schon, sich zu ihnen zu zählen. Plötzlich fuhr Schmerz durch ihre Schulter. Sie fluchte auf Wüstenelfisch, fast hatte sie die Verletzung wieder vergessen. Sie konnte also, wenn es überhaupt so weit kommen würde, noch nicht einmal richtig kämpfen.
„... haben wir doch nichts was wir ihm anbieten können!“ Ihr kam auf einmal eine irrwitzige Idee, aber dann schüttelte sie schon wieder den Kopf. Das war Vergangenheit, sie war verstoßen worden. Da verdrängst du sie sechs Jahre lang und sobald du fort und wirklich damit abschließen willst, holt es dich wieder ein! Dachte sie und wollte das Thema schon wieder vergessen, doch etwas hielt sie zurück.
„Thomas...“ begann sie langsam, nicht sicher, wie sie anfangen sollte, oder wo. „Hier in der Wüste gibt es eine Art... Kriegersekte, sie nennen sich Banu Bareŷah, was soviel wie Kinder der Wüste bedeutet, von vielen werden sie auch Geister der Wüste genannt. Sie sehen sich als Beschützer der Nomaden und...“ weiter kam sie nicht, denn jemand betrat das Zelt. Es war Djamal. Er sah sich um und steuerte dann zielstrebig auf sie zu. Verwundert blickte sie ihn an, er wirkte nervös und sah immer wieder zum Zelteingang. Was wollte er hier? Seinem Verhalten nach zu urteilen wussten die Sklavenhändler nichts davon. Ihre Neugier war geweckt.
Er kniete sich vor sie hin. „Kann ich mal deine Schulter sehen?“ fragte er sanft und sie nickte überrascht. Es ging also nut um ihre Verletzung... Er tastete ihre Schulter ab und wirkte sehr konzentriert, als er plötzlich nach ihren gefesselten Händen griff und den rechten Ärmel hochzog.
„Was ist das?“ fragte er und deutete auf das Brandzeichen der Banu Bareŷah. Er sah ihr forschend in die Augen, „Eine Brandnarbe“ antwortete sie und wollte sich gerade eine passende Lüge einfallen lassen, als er sie mit scharfem Ton unterbrach. „Ja, aber keine gewöhnliche, das ist ein Brandzeichen, ich will nur wissen, von wem.“ ertappt verstummte sie. Es war klar, dass er ihr nicht glauben würde, dass das eine gewöhnliche Verletzung war, aber was sollte sie ihm antworten?
Djamal schien ihr Schweigen als ein Ja zu deuten. „Ist es von“ er wurde leiser „den Geistern der Wüste?“ er schaute drein, als wüde sie ihn gleich auslachen, weil er eine so lächerliche Vermutung geäußert hatte, aber im Gegenteil, sie riss erschrocken die Augen auf. Wie konnte er das Wissen? Niemand außer ein Banu kannte dieses Zeichen!
Erstaunt blickte er sie an. „Wirklich? Es ist wirklich von ihnen?“ er schien es nicht fassen zu können. „Ich gehöre nicht zu ihnen!“ entlich fand sie ihre Stimme wieder. Er sah verwirrt aus. „Aber, du hast doch so...“ begann er. „...nicht mehr.“ gab She'sejia leise zu.
Nach einem kurzen, aber unangenehmen Schweigen, in dem sie eindringlich von Djamal gemustert worden war, begann er wieder zu sprechen: „Also, ich mach euch einen Vorschlag, ich helfe euch zu entkommen, wenn ihr mir bei etwas helft...“ Er wollte mitkommen, und dann sollten sie ihm helfen, seine Schwester zu finden, er wollte irgendwie aus Kadir herausbekommen, wo sie war. Dabei sollten sie natürlich auch helfen. Das klingt nicht einfach. War ihr erster Gedanke, gleich gefolgt von: Das ist unsere erste und wahrscheinlich auch einzigste Chance, zu entkommen.
Sie übersetzte seinen Vorschlag für Thomas, während Djamal das Zelt verließ. „...wir haben bis heute Abend Zeit, dann bringt er uns unser Essen und wir sollen uns entschieden haben.“ schloss sie.
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Re: Vor den Toren Berrak Asrar

Beitrag von Thomas » So, 28. Feb 2016 15:10

Freilich hörte er was sie sagte, doch hören und zuhören waren nun mal zweierlei Dinge. Dies tat er jedoch nicht mich Absicht, weil ihn beispielsweise das was sie sagte ihn nicht interessierte. Sondern vielmehr alleine deshalb weil die Stimme in seinem Kopf inzwischen so laut war, dass sie alle anderen übertönte. Normalerweise war er nämlich ein sehr, sehr, sehr guter Zuhörer. Nicht zuletzt seit diesem schrecklichen Schicksalstag als er zu diesem Monster geworden war das er heute ist und sich auch sonst alles für ihn geändert hat. Weshalb er sich normalerweise auch von anderen fern hielt oder wenn nötig dann halt nicht sonderlich viel sagte. Das was seine innere Stimme oder besser gesagt sein inneres Tier... nein vielmehr Monster sagte war kurz und knapp zusammenzufassen mit: "TÖTE, TÖTE SIE ALLE UND TRINK ALL IHR BLUT!". An Konversation jedweder Art hatte die Stimme daher kein sonderlich großes Interesse. Womit es sich mit dem zuhören somit wahrlich gegessen hatte...

