Ein notwendiges Übel

Eines der mächtigsten Reiche der Menschen im Norden. » Ortsbeschreibung
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Noro'elle
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Re: Ein notwendiges Übel

Beitrag von Noro'elle » Mi, 12. Aug 2020 21:51


Als Riân ihr eine Antwort auf ihre Frage schuldig blieb, blickte Noro’elle über ihre Schulter. Der Elf war bereits dabei sich selbstständig zu entkleiden und schien wohl auch ohne ihre Hilfe durchaus zurecht zu kommen. Gerade wollte sie sich schon wieder abwenden, als ihr Blick an seinem bereits nackten Oberkörper hängen blieb. Gewiss hatte sie in der Vergangenheit schon nackte Männer gesehen, doch noch nie hatte sie die Gelegenheit gehabt den männlichen Körper in aller Ruhe zu betrachten. Riân war durchaus recht ansehnlich und sein mit Muskeln überzogener Körper zeugte von seiner Kraft. Doch da waren auch all diese Narben, die ihn durch und durch verwegen erscheinen ließen. Noro‘elle selbst bemerkte gar nicht recht, dass sie ihren Gefährten geradezu anstarrte, bis sich dieser in Bewegung setzte und dicht an ihr vorbei geradewegs in das eiskalte Wasser stieg. Sie beobachtete ihn dabei, wie er in dem etwa hüfthohen Wasser unter tauchte und ein paar Meter weiter mit einem Prusten wieder in Erscheinung trat. Dann blickte er sie an und stellte die alles entscheidende Frage. Einen Moment schien Noro über seine Bitte nachzudenken. Heute Morgen war es durchaus etwas anderes gewesen nackt in den Bach zu steigen, denn sie war vollkommen allein und ungestört gewesen. Doch nun? Wenn sie sich jetzt entkleidete würde Riân sie gewiss dabei beobachten und sie konnte es ihm nicht einmal verübeln, schließlich war sie selbst vor einigen Momenten auch nicht besser gewesen. Nachdenklich begann sie auf ihrer Unterlippe herum zu kauen.
„Ich weiß WIE kalt das Wasser ist, denn ich war heute Morgen bereits hier gewesen.“, versuchte Noro noch ein wenig Zeit zu schinden und so seiner Frage auszuweichen.

Dann lächelte die junge Frau verlegen und blickte nach unten, während sie nervös wie sie war mit ungeschickten Fingern die Verschnürung ihres Kleides öffnete. Den Kopf weiterhin gesenkt haltend, damit Riân nicht sehen konnte wie purpurrot ihre Wangen erstrahlten, lockerte sie das Kleid und ließ den groben Stoff langsam zu Boden sinken. Sie atmete noch einmal tief durch, dann stieg sie elegant aus dem Kleid heraus. Das dünne Untergewand, das sie stets unter ihren Kleidern trug, bedeckte nur noch spärlich ihren schlanken Leib. Erneut hielt Noro inne und haderte mit sich selbst. Sollte sie es wagen auch noch die letzten Hüllen vor Riân fallen zu lassen? Sie wünschte sich in diesem Augenblick, dass auch sie viel mutiger wäre, doch sie war es nun einmal nicht. Also stieg sie samt ihrem Untergewand zu dem Elfen ins Wasser und keuchte leise auf, als der eisige Bach ihre zierlichen Waden umspülte.
„Huh… Vielleicht ist es doch noch etwas kälter, als ich es in Erinnerung hatte…“, murmelte sie leise und blickte nun das erste Mal zu Riân auf. Ein schüchternes Lächeln bildete sich auf ihren vollkommenen Lippen, während sie tapfer Schritt um Schritt tiefer in den Bach stieg. Plötzlich spritzte ihr ein großer Schwall Wasser entgegen und durchnässte auch noch das letzte Stückchen Stoff, dass sie am Leibe trug. Noro’elle quietsche laut auf, während ihr gesamter Körper von einer seichten Gänsehaut überzogen wurde. Der dünne Stoff lag nun wie eine zweite Haut auf ihrem zierlichen Körper und die Knospen ihrer Brüste zeichneten sich deutlich sichtbar darunter ab.

”D
as wirst du bereuen!”, versprach sie Riân kichernd und trat nun ihrerseits mit eiskaltem Wasser um sich spritzend an ihn heran. Sie fühlte sich in diesem Moment unbeschwert und frei. Noro‘elle fühlte sich so wohl wie sie sich schon lange, lange Zeit nicht mehr gefühlt hatte. Irgendwann hielt sie keuchend inne und sagte lachend: „In Ordnung, du hast gewonnen. Ich gebe auf!“. Sie hob die Hände als Zeichen ihrer Kapitulation und grinste dabei verspielt. „Du scheinst ein Krieger durch und durch zu sein. Aufgeben liegt wohl nicht in deiner Natur was?“, fragte sie ihn schelmisch und legte den Kopf dabei leicht schief. In diesem Augenblick, hatte sie die Kälte beinahe vergessen und stand einfach nur reglos im Wasser und sah Riân an. Die Wassertropfen hatten derweil vereinzelte kleine Perlen auf ihrer bronzefarbenen Haut gebildet, die im Licht der Sonne leicht funkelten. Dann keimte ein Gedanke in Noro’elles Unterbewusstsein auf. Sie blickte zu dem Elfen hinüber, der nur einige Schritte entfernt von ihr im Wasser stand. Zögernd watete sie zu ihm und blickte ihm dabei tief in die Augen. „Du hast mir noch immer nicht deinen Preis dafür verraten, dass du mich gerettet hast.“, murmelte sie leise. „Gibt es denn etwas, dass du begehrst?“, fügte sie mit einem durch und durch verführerischen Unterton hinzu. Noro’elle mochte vielleicht noch jungfräulich sein, was jedoch ganz und gar nicht bedeutete, dass sie Reize nicht einzusetzen wusste.

