Maskenball - der Tanzsaal

Drachenblut lädt zum Maskenball am 15. März 2008! Jeder ist willkommen und eingeladen, einen Ausflug nach Alvarania zu unternehmen.
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Unvorhersehbares
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Maskenball - der Tanzsaal

Beitrag von Unvorhersehbares » Sa, 15. Mär 2008 19:27

Solch einen klaren Himmel wie heute bekommt man über Merridia wohl nur selten zu sehen. Wie Diamanten glitzernd funkeln die Sterne an diesem milden Abend an dem dunklen blauen Himmel. Die helle Villa des Barons, Gastgeber des heutigen Abends, liegt wie ein weißes Kunstwerk in dem große Garten. Durch die Fenster der Villa dringt nicht nur warmes Licht, sondern auch das Gelächter und Gerede vereinzelter Gäste, die schon eingetroffen sind. Sanfte, leise Musik dringt ebenfalls zu dem großen Tor des Anwesens, denn im Inneren haben sich Geigen-, Cello- und Klavierspieler platziert, um die Gäste zu begrüßen und zu unterhalten.

Doch bevor an dem Spaß teilhaben kann, wird man am metallenen, bewachten Tor von zwei fein gekleideten Männern begrüßt, die einen höflich Willkommen heißen. Viel wichtiger jedoch ist ihre Aufgabe, nach mitgeführten Waffen zu fragen und diese abzunehmen. Ein jeder wird freundlich eingelassen, egal welcher Rasse er angehört. Allerdings stehen die Wachen nicht umsonst da, sollte jemand Ärger machen, wird man schon Wege finden, ihn zur Ruhe zu bringen.

Das eigentliche Fest findet jedoch natürlich im Inneren der Villa statt. Man folgt den sich windenden Weg durch das weiche, grüne Gras, der mit einzelnen Steinen als Tretfläche gepflastert ist. Die Villa ist aus weißen Stein gebaut und drei Etagen hoch. Die Fenster sind nicht sehr breit, dafür aber sehr hoch. Überall sieht man Säulen, in deren Stein verschiedene Muster gehauen wurden. An der hohen Flügeltür erwarten einen zwei weitere Männer, die einen Einlass gewähren und die Tür hinter einem schließen, damit die Gäste im Inneren nicht frieren.

Eintretende stehen nun in der großen Halle aus Marmor. Die ganzen Einzelheiten, die diesen Raum ausmachen, kann man gar nicht beschreiben. Links und rechts führen zwei mit Teppich gepolsterte Treppen in die höheren Stockwerke, die nur erahnen lassen, was sich auf ihnen befindet. Ausgestattet ist der Raum mit Säulen, in denen von Steinmetze Figuren eingearbeitet wurden und viele Statuen unterschiedlichster Größe befinden sich hier.
Die Musik spielt im Nebenraum, in dem man schon einzelne Gäste sehen kann. Der Raum ist noch riesiger als die Halle. Die Wände sind hoch und normalerweise weiß, wurden jedoch heute mit goldenen und weinroten Tüchern behangen. Auch hier führen Treppen hinauf zu einer von Säulen gestützten, breiten Empore aus dunklem Holz, die den gesamten Raum umläuft. Von dort führen Türen und Gänge in weitere Räume der Villa.
Die Wand, die der Tür gegenüber liegt ist komplett verspiegelt, sodass dieser Raum noch größer, gar riesig wirkt. Überall glitzert es golden, von der Decke und von den Wänden. Der Boden ist mit feinstem Holz ausgelegt. An der hinteren Wand sieht man die Musikergruppe, bestehend aus sechs Männern. Sie sind die einzigen, die hier unmaskiert herum laufen. Von dem Baron und seiner Gattin ist noch nichts zu sehen, doch die fremden, vielleicht aber auch bekannten Wesen können sich auch so beschäftigen. Sie reden miteinander, wenige tanzen auch schon oder essen. Allerdings ist das Buffet noch ziemlich leer und nur einzelne Häppchen stehen darauf. Man kann sich jedoch darauf verlassen, dass bald noch etwas Warmes serviert wird. Zu trinken gibt es allerdings jetzt schon genug.
Ein Blickfang des Buffet, das aus mehreren langen, von einer weißen Tischdecke verdeckten Tische besteht, ist der riesige Schwan, der auf ihm thront. Er besteht aus Kristall artigem Eis und blickt, die Flügel gespreizt, majestätisch auf die Tanzfläche hinab. Die vielen Kerzen in den Kerzenständern brennen schon und werfen flackerndes Licht auf die Gäste. Das meiste Licht jedoch gibt der riesige Kronleuchter, der von der Decke hinab hängt, an den Raum ab.
Alles in allem wirkt der Raum sehr warm und passend für diesen Anlass geschmückt. Und genug Raum für dieses Vergnügen der besonderen Art bietet, wenn das einzelne Zimmer schon nicht, dann die gesamte Villa auf jeden Fall.

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Beitrag von Shandira » Di, 18. Mär 2008 15:08

Lyëssa Charynal stand in dem riesigem Saal. Sie fragte sich, ob der Raum schon immer als Speise- oder Tanzsaal genutzt worden war oder extra umgebaut worden war. Nun schien er jedenfalls beides in einem zu sein. Neugierig starrte sie die anderen an, die gekommen waren. Sie war relativ früh hier gewesen, und vertrieb sich jetzt mit Gucken und Staunen die Zeit, bis sie vielleicht eine bekannte Gestalt erblickte - vielleicht waren auch schon Bekannte an ihr vorbei gelaufen und weder sie, noch die anderen hatten einander erkannt.
Eigentlich wollte sie sich ins Getümmel stürzen, aber alle die hier waren unterhielten sich schon, und sie wollte nicht einfach in ein Gespräch platzen, oder sie standen alleine in einer Ecke herum, während man die sinkende Laune, die von ihnen ausging, förmlich greifen konnte. Nein, Lyëssa war nicht danach, sich ins Getümmel zu stürzen. Viel lieber stand sie hier am Buffet und spielte stille Beobachterin - auch wenn diese Rolle nicht so ganz zu ihr passte.

In der Hand hielt sie ein Glas Wein, das sie etwas ratlos betrachtete. Sie schaute zu einen der jungen Männer, die durch den Raum huschten und jedem edle Getränke anboten. Sie hatte die rote Flüssigkeit nicht ablehnen können... und nun stand sie hier und fragte sich, wie um Himmels Willen sie das trinken sollte.

Hättest du auch eher dran denken können, schalt sie sich im Stillen und schüttelte den Kopf. Sie würde wahrscheinlich das köstliche Essen mitnehmen - die Erwartungen an das Mahl waren sehr hoch - müssen, um es dann heimlich zu essen, wenn niemand hinsah, wie sie sich anstellte, wenn sie versuchte, unter der Maske hindurch etwas in den Mund zu schieben.
Bei diesen Gedanken meldete sich ihr Magen. Ja, sie hatte wirklich nicht vorher darüber nachgedacht, wie sie Speisen und Getränke zu sich nehmen sollte. Nunja, es würde sich schon eine Lösung finden lassen. Und wenn sie sich zum Narr machen musste, egal. Lieber gesättigt, als dazuhängen, wie eine... hungernde Elfe eben.

Wieder blickten die grünen Augen der Magierin auf die Anwesenden. Das Glas in der Hand schwenkend schaute sie erwartungsvoll immer wieder zur Tür des Raumes. Es würde schon der richtige Augenblick kommen, dachte sie sich. Mit jedem zu reden, der ihr über den Weg lief, war nicht so ganz ihr Ding. Etwas Anspruch gehörte dazu. Die einen liefen zu elegant, die anderen hoben zu stolz den Kopf. Auch waren manche Kostüme einfach zu protzig, alsdas sie etwas mit den Wesen darunter zu tun haben wollte.
Tanze, tanze über Tiefen, denn wer tanzen kann der lebt!

