Maskenball - der Tanzsaal

Drachenblut lädt zum Maskenball am 15. März 2008! Jeder ist willkommen und eingeladen, einen Ausflug nach Alvarania zu unternehmen.
Irea
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Beitrag von Irea » Sa, 26. Apr 2008 22:01

Wenn zwei Augenpaare besser sahen als eines, nun, dann besaß Arrdes sie auch in Form der großen Braunen, die von Höhe ihrer Schulter aus das Geschehene beobachteten, als habe dessen Besitzer vor, sich ebenfalls in das Gespräch einzumischen. Aber natürlich erhob sich keine piepsige Stimme und begann drauf los zu plappern; Weder von dem Flughund noch von dessen Besitzerin, auf deren Lippen das angedeutete Lächeln beständig blieb. Stumm verfolgte sie, wie der Künstler auf die herausfordernden Worte des Goldenen einging. Der war eigentlich nicht eingeplant gewesen, aber weckte ihr Interesse dennoch. Warum auch nicht? Sie hatte hier zwei Männer vor sich, dessen Blut sich leicht in Wallung bringen ließ, und an denen sie schon noch ihre Freuden haben würde. Nun stellte sich ihr allerdings die Frage, wie sie es anstellen konnte, beide Männer um ihr Blut zu erleichtern. Sie musste sich da noch etwas einfallen lassen, denn sie konnte unmöglich beide zur gleichen Zeit am gleichen Ort in Schach halten ohne einen von ihnen nieder zu schlagen oder anderweitig außer Gefecht zu setzen. Und das wollte sie eigentlich nicht, auch wenn sie nicht zögern würde.
Die Art von Hemmschwelle hatte sie irgendwann einmal verloren, auf ewig.
Ebenfalls mit gewisser Freude beobachtete sie, wie der Künstler ein recht langes Stück Tuch aus den Ohren des Goldenen herauszog. Augenscheinlich, denn sicherlich befand sich kein Stoffknäuel im Kopf des Mannes. Natürlich zog dieses kleine Schauspiel die Aufmerksamkeit auf sich, man lachte und amüsierte sich. Und der Goldene? Nun, der versuchte sich aus dieser öffentlichen Schikane zu retten, indem er darauf einging. Das war wohl das Klügste, was man machen konnte um nicht den Spott der Allgemeinheit auf sich lenken. Und es funktionierte, denn die Schaulustigen wandten sich kurz darauf ab, dabei denkend, dass es sich um einen Spaß unter Freunden handelte. Und Arrdes war dies nur lieb so, denn sie konnte es nicht leiden im Fokus so vieler Augen zu sein. Natürlich ließ sie es sich nicht anmerken, aber es bereitete ihr Unbehagen, ein stechendes Gefühl im Magen, welches mit zu vielen vergessen geglaubten Gefühlen einherging. Aber das Glotzen hatte zum Glück ein Ende und es entstand auf die Worte des Adligen –denn genau solch einer war er, wie er selbst verlauten ließ- wieder ein weniger öffentliches Gespräch unter sechs Augen. Oder acht.
Gerade als sich Asterion nach vorne beugte bei seiner Vorstellung, hätte sie so gerne einen Blick auf seinen Hals geworfen! Aber leider blieb ihr dieser Anblick verwehrt, äußerst jammerschade.
Auch wenn es zuvor noch so ausgesehen hatte, dass sie sich auf diese Seite des Künstlers schlug und man vielleicht nun davon ausgehen konnte, sie würde immer noch abweisend reagieren, tat sie es nicht. Sich für eine Partei zu entscheiden bedeutete, ein Beuteopfer frei zu lassen. „Sehr angenehm Baron. Mein Name ist Arrdes ohne Nachname, ohne Herkunft und ohne Titel – zumindest für diesen Abend.“ Sie grinste beiden Männern so zu, als versuche sie bewusst und mit Vorsatz ein offenes Geheimnis zu verhüllen. Man könnte annehmen, sie sei ebenfalls adliger Abstammung und sei es satt immer auf Äußerlichkeiten zu achten, daher verleugne sie alles – das sie aber weder einen Titel noch einen Nachnamen besaß, mussten die Anwesenden ja nicht wissen. Im Grunde besaß sie auch keine Herkunft, demzufolge war es sicherlich ganz angebracht auch gar nichts dergleichen zu erwähnen, bevor sie sich aus einem Band aus Lügen verstrickte. Das konnte sie auch, aber sie wollte es nicht kompliziert, wenn es doch nur um diesen Abend ging.
Ein Abend, danach würde sie keinen von beiden je wieder sehen.
Der kleine Flughund hob die hundeähnliche Nase ein wenig an und schnupperte in der Luft. Entweder war es ein Duft, der vom Büfett herüber kam oder ein Geruch, der an einem Menschenkörper haftete. Er besaß eine feinere Nase als sie und sie konnte sich auf ihn verlassen. Wer roch denn wohl interessanter? „Das ist übrigens Nox, er besitzt ein weiteres Paar Augen und Ohren, die mir ganz hilfreich sind. Ein lästerliches Wort oder ein Schatten im Dunkeln werden mir sogleich zugeflüstert. -Hat einer schon den Wein probiert? Er ist herrlich vollmundig, ich kann ihn nur empfehlen.“ Der plötzliche Themenwechsel mochte vielleicht ein wenig irritieren, war ihr aber eigen. Sie besaß eine natürliche Schwunghaftigkeit in ihrer Laune und in ihren Worten, denn Einseitigkeit langweilte sie und Langeweile war ein entzündliches Pulverfass, denn es verleitete zu unbedachten Handelns – zumindest in ihrem Fall. Leider langweilte sie sich schnell, denn was war in ihrem Leben noch nicht passiert?
Mit einer anmutigen Handbewegung strich sie sich eine schwarze Strähne aus dem Gesicht und kam wieder auf ihre Frage von Anfang zurück: Wie würde sie es schaffen von beiden Männern zu kosten?

Keaira
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Beitrag von Keaira » Do, 01. Mai 2008 22:39

Dann stimmte es also was ihr Heras gesagt hatte. Zwar waren das, was er aufgeschnappt und gehört hatte nur Gerüchte gewesen und er hatte ihr das auch nochmal verdeutlich, aber sie scheinen wohl der Wahrheit zu entsprechen.
Hier gibt es keinen Herrn des Hauses, sondern eine Herrin. Es war zwar richtig, dass man davon nicht ausgehen konnte, nur weil Dona'era sich der Sache mit dem Kind angenommen hatte und so leichtfertig damit umging, der Blick, den Gloreon ihr gerade allerdings zugeworfen hatte sprach, zumindestens in den Augen der Lyr eine eindeutige Sprache. Warum aber auch nicht? Es war keine Seltenheit, dass die männlichen Adligen nur laut Papier mehr Macht besassen als ihre Gattinnen. So zumindestens hatte Heras es erzählt. Und er hatte immerhin regen Kontakt mit so manchen Adligen die auch einen höheren Stand bekleideten. Erfahrung hatte er also sicher genug, sie glaubte seinem Wort und handelte dem entsprechend.

Ihre Verbeugung, die nach Dona'eras Worten folgte, galt dann auch eher jener, als denn ihrem Gatten. Eine Unhöflichkeit zwar, anderer seits könnte es der Baroness schmeicheln. Kaerzaa machte sich darüber nicht weiter Gedanken, da die beiden ohnehin an ihr vorbei gegangen waren. Damit kam sie also zum zweiten Teil. Èira. Sie stand nun etwas verloren auf der Treppe, obwohl sie komplett war, wie es der Baron formuliert hatte.
Ob sie zufrieden mit dem Gang der Dinge war? Vielleicht wäre sie ja lieber bei Dona'era geblieben, immerhin lag die Vermutung nahe, dass sie dort sicherer war, als unter der Verantwortung einer Dienerin. Auch wenn der Baron und damit ihr größter Gegner immer nah gewesen wäre. Sei's drum.
Um diese Unsicherheit zu überbrücken machte die Lyr einen Schritt auf das Mädchen zu und ging dann, vorsichtig aufgrund des Kleides, in die Knie um zumindestens etwa auf Augenhöhe zu sein. Sie lächelte dabei, das Blau ihrer Haut hatte wieder an Tiefe gewonnen nachdem der Baron und seine Gattin entschwunden waren.

