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Einen Steinwurf entfernt...

Lebensader des dürren Landes.
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Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Lianne » Fr, 20. Apr 2012 23:43

-> Freundlichkeit ist eine Sprache die Taube hören können

Gemeinsam mit Surtur war Lianne eine Weile weitergereist, aber irgendwann hatten sie sich voneinander getrennt. Von einer Karawane hatte Lianne erfahren, dass sie den Fluss überqueren musste um nach Demera zu kommen. Für Kalil war es sicher weniger ein Problem wie für sie selbst. Die Elfe biss auf ihrer Unterlippe herum und starrte an das andere Ufer. Surtur war bereits gegangen. Vielleicht hätte sie ihn begleiten sollen anstatt den Fluss überqueren zu wollen. Informationen. Sie benötigte Informationen und sie wollte mehr über sich selbst herausfinden. Also musste sie hinüber. Sie wusste, dass sie für die Überquerung stark genug war, aber das Wasser...

Wasser. Lianne trat näher an das Ufer und starrte zur anderen Seite hinüber. Ihre Hand verkrampfte sich um die Zügel ihres Begleiters. Die junge Elfe atmete tief durch. Dann ging sie los. Das Wasser umspielte ihre Knöchel. Bald würde ihre Kleidung durchnässt sein. In Krügen oder Wasserschläuchen mochte sie Wasser. Aber so!? Mittlerweile reichte ihr das Wasser bis an die Knie. Ein Frösteln durchlief den Körper der Elfe. Dann ging sie weiter auch wenn es Kalil war, der sie eher mitzog. Das Wasser stand ihr bis zur Brust und der Untergrund war schlammig. Sie versank mit ihren Stiefeln. Am liebsten hätte sie geschrien, aber sie durfte keine Kraft vergeuden. Ihre Hand, die mittlerweile am Sattelknauf ruhte, war unglaublich verkrampft. Sie versuchte etwas Wasser mit den Beinen zu treten, aber es fühlte sich so unglaublich falsch an. Wie lange war sie nun schon im Wasser? Ihr Blick glitt zurück zum anderen Ufer. Weit war sie noch nicht gekommen. Angst. Langsam breitete sich die Angst in ihr aus und begann die Kontrolle zu übernehmen. Viel zu viel Angst. Ein Flimmern ging von ihrer Haut aus, aber Wärme konnte es nicht entwickeln, da das Wasser viel zu kalt war. Der Grund unter ihrem Boden war verschwunden. Kalil schien es nichts auszumachen. Ruhig schwamm er weiter. Lianne konnte sehen, dass ihre Haut flimmerte. Viel zu stark bereits. Hoffentlich würde sie Kalil nicht loslassen müssen. Lianne schnappte nach Luft und schluckte dabei Wasser. Sie durfte sich nicht von der Angst bestimmen lassen. Sie durfte nicht erstarren auch wenn es schwer war.

Vielleicht hatten sie die Mitte schon erreicht. Aber es schien noch so unendlich weit zu sein. Wenigstens war es nicht mehr so kalt. Das Feuer in ihr half, auch wenn es immer stärker wurde. Das Pferd zerrte an ihr. Die Strömung hatte sie etwas abtreiben lassen. Wie war sie nur auf diese wahnsinnige Idee gekommen den Fluss zu überqueren? Was konnte sie schon in Demera erfahren! Wahrscheinlich garnichts! Diese verlauste Sammlung von Häusern inklusive ihrer stinkenden Bewohner würde sicher keine Antworten bieten! Sie hätte zu den Wüstenelfen gehen sollen. WÜSTENELFEN! Nicht stinkende Menschen. Hinterlistige, rachsüchtige, dumme Menschen. Lianne schluckte wieder mehr Wasser. Das Flimmern war mittlerweile ein Glühen. Die Hand verkrampfte sich immer mehr. Es dauerte bis sie bemerkte, dass sie wieder Grund unter den Füßen spüren konnte, aber ihre Stiefel versanken wieder. Es wurde immer schwerer die Füße zu heben. War es die Kälte? Die Angst? Das Feuer?

Kalil schleifte das nasse Wesen hinter sich her und als das Wasser nur noch einige Centimeter hoch stand, ließ sich Lianne einfach fallen. Sie schnappte nach Luft. Am anderen Ufer. Sie war tatsächlich am anderen Ufer. Die Sonne schien auf ihren Rücken. Wärmend. Wunderbar. Kalil trottete zu einem Busch und begann an einigen Blättern zu nagen, während die Elfe einfach nur dalag. Die Sonne war...wunderbar.

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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Suada » Mo, 23. Apr 2012 10:06

Es war ein wunderbarer Tag, wie Suada fand. Die Sonne brannte vom Himmel, doch die Hitze vermochte ihr nichts anzuhaben, war sie diese doch bereits seit Kindesbeinen gewohnt. Dennoch konnte eine kleine Erfrischung nicht schaden, und auch die Pferde brauchten unbedingt Wasser, auch wenn es nicht mehr allzu weit bis nach Demera war. Also lenkte sie den hölzernen Wagen, mit dem sie durch die Lande reiste, fort von der Straße die auf die Hauptstadt zuführte in Richtung des Ufers des Großen Stromes.

Weit kam sie jedoch nicht, denn der Weg, der zum Ufer führte, war nicht ausreichend befestigt als dass sie den Wagen bis zum Strom lenken könnte, und so stellte sie ihn bereits nach einigen Metern ab, band die Pferde los und führte sie mit gemächlichen Schritten an den Zügeln weiter in Richtung Ufer. Sie hatte es nicht eilig, sonst wäre sie vielleicht geritten, aber so genoss sie den kleinen Spaziergang, bis sie schließlich am Ufer angelangte.

Zunächst bemerkte sie nicht, dass sie dort nicht alleine war - bis eines der Tiere plötzlich unruhig wurde. Leicht irritiert von dem seltsamen Verhalten strich sie dem Tier über die Seite.
"Ruhig, ganz ruhig", sagte sie leise und sah sich dann langsam um, ließ den Blick über das Ufer schweifen - und entdeckte dann schließlich, dass dort jemand lag, eine Frau, soweit sie dies aus der Entfernung erkennen konnte. Zunächst reagierte Suada nicht weiter darauf, sondern setzte ihren Weg fort und führte sie Pferde bis zum Ufer, damit sie trinken können. Das eine der beiden Tiere wirkte nach wie vor etwas nervös, aber es ließ sich doch bereitwillig zum Wasser geleiten. Während die beiden Pferde tranken ging Suada selbst einige Schritte in den Strom hinein, um sich ein wenig zu erfrischen. Das Wasser war zwar nicht wirklich kalt, aber dennoch sehr angenehm. Bis beinahe zu den Knien ging sie hinein, wandte sich aber immer wieder zum Ufer um und überlegte. Warum lag diese Frau dort? Ruhte sie sich nur aus? Genoss sie einfach nur die Sonne? Oder brauchte sie vielleicht Hilfe? Sie sah fremd aus, daher war Suada etwas verunsichert. Sollte sie fragen, ob sie behilflich sein könne oder würde das gar als aufdringlich empfunden? Bei Fremden konnte man schließlich nie wissen, welche Ansichten diese vertraten und ob was bei ihresgleichen als höflich galt bei ihnen nicht ganz anders aufgefasst wurde.

