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Das Leben ist ein langer und steiniger Fluss.

Lebensader des dürren Landes.
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Nanami
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Das Leben ist ein langer und steiniger Fluss.

Beitrag von Nanami » So, 09. Sep 2012 14:12

Der Sonnenaufgang in der Mündung am Großen Strom war herrlich. Kilometer entfernt, am Wasser, lag Ea, und erwachte langsam. Nanami hatte es sich auf einem Felsen gemütlich gemacht und beobachtete die Menschensiedlung wie sie langsam erwachte. Da sie immer noch ziemliche Angst hatte, sich alleine in eine Menschenstadt zu wagen zog sie es vor Ea erst einmal zu beobachten. Doch je länger sie wartete desto klarer wurde ihr, dass sie - jetzt schon - ziemliches Heimweh hatte. Wäre sie doch nicht so egoistisch gewesen und alleine losgezogen! Dann hätte sie bestimmt weniger Probleme damit in eine fremde Menschenstadt zu gehen, hätte mehr Selbstbewusstsein und würde sich nicht so zieren.
Es vergingen Stunden, bis die junge Lyr auf einmal merkte, wie die Sonne sich wieder dem anderen Ende des Meeres entgegenneigte - sie hatte doch wirklich den ganzen Tag damit verbracht zur Stadt hinzuschwimmen, einige Menschen am Hafen genauer zu beobachten und sich dann wieder zurückzuziehen, die beruhigende Vertrautheit des Salzwasser war doch zu stark. Sie war enttäuscht. Sehr. Von sich selbst und ihrer Schüchternheit. Wie sollte sie so je erfahren ob ihre Schwester in Ea war?
Am nächsten Tag, Nanami hatte es sich an einem winzigen Sandstreifen der Bucht gemütlich gemacht, wurde sie von Kinderlachen geweckt. Sie öffnete die Augen und sah vor sich, in nur wenigen Metern Entfernung, zwei strohblonde menschliche kleine Geschöpfe, die sie frech angrinsten. "Wer ist die denn?", flüsterte das linke Kind. "Ob die krank ist?", das andere betrachtete Nanami genaustens von oben bis unten. Erst später, als die beiden schon wieder weg waren, fiel der Lyr ein, dass die beiden wahrscheinlich auf ihre unterschiedliche Hautfarbe, die in klarem, hellen Hellblau strahlte, anspielten.
Nanami stütze sich auf ihre Hände und richtete sich langsam auf. Die Kinder sprangen erschrocken ein paar Schritte zurück. "Sie lebt!", zischte das eine. "Ob es gefährlich ist?" Langsam, um die beiden nicht noch mehr zu verängstigen, stand die Lyr auf. Dabei überragte sie die ziemlich jungen Kinder um mehr als einen Meter. "Ich..", setzte sie an, wurde jedoch von einem Knurren unterbrochen. Hinter den Kindern war ein riesiges Ungetüm aufgetaucht, welches die Zähne fletschte und viel Fell zeigte - auch wenn Nanami es nicht kannte, so waren die Zeichen doch unmissverständlich.
Ängstlich hob sie die Hände, was das Tier jedoch nicht zu beruhigen schien. Die beiden Kinder machten keine Anstalten, es zurückzuhalten, aber vielleicht konnten sie es auch nicht, wer wusste schon ob es zu ihnen gehörte? Nanami kam gar nicht mehr dazu großartig auf die beiden kleinen Menschen zu achten, da das Monster auf sie zuhielt - wohingegen die Lyr rückwärts aufs Wasser zusteuerte. "Ich.. will wirklich nichts..", stotterte sie schüchtern und verhaspelte sich dabei etwas, zum einen machte ihr das aggressive Vergalten des Tieres zu schaffen, was hatte sie den Kindern denn getan? Zum anderen machte ihr die kehlige Lautsprache der Landlebewesen noch leichte Probleme, sie benutzte einfach zu oft die für Lyr übliche Gedankensprache.
Das wolfähnliche Tier machte keine Anstalten seine Aggressivität niederzulegen, auch nicht, als Nanami über einen Stein am Boden stolperte und rückwärts ins knietiefe Wasser fiel - schlimmer noch, das Tier nutzte diese Gelegenheit und schnappte zu. Für Nanami ein Schock, liebte sie Tiere doch und hatte die Reise auch zu kleinen Teilen aus Eigennutz angetreten: Um mehr über die heimischen Landtiere zu erfahren, nicht um von ihnen angegriffen zu werden. Diese Erfahrung hatte sie so noch nie gemacht.
Die Lyr schrie vor Schmerz auf als die Zähne des Monstrums sich in ihrer Wade verbissen. Gleichzeitig riefen die Menschenwesen etwas, was sie nicht verstand und der Wolf ließ von ihr ab, auch wenn er nicht aufhörte zu knurren. Nanami wimmerte und Tränen liefen ihr über die Wange, natürlich hatte sie sich bei der Pflege von Tieren schon Verletzungen zugezogen, aber nicht von derartig großen Landtieren!
Ohne weiteres abzuwarten drehte sie sich um und machte, dass sie ins tiefere Wasser kam. Die Menschen riefen ihr etwas hinterher, doch das war ihr inzwischen herzlich egal - verängstigt und verletzt suchte sie sich ein Versteck tief unter Wasser, wo kein Monster oder Mensch (wo war der Unterschied?) sie erreichen konnte.
Nanami schlang die Arme um ihren Körper und fing an sich leise hin- und zurückzuwiegen. Nachdem sie eine Weile so gekauert und sich etwas beruhigt hatte, betrachtete sie ihre Wunde genauer: Das Salzwasser brannte unangenehm an den Stellen, an der sich die Zähne des Tieres in ihre zarte Wade gebohrt hatten und die Wunde blutete auch ziemlich - aber abgesehen davon, dass es höllisch wehtat konnte sie ihr Bein noch bewegen. Nach einer Weile begann sie sich zu verarzten, schmierte Muschelsekret auf ihre Wunde und wickelte blutaufsaugende Algen um ihre Wade. Die folgenden Tage würden sie bestimmt keine zehn Wale nach Ea bringen, soviel stand fest. Und Hamontu lockte sie nicht weniger - nein, irgendwie musste es eine Möglichkeit geben vorerst das Wasser nicht verlassen zu müssen.
Zurück nach Hause – das wäre natürlich auch eine Option... aber je länger Nanami darüber nachdachte, desto weniger mochte sie die. Sie wollte ihrem stärker werdenden Heimweh nicht nachgeben! Denn soviel war gewiss: Ihre Familie würde sie bestimmt nicht wieder gehen lassen, nicht mit dieser Bisswunde. Aller würden das Vertrauen in sie verlieren, bestätigt sehen das sie doch recht hatten – Nanami gehört in eine nette, vertraute kleine Familie mit Mann, nicht in die Wildnis, ins Abenteuerleben. Das kann sie nicht. Niemand würde ihr je wieder eine größere Aufgabe die Mut verlangte, anvertrauen. Und das konnte die junge Lyr einfach nicht mit sich vereinbaren. Nein, sie musste hier weitermachen, wer sagte denn das sie in Ea oder Hamontu anfangen musste, zu suchen? Vielleicht konnte sie auch einfach weiterschwimmen..

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Re: Das Leben ist ein langer und steiniger Fluss.

Beitrag von Sadiru del Ùmanyar » Do, 27. Sep 2012 15:37

Ein Jahr war ins Land gezogen während er zum großen Strom gezogen war. Sadiru lebte in der Zeit nicht schlecht, in jedem Dorf blieb er zumindest ein paar Tage und lag in diesen Nächten selten allein in seinem Lager. Das Geld für die Betten in den Wirtshäusern hat er meistens schwächlichen Menschen geraubt und sie, wenn er gut gelaunt gewesen war, in den Schatten gelegt, damit sie keinen Sonnenbrand bekamen. Wenn sie schon nichts mehr als ihre Kleidung am Körper hatten, sollten seine Opfer wenigstens im Schatten aufwachen.

Eigentlich wollte Redu nie wieder die Steppen betreten, doch als ihm klar wurde, dass der Umweg ihn vielleicht Jahre kosten könnte beschloss er nun doch den Weg durch die Steppen zu wagen. Auf der Höhe des Dorfes Thamyr bog er nach Westen ab und stahl sich ein Pferd. Die Besitzer verfolgten ihn, doch ein rein zufällig aufkommender Wirbelsturm vertrieb seine Jäger und Sadiru konnte unbehelligt durch die Steppe reiten. Es jagte das Tier unablässig durch die Steppe und gönnte ihm nur kurze bis keine Pausen. Ein paar Tagesmärsche bevor er am großen Strom ankam ging ihm das Pferd ein und er erlegte die Tiere die durch den Kadaver angelockt wurden. Das Pferd wollte er nicht essen, das war ihm zu sehnig und bestand eigentlich nur mehr aus Haut und Knochen. Ein kleiner Fuchs entsprach schon eher seinem Geschmack. Jetzt wo es zu Fuß für ihn weiterging fiel Sadiru immer mehr der Sand auf, der hier überall am Boden lag. Bescheuerter Sand. Nach einigen Tagen spürte er ihn überall an sich. In seinen Schuhen, in seiner Kleidung in den Haaren, einfach überall. Der Fluss neben ihn versprach kühle und vor allem keinen Sand, doch würde er nicht so dumm sein, seine Sachen einfach hier liegen zu lassen und sich ausrauben zu lassen. Er raubte andere aus, aber niemandem sollte es auch nur einfallen auch nur dran zu denken ihn auszurauben.

