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Einen Steinwurf entfernt...

Lebensader des dürren Landes.
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Lianne
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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Lianne » Sa, 26. Mai 2012 16:44

Lianne schrak leicht zurück als der Junge sie anschrie. Eben in jener Sprache, die so viel Unheil verhieß, aber die sie selbst nicht sprechen konnte. Konnte sie? Sie war ihm gefolgt um sich zu erklären. In guten Absichten obgleich sie soetwas gegenüber Fremden nur selten tun würde. Viel einfacher war es doch alleine loszuziehen anstatt sich einem Fremden anzuvertrauen. Basima sagte immer, dass eine Freundschaft dadurch begann, dass sich zwei Fremde trafen. Lianne musste tief durchatmen um es nicht direkt aufzugeben...allerdings erfolgte dann schon der Angriff. Etwas in ihr stachelte sie an. Forderte, dass sie sich rächte. So wie es nunmal in ihrer Macht lag. Aber sie verharrte einfach nur an ihrer Position. Sie konnte dem nicht nachgeben. Der Junge wollte helfen und das Pferd suchen. Sie wollten mit Suada nach Demera. Jetzt konnte sie dem nicht nachgeben. Die Elfe biss die Zähne zusammen, aber sie spürte, dass sie den Kampf zu verlieren drohte. Die Wolke aus feinem Staub umschloss sie, als sie sie verließ, schnaufte die Elfe. Wut. Sie konnte zurück zum Wagen gehen, ihre Sachen holen und gehen. Oder? Oder sie konnte dem kleinen Bastard hinterherlaufen und ihm Manieren beibringen. Denn so verhielt man sich nicht gegenüber anderen. Vor allem dann nicht, wenn sie keine bösen Absichten hatten. Dummer kleiner Junge.

Ihre Sehkraft litt nicht darunter als ihre Sclera sich schwarz färbte. Die Iris schien auf Grund der dunklen Ummantelung nur intensiver. 'Jag ihn. Fang ihn. Verbrenn ihn', jagte es ihr durch den Kopf. Er hatte sie angegriffen. Er hatte das Spiel begonnen. Nur war es kein Spiel. Sie wusste was mit den Banditen passiert war, aber soweit durfte sie es nicht kommen lassen. Allerdings hatte er doch angefangen. Sie dachte an das Gesicht des kleinen Bocks und fragte sich ob er das nicht schon die ganze Zeit geplant hatte. Er hatte sie absichtlich von der anderen weggelockt um sie zu ermorden. Vielleicht wollte er Suada ausrauben? Wahrscheinlich sogar. Immerhin war Suada die mit dem Schmuck. Ihr kam garnicht in den Sinn, dass er sich hätte Suadas schon entledigen können als sie noch garnicht bei ihnen gewesen war. Soweit reichte ihre Logik nicht mehr.

Er hatte angegriffen und so folgte die Elfe ihm. Sie war ein Kind der Wüste. Die Temperatur machte wenig. Sie würde ihn erwischen und ihn bestrafen. Ein Lächeln umspielte ihre Lippen als sie über einen Stein sprang. Die Haut, die sich allmählich dunkler verfärbte war gut unter der Kleidung verborgen. Noch war es nicht ausreichend um eine vollständige Verwandlung passieren zu lassen. Noch war die Elfe zu stark. Sie durfte Fremden nicht vertrauen. Unter keinen Umständen durfte sie sich auf sie einlassen. Fremde brachten Unheil. Sie hatte eine nette Frau getroffen und es endete damit, dass dieser Bock sie angriff. Kleiner mieser Bastard! Sie würde es aus ihm herausbrennen. Ein Schrei entfleuchte ihren Lippen als die Hörner durch die dunkle Haut hervorbrachen und ein Blutrinsal langsam über ihr Gesicht floss. Der Schmerz aber ließ sie nicht innehalten. Er stachelte sie weiter an. Auch das hatte sie dem Bock zu verdanken. Wer hatte schon Hörner? Unfähige Missgeburt. Er hatte nicht mal seinen Angriff beenden können. Unfähig und feige. Warum sonst war er direkt weggerannt?