Suada umfasste unbewusst die in Gold gefasste Salzuhr, die sie um den Hals trug - eine Geste, die sie oft vollführte, wenn sie unsicher war. Was würde Dilshad wohl für richtig halten. Seltsam - obwohl sie sich nur selten sahen fragte sie sich dies oft, gerade wenn sie selbst nicht so recht wusste, was sie tun sollte. Die Königin war Fremden jedenfalls grundsätzlich wohl gesonnen und würde es daher sicher begrüßen, wenn man ihnen Hilfe anbot. Also lenkte Suada ihre Schritte aus dem Wasser, streichelte kurz die beiden Pferde, die immer noch tranken und ging langsam auf die Fremde zu, die ein Stück weit von ihr entfernt am Boden lag. Sie ließ sich bewusst Zeit - vielleicht war es der anderen ja auch alles andere als willkommen, dass man sich ihr näherte, und dann könnte Suada immer noch umkehren, ehe sie ihr zu nahe gekommen war. Bei einer Angehörigen ihres eigenen Volkes hätte sie wohl deutlich weniger zögernd gehandelt.

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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Lianne » Mo, 23. Apr 2012 13:22

Als die Sonne ihre Kleidung zumindest im Rückenbereich getrocknet hatte, setzte sich die Elfe langsam auf. Ihr Haar war kraus und nicht mehr ganz so ordentlich, aber das störte sie kaum. Blinzelnd sah sie sich um. Kalil, der große schwarze Schatten in ihrer Nähe, blieb ruhig. Das Pferd nagte weiterhin an dem Busch. Ihre Front war noch nass, aber auch das störte Lianne nicht weiter. Sie hatte überlebt. Sie hatte doch wirklich das Wasser überlebt. Natürlich war das kein Grund nochmal zurück zusehen, da sie eigentlich garnicht daran denken wollte, dass sie doch tatsächlich durch das Wasser geschwommen war.

Es dauerte einen Moment bis der Elfe klar wurde, dass sie noch immer im seichten Wasser saß. Deshalb erhob sie sich um sich allerdings einfach nur einige Schritte weiter auf einen großen Stein sinken zu lassen. Ihre Beobachterin hatte sie noch nicht bemerkt. Viel zu sehr war sie damit beschäftigt ihre gerade vollbrachte Tat zu loben und zu verteufeln. Sie drehte ihr Gesicht so, dass es gen Sonne zeigte um das Licht sowie die Wärme besser ausnutzen zu können. Wieder schloss die Elfe die Augen. Die Wärme strömte in ihren Körper und ließ sie an schöne Dingen denken. Sie lebte. Sie hatte diesen Wahnsinn überlebt. Ihre Haut begann leicht zu flimmern auf Grund der Glücksgefühle, die sich allmählich in der Elfe breit machten.

Das war einer dieser perfekten Momente. Sie hatte einen großen Feind bezwungen und es überlebt. Nun konnte sie ihr Leben genießen, aber vor allem wurde ihr bewusst was sie alles hatte. Im Grunde war es ein gutes Leben. Sie hatte sogar bei einer Familie leben können. Ein sanftes Lächeln erschien auf den Lippen der Elfe. Irgendwie würde alles sich zum Guten wenden. Irgendwie. Sie musste nur fest genug daran glauben.

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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Suada » Mo, 23. Apr 2012 14:20

Suada näherte sich weiter Schritt für Schritt der Fremden, langsam, ohne aber ganz und gar inne zu halten - erst als die Fremde aufstand blieb Suada für einen Moment stehen und musterte sie. Gut, die andere konnte aufstehen und einige Schritte gehen, also schien ihr nichts Ernsthaftes zu fehlen, was ja aus der Erfahrung kaum zu erkennen war. Als die Frau, deren Haar kraus und unordentlich war, was Suada auf einen längeren Weg bis hierhin schließen ließ, sich schließlich auf einen Stein setzte, ging Suada abermals langsam in deren Richtung - bis sie etwas Seltsames bemerkte, das sie stocken ließ. Irrte sie sich, spielte ihr die Sonne einen streich, indem ihre Strahlen auf der Haut der anderen tanzten oder war dort tatsächlich ein Flimmern?

Für einen Moment rangen Neugier und Furcht in Suada miteinander, ehe erstere die Oberhand gewann und sie weiter in Richtung der Fremden ging, um sich das Ganze aus der Nähe zu betrachten. Allerdings waren ihre Schritte noch zögernder als zuvor. Als schließlich nur noch wenige Schritte zwischen ihr und der Elfe lagen blieb sie abermals stehen. Aus der Nähe betrachtet war keinerlei Irrtum möglich, Suada hatte sich nicht getäuscht, die Haut der Fremden flimmerte tatsächlich. Was das wohl zu bedeuten hatte? Die spitzen Ohren, die durch das unordentliche Haar zu erkennen waren, irritierten Suada da weit weniger - gerade nach Demera verirrten sich immer wieder Elfen, mit manchen davon hatte sie bereits auf dem Markt Kontakt gehabt. Aber solch ein Flimmern auf der Haut, das hatte sie noch nie gesehen. Unsicher beobachtete sie die Fremde - ansonsten sah sie eigentlich nicht bedrohlich aus, ganz im Gegenteil, sie lächelte gar. Vielleicht war das Flimmern also gar nicht so bedrohlich, wie es auf Suada wirkte.

Kurz setzte sie an, um noch etwas näher zu kommen, doch dann bemerkte sie, dass die andere die Augen geschlossen hatte, blieb sie stehen und beobachtete diese weiter, fasziniert von dem seltsamen Phänomen, das sich auf ihrer Haut zeigte und gar nicht daran denken, dass es vielleicht nicht gerade höflich war, jemanden stumm anzustarren. Nicht, dass Suada sonst unhöflich wäre, ganz im Gegenteil, sie legte eigentlich Wert auf gute Umgangsformen, aber zu sehr nahm sie das seltsame Bild gefangen, das sich ihr soeben bot.