Aus Neugier entfernte er sich einmal vom Fluss und schon nach ein paar Stunden sah er Sanddünen in der Ferne und der Wind trug den feinen Sand zu ihm rüber. Der Boden war verdorrt und es wirkte nicht so als ob hier jemals etwas wachsen könnte. Redu hob den Kopf und sammelte die Luft so schnell wie möglich zurück zum Fluss zu kommen. Die Landschaft zog an ihm vorbei, als ob sie ihm jemand unter den Füßen wegzöge und schon nach ein paar Minuten war er wieder am Fluss und ging weiter nach Westen. Die Tage vergingen wie im Flug und er konnte sich durch Fische oder durch Plünderungen ernähren. Es waren einige Leute in seine Richtung unterwegs und weil ihm das ewige zu Fuß gehen, schon bald langweilig wurde, ermordete Redu den Besitzer eines kleinen Karrens und warf ihn in den Fluss. In dieser Nacht aß er gut von den Vorräten des Mannes und schwang sich auf den Bock und versuchte mit dem Karren weiterzufahren. Er ist nie vorher auf einem Karren gefahren und dementsprechend wagemutig sah die Fahrt aus. Kurz vor einer Stadt dessen Namen er nicht kannte sprang er vom Karren ab und ließ ihn stehen, nicht ohne Vorräte, Geld und Wertsachen zu entnehmen. Den Gaul machte er vom Karren los und führte ihn zum Fluss. Die Stadtwachen beäugten ihn misstrauisch, doch Redu wurde nicht behelligt und so kaufte er sich erst mal auf dem Markt einen Pfirsich und ging vergnügt durch die Stadt. Der Pfirsich schmeckte nicht so gut wie die die er zuhause hatte, doch lächelte Redu breit und genoss den frischen Geschmack des Pfirsiches und pflanzte sich gegen Abend in die am wenigsten heruntergekommene Schenke die er fand und belegte dort ein Zimmer für eine Nacht. Eine blonde Frau hatte es ihn angetan und in der Hoffnung etwas über die Stadt zu erfragen und vielleicht die Nacht nicht einsam zu verbringen zu müssen setzte er sich einfach zu ihr und spendierte ihr ein Bier nach dem Anderen.
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Karim
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Re: Das Leben ist ein langer und steiniger Fluss.

Beitrag von Karim » Mo, 08. Okt 2012 22:24

<--- Erste Schritte in der Ferne

Träge schwappte das Wasser am hölzernen Rumpf des Schiffes entlang. Im Gegensatz zu heute Mittag, als eine kräftige Brise sie zügig stromabwärts getragen hatte, hingen die Segel eher schlaff an dem einzigen Mast, den das Gefährt aufweisen konnte. Es war ein Schiff typischer Bauart in diesen Breitengraden, ein breites Deck und viel Stauraum für Handelsgüter aber nur wenig Tiefgang um auch in den flacheren Seiten des großen Stroms navigieren zu können. Nicht das sich Karim mit Schiffen wirklich auskannte, aber Seeleute - einerlei ob nun auf hoher See oder auf einem Fluss - waren ein geschwätziges Völkchen und selbst seine eher abweisende Haltung hatte nicht alle abgehalten. Aber sie mussten für heute auch nicht mehr viel Fahrt machen, in der Ferne sah er bereits die ersten Hütten und Häuser der kleinen Stadt, die das heutige Tagesziel dieser Reise war. Und für ihn war es sogar die Endstation. Seit er in Behandlung bei dem Elfen wegen seines Gedächtnisverlustes war, hatte er regelmäßig kleine Botengänge oder andere Besorgungen für den Bibliothekar, aber auch andere Personen der Stadt, erledigt um die Behandlungskosten zu vergüten. Und um seine Unterkunft in einem einschlägigen Gasthaus in Demera zu bezahlen. Dies hier war einer der Botengänge für Solathar, er sollte einem befreundeten Buchhändler eine Liste mit Buchwünschen überbringen. Und der besagte Händler war in dieser Stadt zu finden.

Aber heute Abend, die Sonne begann langsam hinter dem Horizont zu verschwinden, würde er sich nur noch eine Unterkunft für die Nacht besorgen. Den Händler konnte er auch morgen noch aufsuchen. Er streckte sich und lehnte sich dann wieder an die flache Reling. Immer noch trug er dasselbe Nomadengewand wie bei seinem Erwachen in der Wüste, doch mittlerweile bevorzugte er die sandfarbene Seite. Sie wirkte weniger bedrohlich als die schwarze. Auch seine Kriegssense hatte er in Demera gelassen. Notfalls konnte er sich mit dem Krummdolch und den Wurfdolchen, die wie auch die Pergamentrolle an den Händler unter dem weiten Stoff des Gewandes verborgen waren, zur Wehr setzen. Hinter ihm hörte er einen der Seeleute Befehle rufen und einen Augenblick später eilten mehrere andere Matrosen an die wenigen Ruder. Ihn selbst ließ das kalt. Er hatte für die Reise gezahlt, das Schiff sicher von einem in den anderen Hafen zu bringen überließ er der Besatzung. Ein leichter Ruck ging durch das Schiff als man Kurs auf die Hafenanlagen der kleinen Stadt nahm. Karim selbst starrte derweil weiter auf das, für ihn endlos scheinende Meer, aus kleinen Wellen und noch kleineren Gischtkronen. Bis zum anderen Ufer waren es mehrere Schiffslängen und er war sich sicher noch nie so viel Wasser auf einem Haufen gesehen zu haben.

Der Nomade mochte die Spiegelungen die die untergehende Sonne auf die Wellen zauberte, es hatte etwas Ruhiges und Ehrwürdiges. Wenn man die Rufe und das Getue der Matrosen ausblendete. Es erinnerte ihn an die endlosen, sich ständig veränderten Sanddünen seiner Heimat. Aber dennoch hatte er ein mulmiges Gefühl im Magen, denn einige Zeit nach seinem Behandlungsbeginn hatte er fest stellen müssen, dass er ein miserabler Schwimmer war. Eigentlich konnte er nicht einmal ein bisschen schwimmen. Was fast dazu geführt hatte, dass er ertrunken wäre, hätten ihn nicht ein paar Bauern aus dem Wasser gezogen. Seitdem brachte er Gewässern weitaus größeren Respekt dar… aber Angst hatte er nicht. Er war es gewohnt Unwohlsein oder Angst zu unterdrücken. Sein Blick wanderte wieder zu den Silhouetten der Palmen am anderen Ufer, während das Schiff langsam eine Wendung vollführte um in den Hafen einzulaufen. Plötzlich stutzte er. Hatte er da nicht gerade eben etwas im Wasser gesehen? Der Nomade sah noch einmal genauer hin, es hätte auch ein großer Fisch sein können.
Zuletzt geändert von Karim am Do, 02. Mai 2013 15:55, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Das Leben ist ein langer und steiniger Fluss.

Beitrag von Nanami » Di, 09. Okt 2012 20:03

Nanami entschied sich für letzteres und machte die unangenehme Entdeckung, dass das Schwimmen gegen die Strömung, wie sie der große Strom beherbergte, ziemlich anstrengend war. Zwar versuchte die junge Lyr alle Weile Pause einzulegen, dennoch merkte sie wir ihr allmählich die Kräfte schwanden. Zudem spürte sie, je länger sie schwamm, und je öfter sie eine kleine Pause an Land einlegte, ihre Bisswunde an ihrer linken Wade immer schwerer pochen. Vielleicht sollte sie mal wieder ihre Verbände wechseln? Nach kurzer Inspektion ihrer kleinen, wasserdichten Tasche aus Seetang wurde ihr klar, dass sie ihren Vorrat an Verbandsmaterial schon verbraucht hatte. Innerlich verfluchte sie das Wolfsgetier, dass sie angefallen hatte, äußerlich war ihr jedoch nach Heulen zu Mute. Also tat sie dies, bemitleidete sich eine kleine Weile selbst um sich dann auf die Suche nach nützlichen Seeblättern zu machen, die einen akzeptablen Verband hergeben würden.
Doch schon während sie am gar nicht so tiefen Grund des riesigen Flusses umherschwamm, spürte sie, wie sie von bleiernder Müdigkeit übermannt wurde - es fiel ihr sogar derart schwer die Augen offen zu halten, dass sie fast dreimal über die selbe Stelle im Flussgrund schwamm, ohne dass es ihr auffiel. Das Suchen gestaltete sich als ziemlich schwer - nicht nur war die Vegetation im Süßwasser ganz anders, als Nanami es gewohnt war, auch machte ihr die immer stärker werdende Strömung mit jeder Minute mehr zu schaffen. Während ihrer Suche kam sie sogar gefährlich nahe an einen riesigen Schiffskiel, der neben ihr vorbeiglitt - sie hatte das Menschenschiff gar nicht wahrgenommen! Erschrocken machte sie, dass sie näher ans Ufer schwamm.
Als sie schließlich mehr schlecht als rechte Seeblattimitate in der Hand hielt und wieder an Land saß - in der Sonne, vernünftig wäre gewesen: Nicht leicht sichtbar im Windschatten eines Felsens, doch da ihr ohnehin schon sehr kalt war, bevozugte sie die abendlichen Sonnenstrahlen zu nutzen - bemerkte sie, wie schlecht es ihr im Grunde genommen ging. Entweder war ihr zu warm oder zu kalt, sie fühlte sich als hätte sie einen großen Stein auf den Kopf bekommen und hatte heftige Kopfschmerzen, leicht übel war ihr auch und zu guter Letzt war ihr sehr nach Heulen zu Mute - vom Heimweh ganz abgesehen. Wieso hatte sie nochmal ihre Bucht verlassen wollen? An ihre Schwester und ihre Aufgabe versuchte sie gar nicht erst zu denken. Nachdem sie sich die Bisswunde verbunden hatte, die inzwischen wieder angefangen hatte zu bluten, schlang sie die Arme um ihre Knie und vergrub den Kopf in den Armen. Wie dumm sie doch gewesen war, alleine loszureisen! Jetzt würde sie nie den Weg nach Hause antreten können, zum einen nicht weil es ihr ihr Stolz verbot, zum anderen weil sie am liebsten nur noch schlafen wollte..