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Beitrag von Schattenherz » Mi, 19. Mär 2008 10:25

Es war ganz und gar nicht einfach gewesen, die hohe, stachelbewehrte Mauer im hinteren Teil des Gartens zu überwinden… doch nach langer Suche hatte sie schließlich einen Baum gefunden, dessen Äste nahe genug an die Mauer reichen, um von dort hinab in den Garten zu springen. Viel einfacher war es hingegen gewesen, in der Dunkelheit den Garten zu durchqueren; kaum ein Bediensteter oder Wächter war dort unterwegs gewesen, denn in der Villa und am Haupttor des Anwesens ist mehr als genug zu tun. So ist sie durch den hinteren Teil des Geländes geschlendert, wo das Gemüse für den täglichen Bedarf angebaut wird, dann unter den sanft rauschenden Bäumen und über die mit Kieseln bestreuten geschwungenen, von Blumen und Hecken gesäumten Wege. Die Dunkelheit hat es ihr leichter gemacht, dann unbemerkt durch den Dienstboteneingang zu huschen.
Und dann hat sie sich erst einmal verlaufen.
Ziellos irrt sie durch die Gänge der Villa, die schlichten Dienstbotenquartiere. Öllampen erhellen an den Türen und Abzweigungen den Teil der Villa, in dem für die Herrschaft gearbeitet wird. Einmal hört sie von weitem leise Musik, das schrille Lachen einer Frau, doch als sie um die Ecke des nächsten Ganges blickt, sieht sie, dass sie Tür am Ende von einem – zugegeben nicht sehr motiviert aussehenden – Wächter blockiert ist.
Aber sie ist schließlich auf der Suche nach etwas anderem. Und auch das findet sie letztendlich: Den köstlichen Geruch von bratendem Fleisch, die Dünste von angewärmten Gewürzwein, das würzige Aroma von Knoblauch und Curry… vermischt zu einem Duft, der ein seliges Lächeln auf ihr Gesicht und einen etwas gierigen Ausdruck in ihre Augen zaubert. Zum wiederholten Male schiebt sie sich den Hut aus dem Gesicht, tastet zur Sicherheit nach der Ratte in ihrer Manteltasche; streckt dann die Nase in die Luft und folgt dem Geruch. Sie hat Glück, dass die Vorbereitungen für das Essen nun auf Hochtouren laufen: niemand hat Zeit, sich nach dem zerlumpten Mädchen umzusehen, das zielstrebig auf die Küche zu eilt. Ohne den Versuch, sich weiterhin zu verbergen (es wäre ohnehin sinnlos, denn die Gänge füllen sich immer mehr mit hektisch umher rennenden Küchenmädchen und Dienern) stürmt sie durch den Eingang der Küche, zu den Tischen wo der Nachschub für das Buffet in Festsaal servierfertig steht. Ihr läuft das Wasser im Munde zusammen. Wie lange ist es her, dass sie einen Apfel aß, so saftig wie diese hier? Oder ein Stück Brot, gar Fisch und Fleisch? Ihre Hand grabscht nach einem Stück Obst, doch sie hätte besser aufpassen sollen: plötzlich findet sie ihr Handgelenk von einer großen Frauenhand wie mit einem Schraubstock umklammert. Zu Tode erschrocken starrt sie nach oben… und noch etwas weiter nach oben, bis sie das wütende Gesicht der Köchin erblickt, die sie anschaut, als wäre sie etwas zu groß geratenes Ungeziefer.
„Verrrdammt noch mal, lass deine schmutzigen Finger davon! An die Arbeit!“ Éira hat großes Glück, dass die Köchin keine Zeit hat genauer hinzusehen, denn in diesem Moment hört man ein lautes Klirren in einem anderen Teil der Küche. Sie hätte es nicht geglaubt, doch die Wut der Köchin scheint noch zu zu nehmen, und lauthals schimpfend rauscht sie zu dem bedauernswerten Küchenjungen, der eine Schüssel fallen gelassen hat. Zu Tode erschrocken, mit klopfendem Herzen entwischt das Bettelmädchen durch die nächste Tür, wirft diese hinter sich zu – und findet sich in einem breiten Gang wieder. Hier sind Lampen in Meterabstand an der Wand befestigt, die Schritte werden von einem roten Teppich gedämpft, und Gemälde und Zierrat schmücken die Wände. Vorsichtig drückt sie sich an der Wand entlang - wenn ihr jetzt jemand begegnet, würde sie schneller als sie schauen könnte wieder hinaus geworfen werden! – und nur wenige Abzweigungen später hört sie zum wiederholten Male Musik und Stimmen. Der Festsaal muss ganz in der Nähe sein. Und keine Wachen in der Nähe? Seltsam... doch tatsächlich: als sie die nächste schmale, zweiflüglige Tür öffnet, sieht sie sich einer verwirrenden Menge von Farben, Glanz und Bewegung gegenüber. Für einen Augenblick ist sie überwältigt, starrt nur mit großen Augen diese Pracht an, doch dann gewinnt sie ihre Geistesgegenwart wieder. Hier wird sie auffallen, egal wie viel Mühe sie sich auch mit ihrem ärmlichen Kostüm gegeben hat. Doch da... weiter hinten im Raum sieht sie das Buffet. Den anderen Anwesenden mag es spärlich gedeckt vorkommen, doch wieder läuft Éira das Wasser im Munde zusammen. Ohne noch weiter nachzudenken, huscht sie durch die angelehnte Tür und schnell zur nächstgelegenen Säule. Unter der Empore, wo es etwas dunkler und etwas leerer ist als im Rest des Saales, arbeitet sie sich von Säule zu Säule durch den Raum, nimmt dann Anlauf und schlittert knapp hinter einer Dame in einem reich verzierten weiß-blauen Kostüm unter einen der Tische.

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Beitrag von Shandira » Mi, 26. Mär 2008 11:20

Sie stand noch ein Weilchen dort und beobachtete fast reglos die anderen Gäste. Sie erwiderte höfliche Begrüßungsflosskeln von Leuten, die sie nicht kannte, aber ein wirkliches Gespräch wollte sich nicht einstellen. So schweifte ihr Blick etwas gelangweilt durch den Raum. Na das fängt ja gut an, wäre ich doch mal etwas später aufgetaucht.
Immer noch war die Villa erst spärlich gefüllt, Gäste trudelten in kleinen Grüppchen oder Paarweise an, aber ein großer Ansturm blieb aus. Zuerst reden sie von nichts anderem in der Stadt und dann trödeln sie so. Was war das?
Sie hatte doch eine Bewegung unter der Empore gesehen. Nichts Ungewöhnliches eigentlich, aber der Bereich war schon so dunkel und wenn sich dann dort noch jemand herumschlich... Bildete sie sich das nur ein? Es war doch unmöglich, dass sich hier finstere Gestalten eingeschlichen hatten. Sicherlich waren es nur irgendwelche Gäste und ihre Bewegungen hatten nur ausgesehen, als würden sie nicht zu den geladenen Gästen zählen.
Sie schüttelte leicht den Kopf und schalt sich einen Dummkopf. Um ihrer blühenden Phantasie nicht noch mehr Ausschweife zu erlauben, beobachtete sie die Anderen und versuchte nicht immer zu der Gestalt hinter den Säulen zu sehen.
Du siehst schon Gespenster, du solltest dich lieber auf die Tanzfläche begeben und ein wenig Spaß haben. Sie wog den Kopf leicht und dachte über diese Idee nach.
Sie war schon dabei, ihr Weinglas hinter sich auf den Tisch zu stellen, da vernahm sie ein seltsames Geräusch direkt neben sich. Abrupt hob sie den Kopf und sah sich um. Es hatte sich wie ein kurzes Rauschen angehört. Sie runzelte die Stirn und wollte es schon als eine weitere Einbildung abtun, da fiel ihr aus den Augenwinkel die herunter hängende Tischdecke auf, die sich leicht hin und her bewegte, als wäre sie gerade berührt worden. War jemand...? Das konnte doch nicht sein.
Am Liebsten hätte sie ihrer Neugierde sofort nachgegeben, hätte sich gebückt und die Tischdecke nach oben umgeschlagen. Doch sie konnte sich nicht wie eine Närrin verhalten. Sie musste es geschickter anstellen.
Langsam entfernte sie sich von dem Tisch, auf dem noch immer die rote unberührte Flüssigkeit stand. Während sie sich Schritt für Schritt entfernte, sah sie immer wieder, mehr oder weniger unauffällig zurück zu dem Tisch. Dabei umkreiste sie langsam das Buffet und erlangte immer mehr eine Perspektive, die es ihr erlaubte den Boden unter dem Tisch zu sehen. Dann tat sie so, als müsste sie ihr Kleid richten und beugte sich noch etwas vornüber, während sie über den Stoff ihres Kleides strich, ohne darauf zu achten, was sie eigentlich mit ihrem Kostüm tat. Viel wichtiger war es, unter den Tisch zu sehen, was ihr in dieser Position, aus relativ geringer Enfernung, gut gelang.
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Beitrag von Schattenherz » Mi, 26. Mär 2008 13:02

Geschafft! Hier unter dem Tisch fühlt sich Éira sicher. Auf allen Vieren krabbelt sie noch etwas weiter vom Rand weg, dann atmet sie erst einmal auf. Sie bemerkt, dass die blau-weiße Gestalt, die am Tisch stand, fort ist, doch da sie ihre Absichten nicht kennt, beunruhigt sie das nicht – ganz im Gegenteil. Sie hofft, dass diese Dame nun auch genug Ablenkung gefunden hat, um nicht weiter auf die Tische zu achten.
Nun zu ihrem nächsten Problem... sie kann das Essen förmlich riechen, doch zwischen ihr und den Leckerbissen befindet sich eine zwei Zentimeter dicke Holzplatte... verflucht nochmal! Störrisch verzieht Éira das Gesicht. Irgend etwas muss sie tun, denn sie hat nicht die Geduld, hier noch länger auszuharren, um auf eine bessere Gelegenheit zu warten, wenn sie direkt unter den potentiellen Magenfüllern sitzt. Dazu hat sie schon zu lange nichts mehr gegessen. Das letzte Mal hat sie gestern Abend von einem freundlichen Wirt einen halben Teller abgestandene, kalte und sehr wässrige Suppe bekommen.