Sie war sich sicher, dass er diesen Weg gewählt hatte, aber trotzdem schien er wie vom Erdboden verschluckt zu sein. Das Gesicht zu einer Grimasse verzogen sah sie sich um. Von der Haut ging ein Flimmern aus, aber Lianne verletzte sich daran nicht. Zu gut war ihre Ausbildung gewesen auch wenn sie sich dessen nicht ganz bewusst war. Ihren Blick ließ sie über die Umgebung schweifen. Solange bis sie etwas hörte. Ob es eine Falle war? Vorsichtig näherte sich Lianne, allerdings umspielte ein Lächeln ihre Lippen, so dass die spitzen Zähne entblößt wurden. Schmerzen. Es würden noch mehr Schmerzen folgen wenn die Verwandlung abgeschlossen wurde, aber noch hatte sie Zeit. Die Elfe wusste, dass ihr noch immer etwas Zeit blieb all das zu unterdrücken auch wenn es sie viel kosten würde. Ein Feuerball manifestierte sich in ihrer geöffneten Handfläche als sie die Kutte fand. Stoff brannte gut. In der Wüste war immer alles so trocken. Je trockener umso besser. Zischeln, knacken, brennen. Ein wohliger Schauer lief ihr über den Rücken. "Verkriecht der Bastard sich im Staub?", fragte Lianne säuselnd in der Sprache der Nomaden. Die Stimme hatte nicht mehr den klaren, ansatzsweise freundlichen Klang der Wüstenelfe, aber es war noch immer ihre Stimme. Sie klang nur...bösartiger. Auf seinen Kummer ging sie nicht ein, nur tief in sich nahm sie ein Echo davon wahr. Etwas wie Mitgefühl, aber es war überlagert von anderem. Viel zu schwach um eine Reaktion hervorzurufen. Immerhin hatte er sie angegriffen und nicht umgekehrt. Die freie Hand umfasste den Zipfel seiner Kutte um daran zu ziehen. Die feinen Blutlinien in ihrem Gesicht waren mittlerweile getrocknet. Bald schon...bald schon würde die Verwandlung vollständig sein. Dann wäre es zu spät. Viel zu spät. 'Hoffentlich ist Suada weit genug weg', dachte die Elfe kurz voller Kummer, der für einen kurzen Moment auch in den Augen lag.

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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Suada » Sa, 26. Mai 2012 18:04

War sie aber nicht, sie war nicht weit genug, sie war vielmehr viel zu nahe dran um nicht mitzubekommen, was da von sich ging. Sie bemerkte, wie der Staub plötzlich aufgewirbelt wurde und wich instinktiv, obgleich sie im Moment wohl nicht in Gefahr war, einen Schritt zurück. Duiliath schien sie zu bemerken, für einen Moment war ihr als träfen sich ihre Blicke, und plötzlich lief er abermals davon. Starr vor Schreck und Verwirrung blieb sie zunächst stehen - und bemerkte dann gerade noch, wie die Haut Liannes - zumindest das wenige, das sie aus der Entfernung davon sah - eine Spur dunkler zu werden schien, vielleicht bildete sie sich das aber auch nur ein, schließlich sah sie die Elfe nur von hinten, konnte lediglich einen geringen Teil ihres Gesichts erkennen, als sie sich daran machte, Duiliath zu finden, und womöglich war es auch nur ein Schatten, der auf deren Gesicht fiel. Ganz gleich, ob sie sich irrte oder nicht, im Moment beunruhigte sie das Ganze jedenfalls deutlich. Und dann verschwand Lianne ebenso aus ihrem Blickfeld wie kurz zuvor Duiliath, was vielleicht besser war, so bekam sie wenigstens nicht alles mit.

Was sollte sie nun tun? Ihre Gedanken rasten, zugleich schien ihr Körper wie gelähmt.
"Lauf weg!", schien eine Stimme in ihrem Kopf zu rufen, die wie ihre eigene und doch seltsam fern klang, und doch vermochte sie es nicht.
Ihr Blick fiel auf ihre Hände, die merklich zitterten, und erst jetzt fiel ihr auf, dass ihre Knie ebenso zittrig waren. Sie hatte Angst, das war nicht zu übersehen, so sehr, dass sie für den Moment ganz und gar unfähig war zu handeln.