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Re: Das Leben ist ein langer und steiniger Fluss.

Beitrag von Sadiru del Ùmanyar » Mi, 17. Okt 2012 15:59

Noch leicht erschöpft wollte Sadiru von seinem Lager aufstehen und sich auf den Weg in die Stadt machen. Die Blonde hatte ihre Arme um seinen nackten Oberkörper geschlungen und schlief noch tief und fest. Grob schob er ihre Hände von sich weg und stand auf. Das Weib seufzte leise und bewegte sich leicht. Während er vor dem Bett stand und ihren Körper betrachtete, dachte er an den vorhergegangenen Abend zurück und an das was sie ihm von der Stadt in der er sich befand erzählt hat. Ihren Akzent hatte er nur schwer ertragen, als sie noch nicht mit ihm gesprochen hatte war sie ihm lieber gewesen, doch wenigstens wusste der Dämon jetzt, dass er sich auf dem richtigen Weg befand und noch einige nützliche Sachen über die Stadt allgemein. Zum Beispiel wo das beste Bier zu finden war und welche Händler am Markt halbwegs faire Preise für Reisende boten. Während er seine Kleidung zusammen sammelte und sich wieder anzog erwachte die Schöne und blinzelte ihn verschlafen an, „Wieso bist du denn schon wach?“ Sie hatte eine saubere Wortwahl doch ihre sich schleppende Aussprache störte ihn ungemein. Redu warf ihr ihr Kleid hin, welches sie etwas verwirrt auffing. „Du gehst jetzt wieder.“ Sie hatte wohl viel erwartet, doch dass er sie so schnell wieder aus Zimmer warf, kam scheinbar unerwartet. Sie schaute ihn mit großen Augen an und bewegte sich zunächst nicht vom Fleck. Redu wartete geduldig, für ihn geduldig, was so viel bedeutet wie er wartete höchstens eine Minute, ob sie sich bewegte und als immer noch nichts geschah herrschte er sie an „Was liegst du da noch so rum? Ich hab gesagt raus mit dir!“ Der Ausdruck in seinen Augen und der drohende Unterton in seiner Stimme werden sie wohl wachgerüttelt haben. Sie beeilte sich, dass sie ihr Kleid anzog und stürzte aus dem Zimmer hinaus. Bei jedem anderen Mann hätte sie wohl noch etwas Schnippisches gesagt, doch sie merkte Redu sein Temperament an und wollte wahrscheinlich nicht von ihm verletzt werden.

Im Wirtshaus genehmigte er sich erst mal ein kräftiges Frühstück mit einem Krug Bier und fragte den Wirt wie er am schnellsten zum Markt und zu den Schiffen kam. Der Wirt, ein schon etwas älterer und untersetzter Mann, erklärte ihm die beiden Wege nachdem Redu eine Münze springen hat lassen, die er sich später schon auf irgendeine Art und Weise wieder zurückholen würde.
Gemächlich schlenderte er auf dem Markt entlang und besah sich die Stände. Von allen Seiten drangen laute Rufe an sein Ohr. Jeder Verkäufer pries seine Waren als die besten des gesamten Marktes an oder zankte sich gerade mit jemand. Der Dämon rümpfte die Nase als er an bestimmten Ständen vorbeiging, Fischstände waren besonders schlimm. Nicht nur der allgemeine Gestank der Stadt drängte dann auf seine Nase ein, sondern auch dieser ekelhaft salzige und teilweise angefaulter Geruch der Fische. Kurz darauf kam er in ein Gebiet an dem viele Gewürzhändler sich aufhielten, an diesem verweilte Redu länger. Die Düfte der Kräuter und der Gewürze überlagerten den Geruch nach Unrat, Menschen und noch so einigen ekelhaften Dingen. Welchen Händler Sadiru aber eigentlich suchte, war der Obsthändler von dem er am Vortag den Pfirsich. Gegen Mittag fand er auch den Händler, doch diesmal stand eine Frau mit ihrem Sohn am Stand. Selbstsicher ging er auf den Stand zu und zielte die paar Pfirsiche an, die die Frau zu verkaufen hatte. Mit seinen langgliedrigen Fingern tastete er die Pfirsiche ab und suchte sich die besten heraus. Es war hochwertige Ware, auch wenn die Pfirsiche für ihn nur mittlere Qualität waren. Zur Frau gewandt fragte er wie viel sie denn für die Pfirsiche haben wolle und lachte nur über den Preis. „Die schlechte Qualität willst du mir für den Preis andrehen? Schau doch, der hier hat schon die ersten Dellen!“ Er hatte seine Stimme leicht erhoben, damit ihn andere Leute auf dem Markt hören konnten und ihn und die Frau beobachteten. Tatsächlich hatte er die Dellen im Obst selbst verursacht. Die Frau schien leicht peinlich berührt, doch ließ sie sich nicht von ihm einschüchtern und antwortete ihm „Ich verkaufe nur beste Waren. Mit meinen Pfirsichen ist alles in bester Ordnung.“ Redu hielt ihr den gedellten Pfirsich unter die Nase und beeinflusste die Luft so, dass auf fast allen Pfirsichen Druckstellen auftauchen. „Also unter Ware mit guter Qualität verstehe ich etwas anderes! Ich zahle dir dafür höchstens den halben Preis.“ Die Frau wollte weiterhandeln, doch merkte sie wie ihre Ware immer mehr Dellen bekam und an einigen Stellen wie von selbst aufriss. Sie konnte sich keinen Reim drauf machen, doch hatte sie schon von Magiern gehört und sie konnte es sich auch nicht leisten, dass ihre Waren womöglich noch mehr beschädigt werden würden. Sie überließ ihm die Früchte für etwas mehr als den halben Preis und der Dämon ging lächelnd die Straße hinunter und machte sich auf den Weg zum Hafen der Stadt. Seevögel konnte man in der ganzen Stadt hören und die Segel der Schiffe sah Sadiru schon von weitem. Mit seinen Pfirsichen in der Hand marschierte er geradewegs darauf zu. Menschen die ihm im Weg liefen wurden einfach umgerannt oder wichen ihm von selbst aus. Der Dämon war an dem Tag gut gelaunt und freute sich als er vor den Schiffen stand. Es herrschte ein ewiges kommen und gehen. Mal legten Boote oder Schiffe an und mal ruderten sie zum Fluss hinaus und nahmen Fahrt auf. Sadiru schlenderte an den Schiffen entlang und stellte sich vor wie es sein musste auf einem solchen Ding zu stehen. Viel Zeit verbrachte er bei den Schiffen und ging nur einmal weg weil er Hunger bekam und sein Obst schon aufgegessen war. Am Hafen reihten sich mehrere Schänken und er ging wahllos in eine die nicht allzu heruntergekommen wirkte, schließlich wollte er was essen und nicht nur was trinken. Sadiru fand die Schänke für gut und aß sich satt und trank in seiner Ecke ruhig sein Bier. Er beobachtete die Ankömmlinge und überlegte, ob er nicht jemanden ansprechen sollte. Vielleicht fuhr jemand in seine Richtung oder wollte gar aufs Meer hinaus. Guten Wind würde dieses Schiff auf jeden Fall haben.
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Re: Das Leben ist ein langer und steiniger Fluss.

Beitrag von Karim » Fr, 19. Okt 2012 21:43

Auf jeden Fall war es kein Fisch, den er da im Wasser beobachtet hatte, aber viel mehr als einen blauen Schemen konnte er nicht erkennen. Er sah sich um, doch auf dem Schiff schien das Wesen sonst niemand bemerkt zu haben. Die Matrosen waren an den Rudern und manövrierten auf Anweisung des Kapitäns in den Hafen ein. Außer ihm interessierte sich niemand für etwaige … Was auch immer. Während das Schiff wendete und auf einen Landesteg zuruderte schlenderte der Nomade zügig aber ohne viel Aufmerksamkeit zu erregen an die gegenüberliegende Bordseite. Da war es wieder, von weitem sah es im Grunde menschlich aus, mit der Ausnahme ganz eindeutig blau zu sein. Langsam glitt die Gestalt außer Sicht, als das Schiff hinter die Kaimauer glitt und das letzte was er von ihr sah war wie es sich aus dem Wasser zog und auf den Strand zu bewegte. Er runzelte die Stirn. Eigentlich konnte es ihm egal sein, was das gewesen war, aber andererseits hatte er heute Abend sowieso nichts Besseres vor. Auf dem Schiff hatte er genug Zeit zur Meditation und Körperertüchtigung gehabt. Es gab einen kleinen Ruck als das Schiff, das beständig an Geschwindigkeit verloren hatte sanft an die, mit Stroh gefüllten Säcke, am Rande des steinernen Steges prallte. Sofort sprangen einige Matrosen auf um das Schiff mit dicken Tauen am Steg zu befestigen. Schon zuvor hatte man die Ruder an der Stegseite eingezogen.