Glücklicherweise reicht die Tischdecke recht weit nach unten, so dass Lyëssa kaum mehr als einen alten Stiefel, vielleicht ein knubbeliges Knie und den Saum eines bunten Rockes sehen können wird. Doch dann hat das Mädchen unter dem Tisch einen dreisten Entschluss gefasst: sie rückt näher auf die Tischkante zu, und tastet mit Hand nach oben und auf der Tischplatte herum. Der herunterhängende Teil der Tischdecke bleibt dabei an dem in einen schmuddeligen Mantel gehüllten Arm hängen, so dass Lyëssa – falls sie denn noch immer einen neugierigen Blick unter den Tisch riskiert – den überaus konzentrierten, nach oben gerichteten Blick des Straßenmädchens unter der Krempe des weit in den Nacken geschobenen Hutes sehen kann.
Ihre Hand patscht in eine Sahnetorte, tastet sich dann weiter und findet schließlich etwas von haltbarerer Konsistenz - hastig schließt Éira die Hand um eine gefüllte Teigtasche und zieht sie dann schnell zurück. Auch die Tischdecke fällt zurück an ihren Platz -
Plötzlich ein lautes Klirren. Éira zuckt heftig zusammen, sitzt reglos unter dem Tisch, den Mund schon zu einem herzhaften Biss in den Teig geöffnet – der hochgekrempelte Ärmel ihres Mantels ist an Lyëssas Weinglas hängen geblieben, das sie auf dem Hinweg nur knapp verfehlt hat. Eine rote Pfütze breitet sich auf dem Boden aus.
Oh nein... gleich würde jemand kommen, um die Scherben aufzufegen... und unter dem Tisch sauber zu machen! Vor Schreck kann sich die junge Bettlerin einen Moment nicht rühren – und eben diesen Moment nutzt ihre Ratte aus, huscht aus der verbeulten Manteltasche ins Freie und beginnt den verschütteten Wein aufzulecken.

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Jaqueylé Ramondes

Beitrag von Abujin Mu'ayyad al Ubayda » Do, 27. Mär 2008 14:53

Der Künstler kam etwas später, als wie es auf der Einladung angegeben war. Jaqueylé wusste, dass bei solchen Festen der frühe Gast anfangs meistens einsam war. Er kannte dieses Anwesen bereits. Zumindest von außen. Demnach hatte er keinerlei Schwierigkeiten herzufinden. Zudem war der Abend wunderschön und die Nacht sternenklar und somit ließ sich Jaqueylé ein wenig Zeit mit dem Hinweg.

Am schweren eisernen Tor angekommen wurde er freundlich von zwei feingekleideten Männern begrüßt, welche ihn baten eventuell mitgeführte Waffen abzulegen. "Meine einzige Waffe ist mein Verstand, meine Herren, und diesen kann ich nur mit Hilfe einiger Gläser feinsten Weines ablegen." Lachend ließen die Wachen ihn passieren, mit der Bemerkung, dass der Graf für diesen Abend nur die edelsten Tropfen anschenken ließ. Gut gelaunt ging Jaqueylé den mit Steinplatten gesäten Weg zur Villa und bestaunte abermals den herrschaftlichen Garten. Die Bäume waren perfekt geschnitten und Jeder gleichte dem Anderen.

Als er den Festsaal erreicht hatte schaute er sich ersteinmal um. Es war noch erstaunlich leer gewesen. Hier und da standen einige einzelne Gruppen oder Personen. Getanzt wurde anscheinend noch nicht. Es war schwierig in dieser Halle nicht aufzufallen. Eine Tatsache, die Jaqueylé nicht sonderlich störte. Er fiel gerne auf, besonders bei der Damenwelt. Also fing er an, nach schönen Mädchen ausschau zu halten. Leider waren alle maskiert und somit wusste der Künstler nicht, wen er schon kannte und wen nicht. Dafür war es aber schließlich ein Maskenball, was die Sache im Grunde aufregender machte.

Ihm wurde von einem Bediensteten ein Glas Wein geboten, welchen er auch gleich annahm. Dieser war wirklich mehr als vorzüglich. Der Graf ließ sich einiges kosten. Während Jaqueylé durch die Halle spazierte und endlich das Innere bewundern konnte, fiel ihm eine Frau auf, welche auf seltsame weise einen Tisch umrundete und diesen zu beobachten schien. Sie hatte ein wirklich ausgefallendes weiß-blaues Kostüm an, verhielt sich aber denoch ein wenig geistesgestört. Er fing an sie zu beobachten, im Gegensatz zu ihrem Versuch, tat er es aber recht offensichtlich. Dies könnte ein amüsanter Abend werden. Er wusste nicht, was mit diesem Tisch war, es war ihm auch eigentlich egal. Bis schließlich wie aus dem Nichts ein Glas Wein vom Tisch fiel. Jaqueylé staunte nicht schlecht, zumal er niemanden in der Nähe sah. War die Frau vielleicht eine Zauberin und ließ aus purem Vergnügen einige der teueren Tropfen verschütten?
[size=75][color=#ffa500]Darkness flees the rising sun
The village lies ahead
It will wake to a new day soon
Soon they'll all be dead[/color][/size]

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Ankunft Asterion

Beitrag von Catigern » Do, 27. Mär 2008 21:33

Mit einem leichten Rucken kam die Kutsche endlich zum stehen. Asterion Delrynn, seines Zeichens Baron von Gratenfels, stieß einen erlösenden Seufzer aus. Ihm behagten lange Reisen nicht sonderlich, auch wenn er nicht wie die Mehrheit der Bevölkerung auf Wanderstecken und Füßen durchs Land ziehen musste, sondern den Komfort einer eigenen Droschke und gepolsterter Bänke vorweisen konnte. Es war gegen sein Wohlgefühl eine halbe Ewigkeit in einem hölzernen Gefährt gefangen, mal über gut ausgebaute Reichsstraßen und dann wieder über staubige, löchrige Trampelpfade zu reisen, die ihn nur umherschaukelten und sein Gemüt wie Gesäß reizten. Ganz zu schweigen von all der vertanenen Zeit die eine solche Fahrt in Anspruch nahm und die er nicht nutzbringender einzusetzen vermochte außer sich in einige Manuskripte und alte Bücher zu vertiefen. Nun ja, so gänzlich vertan war die Zeit damit nicht, gewissermaßen sogar sehr lehrreich, dennoch trug es nicht dazu bei die Begeisterung des Barons für Ausflüge zu steigern.

Kurz darauf verrieten schwere Schritte auf dem steinernen Vorplatz dass sich jemand der Kutsche näherte. Da die karmesinroten Vorhänge einen Blick ins Innere des Wagens – wie auch den nach draußen – verwehrten war es Asterion nicht möglich festzustellen wer sich anschickte die Türe zu öffnen um ihm heraus zu bitten. Allerdings hatte er eine ziemlich genaue Vorstellung um wen es sich vermutlich handelte. Und tatsächlich, seine Ahnung wurde nicht enttäuscht als er die bullige Gestalt seines Leibwächters Mardir sah, der schließlich die Kutschtür aufhielt und die kleine Trittleiter für seinen Herrn aufklappte, das er leichter aussteigen konnte. Der kostümierte Adlige, der sich vor knapp einer Stunde in einem der erlauchtesten Gasthäuser Merridias dem Anlass entsprechend umgekleidet hatte, erhob sich daraufhin frohgemut endlich der Enge zu entkommen und die frische Luft des Abends zu schnuppern. „Ah, Cirian die Strahlende war uns wohl gesonnen, haben wir es doch noch geschafft… und in einem Stück.“ meinte der Baronssohn und reckte sich ein wenig. „Jawohl, aber ich versprach euch ja Herr, dass wir rechtzeitig eintreffen werden.“ antwortete der Halbork ihm mit kehliger Stimme. „Richtig, richtig, das sagtest du mir in der Tat mein verlässlicher Mardir.“ bestätigte der Maskierte und legte seinem leiblichen Schutz eine behandschuhte Hand auf die breite Schulter, anschließend nickte er in Richtung der zwei gerüsteten Wachen vor dem Eingang zur prächtigen Villa. „Verharren wir hier nicht unnötig, lass uns einkehren. Mich dürstet es nach Wein und etwas nahrhafter Gaumenfreude.“

„Exquisit, wahrlich exquisit“ murmelte Asterion während er seinen umherschweifender Blick durch die pompöse Festhalle gleiten ließ um erschwingbarst viel der dargeboten Pracht in sich aufzunehmen. Der gute Baron und seine vermögenden Freunde hatten wahrhaftig keinerlei Kosten und Mühen gescheut um den gegenwärtigen Ball noch glanzvoller und pomphafter zu gestalten als in den voran gegangenen Jahren. Wo man auch hinsah, überall lagen die kostbarsten Teppiche aus, das Tanzparkett war wahrscheinlich mit frischlackierten Dielen aus Edelholz neu belegt worden und eine ganze Wand aus sündhaft teuren Spiegelglas war hergerichtet worden und dann natürlich das Buffet… eine einzige Tafel der auserlesensten Speisen und Tropfen die man sich nur erträumen konnte. Beim Anblick jener reich gedeckten Tische spürte der Andiriendarer den nagenden Hunger der in seinen Eingeweiden wühlte. Zwar war er wegen vollends anderen Dingen hier, nicht um sich nur am Gelage zu beteiligen und größtmöglich viel zu verzehren, ihm ging es viel eher um die hochkarätigen Gäste des Abends, aber immer eines nach dem anderen dachte er bei sich, zunächst galt es seine Drangsal zu stillen.