Schließlich wanderten ihre Finger fast wie von alleine zu der Salzuhr um ihren Hals, eine instinktive Geste, der Versuch sich an irgend etwas festzuhalten. Langsam verfiel sie in einen leisen Singsang, wiederholte immer wieder dieselben Wörter, doch kam sie immer wieder durcheinander, ihre Stimme überschlug sich und so vermochte sie nicht, sich zu beruhigen, sie fand einfach den für ihre Gebete üblichen Rhythmus nicht, der ihr geholfen hätte, zur Ruhe zu kommen. Aber irgend etwas musste sie tun, sie konnte doch nicht einfach so dastehen.
"Bitte, steht mir bei", flüsterte sie immer wieder vor sich hin, rief die Götter statt mit den gewohnten festen Gebetsformen und Melodien in schlichten Worten an, und nach einer Weile wurde sie doch etwas ruhiger, verfiel abermals in den meditativen Singsang, und dieses Mal gelang es ihr, nach einer Weile in eine Art Trance zu verfallen, die Außenwelt einfach auszublenden - freilich nicht die beste Taktik, sofern wirklich Gefahr bestand, dann wäre sie nun nur noch angreifbarer, zumal sie nach einer Weile die Augen schloss. Von außen mochte sie daher ein recht seltsames Bild abgeben - sie stand einfach mit geschlossenen Augen da, wiegte ihren Körper leicht hin und her und bewegte sachte die Lippen, wobei beide Hände die Salzuhr fest umklammert hielten. Erst aus der Nähe würde der leichte Singsang zu hören sein, dessen Wörter kaum zu verstehen waren. Und so begab sie sich für den Moment in die Hände der Götter, vertraute ihnen ihr Schicksal an und wendete ihre Gedanken ganz ihnen zu - sollten sie entscheiden, was mit ihr geschehen sollte und ob sie heil aus dieser Sache heraus kam oder nicht, und je länger sie in diesem meditativen Zustand verweilte, umso zuversichtlicher war sie, dass alles gut werden würde - hoffentlich täuschte sie sich nicht.
Zuletzt geändert von Suada am Di, 29. Mai 2012 11:05, insgesamt 3-mal geändert.

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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Duiliath » Sa, 26. Mai 2012 18:23

Als etwas an seiner an seiner Kutte zog und er die vor Bosheit triefende Stimme durch den Sand zu ihm herabsäuselnde Stimme vernahm, da entspannte er sich widersinnigerweise glatt. Endlich hatte sie ihre Maske falscher Freundlichkeit fallen gelassen. Und wenn sie es denn unbedingt so haben wollte! „Halte an dem Fest was dir teuer ist mein Sohn!“ hatte in dem Tagebuch seiner Mutter an ihn gestanden. „Aber auch nicht zu fest, gibt es doch nichts, dessen Verlust nicht zu verschmerzen und ab einem bestimmten Punkt den sonstigen Konsequenzen vorzuziehen ist (siehe hierzu auch Espriels Buch über die List des Krieges, speziell was er zu strategischen Zielen dort vermerkt)“ hatte sie dem jedoch angefügt. Er hatte das Buch nie in die Finger bekommen, auch wenn einige Elfen versicherten, das selbiges noch zugänglich wie durchaus lesenswert wäre. ‘Zumindest nicht gerade für dich, kleiner Dämon - noch nicht!’ so hatten die Wüstenelfen zu ihm gesprochen. Wenn diese hier nun also meinte es bis zum bitteren Ende durchziehen zu müssen...