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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Lianne » Sa, 28. Apr 2012 19:18

Lianne atmete nochmals tief durch. Demera. Sie hatte noch einen weiten Weg vor sich und keine Zeit allzu lange zu verweilen. Langsam erhob sich die Elfe. Ihre Finger glitten über die lange Nomadenkleidung, die einen Großteil ihres Körpers verhüllte, um diese glatt zu streichen. Ihr Blick glitt zu Kalil, der noch immer Blätter von einem Busch riss. Sie würde ihr Gepäck überprüfen müssen. Wahrscheinlich waren nun die meisten Lebensmittel nass. Leise seufzend machte sie sich auf den Weg zu ihrem Begleiter. Sorgsam machte sich die Elfe daran ihr Gepäck von seinem Rücken zu laden, so dass sie die Taschen durchsuchen konnte.

Auf dem Stein, der eben noch ihr Sitzplatz war, breitete sie ihr weniges Hab und Gut aus damit auch das in der Sonne trocknen konnte. Erst als sie damit fertig war, trat sie wieder an Kalil heran. Sie löste den Sattelgurt und hob den Sattel zur Seite, dem auch die Satteldecke folgte. Das Tier sollte auch ganz trocknen können ehe sie weiter ritten. Der Weg war weit, aber ein Tier mit wundem Rücken wäre sicher nicht von Vorteil. Leicht schmunzelnd musste sie zugeben, dass es vielleicht ganz gut war, dass Kalil ein Bad genommen hatte. Sie breitete die Satteldecke auf einem Busch aus. So würde sie hoffentlich schneller trocknen. Dann machte sie sich an ihren Proviantbeutel. Murrend griff sie hinein und tatsächlich. Das meiste war nass. Eine Durchquerung des Flusses war eben nicht geplant gewesen. Das nächste Mal würde sie an den Proviant denken müssen und ihn über dem Kopf tragen müssen...oder sonst was ändern. Auf der anderen Seite: Mit viel Glück würde sie niemals mehr einen Fluss durchqueren müssen.

Dann erst glitten ihre Augen über die Umgebung. Leicht erschrocken starrte sie die Fremde an, die sie beobachtete. Das gefiel Lianne garnicht. Ihre Augen wurden zu dünnen Schlitzen, während sie die Fremde musterte. Dunkles Haar, nicht unbedingt sehr groß und verdammt unverfrohen einfach dazustehen um zu schauen. Vielleicht hatte sie finstere Absichten? Die Gedanken in Liannes Kopf überschlugen sich. Was sollte sie tun? Ihr ganzes Hab und Gut lag hier verteilt. Ob sie alleine gekommen war? Sie konnte jetzt nicht einfach fliehen. Wie hatte sie nur so dumm sein können alles zu verteilen ohne die Umgebung davor zu betrachten? 'Beruhig dich', ermahnte sie sich in Gedanken, während sie spürte, dass das Flimmern keineswegs abnahm. Es brauchte starke Gefühle. Angst war ein solches Gefühl.

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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Suada » So, 29. Apr 2012 8:18

Auch als die Fremde damit begann, ihre Habseligkeiten auszubreiten, wendete Suada den Blick nicht ab, zu seltsam fand sie, was sie sah, zudem wusste sie nicht, was sie von den Flimmern zu halten hatte - vielleicht täuschte der Eindruck, den das Lächeln vermittelt hatte, und von der anderen ging doch eine gewisse Gefahr aus, sicher sein konnte sie diesbezüglich nicht. Außerdem fiel es ihr immer noch schwer, den Blick von der seltsamen Haut der Frau abzuwenden.

Als die andere dann doch noch auf sie aufmerksam wurde, war es Suada schlagartig peinlich, dass sie diese derart lange angestarrt hatte - wo war nur ihre gute Erziehung geblieben? Schließlich wusste sie, dass man andere nicht einfach so beobachtete, und es war doch gar nicht ihre Art, unhöflich zu sein - wäre da nicht diese Unsicherheit Fremden gegenüber, vor allem wenn diese etwas seltsam wirkten. Sie bemerkte, wie sich die Augen der anderen zu Schlitzen verengen und fürchtete, diese nun verärgert zu haben - verständlich wäre es, nur gefiel Suada der Gedanke gar nicht, den Ärger einer Frau auf sich zu ziehen, deren Haut flimmerte - und dieses eigentümliche Phänomen wurde sogar noch stärker.

Zunächst senkte Suada nur den Blick und überlegte. Ihre Hand umfasste die kleine Salzuhr, die sie um den Hals trug, während sie darüber nachgrübelte, wie sie mit der Situation nun umgehen sollte. Sie könnte sich einfach umdrehen und gehen, aber das wäre wohl nur noch unhöflicher, und sie wollte die andere nicht noch mehr vor den Kopf stoßen, als sie es wahrscheinlich bereits getan hatte, ganz abgesehen davon dass sie lieber nicht herausfinden wollte, was geschehen mochte, wenn sie die Fremde zusätzlich erzürnte. Vielleicht sollte sie die Fremde einfach ansprechen? Wie sie wohl reagieren würde? Eines stand jedenfalls fest: Sie konnte nicht ewig so da stehen und sich den Kopf zerbrechen.

Also fasste sie sich ein Herz und ging ganz langsam einen Schritt auf die Fremde zu.
"Verzeiht, ich hätte nicht so... starren dürfen", begann sie, und ein leichtes Zittern in ihrer Stimme zeugte von ihrer Unsicherheit. "Kann ich euch irgendwie... helfen?", fragte sie dann, hoffend das Hilfsbereitschaft zu signalisieren das richtige Vorgehen in dieser Situation war und ihr dies nicht gar übel genommen werden würde - vielleicht brauchte oder wollte die Fremde ja gar keine Hilfe, einige nasse Sachen waren schließlich kein allzu großes Problem. Etwas Besseres fiel ihr im Moment jedoch auch nicht ein, und so konnte sie wenigstens zeigen, dass sie die andere nicht in böser Absicht beobachtet hatte.