Er nickte seinem Trabanten zu der in einiger Entfernung von ihm stand und sich ebenfalls kostümiert hatte - jedoch nicht annährend so auffällig wie sein Eigner - und bedeutete ihm damit das er sich zum Buffet abzusetzen gedachte. Mardir Kashnak verstand und folgte ihm, den Abstand wahrend, hinüber zur länglichen Tafel. Dort standen allerart von Delikatessen aufgebahrt, von geschmackvollen Süppchen, knusprigen Fleischhäppchen, über kandierte, exotische Früchte bis hin zu sahnigen Kuchen und Pflücksalaten. Und das war bei weitem nicht alles, dazwischen lockten die verschiedensten Weine und Liköre den Durstigen nach einem herben oder süßen Schluck. Asterion beglückwünschte sich zu seiner Entscheidung, die Gäste konnten warten, jetzt war er sich erst einmal selbst der nächste. Gut gestimmt begann er damit seinen Teller aus feinsten Porzellan mit allerlei Wohlgeschmäcke zu beladen und achtete dabei nicht apart auf seine Umgebung, insbesondere nicht auf die festlich gewandeten Wesen die überall herumstanden und schwafelten, meistens noch dazu über belangsloses Zeug und dann auch noch die Frechheit besaßen den Weg zu versperren. Derartig beschäftigt mit seinen unmutigen Gedanken über die Besucher, als auch beiliegend was seinem Gedeck noch fehlen könnte, war er umso verblüffter als er plötzlich eine Hand bemerkte die etwas rechts von ihm auftauchte und in einer Torte herummanschte, ehe sie kurz danach das Weinglas einer Dame in weißen Samt und blauen Zierrat von der Tischkante stieß. Mindestens ebenso erstaunt wie er es gewesen war, ging die Frau der Hand nach und spähte unter die Tischdecke von woher sie gekommen war. Von seiner Position aus war der Baron nicht fähig das einzusehen was sich der Späherin offenbarte, als dann aber ein braunes Etwas unter dem Tisch hervor geschossen kam um sich auf den roten Fleck verschütteten Weins zu stürzen, zuckte er zusammen.

In Blitzeseile schien eine der Statuen im Saale zum Leben erwacht zu sein oder ein Schatten habe vollbracht feste Form anzunehmen, jedenfalls verlief alles furchtbar schnell. Von einem Moment zum nächsten war die kräftige Gestalt Mardirs zur Stelle, besah sich flüchtig das unwillkommene schleckende Nagetier und richtete sein Augenmerk unverwandt auf den Tisch und seine verhüllende Tischdecke. Eilends griff er unter diese und schwenkte eine seiner Pranken darunter umher bis er einen Kragen zu packen bekam um im nächsten Augenblick ein Wesen, das sich dort zweifelslos in Sicherheit gewähnt hatte, aus seinem Versteck zu zerren. Hierbei entstand nicht ein Laut der die Wachen des Hauses alarmiert hätte. Alles ereignete sich in Bruchteilen weniger Sekunden und wurde übertönt von der Musik der Spielleute und dem Gerede der Anwesenden. Ein leises Knurren ausstoßend hob der Halbork das gefangene Geschöpf empor und musterte sein Gesicht. Dann mahlte sein wuchtiger Kiefer und er fragte das Mädchen: „Ich glaube du befindest dich in der falscher Gesellschaft, nicht wahr?“
Zuletzt geändert von Catigern am Fr, 28. Mär 2008 17:27, insgesamt 1-mal geändert.

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Lyëssa Charynal

Beitrag von Shandira » Fr, 28. Mär 2008 14:43

Sie bemerkte nicht, dass sie beobachtet wurde. Und dass auch noch von zwei Herren. Es wäre ihr wirklich peinlich gewesen, unter den Augen der Fremden ihrer Neugierde so nachgegeben zu haben, doch sie hatte weder Ohren noch Augen für ihre Umgebung und bemerkte so weder Jaqueylé noch Asterion.
Dafür trat ihr etwas anderes in ihr Blickfeld. Ha! Doch keine Gespenster. Ich wusste doch, da ist jemand, dachte sie triumphierend. Von gleichem Triumph zeugte auch ihr, von der Maske im Verborgenen gehaltenen, Maske. Ja, da war eindeutig ein Fuß, ein Bein, das sich ihm anschloss und Stoff sah sie auch. Eindeutig eine Person. Aber wer sollte sich denn unter den Tischen verstecken? Und vor allem: Wieso?
Als nächstes hörte sie ein Klirren und sah hilflos zu, wie ihr Glas zerstob und sich die dunkelrote Flüssigkeit auf dem Boden verteilte. Sie hatte gerade noch eine Hand unter den Tisch verschwinden sehen. Ein Dieb! Aber wer war so dumm und begab sich in eine Villa, in der ein Maskenball stattfand und es nur so von Leuten wimmelte?

Etwas erschreckt von diesem Vorfall richtete sie sich wieder auf. Dabei fiel ihr Blick auf einem Mann mit einer gusseisernen Maske und goldenem Mantel, der sich am Buffet bediente. Im Abstand zu ihm stand ein weiterer Mann. Es war zu sehen, dass die beiden in einer verbindung zueinander standen. Wahrscheinlich waren es nur gute Freunde.
Schweigend beobachtete sie, wie er sich bückte und ein Mädchen unter dem Tisch hervor zog. Das war ja noch viel aufregender, als die Ratte, die sich am Boden mit dem Wein vergnügte. Eine Wein trinkende Ratte hatte sie auch noch nie gesehen. Sie schüttelte ungläubig den Kopf und sah zu dem Geschehen einfach nur starr hinüber. Aber an der Ratte störte sie sich nicht wirklich, was sie selbst überraschte. Es wunderte sie eher, dass dieses Mädchen sich so ein Haustier aussuchte... das sie dann auch noch mitnahm. Wüsste sie nicht, dass das Tier der Kleinen gehören würde, hätte sie sofort daran gezweifelt, ob diese Villa hier wirklich so prächtig und sauber war, wie es auf dem ersten und auch auf den danach folgenden Blicke wirkte. Sie hoffte nur für den Baron, dass die anderen Gäste dieses Tier nicht sahen. Und sie hoffte es für das Mädchen, denn das würde eine wirkliche Aufruhr werden. Sie kannte zu Hauf Frauen, die vor Ekel schrien, wenn sie auch nur eine kleine Spinne zu Gesicht bekamen. Und im Gegensatz zu einer Ratte war das nur ein Sandkorn.

Auch wenn das Mädchen sicher nicht hier sein dürfte, dafür war sie viel zu lumpig gekleidet, passte es Lyëssa nicht, wie dieser Mann, der weitaus weniger pompös als sein Begleiter kostümiert war, sie angefasst hatte und mit welchem Blick er sie bedachte.
Sie eilte zu den dreien hinüber und räusperte sich kurz, um dann ein grüßendes Nicken anzudeuten, als sie sich der Aufmerksamkeit der beiden sicher war. "Guten Abend. Na, da hast du dir ja einen hübschen Ort zu einer passenden Zeit ausgesucht..." Ihr Lächeln, das sich auf ihren Lippen abzeichnete, hörte man bei ihren freundlichen Worten heraus.
"Wir sollten nicht so grob mit den Kindern umgehen, nicht wahr?", wandte sie sich dann in äußerst höflichem Tonfall an Mardir, "Ich bin mir sicher, sie kann auch alleine stehen."
Dann musterte sie interessiert das kleine Mädchen vor sich und versuchte zu ergründen, was sie hier her getrieben hatte. Allerdings fragte sie sie nicht aus, obwohl sie fast befürchtete, dass sie davon laufen würde, würde man sie einfach so los lassen.
"Hoffentlich hast du eine gute Erklärung hierfür, anderes würden die Gastgeber sicher nicht erfreuen."
Die weiße Maske strahlte Éira förmlich an. Sie konnte nur die grünen Augen erkennen, die Freundlichkeit ausstrahlten und in denen Belustigung wie kleine Sterne funkelten.
Da hatte sie nun dagestanden und sich gelangweilt, aber das so etwas geschehen würde, hätte sie nun wirklich nicht gedacht.
Tanze, tanze über Tiefen, denn wer tanzen kann der lebt!