...apropos essen, da waren sie doch gleich beim Thema. Nicht das er persönlich wie bereits gesagt zugehört hatte es war vielmehr sein zweites, sein Böses ich was hierauf an sprang. Da dieses mehr und mehr besitzt von ihm ergriff klang seine Stimme daher nun auch etwas wilder, rauer und nicht zuletzt auch blutrünstiger. Gleichzeitig aber auch irgendwie gequält, denn er wehrte sich schließlich noch immer gegen dass das er ansonsten immer so erfolgreich unterdrücken konnte. So das es zumeist in seinem inneren schlief oder wenigstens nur sacht flüsterte. Nicht so wie jetzt wo es hämmerte, forderte und förmlich aus ihm heraus schrie: »Essen? Ja ich werde dafür sogar tragen das sie ihre eigenen Eingeweide zu fressen bekommen und in ihrem blute ertrinken... jaaa trinken...« Eine richtige Hilfe beim Pläne schmieden und somit der Entscheidungssuche war er daher beim besten Willen nicht. Es war somit vielmehr sehr eindeutig das er langsam aber sicher die Kontrolle über sich selbst und das was ihn ansonsten so ausmachte verlor. Auch wenn She'sejia natürlich nicht wissen konnte was das im Detail und wenn es hart auf hart kam auch für sie selbst bedeuten konnte. So wurde er doch zu etwas anderem etwas böseren, doch irgendwie gab ihn das auch Kraft, seine andere Seite hatte nämlich ebenfalls Kraftreserven. Nicht mehr viele, teilten sich beide Seiten doch wie bei einer Medaille doch den selben Körper. Die Fesseln begannen sich so nach und nach zu lösen, auch wenn ihn seine Handgelenke mittlerweile höllisch weh taten. Auch wenn er seine Rüstung noch immer trug, so machte diese ihn weder unverwundbar noch gab sie sein heftiges ziehen und zerren nicht an seinen Körper weiter. So scheuerte und rieb sie an der Fesseln statt an seiner Haut. So das diese schon mehr als einfach nur wund war und daher aus diesen so entstandenen Wunden auch Blut aus seiner Rüstung tropfte. Dieser Umstand machte ihn jedoch nur noch umso rasender...

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Re: Vor den Toren Berrak Asrar