Duiliath spürte die Erschöpfung bereits in sich, sei es nun vom Laufen oder seinem vorherigen sich im Erdreich zwischen in und Lianne manifestiert habendem Wutausbruch, er wusste es nicht und es war ihm auch einerlei. Noch würde er ihr so manches an „Spaß“ zu bieten haben, wenn sie augenscheinlich nicht wusste wann man lieber aufhörte. Als er seinen Kopf durch den Kragen des Gewandes zwängte, merkte er bereits das die Hörner ihm mehr Schwierigkeiten dabei bereiteten. Auch spürte er mit den Bauchschuppen deutlich den heißen Sand der zwar locker war, ihm aber doch auch blitzschnelle Bewegungen über den Untergrund erlauben würde. Lianne mochte sehr wohl bemerken, das sich da unter dem San etwas tat, als plötzlich der Sand der Düne links und rechts plötzlich davon schwappte und Duiliath mit einer blitzschnellen Bewegung aus der Kutte schlüpfte und sich rechts von der unverschämten Elfe zusammenrollte und dann seinen Oberkörper empor schnellte. Er war gut eine ihrer Körperlängen von ihr entfernt. Der Sand, der sich über sie werfen und tief unter sich begraben sollte schwappte schon unruhigen Wellen gleich hinter ihr, als er sich dessen bewusst wurde „was“ da gerade vor ihm stand!

Die kalte Wut, die eben noch auf seinen entschlossenen Zügen gelodert hatte und jegliche Vorwürfe von Feigheit oder Angst per se ad absurdum hatte führen müssen, sie bröckelte Stück für Stück dahin und machte einem Ausdruck fassungslosen Erstaunens platz. Nun verstand Duiliath auch nur zu gut, wieso der Andere seit dem Auftauchens der W- ... der Dämonin so kleinlaut sich gab. Auch wenn Duiliath nicht den Hauch einer Ahnung hatte woran der das erkannt haben mochte. Doch mit einem Mal war ihm bewusst, wie lächerlich seine Unterstellungen plötzlich waren. Zwar teilte die Fremde nicht auch noch sein Schicksal als Drachenerbe - dessen war Duiliath sich nun unbestreitbar gewiss, aber eine Ausgegrenzte mochte sie dennoch sein. Und plötzlich, da er nicht länger nur seinem eigenen selbstmitleidigen Gegreine lauschte, glaubte er auch noch etwas anderes als - die in diesem Moment als wahrhaft köstlichen Labsal empfundene - Wut in ihr zu spüren. Und der Halbdämon streckte sich wiegend einige Handbreit weiter empor. Sprachlos sah die Fremde an und nun spürte er auch wie der Andere stierend die Zweidimensionalität verlassend, einen Blick auf sie zu werfen versuchte. Ein kaltes Lächeln legte sich über seine Züge. Also doch kein Verweis aus seiner Heimat! Eine Wüstenelfe zu töten war eines, aber einen Dämon, der ihm sogar noch nachsetzte als er, die Situation zu entschärfen, geflohen war? Oh, wie groß wäre deren Gleichgültigkeit ihm gegenüber dann wohl. „Hey, sowas kann passieren Junge,mach dir da keine Vorwürfe!“ Er konnte die Ältesten der Wüstenelfen geradezu hören, wie sie ihn mitfühlend wieder bei sich aufnehmen würden, sollte er ihnen das berichten. Konnte beinahe ihre Gleichgültigkeit darob schmecken, das ein Dämon einem Anderen...

„Ich ging fort, nachdem du mich mit Ignoranz strafend in mir fremden Zungen antwortetest. Als du mir folgtest, floh ich und vergrub mich gar noch im Sand, ja! Aber wenn du hässl-“ Duiliaths Unterleib wand sich unruhig, als er sich - wortwörtlich auf die Zunge biss um nicht weiter zu reden. Ein tiefes Einatmen, bei dem furchtlos sowohl seine als auch die Augen des Anderen, von der Rückseite seines schief gelegten Hauptes die Gestalt voraus betrachteten. Dann merklich um Selbstbeherrschung wie vordergründige Ruhe bemüht, sprach er weiter, den dabei aus seinem Mundwinkel rinnenden Blutfaden ignorierend: „Ich bin bei euch aufgewachsen, nenne eure Heimat auch die meine! Wegen dem was ich bin, wurde ich verdammt fortzugehen, bis ich wieder ruhiger bin. Wenn ich aber in der Zwischenzeit einen von euch töte oder auch nur ernstlich verletzte... ich denke kaum, das ich nochmals zurück dann kann. Das also ist mein Grund dich noch nicht längst ... kalt gemacht zu haben. Und was bitte ist deine Entschuldigung mich nicht in Frieden einfach lassen zu können, nicht mit mir zu sprechen - so das ich dich versteh und nun auch noch...“ Mit dem Kopf wies er auf das neue Äußere der Dämonin vor sich. Zufrieden damit, sie mit dieser Rede soweit abgelenkt zu haben, bis die Härte seiner Haut den ganzen Körper schließlich überzog und die Schuppen im Licht der Sonne nun funkelten als wären sie aus blank poliertem hartem Braunen Stein - was der Wahrheit, offen gesprochen, auch verdammt nahe kam. Wenn sie eine Erddämonin war, er würde den Zauber innerhalb eines Lidschlags fallen lassen können - und vermutlich damit immer noch zu langsam, den Schaden durch die für Erdmanipulationen äußerst empfindliche Steinhaut zu vereiteln. Andererseits: Die Chancen standen gerade 3 zu 1 gegen Lianne.