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Beitrag von Irea » Fr, 28. Mär 2008 23:30

Wie aus dem Nichts stand sie am Eingang des großen Saals und ließ ihre grauen Augen umherschweifen. Die langen schwarzen Haare fielen ungebändigt und dennoch in geordnetem Chaos über die freien Schultern, kringelten sich am Ende und umrahmten das schlanke Gesicht. Die helle Haut stand zu dem Haar und dem ebenso schwarzen Kleid in starken Kontrast. Eng schmiegte sich der edle Stoff an ihren Oberkörper, ließ einen großzügigen Blick auf das freie Dekoleteé gewähren und fiel erst ab der Taille weiter aus bis es schließlich die Fußknöchel traf.
Die filigrane schwarze Maske -ein auf der Haut aufgemaltes Kunstwerk- war zwar nicht so deckend wie die der anderen Gäste, aber hatte dennoch ein gewisses Geheimnis inne, welches den Träger hinter sich verbarg.
Alles an ihrer äußeren Erscheinung war stimmig, abgesehen von dem pelzigen Tier, welches sich auf ihrer linken Schulter mithilfe von zwei kleinen Beinen und zwei ledernen Flügel festhielt. Große gelbe Augen sahen sich ebenso interessiert um wie es die seiner Besitzerin taten. Langsam und mit geschmeidigen Bewegungen glitt Arrdes durch den Raum und sah sich um. All der Glanz und die viele Aufmachung gingen ungerührt an ihr vorbei, ebenso das Büffet, welches kunstvoll dekoriert und üppig aufgetragen war. Nach solcher Art Essen verlangte es sie nicht. Es war das pulsierende Leben, welches sich hier bündelte und in jedem der Anwesenden zu spüren war, und sie anzog wie das Licht eine Motte. Nur war nicht sie diejenige, die im Licht vergehen würde - metamophorisch gesehen.
"Was meinst du, wird dieser Abend erfolgreich werden?"
Ihre Stimme war mehr ein kühler Hauch von Verlangen und Vorfreude als klar ausgesprochene Worte, die einem fremden Ohr gelten sollten. Der kleine Flughund auf der Schulter schnupperte in der Luft, lockten ihn doch die Früchte bei den Desserts.
Auch Arrdes sog tief die Luft mit all ihren menschlichen Gerüchen ein und genoss den Geschmack, den sie auf der Zunge hinterließen.

Ihre Füße trugen sie zu einem Diener, der gerade damit beschäftigt war, jemanden ein Glas Wein einzuschenken. Auch wenn es sie nach etwas anderem dürstete, ließ auch sie sich etwas von dem schweren Wein einschenken, dessen Geruch schon von der Qualität sprach. Sie wandte sich dem Hauptgeschehen auf dem Saal zu und schwenkte das Glas ein wenig in der Hand. Dann nahm auch sie einen Schluck, nur einen kleinen. Der volle Geschmack sollte die ersten Vermutungen nicht widerlegen. Etlich andere Gewürze und vielleicht auch ein Hauch von dem Fass, in welchem er zuvor gelagert wurde, war herauszuschmecken, aber Arrdes hatte vergessen, wie diese Zutaten hießen.
Es interessierte sie auch nicht.
Der Wein schmeckte gut, dafür das es nur Wein war. Also nahm Arrdes noch einen Schluck und ließ die grauen Augen über einige Anwesende schweifen. Prüfend schien der Blick, vielleicht konnte man ihn auch als Interesse auffassen, die sie den Menschen schenkte. Natürlich hatte sie Interesse an ihnen, sie waren der Grund weshalb sie heute Nacht hier war.

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Beitrag von Schattenherz » Mo, 31. Mär 2008 20:52

Sie schafft es gerade noch, sich die Teigtasche in den Mund zu stopfen, dann geht alles viel zu schnell, als dass sie noch reagieren könnte. Von einer – wie es ihr in ihrer Heidenangst scheint – riesigen Hand am Kragen gepackt, wird sie durch die Weinpfütze und die Scherben am Boden geschleift und hochgehoben, so dass sie den Boden unter den Füßen verliert und hilflos in der Luft zappelt. Doch kaum ist die erste Schrecksekunde (vielleicht war es auch mehr als eine – und außerdem braucht sie nun erst einmal Zeit, um die Teigtasche hastig, doch zumindest dahingehend zufrieden hinunter zu kauen) vorbei, besinnt sie sich auf ihr eigentliches Wesen. Sie weiß, dass sie sich nicht mit aller Gewitztheit aus dieser Situation winden kann, also bleibt ihr nichts als die Offensive. In der blau-weißen Dame hat sie jedoch ihre Verbündete erkannt. So erhebt sie auch keine Einwände dagegen, als Kind bezeichnet zu werden, was sie sonst vehement bestritten hätte.
Éira hängt in ihrem Mantel wie ein Kaninchen in der Falle, doch sie hat aufgehört zu zappeln.
Trotz ihrer unbequemen Lage reckt sie trotzig das Kinn vor. Leider sieht das jedoch niemand… wider aller Vernunft ist ihr Hut auf ihrem Kopf geblieben, wie immer jedoch recht… verwegen… ins Gesicht gerutscht. So klingt ihre Stimme etwas gedämpft.
„Falsche Gesellschaft? Ach Quatsch, warum denn das?“ Und gleich darauf, wohl an Lyessa gerichtet, denn sie dreht den Kopf in die Richtung, aus der sie ihre Stimme gehört zu haben meint: „Genau, selber stehen kann ich auch.“, stimmt sie Lyessa zuversichtlich zu. „Aber die Gastgeber sind ja schließlich nicht hier, ne? Also muss ich ihnen auch nichts erklären.“

Die Geschehnisse am Buffet sind natürlich nicht unbemerkt geblieben, so leise Mardir auch vorgegangen ist, und so sehr Lyessa versucht hat, keine Aufmerksamkeit zu erregen. Neugierige Blicke fliegen hinüber zu der kleinen Gruppe, Hälse werden gereckt – was ist denn dort so interessant? Die ersten Neugierigen machen sich auf in Richtung des Buffets. Éiras Ratte hat sich im Gegensatz dazu schon lange aus dem Staub gemacht… wohin, das kann man nur vermuten. Wohl in den Schatten, in dem sie sich weitaus wohler fühlt, oder an ein ruhiges Plätzchen, wo sie ein heruntergefallenes Stück Nahrung genießen kann… bis auf Lyessa verschwendet ohnehin niemand einen Gedanken an sie, noch nicht einmal Éira, die im Moment schließlich andere Probleme hat.

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Beitrag von Catigern » Di, 01. Apr 2008 22:08

Zunächst schien es dem kräftig gebauten Mischling in seinem unscheinbaren und viel weniger farbprächtigen Gewand nicht zu stören das die kunstvoll herausstaffierte Dame im Weiß und Blau Anteil an dem Zwischenfall nahm und sich darüber muckierte wie er mit einer offensichtlichen Bettlerin oder Diebin aus der Gosse verfuhr. Denn dass das Mädchen, welches er in seinen Fäusten hielt, zweifelsfrei eine solche war, dessen war er sich ziemlich sicher. Mardir Kashnak kannte die Gestalten der Straße dafür einfach zu gut. Lange Jahre hatte er sich mühsam sein Brot und Wasser damit verdient die Spelunken des Hafens von derlei Gesindel frei und sauber zu halten, ehe er seinen jetzigen Herrn aufgefallen war. Es war ein brutales Dasein gewesen damals, eine einzige Aneinanderreihung von Schlägereien und deren Verhinderung, für die nicht mehr als ein paar lächerliche Kupfermünzen absprangen. Kaum der Mühe und den vielen Gefahren durch mögliche Verstümmelungen wert, aber das Beste was ein Bastard wie er hatte erwarten können.

Oh ja, er erkannte die Gesichter der Straße. Die, der wettergegerbten Seefahrer, die der neugierigen Jungspunde, die der ergrauten Veteranen, die der geschminkten Dirnen, die der ungewaschenen armen Leute… fast so bedauernswerte Kreaturen wie er selbst eine war… gewesen war. Asterion hatte ihn da herausgeholt. Als vorwitziger junger Adliger hatte er sich eines abends in eine der Kaschemmen verloren, bereits angetrunken und mit prahlerischen Freunden. Ihre edle Herkunft blieb den dortigen Zechern nicht lange verborgen und schon bald brach eine zünftige Rauferei aus, die sich noch rascher in eine ernsthafte Messerstecherei zu wandeln schien. Blaues und rotes Blut an einem Orte passte nun mal nicht zusammen. Mardir sorgte dafür dass der junge Fürst Delrynn mit seinen Kumpanen sicher entkommen konnte, schützte ihn gar vor einem Dolchstoß, der vermutlich tödlich geendet hätte. Dies war die Tat gewesen, die sein Leben fortan verändert hatte. Dies war die Tat gewesen, die ihm zum Leibwächter eines angesehenen Ehrenmanns hatte werden lassen, dies war die Tat gewesen die ihn über dieses elende Straßengesocks empor gehoben hatte… aber was dachte er denn da?
Nein, das war falsch, er war immer noch einer von ihnen, würde es immer sein. Der Einwand der Maskierten mit dem befiederten Kopfschmuck brachte ihn in die Wirklichkeit zurück. Er unterdrückte das unterschwellige Grollen das seiner Kehle entrang, weitete wieder die zuvor bedrohlich verengten Augen und stellte das mit vollen Wangen kauende Mädel in dem weiten Mantel langsam auf den Fußboden zurück, beließ die voluminösen Hände aber weiterhin auf ihren schmalen Schultern ruhen, auf das sie nicht davon spurtete. An das Fräulein gewandt erwiderte er nur trocken: „Bleibt abzuwarten ob diese Göre noch ein Kind zu nennen ist oder ob sie schon wesentlich erwachsener ist als man auf den ersten Blick feststellen könnte, was meint Ihr?“