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Re: Ein notwendiges Übel

Beitrag von H'adriân » Do, 13. Aug 2020 8:50

Das kalte Wasser weckte seine Lebensgeister und er spürte wie sein Herz in seiner Brust schneller zu klopfen begann. Sein Kreislauf erwachte von Neuem zum Leben. Oder war es doch der Umstand, dass Noro an ihrem Kleid nestelte? Sie hatte ihr Haupt gesenkt, doch Riân konnte sehen, wie sie mit ihrer Scham zu kämpfen hatte. Es war beinahe schon ein bisschen niedlich und der Krieger konnte sich eines Lächelns nicht erwehren. Im Grunde aber war er genau so aufgeregt wie sie. Sicher hatte er ihre Blicke auf seinem Körper bemerkt, der zumindest in seiner Heimat nicht dem Schönheitsstandard entsprach. Ein Flickenteppich aus Narben war dort ein Symbol von Unreinheit, doch die Natur seiner Arbeit brachte nun einmal derartiges mit sich. Noro schien sich daran nicht gestört zu haben und das erleichterte Riân ungemein. Ihr dünnes Untergewand lud seine Fantasie gerade zu ein Bilder in seinem Kopf zu formen und instinktiv ging sein Atem schneller. Zwar hatte der Bergelf sie bereits einmal so etwas wie nackt gesehen, doch die Dunkelheit, ihre Pose hatten es doch vernebelt. Riân ließ die Bilder zu und konnte nicht verhindern, dass das Blut in seine Körpermitte schoss. Sonderlich geschickt darin, dies zu kaschieren war er allerdings nicht. So ging er nur ein wenig in die Hocke, dass das Wasser etwaige Peinlichkeiten bedeckte. Aber warum war ihm das überhaupt peinlich? Was passierte hier eigentlich?
Noro hatte ihr Haupt noch immer nicht gehoben und Riân stellte sich vor, wie seine Hände an ihrem Bauch entlangfuhren, bis zu ihren Brüsten, die sich leicht unter dem Stoff abzeichneten. Aber war er bereit, dies auch zu einem Ende zu führen? Hatte er Angst? Der Bergelf schluckte. Würde er seine Unschuld etwa an eine Menschenfrau verlieren? Seine Begleiterin war derweil ins Wasser gestiegen, doch weiter als bis dass es zu ihren Waden reichte, traute sie sich nicht. Riân, dessen Begehren mit jeder Sekunde wuchs, löste sich mit einem Ruck aus seiner Starre und überschüttete sie mit einem Schwall des kalten Nasses. Sie quietschte auf, als er grinsend ihren Blick suchte. Andere Stellen an ihrem Körper, die auf die Kälte reagierten, machten dies allerdings nicht einfach, doch tapfer hielt der Krieger den Versuchungen stand. Sogleich entwickelte sich ein kleiner Kampf der Wassertropfen, an dessen Ende er doch siegreich bleiben sollte. Auch wenn er sehr schwer atmete. Noch war der Bergelf für größere Anstrengungen nicht bereit.

Riân stemmte die Hände in die Hüften und beobachtete Noro'elle, wie sie ihn neckisch betrachtete und schließlich auf ihn zukam. Erst antwortete er nicht auf ihre Frage, sondern schnappte nur nach Atem und verfluchte sich innerlich für seine Schwäche. Doch nicht mehr lange.... das schwor er sich. Sein Auge lag auf ihrer seidenen Haut, die durch das Wasser so wunderschön glänzte und als sie so nah bei im stand, war es schwer den Drang zu unterdrücken, sie einfach hier und jetzt in seine Arme zu schließen. Aber warum sollte er diesen Drang überhaupt zurückhalten? Und dann kam ihre Frage. Die Frage aller Fragen in diesem Moment. Nun konnte sich auch Riân nicht mehr zurückhalten und hob seine gesunde Hand. Er fuhr sanft über ihre Wange, ihren Hals, ihre Schultern. Der Ton ihrer Worte ließ ihn in seinen eigenen stocken und der Bergelf musste sich erst räuspern. Für ihn gab es da eine ganz klare Interpretation. Sie wollte es tun? Hier? Jetzt? "Wollen...", er räusperte sich noch einmal, "Wollen wir weiter gemeinsam reisen? Das .... das wäre mir genug.". Sein Arm schmerzte etwas von der Anstrengung und dem Wasser, doch das hinderte ihn nicht auch das letzte bisschen Abstand zwischen sich und ihr schmelzen zu lassen. Langsam beugte sich Riân zu Noro hinab und seine Lippen legten sich auf ihre. Ganz sanft. Unsicher. Fast schon ein bisschen zögerlich. Seine gesunde Hand umfasste ihre Hüfte und zog sie zu sich heran und begann nun fordernder zu küssen, doch da war wieder diese Angst. Langsam löste sich Riân wieder von ihr mit einem tiefen Blick in ihre Augen. Er begehrte sie so sehr und doch hatte er, ein Krieger, Angst vor dem, was bevorstand. Er wollte es und auch nicht. Es war nicht rational. Körperlich, das konnte sie sehen und spüren, war er mehr als bereit, doch manchmal reichte das nicht und Riân machte einen Schritt zurück. Eben noch hatte sich der Bergelf wunderbar gefühlt, doch die Schamesröte trat nun auch ihm ins Gesicht und ihm war, als wäre er nur ein halber Mann für die Angst, die er in sich trug. "Können... , wieder räusperte er sich und wich diesmal ihrem Blick aus, "Können wir das zu einem späteren Zeitpunkt tun? Ich habe... Ich habe so etwas noch nie gemacht und.... Riân führte diesen Satz nicht zu einem Ende, sondern verspürte nur den unbändigen Wunsch sofort im Boden zu versinken.