Karim, der sich immer noch nicht an seinen vollen Namen erinnerte, wartete nicht ab bis das Anlegemanöver abgeschlossen war. Die Fahrt hatte er im Voraus bezahlt und da er mittlerweile beschlossen hatte sich das blaue Wesen genauer anzusehen wollte er keine Zeit verschwenden. Während die Matrosen das Schiff noch vertauten ignorierte er deren überraschte Blicke und sprang geschickt über die niedrige Bordwand. Nach den ersten paar Schritten tauchte er in die Masse aus Matrosen, Hafenarbeitern, Händlern und einfachen Reisenden ein, die sich lautstark auf dem Hafengelände tummelten. Die meisten von ihnen trugen die ortstypische Kleidung der Menschen aus Kamirûsh, doch seine Nomadentracht war nicht so außergewöhnlich, als das er wie ein bunter Hund heraus gestochen wäre. Gewandt schlängelte er sich durch das Salzvolk, selbst die wenigen Rempler die er kassierte kaschierte er mit federnden Schritten. Für die Möwen, die über ihnen kreisten musste er wie ein Leopard wirken, der durch das hohe Gras einer Savanne pirschte. Schon auf dem Schiff hatte er sich eingeprägt wohin er musste, hier mitten im Gedränge wäre das unmöglich gewesen. Trotzdem kam er leicht von seinem gewählten Weg ab.

Als er auf eine weniger belebte Stelle kam fand er sich vor einer Hafenschänke wieder. Ein Platz so gut wie jeder Andere um sich neu zu orientieren. Es war nicht schwer die Erhöhung des Tors zu finden, die den Weg kennzeichnete, welcher hinter die Mauer zu dem Uferweg führte. Er schätzte dass die Fischer am Morgen auf jenem ihrer Arbeit nachgingen, doch das war zu dieser Zeit nichtig. Er wollte schon weiter gehen, als er von einem leichten Zupfen unter seinem Gewand abgelenkt wurde. In einer fließenden Bewegung fuhr er herum, sein Arm zuckte wie eine angreifende Kobra hinunter und packte zu. Dem stählernen Griff hatte der Junge nichts entgegen zusetzen, auch wenn er sich anfangs noch davon winden wollte. Er nahm dem kleinen Dieb, höchstens zwölf Jahre alt, seine Geldbörse aus den Fingern und steckte sie wieder unter sein Gewand. Dabei zog er ihn nah an sein Gesicht, während er sich bückte. Seine fast schwarzen Augen schienen den Jungen regelrecht zu durchbohren, jener wurde trotz seiner sonnengebräunten Haut blass.
„Wenn dir dein Leben lieb ist, versuchst du das nie wieder bei mir. Das kannst du auch deinen Freunden sagen.“
Seine Stimme war leise und ruhig, aber dermaßen schneidend, dass der Junge ängstlich nickte und ihm die Drohung glaubte. Die Tatsache, dass er so schnell reagiert hatte und sein kehliger Akzent taten ihr Übriges. Er ließ ihn los und im Nu war der Kleine in der Menge untergetaucht. Einen Augenblick sah er ihm noch nach, dann wandte er sich um und ging ohne weitere Verzögerung, durch die Menschen, wieder in Richtung Tor.

Kaum hatte er jenes durchschnitten brach der Menschenstrom praktisch sofort ab. Nur noch vereinzelte waren unterwegs, zumeist Fischer oder Bauern. Als er sich unbeobachtet wähnte verließ er den fest getrampelten Weg und suchte sich seinen Weg zu den, mit Palmen gesäumten, Strand. Vereinzelt lagen einige Felsbrocken herum, woher sie stammen mochten, konnte er nicht sagen, doch oft hatten sich in ihrem Windschatten kleine Kuhlen gebildet. Diese bildeten einen leichten Sichtschutz zu der Straße weiter oben und der Nomade begann das Gebiet in dem er die blaue Gestalt zu letzt gesehen hatte penibel abzusuchen. Für ihn, der die brennende Hitze der Wüste gewohnt war, war die Abendwärme kühlend angenehm.
Aus der Dunkelheit schlagen wir zu, schnell und tödlich, und wenn unsere Feinde sich regen erwartet sie nur die Dunkelheit.

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Re: Das Leben ist ein langer und steiniger Fluss.

Beitrag von Nanami » So, 21. Okt 2012 19:52

Als die junge Lyr ihre Augen öffnete spürte sie die Kälte in ihren Gliedern als ob sie jemand langsam in sehr kaltes Wasser tauchen würde - trotzdem fühlte sich ihre Kehle wie ausgetrocknet an. Sie konnte nicht lange geschlafen haben, höchstens ein paar Minuten, da die Sonne fast immer noch an der selben Stelle im Himmel stand - und doch fühlte sich Nanami wie durch die Mangel genommen an. Ihr Kopf war wie in Federn gepackt, ihr war sehr sehr kalt und doch irgendwie unangenehm warm, ihr Hals wie ausgetrocknet und sie hatte das Verlangen nach einer heißen Suppe. Sofort spürte sie wieder das vertraute Gefühl des Heimwehs in ihr hochsteigen, und sie bewegte ihre Beine, um sich etwas zu bewegen und wieder ins Wasser zu gleiten - was sich als Fehler herausstellte. Ihre Wade, angeschwollen und inzwischen leicht eitrig, sah nicht nur schrecklich aus sondern fühlte sich auch so an wie sie aussah. Sofort machte sich die Lyr daran, ihre notdürftigen Verbände zu wechseln, ein paar inzwischen getrocknete Seeblätter hatte sie noch - doch auch hinterher war das Gefühl nicht besser. Als sie versuchte aufzustehen, schwankte sie ziemlich und das Bewegen des Beines war tränenreich. Sie rutschte also näher ans Wasser heran und versuchte zu schwimmen, vielleicht würden ihre Glieder ja dadurch etwas gelockert werden - doch das machte alles nurnoch schlimmer. Auf einmal schien ihr Körper vielmehr zu wiegen, als üblich und sie spürte, wie ihr das Blut in die Wangen schoss. Hatte sie etwa Fieber? Sie befühlte ihre Stirn, die ihr unglaublich heiß zu sein schien. Dennoch wusste sie natürlich, dass eine Selbstdiagnose schwierig war.. Soweit sie es beurteilen konnte, hatte sie es wohl durch den Biss des Wolfstieres geschafft, sich eine entzündete Wunde zuzuziehen! Klasse!

Was würde sie nun tun, wenn sie noch zu Hause wäre oder eines ihrer geliebten Tiere verarzten müsste? Ruhe, etwas zu Trinken und regelmäßig neue Verbände. Zumindestens der erste Punkt müsste sich doch hier erfüllen lassen.. mit leicht gespielter aber nicht ganz echter Ruhe schwamm sie zurück an Land, dachte dabei jedoch gar nicht auf Deckung für eventuell am Ufer entlangspazierende Menschen oder den Blick derjenigen am anderen Ufer.. auch wenn da in einiger Entfernung Schiffe ankerten. Sie lehnte sich also gegen einen größeren Felsen in der Sonne und schloss die Augen. Wenn sie doch nur nicht so müde wäre, und ihr nicht so.. warm. Die abendliche Sonne hatte es ganz schön in sich, aber wenn sie in den Schatten rückte, war Nanami im handumdrehen wieder eiskalt. So ging es eine kleine Weile hin und her, bis ihr irgendwann übel wurde und sie es nicht mehr auf der Stelle aushielt.. sie stand auf und hatte sichtlich Mühe, sich auf den Beinen zu halten - so schwindlig war ihr! "Das.. ist nur eine kleine Wundinfektion. Nur keine Sorge..", flüsterte sie leise zu sich selbst. Jetzt fing sie auch noch an mit sich selbst zu sprechen! Aber vielleicht besser als in Selbstmitleid zu versinken.. Sie humpelte bis zu einem scheinbar Kilometer entfernten Busch, einfach nur im Falle eines Falles.. doch als sie da ankam, war ihr schon gar nicht mehr übel. Dafür hatte sie wieder schreiende Kopfschmerzen und, schlimmer noch, Gliederschmerzen überfielen sie wie ein Regenschauer bei Unwetter.