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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Lianne » Di, 01. Mai 2012 12:03

Lianne wusste nicht, ob sie ihr trauen sollte. Es war eine Fremde. Gerade erst hatte sie sich von einem Fremden getrennt. Ja, auch sie brauchte Kontakt zu anderen, aber überforderte sie der schnelle Wechsel der Menschen nicht sogar? Die Fremde entschuldigte sich zwar für ihr Verhalten, aber war dem wirklich so? Ihre Stimme zitterte. Ob sie wohl Angst hatte? Aber darüber konnte Lianne jetzt nicht nachdenken. Vielleicht hatte diese unscheinbar wirkende Frau Begleiter, die ihr bald folgen würden? Sicherlich düstere Männer...
Wahrscheinlich war das sogar deren Masche? Sie schickten die harmlos wirkende Frau vor um mögliche Opfer in Sicherheit zu wiegen...und dann schlugen sie zu! Lianne schüttelte leicht den Kopf in dem Versuch diesen Gedanken loszuwerden. Das war doch Unsinn. Warum sollte man hier am Ufer jemanden suchen? Sicherlich gab es bessere Routen um jemanden zu überfallen. Aber trotzdem sollte sie vorsichtig sein!

Die Elfe reagierte nicht darauf, dass die Menschenfrau ihr näher gekommen war. Aber sie würde darauf reagieren, wenn es notwendig wurde. Um sich herum hatte sie alles ausgebreitet was sie besaß, sie würde diese wenigen Dinge nicht kampflos zurücklassen! Es war alles, was ihr geblieben war.
Hilfe? Braucht sie wirklich Hilfe? Lianne strich sich eine Strähne aus dem Gesicht und betrachtete die Fremde. Ihre Sachen lagen bereits zum Trocknen verteilt. Wobei sollte sie bitte Hilfe benötigen? Die Angst in ihr beruhigte sich etwas.

"Wisst Ihr wie weit es noch nach Demera ist?", fragte Lianne leise. Das wäre die einzige Sache, bei der man ihr helfen konnte. Obgleich...war es wirklich so klug mit einer Fremden über ihr Ziel zu sprechen? Denn immerhin...falls sie doch zu Räubern gehörte? Aber es war jetzt schon passiert. Sie konnte ihre Worte nicht zurücknehmen. Sie könnte höchstens ihr Ziel ändern.

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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Suada » Di, 01. Mai 2012 16:06

Suada wartete zunächst einfach ab, bis die Fremde schließlich auf ihre Frage antwortete, behielt sie dabei aber stets im Auge.
"Ja, weiß ich, es ist nicht mehr sehr weit, eine halbe Tagesreise mit dem Wagen, wenn ihr alleine zu Pferd reitet dürftet ihr die Hauptstadt sogar etwas schneller erreichen, so ihr den Weg kennt."
Einige Atemzüge lang zögerte sie und überlegte, ob sie der Fremden anbieten sollte, mit ihr zu kommen - falls sie nicht ortskundig war, würde sie so auf jeden Fall den Weg nach Demera finden, aber falls sie doch Übles im Schilde führen sollte wäre es vielleicht doch zu gefährlich, sie mitzunehmen.

Ihre Finger spielten mit der Salzuhr um ihren Hals, und schließlich entschloss sie sich, auf den Schutz der Götter zu vertrauen und die Gastfreundschaft zu zeigen, die Dilshad einer Fremden sicher auch entgegen bringen würde.
"Falls ihr es nicht allzu eilig habt, könntet ihr mit mir nach Demera reisen, ich kenne den Weg gut und muss selbst dort hin, allerdings bin ich mit einem Pferdewagen unterwegs, alleine wärt ihr schneller. Es ist ein Angebot, ob ihr es annehmt oder nicht obliegt euch, und ich würde selbstredend auch warten bis eure Habseligkeiten etwas getrocknet sind, den Pferden tut eine längere Rast sicher auch nur gut."
Dabei deutete sie auf die beiden Pferde, die ein wenig abseits standen und inzwischen genug getrunken hatten, um den Durst zu stillen. Beide standen ganz ruhig da und schauten nur ab und an zu ihrer Besitzerin, während diese sich mit der Fremden unterhielt.

"Mein Name ist Suada", stellte sie sich schließlich vor. "Ich bin Schmuckhändlerin und reise durch das Land, jetzt zieht es mich aber nach Demera zurück, zum einen um zu handeln und zum anderen um weitere Schmuckstücke zu fertigen."
Die Erklärung gab sie nur zögerlich ab - einerseits wollte sie der Fremden, die auf sie aufgrund der leisen Stimme einen eher zurückhaltenden Eindruck machte, deutlich zeigen dass von ihr keine Gefahr ausging, andererseits war es vielleicht nicht sonderlich klug, allzu viel von sich preis zu geben. Letztendlich hielt sie es aber für das Beste, höflich zu sein und weiter ihre Hilfe anzubieten - der Königin würde es sicher gefallen, und die Götter hatten gegen Hilfsbereitschaft wohl erst recht nichts einzuwenden.

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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Lianne » So, 06. Mai 2012 16:58

Lianne nickte leicht, als die Fremde ihr sagte, dass es nicht mehr weit bis nach Demera sei. Aber würde ein Tag mehr oder weniger wirklich so viel ändern? Sie würde sicher nicht auf Kalil reiten. Er würde weiterhin nur ihr Gepäck tragen, da sie wusste, wie sehr das Tier durch ein dauerhaftes Gewicht belastet werden würde. Außerdem war es vielleicht irgendwann von Nöten schnell fort zu kommen, dann wäre es sicher gut ein ausgeruhtes Tier zu haben, dass nicht von Reiter und Gepäck ermüdet ist.

"Mir ist der Weg nicht bekannt. So weit bin ich noch nie in dieses Gebiet vorgedrungen. Ich kenne nur Geschichten über Demera", erwiderte Lianne ehrlich. Es tat nichts ob sie ihr böse gesinnt war oder nicht. Es würde nichts ändern. Wenn sie vorhatte ihr etwas anzutun, dann würde sie es auch ohne weitere Informationen tun. Lianne zuckte leicht mit den Schultern. Ein Teil von ihr hoffte sogar darauf, dass die Fremde etwas böses tat. "Kalil ist derzeit eher ein Lasttier. Die Hitze, das Gepäck und ein Reiter wären zu viel auf Dauer. Ich bin das Leben in der Wüste gewöhnt und seit dem wir den großen Strom erreicht haben, ist das Wandern auch nicht mehr so...trocken. Ob ich heute oder morgen nach Demera kommen...oder gar erst in einer Woche...ändert nichts an meinen Plänen. Es hat keinerlei Einfluss darauf." 'Und falls Ihr mir böses wollt, dann werde ich es Euch austreiben...', fügte eine leise Stimme in Liannes Gedanken hinzu. Sie kannte diese Stimme nur zu gut. Es war ihr Beschützer, der alles Übel von ihr abhalten würde. Zur Not auch mit Gewalt und Feuer. Ein wohliger Schauer kroch über ihren Rücken, der die Elfe dazu brachte die Fremde anzulächeln.