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Re: Ein notwendiges Übel

Beitrag von Noro'elle » Do, 13. Aug 2020 12:22


Noro‘elles Blick war forschend und erwartungsvoll zugleich. Sie hatte Riân ein deutliches Signal gesendet und ihm ein Angebot gemacht, welches wohl kein anderer Mann ablehnen würde. Sie stand dort in ihren dünnen, durchnässten Gewändern direkt vor ihm. Er brauchte einfach nur die Hand auszustrecken und sie würde die Seine sein. Das Herz in ihrer Brust schlug wie wild, denn sie wusste nicht recht, wie sie sich in dieser Situation verhalten sollte. Dann endlich setzte der Elf sich in Bewegung und strich ihr zärtlich - wie es noch nie ein Mann zuvor getan hatte - über ihre Wange. Seine Finger fuhren sanft ihren Hals hinab und als er die scheußlichen Male von Kamals Tortur dort streifte, keuchte die Beraji leise auf. Doch Riân hielt nicht inne, nein, seine Hand wanderte weiter und Noro’elle schloss voller Erwartungen die Augen. Sie sehnte sich danach, dass die kräftigen Hände des Kriegers ihre weiblichen Rundungen umschlossen. Sein Räuspern jedoch führte dazu, dass Noro ihre wunderschönen, nussbraunen Augen wieder aufschlug und ihn voller Verlangen anblickte. Seine Worte waren nicht direkt das, was sie hätte hören wollen und doch versprachen sie, dass sie eine gemeinsame Zukunft haben würden.
„In Ordnung…“, hauchte Noro leise. „Ich werde dorthin gehen, wo auch immer du mich hin führst.“, flüsterte sie so leise, dass es kaum wahrnehmbar war. Dann endlich beugte sich der Elf vor und küsste sie. Es fühlte sich so an, als würden tausende Schmetterlinge aufgeregt in ihrem Bauch herum flattern. Noro’elle presste ihren zierlichen Leib gegen den des Kriegers und signalisierte ihm so, dass sie sich mehr als bereit fühlte.

Doch alles kam anders, als die junge Frau es sich vorgestellt hatte. Langsam löste sich Riân aus ihrer gemeinsamen Verbindung und blickte ihr direkt in die Augen. In seinem Blick lag durchaus Begehren, doch da war auch noch etwas anderes. Noro’elle bemerkte wie dem Elfen die Röte in die Wangen stieg, was ihr ein leichtes Schmunzeln entlockte. Vielleicht war es ihre Jungfräulichkeit, die ihn davon abhielt den letzten Schritt zu wagen? Doch gerade als sie ihm versichern wollte, dass er sich darum keine Sorgen zu machen brauchte, gestand er ihr sein eigenes, kleines Geheimnis. Noro stockte kurz der Atem und nur ein kleines
„Oh…“, kam über ihre Lippen. Während sie verlegen einen Schritt nach hinten machte, um ein wenig Abstand zwischen sich und Riân zu bringen, schossen ihr tausende Gedanken durch den Kopf. Wie konnte es denn sein, dass er noch nie bei einer Frau gelegen hatte? Gewiss sah Riân noch nicht aus wie ein alter Mann. Doch seitdem sie wusste dass er ein Elf war, nahm die junge Beraji doch an dass er deutlich älter sein musste als es äußerlich den Anschein machte. Verlegen senkte nun auch Noro’elle den Blick. „Ich… Riân es tut mir Leid… Ich wollte dich nicht… Ich… Ich dachte nur…“, stotterte sie leise vor sich hin. Dann atmete sie einmal tief durch und versuchte sich zu beruhigen. Plötzlich fühlte sie sich einfach nackt und war furchtbar verunsichert. Was hatte sie sich nur dabei gedacht? „Jetzt ist mir doch etwas kalt. Vielleicht sollten wir langsam zurück gehen?“, fragte sie leise und sah Riân erwartungsvoll an. Dann wandte sie sich mit hoch rotem Kopf ab, als plötzlich zwei dunkle Schatten am Waldrand auftauchen.