Sie drehte sich um und wollte wieder zu ihrem vertrauten Felsen gehen, überschätze jedoch ihren eigenen Kraftreserven und stolperte über einen Ast, knickte unglücklich um und landete in genau dem Gebüsch in das sie überlegt hatte, sich zu übergeben.. ein Glück hatte sie es nicht. Dafür hörte die junge Lyr, gerade als sie sich stöhnend und leicht selbstmitleidig fluchend aufrappeln wollte, knirschende Schritte auf dem kiesigen Strand des Flussufers. Ihr Herz setzte für einen Moment aus. Das durfte nicht sein! Sofort musste Nanami wieder an ihre unfreiwillige Begegnung mit den Kindern, die den wilden Wolf mit sich geführt hatten, denken und sie stoppte in ihrer Bewegung. Leider war das Blättergestrüpp des Strauches, in dem sie sich befand (und der natürlich zu allem Pech auch noch kleine Dornen hatte) rechtdürftig und so konnte Nanami, die angespannt die Luft anhielt, die Konturen einer Gestalt ganz in der Nähe ihres Felsens sehen.
Oh nein! Fiel es ihr siedend heiß ein. Vor dem Felsen lagen ja noch ihre Sachen! Ihre kleine Tasche aus gewobenem Seetang und der Waldolch ihres Vaters! Wie konnte sie nur so dumm sein und den in der Tasche mit sich rumtragen.. nach dem Vorfallmit dem Untier sollte sie es doch besser wissen.. Was war nun, wenn der Mensch ein Dieb oder ein Herumtreiber, von denen hatte sie schon schlimme Dinge gehört, war und ihre Sachen mitgehen ließ? Verzweifelt ballte Nanami ihre Händen zu Fäusten und übersah dabei leider ein paar Dornen des Gebüsches.. sie zuckte bei dem Schmerz, den die Dornen in ihrer Haut verursachten, zusammen und hoffte, dass der Mensch zuckende Büsche nicht so auffällig fand..

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Re: Das Leben ist ein langer und steiniger Fluss.

Beitrag von Sadiru del Ùmanyar » Di, 23. Okt 2012 21:31

Nach seinem dritten oder vierten Bier beschloss der Dämon wieder nach draußen zu gehen. Die Leute hier wirkten nicht sehr vielversprechen. Er wollte auf ein Schiff, genug Geld konnte er sich besorgen, das war nicht das Problem, aber er wusste nicht wie er zu einem Schiff kommen sollte. Redu ging zum Wirt an die Schank und beugte sich leicht über den Tresen. Er überragte die Menschen in seiner Umgebung um einiges und zog die Blicke der Menschen auf sich. Die Leute hier hatten meistens dunkles Haar und waren im Vergleich zu ihm klein. Der Wirt war ein großer und muskulöser Mann mittlerem Alters dessen Haar allerdings schon schütter wurde. Im Vergleich zu dem Dämon wirkte er aber dennoch klein, Redu überragte ihn um ungefähr zwei Handspannen. Redu starrte den Wirt solange an, bis er zu ihm rüber kam und versuchte seinen Blick in die Augen zu erwidern. Als der Mensch den Blick abwandte fragte er, ob er hier auf ein Schiff gehen konnte und mit diesem flussabwärts fahren könnte. Der Schankwirt überlegte einige Zeit und rief nach einem anderen Mann. Diesem sah man deutlich an, dass er Jahre wenn nicht sein halbes Leben auf dem Schiff verbracht haben musste. Er war durch Mangelerscheinungen gezeichnet und als er Lächelte entblößte er nicht nur schief gewachsene Zähne, sondern auch schwarze Zahnstumpen und Zahnlücken. Scheinbar schämte er sich dessen nicht, denn der Mann lachte viel und vor allem lachte er laut. Der Dämon mochte ihn jetzt schon nicht. Doch was tat man nicht alles für ein Schiff. Das Schiff würde zu einer Stadt an der Küste reisen. Den Namen hatte er schon längst wieder vergessen. Redu sollte sich in zwei Stunden vor der Schenke mit dem Kapitän des Schiffes treffen. Geld für die Schiffsreise hatte er zu wenig dabei gehabt und konnte nur eine Anzahlung leisten. Die Menschen verlangten unverschämte Preise! Die Reise sollte ungefähr 9 Tage bei günstigem Wind dauern und Redu wollte sich noch etwas Proviant mitnehmen, man konnte ja nicht wissen was einem diese Leute alles vorsetzen wollten.

Er war wieder auf den Markt gegangen und raubte die unachtsamen Verkäufer aus, von denen es überraschender Weise sehr viele gab. Es wurde gerade abgebaut und es tummelten sich nicht mehr so viele Menschen auf dem Marktgelände umher. Sadiru wartete bis jemand unachtsam war und beraubte ihn oder sie seiner Geldkatze. Später lauerte er in dunklen Gassen und brachte damit genügend Geld für die Reise zusammen. Redu schritt eilig mit seinen Sachen zu der Schenke und ließ die Geldringe in die Hand des Mannes rieseln. Dieser lächelte sein schmieriges Lächeln und Redu folgte ihm auf das Schiff. Nicht alle Matrosen waren so gezeichnet vom Leben auf der See wie der Kapitän, doch sah man an ihrer wettergegerbten Haut, dass auch sie alle schon lange auf dem Schiff lebten. Es war schon Abend und ihr Schiff war das letzte, welches aus dem Hafen ausfuhr. Redu hatte sich an die Rehling gelehnt und schaute dem Land zu wie es immer weiter weg trieb. Um ihn herum herrschte geschäftiges Treiben und einer der Matrosen rannte in ihn hinein. Woraufhin Redu den Jungen packte und nur mit einer Hand über Bord hielt. Der Bursche zappelte solange bis Redu langsam seine Finger zu öffnen begann, danach verhielt sich der schwarzhaarige Bursche ruhig. Der Dämon schüttelte ihn kurz durch und warf ihn schließlich wieder zurück auf das Deck. Der Junge kroch von ihm Weg und beeilte sich seine Arbeit wieder aufzuholen. Das Spektakel hatte keine fünf Minuten gedauert, doch ist Redu von den anderen Männern am Schiff beobachtet worden und sie gingen ihm schließlich aus dem Weg. Sadiru verzog sich bald unter Deck und verschlief den ersten Abend. Er wurde von den anderen Männern geweckt die ebenfalls sich in ihre Hängematten warfen und laut schnarchten. Mürrisch stand der Dämon auf und setzte sich an den Bug. Es wirkte als ob er schliefe, doch konzentrierte sich der Dämon und beschwor mit der Magie die in seinem Körper pulsierte einen gleichmäßigen Wind herauf, der das Schiff antrieb. Der Wind hatte gerade günstig gestanden und Sadiru verstärkte eigentlich nur die Kraft des Windes. Er musste sich für den Zauber voll konzentrieren und schlief irgendwann ein. Von warmen Sonnenstrahlen wurde er am nächsten Morgen geweckt.

Auf einem Schiff aufzuwachen war eine eigene Erfahrung die er froh war gemacht zu haben. Die Männer die an Deck umherwuselten ignorierte der Dämon und erhob sich. Mit Beiden Händen auf die Reling gestützt schaute er auf den Fluss, der im morgendlichen Licht glitzerte. Das Schiff hob und senkte sich sanft als es durch das Wasser schnitt. Die grünen streifen Land die an der Seite des Flusses entlanggingen zogen an ihm vorbei. Einzelne Bauern pflügten mal ein Feld an einer besonders fruchtbaren Stelle oder ließen ihre Tiere grasen.
Mit den Männern am Schiff sprach er nicht viel, außer wenn es Nacht wurde und einige ihre Alkoholvorräte auspackten. Dann gesellte er sich zu ihnen und trank mit. Auch wenn er nicht viel von sich erzählte und ihnen auch teilweise direkt sagte, dass es sie nichts anginge was er machte, tranken sie doch mit ihm. Vielleicht wollten sie ihn abfüllen und Seekrank machen, doch Redu vertrug viel Alkohol, sehr viel sogar und trank die meisten Sprichwörtlich unter den Tisch. Er hörte sich gern die Geschichten der Seeleute an, doch bezweifelte er, dass sie alle der Wahrheit entsprachen. Einer behauptete, dass er einmal auf einer Insel mit vielen Meerjungfrauen gelandet sei. Was er mit ihnen angestellt haben wollte verriet der Seemann ihnen auch, doch Redu fragte sich wie er das mit einem Fisch wohl angestellt haben mochte. Ein Anderer behauptete wiederum einmal gegen ein Seemonster gekämpft zu haben. Eine Geschichte die er öfters erzählte und jedes Mal irgendwie anders klang, etwas das nicht wirklich zur Glaubhaftigkeit des Mannes beitrug.
Die Nächte verstrichen und wichen den Tagen. Redu sah sich den Fluss zu allen Tageszeiten an. Auch einmal als Nebel wie eine wabernde weiße Masse über den Fluss auf das Schiff zukroch und ihnen binnen Minuten die Sicht versperrte. Stand man an einem Ende des Schiffes konnte er nicht einmal bis zum anderen Ende blicken. Die Seeleute machten sich Sorgen, ob sie nicht irgendwo gegenfahren konnten, Redu allerdings starrte am Schiff hinunter auf die Nebelmasse, welche das den Rumpf umspielten und es aussehen ließen als ob sie nicht auf Wasser, sondern auf Wolken fuhren. Der Anblick als die Nebelsuppe von Sonnenstrahlen durchbrochen wurde gefiel dem Dämon ausgesprochen gut. Wie Speere aus Licht drangen sie durch das Weiß des Nebels und bald waren die letzten Schlieren des Nebels verschwunden, was die Matrosen aufatmen ließ.