"Mich nennt man Lianne." Sie dachte darüber nach was Suada ihr erzählt hatte. "Reist Ihr viel?", fragte sie vorsichtig. Vielleicht kannte ja sogar sie andere Elfen? So würde sie vielleicht Demera nicht betreten müssen. Sie hatte sich in den letzten Tagen oft gefragt wie groß eine solche Stadt wohl sein würde, aber was sie sich so vorstellte gefiel ihr nicht unbedingt.

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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Suada » So, 06. Mai 2012 18:42

Suada wusste nicht so recht, wie sie mit der Situation umgehen sollte, denn die andere sagte weder direkt zu sie zu begleiten noch lehnte sie Suadas Angebot ab, daraus dass es ihr gleichgültig zu sein schien wann sie in Demera ankam schloss sie allerdings, dass die Fremde nicht gänzlich abgeneigt war.
"Wenn Ihr mich begleiten möchtet zeige ich Euch wie gesagt gerne den Weg, wenn nicht, kann ich Euch zumindest sagen, wie Ihr nach Demera gelangt. Es ist von hier aus nicht allzu schwierig, dort drüben führt ein Weg zur Hauptstraße, wenn Ihr dort rechts abbiegt gelangt Ihr direkt auf die Straße zur Hauptstadt und braucht dieser nur noch zu folgen."

Abwartend musterte sie die Fremde, die sich ihr nun als Lianne vorstellte und die Sachen, die sie um sich herum ausgebreitet hatte.
"Falls Ihr Euch entscheiden solltet, mit mir zu reisen könnte ich auch anbieten, Euer Gepäck in meinem Wagen unterzubringen. Ich habe ihn in der Nähe der Straße zurück gelassen, um die Pferde hier zu tränken."
Was, wenn man es genau betrachtete, reichlich dumm war, denn ein Wagen, der unbeobachtet in der Gegend stand, konnte nur zu leicht geplündert werden. Wenn man es recht betrachtete mussten die Götter der jungen Händlerin ohnehin sehr gewogen sein, denn so arglos, wie sie durch die Gegend zog grenzte es schon fast an ein Wunder, dass ihr bislang nichts geschehen, sie nicht einmal um einen Teil ihres Eigentums erleichtert worden war. So klug sie bei der Schmuckherstellung, bei der Buchhaltung und beim Handeln war, so naiv war sie wenn es um die Organisation ihrer Reisen ging.

"Ja, ich reise sehr viel, nur etwa ein Viertel des Jahres verweile ich in Demera, die restliche Zeit bereise ich das Gebiet des Großen Stromes, um meine Waren dort zu verkaufen, weiter bin ich aber noch nicht von zuhause fort gekommen. Ich bin in der Hauptstadt groß geworden, und auch wenn ich viel reise bleibe ich doch gerne in der Nähe." Zumindest tat sie das vorerst, irgendwann wollte sie aber doch noch weiter fort reisen, bislang war es jedoch nicht mehr als eine vage Gedankenspielerei, und vermutlich würde sie doch nur zu viel Heimweh haben, wenn sie die vertrauten Tempel nicht mehr aufsuchen, an den Ritualen ihres Volkes nicht mehr teilnehmen könnte. Und dann war da ja auch noch Dilshad - abermals dachte sie an die Königin, wie sie es so oft tat wenn sie nicht wusste wie sie sich verhalten sollte, und für einen Moment schlich sich ein Hauch von Wehmut in ihren Blick, der aber ebenso schnell verflog.

"Darf ich fragen, was Euch in die Hauptstadt treibt? Ihr braucht aber nicht zu antworten, wenn Euch meine Frage zu privat erscheint... Nur vielleicht kann ich Euch ja irgendwie weiter helfen, ich kenne mich dort jedenfalls gut aus und habe... ganz gute Kontakte."
Genaueres wollte sie dazu nicht sagen, immerhin wusste sie nicht welche Pläne Lianne verfolgte und blieb daher wachsam, gab sich aber zugleich Mühe, kein offenes Misstrauen zu zeigen, denn das widerspräche der Gastfreundschaft, die sich Dilshad so sehr in ihrem Reich wünschte.

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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Duiliath » So, 06. Mai 2012 20:54

Missmutig stapfte Duiliath den Weg hinab und zog dabei mürrisch die laufende Nase hoch. Die Sonne brannte vom Himmel herab und die Straße vor ihm war glücklicherweise menschenleer. Der Andere schien ziemlich gut gelaunt und wisperte leise Unverständliches vor sich hin, als Duiliath plötzlich mitten auf der ausgefahrenen breiten Straße stehen blieb. „Hey was ist, warum gehts nicht weiter? Oh La La, was - ist - denn - das?“ Duiliath ging vorsichtig weiter, nachdem er kurz den Kopf zur Seite geneigt hatte, den Anderen sehen zu lassen. Mitten auf der Straße, na gut, eher am Rand wo er niemanden behinderte, stand ein Wagen, beladen aber ohne Zugtiere, oder Wagenführer. Vorsichtig näherte er sich dem Gefährt. Duiliath schritt unbehelligt bis an den Wagen heran. Frische Spuren auf dem Boden zeugten von zwei Pferden die abgespannt und von der Straße fortgeführt worden zu sein schienen, wenn er nicht irrte. Doch weit spannender war die kleine Figurine die unter einer Plane halb hervor lugte. Neugierig nahm der Halbdämon die Statuette, setzte sich auf den Kutschbock und untersuchte diese. Vorsichtig, die schöne Arbeit nicht zu beschädigen, legte er das gute Stück beiseite und schlug die Plane weiter zurück. Irgendwas war - Duiliath beugte sich über den Wagenrand und schnäuzte sich geräuschvoll. Nun da die Nase wieder frei war, und ohne sein willentliches Zutun, stieg der Geruch beinahe schon unwiderstehlich in seine weit geöffneten Nasenflügel empor. Geschickt an einigen weiteren Figuren vorbei griffen seine Hände nach einer gut verborgenen kleinen Schatulle, darin wunderschön gearbeiteter Schmuck, teils mit gar wunderschön schimmernden Steinen darin.