Trotz der dämonischen Entschlossenheit, seine Haut in den nächsten Augenblicken so teuer zu verkaufen als nur irgend möglich, lag doch auch ein Ausdruck fast kindlichen Staunens in seinen Zügen! War dies wirklich die erste Dämonin, der er von Angesicht zu Angesicht entgegenblicken durfte? War sie deshalb so verletzend zu ihm gewesen, weil sie eine Konkurrenz, einen Widersacher in ihm gesehen hatte - oder weil ein solches vielleicht auch einfach in ihrer Natur lag? Der klagende Ruf eines im Westen kreisenden Geiers, scholl zu ihnen herab, derweil Duiliath warte was weiter geschehen sollte, ein dämonisches Gesicht dabei zu Markte tragend das neben der tödlichen Entschlossenheit, sowie dem kindlichen Erstaunen, leicht verhohlen aber sichtbar auch noch freudige Erwartung auszudrücken schien. Selten zuvor hatte er solch elementare Emotionen aus einem Anderen hervor sprudeln spüren. und je länger er diesem aus der Dämonin hervor sprudelndem Quell lauschte, desto unsicherer war er ob seiner ersten Annahme, das sie ihn mit jeder ihrer Aktionen tatsächlich nur noch weiter zu verspotten versucht hatte.
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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Lianne » Di, 29. Mai 2012 10:47

Die Dämonin machte einen Schritt zurück als der kleine Bastard so plötzlich auftauchte. Sie hatte den Ruck in dem Stoff durchaus gespürt und dennoch wusste sie nicht was er nun vorhatte. Ihr gefiel seine Affinität zu Sand nicht. Vor allem da sie sich in der Wüste befanden. Zwar in der Nähe von Wasser, aber Wasser war wohl eher ihr Problem. Für einen Augenblick überdachte sie die Situation. Für diesen Augenblick dachte die Elfe. Aber die Entscheidung stand schon fest. Er hatte sie angegriffen. Es gab keinen Grund warum er es nicht wieder tun sollte.

Seine Miene war eine ganz andere, aber war es dem Dämon nicht gleich? Er könnte genauso gut aussehen wie ein Ziegenbock. Zu brennen hatte er sich nicht durch sein Aussehen sondern durch sein Handeln verdient. Hart und ehrlich erarbeitet. Ein amüsierter Ausdruck spiegelte sich in den rot-glühenden Augen wieder. Vielleicht lag es daran, dass sie nun einen Gegner hatte, der nicht schon bei ihrem Äußeren flüchtete? Es würde ein Spaß werden, eine Wohltat. All das was ihr widerfahren war, konnte sie ihn spüren lassen. Beginnend mit dem Alptraum, den sie durchlebt hatte, als sie in jenem dämmrigen Zustand zu sich kam und anstatt Freundschaft erzwungene Nähe fand. Tief in ihr war allerdings eine zweite Strömung, schwach, aber unaufhaltsam, die daran erinnerte, dass er nichts für das Vergangene konnte. Dennoch änderte es nichts.