Die Reise dauerte nicht ganz zehn Tage. Einen der Männer, Kerin hieß er, vermutlich, hörte er Rufen, dass sie sich der Stadt näherten. Redu richtete sich langsam von seiner sitzenden Position auf und schlich unter Deck. Vielleicht konnte man hier ja etwas Nützliches finden. Während alle an Deck waren packte er seine Sachen zusammen und nahm sich mal hier mal da einen der Ringe die hier als Geldwährung verwendet wurden. Viel bekam er nicht beisammen, aber genug um ein paar Tage zu überstehen. Schließlich hatte er selbst noch ein wenig Geld. Als das Schiff vertäut wurde nickte der Dämon den Männern zu und sprang von Bord. Die Stadt war ungefähr gleich groß als die aus der er kam, doch der Hafen und die Nähe zum Meer faszinierten ihn. Unschlüssig stand er da und überlegte sich ob er sich im Fluss waschen sollte, oder besser sich irgendwo einen Zuber herrichten lassen und sich mit etwas Glück noch von einer Frau verwöhnen zu lassen.

Er entschied sich für den Zuber, denn obwohl das Wasser des Flusses sauber aussah, wollte er lieber mit einer Frau zusammen zubern, eindeutig eine angenehmere Sache als im kalten Fluss zu schwimmen. Als er aus dem Lokal, in dem er sich zum Waschen befunden hatte, wieder heraustrat ging er zum Haben und schritt mit seinen Sachen zu den Schiffen hin. Er konnte das Meer schon fast sehen. Eine dicke blaue Linie welche sich am Horizont abzeichnete, sagte ihm, dass er endlich wieder ganz nahe an dem Gewässer war zu dem es ihn hingezogen hatte. Prachtvolle Schiffe ankerten hier und er schaute sie sich gerne an und er schlenderte den Hafen entlang und wollte sich alle Boote und Schiffe ansehen.
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Re: Das Leben ist ein langer und steiniger Fluss.

Beitrag von Karim » Mi, 24. Okt 2012 1:30

Als sonderlich ergiebig erwies sich seine Suche nicht gerade. Nach einigen Minuten hatte er weder eine Gestalt, noch irgendwelche Spuren oder überhaupt sonst ein Zeichen gefunden. Vielleicht hatte er sich wirklich getäuscht, die Wüste konnte einem schon Streiche spielen. Doch hier am großen Strom? Wahrscheinlich war das Weseneinfach bereits längst wieder weg… er seufzte. Also gut, dann eben wieder zurück. Einige Dutzend Meter über sich hörte er zwei Stimmen miteinander scherzen, aber sie waren zu weit entfernt, als das er die Worte verstehen konnte. Außerdem entfernten sie sich in Richtung der Stadt. Nach einem weiteren Blick gen Himmel, die Augen gegen die untergehende Sonne zu kleinen Schlitzen zusammen gepresst, entschied er seine Suche aufzugeben. Der Nomade hatte sich bereits herum gedreht als er noch einmal inne hielt. Das klang wie unterdrücktes Stöhnen und Fluchen. Genau konnte er den Ursprung der Geräusche nicht ausmachen, doch sie waren nicht allzu weit entfernt. Auf jeden Fall kamen sie von Stellen die er noch nicht abgesucht hatte, scheinbar hatte sich das Wesen – falls es dies denn war – bewegt. Vorsichtig schritt er näher, versuchte sich nichts entgehen zu lassen, konnte aber nicht vermeiden, dass seine Schritte auf dem Uferkies knirschten. Hier wuchsen vereinzelte dornige Sträucher zwischen den Felsen und neben einem der Felsen entdeckte er auch endlich etwas.

Langsam ging Abu Amal auf die Knie, das war eindeutig eine Tasche, gar keine Zweifel. Doch das Material… so etwas hatte er noch nie gesehen, es schien aber irgendeine Art von Pflanze zu sein. Vorsichtig öffnete er sie, Skrupel oder Gewissensbisse hatte er deswegen keine. Aber der Inhalt war übersichtlich, der Nomade zog ein dünnes Kleid hervor. Anhand der Größe hielt er es für das Kleid einer Erwachsenen, auch wenn ihm der Schnitt nicht bekannt war. Sicherlich stammte es nicht aus der Wüste oder den Städten darin, und auch in Kamirûsh hatte er so eines noch nicht gesehen. Schien sich wohl um einen weiblichen Mensch oder Elf zu handeln. Aber blau?! Er packte das Kleid wieder in die Tasche zurück und widmete seine Aufmerksamkeit dem zweiten Fund. Einen Dolch, lag gut in der Hand, wenngleich der Griff eindeutig nicht für seine Hände geschnitzt wurde. Kein Wunder. Er bestand aus Knochen und zeigte so gut wie keine Abnutzungsspuren. Entweder war er sehr neu oder die Person, der er gehörte, hatte ihn nicht oft verwendet. Beides waren Dinge, die man nicht einfach so liegen ließ. Zumindest nicht, wenn man nicht gerade Luxus in Übermaß besaß. Seiner Meinung nach konnte die Besitzerin nicht weit entfernt sein. Vielleicht versteckte sie sich?

Der Nomade richtete sich wieder auf, steckte dabei den Dolch ebenfalls in die Tasche, diese behielt er in der Hand und sah sich um. Die Verstecke waren übersichtlich. Entweder verbarg sie sich hinter einem Felsen, war auf eine der wenigen Palmen geklettert oder steckte in einem der Büsche. Er ging ein paar Schritte, blickte nach oben und entdeckte nichts an den Palmen, als ihm einfiel, dass sie ja auch ins Wasser gegangen sein konnte. Schließlich hatte er die blaue Frau dort das erste Mal beobachtet. Misstrauisch ließ er seinen Blick über die Wasseroberfläche gleiten, konnte aber nichts entdecken. Da sah er eine Bewegung im Augenwinkel, sofort ruckte sein Kopf herum und seine freie Hand unter das lange Übergewand, umfasste den kühlen Griff des Krummdolches. Erst als er die Bewegung als „zitternden“ Busch erkannte lockerte sich sein Griff und entspannte sich wieder. Das braune Leder und der grüne, seltsame Stoff waren gar nicht so schlecht geeignet um sich in dem Strauch zu verbergen. Doch wenn man erst einmal genau hinsah, erkannte man doch, dass dort jemand im Strauch lag. Davon abgesehen stachen diverse blaue und weiße Flecken ebenfalls hervor. Er näherte sich dem Strauch gelassen bis auf etwa vier Schritte, die Frau machte keinerlei Anstalten sich zu offenbaren, bevor er stehen blieb und einen Augenblick wartete.
„Gebt euch zu erkennen, ich kann Euch sehen. Der Strauch dürfte sowieso nicht allzu bequem sein.“
Sprach er die Versteckte in miruanisch und seinem kehligen Akzent an. Er war in Kamirûsh, natürlich versuchte er es mit der Landessprache.
„Ich nehme an die Tasche und der Dolch gehört ebenfalls euch?“
Seelenruhig blieb er auf seinem Platz stehen, allerdings musste er sich eingestehen, dass er dann doch neugierig war, was sich ihm für ein Anblick bieten würde.
Aus der Dunkelheit schlagen wir zu, schnell und tödlich, und wenn unsere Feinde sich regen erwartet sie nur die Dunkelheit.

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Re: Das Leben ist ein langer und steiniger Fluss.

Beitrag von Nanami » Mi, 24. Okt 2012 18:11

Ihr Herz schien ihr aus der Brust springen zu wollen, so laut pochte es. Sie war entdeckt worden! Für einige Sekunden konnte Nanami nichts tun, außer ihr wie wild hämmerndes Herz zu beruhigen und sich einzureden, dass alles gut gehen würde. Was war nun, wenn sie direkt in die Arme eines Räubers oder Meuchelmörders gelaufen war? Auf dem Land war das gar nicht so unwahrscheinlich, ihre Schwestern hatten sie gewarnt - diese Menschen waren schlimmer als Piraten, die warfen ihr Opfer hinterher wenigstens wieder ins Wasser..
Mit zitternden Beinen - das Adrenalin, dass sie nun durch den Schreck durchströmte gab ihr die Kraft, aufzustehen - erhob sie sich, leich schwankend und blinzelte gegen die Strahlen der Abendsonne. Erst konnte sie nur einen vagen Umriss ihres Gegenübers erkennen, da das Licht sie für einen Moment blendete, doch dann wurde ihre Sicht wider klarer.
Ihr gegenüber stand ein in sandfarbenen Stoff gehüllter Mann der sie mit einem Gesichtsausdruck musterte, den sie nicht zu deuten vermochte. Es konnte alles sein - Geringschätzung, Neugier, Fremdheit - ihr fiel nur auf, dass er nicht lächelte. Kein gutes Zeichen. Vielleicht war er noch keinen Lyr bisher begegnet, konnte ja sein, dass er nicht von hier - nein, er sieht wirklich nicht aus, als würde er am großen Strom geboren worden sein., ging es Nanami durch den Kopf. Die Leute, die sie bisher am Flusslauf hatte beobachten können, sahen allesamt irgendwie anders aus. Es fiel ihr schwer zu sagen, ob es nun die Haut- oder Haarfarbe war, irgendwo sahen sich Menschen ja alle ähnlich. So wenig Blautöne! Ihre Haut dagegen war geradezu schillernd - ein bisschen kam sie sich vor wie auf dem Präsentierteller und sie spürte, wie ihr Blut in die Wangen schoss. Dann fiel ihr Blick auf die Waffe, den Säbel, den der Mann an der Hüfte bei sich trug - von ihrer Position aus sah die Waffe ziemlich gefährlich aus - doch wahrscheinlich brauchte er die nicht mal, um sie zu überwältigen.