"Ich bin Kaerzaa. Freut mich." Sie klang, passend zum Lächeln, ziemlich freundlich und vor allem ehrlich. Auch wenn es eigentlich keinen Grund zur Freude geben sollte. Außer vielleicht der kleine Sieg - als Dienerin trotzdem Respekt zu erhalten. Das war es allerdings nicht. Es war etwas anderes, denn mit Éira hatte sie die Möglichkeit die Menschen des Ostens besser kennen zu lernen. Einfache Menschen und keine Blaublüter. Von denen hatte sie zwar auch noch nicht viele kennen gelernt, aber es reichte um zu wissen, dass sie sich im Regelfall nicht sonderlich unterschieden.
Außerdem verdeutlichten sie, besonders der Goldene Baron, sehr deutlich, wie groß der Unterschied zwischen den Menschen sein konnte. Während einige der Adligen nur einen Teil von dem aßen, was sie sich denn von den Tischen nahmen, so hätte ein Mensch aus dem gewöhnlichen Volk, also auch das Mädchen vor ihr, sicher nichts verschwendet. Apropo.. sie wurde doch nur erwischt weil sie sich etwas zu Essen nehmen wollte, oder hatte sie da etwas falsch aufgeschnappt?
"Hast du Hunger? Jetzt gibt es ja niemanden mehr, der dich stören würde." Wie um genau das zu verdeutlichen reichte sie dem Mädchen ihre rechte Hand. Und sie glaubte an ihre eigenen Worte. Denn eine Handlung gegen Éira wäre für diesen Abend genau so, als würde man die Lyr selbst angehen. Diese wiederrum galt als Dienerin des Herrn Jouhin, stand also unter seinem Schutz. Das müsste ausreichen.
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Abujin Mu'ayyad al Ubayda
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Jaqueylé Ramondes

Beitrag von Abujin Mu'ayyad al Ubayda » Di, 06. Mai 2008 18:37

Jaqueylé hielt nicht viel von Rang und Stand. Die meisten der Obrigkeit empfand er als verzogene Tölpel, die nichts von Kunst oder ähnlichem verstanden, den Geldbeutel des Künstlers dennoch füllten. Doch Asterion war anders. Zwar schien er auch nichts von bildlicher Kunst zu verstehen, allein sein Kostüm verriet ihm dies, aber er schien überaus geschickt mit Worten und seinem Auftreten umgehen zu können. Die Antwort auf Jaqueylés Tuchtrick überrachte den Künstler ein wenig. Er hätte erwartet einen Handschuh oder unschicke Beleidigungen ins Gesicht geworfen zu bekommen. Stattdessen stieg der goldmaskige voll darauf ein. Um nicht selber in Ungnade zu fallen machte Jaqueylé mit und tat, als ob es sich um einen Streich unter Freunden handelte. Dabei hob er das Tuch hoch und präsentierte es in voller Länge der Menge, Asterion dabei immer zunickend. Der Menge schien diese Vorstellung ziemlich zu gefallen, dennoch klang das Interesse schnell wieder ab und die drei waren rasch wieder unter sich. Dann stellte sich der Graf den beiden vor und seine Titel und Herunftsangaben schienen für den Künstler kein Ende zu nehmen. Man stelle sich vor, er müsste mit solch einem Namen unter einem Bild unterschreiben. Dann könnte Jaqueylé Ramondes nur große Gemälde schaffen. Doch der Künstler versuchte zu überlegen, wie Asterion wichtige Dokumente unterschrieb. Dann dürften das nur kurzgefasste Verträge sein, da die Hälfte des Dokumentes allein für den Namen draufging. Wenn dann zwei Grafen von Wo-Auch-Immer, Herrscher über Was-Auch-Immer, unterschreiben müssten, würde man den eigentlichenVertrag höchstwarscheinlich auf der Rückseite anfinden. Dieser Gedanke amüsierte Jaqueylé, kurz bevor ihm einfiel, dass solche Herren ja Siegel genutzten. Deswegen hat man diese wahrscheinlich auch eingeführt.

Zurück zum Thema, denn beinahe hätte Jaqueylé, auf Grund seiner wirren Gedankenwelt, den Namen dieser entzückenden Dame vor ihm verpasst. ARRDES, welch schöner Name. Arrdes ohne Nachname, ohne Herkunft und ohne Titel. Dadurch empfand der Künstler diese Frau beinahe noch anziehender. Süße Lippen brauchen keine Herkunft, wäre ihm beinahe herausgerutscht, aber er konnte sich noch mal zusammen reißen. Dann stellte sie den beiden Herren ihre Flugratte vor, die anscheinend als zweites Paar Ohren und Augen diente. Dieses ... Vieh war für den Künstler nicht gerade ästhetisch, dennoch musste er zugeben, dass es irgendwie zu der Dame passte. Von einem Augenblick zum nächsten wechselte Arrdes das Thema und kam auf den Wein zu sprechen. Ohne sich irritieren zu lassen, schloss sich Jaqueylé dem Thema an. "Ich habe bereits vom Wein gekostest und muss sagen er ist überaus vorzüglich. Darum verlangt es meinem Gaumen auch nach einem weiteren Gläschen." Dann strich sich Arrdes eine Strähne aus dem Gesicht und der Künstler folgte ihrer Bewegung, als wäre die Zeit stehen geblieben. Es war gut, dass er seine Maske auf hatte, sonst könnte er sie sicherlich nicht in solch einer unverschämten Weise angucken.
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Beitrag von Schattenherz » Fr, 09. Mai 2008 19:23

Éiras Gesichtsausdruck bleibt weiterhin etwas skeptisch, als sie Dona'era hinterher schaut. Und nun? Irgendwie hat sie das Gefühl, hin und her geschoben zu werden. Aber darauf muss sich ein Mädchen von der Straße wohl gefasst machen, wenn sie versucht, sich in solche Gesellschaft zu begeben... wenn nicht noch schlimmeres. Etwas schräg schauend verschränkt sie die Arme. Immerhin hat sie Glück gehabt - dem groben Kerl, der sie unter dem Tisch hervor zerrte, ist sie entwischt. Und er würde es sicher nicht noch einmal wagen, sie so in der Luft zappeln zu lassen. Ha! Triumphierend wirft sie einen Blick hinunter zu Mardir, dann wendet sie sich ihrer neuen "Beschützerin" zu, die inzwischen noch blauer geworden ist...

"Hübscher Name. Ich bin Éira. Aber deine Hautfarbe ist schon etwas seltsam, oder? Wie hast du das gemacht?", kommt sie, vorlaut wie sie ist, gleich auf das Thema zu sprechen, das sie im Moment beschäftigt. Mit zusammen gekniffenen Augen mustert sie die Haut der Frau. Kann man irgendwo verwischte Farbe sehen? Den Übergang zwischen normaler Haut und dem Blau? So frech und unhöflich sie auch wirken mag, Kaerzaa wird wohl erkennen, dass das keineswegs böse gemeint ist, sondern aus reiner Unwissenheit und dem Fehlen von Manieren geschieht. Wer sollte ihr so etwas beigebracht haben? Éira kann mit diesem Wort noch nicht einmal etwas anfangen.