Die Dame fragte nun auch das Mädchen nach dem Warum ihres Aufenthaltes auf dem Festball, wobei dies für Asterion recht unverkennbar deuchte. Ohne Zweifel hatte ihr knurrender Magen oder die Anwesenheit der vielen üppig gefüllten Goldsäckel sie hergeführt, einen bedeutsameren Grund benötigte es wahrlich nicht sich uneingeladen und derart dreist auf eine Lustbarkeit der Reichen und Schönen zu begeben. Er konnte sich kaum vorstellen das dieses Geschöpf wissentlich zugelassen worden war, so… seltsam und geschmacklos es gekleidet war. Immerhin war dies ein Maskenball, eine Veranstaltung in Sinne des Kulturgeistes, gepaart mit der Extravaganz der vorgetäuschten Persönlichkeiten. Persönlichkeiten die Intellekt besaßen und… Alter. Kinder waren da gewisslich nicht gebilligt. Doch dann wanderte seine Aufmerksamkeit plötzlich hinüber zu der beherzt eingeschrittenen Dame, die vollends von ihrem feierlichen Kostüm verborgen wurde. Lediglich ihre melodische Stimme zwitscherte noch im Nachhall in seinen Ohren. Welch angenehmer Wohlklang, bemerkte Asterion, ließ ein inneres Lächeln auf seinen bedeckten Zügen erscheinen und trat neben seinen Leibwächter.

In diesem Moment bellte das Balg los. Rotzfrech wie der Baron empfand. Unter seiner Maske verzog er das Gesicht. Aber er wollte gefallen und so sagte er: „So, nun stehst du wieder auf eigenen Füßen. Das hätten wir schon einmal. Trotz und alledem solltest du der edlen Dame ihren Wunsch erfüllen und ihr erklären was du hier zu suchen hast, andernfalls könnte es ziemlich ungemütlich für dich werden. Wir sind gewiss keine bösen Menschen, jedoch glauben wir dass du hier widerrechtlich eingedrungen bist, was kein gutes Licht auf dich wirft. Also, hüte deine Zunge oder man wird sie dir abschn…ähm hüte sie.“ Eilends schloss er und wandte sich sogleich den Wissbegierigen in ihren Rücken zu. „Edle Herrschaften, hier gibt es nichts zu sehen bis auf die kleine Ungeschicklichkeit eines tollpatschigen Küchengehilfen. Bitte, fahrt in euren Gesprächen fort und stört euch nicht hieran.“

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KAERZAA

Beitrag von Keaira » Do, 03. Apr 2008 22:55

Es war eine ziemlich aufregende Reise gewesen. Zusammen mit den fünfzig Leibwächtern und Heras' selbst, seiner Frau, sowie nur einer Hand voll Bediensteter waren sie in Rômacher auf eines der Handelsschiffe des Kaufmannes gegangen und so, auf ihrem Weg nach Osten, um das Königreich Menainon herum gesegelt. Und schon dann, als sie nur noch wenige Tage von Izmaran entfernt gewesen waren, schon zu diesem Zeitpunkt hatte sie mehr gesehen, als in ihren bisherigen neunundzwanzig Jahren. Kein Wunder, die Reise war zwar ziemlich wichtig für den alten Mann, den sie begleitete, aber auch ein kleines Geschenk an die Lyr. Denn es gab andere Wege zu seinem Ziel, einfachere. Aber er hatte diesen gewählt, um ihr eine kleine Freude zu machen. Und sie wusste es! Ein Grund mehr, weshalb sie sich über all das freute, was ihr passierte und passieren würde.

Nachdem sie in Izmaran Halt gemacht hatten um Waren auszutauschen, mit mehr oder weniger wichtigen Leuten zu sprechen und sich selbst neu zu versorgen, ging es weiter in Richtung Osten. Sie segelten weiterhin die Küste entlang, auch wenn sie stehts so viel Abstand hielten, dass das Land nur selten zu sehen war. So sehr sie dann auch die Reise bis dorthin fasziniert hatte, so wurde es irgendwann Gewohnheit und ihre Begeisterung flaute ab, bis sie in Lúrien, im äußersten Süd-Westen des Kontinent's, an Land gingen und Heras, zusammen mit den paar Dienern, seiner Frau, Kaerzaa und den Leibwächtern, ein Stück in Richtung Norden reisten, um dort wieder auf's Schiff zu steigen. Sie hätten nicht gemusst, aber da keiner von denen, die dort das Schiff verließen, richtige Seeleute waren und selbige auch mal gerne etwas für sich waren, da teilten sie sich halt auf, ohne dass auch nur irgendeiner der Reisenden irgendwie groß Beschwerde eingelegt hatte.

Die Reise an Land war genauso aufregend gewesen, auch wenn es für sie ein wenig sehr ungewohnt war, so weit ab vom Wasser. Es war das erste Mal und ein entsprechend ungewohntes Gefühl, aber da sie ausreichend Wasser mit sich führten und auch an dem ein oder anderen Bächlein vorbei kamen, da war es nicht so wild.
Weiter im Norden trafen sie schließlich wieder mit dem Schiff zusammen und gingen an Bord. Die restliche Reise fand dann wieder auf dem Wasserweg statt und bot den Reisenden nur wenig Abwechslung, aber auch eine Ruhe, so dass man durchaus sagen konnte, dass die Reise ihnen gut getan hatte. Vor allem Heras', was der Lyr besonders gefiel. Denn es er wurde wieder gesünder, benötigte - zumindestens während der Reise - viel seltener ihre Hilfe als sonst. Ob es am Meer selbst lag? Sicher, es beschützte ja auch ihr Volk. Warum dann nicht die Freunde ihres Volkes?

Nun waren sie aber schon zwei Tage in Merridia, einer Stadt, noch größer als Rômacher, aber auch ärmer, so hatte sie den Eindruck. Zumindestens hatte sie in der Heimat ihres Herren keine derart armen Menschen gesehen. Es berührte sie und nur schwer konnte sie sich zurück halten, um ihnen nicht das bisschen Gold was sie besass zu schenken. Wenn Heras' allerdings nicht hinsah, da hatte sie den Ärmsten und den Kindern etwas von ihrem Geld überlassen, nicht viel, aber hoffentlich reichte es für ein paar Tage.
Ihr Kleid, jenes, welches sie nun trug, hatte sie schon in Rômachar bekommen, angezogen hatte sie es in einer Niederlassung Heras', genauso wie es auch jener selbst und einer seiner Leibwächter getan hatte. Anschließend waren sie direkt in die Kutsche gestiegen und hatten sich auf den Weg zur Villa des Barons gemacht.

Dort waren sie nun also angekommen. Die große Kutsche hielt direkt vor dem Tor, so dass deren Insassen keine allzugroße Strecke mehr zum Tor des Anwesens zurück legen mussten.
Als erstes verließ Heras Leibwächter die Kutsche. Sein Kostüm bestand aus einer Rüstung vergangener Tage, darüber ein langer, weißer Umhang und über dem Gesicht eine Maske, die das Gesicht eines ernsten Mann zeigte. Die Rüstung selbst schimmerte leicht bläulich.
Ihm folgte Heras, der weit weniger kriegerisch gekleidet war. Seine Maske war, wie die Kaerzaas und seiner Frau, blau und reich verziert. Sein eigentlich Kostüm bestand aus einem langen, weit geschnittenen und mehrfach gefaltetem Gewandt. Darauf folgte dessen Frau, in einem überaus reich verziertem, bodenlangen und weit geschnittenen Kleid. Auch dieses Kleid war blau, allerdigns ziemlich hell. Ihre Maske sah stark aus wie die ihres Mannes, nur halt etwas weiblicher.

Am Ende dann schließlich ging Kaerzaa. Obwohl sie wesentlich jünger war als Heras und zudem einer im Regelfall recht großen Rasse angehört, ist die doch kleiner als der alte Mann. Mit ungefähr einen Meter siebzig sogar ganze zwanzig Zentimeter kleiner. Ihr kleid, war neben dem des Leibwächter, das mit Abstand schlichteste, während sie im Gegenzug aber die wohl auffälligste Maske trug. Da diese allerdings nur ihren Mund und die Augen zeigte konnte man nicht viel von ihrer guten Laune sehen, außer einem vergnügtem Lächeln.
Es war ihr erster Maskenball und sie war ziemlich aufgeregt. Wie mochten wohl die Kostüme der anderen aussehen, wie viele waren hier und würde sie sehr auffallen? Immerhin würden nur wohlhabene Leute kommen, Menschen, die kaum eine Gelegenheit ausließen mit ihrem Geld und der damit verbundenen Macht auf sich aufmerksam zu machen. Was dies anging, so teilte sie teilweise die Meinung Heras'. Konnte es fair sein, dass es zwei Gesellschaften gab - Arme und Reiche?