Nanami wollte gerade einen sicheren Stand einnehmen, da spürte sie auf einmal wieder die Schmerzen ihrer Bisswunde - und das Fieber. Ihr wurde leicht schwindlig und ihr Körper erinnerte sie unangenehm daran, dass es ihr ganz und gar nicht gut ging. Gleichzeitig kam ihr der Gedanke, dass der Mensch wahrscheinlich eine Antwort abwartete - schließlich hatte er sie etwas gefragt. Von einen Moment auf den anderen war ihr Mund wie ausgetrocknet. Wie ging die kehlige Lautsprache der Menschen nochmal? Sie konnte sich nichtmal genau daran erinnern, was er gesagt hatte, er hatte die Stimme am Ende des Satzes gehoben, also musste es wohl eine Frage sein - Gedankensprache war ja so viel einfacher! Sie öffnete den Mund und machte gleichzeitig unsicher einen Schritt nach hinten, spürte einen stechenden Schmerz in ihrer linken Wade und die Gliederschmerzen, die sich ihrer wieder bemächtigten, knickte ein und landete auf dem Hinterteil.
Oh Gott, war das peinlich! Ihre erste echte Begegnung mit einem Menschen hatte sie sich wirklich anders vorgestellt. Weniger.. blamabel. Sie spürte wie sie knallrot wurde und hätte sich am liebsten wieder in den Busch gerollt. Stattdessen richtete sie sich mühsam und keuchend wieder auf, stützte sich dabei auf einen Baum links von ihr. Sie spürte fast schon die ungeduldigen Blicke, die ihr der Mann zuwarf, immer noch auf seine Erklärung wartend. Vielleicht war es ja auch verboten, hier am Ufer zu verweilen? Vielleicht war er gar nicht hier, weil er sie ausrauben wollte? Doch da glitt ihr Blick an ihm vorbei auf den Platz, an dem vorhin noch ihre Sachen gelegen hatten - diese waren jetzt weg. Sie schluckte und holte Luft.
"T-t-ut mir Leid.", stotterte sie und krallte ihre Finger ängstlich in die trockene Rinde des Baumes, an dem sie lehnte. Warte, da war etwas nicht korrekt. Sie meinte natürlich: "Nein! I-ich meine, t-tut mir nichts!", verhaspelte sich die junge Lyr in ihren eigenen Worten und erwiderte nun den Blick des Menschen, unsicher. Ihre Stimme hörte sich irgendwie falsch an, so ungeübt. Kein Wunder, es war lange her seitdem sie zuletzt Kehllaute gemacht hatte. In ihrer Heimat hatte sie das natürlich auch nie gemusst. Trotzdem war ihre Stimme so anders als seine, was ihr komisch vorkam (Gedankenstimmen unterschieden sich in anderen Punkten, mehr gefühlstechnisch voneinander). Ihre war höher, leiser und irgendwie melodischer als seine, auch wenn sie gar nicht sang.
"I-ich wollte Euch ganz s-sicher nicht's tun, ich-", die Worte gingen ihr aus, wahrscheinlich hatte er sein Urteil, wie er sie ausrauben wollte, sowieso schon gefällt. Inzwischen machte ihr der Fragende - oder war ehr sogar schon bohrend? - Blick des Mannes Angst, und sie wurde immer unsicherer. Ihre Stimme wurde leiser und sie wusste nicht mehr so recht, was sie sagen sollte. Nanami fühlte sich schrecklich und sie warf ihm einen hilflosen Blick zu.
Zuletzt geändert von Nanami am So, 16. Dez 2012 19:16, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Das Leben ist ein langer und steiniger Fluss.

Beitrag von Sadiru del Ùmanyar » Di, 30. Okt 2012 22:16

Ein Schiff nach dem Anderen war am Hafen vertäut, von kleinen Nussschalen bis zu etwas größeren Frachtschiffen war alles vertreten. Die Menschen auf seinem Weg umrundeten ihn und waren darauf bedacht, dass sie ihn nicht anrempelten. Es war viel los hier, doch Redu konnte sich ganz einfach seinen Weg durch die Menge bahnen. Die Menschen wirkten geschäftig und doch fröhlich, selbst die Ärmsten unter ihnen trugen Amphoren mit Bier durch die Gegend, tranken gelegentlich und blieben gerne stehen um mit einem Anderen zu scherzen oder anzustoßen. Der Dämon fragte sich was hier wohl gefeiert werden sollte, denn das ein Fest anstand konnte er nicht übersehen. Er hielt einen der Menschen in seiner Umgebung an und fragte ihn ob es hier etwas Besonderes zu Feiern gab. Dieser schaute ihn an und lachte gut gelaunt. Der Mann erklärte ihm, dass die alljährlichen Regenfälle den großen Strom wieder anschwellen haben lassen und jetzt konnte jeder sein Leben genießen bevor die Arbeiten wieder begannen und der Alltag einkehrte. Der Dämon nickte zum Dank nur und ging dann weiter. Die Leute hier wollten feiern und da hatte der Dämon ganz und gar nichts dagegen. Es gab drei Dinge die Redu wirklich gerne mochte, das waren Pfirsiche, Bier und natürlich Frauen. Scheinbar würde es diese drei hier zu genüge geben. Mittlerweile war Sadiru zum Rand des Hafens gelangt und entfernte sich weiter von der Stadt. Jetzt gerade wollte er zum Fluss hingehen und sich an das Wasser setzen.

Die untergehende Sonne strahlte auf das Wasser verlieh ihm ein rötliches aussehen, welches Redu sehr gefiel und ließ es glitzern und Funkeln. Ein Trampelpfad führte zum Wasser und er schlenderte gemächlich den Weg entlang. Er hatte einen Flecken zwischen zwei Palmen neben einer Sanddüne angesteuert. Er achtete auf die Umgebung, die Dünen welche einem einen leichten Sichtschutz geben können. Für Pärchen war das sicher ein beliebter Ort um sich Abends oder Nachts zu treffen, falls man nicht gesehen werden darf. Etwas Blaues in der Nähe eines grünen Busches, das passte nicht in die Farben an Land. Er wandte der blauen Erscheinung seine Aufmerksamkeit zu und erkannte erst jetzt, dass dort eine junge Lyr stand. Ein Mann war an ihrer Seite und sie wirkte ziemlich verängstigt, für gewöhnlich würde er einfach weitergehen und da er noch etwas weiter entfernt von den Beiden. Er zuckte mit den Schultern und ging weiter, der Weg führte ihn sowieso an den Beiden vorbei. Die Frau oder vielleicht auch das Mädchen wird sich schon wehren können wenn irgendwas sein sollte. Und wenn nicht, konnte er ja eingreifen, falls er in der Laune dazu war.

Ursprünglich wollte Redu sich an der Palme niederlassen und seine Füße in das kühle Nass strecken, doch das blaue Mädchen stolperte rückwärts und fiel hin. Ihr Bein sah etwas ungesund aus, es konnte vielleicht entzündet sein, um das sollte sie sich vielleicht in näherer Zeit kümmern. Er blieb in der Nähe stehen und wollte zusehen, was als nächstes geschah. Vielleicht war es interessant genug um die Zeit, die er dafür aufwandte, nicht als verschwendet an zu sehen. Er unterzog die junge Frau einer Musterung und betrachtete die schillernden Schuppen auf ihrer Haut. Der Mann neben ihr sah nicht bösartig aus und er bezweifelte, dass der Mann ihr etwas antun würde.
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Re: Das Leben ist ein langer und steiniger Fluss.

Beitrag von Nanami » So, 16. Dez 2012 19:25

Ihr Gegenüber reagierte nicht sofort, stattdessen nahm Nanami am Rande ihres Blickfeldes eine andere Person wahr - hinter dem in sandfarben gekleidete Tücher stand eine weitere Gestalt, auch ein Mensch, zumindestens dachte Nanami das auf die Schnelle. Da das Gegenlicht in der Abendsonne doch recht stark war konnte sie nur angestrengt gegen die Sonne blinzeln und hoffen, dass sie dabei nicht zu dämlich aussah. Hoffentlich war er ihr nicht feindlich gesinnt - doch womöglich kannte er den Mann vor ihr. Ja. Das ergab Sinn. Nanami wurde blass und trat einige Schritte, wenn auch schwankend, zurück. Der Hintermann trat nun einen Schritt vor, das hieß doch was! "Bitte - tut mir nichts!", wiederholte sie mit zitternder Stimme und warf einen verzweifelten Blick zum Wasser. Wenn sie doch nur dort hin könnte! Doch sie stand mit dem Rücken zu den Landmassen, die ihr so gar keine Sicherheit boten.. so ein Anfängerfehler aber auch. Sie machte noch ein zwei Schritte zurück und blieb ruckartig stehen. Hinter ihr war ein Baum, gegen den sie nun stieß. Mit jeder Sekunde sahen die Gestalten vor ihr, die sie gegen die Sonne nun kaum noch erkennen konnte, bedrohlicher aus und die junge Lyr biss sich auf die Lippen. Insgeheim suchte sie nach einem Fluchtweg in Richtung Wasser, doch das war unmöglich.. ihre Beine zitterten ihr ja schon so genug, ganz zu schweigen von dem fürchterlichen Schmerz in der Wunde... in diesem Moment spürte Nanami auch, wie stark sie inzwischen zitterte. Ihr war wieder kalt geworden und das Fieber beginn den Kampf in ihrem Körper wieder ausfechten zu wollen.

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Re: Das Leben ist ein langer und steiniger Fluss.