Doch dann erwähnt Kaerzaa das Essen - und prompt ist Éira von allem anderen abgelenkt. Mit einer Hand reibt sie sich den Bauch, dann schaut sie einen Moment verwirrt auf die hingehaltene Hand. Was soll das denn nun? Händchen halten? Na gut… wenn es ihr Freude macht… Éira sollte die blaue Frau bei Laune halten, denkt sie sich. Eigentlich fühlt sie sich viel zu alt für so etwas. Wahrscheinlich fühlt sie sich älter als sie in Wirklichkeit ist… Straßenkinder sind dazu gezwungen, schneller erwachsen zu werden. Trotzdem ergreift sie also die Hand, dann eilt sie auch schon die Treppe hinunter in Richtung des nächsten Tisches. Mehr als deutlich, dass sie Hunger hat.
Geschickt schlängelt sie sich mit Kaerzaa im Schlepptau zwischen den ihr im Weg stehenden Adligen hindurch. Auf die von verärgert bis belustigt reichenden Blicke die ihr folgen achtet sie kein bisschen, denn im Geiste schweben ihr schon Visionen von saftigem Obst, zartem Fleisch, aromatischem Brot und so ziemlich jedem anderen Lebensmittel vor, das sie kennt. Dabei ist sie sicher, dass sie auf den Tischen, die bis jetzt „nur“ mit Appetithäppchen gedeckt sind, so einiges vorzufinden ist, das sie noch nicht einmal benennen kann.

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Asterion Delrynn

Beitrag von Catigern » Mo, 12. Mai 2008 22:47

Oh, Ihr ehrt und rührt mich zutiefst teuerste Arrdes, ohne Nachname, ohne Herkunft und ohne Titel.“ bedankte sich Asterion im galantesten Tonfalle zudem er fähig war und welchen er nur für Menschen aufhob, die er in einem besonderen Lichte sah und die für ihn aus der Masse der Fadheiten und Einerleis herausleuchteten. Die letzten Worte, ihre Worte, betonte er dabei ausnehmend gedehnt und mischte ihnen eine warme Note bei, die sein Interesse an ihr und dem Erkunden ihres verborgenen Wesens durchaus zum Ausdruck brachte, denn die Möglichkeit es ihr über seine Mimik zu vermitteln war ihm schließlich verwehrt. Er ließ seine Danksagung einige ungetrübte Augenblicke im Raume stehen und lauschte manierlich den mündlichen Äußerungen des Kunstliebhabers, der sich überschwänglich über die Güte des Weines ausließ ohne jedoch anscheinend zu wissen nach welcher Karaffe er ursprünglich gegriffen hatte. Künstler und Wein, eigentlich zwei Dinge die oftmals wunderbar miteinander harmonierten, wie viele Geniuse und Bahnbrecher hatten die Meisterwerke ihrer Zeit und ihres Lebens durch das Zusammenspiel von Branntwein und Feingeist geschaffen?
Bei Jaqueylé Ramondes war er sich dessen nicht so sicher, er schien viel Wert auf einen klaren Verstand zu legen und wirkte nicht wie jemand der sich übermäßig gern dem treibenden Zustand der Gedankenwelt hingab, die der Rausch des Feuerwassers, wie die Nomadenvölker den bösen Dämon des Alkohols nannten, verursachte. Ramondes war ein Freigeist, eher ein Künstler des Lebens selbst. Asterion hielt ihn für einen Mann, der die schönen Seiten des Daseins kennen und lieben gelernt hatte und nichts anderes mehr tun wollte, als eben jene Seiten wann immer er es vermochte auszukosten. Und hübsche Frauen gehörten unzweifelhaft zu diesem wundervollen Dingen, die er auszukosten beabsichtigte. Hätte der Adlige hinter die Maskerade des Abends zu blicken vermocht, wäre ihm wohl nicht die Ironie entgangen, die sich hinter seinen Gedanken verbarg.

So führte er aber nur weiter aus, als er ein leichtes Zucken im Antlitz der Dame wahrnahm, denn einer ihrer zierlichen Brauenbögen hob sich fragend in die Höhe weswegen er sich denn wohl so exorbitant bei ihr bedankte. Er lachte kurz auf und achtete darauf das seine Maske nicht zuviel des Halls übertrug auf das es nicht dröhnend und dumpf erklang. „Ihr schaut verunsichert, bitte werte Arrdes ich wollte Euch nicht verwirren und es ist auch nicht auf die Wahl eures kleinen Begleiters zurückzuführen, das ich so… ausufernd werde, doch muss ich Euch einfach gestehen das mich Eure Stimme und Eure bloße Anwesenheit geradezu verzaubert hat. Bei Va'ileska, ich klinge wie ein entbrannter Bub. Mich dünkt, eine Kühlung ist zwingend von Nöten.“ Er strich sich mit der rechten, behandschuhten Hand sein Gewand glatt und blickte sich flüchtig nach den Servierbretttragenden Dienern um. Natürlich war soeben keiner zugegen oder in der Nähe.
„Wartet bitte einen Augenblick, ich werde etwas Ansprechendes für unseren vernachlässigten Geschmackssinn herbeiholen.“ Dies hatte er sowohl an das in Schwarz gekleidete Fräulein wie dem farbenfroheren Ramondes gerichtet um nicht den Zweifel aufkommen zu lassen, er würde den Künstler ausstechen wollen. Hurtig schritt er den weitläufigen Buffettisch ab und seine blauen Augen flitzten über die überreich dekorierte Auswahl an Naschwerk und Konfitüre bis sie an einem Wald aus golden und silbrig schimmernden Gefäßeansammlungen haften blieben. Kundig zog er mehrere der Karaffen hervor und versuchte an den Öffnungen die Süße und Herbe des darin enthaltenden Weines zu erschnuppern. Wieder einmal verhinderte die Maske diese Unternehmung erheblich. Folglich blieb ihn nichts anderes übrig als die Etiketten vor den Behältnissen zu studieren, welche auf die Weinberge und Rebenfelder verwiesen von denen sie gewonnen wurden. Tafelweine gingen schon den gesamten Abend über um, sodass Asterion beschloss auf jene schon einmal zu verzichten. Landweine kamen ebenfalls nicht in Frage, er brauchte etwas charakteristisches… nach geschwinder Auslese entschied er sich für den Avrabêther Gewürzwein und den lieblichen Zhîraled. Kurzum platzierte er beide Karaffen samt drei edlen Gläsern, jawohl Gläser aus geschliffenem Kristall, keine verschnörkelten Pokale, auf ein Silbertablett und kehrte flugs zu den Wartenden zurück.

„Nun, gewitzter Jaqueylé, ich hoffe eurem anspruchsvollen Gaumen wird einer dieser erlesenen Weine gerecht werden.“ kündigte der Baronssohn seine Rückkehr an und bot ihm das Tablett dar, als wäre er nicht ein Mann von höherer Geburt, sondern einer der Knechte jenes Haushalts. Asterion war es nicht im Geringsten unangenehm oder beschämend den Servilerer zu mimen, wusste er doch das er diese Rolle jederzeit wieder ablegen konnte im Gegensatz zu jenen deren Lebensinhalt es war stetig nur zu bedienen. „Mögen wir diese herrlichen Tropfen kosten und uns ihrer Vorzüglichkeit erquicken, mein Bester, denn ein guter Wein schafft gutes Band zwischen zwei Menschen, so verschiedenartig sie auch seien mögen.“ Das Tablett fest in die Ellenbogenbeuge gedrückt und es mit der linken Hand unterhalb fixierend, schenkte Asterion ihnen ein. Ein Glas des köstlichen Zhîraleds reichte er dem Künstler, ein weiteres, gefüllt mit der Rubinröte des Avrabêthers, der geheimnisvollen wie anmutigen Maid. Sich selbst ließ er ihm Moment noch außen vor.
„Auch Euch soll er munden liebreizendste Arrdes, zumindest will ich dies hoffen, es wäre schade wenn ich Euren Geschmack verfehlt hätte. Doch ein Blick in Eure Augen hat mir viel über Euch verraten… darum dieser feurige und zugleich samtene Trunk, selten hat ein Wein solch Widersetzliches derart gekonnt miteinander vereint. Unvergleichlich… in seiner Wirkung.“ Bewusst war seine Stimme wieder in die Nuancen der Gelöstheit verfallen, als würde allein ihr Anblick ausreichen sein Gemüt in Ruhe und Sanftmut zu betten. Einen Herzschlag lang, verlor sich sein Blick gar in ihren intensiven dunklen Augen. Doch dann war er wieder der Herr seiner selbst und sagte: „Nox ist also sein Name! Er steht ihm. Ich fürchte mein Wissens bezüglich dieser Wesensgattung ist etwas beschränkt, aber handelt es sich bei ihm um einen Flughund im eigentlichen, ursprünglichen Sinne oder ist er der Art der Langzungenflughunde zuzuordnen?“ Er ließ seine Augen anstatt seines Mundes für sie lächeln. „Aus reiner Neugier frage ich, schmeckt der Wein?"