Beitrag von She'sejia » So, 28. Feb 2016 18:29

Geschockt rückte She'sejia von Thomas weg, als sie seine Worte hörte. Auch wenn es kaum möglich war und wahrscheinlich auch nichts brachte. Das war definitiv nicht mehr der Thomas, dem sie mitten in der Wüste begegnet war, es war ein gänzlich anderer, grausamerer. Dabei war das Schlimmste ja nicht was er sagte, sondern wie er es sagte, so voll von Hass und Grausamkeit, ja, es klang fast schon blutrünstig. Mit geweiteten Augen blickte sie ihn an. Das war nicht mehr einfacher Hass auf die Menschen, die ihm seine Freiheit nehmen wollten, irgendetwas stimmte mit Thomas ganz und garnicht. „Wer bist du?“ fragte sie, mehr zu sich als zu Thomas, ihre Stimme war kaum mehr als ein flüstern. „Was bist du?“ fassungslos beobachtete sie, wie er mit seinen Fesseln kämpfte. Mehr denn je wünschte sie sich, sein Gesicht zu sehen und die Vorstellung, was alles unter diesem Helm sein könnte beängstigte sie.
Und wie er trinken ausgesprochen hatte, sie konnte es ja verstehen, wenn er durstig war, sie hatte ihn bisher ja überhaupt nicht trinken sehen, aber das klang... anders, abnormal, gruselig. Ihre Gedanken rasten, was war mit Thomas los? Was für ein Geheimnis hatte er und wie sollte sie jetzt reagieren? Denn sie war sich nicht sicher, ob sie ihm in diesem Zustand überhaupt trauen konnte. Außerdem wurde ihr mulmig, denn ihr Bauchgefühl sagte ihr, dass er gefährlich war, nicht nur für die Sklavenhändler, sondern für jeden hier, auch für sie. Es war, als wäre er eine vollkommen andere Person, aber wie war das möglich?
„Wer oder was bist du?“ fragte sie, jetzt etwas lauter und an ihn gerichtet. Verärgert bemerkte sie, wie verunsichert, fast ängstlich sie klang. Sie versuchte sich zu beruhigen, trotzdem zerrte sie stärker an ihren Fesseln, nur zur Sicherheit. „Was ist los mit dir? Du bist...“ ihr fiel kein passendes Wort ein, weder in Coreonisch, noch in Wüstenelfisch oder auf Emenisch. „anders“ schloss sie dann nach langem Zögern.
Ihr fiel Djamals Angebot wieder ein, das Thomas mit seinen Worten für kurze Zeit aus ihrem Kopf gefegt hatte. „Und was sagst du zu dem Angebot?“ auch wenn sie sich eigentlich ziemlich sicher war, dass er wie zuvor wohl nicht darauf eingehen würde, versuchte sie, irgendwie mit ihm zu reden. Sie zwang sich selbst wieder daran zu denken, doch sie erwischte sich immer wieder dabei, wie sie Thomas misstrauisch beobachtete und sich fragte, was wohl mit ihm los war. Es ist höchstwahrscheinlich die einzige Chance, die wir bekommen, vielleicht kann Djamal sogar die Waffen besorgen... Vielleicht ist es etwas psychisches, Trálír hat doch mal von diesem Buch über Krankeiten des Geistes erzählt, oder es ist ein Fluch oder... Aber es führte zu nichts, letzden Endes hatte sie das Gefühl, nichts über Thomas zu wissen, und dass sie ihm so weit vertraut hatte, kam ihr nun sehr dumm vor. Er konnte schließlich jeder sein, vielleicht sogar irgendein Monster, sie konnte ja nicht sehen, was sich unter der Rüstung verbarg.
Auch was Djamals Ausbruchspläne betraf, hatte sich eigentlich nichts geändert, sie wusste nur, dass sie fliehen musste, und es eigentlich keine bessere Möglichkeit gab als diese. Sie musste es wagen, entschied sie schließlich, und sie musste herausfinden, was mit Thomas los war.
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Re: Vor den Toren Berrak Asrar

Beitrag von Thomas » Mi, 02. Mär 2016 19:07

Seinen inneren Kampf gegen sein finsteres, sein böses ich war, wenn man es bildlich umschreiben wollte wie eine Art Boxkampf anzusehen. Bisher lag nach Treffern und somit auch nach Punkten ganz eindeutig seine dunkle Seite vorn. Auch wenn man hier durchaus anmerken musste das diese alles als fair vorging und somit auch nicht ansatzweise nach den Regeln spielte. Da es anders als bei einem fairen Kampf hier jedoch in Grunde genommen auch gar keine Regeln gab, fehlte es ihnen daher auch an einem richtigen Ringrichter. Somit war schlussendlich auch alles erlaubt was einem weiter und einem dadurch den Sieg brachte. Es war daher wohl doch eher ein illegaler Kampf in einer dunklen und unglaublich dreckigen Hintergasse als alles andere. Doch auch wenn es derzeit nicht gerade gut um ihn stand, so war doch noch lange nicht aller Tage Abend. Da Thomas zudem auch noch ein Kämpfer war wie er im Buche stand, gab er sich auch nicht so leicht geschlagen, keine Ahnung wie er es schaffte, doch zumindest fürs erste schickte er seinen Kontrahenten mit einer gepfefferten linken fürs erste zu Boden, worauf das Publikum in frenetischen Jubel ausbrach. Jedenfalls wenn wir bei einer bildlichen Darstellung des ganzen bleiben wollten.

Dies verschaffte ihn wenn überhaupt dann nur etwas Zeit, Zeit genug jedoch um zumindest kurzzeitig wieder Herr über seine sinne zu werden. Was alles in allem jedoch keiner so sonderlich gute Idee war, schmerzten seine Handgelenke doch gerade höllisch. Eine Tatsache die er wenn dann überhaupt nur unterbewusst wahrgenommen hatte. Dennoch war seine Wahrnehmung alles in allem dennoch irgendwie getrübt, beinahe so wie bei jemanden der sich noch immer im Halbschlaf befand. Weshalb seine folgenden und auch mehr zu sich selbst geflüsterten Worte daher auch als andere als verwunderlich waren, zumindest wenn man die Hintergründe kannte: »Was... wo bin ich?«. Während er sich leicht verwirrt um blickte kam er mehr und mehr zu sich. Naja zumindest soweit ihm das in seinem derzeitigen zustand überhaupt möglich war. »Wir... wir... müssen weg von hier... und ihr soweit... ahh... soweit wie möglich weg von mir... bevor ich endgültig die Kontrolle verliere...« soviel zu der Antwort die sie wollte, naja zumindest teilweise. Damit wusste sie aber schon jetzt mehr als andere. Während er dies sagte gab es wenigstens ein gutes, seine Handgelenks Fesseln, welche mittlerweile vollkommen Blutgetränk waren gaben endgültig nach und er zumindest in dieser Hinsicht frei, auch wenn er dies noch nicht ganz schnallte...