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Re: Ein notwendiges Übel

Beitrag von H'adriân » Fr, 14. Aug 2020 15:57

Langsam ließ Riân den Kopf sinken. Er wollte sie. Noro'elle. Doch er konnte in diesem Augenblick nicht und machte damit diese Situation zu etwas, dass ihr alle Schönheit raubte, die sie zuvor innehatte. Dennoch schwieg der Elf, der seine Verunsicherung vermutlich genau so zeigte. Noch immer schlug sein Herz bis in seine Ohren und eine gewisse Starre umfing ihn. Er traute sich nicht den Kopf zu heben und Noro in die Augen zu blicken, ihr zu sagen, dass alles in Ordnung war, dass er einfach ein bisschen Zeit benötigte. Zu sehr haftete der Glaube an ihm, sie enttäuscht zu haben. Und damit lag Riân vermutlich auch gar nicht so falsch, doch es war ganz anders als er dachte. Er lauschte ihren Schritten im Wasser, wie sie Abstand zu gewinnen versuchte und er hörte auch ihre Worte, schwieg aber. Vielleicht war es wirklich das Beste zu gehen und all diese Zärtlichkeiten ein anderes Mal zu klären. Wenn auch er sich wieder bei Kräften fühlte und Noro nicht der Zorn eine Bäuerin im Nacken saß. Kaum hatten sich diese Gedanken in Riâns Kopf geformt, registrierten seine feinen Ohren Bewegung im Blattwerk. Zu spät, denn das Rauschen des Baches, die allgemeine Situation und seine Unaufmerksamkeit hatten ihn abgelenkt. Reflexartig blickte der Krieger auf und entdeckte zwei Gestalten, die dort näher kamen.

Eine war unverkennbar die Bäuerin, die ihrerseits geschockt innehielt und mit einem hochroten Kopf die Hände vor dem Mund zusammenschlug. Allerdings ließ sie bei all ihrer Scham den Blick nicht von Riân der noch immer reglos bis zu den Knien nackt im Bach stand und dessen Männlichkeit noch nicht ganz abgekühlt war. Die Andere Gestalt war Alrik, der zwar nicht stehen blieb, aber einen ähnlichen Schock auf seiner Mine nicht verhehlen konnte. Beide Hände hatte er zu Fäusten geballt und es war wohl eher die Zornesröte, die ihm ins Gesicht geschossen war als die Scham seiner Mutter. Er blieb erst stehen, als er auf Höhe ihrer Kleider war, die achtlos auf einem Haufen am Ufer lagen. Sein Blick lag erst auf Riân, war aber dann weiter zu Noro'elle gewandert. Dort lag er lange und der Elf wusste nicht so recht, ob ihm dieser Blick gefiel. "Duuu...", raunte er dunkel, fast schon knurrend ohne den Blick von ihr zu nehmen, "Ich will, dass ihr hier verschwindet. Heute noch. Du hast mich entehrt!".Bei seinen letztem Satz hatte Alrik zu schreien begonnen und drehte sich zu seiner Mutter um. "Ich will, dass die sich nie wieder hier blicken lassen! Sie hat mich belogen! Erst küsst sie mich und dann vergnügt sie sich hinter meinem Rücken mit einem dahergelaufenen Schlächter!, brüllte er weiter und nun war er außer sich vor Zorn. Spucketropfen flogen aus seinem Mund, während er wild gestikulierte. "Ihr Frauen seid doch alle gleich!, rief er Noro zu und stapfte durch das Wasser in ihre Richtung. Noch ehe er ganz bei ihr war, holte er schon zu einem harten Hieb gegen ihr Gesicht aus. Riân wollte sofort reagieren, doch sein müder Körper war langsam und einen Kampf auf Leben und Tod würde er mit einem brauchbaren Arm und seinem Zustand nicht überleben. Wie ein müder Titan zögerte er, doch der Gedanke an Noro brach alle Ketten und er setzte sich in Bewegung. Er rannte, so schnell es seine schwachen Beine zuließen und auch wenn er den Schlag gegen ihr Gesicht nicht mehr verhindern konnte, stürzte sich der Krieger mit seinem ganzen Gewicht gegen die Seite des Bauern und krachte mit ihm ins Wasser.

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Re: Ein notwendiges Übel

Beitrag von Noro'elle » Sa, 15. Aug 2020 10:02


Noro’elle stand wie angewurzelt und versuchte schamhaft ihre Blöße zu bedecken, während Alrik Schritt um Schritt näher gekommen war.
„Bitte nicht…“, versuchte sie ihn noch zu beruhigen, doch da traf sie bereits ein harter Schlag mitten im Gesicht. Die zierliche Noro ging umgehend zu Boden und ihre Knie schabten schmerzhaft über die spitzen Steine des Bachufers. Hilflos vor Alrik im Wasser hockend, hob Noro in ihrer Verzweiflung beide Arme vor das Gesicht. Sie bemerkte den metallischen Geschmack von Blut, denn dort wo der erste Schlag sie getroffen hatte, war ihre Lippe wohl aufgeplatzt. Nun befürchtete sie noch weitere Schläge einstecken zu müssen, doch gerade als Alrik ein zweites Mal ausholen wollte, kam Riân ihm zuvor. Gemeinsam gingen die beiden Männer zu Boden und landeten genau wie Noro’elle im Wasser. Riân war wirklich tapfer und wehrte sich mit der Verbissenheit eines Kriegers. Doch in seiner körperlichen Verfassung hatte er nicht die geringste Chance gegen den kräftigen Bauerssohn. Alrik gewann in dem Gerangel schnell die Oberhand und schlug immer wieder auf den beinahe hilflosen Elfen ein „Na, wie gefällt dir das?!“, schrie der Blonde voller Zorn. Noro’elle unterdessen bemühte sich wieder auf die Beine zu kommen, doch um sie herum schien sich alles zu drehen. „Alrik! Alrik hör auf damit! Du bringst ihn noch um!“, schrie sie hysterisch und versuchte unbeholfen dem Blonden in die Schlaghand zu greifen. Doch dieser schüttelte die zierliche Noro einfach ab, sodass sie erneut rücklings im Bach landete.

