Der Garten

Drachenblut lädt zum Maskenball am 15. März 2008! Jeder ist willkommen und eingeladen, einen Ausflug nach Alvarania zu unternehmen.
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Unvorhersehbares
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Der Garten

Beitrag von Unvorhersehbares » Mo, 16. Jun 2008 15:15

Der Garten, der Baron Gloreon Muratores Anwesen umgibt, kann man getrost als prächtig beschreiben. Obwohl die Villa in der Stadt liegt, ist der Garten recht groß. Durch Mauern und hohe, spitzenbewehrte Zäune ist er von der Außenwelt abgeschirmt. Zu einem großen Teil besteht er aus gepflegtem Rasen und gewundenen, mit Kies bestreuten Wegen. Alte Bäume werfen des Tags wohltuenden Schatten und machen die Dunkelheit des Nachts undurchdringlich. Nahe dem Haus befinden sich Terassen, die vom Licht aus dem Haus warm erleuchtet werden. Gelächter und Musik dringen gedämpft nach daußen, und hier und da stecken Pärchen die Köpfe zusammen, oder unterhalten sich kleine Gruppen bei einem Glas Wein.
Sucht man also Abgeschiedenheit, dann sollte man sich weiter vom Haus entfernen. Auch dort durchbrechen immer wieder zwei oder drei Stufen den Weg, Bänke laden zum Verweilen ein, erste Blumen verschönern die Kunstvoll angelegten Zierbeete... und versteckte, von Wein umrankte Pavillons, von kunstvollen Statuen bewacht, boten schon so manchem Paar die Unauffindbarkeit, die sie herbeiwünschten.
Wer lange genug durch den Garten spaziert, wird merken, dass jeder Weg schließlich zum gleichen Ort führt: ein kunstvoller Brunnen bildet das Zentrum des Gartens. An manchen Tagen sprüht das Wasser wohl hoch hinauf in die Luft, doch am heutigen Abend sind die Pumpen still gelegt. Kleine Wellen plätschern nur leicht gegen die steinerne Einfassung.

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Beitrag von Irea » Do, 03. Jul 2008 16:29

[Komme von -> Der Tanzsaal]

Die frische Luft fegte ihr all die Gerüche aus ihrer Nase und vertrieb den letzten Anschein eines sachten Nebels, hervorgerufen von dem blutroten Wein. Arrdes betrat einen Kiesweg, der sie mittig zum Garten bringen würde, dort, wo das dauerhafte Geplätscher eines Brunnens zu hören war. Aber nicht lange verweilte sie auf diesem Weg, bei der nächsten Kreuzung blieb sie stehen und warf einen Blick gen Himmel. Sie sah Nox herumflattern, wie es aussah genoss er die abendliche Frische genauso wie Arrdes. Frisch war es wirklich, aber derlei Nichtigkeiten interessierten sie nicht. Die grauen Augen wanderten über das ganze Grünzeug und das war es auch, was sie sah; Grün, vereinzelte durchbrochen von blühenden Pflanzen. Sie hätte noch nicht einmal eines dieser Blumen oder Sträucher mit Namen benennen können. Dinge, mit denen sie nichts zu tun hatten, interessierten sie auch nicht und das hieß, dass sie keinerlei Zeit und Kraft dafür aufbrachte. In Wahrheit gab es wirklich nur wenige Dinge, für die sie sich ernsthaft interessierte oder zumindest Interesse zeigte.
Ansonsten war da nur Gier und Leere.
Und gerade war es Ersteres, was sich zunehmend in ihr ausbreitete und sich einnahm.
Das Knirschen von Steinen drang an ihr Gehör und augenblicklich trat ein verlangendes Flackern in ihre Augen, was allerdings verschwunden war, als sie sich langsam umdrehte und den Künstler erkannte, der sich ihr näherte. Nun, ganz verschwunden war es nicht. Wer genau hinsah würde das Verlangen immer noch darin erkennen können. Aber war machte sich schon die Mühe so tief in ihren Augen zu forschen? Wer wagte es?
„Ah, ich hatte gehofft, dass ihr diesen Weg finden würdet.“ Sie versuchte den gierigen Hauch in ihrer Stimme zu unterdrücken, aber wie auch bei ihrem Blick; es gelang ihr nicht vollständig. Es würde wie ein Lockruf klingen, dass wusste sie.
Sollte es doch.