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Re: Vor den Toren Berrak Asrar

Beitrag von She'sejia » Do, 03. Mär 2016 22:00

Thomas' plötzlicher Sinneswandel verwirrte sie dann komplett. Nicht nur seine Stimme war ganz anders, nicht mehr blutrünstig und aggressiv, sondern verwirrt und irgendwie benommen, sondern schien sich, so weit sie das erkennen konnte, auch seine Haltung zu verändern. Er war nicht mehr so angespannt, fast glaubte sie zu erkennen wie er ein bisschen in sich zusammensank. Und dann sprach er das aus, was sie schon bei sich gedacht hatte, dass sie so weit wie möglich von ihm weg sollte. Weil er sonst entgültig die Kontrolle verlor. Es rief verschiedene Empfindungen in ihr hervor. Eine, und das war eine starke, pflichtete ihm bei und wollte schnellstmöglich weg, weg von hier, von den Sklavenhändlern und weg von Thomas. Außerdem war ihre Neugier geweckt. Was für ein Geheimnis er wohl hatte? Sie war sich nicht sicher ob und wenn wie sie es herausfinden wollte, aber sicher war jetzt nicht der richtige Zeitpunkt. Ein anderer Teil von ihr fragte sich, wie es denn aussehen sollte, wenn er wirklich die Kontrolle verlohr, denn sie war schon von dem ähh... beeindruckt, was bisher mit ihm passiert war.
Das Problem war, dass sich ihre Fesseln immer noch nicht lösten (sie zerrte nochmal fester daran) und Djamal, ihre beste Möglichkeit an Waffen und die Freiheit zu kommen, erst am Abend kommen würde. Na super. Sie versuchte sich irgendwie von den Fesseln zu befreien, zerrte an ihnen und versuchte sich ihnen irgendwie zu entwinden. Den Schmerz in der Schulter ignorierte sie, so gut es ging. Sie wurde nervös. „Ich versuch ja, diesen Fesseln zu entkommen, aber...“ knurrte sie fast „...es funktioniert ni...“ sie verstummte, als sie merkte, wie sich die Fesseln plötzlich zu lösen begannen, erstarrte kurz erstaunt und zerrte dann umso fester an ihnen. Und siehe da, ein paar Augenblicke später gelang es ihr, die Hände aus ihnen zu befreien. Es fühlte sich wunderbar an. Sie schüttelte die Hände kurz (die mit der schmerzenden Schulter weniger als die andere), um die leichte Taubheit loszuwerden.
Sie wandte sich zu Thomas. „Und was machen wir jetzt? Djamal kommt erst am Abend, außerdem wäre es dumm jetzt schon loszugehen, am hellichten Tage. Aber wenn ich von dir weg soll... ich kann dich ja schlecht hier lassen.“ sie versuchte sich irgendetwas gutes einfallen zu lassen, aber im Grunde hatte sie alles gesagt, es wäre wahrscheinlich Selbstmord, jetzt zu fliehen, aber warten war wahrscheinlich auch keine Option. Sie wusste ja nicht wann Thomas wieder, oder entgültig die Kontrolle verlohr (über was auch immer). „Soll ich vielleicht deine Fesseln...“ sie wurde von einer lauten Stimme am Eingang des Zelts unterbrochen.
„He! Was machst du da, solltest du nicht in deinem Zelt sein?“ einen kurzen, lächerlichen Moment lang glaubte sie, der Mann habe sie gemeint, aber dann antwortete eine andere Stimme. Da die zweite Person viel leiser sprach, konnte sie sie nicht verstehen, aber die Stimme glaubte sie zu erkennen.