Seine Worte. Er hatte nichts verstanden. Gar nichts. Wut durchfloss sie. Sie krümmte bereits ihren Oberkörper leicht zusammen. So war es leichter. Für einen kurzen Augenblick erschien es ihr als würde ihr Körper in Flammen stehen und als sei sie zu Fleisch gewordener Schmerz. Verzweiflung und Schmerz lösten den amüsierten Ausdruck in ihren Augen ab, die sie starr auf den Jungen gerichtet hatte. Das Oberteil zerriss um den Schwingen Platz zu machen, aber sie schrie nicht auf vor Schmerzen sondern ertrug es. Sie nährte sich von ihnen. War es nicht sogar leichter zu ertragen als die letzten Male? Vielleicht würde es irgendwann nicht mehr so stark schmerzen...
Das Oberteil schützte noch immer die Front ihres Oberkörpers, allerdings hing es am Rücken nahezu in Fetzen. Zwei schmale Stoffstreifen waren alles was Lianne davor schützte ihr Oberteil zu verlieren.

Sie schnaufte während sie ihre Flügel ausstreckte um sie zu trocknen. Die Klauen wurden vorsichtig bewegt. 'Ich werde es mir nicht verzeihen, wenn er stirbt', wisperte eine sanfte Stimme in ihren Gedanken, aber ihr Gesicht samt der Augen wirkten wieder bösartiger. Keine Spur des inneren Kampfes war in ihrem Antlitz zu sehen. Dort sah man nur den Dämon.
„Vielleicht liegt es einfach daran, dass ich die Sprache dieser Kreaturen nicht spreche?“, fragte sie leicht ironisch obgleich sie wusste, dass er sie nicht verstehen konnte. Es stachelte ihre Wut teils weiter an, dass er es nicht einfach verstehen konnte! Würde sie die Sprache dieser verfluchten Langohren sprechen, dann hätte sie ihm schon geantwortet! Sie fauchte leise um ihrem Ärger Luft zu machen, der sich noch dadurch ansammelte, dass der Bock so strohdumm war.

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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Duiliath » Di, 29. Mai 2012 13:07

Ein Luftdämon also? Duiliath begann schallend zu lachen als er die Flügel sich entfalten sah. „Du willst also spielen, Muttchen, ja?“ Sie ließ ihn einfach nicht in Ruhe, wollte es scheinbar nicht anders. Ein Teil von ihm erfreute sich regelrecht an der Herausforderung! Leicht würde es ganz sicher nicht werden, wäre der andere dann doch vermutlich nicht so schweigsam - auch wenn der, erleichtert allerdings eher, aufgeschrien hatte als die Dämonin vor ihnen, ihre wahre Gestalt schließlich offenbarte. Er hatte nicht vor sie zu töten, aber nun wäre es zumindest kein Drame sein, sollte er sie aus versehen kaputt machen. All die aufgestaute Wut seines kurzen Lebens konnte sich nun ungehemmt entfalten. Diejenigen die fähig waren ihm entgegen zu treten, waren zumeist wüstenelfische Magier gewesen. Sie anzugehen hätte Verbannung schlimmstenfalls bedeutet. Darum hatte er sich dort immer zurück gehalten. Die Anderen indes, die ihn nicht hatten einfach nur in Ruhe lassen können, sie gingen meist recht schnell kaputt was entweder ein Zuwenig an Spass nach sich zog - sprich es war meist schon mit ihnen vorbei wenn seine Wut indes noch nicht einmal ihren Zenit auch nur erreicht hatte. Diese Frau hier aber... „Also gut, dann spielen wir mal.“ zischte der, nun mehr an eine übermanngroße Eidechse denn etwa einen Bock erinnernde Halbdämon und ließ seine Wut einfach nur ungebremst los. Töten wollte er sie nicht, aber alles Andere... Keine Sorge Jungchen, wenn du Spaß willst - ich denke dann wirst du gleich mehr davon abkriegen als dir lieb ist! Die gedankliche Antwort des Anderen auf seine leichtsinnige Vorfreude - sie stimmte ihn vorsichtig, bremste ihn aber nicht. Denn auch der andere wollte die Auseinandersetzung. Jener aber weniger aus kindlichem Zorn heraus, denn vielmehr um seine Grenzen zu setzen - und auch um das Können des Kleinen in einer ernsten Auseinandersetzung zu prüfen. Auch der Andere wollte die Dämonin nicht tot sehen, war diese doch nichtsdestotrotz von seiner Art. Schade und eine unnütze Vergeudung wäre das, sollte sie - oder auch Duiliath - hieraus nicht lebend hervor gehen. Darum machte der Andere sich derweil Gedanken um eine brauchbare Rückzugsstrategie und Ratschläge oder Warnungen, die er den Jungen zu gegebenem Anlass zurufen mochte.