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Jaqueylé Ramondes

Beitrag von Abujin Mu'ayyad al Ubayda » Fr, 11. Jul 2008 21:46

[Komme von Maskenball - der Tanzsaal ]

Der Spur von Nox folgend hatte Jaqueylé endlich die wunderschöne Dame, nach der eine Weile in dem Garten dieses großen Anwesens gesucht hatte, gefunden. Da stand sie unter einem sternen klaren Himmel und schaute zu dem Künstler, als ob sie schon lange nur auf ihn gewartet hatte. Das Ambiente war perfekt für einen überaus romantischen Abend zu zweit. Die Blumen standen in voller Blüte und wurden vom Mondschein ausgeleuchtet und überall schwirrten Glühwürmschen herum. Der Anblick war einfach malerisch.
Langsam ging Jaqueylé auf Arrdes zu. "Und ich hatte gehofft euch hier zu finden, oh schönste Arrdes." Er überlegte sich, ob er nicht seine Maske lieber abnehmen sollte, entschied sich aber dagegen, da das Geheimnisvolle auf viele Frauen anziehend wirkte. So hoffte er, dass es bei Arrdes auch der Fall sein würde. "Lasst uns ein weing durch den Park spazieren gehen. Ich würde mit Euch gerne die schönsten Winkel dieses Anwesens erkunden." Sein eigentliches Ziel war, mit ihr zu einem etwas entlegeneren Plätzchen zu gehen um ein wenig ungestörter zu sein. Jaqueylé hatte nämlich die Befürchtung, dass dieser Asterion hinter ihm her sein könnte nur um wieder zu stören. Diese Adligen glaubten wohl wirklich, sie könnten sich alles nehmen und erlauben, nur weil ihr Blut blauer war als das der Anderen. Doch Arrdes schien ihm anders... irgendwie bescheidener. Als ob es für sie nur eine Sache auf der Welt gäbe, die sie wirklich haben wollte und nicht wie diese Barone und Grafen, die am liebsten die ganze Welt besitzen wollen. Doch was war es, das Arrdes will? Jaqueylé hatte irgendwie das Gefühl, dass er dies noch am selben Abend herausbekommen würde.

"Also, schöne Dame, würdet ihr mit mir den Park erkunden?" Er bot ihr seinen Arm zum Einhacken an und ging mit ihr nun weiter weg von Palast, von wo die Stimmen der anderen Gäste zu hören waren. Als sie sich weiter vom Palast durch den Garten entfernten, war ein leisen und beruhigendes Plätschern zu hören. Ein Brunnen; da wollte Jaqueylé hin. "Eigentlich weis ich noch nicht viel von Euch, außer, dass Ihr Arrdes ohne Namen und ohne Herkunft seid. Erzählt mir bitte etwas von Euch. Das würde mich wirklich interessieren." Seine Bitte war offen und ehrlich, was auch von seiner Stimme hörbar war. Für den Künstler könnte der Abend nicht besser laufen.
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Irea
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Beitrag von Irea » Mi, 16. Jul 2008 22:15