Der Soldat riss das Zelt so plötzlich auf, dass She'sejia, vollkommen überrascht, fast zur Seite fiel. Sie wollte ihre Hände noch schnell genug hinter ihrem Rücken verschwinden lassen (dabei war sie doch wegen ihrer Schulter vorne gefesselt worden), doch es war schon zu spät. Der Soldat hatte sie gesehen. „Hey!“ rief er, zog seinen Krummsäbel und hastete auf sie zu. Du hast eh nichts mehr zu verlieren, sagte sie sich und sprang auf. Sie wich seinem Stoß aus, indem sie sich zur Seite drehte, und als er stolpernd auf ihrer Höhe zum stehen kam, trat sie hinter ihn und umschlang mit dem linken Arm seinen Hals. Sie zog ihn zu sich heran und griff ihm mit der rechten Hand an den Hals. Er klappte leblos in sich zusammen. Als sie sich zum Zelteingang umdrehte, stand da Djamal. „Einer der Wachen hat was bemerkt, er wird gleich hier sein!“ sagte er mit dringlicher Stimme. Ihr blieb keine Zeit, sich zu wundern, warum er hier war. Sie nahm den Säbel des Soldaten und stellte sich an die Zeltwand, direkt neben den Eingang.
Ein weiterer Soldat trat ein, auch er war mit einem Krummsäbel bewaffnet. „Yasin?“ sagte er und trat in das Zelt, als er jenen am Boden liegen sah, war She'sejia schon bei ihm und stieß ihm den Säbel in die Brust. „Noch jemand?“ fragte sie Djamal, während sie den Mann so geräuschlos wie möglich zu Boden gleiten lies. „Nein, noch nicht, aber es dürfte nicht lange dauern, bis sie vermisst werden oder einfach so jemand hier vorbeischaut.“ antwortete dieser. Er wirkte seltsam gefasst. Sie nickte knapp und durchsuchte die beiden Soldaten. Da Yasin noch einen Krummdolch an seinem Gürtel hatte, waren sie jetzt im Besitz von drei Waffen. Sie gab Djamal den Krummdolch und drehte sich dann zu Thomas. „Was machen wir jetzt?“ fragte sie ihn, sie war sich sicher dass er verstand, was sie meinte. „Wie gut kannst du mit einem Säbel umgehen?“ Soll ich dir überhaupt eine Waffe geben? Wie weit kann ich dir vertrauen? Hätte sie am liebsten noch dazugesetzt.
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Re: Vor den Toren Berrak Asrar

Beitrag von Thomas » Mo, 07. Mär 2016 15:38

Sie waren also beide frei, naja zumindest was die Fesseln an sich anging. Gefangene waren sie schließlich noch immer und selbst wenn nicht, wer konnte schon von sich selbst behaupten wirklich frei zu sein!? Gab es doch schließlich immer irgendwen oder irgendetwas das einen auf irgendeine Art und Weise einschränkte...

Ob er mit einem Säbel umgehen konnte? Freilich, keine Frage, doch wie sooft in seinen letzten mehr oder weniger klaren Momenten des heutigen Tages stellte sich ihm diese Frage derzeit nicht. Was ihm derzeit seine ganze Aufmerksamkeit abverlangte waren die beiden toten Wachen, welche das Leben verließ. Mehr jedoch von den beiden der eine, mit dieser seiner böse aussehenden Wunde. Aus welcher diesen wirklich und somit im wahrsten sinne des Wortes sein Leben, sein Blut, seinen Körper verließ. Und genau das war der springende Punkt in seinem Zustand ihm so etwas zu zeigen war mehr als nur fahrlässig. Zum Glück für alle Anwesenden hatte er sich jedoch mehr oder weniger unter Kontrolle. Dennoch war er vor dem Toten zusammen gesackt und hatte mehr oder weniger unauffällig etwas von dessen Blut mit seinem Trinkschlauch aufgefangen. Um im Anschluss daran auch schon einen tiefen Schluck aus seligen zu nehmen. Dank der Strohhalmartigen Trinkvorrichtung auf selbigen war ihm dies einmal mehr möglich ohne seinen Helm abzunehmen. Nicht das dies etwas normales war oder etwas das man nicht zu gegebener Zeit auch hinterfragen musste. Doch gab es für alles die richtige Zeit und den richtigen Ort und dies hier war wohl keines von beiden. Auch wenn ohne Frage, dieses sein tun seltsam um nicht sogar zusagen schrecklich war, so war es doch noch immer weitaus besser als wenn er seinen Helm abgenommen, weggeworfen und sich wie ein wildes Tier über die Leiche hergemacht hätte. Eine mögliche Antwort auf die noch ungestellte Frage warum er das tat, war die Möglichkeit das er zu jenen Kriegern gehörte die das Blut ihrer Feinde tranken. Wobei die meisten dabei nur ihre Lippen benetzten, als es wirklich zutrinken. Doch genug davon, auch wenn das Blut durch sein tun mit Wasser verdünnt war so half es doch ungemein den gröbsten Durst zu stillen. Bevor er sich wirklich über irgendeinen unschuldigen hermachen konnte, wie das Monster das er war!

Ihre Fragen beantwortete er daher erst nach getaner Arbeit. So seltsam und teilweise makaber diese auch immer sein mochte, er machte einige Lufthiebe mit dem Säbel, zum einen um zusehen wie schwer oder vielmehr leicht er war im Vergleich zu seiner normalen Waffe. Zum anderen um den beiden zu zeigen das er hiermit durchaus umzugehen vermochte. »Es geht, meine eigenes Schwert wäre mir jedoch lieber... normalerweise würde ich zu Geduld raten, doch das fernbleiben von zwei Wachen wird auf kurz oder lang für aufsehen sorgen, aufsehen welches wir beim besten willen nicht gebrauchen können. Noch ist schließlich der Überraschungsmoment auf unserer Seite und selbigen sollten wir nutzen!« Da sprach der Taktiker, der Stratege aus ihm, die anderen Gefangen waren zwar durchaus entmutigt, jedoch hatten sie doch auch gesehen was geschehen war und keiner von ihnen hatte bisher geschrien oder geschweige den direkt Alarm geschlagen. Wenn sie sie für ihre Sache gewinnen konnten und sich vielleicht auch noch etwas bewaffnen konnten, stiegen ihre Chancen. Wobei es schlechter als jetzt auch nicht unbedingt ging...