Hilflos musste Noro mit anschauen, was vor ihr geschah und es brach ihr fast das Herz. Alrik war so voller Wut und Zorn, dass er vollkommen die Kontrolle verloren haben musste, denn er hörte einfach nicht auf. Was sollte sie nur tun? Es war erneut ihre Schuld, dass Riân verletzt wurde und diesmal würde er vermutlich sterben, wenn sie nicht eingreifen würde. Doch sie beide hatten keine Waffen, denn diese hatten sie leichtsinnig in der Scheune zurück zu gelassen. Fieberhaft überlegte Noro nach einem Ausweg, bis ihr eine wirklich verzweifelte Idee kam. Erneut richtete sie sich auf und trat an Alrik heran.
„Ich werde mit dir gehen, Alrik. Ich werde die Deine sein! Mach mit mir was du willst, nur bitte lass Riân in Ruhe. Es ist doch nicht seine Schuld! Ich habe ihn verführt. Es ist meine Schuld allein!“, redete sie flehend auf ihn ein. Tatsächlich schaffte sie es auf diese Art und Weise seine Aufmerksamkeit zu gewinnen und er blickte sie mit einer Mischung aus Begierde und Abscheu an. Noch ein aller letztes Mal schlug er fest in die Magengrube des Kriegers, dann ließ er tatsächlich von ihm ab und baute sich vor Noro’elle auf. „Huren haben in meinem Bett nichts zu suchen…“, knurrte er die junge Frau wütend an und packte sie schmerzhaft am Oberarm, so wie er es bereits schon einmal getan hatte. „Doch ich weiß genau den richtigen Ort für Frauen wie dich.“, sprach er und begann die hilflose Noro hinter sich her zu zerren. Diese schaffte es gerade noch sich noch einmal umzudrehen und nach Riân zu schauen. Lebte er noch? Oder hatte sie ihrer beide Schicksal bereits besiegelt?

Als sie gemeinsam das Bachufer erreichten, bedeutete der Bauerssohn seiner Mutter mit einer harschen Geste den Mund zu halten.
„Dein Kleid wirst du dort wo wir hingehen nicht mehr brauchen.“, knurrte er Noro herablassend an, als sie die achtlos am Boden liegen gelassenen Gewänder passierten. Den gesamten Weg bis zurück zum Hof zerrte Alrik die zierliche, kaum bekleidete Noro’elle hinter sich her. Einmal war sie dabei gestrauchelt und der Länge nach im Dreck gelandet, doch der Blonde schien alle Freundlichkeit verloren zu haben. Er zerrte sie wieder auf die Füße, sodass sie ihm halb taumelnd und halb stolpernd folgen musste. „Bitte Alrik, du musst mir nicht wehtun. Ich werde ganz freiwillig mit dir gehen.“, flüsterte Noro leise und Tränen begannen über ihre Wangen zu laufen. „Schweig still, Weib!“, schimpfte der blonde Bauerssohn und hielt mitten auf dem Hof inne. Sofort kam sein Bruder Rodrik aus dem Stall gelaufen, doch der Anblick der dreckigen, beinahe nackten Noro’elle schien ihn nicht im geringsten zu überraschen. Mit den Worten: „Bring sie in die Kammer!“ übergab Alrik sein Opfer an seinen jüngeren Bruder und trat hinter seiner Mutter ins Bauernhaus, wo sogleich ein furchtbarer Streit zu hören war. Rodrik hingegen schien nicht weiter zu zögern, so als sei er es gewohnt auf das Wort seines Bruders zu hören und besser keine Fragen zu stellen. Er packte Noro’elle bei den langen schwarzen Haaren und zerrte sie rücksichtslos die Treppe hinab in die Dunkelheit.

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Re: Ein notwendiges Übel

Beitrag von H'adriân » Sa, 15. Aug 2020 18:18

Als das eiskalte Nass ihn vollständig umschloss, hatte Riân jegliche Orientierung verloren. Sein Körper schrie mit jeder Faser und es gab nicht auch nur den Hauch eines Restes von Kraft in ihm. Dieser letzte Sprint um Noro zu helfen hatte ihm alles abverlangt. Er war betäubt. Er spürte, wie Fäuste auf ihn niederprasselten, wie Blut sich in seinem Mund sammelte, doch Riân hob nicht einmal mehr eine Hand um sich zu wehren. Er konnte nicht. Immer wieder wuchtete ihn der kräftige Bauer aus dem Wasser, nur um dem Bergelf wieder und wieder eine zu verpassen. Im war, als hörte der Krieger ein Knacken, dass seinen Körper durchfuhr. Er kannte dieses Geräusch. Waren das Knochen? Aber er konnte es sich auch eingebildet haben. Als Noro eingriff, ihm wohl das Leben rettete, hatte Riân schon längst das Bewusstsein verloren. Der Bauer ließ den nackten Elfen los, der reglos zurück ins Wasser platschte und kurz von der Strömung mitgerissen wurde, ehe ein Stein seine kurze Reise jäh unterbrach. Zwar schlug er sich dort den Kopf auf, doch selbiger blieb auch über der Oberfläche, sodass seine schwache Atmung weiter seinen Körper mit Luft versorgte. Doch das alles bemerkte er nicht.