"Einen wundervollen Abend." Sie begrüßte die Wachen am Tor, trotz dieser eher düsteren Gedanken, überaus freundlich. Aber natürlich erst nach den Menschen in ihrer Begleitung. Ihre Stimme war wesentlich weicher als die der Menschen. Verglichen mit der der Menschen war sie nur eine kleine Welle in einem See, während die der Menschen das Rauschen in der Brandung ist. Der Grund, weshalb der Blick der Wachen aber eher an ihr als an den Menschen in deren Begleitung sie sich befindet ist allerdings ein anderer, wie sie sich auch bewusst ist. Es ist ihre Hautfarbe. Vielleicht haben sie ja noch nie von den Lyr gehört, aber zumindestens wissen sie, dass Menschen für gewöhnlich eine andere Hautfarbe besitzen. Anderer Seits.. sie konnte ja auch nur aufgemalt sein!? Oder Magie. Was auch immer, nachdem Heras sich ausgewiesen hatte war das nicht mehr von Bedeutung. Wichtig war nur, dass sie keine Probleme machen würde. Also verbeugte sich mindestens einer der Wächter und erwiderte ihren Gruß seinerseits sehr freundlich, mit einem ebensolchen Lächeln.

Den Saal selbst betrat sie dann schließlich auch als vierte des blauen Gespanns, allerdings machte sie auch die größten Augen. So viele Menschen, so viele verschiedene Kostüme und Masken! Und ein so reich ausgestatteter Raum, so groß, dass noch einige Menschen mehr hineinpassen würden. Um allerdings nicht wie eine Bauerstochter in der Stadt zu wirken, ging sie einfach langsam weiter. Ihr Blick huschte dabei hierhin und dorthin, sog alles was ihre Aufmerksamkeit weckte auf. Und das war ziemlich viel. So schlenderte sie eine Zeit lang durch den Saal, während sich Heras und dessen Frau bereits Gesellschaft ausgesucht hatten, bewacht von dem Leibwächter, der allerdings auch, wenn es denn möglich war, ein Auge auf die Lyr haben würde. Diese erwiderte die wenigen Grüße die man ihr zukommen ließ sehr freundlich, immer mit einem leichten Lächeln. Mehr sagte sie allerdings nicht, auch in Gespräche ließ sie sich bislang nicht verwickeln. Beinahe wie ein Geist wandelte sie zwischen den Gästen. Sie ging sehr langsam, die Füße nur sehr leicht angehoben.

So gelangte sie, auch getrieben von dem langsam erwachenden Durst, an einen der Tische, wo auch - extra für sie, auf Bitten Heras' hin - Karaffen mit Wasser aufgestellt waren. So auch an dem Tisch, wo gerade eben dem Küchenjunge ein Missgeschick geschah und einer der Gäste um diesen herum die Neugierigen bat sich doch wieder anderem zu widmen. Mehr hatte sie dann auch nicht mitbekommen, so dass ihre Neugier nun geweckt wurde. Und obwohl sie schon einen großen Teil ihres sonstigen Misstrauens zurückgelassen hatte - denn sie war hier ja in Sicherheit - so traute sie sich nicht die Menschen um den Küchengehilfen herum anzusprechen. Also trat sie zwar zum Tisch, schenkte dem jenigen ein Lächeln und Nicken, der zufälig ihren Blick kreuzte, schwieg allerdings. Sie schüttete sich stattdessen Wasser in eines der Gläster und trank, äußerst vorsichtig aufgrund des Kleides und der Maske, einige Schlücke.
[size=84][color=darkred]<div align=center><i>I'm looking now where I have been
I try to see where I will go
this are two ways shrouded in fog
What is my existence's sense?</i>[/color][/size]

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Jaqueylé Ramondes

Beitrag von Abujin Mu'ayyad al Ubayda » Sa, 05. Apr 2008 18:36

Das umgefallende Weinglas entputtet sich letztendlich als kleines Mädchen. Also doch keine Magie, dachte sich der Künstler, schade eigentlich. Doch dies gab dem Spass keinen Abbruch. Zuvor hatte sich nämlich ein scheinbar recht betuchter Herr ebenfalls an dem Buffet bedienen wollen. Zu Jaqueylés bedauern hat der Wein nicht das Kostüm des Herren getroffen. Es wäre zumindest etwas farbenfroher geworden. Doch das Mädchen hätte dann bestimmt noch mehr leiden müssen, als ohne hin schon. Ein großer starker Mann, wie es schien der Leibwächter des Mannes in goldenem Kostüm, packte das Bettlermädchen sehr unsanft am Handgelenk und zog sie unterdem Tisch hervor. Was dieser zu dem kleinen Mädchen sagte, verstand Jaqueylé nicht wirklich, da die Musik und das viele Gemurmel die Worte übertönten. Als sich dann die zierliche Frau im blauen Kostüm einschaltete wurde es für den Künstler erst wirklich interessant. Um nichts verpassen zu müssen tat Jaqueylé so, als ob er eine besondere Köstlichkeit auf dem Buffet entdeckt hatte, was sich natürlich nur rein zufällig in hörbarer Nähe der Gruppe mit dem Kind befand, und ging darauf zu. Aus dem was er verstand war die Dame auf Seiten des Kindes. Recht edelmutig, wie der Künstler fand. Das Kind hatte ein wirklich verstohlendes Mundwerk und Jaqueylé konnte sein das Grinsen nicht mehr unterdrücken. Zum Glück hatte er ja eine Maske auf, worauf er so breit grinsen konnte wie er wollte. Seine Maske lachte ja eh. Damit er nicht einfach nur ungewegt da stand und eventuell beim Belauchen bemerkt wurde, nahm er sich einen Teller und tat so als ob er sich erst entscheiden musste, was er nimmt. Die Stimme der jungen Frau war wie Musik in seinen Ohren.Während er diese genoss landeten einige in Fisch gerollte Päckchen Pastete auf seinen Teller. Dabei eindeckte einen Kuchen mit einem kleinen Handabdruck drauf. Es war nicht wirklich kunstvoll, amüsierte den Künstler trotzdem. Der Mann hinter der goldenen Maske versuchte seine Worte dem Mädchen gegenüber nicht allzu böse ausfallen lassen, um wohl der werten Lady nicht den Magen umdrehen zu lassen.

Obwohl man Jaqueylé schon zu der etwas gehobenen Gesellschaftsschicht zählen konnte und noch nie im Leben wirklich arm gewesen war, konnte er sich in das arme Mädchen ein weing hinein versetzten. Als er selbst noch ein Kind war, hatte er einige Freunde, die mit der Hand im Mund leben mussten. Und es war klar, was das Mädchen hertrieb, das brauchte die Dame in blau keine Erklärung abwarten. Es war der Hunger. Einzig und allein der Hunger. Jaqueylé konnte sich nicht vorstellen, dass ein solches Bettlerkind auf das Geld scharf war. Würde man das Mädchen nur mit einem Bruchteil der Summe erwischt werden, was solch ein Mann mit sich trug, würde es sofort eingesperrt werden, obwohl man nie einen Diebstahl nachgewiesen hätte. Auch jetzt sah die Zukunft des Mädchens, in greifbarer Nähe von dem kräftigen Leibwächter, nicht sehr rosig aus. Jaqueylé musste sich was einfallen. Er stopfte sich eine Pastetenrolle unter die Maske direkt in den Mund und dachte kauend nach. Beim runterschlucken kam ihm die Idee. Er nahm sich sein Glas und einen Löffel und ging weiter in die Menge. Dann schlug er mehrmals mit dem Löffel gegen das erhobene Glas und sagte laut zu der Menge: "Werte Damen und Herren, darf ich um ihr Gehör bitten. Bitte. Auch sie, werter Herr!", dabei zeigte er mit dem erhobenen Glas in Richtung Asterion und dessen Wächter. "Lasset uns die Gläser auf den großartigen Baron Gloreon Muratore und seiner Frau Baronesse Dona'era erheben und ihnen danken für diesen Überaus kreativen und wunderschönen Maskenball. Auf dass, das Glück ewig in ihrem Haus währe." Darauf hin hoben einige Gäste ihre Gläser und klatschten dem Künstler einigen Beifall. Nun musste nur noch das Mädchen ihre Chance nutzen.
[size=75][color=#ffa500]Darkness flees the rising sun
The village lies ahead
It will wake to a new day soon
Soon they'll all be dead[/color][/size]

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Beitrag von Schattenherz » Sa, 05. Apr 2008 20:28

Als sie wieder festen Boden unter den Füßen spürt, zupft sie ihren Mantel zurecht und schiebt den Hut zurück. Keine bösen Menschen? Ha… das behaupten sie alle von sich. Doch für Éira ist jeder, der mehr Geld besitzt als er braucht – und das ist gewiss jeder hier auf diesem Ball, bis auf sie selbst! – zumindest erst einmal sehr unsympathisch. Und die Drohungen des Mannes mit der gusseisernen Maske klingen trotz seiner Abstreitungen böse. Schockiert – erst jetzt kommt ihr eine Ahnung, in was sie hineingeraten ist, reißt Éira die Augen auf. Zunge abschneiden? Ja, sie hat genau gehört was er eigentlich sagen wollte, dieser grausame Kerl! Hilfesuchend schaut sie zu der blau-weißen Dame, doch dann scheint die Rettung von anderer Seite zu kommen, ob nun absichtlich oder nicht: Hinter sich hört sie das melodische Klingen von Metall auf Glas, das die Unterhaltungen kaum übertönen kann, dann die laute Stimme eines Mannes, der die Menge zu einem Umtrunk auf den Baron und seine Frau auffordert.
Sie hat lange genug auf der Straße gelebt, um instinktiv den Moment zu nutzen, in dem die Aufmerksamkeit für nur einen Moment von ihr abgelenkt ist. Es ist pures Glück, dass sie Mardirs Händen entwischen kann, dann sprintet sie zwischen den eben gerade noch neugierig näher Kommenden hindurch. Ihr Hut segelt von ihrem Kopf, doch sie merkt es kaum; schon brüllt irgendjemand hinter ihr her: „He, wohin so schnell?!“
Viel zu spät kommt ihr der Gedanke, dass sie überhaupt nicht weiß, wohin sie nun fliehen soll. In den Straßen Merridias, ja, dort wäre sie schneller verschwunden, als man schauen kann, in einer Gasse, in der Menge oder irgendeinem Unterschlupf. Doch hier? Hastig schaut sie sich im Lauf um, rennt jedoch mit unverminderter Geschwindigkeit im Zick-Zack weiter. Schon machen sich einige der Herren, und auch mehr als eine Dame, lachend und kreischend einen Spaß daraus, mit großem Geschrei Jagd auf das Straßenkind zu machen, als wäre sie fliehendes Wild. Ihr ist klar, dass sie keine Chance hat, denn immer mehr Hände versuchen sie zu fassen. Aber jetzt stehen bleiben? Das wäre ebenso widersinnig wie ihre Flucht es ist. Doch einmal kann sie ihren Verfolgern noch entfliehen, indem sie unter einem Tisch hindurch schlittert und sich auf der anderen Seite blitzschnell wieder aufrappelt, um weiter zu rennen. Gleichzeitig triumphierend und panisch schaut sie über die Schulter, um zu sehen, wie viele Schritte Vorsprung sie damit wohl herausgeholt hat, doch das hätte sie besser gelassen – ohne hinzuschauen eine Treppe hinauf rennen geht einfach nicht, und prompt stolpert sie über die erste Treppenstufe des Aufganges, der zur Empore führt, und schlägt der Länge nach hin. Mit einem Schimpfwort, das der Gosse mehr als würdig ist, versucht sie auf allen Vieren weiter zu krabbeln…

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Asterion Delrynn

Beitrag von Catigern » So, 06. Apr 2008 19:07

Plötzlich ging alles drunter und drüber. Nun, Asterion wollte nicht so unverfroren sein und behaupten das er diese Entwicklung in gewisser Art bereits vorausgesehen hatte, doch wurde seine Ahnung wie er eigenartigerweise feststellte wieder einmal nicht getrogen.
Der Maskenball erhielt mit dem Verrinnen der Zeit und der Späte des Abends immer mehr des Zulaufs, mittlerweile war wohl schon ein beträchtlicher Anteil der ganzen adligen Eloquenz Merridias in den festlich dekorierten Saal geströmt und füllte ihn fast bis an jede Ecke aus. An einigen Stellen standen die Gruppen der Feudalen schon derart dicht beisammen das gerade noch einen Handbreit Platz zum laufen zwischen ihnen war. Ein Grund warum der Baronssohn derlei Feierlichkeiten oft mied war eben dieses dauernde Gedränge und Gerempel, wie sollte man den bloß die festlichen Stunden genießen wenn man beständig von allerlei Seiten angestoßen und um seinen Weg gebracht wurde, nur um immer irgendwelchen Leuten auszuweichen und um diese herumzumanövrieren. So etwas ärgerte den Edelmann und ließ sogleich Sorge um seine kostbare Gewandung erwachsen. Da muss ich nur einen jener feisten Tölpel streifen oder eine dieser überschwänglichen Damen ihr Weinglas zu weit schwenken und schon war die Müh der Aufmachung dahin, dachte er säuerlich und dieser Gedanke führte ihn direkt wieder zum Ausgangspunkt seiner Überlegungen…

Richtig, Unvorsicht! So war es nun also passiert. Er und Mardir hatten Rücksicht geübt. Waren so mildtätig gewesen und hatten einem Eindringling, einem Schmutzfink von der Straße einen Finger zur Kooperation gereicht, doch was war geschehen? Das respektlose Ding hatte die ganze Hand an sich gerissen und war geflohen! Das hatte man nun davon…
Jedoch konnte er es der langfingerigen Göre nicht vollends verübeln die passende Zeitspanne für ein Entkommen ergriffen zu haben, immerhin hatte er ihr dieses Fenster zur Flucht erst geöffnet, indem er seine Aufmerksamkeit auf die Dame mit der liebreizenden Stimme und dem begierigen Publikum gerichtet hatte.
Und dann war da noch ein anderer Faktor gewesen, in der Tat. Ein Geck in rot und schwarz, dessen weißliche Maske ein unentwegtes Lachen präsentierte und Asterion die unverhinderliche Impression eingab, das der Träger sich über alles und jeden zu amüsieren schien. Aber das schalkhafte, künstliche Grinsegesicht beschäftige ihn nur nebenbei, vielmehr war es die plötzliche Ankündigung des Herrn, welche ebenfalls seine Achtsamkeit geschmälert und zur Entweichen des Mädchens beigetragen hatte. Ein wahrhaft ungeschickt gewählter Zeitpunkt für eine Ansprache auf den Baron und seine Gemahlin. Wahrhaft ungeschickt…

Bei all diesen Widrigkeiten war es eigentlich kein Wunder gewesen das ihnen das elende Gör hatte entwischen können. Flink und hurtig wie ihre Ratte war sie sodann auf und davon geflitzt. Mitten hinein in die Menge der Edlen. Mardir hatte noch versucht sie wieder zu ergreifen, doch grapschten seine großen Hände nur noch in die leere Luft. Er knurrte hörbar und warf dem Höfling der ein Hoch auf die Gastgeber ausgerufen hatte, einen finsteren Blick zu, ehe er sich prompt an die Verfolgung der Diebin machte. Seine breite Erscheinung war ihm hierbei nicht sehr hilfreich, denn unter den Adligen konnte er sich nicht einfach eine Schneise mittels seiner Körperkraft bahnen wie zu früheren Zeiten in den Spelunken.
Asterion beobachte wie sein Leibesschutz im Gewühl der farbenfroh gekleideten Gesellschaft verschwand und seufzte resigniert, als aus der Richtung in der das Mädchen entschlüpft war spitze und johlende Schreie erklangen. Dummes Kind. Jetzt wird es dir noch schlechter ergehen wenn du in die Fänge eines anderen gerätst. Bete zu Hernýs das nicht niederträchtige Gestalten wie Graf Istabrós Moriquendi oder Freiherrin Sabyahie Enbôl auf dich aufmerksam werden, dann blüht dir wirklich böses.

Er hoffte für das unsaubere Balg das Mardir es vor den anderen wieder zu fassen bekam, andernfalls… nun, würde es schwierig und bestimmt schmerzhaft für das Mädel werden. Dann zuckte er die Achseln und besann sich wieder seines, fast in Vergessenheit geraten, Tellers. Dabei fiel sein Blick auf eine weitere hinreißende Gestalt, die sich dem Tisch der Leckereien und Delikatessen angenährt hatte. Ein fließend blaues Kleid schmiegte sich an die zierliche Figur des hinzugetretenen Fräuleins, deren graziöse Bewegungen eminent anziehend wirkten. Aber nicht nur das Körperbetonte Gewand erweckte die Interesse des Delrynn Sprosses, sondern ebenso die sanfte Bläue der bloßen Haut ihre Arme, Schultern und wohl gerundeten Kinnpartie mit dem leicht geröteten Lippen, von denen soeben ein Glas abgesetzt wurde.

Bezaubernd, nebst all dem Gedränge und der Aufregung mangelte es ihm zumindest nicht an der Auswahl distinguierter Schönheiten, denn auch wenn jene Demoiselle ihr Antlitz wie auch die Dame mit dem waldgrünen Augen unter einer verzierten Maske verbarg, vermochte er dennoch nicht zu glauben das sich beide ihres Aussehens zu schämen brauchten. Folglich machte er es sich zur Aufgabe die Frauen von den sich überschlagenden Ereignissen abzulenken und falls notwendig zu beruhigen. „Ich bitte vielmals um Vergebung verehrte Damen, mein Leibwächter hätte dieses Geschöpf besser beschirmen müssen, doch nun ist es ihm… entwischt, was diesen Krawall zu Folge hat.“ Er deutete mit dem maskierten Haupt in Richtung des Gekreisches. „Mein Mardir ist schnell und nicht so ungehobelt wie man vielleicht von ihm denken mag. Er wird des Mädchens schon wieder habhaft werden…. hoffentlich.“ Dann schlug seine Stimme abrupt eine deutlich sonnigere Tonlage an und er verbeugte sich huldvoll. „Doch nun zu erfreulicherem, ich bin Baron Asterion Delrynn aus Andiriendar und wäre sehr entzückt eure Bekanntschaften machen zu dürfen. Würdet Ihr mir den Gefallen erweisen und euch mir vorstellen und erzählen was euch außerdem hergeführt hat bis auf das Bedürfnis nach Speis und Trank?“

Gesperrt