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Shandira
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Beitrag von Shandira » Mo, 19. Mai 2008 20:03

Lyëssa grinste ihren Gesprächspartner an. Mit ihm unterhielt sie sich schon geraume Zeit. Inzwischen waren die Gestalten von der Aufruhr vorhin am Buffet vergessen. Bis auf eine: Kaerzaa. Die Magierin hatte ihren kleinen Auftritt bei dem Baronenpaar mit einem Auge beobachtet. Sie hoffte noch immer auf ein Gespräch mit der fremdartigen Lyr. Eine Lyr! Lyëssa verspürte abermals eine innere Aufregung und Neugierde. Diese Gefühle wurden auch nicht gerade schwächer durch die Tatsache, dass sich die Fremde von der Treppe entfernte und nun sozusagen wieder frei für Gespräche war.
Allerdings war das Gespräch, das sie im Moment führte auch nicht uninteressant. Der Mann, mit dem sie sprach, war zwar nicht wirklich ihre Altersklasse - allein der Klang seiner Stimme und die Sachen, die er erzählte und vor allem wie, machte deutlich, dass er schon älter sein musste - aber gerade deswegen hatte er überaus Interessantes zu erzählen. Er hatte sich mit dem Namen Jouhin vorgestellt, Heras Jouhin aus Rômachar. Sie hatte schon so viel von der Hafenstadt gehört und beneidete ihn ein wenig darum, dass er dort lebte. Auch, weil dort die Lyr lebten. Hätte sie gewusst, dass Kaerzaa seine Dienerin war, hätte sie dem inneren Drang nachgegeben und sich wohl überwunden und ihn über diese Wesen ausgefragt. Oder aber gerade deswegen hätte sie sich noch weniger getraut, die Blauhäutigen ins Gespräch zu bringen.
So ging es um allerlei andere Dinge. Vor allem um fremde Städte und Reisen. Über Heras' Tätigkeiten und ihrem Magierstudium hatten sie ebenfalls schon gesprochen, waren vorerst allerdings recht schnell wieder bei den Themen angelangt, die sich mit Reisen und fremde Städte und Länder beschäftigten.
Am Liebsten wäre Lyëssa einfach mit auf das Schiff gesprungen, mit dem Heras und seine Gefolgschaft in den Osten Alvaranias gereist waren. Hätte sie hier keine Verpflichtungen, hätte sie vielleicht wirklich gefragt. Allerdings war ihr nichs wichtiger, als die Magie weiter zu erlernen. Das machte sie auch in gewisser Weise Heras deutlich, als sie voller Stolz und mit einem freundlichen Lächeln seiner Aufforderung nachging, ihre Fähigkeiten zum Besten zu geben. Sie machte doch nichts lieber als das.
Sie ließ sich von einem der herum wuselnden Diener ein Glas voll Wasser geben und sah die Flüssigkeit vor sich beschwörend an. Es dauerte nur ein paar Momente, bevor das Glas leicht beschlug und sich am Rand einzelne Eiskristalle bildeten. Unter der weißen Maske der blau kostümierten Frau, jetzt wurde wohl auch klar, wieso sie gerade diese Farben bevorzugte, breitete sich ein zufriedenes Grinsen aus, als sich die Flüssigkeit langsam in Eis verwandelte. Nicht viele bekamen ihre kleine Vorführung mit, lediglich diejenigen, die im näheren Umkreis standen. Das störte Lyëssa allerdings nicht, war es doch nicht ihre Absicht, im Mittelpunkt des Maskenballs zu stehen.
Tanze, tanze über Tiefen, denn wer tanzen kann der lebt!

Irea
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Beitrag von Irea » Fr, 23. Mai 2008 20:41

Sie waren ihr schon beide verfallen.
Selbst ein Außenstehender hätte bemerkt, wie die beiden Männer ihr an den Lippen hingen und gäbe es dieser verhüllenden Masken nicht, sähe man ihren Gesichtern sicherlich deutlich mehr an als ein verhaltenes Lächeln. Die Masken waren für beide Männer wahrlich ein Vorteil, konnten sie doch so viel gaffen wie sie wollten und keinem würde es auffallen.
Das Thema Wein schien beide Geister mit neuen Elan zu erfüllen und nachdem Asterion ungehalten Komplimente verteilte, verschwand er auch schon um etwas Erquickendes für die Kehlen zu finden. Nur zu gern hätte sie hinter dem Kostüm den Mann gesehen, der auf einmal so viel Elan versprühte. Die grauen Augen sahen ihm nach, wie er sich daran machte sich um den Wein zu kümmern. Sie zweifelte keine Sekunde daran, dass er eine gute Wahl treffen würde.
Währenddessen schenkte sie dem Künstler wieder ihre Aufmerksamkeit, der im Gegensatz zu dem Adligen schon beinahe ruhig wirkte. Ihre Augen fixierten ihn und suchten hinter der Maske Blickkontakt, da sie sich der Anziehung der grauen Augen, welche in verschiedenen Farbnuancen ein wenig von einem Nebel in hereinbrechender Dunkelheit innehatten, durchaus bewusst war. „Wenn dieser Abend der Letzte wäre, auf den Ihr gehen könntet, was würdet Ihr in keinem Fall missen wollen?“
Die Frage war gewagt, das wusste sie. Viele von Natur aus argwöhnische Menschen rochen sogleich einen Hinterhalt oder einen bösen Gedanken und gingen sogleich auf Distanz. Versuchten den Rücken freizuhalten um einen Rückzug möglich zu machen. Ob Jaqueylé es genauso handhaben würde? Andererseits hätte Arrdes diese Frage nicht gestellt, wenn sie davon ausgegangen wäre, dass er fliehen würde. Sicher war sie sich aber nicht.
Kurz darauf kam der Goldene zurück und servierte ihnen wie ein Dienstbote den Wein, welchen sie nur allzu gerne annahm. Widersetzliches also… passend. Wie widersprüchlich Arrdes in Wirklichkeit war, konnte natürlich selbst der Weinkenner nicht sagen, aber immerhin zeugte es doch von gewisser Beobachtungsgeschicklichkeit. Sie roch erst an dem dunkelroten Wein und wünschte sich in diesem Moment nichts sehnlicher, als beinhalte das Glas eine andere Substanz. Sie ließ es einmal kreisen, dann nahm sie einen Schluck. Er war sogar noch besser als der Erste, den sie getrunken hatte.
Soweit sie den Begriff ‚gut’ überhaupt in Bezug auf Traubensaft anwenden konnte.
Über den Glasrand hinweg hatte sie Asterions intensiven Blick wahrgenommen und wandte den ihren nicht ab.

Als das Thema auf ihren Begleiter fiel, schien dieser einen besseren Einfall zu haben als weiterhin auf der Schulter zu hocken und katapultierte sich mit wenigen Flügelschlägen in die Lüfte. Ein ganzes Stück über die Köpfe der Gäste hinweg, flatterte er eine runde durch den Saal und steuerte dann den Büfetttisch an. Beinahe lautlos schnappte er sich im Flug eine weitere Weintraube, für viele Gäste sicherlich kaum deutlich genug, so schnell flitzte der braune Körper durch die Luft. Abgesehen von dem Kind, welches so gar nicht in die gehobene Gesellschaft hier passte, dürfte dem kleinen ‚Diebstahl’ niemanden aufgefallen sein. Der Flughund nahm nun direkten Kurs Richtung Saaleingang und verließ somit die Halle. Wohin, konnte wohl keiner sagen, außer jemand hätte den Drang ihm zu folgen. Eher unwahrscheinlich.

Das Nox davon geflogen war und sich außerhalb ihres Sichtfeldes befand, störte Arrdes nicht sonderlich. Stattdessen kam sie auf Asterions Worte zurück. „So genau weiß ich über die Verwandtschaft meines Freundes nicht Bescheid, kann aber sagen, dass er der Gattung der Eigentlichen Flughunde angehört. Dafür, dass Ihr euch mit den Flederhunden nicht gut auskennt, wie Ihr behauptet, weist Ihr aber ein recht überdurchschnittliches Wissen auf. Von der Kunst zum Tier und nun zum Wein. Der ist übrigens sehr treffend gewählt.“
Nun sah sie doch auf und ließ den Blick suchend über die Menge gleiten. Nox hatte sich irgendwo nieder gelassen, wahrscheinlich um erbeutete Mahlzeit zu verzehren. Genau das Gleiche hatte Arrdes eigentlich auch vor, aber sie war einfach nicht schlauer geworden aus ihrem kleinen Dilemma. Stattdessen nahm sie noch einen Schluck und ihrer Miene war eine gewisse Nachdenklichkeit anzusehen. Es wurde Zeit, dass sie den ersten Versuch startete.
„Entschuldigt mich bitte für einen Augenblick. Aber ich fürchte, Nox ist auf Wanderschaft und ehe sich jemand über ihn aufregt, rufe ich ihn besser zu mir.“
Der Flughund war wirklich eine passende Gelegenheit um sich zurück zu ziehen und die Umgebung etwas näher in Augenschein zu nehmen, natürlich mit dem Vorwand, Nox zu suchen. Der war ihr aber nun herzlich egal, denn er fand immer wieder von selbst zurück, wenn er es denn wollte. Sie stellte ihr Glas zurück auf das Tablett, schenkte dem Adligen einen kurzen aber dafür umso tieferen Blick und suchte sich dann ihren Weg durch die Menge Richtung Ausgang.
Mit etwas Glück, würde ihr einer der Männer folgen.
Mit weniger Glück keiner.
Und mit viel Pech beide.

Keaira
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Beitrag von Keaira » Fr, 13. Jun 2008 17:25

Beeindruckend. Zumindestens mochten dies einige der Gäste meinen, die ebenfalls das Schauspiel der Magierin beobachten konnten. Heras selbst aber, derjenige für den dieses Kunststück wohl aufgeführt wurde, empfand das Gezeigte als nicht soo berauschend, weshalb er es unterließ Beifall zu geben oder durch irgendwelche anderen Gesten Achtung zu zeigen. Er wirkte sehr kühl, was nicht zuletzt auch an der Maske lag, die zum großen Teil ja verhinderte, dass irgendwas erkannt werden konnte. Trotzdem hatte er ein paar nette Worte übrig. Immerhin schien die Magierin ja auch noch eine recht junge zu sein. Ihre gesamte Art sprach, seiner Meinung nach, dafür. Außerdem die Tatsache, dass sie als Magierin des Wassers noch nie in Rômachar war .. und noch so ein paar andere Kleinigkeiten. Anderer Seits, das hatte auch sehr viel Gutes. Wenn sie sich weiterhin so dem Studium unterordnen würde, könnte sie in relativ kurzer Zeit recht hoch aufsteigen. Spätestens dann war es auch für ihn vom Vorteil, sie zu kennen. Besser natürlich, wenn sie befreundet sein würden. Und wenn sie nicht erfolgreich war, so schadete es ja auch nicht - hoffentlich.
"Sehr schön. Nur sagt, liegt dort Eure Spezialität, im Eis? Wenn, so war es eine sehr praktische Wahl." Nun grinste er ziemlich breit, betrachtete zunächst ihr nun sehr gekühltes Glas und anschließend seines. Ja doch, solch eine Fähigkeit wäre, vor allem in den wärmeren Gebieten, sehr Gewinnbringend. Vor allem in Städten wie Kamîrush oder noch weiter süd-westlich. Wer konnte dort schon von sich behaupten, gekühlte Getränke zu verkaufen?
Ja doch, er sollte sich die Magierin auf jeden Fall warm halten. Und noch Ausschau nach ein paar unbegabten Magiern halten. Wer weiß, wie viel Begabung die Kleine hier besass. Wenn es viel war, wäre es zu schade sie als Kühler zu benutzen.

Unterdessen hatte Kaerzaa ihre liebe Not dem kleinen Sausewind hinterher zu kommen. Ihr Kleid war unten ja schon nicht so weit geschnitten, aber immer noch, was das anbelangt, kein Vergleich zu einer Hose wie sie Èira trug. Trotzdem ließ sie die Hand der kleinen nicht los, die ihr ja nichtmal Zeit zum Antworten gelassen hatte. Also fungierte sie etwas als Bremse auf dem Weg zu dem Tisch mit den kleinen Leckereien. Glücklicherweise rempelte sie selbst auf dem Weg dorthin keinen der anwesenden Gäste und auch kein Personal an, weshalb sie über die ihr zugeworfenen Blicke am Ende auch hinwegsehen konnte.
Zumal sie, endlich am Ziel angekommen, wirklich besseres zu tun hatte. Luft holen war da so eine Sache.
Die Lyr ließ am Tisch die Hand des Menschenkindes, für welches sie immer noch die Verantwortung trug, endlich los und holte ein paar Mal tief Luft. Anschließend sah sie wieder die kleine Diebin an, wirkte allerdings nicht verärgert. Im Gegenteil.
"Ich habe gar nichts mit meiner Haut gemacht. Wir Lyr, das ist der Name meines Volkes, haben nunmal eine blaue Haut." Fast so, als wäre sie gerade nicht zum Gesprächsthema einiger Adliger geworden, lächelte sie Èira an. Ihr machte es nichts aus, der Kleinen was von ihrem Volk zu erzählen. Immerhin war sie ein Kind und dazu noch ein, augenscheinlich, ziemlich armes. Sie hatte keine Möglichkeit, sich dieses Wissen anderweitig anzugeignen. Im Gegensatz zu den meisten anderen, die Kaerzaa auf deren Herkunft ansprachen.
"Aber bitte, lauf nicht mehr, solange ich auf dich Acht geben soll, ja? Du kommst doch hier aus der Stadt, oder? Merridia, oder so, mh?"
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Beitrag von Abujin Mu'ayyad al Ubayda » Fr, 13. Jun 2008 19:26

Der Künstler fragte sich ernsthaft, ob Asterion mit jeder Frau auf diese Art und Weise redete. So umschweifend und auch etwas übertrieben, wie Jaqueylé fand. Arrdes war ja nicht einmal adelig, wie es schien. Was also sollte dieser Graf mit so einer Frau anfangen? Heiraten auf jeden Fall nicht.
Zumindest schien er ein wenig aufzulockern, was dem Künstler die Atmosphäre wesentlich angenehmer machte. Trotzdem hörte er nicht auf, der Vampierin Komplimente zu machen. Verwundernder Weise lief Arrdes aber nicht rot an. Was entweder hieß, ihr gefiel es es wirklich was sie hörte, oder aber, was Jaqueylé mehr hoffte, die Worte des Grafen kümmerte sie kein Stück. Nachdem sich Asterion vergebens nach einem Diener umgesehen hatte und sein Kostüm wieder glatt strich, ging er nach kurzer Erklärung seines Vorhabens selbst zur Wein Ausgabe und schien ziemlich lange zu brauchen, für die drei etwas zu finden. Dem Künstler war es nur recht. Soll dieser Adelsmann doch den ganzen Abend und die Nacht damit zu bringen, den besten aller Weine in diesem Haus zu finden. Wenn es nach Jaqueylé ginge könnte dieser Kerl noch im Keller weiter suchen. Hauptsache er konnte etwas Zeit allein und ungestört mit mindestens einer Lady verbringen. Und nun war er allein mit Arrdes. Zu seiner Verwunderung stellte sie ihm eine interessante, aber dennoch seltsame Frage: Was er an diesem Abend nicht missen möchte, wenn dies sein letzter wäre. Er guckte sie durch seine Maske etwas verwundert an. War diese Frage philosophisch gemeint oder zielte sie auf etwas anderes ab? Bei Frauen konnte er sich nie sicher sein, denn viele waren unberechenbar. War Arrdes ein Mensch, welcher sich genauso wie Jaqueylé der hohen Kunst des Denkens hingab? Nichts desto trotz lohnte es sich wirklich sich über diese Frage einige Gedanken zu machen. Er hatte schon etwas über die Philosophie gehört, dass man jeden Tag so leben soll, als wär es der letzte. Und auch er hatte sich schon mehr als einmal Gedanken darüber gemacht, was er tun würde, wäre sein letzter Tag gekommen. Doch solche Gedanken auszusprechen sollte wohl überlegt sein. "Was ich an diesem Abend nicht missen möchte, wollt ihr wissen?", fragte der Künstler rein rhetorisch nach einer kurzen Pause, "Wenn dies mein letzter Tag wäre, würde ich mit euch noch einen Tanz ohne Maske und unter freiem Himmel wagen." Auch wenn es nicht sein letzer Abend wäre, würde Jaqueylé sich trotzdem über einen solchen Tanz freuen.