Für Noro wurde wohl offenkundig klar, dass sich die Rollen auf dem Hof nun vollständig vertauscht hatten. Die sonst so herrische Bäuerin war urplötzlich kleinlaut und nichtig, auch wenn sie sich mit ihren Worten versuchte Gehör zu verschaffen. Alrik aber schäumte vor Zorn und man hörte noch den Widerhall der Ohrfeige, die er seiner Mutter verpasste, ehe die Tür zur Treppe nach unten hinter Noro'elle geschlossen wurde. Es war dunkel. Nur schwaches Licht einiger Fackeln erhellte die unsägliche Zweisamkeit von Rodrik und ihr. Er hatte sie an den Haaren gepackt und zerrte sie nach unten, wobei er nicht darauf achtete, ob sie stolperte oder nicht. Ob sie schrie, ob sie weinte. In seinen Augen war nur Begierde. Die Treppe reichte nicht zu tief hinab. Man konnte in dem kleinen, schmutzigen und spärlich eingerichteten Raum nicht weit sehen. Ein schartiger Tisch stand in seiner Mitte und zielsicher steuerte Rodrik darauf zu. "Dann wollen wir mal!", raunte er und wuchtete Noro'elle auf die Fläche des Möbelstücks. Mit zwei kräftigen Bewegungen zerriss er das dünne, noch immer nasse Untergewand der jungen Frau und schlug ihr so kräftig gegen das Gesicht, dass sie nach hinten überkippte. "Es hätte alles so einfach sein können für dich. Alrik abzulehnen ist ja eine Sache, aber ihn dann auch noch anzulügen?", Rodrik packte Noro am Kinn und drehte ihr Gesicht in seine Richtung, wobei er ihr ganz nahe kam, "Das war keine sehr schlaue Idee!". Er leckte ihr einmal über die Wange, ehe er sie wieder fallen ließ. Die schwieligen Hände des Bauern umfassten gierig die kleinen Brüste der jungen Frau, wobei sie nicht zärtlich waren. Er küsste sie, biss in ihre Brustwarzen und schlug sie noch einmal, um jeden Widerstand zu brechen. "Jetzt ficke ich dich, bevor du an ihn kommst. Merk dir das, wird wohl das letzte schöne Erlebnis sein, was du hast!", sprach Rodrik und grinste dabei böse. Er öffnete seine Hose und bereit sprang seine harte Männlichkeit heraus, bereit dorthin vorzustoßen, wo noch nie ein Mann bei Noro'elle gewesen war. Hart packte er ihre Hüften und zog sie zu sich heran, währen er gierig seine Männlichkeit in sie stieß.

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Re: Ein notwendiges Übel

Beitrag von Noro'elle » Sa, 15. Aug 2020 20:23


Anfangs hatte sie sich die Seele aus dem Leib geschrien, hatte um sich getreten, gebissen und gekratzt. Doch das alles hatte ihr nicht im Geringsten geholfen. Die Schläge, die sie immer wieder einstecken musste, würden zahlreiche Blutergüsse auf ihrer sonst so makellosen Haut hinterlassen. Sie fühlte sich schwach, hilflos und ausgeliefert. Hatte sie denn rein gar nichts, was sie ihrem Peiniger entgegen bringen konnte? Rodrik hatte die junge Frau fest im Griff, vergrub seine kräftigen Finger in dem zarten Fleisch der jungen Frau und drückte sie erbarmungslos auf den Tisch. Die Art und Weise, wie er Noro’elle anblickte während er an ihr wütete, würde sie nie wieder vergessen. Irgendwann kam der Zeitpunkt indem Noro einfach kapitulierte. Sie gab sich auf, sie beschloss einfach nichts mehr fühlen, wollte sich im Geiste an einen anderen flüchten. Sie lag einfach nur doch da, in dieser düsteren Kammer, auf einem kalten Tisch und wartete sehnsüchtig bis Rodrik endlich von ihr ablassen würde. Dann auf einmal war es still und dunkel um sie herum. Vorsichtig setzte Noro’elle sich auf und bereute sofort die ungeschickte Bewegung. Ihr Schoß brannte wie ein loderndes Feuer, doch da war noch ein anderes Gefühl. Es fühlte sich so an, als würde etwas aus ihr hinaus laufen. War es womöglich Blut? Ein verzweifeltes Schluchzen kam aus ihrer Kehle während sie sich mit dem Handrücken die Tränen aus dem Gesicht wischte. Wie konnte das alles nur geschehen? Wieso war das Schicksal nur derart grausam zu ihr? Was hatte sie getan um all dies zu verdienen?


Schlurfende Schritte auf der Treppe erregten plötzlich die Aufmerksamkeit Noro’elles. Wer würde es diesmal sein, der ihr einen Besuch abstattete? War es der verrückte Junge mit dem Küchenmesser? Ängstlich verkroch sich die junge Frau im hintersten Eck des kleinen Raumes und starrte angespannt in die Dunkelheit. Das Schloss klackte leise und die Türe wurde langsam aufgeschoben. Das schwache Licht einer Laterne offenbarte das Gesicht der alten Bäuerin, welches ebenfalls dick geschwollen und Blut unterlaufen war.
„Shhh….“, sagte die alte Frau und bedeutete Noro’elle still zu sein. „Er weiß nicht, dass ich hier bin.“, fügte sie ängstlich hinzu und schloss vorsichtig die Türe hinter sich. Sie trug einen Eimer mit Wasser zum Tisch hinüber und außerdem hatte sie ein paar Lumpen und Gewänder für Noro’elle dabei. „Komm her mein armes Kind, wir werden dich erst einmal säubern. Du wirst sehen, es wird dir gut tun…“, redete sie beruhigend auf die verängstigte Frau ein und streckte ihr eine Hand entgegen. Noro zögerte einen Augenblick, doch der Gedanke daran sich waschen zu können, überzeugte sie letzten Endes die Hilfe anzunehmen. Vorsichtig und fürsorglich, wie Noro es der alten Bäuerin niemals zugetraut hätte, reinigte sie den geschundenen Körper der Beraji. „Glaube mir mein Kind, ich habe so etwas nie gewollt. Ich fürchte, ich habe bei der Erziehung meiner Söhne schwer versagt. Doch heute werde ich nicht noch ein Mädchen zu Grabe tragen. Ich werde dir helfen, du wirst von diesem Ort entkommen und du solltest nie wieder zurück kommen. Hast du mich verstanden?“, redete sie flüsternd auf Noro’elle ein, doch diese stand zu sehr unter Schock um eine Antwort zu geben und so nickte sie nur zögerlich.