Der Halbdämon nahm ein Stück nach dem Anderen hervor und betrachtete es eingehend im Licht der Sonne. Wer auch immer das gearbeitet hatte, Duiliath war ausgesprochen angetan von der Schönheit der Stücke während er sich enger in seine Robe wickelte, ein Kältezittern zu unterbinden. Die Umgebung verlor sich hinter der Schönheit der Werkstücke, die sich Stück für Stück vor ihm ausbreiteten. Kunstwerke deren Schönheit ihn fesselte, nicht aber deren finanzielle Werte. Einen goldenen Ring mit einem Rubin, wie er glaubte, legte er beiseite um eine weitere wunderschöne Statuette hervorzuholen. Ein hässlicher Sprung zog sich vom Unterleib die halbe Brust hinauf. Gedankenversunken atmete Duiliath tief ein und anschließend aus. Sanft strichen seine Finger den Sprung entlang, erfühlten die sanften Unebenheiten und einen Moment schien die Oberfläche der Figurine wie die Oberfläche eines von einem Windhauch berührten Sees leichte Wellen zu schlagen. Als Duiliath, schwerer atmend denn just zuvor, die Statuette beiseite stellte, war von einem Sprung darin keine Spur mehr zu erkennen. Fasziniert griff sich Duiliath dieses mal eine vergoldete Salzuhr die ohne Steine und wie aus einem einzigen Stück gefertigt schien und verlor sich in deren schönen Linien. Das wer Anstoß daran nehmen könnte das der Halbdämon ungefragt fremder Leute Eigentum durchstöberte, es kam ihm nicht einmal in den Sinn, wäre ihm aber vermutlich eh einerlei gewesen. Auch hatte er bis jetzt nicht die Absicht einen der Gegenstände zu entwenden. Noch betrachtete er nur voller Faszination wie Bewunderung ein Objekt nach dem Anderen, nur um es wenig später beiseite zu legen und etwas neues hervorzuholen. Immer mehr glitzerte und funkelte es schließlich um ihn her, als er all diese fertigen wie unfertigen Schmuckstücke nach und nach im Sonnenlicht um sich her ausbreitete.

Was um ihn her geschah, er ignorierte es. Den hageren Hasen, der hakenschlagend auf den Wagen zu und in seiner Panik ganz blind für alle anderen Gefahren, ausgerechnet unter diesem Schutz suchte ignorierte er. Auch den jungen offensichtlich noch unerfahren Wüstenluchs der vom Jagdfieber getrieben nur mehr seine Beute sehend gleichfalls unter dem Wagen verschwand und tatsächich dort das Langohr niederstreckte ignorierte er noch, fasziniert das plötzlich von unten nach oben durch die Sanduhr empor rieselnde Salz. Diese aus schierer Freude heraufbeschworene Manipulation des im Kristallglas gefangenem Minerals hatte er nicht unter Kontrolle und kicherte drum ausgelassen als das Fauchen und Kreischen des Kampfes auf Leben und Tod unter dem Wagen hervor drang. Er hatte schlimmeres gehört und unterbewusst wohl eine Gefahr für sich ausgeschlossen. Ebendrum bemerkte er aber auch nicht das ausgewachsene Muttertier des jungen Wüstenluchses. Diese folgte ihrem Jungen und als die des Dämons gewahr wurde, war sie hin und her gerissen zwischen dem instinktiven Verlangen diesen größeren Räuber vor sich umgehend zu fliehen und dem Mutterinstinkt ihrem vom Jagdfieber für die Gefahren der Umgebung blinden Jungtier beizustehen. Laut hörbar fauchte das Tier, doch während Duiliath leise kichernd dem rieselnden Sand zuschaute verdichtete sich ein dunkler Schemen an seinem Hinterkopf, ein Scheinbares Schattenspiel bloß und doch richteten sich darin zwei scheinbar grüne Reflektionen der zu einem schnellen Sprint ansetzenden Katzenmutter zu.

Duuuuul-yeth! Die wie vom Wind aufgepeitschten Zweige eines dichten Waldes tönende Stimme des Anderen scholl weit über das Land, als das Muttertier auch schon ihre Krallen in die Haare, das rechte Horn, die Kopfhaut rarunter und die Kapuze seiner Robe hieb. Blut floss und Dämon und Katze stürzten jenseits des Wagens zu Boden. Von diesem Tumult endgültig aufgeschreckt, packte das Luchsjunge seine Beute und raste gen des nahen Flusses davon, die in der Nähe des Dämons mit ihrer schieren Angst ringende Luchsmutter dicht auf den Fersen. Nun, da ihr Junges gerettet war, hielt ach sie nichts mehr bei jener beängstigenden Kreatur. Und so geschah es, das alles schon wieder vorüber war, ehe der Halbdämon überhaupt nur hatte reagieren können. Knurrend richtete er sich auf und glitt den Flüchtenden auf seinem schlangenartigen Unterleib hinterher. Dann hielt er inne, und sein Unterleib formte sich zu wieder zu zwei schlanken Beinen aus, sein Gesicht und die Arme... wurden wieder wie man es von einem Menschen erwarten mochte. Er kochte vor Wut, und doch hatte das kleine Intermezzo von Jagdfieber, Mutterinstint und blanker Todesangst ihn auch in einer Art und weise wieder belebt, das er erst jetzt gewahrte, wie sehr er schon wieder abgebaut hatte. Auch kam ihm erst jetzt in den Sinn, wie seltsam es war, einen mit Schmuck bestückten Wagen herrenlos einfach so am Wegrand vorzufinden. Wieder in des Drachenerbes Gestalt, klopfte er sich den Staub aus der einige Meter über den Boden geschleiften Robe und schaute sich achtsam um.
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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Suada » So, 13. Mai 2012 15:12

Während Suada noch abwartete, wie sich Lianne entscheiden würde und ob sie sie nach Demera begleiten wollte, rannte plötzlich das Luchsjunge mit seiner Beute in Richtung Fluss - gerade dort wo die Pferde standen, die promt scheuten. Eines davon bäumte sich nur auf und rannte einige Schritte davon, doch das andere ging durch und verschwand den Weg, den sie mit den Tieren gekommen war zurück in Richtung Straße.
"Oh nein!", rief Suada erschrocken aus und wandte sich hektisch an Lianne. "Ich... ich muss mich darum kümmern... ich werde bei meinem Wagen warten, dort entlang... . Dabei deutete sie noch kurz auf den Weg und eilte dann über eben jenen davon zurück zur Straße, die nach Demera führte.