Sie brauchte wahrlich nicht mehr viel zu leisten, denn das Meiste tat der Künstler schon. Er schlug vor durch den Garten zu spazieren und mit einem Nicken willigte Arrdes nur zu gerne ein. Sie legte ihren Arm in die dargebotene Beuge und rückte ihm so nahe, dass sie seine -trotz des Kostüms- ausstrahlende Körperwärme spüren konnte. Ihr Kleid zeigte viel Haut und nun in der kühlen Abendluft wurde es auch spürbar, auch wenn in ihrem Inneren die Flammen der Gier entfacht wurden, allein schon seiner Nähe wegen.
Schweigend lief sie neben dem Mann her und genoss für jenen Moment seine Anwesenheit, was sehr selten bei Menschen vorkam. Überhaupt, bei allen Lebewesen. Sie führte ein Leben als Einzelgängerin, immer wieder auf Jagd und auch nur dann gezwungen, mit jemanden Nähe zu teilen. Wäre sie nicht an diesen Umstand gebunden, hätte sie sich komplett aus der Gesellschaft zurückgezogen und ein Eremitendasein geführt. Aber man konnte ja nicht alles haben und manchmal, sehr selten zwar, aber manchmal genoss sie es auch das Leben um sich zu spüren. So wie jetzt, in Form einen schlagenden Herzens voller Erwartungen, die Arrdes ihm doch nicht erfüllen würde. Konnte.
Die Schönheiten um sie herum nahm sie nicht wahr, sie interessierten sie nicht. Es gefiel ihr nur, dass sie sich vom Palast entfernten und bald schon die letzten Stimmen im Hintergrund verklangen. Als ein Brunnen in ihr Blickfeld trat, erklang Jaqueylés Stimme erneut. Arrdes blieb stehen und sah zu ihm auf. Schlagartig war alles wieder da; Die zehrende Gier im Inneren und die Unruhe, die danach drängte zu handeln. Aber noch konnte sie sich zügeln.
„Mh… was wollt Ihr denn genau wissen? Ihr müsst wissen, ich rede nicht gerne über mich und meine Begleitumstände. Der Abend ist so schön, da beschwöre ich ungern die Geister die Vergangenheit herauf.“
Wie sie das sagte, klang es ausweichend und vielleicht sogar etwas verletzlich, so versuchte sie zumindest den Eindruck zu erwecken, damit er aufhören würde sie auszufragen. Die Wahrheit hätte er sowieso nicht eher geglaubt, bis ihre Zähne ihren Weg in seinen Hals gefunden hätten. Dann huschte wieder das altbekannte unergründliche Lächeln über ihre Lippen und sie meinte: „Vielleicht fühlt Ihr euch in eurem Kostüm sehr gut getarnt, aber ehrlich gesagt, würde ich gerne einen Blick in Euer Antlitz werfen. Oder liegt Euch viel daran unerkannt zu bleiben?“ Ein neckisches Funkeln trat in ihre Augen, was zumindest die darin ebenso erkennbare Gier überdeckte.
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Abujin Mu'ayyad al Ubayda
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Jaqueylé Ramondes

Beitrag von Abujin Mu'ayyad al Ubayda » So, 20. Jul 2008 21:00

Endlich waren sie am Brunnen angekommen und nur Arrdes Schönheit übertraf die der steinernden Figuren auf den Sockeln um diesen herum. Nur einige wenige Sprudel plätscherten noch, sodass der Ort von einer angenehmen Ruhe erfüllt war, ohne wirklich still zu sein. In der Mitte des Brunnen war ein großer und verzierter kelchförmiger Aufbau aus Stein, welcher als Plattform für eine Fontäne diente. Wäre Arrdes nicht in seiner Nähe gewesen, hätte Jaqueylé dieses Kunstwerk garantiert länger bewundert, doch seine Aufmerksamkeit galt nun einzig und allein der Schönheit vor ihm. Der Künstler war viel zu verblendet und sie zu geschickt um zu merken, welch kalte Person in Arrdes steckte.

Wenn sie nicht über sich reden wollte, war Jaqueylé der Letzte, der sie zwingen würde dies zu tun. Obwohl es ihm doch etwas interessierte. Er fand komplizierte Frauen fasziernierend, zumindest nur solange es für ihn selbst nicht zu kompliziert wurde. So war er eben. Doch dass Arrdes verlangte sein Gesicht zu sehen, war nur gerecht. Schießlich konnte er ja auch ihres bewundern. "Euren Wunsch geh ich nur allzu gerne nach, Teuerste. Mich zu tarnen war nie meine Art gewesen. Vielmehr wollt' ich mit dem Kostüm ein wenig Aufmerksamkeit erregen und den Leuten Freude bereiten. Da ich ja nun Eure Aufmerksamkeit erweckt habe, benötige ich diese Maske nun nicht mehr."
Jaqueylé hatte eigentlich gehofft, diese Maske, die dummerweise mit dem Rest der Kopfbedeckung vernäht war, wärend des Abends nicht vollkommen abnehmen zu müssen. Diese ein wenig hochzunehmen, um etwas zu essen oder trinken ging noch, aber sie ganz abzusetzten... Es war schon ein Kampf gewesen Diese aufzusetzten. Los Jaqueylé, stell dich nicht zu ungeschickt an! Du willst die Dame doch beeindrucken! Dann packte er die Maske von hinten am Genick und zog sie kräftig nach vorn über den Kopf. Anfangs rührte sie sich gar nicht, doch dann zog er sie langsam über den gesamten Kopf. Dabei wurde seine Frisur stark durcheinander gebracht, dass sie aussah wie ein Bündel Weizenkorn. Ein stahlenden Lachen blickte auf Arrdes. Sein gutaussehendes Gesicht sah etwas jünger aus als die 29 Jahre, die er eigentlich alt war. Jaqueylé hatte freundliche blaue Augen und braunes Haar, welches nun leider durch die Maske verzaust war. Er strich sich kurz über die Haare, mit der Hoffnung, wieder etwas richten zu können, doch ohne viel Erfolg. "Darf ich mich vorstellen: das bin ich!", sagte er in seiner stetigen Heiterkeit.