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Re: Vor den Toren Berrak Asrar

Beitrag von She'sejia » Mo, 14. Mär 2016 18:08

Sie mussten handeln, so schnell wie möglich, denn, wie Thomas schon gesagt hatte, hatten sie nicht viel Zeit. Doch einfach kopflos loszurennen war auch dumm. Wie sollten sie also vorgehen? Sie hatten den Überraschungsmoment auf ihrer Seite, und sonst? Zwei Krieger, einen bewaffneten Heiler und ein Zelt voll verzweifelter Sklaven, die nun alle mit großen Augen zu ihnen aufsahen. Keiner von ihnen hatte bisher ein Wort gesagt. Sie konnte sie nicht einfach hier lassen, außerdem konnten sie Verbündete gut gebrauchen, je mehr, desto besser, trotzdem sahen sie alle nicht so aus, als seien sie in der Lage, sich bewaffneten Männern zu stellen. Sie wirkten abgemagert und schwach. Wahrscheinlich waren sie gerade dazu in der Lage, die Strecke von einem Nachtlager zum nächsten zurückzulegen. Aber sie konnte sie einfach nicht hier lassen. „Ich werde euch jetzt die Fesseln durchschneiden, ihr seit dann frei zu entscheiden, ob ihr dann mit uns kommen wollt.“ sie sprach gerade laut genug, dass die Sklaven sie hören konnten, ihre Stimme aber kaum durch die Zeltwand drang.
Die Sklaven sahen ängstlich zu ihr hinauf. „Desto mehr wir sind, desto bessere Chancen haben wir gegen sie!“ versuchte sie zu überzeugen. Sie nahm Djamal den Krummdolch ab und ging neben einem jungen Mann in die Hocke. „Sie sind bewaffnet“ krächtzte er, seine Stimme klang, als habe er sie lange nicht benutzt. „wir haben keine Chance gegen sie! Und selbst wenn wir es aus dem Zeltlager schaffen, werden wir niemals schnell genug entkommen, vor allem wenn wir so viele sind!“. Sie musste zugeben, das er recht hatte, schwieg aber. „Habt ihr allein nicht sogar bessere Chancen? Ihr seid noch nicht so lange hier, ihr habt noch genug Kraft, wir jedoch werden es ohne Wasser nicht weit schaffen, außerdem sind wir zu langsam.“ sprach eine Frau neben dem jungen Mann, der sich trotz seiner Wiederworte nicht beschwerte, als sie seine Fesseln aufschnitt. Sie wusste nicht, wie sie ihnen antworten sollte und sagte daher immernoch nichts. Sie befreite die restlichen Sklaven, keiner beschwerte sich, auch wenn sie sich sicher war, dass sie alle ähnlich wie die Frau und der junge Mann darüber dachten.
„Du hast recht, eigentlich sollten wir uns Zeit lassen und uns einen Plan überlegen, aber leider haben wir die nicht. Ich glaube schon, dass uns die meisten Sklaven helfen werden, aber sie sind geschwächt, was eine schnelle Flucht ausschließt, und haben insgesamt Zweifel, ob das funktioniert.“ sagte sie an Thomas gewandt, froh, dass die Sklaven Coreonisch nicht verstanden. Sie fragte sich, wie lange es dauern würde, bis er die Kontrolle verlieren würde, wie er vorhin gewarnt hatte, und was sie dann tun sollte. Noch ein Grund, schnellstens zu verschwinden, notfalls von ihm weg.
Plötzlich erhob sich ein weiterer junger Mann. „Wir sind so viele, es würde nichts bringen, zu fliehen! Wir holen uns Waffen, er weiß sicher wo welche sind“ sagte er und deutete auf Djamal „und dann überwältigen wir sie und machen sie zu unseren Sklaven! Dann haben wir Zelte und genügend Proviant!“ er war gefährlich laut, doch seine Worte beunruhigten She'sejia noch mehr. Das klang nicht gut, gerade das hatte sie verhindern wollen, denn eine so offene Konfrontation konnte nicht gut ausgehen. Die Sklaven murmelten zustimmend, ein paar standen auf. „Lassen wir sie für das bezahlen, was sie uns angetan haben!“ sagte einer. Wieder zustimmung. „Nein! Wir müssen langsam vorgehen, wir...“ versuchte sie die Sklaven zu beruhigen, doch kaum jemand hörte auf sie.
Der erste, der gesprochen hatte, drehte sich zu Djamal um. „Wo haben sie die Waffen?“ fragte er heftig. „Ich... ich bin mir nicht ganz sicher, ich glaube direkt in dem Zelt nebenan...“ sagte er, etwas überrascht. Er sah nervös zu ihr. Was soll ich tun? Las sie in seinem Blick, doch sie wusste es selbst nicht. Sie hätte die Sklaven nicht sofort befreien sollen, sondern erst mit ihnen reden. Jetzt war es zu spät. „Sie wollen gegen die Sklavenhändler kämpfen!“ schilderte sie Thomas die Situation, während der junge Mann weiter auf die anderen Sklaven einredete. Aus den gerade noch so hoffnungslosen Sklaven war plötzlich eine Gruppe rachlüstiger Aufständischer geworden, die Zweifel, mit denen sie sie Konfrontiert hatten, waren untergegangen.

Die Sklaven begannen sich, geführt von dem jungen Mann, auf ihren Aufstand vorzubereiten. She'sejias Bemühungen, sie zurückzuhalten, scheiterten alle und lange hatte sie es auch nicht versucht, es hatte einfach keinen Sinn. Sie war sich ziemlich sicher, dass sie an keinem offenen Kampf teilhaben wollte und auch an keinem anderen, vor allem nicht mit ihrer Schulter, die gerade von Djamal inspiziert wurde. „Ich würde ja gern sagen, dass du dich nicht so stark hättest bewegen sollen, aber es war ja unausweichlich!“ murmelte er „Was sollen wir jetzt eigentlich machen?“ stellte er die Frage, die sich She'sejia schon stellte seid die Sklaven begonnen hatten, ihren Aufstand zu planen, also seit ein paar Minuten. Sollte sie den Sklaven enfach dabei zusehen? Ihr glieb wohl nichts anderes übrig. Sie fluchte leise auf elfisch und blickte dann zu Thomas, doch der konnte wohl auch nicht viel helfen, sprach er doch noch nicht mal dieselbe Sprache wie die Sklaven. „Wann werden wir hier erwischt? Kommt hier immer mal weder jemand vorbei? Wann sind die Wachwechsel?“ fragte sie Djamal, irgendwie glaubte sie, nicht mehr viel Zeit zu haben. „Es kann jede Sekunde jemand vorbeikommen.“ bekam sie als antwort. „Aber die scheinen zumindest nicht mehr darauf warten zu wollen.“ mit dem Kinn deutete er auf die Sklaven, die sich nun, geführt von dem jungen Mann, erhoben und auf den Zelteingang zubewegten.
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Re: Vor den Toren Berrak Asrar

Beitrag von Thomas » Mo, 28. Mär 2016 19:47

Während, aufgrund der sich übergeschlagenen Ereignisse, die Aufmerksamkeit nicht auf ihn ruhte da sich alle Anwesenden mit dem Pläne schmieden beschäftigt waren, konnte er sich in ruhe sammeln. Wer ihn doch beobachtete der merkte schnell das er nach und nach ruhiger atmete und auch das Zittern, welches seine Hände seitdem sie frei waren begleitet hatte langsam nachließ. Beinahe so als ob ein süchtiger sich gerade den lang ersehnten Schuss gesetzt hätte oder was auch immer ihn sonst so glücklich machte. Er war jedoch noch lange noch nicht an diesem Punkt angelangt, da seine Sucht noch nicht einmal ansatzweise befriedigt war. Vielmehr war es nur so das er fürs erste damit über die Runden kam, doch war es geschwächt wie er war nur eine Frage der Zeit bis es mit ihm wieder bergab ging. So schmiedete er seine eigenen finsteren Pläne wie er sich wahrhaftige Sättigung verschaffen konnte und gleichzeitig dem ganzen hier auch ein Ende machen konnte. Er würde sich den Anführer persönlich vernehmen, schlug man einer Schlange den Kopf ab, dann musste man sich um die Giftzähne auch keinerlei Sorgen mehr machen. So war es auch hier, sie hatten nach wie vor den Überraschungsmoment auf ihrer Seite und selbst in Anbetracht dessen das sie allesamt geschwächt waren, so waren sie jetzt vereint doch auch in der Überzahl. Wenn sie jetzt noch an Waffen kamen sah es deshalb alles in allem doch gar nicht mal so schlecht für sie aus. Sonderlich gut waren ihre Chancen deshalb zwar noch lang nicht und jeder Spieler würde deshalb wohl auch gegen sie wetten. Doch zum einen war er kein Spieler und zum anderen lebte er ehh gefährlich und hing alles im allen auch nicht sehr an seinem Leben. Freilich unbedingt sterben wollte er auch nicht, doch was hatte er schon großartig für eine Wahl!?