Doch all das war erst einmal müßig! Zu verlockend prangten ihre dargebotenen Flügel links und Rechts der Schultern Liannes, so das es weder Duiliath noch den Andere maßlos erstaunte welchen Weg die ungelenkte Magie zugleich wählte. Mit einem lauten Fauchen fuhr der Sand zu seinen Füßen auf, rotierte rasend schnell um den Halbdämon und jagte dann auh schon unaufhaltsam auf Lianne zu. Hart prasselten die feinen Körner mit der Urgewalt eines entfesselten Sturmes auf Liannes Leib, wie auch die breite Fläche der hinter ihr aufragenden Flügel. Ob diese Urgewalt sie umstieß, mit- oder gar fort riss, das konnte der sich mit aller ihm zur Verfügung stehenden Schnelligkeit zur Seite bewegende Halbdämon nicht ergründen. Doch was immer sie ihm zur Antwort hatte, er wollte es nicht unbedingt an jenem Flecken erwarten, da sie ihn zuletzt gesehen hatte. Hoffend das dieser - leider zu kurze Angriff - ihr auch die Sicht ein Stück weit genommen hatte schien es ihm sehr schlau, dieses hoffentlich unerwartete Ausweichen. Zu kurz darum, weil die Freude über den hiermit begonnenen Kampf einen Moment lang seine Wut in einem solchen Ausmaß überlagerte, das dieses auch in der Flut der Magie sich bemerkbar machte. Wo eben noch all der Hass den nur auf die wenigen Meter zwischen ihm und ihr beschränkten Sandsturm entfesselt hatte, hing nun der Sand - zugegebenermaßen sehr schön anzuschauen - reglos in der Luft um dann, wenig später, mit einem leisen wie wohl ungehört bleibendem Rieseln herab zu sinken. - Verdammt! dass hätte besser laufen können! Aber - und da hätte es nicht einmal des leisen gedanklichen Lachens des Anderen ob Duiliaths Enttäuschung zu bedurft, selbiges zu erkennen: Der Kampf war mit Sicherheit noch nicht vorüber. Nein, der Spaß hatte vermutlich gerade erst begonnen! Und so strahlten des Halbdämons Züge, vor Begeisterung, Kampfes- und ja, auch Mordlust wider, als er die andere Dämonin hinter all dem hernieder rieselndem Sand auszumachen, wie erneut mit dem Blick zu fixieren versuchte. Das gefährlich leise raubtierhafte Knurren, welches seiner Kehle sich entrang, war kaum hörbar - und bezeugte sein Fühlen dennoch deutlicher denn tausend Worte dieses je vermocht hätten. Also dann, Runde zwei... Ein Gedanke nur, des Anderen - man wollte sich ja schließlich nicht zu sehr verraten, aber es gemahnte Duiliath dennoch zur Vorsicht. Kampfbereit und inzwischen schwer atmend schlängelte sich der Halbdämon erneut einige Schritte zur Seite. Jah nur nicht zu lange an einem Flecken ausharren! Diese Lektion hatte er bereits vor einigen Wochen recht schmerzlich lernen dürfen.
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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Lianne » Sa, 02. Jun 2012 12:40

Er lachte über sie. Er lachte doch tatsächlich über sie! Lianne verzog das Gesicht vor Wut. Kleine Flammen züngelten an ihrem Körper entlang, ließen jedoch Lianne und deren Kleidung unversehrt. Nicht aber die Kutte, die sie in den Händen hielt. Oder war es Absicht, dass diese anfing zu schwelen und dann auf dem Boden landete um dort zu verbrennen. Sollte er doch seine restliche Reise durch die Wüste nackt hinter sich bringen und sich einen schmerzenden Sonnenbrand einfangen. Man lachte nicht über sie. Ein Grinsen lag auf ihrem Gesicht. Wieder konnte man einen Blick auf ihre Reißzähne werfen, die sie auch zu gebrauchen wusste. Die Magie - und das Feuer - waren der Dämonin noch etwas fremd. In manchen Momenten funktionierten Dinge instinkiv, aber sonst hatte sie Klauen und Zähne um einen anderen leiden zu lassen. Der Geschmack nach Blut. Etwas das sie nur zu gut kannte nach dem Zwischenfall bei den Nomaden. Wie wohl das Blut eines Dämon schmeckte? Aber nein - noch hatte sie nicht gewonnen. Sie würde sich diesen Sieg verdienen müssen, da er mit seiner Magie anscheinend gelernt hatte umzugehen im Gegensatz zu ihr, die das meiste vergessen hatte. Er mochte zwar ein Kind sein, aber doch war er ausgebildet. Etwas mit dem sie nicht glänzen konnte. Sie war in der Wüste aufgewacht und hatte töten müssen um nicht von einem Mann... Den Gedanken schüttelte die Dämonin ab. Das war eine Erinnerung, die sie nicht brauchte. Auch so war sie wütend genug um ausreichend Kraft zu schöpfen. Der wüstenelfische Anteil in ihrem Blut versorgte sie dadurch mit Feuer. Starke Gefühle waren schon immer der Zugang zur Macht gewesen.

Seinem Angriff schenkte die Dämonin kaum Beachtung, da sie mit einem großen Sprung unter zu Hilfenahme der Flügel der "Sandsturmfront" auswich. Zu gerne wäre sie in der Luft verblieben, aber sie wusste, dass ihre Flügel sie nicht tragen würden. Noch nicht. Sie würde üben müssen. Vielleicht sollte sie sich doch an den Erinnerungen nähren um in der Form bleiben zu können? Etwas Sand hatte sie durchaus abbekommen. Doch Schmerz spürte sie keinen. Würde die Elfe später darunter wohl zu leiden haben. Menschen kämpften anders. Sie hatten Angst vor der Dämonin gehabt und waren leichte Beute gewesen. Der Bock, der sich als Schlange entpuppte, war da sicher anders. Er verspürte keine Angst. Vielleicht sollte sie ihm die lehren? Sie hatte sein Schauspiel bedacht und legte nun die Flügel so eng es ging an ihren Körper. Noch immer würde sie damit weite Sprünge bewältigen können, aber sie wollte ihm nicht mehr Angriffsfläche als notwendig bieten. "Halt ein", bat und flehte eine Stimme in ihrem Inneren. Wieder grinste die Dämonin. Darauf musste sie nicht hören. Der Junge hatte sie angegriffen und ausgelacht. Dafür musste er bestraft werden. Wahrscheinlich würde sie erst dann Ruhe geben, wenn ihre Klauen in sein Fleisch eindrangen... Ein wohliger Schauer durchfloss Lianne. Die Dämonin wühlte und drang langsam in dunkle Ecken ihrer Erinnerung vor. Sie brauchte etwas - wissend wo es verborgen war, aber doch sträubte sich die Elfe dagegen. An manchen Tagen war sie froh Dinge vergessen zu haben, da sie so das Leben genießen konnte. Wie ein dunkler Schleier lag ihre verlorene Erinnerung oft über ihr und sie konnte sie nicht abschütteln. Wie paradox war es also, dass sie sich auf die Suche nach Antworten machte wo sie doch ihre Erinnerungen fürchtete. Sie wollte nicht erfahren, dass sie vielleicht ihre Eltern in einem schwachen Moment der Wut umgebracht hatte und deshalb verstoßen worden war. Wie sonst hätte sie...

Die Dämonin blinzelte die Tränen fort. Schwäche. Die Elfe war schwach. Sie würde sich allerdings nicht von soetwas verleiten lassen. Kleine Feuerbälle zu formen fiel der Dämonin leicht. Es war einer der wenigen Zauber, die sie beherrschte auch wenn die Elfe den Zauber nicht wirken konnte, da ihr in ihrer eigentlichen Gestalt die Macht fehlte...oder vielleicht sogar das Vertrauen? Sie hatte am Körper genug Feuer, das sie dafür verwenden konnte. