Morgenrot und Abendhitze

Lebensfeindliches Land unter glühender Sonne am Tage und dem eisigen Mondlicht in der Nacht...
Yeira Aaminah ad Mehtar
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Beitrag von Yeira Aaminah ad Mehtar » Do, 09. Okt 2008 9:26

Yeira war nach wie vor in Gedanken versunken, als Khalis plötzlich anhielt und etwas von Treibsand sagte. Sie selbst blickte an ihm vorbei und sah nur Sand. Aber in diesem Punkt hatte man ihr auch nie etwas beigebracht, so dass sie kurz nickte, ihre Sandalen vom Sattel löste und kurz darauf neben Yasha stand. Die Stute hörte in alle Richtungen und schien irgendwie nervös. Ob sie den Treibsand spürte oder es nur seltsam fand, dass ihre Reiterin plötzlich neben ihr lief, wusste sie wohl nur selbst.

Natürlich hatte sie schon oft von Treibsand gehört, wenn die Kundschafter auszogen, um die Route festzulegen, die die Gruppe nehmen würde, berichteten sie oft davon. Selbst erlebt hatte sie ihn aber noch nicht. Und was viel wichtiger war: Sie hatte gelernt, dem Führer zu vertrauen. Wenn Khalis sagte, dort war Treibsand, dann würde sie sich hüten, einen anderen Weg als er zu nehmen. Sie schielte immer wieder auf den Sand neben sich, konnte aber keinen wirklichen Unterschied erkennen. Allerdings stand die Sonne nun auch schon höher am Himmel als zuvor und die Sandkörner reflektierten das Licht, so dass er hell erschien.

Seine Frage überraschte ihn. Sie war in einem seltsamen Plauderton gestellt, ohne die vorherige Wut und Aggression. Wollte er sich tatsächlich einfach so mit ihr unterhalten? Als Mann? Er erstaunte sie immer wieder, das musste sie zugeben, aber ob das nun positiv war, darüber musste sie noch entscheiden.

„Oft reite ich mit Yasha in die Wüste. Aber so weit selten, das ist wahr. Wenn das Lager abgebrochen wird, dann kommen wir weit herum, jedoch ist es schon eine Weile her seit der letzten Wanderung. Die Oase liefert gutes Gras und reichlich Wasser. Es gibt keinen Grund, weiter zu ziehen“, erklärte sie mit ruhiger, sicherer Stimme. Schon seit sie mit zwei Jahren zu ihrem Vater gekommen war, hatte dieser ihr immer wieder eingebläut, dem Führer zu vertrauen – notfalls blind. Der wusste immer, was zu tun war in der Wüste, deswegen war er Führer. Und das war auch der Grund, warum sie nun so ruhig sein konnte. Dieses Vertrauen hatte sich bisher immer bewahrheitet und ihr war in der Wüste nie etwas geschehen.

„Du… du bist ein Beraij, oder?“, fragte sie vorsichtig und mit gesenktem Blick. Immerhin wollte er ihr das Haus seiner Eltern zeigen. Und nur Beraij wie ihre Mutter hatten Häuser in Avrabêth. Sie aber war über die Jahre bei ihrem Vater durch und durch eine Nomadin geworden. Sie konnte es sich nicht vorstellen, noch einmal in einem festen Haus zu wohnen, ohne den Wind des Nachts an den Zelten zerren zu hören, ohne in der Früh den Morgen in der Freiheit zu begrüßen. „Gibt es… keine schönen Frauen in Avrabêth?“, fragte sie leise weiter. Doch noch während sie die Frage stellte, erinnerte sie sich daran, wie er auf ihren letzten Vorstoß in diese Richtung reagiert hatte. „Ich meine…“, begann sie und suchte krampfhaft nach passenden Worten. Sie war weder geübt noch gut in dieser Art der Konversation, wo man sich „einfach unterhielt“. „… ich bin eine Nomadin. Ich liebe die Wüste, die Kälte in der Früh und die Hitze am Mittag. Ich liebe den Wind, wenn er die Sandkörner aufwirbelt und gegen die Zeltwand schleudert. Ich liebe das entbehrungsreiche Leben, wenn wir eine neue Oase aufsuchen und Tage brauchen. Ich liebe die Ruhe der Wüste, wenn um einen nichts ist. Die Stille in der Früh, bevor das Leben im Lager beginnt. Ich liebe es, wie sich der Sand bis zum Horizont erstreckt und es scheint, als würde die Sonne abends darin versinken. Ich liebe es, wenn sich die Wolken am Himmel bilden, sich aufschieben und zu riesigen Gemälden werden in weiß und grau und schwarz, wenn dann die ersten Tropfen fallen und noch im Fall verdunsten, wenn sie den Boden schließlich nass färben und Rinnsal über Rinnsal durch das Lager strömt. Wenn alle in diesem Regen stehen und aufblicken zum kühlen Nass. Ich liebe es, wenn danach die Wüste ergrünt. Wenn überall die Pflanzen sprießen, die Blüten blühen und die Luft von schwirrt und summt.“

Yeira dachte nicht mehr nach. Sie redete einfach. Nicht intelligent vielleicht, aber aus dem Herzen kommend. Das war es, was sie fühlte. Das war etwas, wo sie überhaupt fühlte. Voller Enthusiasmus und wirklicher Liebe zu ihrer Heimat berichtete sie von diesen Ereignissen. Ohne auf Khalis zu achten. Vielleicht sagte er etwas, wollte sie unterbrechen. Vielleicht hörte er ihr auch einfach zu. Sie bemerkte es nicht. Mit fast schon verträumten Blick erzählte sie einfach, achtete aber unbewusst weiterhin darauf, Khalis Spur zu folgen.

„Ich liebe selbst die Sandstürme, die uns in unsere Zelte verbannen. Wenn die Wüste auflebt und ihre ganze, grausame Kraft entfaltet. Wenn wir uns so furchtbar klein vorkommen, die Kamele sich aneinanderdrängen mit gesenktem Kopf und einfach nur abwarten. Wenn jedes Atmen schwer fällt und man jede kleinste Veränderung im Ton wahrnimmt. Wenn der Sturm abflaut und man kaum aus dem Zelt kommt, weil sich Sand vor dem Eingang aufgehäuft hat. Wenn man dann den Rest des Tages begrüßt und dafür dankt, dass man noch lebt. Dann weiß man erst, dass man lebt.“

Yeira schluckte. Sie war es nicht gewohnt, so viel zu reden und nun war ihr Mund trocken. Was würde Khalis nun sagen? Sie wollte ihm doch nur klar machen, dass sie nicht die Traumfrau war, für die er sie hielt. Dass sie sich in einem Haus in Avrabêth, im Lärm der Stadt, in der Freizügigkeit der Stadt niemals wohl fühlen würde. Sie würde verdorren wie die Wüstenblumen, wenn der Regen nachlässt und sie sich für ihren Schlaf wieder in den Sand zurückziehen. Ob er das verstand? Ob er ihr wieder Vorwürfe machte, dass sie es ja wenigstens versuchen könnte?
Schweigen ist das einzige Argument, das nicht widerlegt werden kann.

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Beitrag von Unvorhersehbares » Mo, 13. Okt 2008 18:37

Er war überrascht, dass sie so gefasst blieb. Er kannte viele Frauen, die sich in solch einer Situation, in der Gefahr drohte, ängstlich an ihn klammerten – das machte ihn zwar reichlich nervös, wirklich stören tat ihn dies aber auch nicht. Yeira war aber auch eine Nomadin. Da sah man so etwas natürlich öfter – je nachdem, wie lange man an ein und dem selben Ort blieb. Damit erklärte sich jedenfalls Khalis ihre ruhige Reaktion.
Diese ruhige Art schien sie dann aber auch endlich zu durchbrechen. Khalis war doch etwas verblüfft von so vielen Worten auf einmal. Vor allem, da er dazu noch kaum eine Chance bekam, auf ihre Frage zu antworten.
Ob es nicht schönere Frauen als sie gab? Ja, vielleicht. Vielleicht aber auch nur gleich Schöne. Und eigentlich ging es ihm doch gar nicht darum. Doch seine Gründe für diese Reise würde sie wahrscheinlich eh nicht verstehen, deshalb kam es ihm in zweierlei Hinsicht gelegen, dass sie so viel von sich gab.

Während sie redete, lief er einfach schweigend und nachdenkend voran. Dennoch hörte er ihr interessiert zu, schließlich konnte er sich ja nicht sicher sein, jemals wieder so viel von ihr zu hören. Trotzdem hatte er anderes erwartet. Ihre Worte waren doch recht eindeutig. Sie machte klar, dass sie nicht in der Stadt leben oder überhaupt ein Leben mit einem sesshaften Mann eingehen würde. Was sollte er da auch sagen...

Stille.

Seine Augen ruhten weiterhin auf dem Sand vor ihnen. Konzentriert, da es noch immer galt, dem gefährlichen Treibsand auszuweichen und außerdem konnte er niemanden ansehen, dem er nichts zu sagen hatte.
Deutlicher für ihn hätte sie gar nicht werden können.
Für einen Moment dachte er an all die anderen Männern, die er vornehmlich in Avrabêth kennen gelernt hatte. Die benahmen sich weitaus forscher ihren Ehefrauen gegenüber. Nicht mal seine davon so unterschiedlichen Art hatte ihn für Yeira sympathisch gemacht.

Trübsinnig starrte er den goldenen Sand vor sich an. Dass sie es wenigstens versuchen könne, daran hatte er vorhin noch gedacht. Doch nun brachte dies wohl gar nichts mehr, sondern würde es nur schlimmer machen, wenn er so etwas aussprechen würde.
Wenigstens lohnte sich diese Reise für sie, um ihre Mutter zu sehen, dachte er betrübt. Er versuchte sich nichts von seinen Gefühlen anmerken zu lassen. Doch jetzt einfach zu schweigen, würde ihn wohl nicht sicherer erscheinen lassen.

"Ja, in der Wüstenstadt gibt es so etwas wohl nicht oft", meinte er dann trocken. Was er auf ihre Worte antworten sollte, wusste er nicht so recht. Deshalb schwieg er dann doch eine Weile, ehe er die erste ihrer Fragen wieder auf griff.
"Ich bin in Avrabêth geboren, also ein Beraij, ja. Mein Vater handelt mit Tüchern und ist deshalb oft auf Reisen. Ich habe ihn schon oft begleitet. Gestern sind wir gerade erst aus Sanherib
zurück gekehrt. Naja, mir sind die Dinge, von denen du erzählst, nicht völlig unbekannt." Er warf einen kurzen Blick nach hinten zu ihr.

Nach einigen weiteren hundert Metern schlug er wieder den eigentlichen Weg ein. Der Treibsand lag nun hinter ihnen. "Jetzt können wir wieder reiten." Er blieb stehen und durch ein knappes Zeichen von ihm, ließ sich Laoum in dem Sand nieder, sodass Khalis aufsteigen konnte.

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Beitrag von Yeira Aaminah ad Mehtar » So, 19. Okt 2008 9:56

Yeira schwieg nun wieder. Sie hatte gesagt, was es zu sagen gab. Und ihr war durchaus bewusst, dass sie Khalis damit verärgern könnte. Und auch, dass sie sich nicht gegen die Entscheidung ihres Vaters stellen konnte, wenn dieser entschied, dass Khalis der absolut richtige Mann für sie war. Und er war ja auch sehr nett. Er war sicherlich ein guter Mann. Aber in einem Haus in der Stadt wohnen? Wo sie 16 Jahre lang das Leben einer Nomadin gelebt hatte? Wie sollte sie sich so einsperren lassen können und dabei den Anschein machen, dass sie glücklich war?

Seine Stimme zeigte dann auch deutlich, dass er nicht gerade erfreut über ihre Worte war. Sanherib war tatsächlich eine weite Reise. Sie selbst war noch nicht dort gewesen. Ihr Vater hatte andere Aufgaben und war kein Händler. Sie hatte aber an den Feuern des Abends schon mehrere Geschichten gehört, wie lange man dort hin brauchte und wie gut eine solche Reise geplant sein musste.

Als er wieder aufstieg, tat sie es ihm gleich. Yasha hatte das kurze Stück gut getan, wo sie ihre Last los gewesen war und sie tänzelte stolz herum, um dem Hengst des jungen Mannes zu gefallen. „Yasha“, murrte Yeira, denn das Sitzen auf einem so stolzierenden Tier war nicht gerade bequem und sie wurde ständig hin und hergeschaukelt. Nicht, dass sie das beim normalen Ritt nicht auch wäre, aber an das Schaukeln war sie gewohnt.

Langsam näherte sie sich von hinten Khalis. Sie hatte ja mittlerweile begriffen, dass er kein Problem damit hatte, wenn sie neben ihm ritt, auch wenn sie sich teilweise dabei unwohl fühlte. Das Kribbeln hatte nach wie vor nicht aufgehört, nur manchmal wurde es stärker oder schwächer, aber es war stetig präsent.

„Ich… Ich könnte sicher eine Weile in einem Haus leben, aber nicht mein Leben lang. Ich brauche die Wüste wie das Wasser zum Überleben. Ich… Ich habe noch nie davon gehört, dass die Beraij ihre Frauen mit auf ihre Reisen nehmen“, flüsterte sie schließlich so leise, dass nur der Wind die Worte weitertrug und zu Khalis brachte, der wohl mehr erahnen konnte, was sie gesagt hatte.

Ihren Blick hielt sie gesenkt. Es gab ja auch keinen Grund, aufzublicken. Dann hätte sie nur Zorn oder Wut oder Enttäuschung in Khalis’ Gesicht sehen müssen. So blieb ihr das erspart. Warum nur konnte sie keine normale Frau sein? Warum dieses Erbe mit den roten Haaren und den Zeichnungen in ihrem Nacken? Sie hatte nicht darum gebeten und sie wollte es nicht. Es hatte ihr nur Probleme gebracht. Die Verachtung ihrer Mutter, die eine richtige Drachenerbin zur Tochter wollte, die Enttäuschung ihres Vaters, wenn sie wieder einen Mann abgelehnt hatte.

Vielleicht sollte sie einfach fliehen. In sich selbst und in die Wüste. Vielleicht würde sie irgendwann am Rand der Wüste ankommen, vielleicht würde sie auch in ein Treibsandfeld geraten und elendig ersticken. Aber eigentlich hatte sie für nichts davon den Mut und es würde doch darauf hinaus laufen, dass sie nun mit Khalis nach Avrabêth ritt, ihre Mutter und die seine aufsuchte und schließlich wieder ins Lager zurückkehrte, wo ihrer beider Väter darauf warteten, dass sie ihre Verlobung bekannt gaben.

Nur gut, dass sie noch ein wenig Zeit dazu hatte. Selbst wenn sie im Lager waren, musste sie sich erst einmal um Yasha kümmern, denn die Stute war sehr wählerisch, wen sie an sich heran ließ. Kein Wunder, wenn man von der eigenen Mutter verstoßen wurde. Yeira konnte es ihr nicht verdenken, ging es ihr doch beinahe genauso.

Hatte Khalis schon etwas auf ihre Worte geantwortet? Sie hatte es nicht bemerkt. Abwesend begann sie, Yashas Fell zu streicheln, die Zügel locker in der anderen Hand. Die junge Stute war sehr sensibel und reagierte prompt auf einen leichten Fußdruck von Yeira. Die Zügel waren mehr dazu da, dass andere den Eindruck bekamen, Yasha wäre eine ganz normale Kamelstute, die ganz normal geritten wurde. Nötig waren sie aber nicht.

Aufmerksam lauschte sie nun, ob noch eine Antwort kam. Wenn nicht, würde er sich sicher wiederholen, sollte sie etwas verpasst haben, worauf er etwas erwidert haben wollte. Sie würde sehen, was weiter geschah. Und auch, was in Avrabêth passieren würde. Vielleicht würde sie sich ja seiner Mutter stellen müssen und sich begutachten lassen, ob sie des Sohnes auch würdig war. Und dann würde sich wohl ohnehin herausstellen, dass sie das nicht war. Was sollte sie da machen? Froh sein? Irgendwo wäre sie das wohl. Erleichtert. Denn dann wäre ihr die Entscheidung abgenommen worden. Oder enttäuscht, weil sie ihren Vater dadurch wieder einmal enttäuschte? Aber eigentlich fühlte sie bei diesem Gedanken schlichtweg nichts.
Schweigen ist das einzige Argument, das nicht widerlegt werden kann.

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Beitrag von Unvorhersehbares » Sa, 25. Okt 2008 13:09

Khalis merkte, dass jede weitere Bemühung um sie, oder wenigstens um ein freundschaftlicheres Verhältnis, wohl unbelohnt bleiben würde. Er erwiderte nichts auf ihre Worte, sondern seufzte nur leise und bedauernd. Nun gab er den letzten Schimmer Hoffnung wirklich auf.
Dabei wunderte es ihn. Schließlich hatte sie bis jetzt ihre gute Erziehung in all ihren Taten zum Ausdruck gebracht. Da hätte er nicht erwartet, dass sie sich so gegen einen Mann... wehrte.

Der Tag nahm seinen Lauf. Khalis versank in seinen eigenen Gedanken, schaute aber immer unbewusst zu Yeira. Aber nur um zu sehen, ob sie ihm folgte, schließlich war er verantwortlich für sie.

Schon bald senkte sich die Sonne wieder gen Horizont. Sie waren nun noch einige weitere Stunden unterwegs gewesen. Khalis war mit der Zeit immer unruhiger geworden. Er befürchtete schon, dass sie sich zu viel Zeit gelassen hatten und diese Nacht in der Wüste verbringen mussten.
Doch dann zeichneten sich am Horizont langsam die Umrisse der ersehnten Stadt ab.
Augenblicklich blieb Laoum stehen. Von seinem Reiter schien mit einem Mal jede Spannung abgefallen zu sein.
"Da, sieh nur. Wir sind schon bald da." Mit der Hand zeigte er nach vorne, während er Yeira anlächelte. Doch schnell sah er wieder zu der Stadt, die sich vor ihnen erhob. Sie schimmerte im Licht der langsam unter gehenden Sonne. Avrabêth – hell setzte sie sich von ihrer sandigen Umgebung ab.

Khalis war nun hellauf und auf ein Zeichen trabte der Kamelhengst, auf dem er saß, mit einem Mal los. So als könne er gar nicht mehr erwarten, in seine Heimatstadt zurück zu kehren.

Er ritt einfach dahin und passierte schon bald die ersten großen Oasen, die natürlichen Ursprungs waren und die Plantagen, die vor der Wüstenstadt angebaut worden waren. Hier waren keine einzigen Menschen mehr zu sehen. Ein Großteil der Wüstenbewohner war schon zu Hause, die Arbeit für diesen Tag war getan.

Bei den Oasen wurde Khalis wieder langsamer und wartete dann bis Yeira aufgeschlossen hatte. Er wirkte gelöst und erfreut. Kein Wunder, Sanherib war nicht gerade ein Kamelsprung entfernt und er war Wochen unterwegs gewesen.
"Jetzt können wir uns erst einmal stärken und schlafen und morgen alles andere in Angriff nehmen." Er lächelte kurz scheu.
Dann ließ er Laoum auch schon gemütlich in die Stadt laufen. Hier gab es kein Armen- und Reichenviertel, wodurch sich die Beraij voneinander abgrenzten. Dennoch sah man an der Größe der Häuser und deren Bestand die Unterschiede, auch wenn sie relativ gering gehalten wurden und nicht so zur Schau gestellt wurden, wie es in anderen Städten üblich war.
Die meisten Häuser waren aus Lehm, die der etwas Wohlhabenden aus weißen Kalkstein gebaut. Die untergehende Sonne setzte alles in eine ganz besondere Atmosphäre, während schon bald ein etwas größeres, weißes Haus in Sicht kam. "Da vorne ist es", kündigte Khalis an und hielt zielstrebig darauf zu.

[weiter geht’s im Haus der al Bari. Kannst hier aber gerne trotzdem noch posten ; )]

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