Dann kam auch wieder der Graf zurück und trug wie ein Buttler zwei Karaffen mit Wein und drei Kristallgläsern auf einem silbernen Tablett. Woher er dass nur so gut konnte, fragte sich der Künstler. Dieses Motiv ließ sich sicherlich gut in ein Kunstwerk verwandeln: Der Kellnernde Fürst. Jaqueylé goss er zu erst ein und schien eine Art neue Freundschaft zu lobpreisen. Er wollte Asterion nicht widersprechen, da dieser doch ein ganz umgänglicher Mann schien. "Da habt Ihr auf jeden Fall recht. Wein ist schon etwas herrliches." Bevor er den ersten Schluck trank, wollte Jaqueylé auf die beiden anderen warten. Arrdes schenkte er aus der anderen Karaffe ein und hielt einen Vortrag über dessen Geschmack und der Art wie dieser angeblich zu ihr passte ohne dabei jede gedenkliche Art von Komplimenten auszusparen. Jaqueylé musste schon zugeben, dass der Graf es mit Komplimenten wirklich drauf hatte, trotzdass er es ein wenig übertrieb. Solangsam wurde es dem Künstler langweilig. ständig Asterions Schmeicheleien an der Dame zu hören. Er könnte zwar mitmachen und ebenso Arrdes Honig um den den Mund schmieren, doch er sagte sich, er hatte es nicht nötig mit solch einen Kerl um die Wette zu buhlen. Lustig wurde es erst wieder als sich Arrdes Flugratte erhob und durch den Saal flog, nachdem der gold Maskierte nach dem Vieh fragte.
Jaqueylé wäre wohl an dessen Stelle auch weggeflogen. Wem interessiert es schon ob sich dieses Ding Flughund nennt und wie lang dessen Zunge ist. Nachdem dieser fliegende Hund mit angeblich langer Zunge hinaus geflogen war, wollte Arrdes ebenfalls nach draußen um ihrem Tier Einhalt zu gebieten. Der Künstler nahm einen kräftigen Schluck vom Wein und sagte zu Asterion: "Der Wein ist wirklich gut. Ihre Weinkenntisse sind hervorragend. Aber nun entschuldigt mich bitte. Etwas frische Luft wird mir gut tun." Dann stellte auch er sein Glas zurück auf das Tablett, welches Asterion immer noch trug verabschiedete sich noch kurz von ihm und machte sich auf den Weg nach draußen. Dort angekommen hielt er Ausschau nach der schönen Frau mit der aufgemalten Maske. Sie konnte er zwar nicht entdecken, aber dafür in einiger Entfernung dieses seltsame Tier in der Luft. Dort müsste sich auch Arrdes aufhalten, so hoffte er. Zudem wünschte er sich, dass dieser Graf ihn nicht verfolgt. Dieser war aber vorerst mit dem Tablett beschäftigt, da er wohl kaum wie ein Diener mit Tablett durch den ganzen Saal gehen konnte.

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[size=75][color=#ffa500]Darkness flees the rising sun
The village lies ahead
It will wake to a new day soon
Soon they'll all be dead[/color][/size]

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Beitrag von Schattenherz » Mo, 16. Jun 2008 14:12

Sie ist kaum zum Stehen gekommen, da greift sie schon nach dem nächsten Nahrungsmittel, das sie findet – der Sahnetorte, in der sie vorhin schon ihren Handabdruck hinterlassen hat. Bis jetzt traute sich niemand mehr, davon zu essen. Doch Éira merkt nicht einmal, was sie sich da in den Mund schiebt. Aufs kauen kann sie im Großen und Ganzen verzichten, und so ist schon ein Stück in Éiras Magen gelandet, bevor die blaue Frau zu Atem gekommen ist.
Mit einem seligen Lächeln schluckt sie den – vorerst - letzten Bissen hinunter. Sie macht keinen Versuch ihre Skepsis, Kaerzaas Antwort angehend, zu verbergen.
„Aha... dann musst du aber von weit her kommen. Blaue Haut hab ich hier noch nie gesehen, und ich sehe viel von der Stadt! Äh... ja, Merridia.“
So hat sie, in einem Tonfall, der ihren Stolz über ihre Ortskenntnis deutlich zeigt, auch die Frage der Lyr beantwortet.
Die Stadt... so nennt das Mädchen ihre Heimat, denn viel mehr als das hat sie noch nicht von der Welt gesehen. Gerüchteweise soll es noch mehr solcher Städte geben – Onvorthad, Aymân, Trimarcia... doch Éira rechnet nicht damit, eine dieser Städte jemals zu sehen. Wahrscheinlich wäre es ohnehin nicht viel anders als hier. Mit dem Unterschied, dass sie hier jede Gasse und jede Straße kennt, und es so bis jetzt schaffte, als Straßenkind und Bettlerin den Wachen, den Banden und den Sklavenfängern zu entgehen.

„Was machst du denn dann hier?“ Wieder geht Éiras Neugier mit ihr durch.
„Gefällt dir Merridia? Wir sind die Hauptstadt! Der König lebt hier! Wobei... kaum jemand sagt was gutes über den, wir bräuchten besser einen anderen.“
Nun ist die Blauhäutige daran, zu antworten – und Éira hat wieder genug Zeit, sich dem Essen zu widmen. Ihr Magen hat ja nun erst mal etwas zu tun und beschwert sich nicht mehr lautstark, also lässt sie sich mehr Zeit bei der Auswahl ihres nächsten Ganges. Gerade will sie nach einer dieser lustigen dunkelblauen Kullern greifen, die dort in einer Schale liegen, da huscht ein Etwas ganz knapp an ihr vorbei und wedelt ihr mit dem Schlag seiner ledrigen Flügel den Hut vom Kopf. Erschrocken zuckt das Mädchen zusammen, doch als sie aufblickt, kann sie das Wesen schon nicht mehr finden. Aber der kurze Eindruck eines kleinen, pelzigen Tieres erinnert sie an etwas. Vorsichtig den Kopf einziehend – vielleicht kommt das Flügeltier ja zurück und zielt diesmal besser! – blickt sie um sich. Wo mag die Ratte nur sein? Als sie sie das letzte Mal gesehen hat, leckte sie Wein vom Boden.
Sich hin und her wendend versucht das Mädchen, einen Blick in jede Ecke zu werfen, bückt sich nach ihrem Hut und wirft mehr oder weniger unauffällig einen Blick unter den Tisch, doch der Raum ist viel zu groß, als dass sie eine Chance hätte, ihre Ratte zu entdecken. Hilflos zuckt sie die Schultern, dann schaut sie hoffnungsvoll zu der blauen Frau hinauf. Wer sonst würde ihr helfen? Die Dame schien wenigstens nett zu sein.
„Du, sag mal... hast du hier eine Ratte gesehen?“

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Beitrag von Unvorhersehbares » Di, 17. Jun 2008 16:23

Mittlerweile hatten sich bis auf ein paar wenige der Eingeladenen in der Villa des Barons eingefunden. Ein guter Zeitpunkt also, wie die Gastgeber fanden, um das Festmahl für eröffnet erklären zu lassen. Zwar hatte sich der Großteil schon mit den kleinen Häppchen auf dem Buffet versorgt, allerdings wäre es eine wahre Schande, wenn es nur bei diesen Kleinigkeiten bleiben würde.
Ein Räuspern bedurfte es nicht mehr; dass die Musiker nach dem Beenden eines fröhlichen Tanzliedes kein weiteres Lied mehr anstimmten reichte, um die Aufmerksamkeit der Gäste auf einen weiteren Mann am Absatz der Treppe zu lenken. Spätestens als er das Wort erhob, verstummten aus Respekt und Höflichkeit die Gespräche. Wer jetzt noch unangemessen laut sprach, besaß keine Manieren. Er war zwar nicht der Baron, das erkannte man sofort, aber seine Stellung schien in diesem Hause dennoch hoch zu sein. Seine Kleidung (er trug keine Maske) war ein eindeutiges Indiz dafür. Für einen einfachen Hausangestellten war er nicht einfach genug gekleidet. Auch wenn sich die Bediensteten heute besonders heraus putzen mussten, hob sich seine Aufmachung noch ein Stückchen mehr von den anderen ab.
"Der hochwohlgeborene Baron lässt das festliche Mahl für eröffnet erklären." Die Stimme klang laut, aber überraschend angenehm, wenn auch etwas verhalten. "Er bittet seine Gäste, seinem Beispiel zu folgen und sich ihm anzuschließen, sich in den Speisesaal zu begeben. Schließlich soll es seinen Gästen an nichts fehlen." Er warf ein höfliches Lächeln in die Menge, verbeugte sich angemessen und machte ein paar Schritte Richtung des Vorraumes, den ein jeder als allererstes betreten hatte, als er in die Villa gekommen war. "Wenn Ihr mir folgen würdet." Diesen Satz richtete er an niemand bestimmten, allerdings dürfte sich jeder von ihm angesprochen fühlen.
Ohne weiter zu warten, ging er voran, hin zu dem Baron und seiner Gattin, die auf das Beenden seiner Worte gewartet hatten. Sie waren es auch, die voraus gingen und die Folgenden durch das Foyer mit der mit rotem Stoff überzogenen Treppe und den etlichen Marmorfiguren und anderen dekorativen Kostbarkeiten führten. Der Weg führte sie direkt auf die andere Seite, an der man schon etwas von der langen Tafel und den möblierten Sitzgelegenheiten herum erahnen konnte. Verschiedene Gerüche mischten sich mit der Luft, die spätestens jetzt den Hunger der Gäste wecken dürften. Im Tanzsaal hatten die Musiker schon wieder mit dem Spielen ihrer Lieder begonnen.

[Alle, die was essen wollen, folgen mir bitte in den Speisesaal ;)]

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Asterion Delrynn

Beitrag von Catigern » Fr, 20. Jun 2008 18:50

Gleichwohl was der neidische Jaqueylé zu der bezaubernden Schönheit mit den glänzenden schwarzen Haaren und den geheimnisvollen grauen Augen auch während seiner Abwesenheit gesagt haben mochte, so entging Asterion Delrynn nicht der durchdringende Blick den Arrdes ihm kurz vor ihrem Weggang zuwarf. Er war eindeutig und kaum misszuverstehen. Seine Entscheidungen waren bisher die richtigen gewesen, er hatte sie auf elegante und formvollendete Weise umgarnt, hatte sein Interesse an ihr bekundet ohne dies je wahrhaftig in den Mund zu nehmen. Sicher, seine eigenen Augen hatten ihre Wirkung auf ihn kaum verhüllen können, doch war der Baron Schauspieler genug, sowohl auf dem Parkett der Politik, auf dem Schlachtfeld oder den Betten ausgewählter Frauen, das er jenen Umstand geschickt zu übertünchen wusste. Sollten seine Augen doch die Sprache seines Begehrens erzählen unterdessen seine Zunge von anderen Dingen sprach. Sein Blick hatte sie ohnehin bereits verschlungen und etwas in seiner Brust raunte ihm zu das dieses reizende Geschöpf ohne Nachname, ohne Herkunft und Titel klug genug war jenes auch erkannt zu haben. Dennoch versetzte es ihm einen kleinen Stich, irgendwo oberhalb der Rippen, als sie sich von ihnen abwandte um ihren davongeflogenen Flughund nachzueilen.

Elendes Tier, ich hätte mir die Fragerei nach ihm doch ersparen sollen, wäre ich ein abergläubischer Mensch würde ich behaupten das Tier habe gespürt das man sich über es unterhält und wollte sich zuzüglich ins Zentrum der Aufmerksamkeit stürzen. Soll es doch die parfümierten Hofschranzen verschrecken, sie kreischen doch ohnedies bei allem…
Eines seiner Beine winkelte sich leicht an um ihr wie auf einen heimlichen Befehl hin zu folgen, aber die einstudierte Distanziertheit seines Wesens und seines Standes machte es ihm möglich sich im allerletzten Augenblick zurückzuhalten. Zweifellos schätze Arrdes nicht länger die Umgebung des Tanzsaales für Konversationen. Asterion sah ihr kühlen Blickes nach, betrachtete den dünnen Stoff von der Farbe der Nacht der sich ebenmäßig um ihre schlanke Taille und die langen Beine schmiegte, den Rücken zum größten Teile unbedeckt ließ sodass man die makellose Porzellanhaut beschauen konnte. Geschmeidig wie eine Elfe glitt sie zwischen die Menge der Adligen und er musste sich beeilen ihr noch zu verkünden: „Aber natürlich meine Liebe, kümmert euch um euren Gefährten ehe noch eine der Damen bei Hofe die zweite Ohmacht dieses Abends überkommt.“

Dann war sie verschwunden. Ihre verheißungsvollen Augen schwebten ihm noch immer vor dem geistigen Antlitz. Aber er hielt sich zurück. Ein anderes dafür nicht. Wie zu erwarten war, schließlich war er ein Hund wie Asterion schon zuvor festgestellt hatte. Sie beide waren es auf gewisse Weise, denn sie beide buhlten um denselben Knochen, wobei dem Baron von Gratenfels niemals in den Sinn kommen würde die entzückende Arrdes zu einem einfachen Gebein zu ächten, aber den Hintergrund zum Verhalten der beiden Männer schilderte es ziemlich treffend. Der Künstler entschuldigte sich knapp darauf ebenso, nachdem er die üblichen Floskel hatte fallenlassen das der kredenzte Wein ihm schmecke. Asterion bedauerte in jenem Moment dem Geck keinen sauren Tropfen eingeschenkt zu haben, der Manierlichkeit hätte er sogar diesen als köstlich beschrieben, nur allein um vor Arrdes einen guten Mann zu stehen.
Der Andiriendarer hatte ihm mit dem milden Wein gewissermaßen die Hand zur Versöhnlichkeit gereicht, der blinde Kunstliebhaber hatte sie hiermit fortgestoßen. Er schlug einem Edlen seine Wünsche aus, machte Scherze über ihn, wetteiferte mit ihm um die gleiche Dame… Asterion lächelte still und ungesehen, als er dem aufgeblasen Kostümierten hinterher schaute. Welch ein Narr. Heute wird es ihm noch gut ergehen, aber sobald der morgige Tag anbricht wird er zu den Göttern flehen sich heute nicht so pompös gegeben zu haben. Ich bin keine Verkörperung dieses schwächelnden Königreiches, in meinen Adern fließt das alte Blut und auch du, Jaqueylé Ramondes, wirst bald wissen was das bedeutet…

Das Lächeln verblasste fast ebenso schnell auf seinen Zügen hinter der Maske wie es aufgetaucht war. Einem Diener des Hauses der ihn soeben passierte, griff er an einem bauschenden Ärmel und drückte ihm die Silberplatte in die Hände auf welcher die Karaffen bedrohlich wackelten. Wortlos schritt er dann ebenfalls von dannen um sich auf die Suche nach Mardir, seinem Leibwächter, zu begeben. Er entdeckte seine wuchtige Gestalt in der Nähe des blauhäutigen Wesens und winkte ihm herrisch zu. Der Halbork nickte und stampfte anschließend in seine Richtung. Ehe er ihn erreichte, erhob sich die Stimme eines höhergestellten Vasallen des Hauses und lud offiziell zu Tische ein.
Exzellent, endlich eine Möglichkeit zu sitzen und genüsslich dem Weine zuzusprechen, ohne lästiges Geschmeiß an den Stiefeln.

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Beitrag von Shandira » Mi, 25. Jun 2008 15:35

Dass sie Heras nicht allzu sehr beeindruckt hatte, wurde einem schnell klar. Umso mehr freute sie sich über die Beifälle der Umstehenden, was mit einem Lächeln und einer kleinen Verbeugung ersichtlich wurde. Allerdings schien sie das Interesse des Herren dennoch geweckt zu haben, was sie wirklich erfreute. Er schien ein Mann voller Erfahrung und zu erzählenden Geschichten zu sein. Durch solche Begegnungen lernte sie das, was einem im Studium größtenteils versagt blieb.

Auch wenn sie dem Eis zugesagt war, störte sie Heras kühle Art ein wenig, war sie doch eher eine Elfe der fröhlicheren Sorte. Dennoch unterhielt sie sich noch ein kleines Weilchen mit ihm.
Bis ein hoch gestellter Diener die Menge auf das Mahl im Nebenraum aufmerksam machte. Lyëssa spitzte die Ohren und entschuldigte sich, nachdem der Diener geendet hatte und schon auf dem Weg in den Speisesaal war, bei Heras, um ihm zu folgen.

Je näher sie der Tür kam, desto stärker drang der Geruch von Essen zu ihr hinüber. Ihr Magen gab ein zustimmendes Grummeln von sich, als sie sich der Reihe nach jedes Essen im Detail vorstellte, auf das sie spontan Hunger bekommen hatte.
Im selben Moment dachte sie darüber nach, lieber doch eine andere Maske gewählt zu haben. So würde es einige Probleme beim Essen geben.
Hungern kannst du schlecht, überlegte sie und sie wollte um nichts in der Welt das Essen verpassen. Denn gerade das war berühmt, und jeder, der den Baron kannte oder von seinen Festen gehört hatte, erwähnte immer das vorzügliche Essen.
Deshalb waren Lyëssas Erwartungen hochgesteckt, aber sie war sich sicher, dass die Köche des Barons sie schon erfüllen würden.

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Beitrag von Unvorhersehbares » Di, 01. Jul 2008 17:27

Vithren Gallo schmunzelte. Es war zu einfach gewesen.
Der gebürtige Tunothlaner wickelte sich wieder geschwind die nützliche Sisalschnur um das rechte Handgelenk und schaute sich mit lauerndem Blick im Lagerraum um. Entdeckte zwischen den ordentlich aneinander gereihten und gestapelten Kisten und Fässern oder hinter den breiten hölzernen Stützstreben keine Spur von weiteren Störenfrieden. Das ungenügsame Licht einer Handvoll Fackeln erleichterte seine Beobachtung zwar nicht gerade, doch sein Blick war erprobt genug um in der Finsternis Dinge ersehen zu können, die manch anderem entgangen wären.
Befriedigt nahm er aber dieses Mal nichts Ungewöhnliches auf das in bei seiner folgenden Arbeit verschroben hätte. Somit beließ er das selbstgefällige Grinsen auf seinen dünnen Lippen und packte den leblosen Körper der vor seinen Füßen lag.
Ohne weitere kostbare Zeit einzubüßen, griff er dem Leichnam unter die Achseln und zog ihn zu einer der Abstellkammern, dunkle Nischen mit Bretterverkleidung wohinter zumeist besonders exquisite Speisen und Getränke für die Lordschaften und ihre Damen aufbewahrt wurden. Das Schloss, das das Kämmerlein vor unbefugtem Zugriff schützte, war rasch geknackt und er schleifte den atemlosen Leib hinein, platzierte ihn neben anderem toten Fleisch.

Sollte sein Gestank – hiermit war der Geruch des Toten gemeint – doch ihr herrliches Magengut verpesten, wohl bekommt’s, dachte sich der Schurke hämisch unterdessen er dem Lakaien sein Livree und die weite Schärpe, die in den Farben des Hauses Monteloar gehalten war, abstreifte und sich selbst anlegte. Als Meister der Verwandlung war er in seiner Heimatstadt berühmt berüchtigt und er wurde seinem Ruf auch anderswo binnen Momenten mehr als gerecht. Nach zehn verstrichenen Herzschlägen war ein neuer Diener eines ehrwürdigen alten Hauses Merridias geboren, der die gute Miene zum bösen Spiel beherrschte und sie diesen Abend noch gedachte einzusetzen. Mit schnellen und sicheren Handgriffen verriegelte Vithren wieder die Tür, beschädigte das Schloss auf derart das es dritten nicht leicht fallen würde diesen Raum noch vor Morgengrauen betreten zu können.

Er wäre ein bedauernswerter Jämmerling würde er die Hinterlassenschaften seiner Arbeit solchermaßen tölpelhaft herumliegen lassen. Man durfte sich nicht auf das Glück verlassen, die Götter waren nie mit einem wie ihm. Einem der sein Leben lang nichts anderes getan hatte als Gurgeln zu zerquetschen und Kehlen aufzuschneiden. Den demütigen Gesichtsausdruck kurz in einem Silbertablett übend um seine Rolle auch für die notwendige Zeit aussichtsreich darstellen zu können, fuhr er sich nebenher einmal über seinen kahlen Schädel. Seine Finger ertasteten keinen Schweiß. Es überraschte ihn nicht, er befand sich zwar in der Höhle eines Drachens, aber es war ein zahmer Drache. Seinen vorhergegangenen Beobachtungen zufolge von außerhalb und nächtlichen Besuchen des Anwesens oder beim Würfelspiel und Bier mit dem einen oder anderen Gardisten der Hauswache in der Taverne hatten ihm offenbart, das sich höchstens zwanzig Bewaffnete bei den Festlichkeiten aufhielten. Viel zu wenig um einen wie ihn einzuschüchtern.

Eines seiner Knie flog auf einmal in die Höhe und eine seiner Hände schnellte herab. In Blitzeseile funkelte es metallisch auf und ein leises Sirren hing in der Luft. Dann hatte Vithren plötzlich einen schmalen Dolch zwischen den Fingern.
Erneut lächelte er finster. Nein, sie würden niemals ausreichen, rein gar nichts verhindern können. Er war bereit. Und er hatte nicht vor den Priesterkönig zu enttäuschen. Entschlossen steckte er die Klinge zurück an ihren verborgenen Platz im Stiefelschaft und strebte die steinerne Treppe an, die ihn nach oben führen würde, dorthin wo adliges, mérindarisches Volk sorglos und Völlern ein Fest der maskierten Narren feierten.

Irea
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Heimat: Die Inseln

Beitrag von Irea » Do, 03. Jul 2008 16:29

Auf leisen Sohlen betrat Arrdes die Empfangshalle und blieb dort eine Weile stehen. Ihr hallten noch Jaqueylés Worte im Kopf nach. "Wenn dies mein letzter Tag wäre, würde ich mit euch noch einen Tanz ohne Maske und unter freiem Himmel wagen." Ein Schmunzeln huschte ihr dabei über die Lippen. Einen Tanz – den konnte er haben. Und Arrdes würde dafür sorgen, dass es das Letzte war, was er noch erleben würde. Ihr Weg führte sie hinaus durch die offen stehenden Flügel und sie erreichte den kunstvoll angelegten Garten.

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