Beitrag von Sadiru del Ùmanyar » Di, 18. Dez 2012 20:05

Das blaue Mädchen vor ihm murmelte schon fast mit zittriger Stimme. Der Blick der dem Wasser galt, so vermutete er musste wohl bedeuten, dass sie schon lange nicht mehr im kühlen Wasser war. Soweit Redu wusste, tat den Lyr das Land nicht gut und sie sollten sich im Wasser aufhalten damit es ihnen besser ging. Ihm fiel auf wie matt ihre Haut mittlerweile wirkte. Er fragte sich wie lange sie noch ohne Wasser auskommen würde. Vielleicht noch ein paar Tage? Wäre auf jeden Fall interessant herauszufinden. Ein leichtes Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus, doch als die Blauhäutige rückwärtsging, oder schon eher stolperte und gegen einen Baum stieß.

Er überlegte sich ob er ihr jetzt helfen sollte, sie könnte ihm so bald nicht von Nutzen sein. Allerdings musste es sicher interessant sein mit so einem Wesen rumlaufen zu können. Er fasste nach einem kleinen ledernen Wasserschlauch, der sich an seinem Gürtel befand und ging raschen Schrittes auf sie zu. Aus der Nähe wirkte sie sogar noch etwas kränker als vorhin und er schüttete einfach einen kleinen Teil des Wassers in ihre Richtung und ließ den Wasserbeutel in ihre Richtung fliegen. „Los, trink.“, meinte er und bemühte sich um einen sanften Ton und einen ebenso sanften und freundlichen Gesichtsausdruck.
Sadiru ging einige Schritt neben ihr in die Hocke und wartete eine Weile bis er fragte „Kannst du gehen?“ Er hatte vor sie ins Wasser zu bringen, allerdings wollte er sie nicht tragen. Irgendwo musste Hilfsbereitschaft ja ein Ende haben, sonst würde ja jeder dahergelaufene Typ Hilfe von einem erwarten. Er war immerhin ein Dämon, da sollte es schon etwas ganz Besonderes sein wenn dieser sich dazu erniedrigt jemanden zu helfen. Er richtete sich langsam auf und drehte sich zu der Lyr um um nachzusehen ob sie ihn einerseits verstanden hatte und andererseits auch aufgestanden war. Aus stahlgrauen Augen musterte er die Meeresbewohnerin und ließ seinen Blick über ihren Körper zu ihrem Bein wandern. Die Wunde sollte vielleicht versorgt werden damit sie nicht Wundbrand oder etwas Ähnliches erleiden würde. „Wie lautet dein Name junge Lyr?“ er blickte ihr wieder ins Gesicht und wollte sie von ihrem Schmerz ablenken, auch wenn er nicht glaubte, dass sie sich auf vieles noch Konzentrieren konnte.
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Re: Das Leben ist ein langer und steiniger Fluss.

Beitrag von Nanami » Do, 20. Dez 2012 0:04

Der Mann tat seltsame Dinge. Zum einen trat er auf sie zu. Dann, und diese Geste verstand Nanami kein bisschen, holte er aus und warf ihr etwas zu. Bevor Nanami reagieren geschweige denn den Gegenstand fangen konnte, traf er sie auch schon auf der Brust - es war nass, und das war wohl das einzig angenehme. Der Gegenstand, es musste sich wohl um einen Beutel mit Wasser im Inneren handeln, rutschte ihr sofort aus der Hand und landete auf dem Boden vor ihr. Beschämt und irgendwie verdutzt sah die junge Lyr ihr Gegenüber an. Der Mann, der nun vor dem anderen stand, unterschied sich kaum von ihm. Aber vielleicht sahen diese Menschen auch alle einfach nur verdammt ähnlich aus. Seine Haare waren wohl das erste was ihr an ihm auffiel - im Gegensatz zu dem Haar vieler Lyr, dass gewohnterweise eher wild und silbrig um sie herumschwamm oder, wenn sie an der Luft waren, an ihnen geschmeidig herunterhing, stand es dem Mann skuril vom Kopfe ab. In der Luft! Ob er Magie dafür benutzte? Ihr fiel ausserdem auf, dass er, im Gegensatz zu dem bärtigen Mann hinter ihm, größer war - größer sogar als Nanami selbst, was nicht oft passierte, da sie für ihr Geschlecht und ihr Alter selbst hoch gewachsen war. Sie musste sogar leicht zu ihm raufgucken. Was sie auch tat, wobei sie ihre linke Hand dafür nutzte um sich gegen die Sonne abzuschirmen.
Als er zu ihr sprach, zuckte sie leicht zusammen, besann sich dann jedoch auf eine schnelle Antwort, da sie ihn bloß nicht erzürnen wollte. Mit viel Mühe stand sie zitternd auf, wobei sie sich an dem Baum hinter ihr abstützte. "Gehen? Jaja - i- ich denke schon..", sagte sie leise und schaute auf ihre Füße. Sie war gerade dabei einen Fuß vor den anderen zu setzen. "Ich hoffe es zumindestens..", murmelte sie sehr leise mehr zu sich selbst, da ihr schon wieder so schrecklich übel wurde und sie anfangen musste zu zittern. Langsam belastete sie ihr verwundetes Bein und schaffte es gerade so einen Schritt zu gehen. Es tat schrecklich weh! Und das Wasser war noch so weit weg..
Doch wo hin sollte sie schon, selbst im Wasser angekommen? Ob es hier so etwas wie einen Dorfheiler gab, wie bei ihr zu Hause? Sie hatte fortschrittliche Dinge über die Menschen gehört, aber wer wusste schon, was das hören-sagen alles für Legenden zu stande brachte.. Derartig in Gedanken verloren überhörte sie fast die zweite Frage des Mannes. "Nana- na- nanami!", stotterte sie überrascht, etwas derartig persönliches gefragt zu werden. Die Lautsprache der Menschen war wirklich ungewöhnlich, und sie hoffte das ihre Stimme nicht irgendwie ungewohnt klang. "Und - Und Ihr?", fragte sie nach einem kleinen Moment, sie wollte nicht unhöflich erscheinen, außerdem interessierte sie der Name des Menschen wirklich. Zwei Schritte weiter blieb sie stehen, lehnte sich leichenblass gegen einen Baum und atmete tief durch. Ihr war wirklich nicht gut und jeder Schritt sowie jede Minute mit dieser Wunde schien sie fiebriger werden zu lassen.

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Sadiru del Ùmanyar
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Re: Das Leben ist ein langer und steiniger Fluss.

Beitrag von Sadiru del Ùmanyar » Mi, 26. Dez 2012 18:10

Er schaute zu dem Wasserbeutel hinunter und bückte sich um ihn aufzuheben, dass diese Lyr den Wasserbeutel nicht annahm verwunderte ihn. Diesmal trank er einen großen Schluck daraus und verstaute ihn wieder. Sadiru wischte sich mit dem Handrücken über den Mund und ignorierte den anderen Mann. Bei ihrem ersten wackeligen Schritt zog der Dämon eine Augenbraue hoch und musterte sie zweifelnd. Sie hörte sich sogar schwach und wirkte nicht sicher auf ihren Füßen. Ein Schulterzucken und Seufzen folgte der Erkenntnis, dass sie es nicht ins Wasser schaffen würde und trat auf das Mädchen zu. Redu stellte sich vor sie und fragte nochmal nach „Nanami? Schöner Name. Nenn mich Redu wenn du willst.“ Er legte seine Hände an ihre Seiten und hob sie kurzerhand hoch und schulterte die Lyr. Ein „keine Angst“ folgte dem und nicht weiter auf sie achtend trug Redu das Mädchen zum Wasser und watete ein paar Meter hinein und ließ sie im flachen Wasser zu Boden gleiten. Vielleicht sollte er jetzt einen Heiler oder Arzt holen. Konnten Menschenheiler mit Lyr umgehen? Das sollte man mal herausfinden, aber Geld wollte Sadiru jetzt keines für sie ausgeben. Nachdenklich stand er da und fragte das Mädchen schließlich „Hast du Geld? Du brauchst einen Heiler.“ Für sie hoffte er, dass sie Geld dabei hatte, denn sonst würde Redu nicht viel für sie tun können. Die Wunde auswaschen, wenn es sein musste würde er das machen, aber nicht gerne. Lieber hätte er jetzt einen neugierigen Menschen anbei, der helfen wollen würde. Verbandszeug hatte er nicht dabei und für eine Fremde würde Sadiru es nicht verschwenden. „Hast du auch Verbände? Oder eine Salbe?“ Die Lyr müsste schon etwas länger mit ihrem Bein rumlaufen, also war es für ihn nicht so abwegig, dass sie etwas dabei hatte.

Von weitem hörte der Dämon Gelächter. Er drehte sich zu dem Geräusch und merkte, dass der Wind die Stimmen weiter getragen hatte als er gerade noch vermutet hatte. Sie waren kaum im Blickfeld und Sadiru drehte sich wieder zu der Lyr um. Er befürchtete, dass sie Ohnmächtig werden könnte und in Fieberträume fallen würde. Dann hätte er die Bescherung. Selbst er würde das Mädchen dann nicht gern liegen lassen. Vielleicht in die Stadt tragen und auf die Straße legen. Jemand würde sie schon finden und mitnehmen, denn ein blaues Wesen fand man nicht alle Tage.
“Better to reign in Hell, than to serve in Heaven.”
― John Milton, Paradise Lost

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