»Lieber kämpfend sterben, als kniend leben!« Sagte er daher mit voller Überzeugung zu den beiden, auch wenn das Zitat in dieser Form nicht ganz stimmig war so passte es dennoch. Er verstand zwar nicht worüber sie im Detail genau sprachen doch drehte es sich wohl ebenso wie bei den Quasi noch Sklaven mit ziemlicher Sicherheit ebenfalls um ihr weiteres vorgehen. Welches andere Thema sollte es sonst geben, zu dumm nur das er sie nicht verstand. Wenn er dies tun würde, wenn er ihre Sprache sprechen würde, dann hätte er ihnen vielleicht seinen Plan erläutert. Oder ihnen wenigstens viel Glück in ihrer Sprache gewünscht, so jedoch bleib es nur bei einem kurzen nicken, welche wohl dafür stehen sollte. Blieb es doch auch bei seiner markanten Aussage von vorhin, wer nicht bereit war für seine Freiheit zu kämpfen war so oder so dem Untergang geweiht. Nicht das er die beiden wirklich alleine lassen wollte, jedoch war er gerade weder der beste Weggefährte, nicht zuletzt weil es in seiner Gegenwart gerade gefährlicher war als sonst wo. Noch war das war er vorhatte klug. Mit den anderen somit aus den Zelt stürmend dauerte es so nicht lange bis die erste Wache auf sie aufmerksam wurde und mehr oder weniger laut noch Alarm schlug bevor er zu Boden gerungen und zum schweigen gebracht wurde.

Er selbst schritt schweren Schrittes durch die wütende Menge aus ehemaligen Sklaven, welche eine solche Wut in ihrem inneren aufgestaut hatten, dass es ihnen nicht nur Flügel sondern gleichzeitig auch ungeahnte Kräfte verlieh. Einer auf ihn zu stürmende Wache wich er erst aus und schlug sie dann nieder nur um sich anschließend dessen Waffe zu schnappen und mit selbiger bewaffnet in das nächste Zelt hin einstürmte. Dort waren, wie es der Zufall so wollte, drei Wachen gerade dabei auf zuspringen um nach dem rechten zusehen. Als ein behelfsmäßiger Tisch, an welchen sie bis gerade eben wohl ein Kartenspiel gespielt hatten, hatte ihnen sein Schild gedient. Während einer von ihnen noch zu seiner Waffe greifen konnte hatte der, der Thomas am nächsten stand da auch schon den Speer, welchen sich Thomas gerade eben angeeignet hatte in seiner Brust stecken. Diesen so in die Richtung des bewaffneten stoßend begrub er ihn erstmal unter seinem Kameraden. Ob nun aus Angst, Verzweiflung oder einfach nur bedingt durch den natürlichen Fluchtreflex machte sich der Dritte im Bunde da auch schon umgehend auf und stürzte förmlich aus den Zelt hinaus. Mitten in das Chaos, welches sich vor selbigen mehr und mehr ausbreitete, irgendwer hatte nämlich Feuer gelegt. Es bestand zwar durchaus auch auch die Möglichkeit dass dies ein versehen war, doch passte es gerade nur zu gut in eine dieser Geschichten über Aufstände und Befreiungskämpfe, welche Barden und Geschichtenerzähler so liebten. Vielleicht würde es auch einmal hierüber ein Lied oder dergleichen mehr geben, doch hatte er selbst nicht vor darin vor zukommen.

Seinen Helm abnehmend kümmerte er sich nun jedoch erst einmal um den der sich gerade erst seines toten Kameraden entledigt hatte. Doch da war Thomas auch schon über ihn und nutzte sein und das Gewicht seiner Rüstung um ihn weiterhin am Boden zu halten, als er ihn auch schon sein Zähne in den Hals jagte und gierig dessen warmes Blut trank. Mit jeden Schluck ging es ihm besser, auch wenn er gleichzeitig auch immer weder mit Würgereflexe zu kämpfen hatte, so wollte er doch immer mehr. So glaubte er sich mehr oder weniger genüsslich an dem sterbenden bis beinahe zum allerletzten Tropfen. Den Kopf anschließend erleichternd in den Nacken legend atmete er dann erst einmal tief aus, setzte seinen Helm wieder auf und stand auf. Anschließend nahm er seinen Schild und... und entdeckte neben einer Schlafstätte liegend auch sein Schwert. Glück musste man haben, zumal das sich ausbreitende Feuer, welches auch schon auf dieses Zelt übergriff auch seine Spuren verwischen würde. Fertig war er jedoch noch lange nicht,war da doch schließlich noch etwas das er zu tun hatte bevor er von hier verschwand. Er hatte zwar die Möglichkeit eines kleinen Drinks nicht verstreichen lassen, doch an seinem einmal gefassten Entschluss, an seinem Plan dieser Schlage hier den Kopf abzuschlagen wollte er dennoch festhalten. Nicht zuletzt auch deshalb damit die anderen eine Chance hatten...

Nach: Der Weg ist das Ziel... (Zusammenlegung von Plots)

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