Nun konnte auf der Künstler die frische Luft genießen. Unter dem Kostüm war es ziemlich stickig. Er zog noch seine Handschuhe aus um etwas mehr von der Kühle abzubekommen. Am liebsten hätte er noch seinen Stehkragen runter gezogen, doch dieser war zu steif und zu fest um den Hals herum. Er zeigte mit der rechten Hand in Richtung Brunnen. "Lasst uns an den Brunnen setzen und das kühle Wasser ein wenig genießen." Dabei meinte er nicht, dass er es trinken will, sondern nur die Hand hinein halten.
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Beitrag von Irea » Di, 29. Jul 2008 14:55

Ein Schmunzeln wanderte über ihre Lippen. Wahrlich, Aufmerksamkeit hatte er mit seinem Kostüm erregt und auch wenn sie im Augenblick nicht mehr so genau sagen konnte, wieso sie sich gerade ihm angenähert hatte, nahm sie doch sein Kostüm als Vorwand ein Gespräch anzuzetteln.
Und es hatte geklappt.
Amüsiert beobachtete sie, wie der Künstler darum kämpfte aus seiner eigenen Verleidung herauszukommen. Erst tat sich nichts, dann schaffte er es doch die Maske mitsamt der restlichen Kopfbedeckung abzunehmen und endlich konnte Arrdes dem Mann ins Gesicht sehen, der ihrem Bann verfallen war. Sie hatte mit ihrer Vermutung Recht gehabt, alt war er wirklich nicht. Sein strahlendes Lächeln glitt bis in die blauen Augen und machte ihn wahrscheinlich jünger als er war. Ein Bündel voll Lebensenergie.
Sie hatte wirklich einen guten Fang gemacht.
Mit dem gleichen Grinsen musterte sie sein zerzaustes Haar. „Es ist bemerkenswert, dass Ihr es schaffen konntet so lange unter diesem ganzen Stoff zu bleiben und dabei noch so gut ausseht.“ Wie sie dies sagte, blieb offen, ob es sich um eine ironische Andeutung oder um ein ehrlich gemeintes Kompliment handelte. „Willkommen in der Welt der frischen Nachtluft und verlockenden Reize.“ Ihre grauen Augen funkelten teils amüsiert, teils begierig und glitten kurz über seine Gesichtszüge bis zu dem Hals, der größtenteils noch vom steifen Stehkragen verdeckt war.
Ärgerlich.
Auf seinen Vorschlag hin ging sie an ihm vorbei und strich dabei wie zufällig über die nun freie Hand seinerseits. Am Brunnen warf sie einen flüchtigen Blick auf dessen Wasseroberfläche, die dank des Plätscherns ständig in Bewegung war, aber das war auch gut so. So erkannte sie ihr Spiegelbild nur vage und verzerrt, denn nichts hasste sie mehr als sich selbst ansehen zu müssen. Erstaunlich bei jemanden, der sich nun wirklich nicht für sein Äußeres schämen musste, aber gerade daran lag ja auch der pure Hohn: Äußere Schönheit verdeckte die innere Hässlichkeit und Grausamkeit. Wieso sagte man bösen Hexen immer nach, sie seien alt und hässlich? Gerade jene Menschen, die nicht mit Schönheit beschenkt waren, besaßen ein gutes Herz oder aber ein Verbittertes, meistens jedenfalls. Wie dem auch sei, Äußerlichkeiten waren nur dazu da um vom wahren Kern abzulenken, so oder so. Als sie vom Wasser wieder aufsah war das amüsierte Funkeln und das Grinsen um den Lippen verschwunden und hinterließ eine Miene, die erahnen ließ, wie wenig Emotionen in dem schon längst erkalteten Herz schlummerten. Ein Fehler, ein Ausrutscher, sicherlich nicht beabsichtigt und schon im nächsten Augenblick mit schnellen Worten begleitet hinfort gewischt. „Ihr sagtet, wäre es Euer letzter Tag, würdet Ihr einen Tanz ohne Maske mit mir wagen. Nun, die Maske ist verschwunden… die Musik leider auch.“ Leise drangen noch verschieden hohe Töne zu ihnen hinüber, verzerrt und nicht mehr als ein Hauch, aber würde es reichen um sich dennoch einem stillen Takt hinzugeben?
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Abujin Mu'ayyad al Ubayda
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Jaqueylé Ramondes

Beitrag von Abujin Mu'ayyad al Ubayda » Do, 31. Jul 2008 20:31

Es war schön, von der Maske befreit zu sein. Arrdes' Aussage, dass er trotz Maske immernoch so gut aussah, nahm er dankend als Kompliment entgegen. Auch wenn es nur ironisch gemein war, Jaqueylé war ein viel zu fröhlicher und positiv denkender Mensch, als dass er hinter allem etwas Böses vermuten würde. Bei diesem aufdrindlichen Grafen war dies sicherlich der Fall. Zumindest konnte sich der Künstler das gut vorstellen. Alle Adligen, die er kannte ware so. Hinter allem und jedem witterten sie Verat und Betrug, dass jerder sie um ihres Recihtums erleichtern wolle. Das war nichts für Jaqueylé. Er freute sich innerlich, an einem solch schönen Abend mit einer solch bezaubernden Frau zusammen sein.

Als Arrdes an seine Hand kam und diese berührte, durchfuhr ihm ein erregender Schauer. Diese Hand würde er sich nie wieder waschen, schwor er sich. Zumindest solange nicht mehr, bis er wieder erneut auf Frauenschau ging. Also im Grunde in den nächsten zwei, drei Tagen. Frauen waren für ihn das herrlichste auf der Welt.
Er ließ sich neben Arrdes am Brunnenrand nieder und durchpflügte mit seiner Hand kurz die Wasseroberfläche. Natürlich die Hand, die sie nicht berührt hatte. Diese Kühle war überaus angenehm. Währenddessen beobachtete er Arrdes. Sie schien kurz in sich versunken zu sein. Von ihrem Gesicht war jede Emotion verschunden. Hinter ihr verbarg sich wohl mehr, als nur eine Frau ohne Herkunft und ohne Titel. Doch was wäre diese Welt ohne Geheimnisse. Jeder hatte mindestens eines und Arrdes bat ihn, sie nicht mehr auszufragen. Also ignorierte er es einfach, zumal sie sich schnell wieder gefasst hatte. Zu seiner Freude sprach sie wieder den Tanz an. Ja, die Musik war wirklich nur noch schwer zu hören. Im Grunde kam nur noch der dunkle Takt recht unverzerrt bei ihnen an. Doch das war für einen solch kreativen Künstler wie Jaqeulé natürlich kein Problem. Er richtete sich auf und reichte der Schönheit seine Hand. "Wenn wir keine Musik hier haben, müssen wir uns diese nunmal selbst machen." Dabei schaute er sie tief in ihre geheimnisvollen Augen und führte sie eleganten Schrittes einige Meter vom Brunnen weg. Dann fing er an zu singen. Jaqueylé war eben nicht nur Maler und Bildhauer, sondern auch Dichter, Sänger und Lautenspieler. Jede Form von Kunst faszinierte ihn. Das Lied, welches er sang, war aber nicht aus seiner Feder entsprungen, sondern ein altes Volkslied:

Unser lieben Fraue vom kalten Bronnen,
bescher' uns armen Landsknecht eine warme Sonnen.
Daß wir nicht erfrieren, ziehen wir in Wirtes Haus
mit vollen Säckel, einem leeren wieder aus.
Und die Drummen, die Drummen,
larman, larman, larman,
Heiriderideran, ride Landsknecht voran.

Der Trommler schlägt Parade,
die seid'nen Fahnen weh'n,
jetzt heißt's auf Glück und Gnade ins Feld marschieren geh'n.
Das Korn reift auf den Feldern, es schnappt der Hecht im Strom,
heiß weht der Wind von Geldern, herauf weht er nun schon.
Und die Drummen, die Drummen,
larman, larman, larman, Heiriderideran,
ride Landsknecht voran.
© Mittelalter-Server


Er richtete seinen Gesang nach dem noch zu hörenden Takt aus und führte Arrdes elegant durch den Tanz. Er war ihr für diesen Abend völlig verfallen. Das war seine größte Schwäche.
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Beitrag von Irea » Fr, 22. Aug 2008 10:05

Der Griff nach ihrer Hand, der sie weg vom Brunnen führte, überraschte sie einen Augenblick sogar. Diese Art von Spontaneität hatte sie nicht erwartet, solch kreative Idee noch nicht einmal erwogen. Genauso wie es ihr am Blick für das Schöne mangelte, fehlte es ihr auch an Kreativität. Alles Eigenarten, die sie im Laufe der Zeit abgelegt hatte, da sie ihr als unnütz vorkamen.
Umso interessanter, dass ihr Begleiter davon mehr als genug besaß.
Gierig nahm sie die Wärme auf, die seine Hand ausstrahlte, und konnte dadurch erhaschen, welch Energien darin flossen. Mit diesen Händen hatte er sicherlich schon viel geschaffen. Bilder, Figuren, Gedichte, Lieder.
Jetzt hielten sie den Tod umklammert.
Seine Stimme klang angenehm und brach sich nicht durch die natürliche Stille des Parks, sondern fügte sich eher hinein und harmonierte mit ihr, zumal aus dem Ballsaal noch schwach der Takt der Musik zu hören war.
Seine Schritte waren gut geführt, Arrdes brauchte kaum mehr zu tun als ihnen zu folgen, und selbst das erforderte so wenig Konzentration, dass alles von allein geschah. Sein Gesang drang in jede Faser ihres Körpers und lockte ihn aus seinen Reserven, rüttelte ihn aus dem Schlaf und erinnerte ihn daran, dass er mehr brauchte als frische Nachtluft und die Wärme auf den Händen.
Ihr Körper wollte die Wärme, das Leben, in sich, nicht nur äußerlich.
Bei den wiegenden Schritten sah sie zu ihm auf ins Gesicht und erkannte an seinem Blick, dass er vollkommen eingenommen war. Als sein Lied endete und der letzte Ton über die Pflanzen und den plätschernden Brunnen hinweg in die Nacht hinfort getragen wurde, bewegten sie sich noch eine Weile weiter, als dränge die Melodie noch weiter durch die Muskeln und beflügele sie.
Dann wanderte ihre Hand, die zuvor des Tanzes gemäß auf seiner Schulter gelegen hatte, während die Andere in seiner lag, über seine Halsbeuge bis zum Haaransatz hinauf und ließ die Fingerkuppen über seinen Nacken wandern, immer abwechselnd mal Haut, mal Nagel spürbar.
„Ihr seht so aus, als müsse man Euch erst aus einem Traum erwecken um sich Eurer Aufmerksamkeit sicher zu sein, singender Künstler.“
Ein kurzer Blick zu seinem Hals, welcher zum größten Teil immer noch vom Stehkragen verdeckt wurde. Ob sie ihn selbst einfach umschlagen konnte? Wenn er es selbst nicht täte, würde sie es wohl tun müssen, zuvor kraulte sie aber weiter sein Genick, genau aus jenem Grund, denn wegen des steifen Stoffes blieb ihr einiger Handlungsfreiraum verwehrt, was sicherlich weder in seinem, noch in ihrem Wunsch war.
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Beitrag von Abujin Mu'ayyad al Ubayda » Mi, 27. Aug 2008 13:10

Der Künstler war tief in sich versunken, wie in einem schönen Traum. Das passierte ihn schon viele Male aus unterschiedlichen Gründen. In solchen Situationen hat Jaqueylé auch immer die besten Ideen. Doch er wurde von Arrdes aus seiner Trance geholt, was ihn nicht sonderlich störte, zumal er sich bei ihr weiterhin wie in einem Traum fühlte. Es war ihm dennoch peinlich, ihr nicht die Aufmerksamkeit gegeben zu haben, welche sie verlangte. Er weitete mit seiner Hand einwenig den Kragen, weil es ihm nun zu warm wurde.
"Es tut mir Leid, teuerste Arrdes. Ich habe Euch natürlich nicht vergessen. Mit Euch zusammen zu sein kann nur ein Traum sein und ihr seid die einzige Person, die mich nicht daraus aufwecken kann." Nun wurde es ihm erst recht zu warm, obwohl er sich bei Frauen eigentlich immer wohl fühlt. Doch diese hier war anders, viel faszienierender.
Der Künstler öffnete nun sein Kostüm ein wenig um mehr Luft zu bekommen und krempelte den Kragen um. Dieser Abend war für ihn einfach wunderbar, nachdem dieser Graf ihn nicht mehr auf die Nerven ging.
"Mich Euch zusammen zu sein ist für mich das höchste Glück auf dieser Welt." Diesen Satz hat er schon zu unzähligen Frauen gesagt und oft Erfolg gehabt. Den gleichen Erfolg erhoffte nun wieder.
"Ich würde Euch noch soviel zeigen wollen. Wenn Ihr Interesse habt würde ich Euch gerne meine bescheidene Gallerie zeigen."
Worin ihr eigentliches Interesse lag, konnte er ja nicht einmal erahnen. Ihre sampften Berührungen genoss er einfach.
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Beitrag von Irea » Sa, 06. Sep 2008 12:45

Ein Schmunzeln huschte bei seiner Bemerkung bezüglich des Traumes über ihre Lippen, aber auch, weil sie seinen Herzschlag ganz deutlich hörte, der etwas schneller geworden war und mit jedem weiteren Schlag mehr Blut durch die Adern pumpte.
Der Fluss des Lebens war zu einem reißenden Strom geworden.
Mit Genugtuung beobachtete sie, wie er seinen Kragen weiter öffnete, sodass ihr nun die warme, weiche Haut offen dalag. Sie konnte einen gierigen Blick kaum verhindern und musste sich zwingen ihm wieder ins Gesicht zu sehen.
Bei seinen nächsten Worten musste sie leise Lachen.
„Ihr Charmeur! Ihr leidet ganz eindeutig unter dem Drang zur Übertriebenheit!“
Während die eine Hand auf seiner Halsbeuge ruhte, wanderte die Andere nun langsam über seine Brust hoch bis zu seinem Gesicht, wo sie das Profil seines Kinnes und der Wange entlang glitten. Im Gegensatz zu seiner ausstrahlenden Wärme fühlten sich ihre Finger wohltuend kühl an. Sie suchte seinen Blick und spürte gleichzeitig, wie ihre Eckzähen wuchsen und danach gierten, sich ins junge Fleisch bohren zu dürfen.
Aber Arrdes zögerte den Moment der Erfüllung soweit wie möglich hinaus.
Eine Fähigkeit, die nur die erfahrenen Vampire beherrschten um an dem Genuss länger teilhaben zu können, denn er war schon kurz genug.
Sie beugte sich etwas vor, sodass sie seinem Gesicht näher kam.
„Zeigen könnt Ihr mir Eure Galerie später… jetzt müsst Ihr mir erst einmal zeigen, wie gut ein Künstler zu küssen vermag.“
Beim Sprechen waren ihre Zähne kaum auszumachen, und wenn, dann lenkte ihr brennender Blick genügend ab um nicht darauf zu achten. Abwartend und ein wenig herausfordernd, reckte sie das Kinn.
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Jaqueylé Ramondes

Beitrag von Abujin Mu'ayyad al Ubayda » So, 12. Okt 2008 21:03

Wie es schien, hatte Jaqueylé es wieder geschafft trotz diverser Widrichkeiten, den Abend erfolgreich bei einer frau zu beenden. Gefesselt von ihren Augen und ihrer Schönheit, hoffte er, dass es diesmal nicht schon wieder bei einem kurzen romantischen Abenteuer blieb.
"Wir Künstler leben von der Übertreibung, doch bei Euch, Gnädigste, war kein einziges Wort zu hoch gegriffen."
Während Arrdes ihre Finger über seine Brust zum Geischt führte, welche angenehm kühl waren für den überhitzten Jaqueylé, umarmte er sie langsam. Er legte seine Hände auf ihre Taille und führte diese über den Rücken. Die rechte Hand landete auf der Schulter während er mit der anderen am Rücken die Vampierin näher an sich heran zog.
Die Bitte nach einem Kuss bestätigte nur weiterhin seinen immer währenden Erfolg bei der Frauenwelt. Er antwortete darauf nichts, sondern führte seinen Mund zu dem ihrigen. Arrdes hatte ihn so verzaubert, dass der Künstler nicht sah, wie ihre Zähne wuchsen und nur so danach gierten, ihm das Blut auszusaugen. Jaqueylé hatte sein Leben schon mit so viel Frauen verbracht und mit ihnen geschlafen, dass auch am eine Vampierin dabei sein musste.

Nun war sein Ende gekommen.
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Beitrag von Irea » Di, 04. Nov 2008 18:49

Seine Lippen schmeckten nicht ganz so, wie sie es sich vorgestellt hatte.
Nein, eindeutig abenteuerlicher!
Ihnen haftete ein undefinierbarere Hauch an, eine Brise, die vielleicht Zeichen solch eines lebhaften und von Wunschträumen erfüllten Geistes war. Aber was dachte sie da? Er war ihr Abendmahl, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Jetzt brandete die Gier so stark in ihr auf, dass sie sich kaum zu kontrollieren vermochte.
Gerne ließ sie sich von ihm an seinen Körper ziehen und wehrte sich nicht. Gehorsam gab ihr Körper bei seinem Händedruck nach und genoss die ausstrahlende Wärme.
Kurz lösten sich ihre Lippen von den Seinen, aber nur, um ihm noch einmal ins Gesicht zu sehen.
Das würde sie das letzte Mal nun tun und kurz verkrampfte sich ihre Brust bei dem Gedanken, aber das hielt sie nicht von ihrem Vorhaben habt.
Sie konnte nicht anders, sie war zu diesem Schicksal verdammt!
“Wisst Ihr, edler Künstler, ich hoffe, ihr habt Euer Leben in vollen Zügen genossen…”
Auf einmal schwang bei den gesagten Worten ein kalter, beinahe schon feinseliger Ton mit. Er beinhaltete kaum noch etwas von den verheißungsvollen, unausgesprochenen Lockungen, die zuvor aus ihrem Blick und ihrem Munde kamen.
Dann ging alles ganz schnell, denn ehe der Künstler sich noch wundern konnte woher Arrdes ‘fremdartiges’ Wesen kam, zog sie seinen Nacken schon ruckartig und ungeahnt kraftvoll zu sich hinunter, sodass sie mühelos an ihn gelangen konnte.
“Spüre den Hauch des Todes, mein Lieber,” flüsterte sie ihm mit kaltem Atem noch ins Ohr, ehe sich schnell, aber schmerzhaft spitze Zähne in sein Fleisch senkten.
Sich jetzt von ihr zu lösen war so gut wie unmöglich, da ihr Griff so eisern geworden war, dass man befürchtete die Knochen würden bei jedem Fluchtversuch bersten.
Sein roter Lebenssaft verließ in gefährlicher Geschwindigkeit seinen Körper, zumal es die Schlagader war, welche sie geöffnet hatte.
Eine Rettung wäre selbst dann vergeblich gewesen, wenn er sich trotz ihrer Kräfte irgendwie hätte befreien können.
Er war dem Tode geweiht.

Dem Einen Leid, des Anderen Freud. Das Leben war immer ein Geben und Nehmen, ein Kampf ums Leben und Überleben. Dieses Mal hatte der Jäger gewonnen, während im Palast die Musik weiterhin zu ihnen hinüber drang und von dem Leben erzählte, welches von diesem Tode hier im Garten niemals etwas erfahren würde.
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