Als Noro’elle gründlich gesäubert war, half die alte Bäuerin dabei sie einzukleiden. Doch diesmal war es kein Kleid, welches sie ihr brachte, sondern eine alte Hose, ein viel zu weites Hemd und einen Gürtel. Doch Noro war das alles ganz egal, das Wichtigste war, dass sie sich nicht weiter so nackt fühlte. Außerdem drückte die Alte ihr noch ein vermutlich nicht mehr allzu scharfes Küchenmesser in die Hand. Noro’elle hielt das Messer fest im Griff und drückte es wie ihren größten Schatz fest gegen ihre Brust. Sie würde entkommen, sie würde hier raus kommen und einfach immer weiter laufen. Sie würde als erstes zum Bach laufen, dort würde sie Riân finden und er wäre noch am Leben. Zusammen konnten sie dann fliehen… Ja, genau das war ihr Plan. Die alte verließ zu erst die kleine Kammer. Sie hatte versprochen ihr ein Zeichen zu geben sobald die Luft rein war. Jede einzelne Muskelfaser Noro’elles war zum Zerreißen angespannt. Die wenigen Augenblicke des Abwartens erschienen ihr wie eine halbe Ewigkeit, doch dann endlich kam das verabredete Zeichen. Das kleine Messer fest in der rechten Hand, öffnete sie mit der Linken die schwere Holztür. Sie lauschte noch einen Augenblick, doch als sie nichts Verdächtiges hören konnte, rannte sie barfuß und stolpernd die Treppe hinauf. Sie blickte sich panisch im Hof um, doch sie war allein. Dann tat sie genau das, was sie sich vorgenommen hatte. Sie rannte und rannte immer weiter, bis sie vollkommen atemlos am Bach stand. Doch Riân konnte sie nirgends entdecken und Panik ergriff ihr Herz. Sie schrie immer wieder seinen Namen und lief am Ufer hin und her. Er konnte doch nicht einfach verschwunden sein?

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Re: Ein notwendiges Übel

Beitrag von H'adriân » Mo, 17. Aug 2020 10:14

Als Riân erwachte, spürte er gar nichts mehr. Es war dunkel und sein Auge blickte in einen wolkenlosen Himmel. Die Sterne funkelten schwach durch den leichten Schleier, den er aufgrund seiner Benommenheit noch immer mit sich trug. Er zitterte stark und merkte erst nach einigen Sekunden, dass er im Bach lag, eingeklemmt zwischen einigen Steinen am Ufer. Der Elf fror erbärmlich, was wohl auch der Grund für das fehlende Gefühl in seinen Gliedern war. Ihm war so kalt, dass er nicht einmal den Schmerz spürte, der durch seinen ganzen Körper fuhr, wenn Riân versuchte sich zu bewegen. Warum bin ich hier? Diese Frage echote durch seinen Kopf und langsam kamen die Bilder zurück. Die schönen. Aber auch die schlechten. Alrik. Noro'elle. Die Bäuerin. Wie konnte es so weit kommen? Mühsam bewegte Riân den Kopf. Niemand war hier. Ihre Kleider lagen noch am Ufer. Der Krieger versuchte sich bewegen und konnte aufgrund des Mangels an Gefühl nicht sagen, ob er sich tatsächlich bewegte. Doch wie auf magische Weise erhob sich sein müder Körper ungelenk. Es funktionierte! Jetzt aber, wo das Gewicht auf seinen Füßen verteilt war, spürte er den Schmerz und verzog das Gesicht. "Dieser Hurensohn...", knurrte Riân und stellte sich vor, wie er den Bauern mit bloßen Händen erwürgte. Aber bevor das geschehen konnte, musste er sich erst aufwärmen.
Wackelig stapfte der Elf zu seiner Kleidung, nutzte Noros Kleid, um sich abzutrocknen und schlüpfte in Hemd und Hose. Nachdem das Blut wieder Wärme in seinem Körper verteilt hatte, ging es erstaunlich gut, befand der Krieger, der sich an den Vortag erinnerte, wo ihm ein derartiges Manöver einiges abverlangt hatte. Oder war es gestern? Wie lange hatte Riân hier überhaupt gelegen? Leichte Panik machte sich bei dem Gedanken an Noro in ihm breit. Hatten sie sie am Leben gelassen?