Zunächst eilte sie zu jenem Pferd, das nur ein Stück weit fort gerannt war und schwang sich kurzerhand auf dessen Rücken - so würde sie das andere Tier sicher deutlich schneller finden, als wenn sie den Weg zu Fuß zurücklegte. Und so trieb sie das Pferd an, sah sich dabei nach allen Seiten um, hoffend das andere Tier so schnell wie möglich aufzuspüren. Je weiter es davon gestürmt war, desto geringer fiel schließlich die Chance aus, dass sie es wiederfinden würde, und ein Pferd allein würde den schweren Wagen gewiss nicht ziehen können, wie sollte sie dann je wieder mit all ihrem Hab und Gut von hier weg kommen? Dass dieses bereits angetastet wurde wusste und ahnte sie noch nicht, noch war sie nicht einmal auf den seltsamen Fremden aufmerksam geworden, der sich daran zu schaffen gemacht hatte. Zu sehr war sie im Moment durch die plötzliche Flucht ihres Pferdes aufgebracht, und der Wagen hatte da erst einmal keine Priorität.

Das Tier, auf dessen Rücken sie saß, bemerkte den Drachenerben wohl zuerst, als Suada auf die Straße zu ritt. Während sie gerade in eine andere Richtung sah, scheute das Pferd abermals und bäumte sich auf. Suada, die darauf ganz und gar nicht vorbereitet war, wurde im hohen Bogen vom Rücken des Tieres geschleudert und landete äußerst unsanft auf dem harten Boden. Das Pferd floh ebenso wie das erste, während Suada selbst zunächst starr vor Schreck und auch leicht benommen regungslos liegen blieb. Ganz vorsichtig hob sie dann den Kopf und versuchte, sich aufzurichten, doch ihr ganzer Leib schmerzte von dem harten Aufprall, sodass sie aufstöhnte und wieder zurück sank. Einige Male atmete sie tief durch, dann begann sie langsam, sich aufzurappeln, setzte sich zunächst aufrecht und stützte sich auf, um gänzlich aufzustehen, wurde dabei aber von einer derart starken Schmerzwelle durchfahren, dass sie abermals aufstöhnte, noch etwas lauter als zuvor, denn sie hatte sich bei dem Sturz wohl den rechten Arm verletzt. Mutlos blieb sie sitzen. So würde sie die Pferde sicher nicht suchen können und wenn bestimmt nicht dazu in der Lage sein, diese einzufangen. Unwillkürlich griff sie nach der Kette um ihren Hals, oder vielmehr nach der kleinen Salzuhr, die daran hing, und kaum hatten ihre Finger diese umfasst atmete sie abermals tief durch, schloss die Augen und stimmte einen leisen Singsang an, dessen Worte kaum zu verstehen war, der ihr aber half, wieder etwas ruhiger zu werden.

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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Duiliath » So, 13. Mai 2012 15:55

Duiliath betrachtete interessiert das Schauspiel, welches sich ihm darbot. Kaum das die beiden Wüstenluchse das Weite gesucht hatten, kamen von eben dort zwei Pferde hergestürmt. Das Erste, kaum das es des Halbdämons gewahr geworden, stürmte in Fahrtrichtung des Wagens davon und um eine Wegbiegung außer Sicht. Dann das zweite Tier: Dieses, obgleich ungesattelt, mit einer Reiterin darauf scheute gar, warf den Menschen ab und stob dem ersten Tier hinterher. Einen Moment war der Halbdämon versucht die Tiere mittels zupackender Erde am Fortkommen zu hindern. Doch so sehr er damit für sich hätte punkten können, Pferdebeine brachen leicht, und man hatte ihn gelehrt das Pferde der kostbarste Besitz eines jeden Wüstenelfen seien. Die Frau vor ihm, auch wenn augenscheinlich kein Elf, wäre nun sicherlich nicht sonderlich erfreut, wenn die Tiere zwar eingefangen aber dafür mit gebrochenen Gliedern plötzlich versehen wären. Also wandte er sich von diesen ab, wie der interessanten Menschenfrau zu, als diese sich gerade zu erheben versuchte. In dem Moment als sie einen unterdrückten Schmerzenslaut von sich gab, atmete Duiliath tief und wie befreit ein und ging insgesamt die letzten Schritte weitaus federnder und weniger schleppend denn noch kurz zuvor, zu ihr herüber. Die Sonne in seinem Rücken, fiel sein Schatten bald über die Füße der am Boden hockenden Frau.

Neugierig betrachtete der Drachenerbe die Frau, die mit geschlossenen Augen am Boden ausharrte. Sehr wohl hatte er das an einer Kette um ihren Hals befestigte Schmuckstück erblickt, ehe es auch schon, von ihrer Hand umschlossen, seinen Blicken wieder entzogen wurde. Schön singt sie! wisperte der Andere in seinem Rücken. „Pst“ erwiderte Duiliath darauf und dann aber, als die Fremde diese kleine Zwiesprache vernommen zu haben schien: „Ihr habt Euch verletzt, darf ich euch vielleicht aufhelfen?“ Freilich, sollte die Menschin kein Elfisch sprechen, es wäre nichts weiter als eine freundliche Stimme, ein von zwei filigranen Hörnern eingerahmtes leicht mürrisches Gesicht mit tiefroten Iriden und einem freundlichen Lächeln das er ihr neben einem hilfreich dargebotenen Arm anzubieten vermochte. Und weiter deutete er auf die Sanduhr zwischen den Fingern ihres nicht vom Sturz betroffenen Armes. „Hübsch! Hast du das gemacht?“ Wieder nur wüstenelfische Worte, aber die Geste, ihr aufhelfen zu wollen und ein gewisser, schwer beschreibbarer Ausdruck von Wohlwollen in seinem gesamten momentanen Auftreten mochten – vielleicht - das befremdliche dieser ganzen Situation ausgleichen.

Eigentlich war es Duiliath gleich wie die Frau vor ihm reagieren würde, solange es nicht zu gleichmütig nur war. Da sie ihn, wenn sie denn die Erschafferin, oder zumindest aber Besitzerin der Güter auf dem Wagen war, mit ihren Arbeiten zutiefst beeindruckt hatte, versuchte er sich halt zuerst mal in Freundlichkeit. Sollte das keine Früchte tragen, so war es ihm sicherlich immer noch möglich andere Seiten dann aufzuziehen. So beließ er es aber erst einmal dabei, ihr in einer freundschaftlichen Geste den Arm anzubieten, wollte sie denn Aufstehen.
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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Suada » Mi, 16. Mai 2012 16:27

Suada zuckte zusammen, als sie plötzlich ein "Pst" vernahm und kurz darauf einige Worte in einer fremden Sprache - sie hatte gar nicht gemerkt, wie er sich ihr genähert hatte, und so schlug sie rasch die Augen auf und sah ihn zunächst nur an. Unwillkürlich wich sie ein wenig zurück, denn er sah irgendwie beunruhigend aus mit seinen roten Haaren, vor allem aber mit den seltsamen Hörnern, die seinen Kopf zierten, so etwas hatte sie bislang nicht gesehen. Zudem verstand sie nicht, was er ihr sagte - fantastisch, da hatte man sie alle möglichen Sprachen gelehrt, doch ausgerechnet die seinige vermochte sie nicht zu deuten, sodass sie noch weniger einzuschätzen vermochte, was er von ihr wollen könnte. Als er auf die Salzuhr um ihren Hals deutete, umfasste sie diese noch etwas mehr, als wolle sie sich daran festhalten oder könne sie ihr Schutz bieten, falls der Fremde Übles vorhaben mochte. Allerdings wirkte er gar nicht so, als habe er böse Pläne, trotz seines seltsamen Äußeren wirkte seine Ausstrahlung nicht bösartig, und so beschloss sie, da sie die Sprache nicht verstehen konnte, sich ganz auf seine Gesten zu konzentrieren. Und sofern diese bei jemandem wie ihm nicht gänzlich anders ausfielen als bei ihresgleichen, wollte er ihr wohl aufhelfen. Also streckte sie ihm die Hand entgegen, um sich von ihm helfen zu lassen.
"Ich danke Euch", sagte sie, auch wenn er sie vermutlich ebenso wenig verstehen würde wie sie ihn, zumindest ging sie davon aus. Ihre Stimme klang freundlich, aber auch leicht zurückhaltend und furchtsam - so ganz sicher war sie sich nicht, was sie von dem Fremden und dessen seltsamen Äußeren halten sollte.

Langsam rappelte sie sich hoch, vergaß für einen Moment ganz dass ihr rechter Arm nicht belastbar war, stützte sich darauf und stöhnte abermals vor Schmerz auf, dann kam sie mit der Hilfe des Fremden, wer oder was auch immer er sein mochte, schließlich auf die Füße, allerdings recht mühsam, der Sturz war eben hart gewesen. Immerhin konnte sie langsam wieder etwas klarer denken, und prompt erinnerte sie sich an alte Geschichten, die sie gehört hatte, Geschichten über Wesen mit roten Haaren... Drachenerben. Ob der Fremde wohl einer war? Und ob die Geschichten stimmten? Tausend Gedanken schossen ihr durch den Kopf, doch mit einem beherzten Durchatmen wischte sie diese zur Seite. Würde sich Dilshad etwa von alten Geschichten, die vielleicht nicht mehr als Ammenmärchen waren, aus dem Konzept bringen lassen? Nein, dann würde sie es auch nicht tun, und bislang wirkte der Fremde ja freundlich - hätte er ihr etwas tun wollen, hätte er das wohl längst erledigen können. Vorsichtig blieb sie dennoch, aber sie sah keinen Grund, ihr Gegenüber mit übermäßigem Misstrauen zu behandeln.

Als sie endlich halbwegs sicher stand, sah sie sich um, ob die Pferde irgendwo auftauchen würden, aber es war nichts von ihnen zu sehen. Ohne Pferde konnte sie den Wagen nicht ziehen, und sie wusste nicht ob sie bis Demera würde gehen können, denn nicht nur ihr rechter Arm, auch ihr rechter Fuß oder besser gesagt die gesamte rechte Seite, auf der sie aufgekommen war schmerzte, und da half auch alles Meditieren nicht, denn das konnte sie nicht während sie größere Strecken bewältigte.

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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Duiliath » Mi, 16. Mai 2012 18:22

Sie reagierte gefasster als er es erwartet hätte: Ein erstes Zusammenzucken, ein überraschter Blick, ein leichtes Zurückweichen, doch dann immerhin noch ein freundliches, wenn auch reichlich zaghaftes Lächeln. Der Hinweis auf das Schmuckstück indes, lies sie nur mehr fester die Hand um dieses schließen, so das Duiliath sich im Geiste ausmalte es wäre für sie ein Objekt, großer persönlicher Bedeutung - ein Erinnerungsstück an, oder von, einem ihr lieben Menschen etwa. Doch nahm sie seine Hilfe dankend, wie er annahm an, weswegen er mit einem kurzen sardonischen Lächeln auf ihre Worte reagierte. Duiliath schien von der langen bisherigen Wanderung recht angeschlagen und strengte sichtlich an, der augenscheinlich nicht besonders schwere Frau empor zu helfen. Just in dem Moment allerdings, da der ob eines erneuten durch ihren verletzten wie ungeschickt belasteten Arm jagende Schmerz der Frau den Halt zu rauben drohte, packten seine Hände kurzzeitig wie von etwas kräftiger zu. Freundlich, beinahe schon dankbar lächelte er der Frau entgegen. „Immer schön vorsichtig, hm?“ Da sie ihm nicht in einer der elfischen Dialekte geantwortet, nahm er an sie verstünde ihn so wenig, wie er sie. Doch was nicht schon alleine Tonfall, Mimik und Gestik alles zu vermitteln mochten, hatte er die vergangenen letzten Wochen immerfort aufs Neue erfahren dürfen.

„Aber ich würde mich schon gerne mal mit wem normal unterhalten können der mich nicht nur versteht, sondern dann auch noch nicht gleich mit bösen, Worten, Bratpfannen, Krügen, Bettpfannen und was nicht sonst noch alles in Greifweite grad ist, nach mir würfe. Versteht ihr das?“ Die freundlichen, wie von einer leichten Traurigkeit getragenen Worte begleitete der Halbdämon mit einem leichten Hindeuten zu ihrem verletzten Arm, wie auch dem Bein, welches sie, nun da sie stand, merklich zu entlasten suchte. Auch wies er, seinen einsamen Monolog damit beendend, zum verlassen dort ausharrenden Wagen der Frau. Für Jemanden der des Elfischen nicht mächtig war, mochte all dies Gehabe so wirken, als wolle er ihr mitfühlend nahelegen, zu Schonung ihrer Verletzungen doch auf ihrem Gefährt sich hinzulegen, oder doch zumindest aber zu setzen. Und so schickte er sich an die Frau dorthin zu führen.

Würde sie dieses denn geschehen lassen, müsste er freilich erst noch die allüberall auf dem Gefährt verstreut im Sonnenlicht glitzernden Salzuhren, Schmuckstücke und Statuetten weder forträumen, wollte er ihr den mehr Platz den jenen auf dem Kutschbock, der er bis eben noch innegehabt hatte und welcher inzwischen als beinahe einziger nicht gold- und kristallfunkelnd in der Sonne blitzte.
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