Jahrelange Erfahrung hatte Riân gesagt, dass er so nicht zurück auf den Hof zurückkehren konnte. Er musste sich erst wieder komplett aufwärmen und noch eine Runde erholsamen Schlaf einsacken, ehe er dort hin zurückkehrte und alle töten würde. Das stand fest. Niemand von ihnen würde überleben. Sie hatten seinen Zorn geweckt und das tat man besser nicht. Schon früher hatte man das zu spüren bekommen und der Krieger hatte einen Ruf vor sich selbst zu verlieren. Mit schwachen Schritten machte sich Riân also auf in den Wald. Abseits des kleinen Trampelpfades, der den Bach und den Hof verband, suchte er sich eine moosbewachsene Stelle und ließ sich darauf sinken. Genug Kraft um auf den Hof zurückzukehren hatte er nicht, noch nicht.
Er war schon halb eingeschlafen, da riss ihn eine Stimme wieder zurück in die Gegenwart. Eine bekannte Stimme. Zuerst dachte der Krieger, er hätte sie im Traum vernommen, doch als er einige Sekunden in die Stille lauschte, konnte er sie wieder klar und deutlich hören. Noro? Riân sog die Luft ein. Sie musste es sein. War sie tatsächlich entkommen? Oder war es nur eine Falle? Alles war an diesem beschissenen Ort möglich. Mühsam erhob sich der Bergelf, wobei er sich an einem Stamm nach oben zog. Er stolperte in die Richtung der Stimme. Es war genau die Richtung, aus der er gekommen war. Zurück zum Bach.

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Noro'elle
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Re: Ein notwendiges Übel

Beitrag von Noro'elle » Mo, 17. Aug 2020 21:05


Noro’elle war verzweifelt. Die Nacht war bereits weit fortgeschritten und ein riesiger Vollmond erhellte den Nachthimmel. Noch immer hatte sie Riân nicht finden können, es war als wäre er wie vom Erdboden verschluckt. Waren die Söhne der Bäuerin nochmals zurück gekommen, nachdem sie mit ihnen gegangen war? Hatte ihr Abkommen mit Alrik letzten Endes gar keinen Nutzen gehabt? Die Suche nach dem Elfen hatte die junge Frau beinahe an ihre Grenzen gebracht, doch noch war sie nicht bereit aufzugeben. Das schmerzhafte Brennen zwischen ihren Schenkeln weiterhin ignorierend, beschloss sie noch ein letztes Mal zu der Stelle zurück zu gehen, wo sie noch heute zur Mittagsstunde mit Riân die traute Zweisamkeit genossen hatte.
„Riân? Riân!“, rief sie immer wieder trotz der Gefahr entdeckt zu werden. Vielleicht hatten die Brüder noch gar nicht bemerkt, dass sie geflüchtet war? Dennoch war es ein enormes Risiko sich weiterhin in der Nähe des Hofes aufzuhalten. Doch noch war Noro nicht bereit ihren Gefährten aufzugeben. Als sie zu der vertrauten Stelle kam, suchte sie ein letztes Mal das Ufer nach Spuren ab. Sie fand ihr achtlos hin geworfenes Kleid auf dem Kies und sammelte es ein. Vielleicht würde sie es noch einmal gebrauchen können. Doch wo waren die Gewänder von Riân? War dies womöglich das Zeichen, dass er noch am Leben war? Ein kleiner Funke Hoffnung ließ Noro’elle erneut seinen Namen rufen: „Riân! Riân, wo steckst du nur?“. Ihre liebliche Stimme verhallte in der Nacht, doch es kam keine Antwort. Gerade als Noro sich zum Gehen abwenden wollte, tauchte ein tiefschwarzer Schatten zwischen den Umrissen der Bäume auf.

Vor Angst zitternd stand Noro dort am Ufer und hielt das kleine Messer schützend vor sich. Wer immer dort aus dem Wald kam, musste sie bereits entdeckt haben, denn das helle Mondlicht strahlte auf sie hinab. Angespannt starrte Noro’elle dem Waldrand entgegen, den Blick fest auf die menschliche Silhouette gerichtet, die geradewegs auf sie zu kam. Und dann erkannte sie ihren verloren geglaubten Gefährten und ihr Herz machte einen Satz. Ohne auf ihre Erschöpfung und ihre Verletzungen zu achten, rannte sie barfüßig auf Riân zu und fiel ihm um den Hals.
„Dem Himmel sei Dank, du lebst…“, flüsterte sie leise und konnte die Tränen keinen Augenblick länger zurück halten. Noro schmiegte ihr mit Blutergüssen übersätes Gesicht an Riâns Brust und weinte bittere Tränen. „Bitte, lass mich nie wieder los.“, hauchte sie immer noch vollkommen aufgelöst und hielt den Elfen einfach fest an sich gedrückt. Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit bis Noro’elle sich bereit fühlte und schuldbewusst zu Riân aufblickte. Auch das Gesicht des Elfen war fürchterlich zugrichtet und es war allein ihre Schuld. Ein schwerer Kloß bildete sich in der Kehle der Beraji. Was hatte sie bloß getan? Sichtlich widerwillig löste die junge Frau sich aus der Umarmung, nicht ohne jedoch sofort mit der Linken nach Riâns Hand zu greifen. „Wir sollten hier verschwinden.“, sagte sie tonlos und man merkte ihr an, dass sie sich sichtlich bemühte die Beherrschung wieder zu erlangen. „Kannst du gehen?“, fragte sie besorgt und fasste das kleine Messer in ihrer Rechten etwas fester. Nun würde alles wieder gut werden. Sie würden einfach fort laufen.

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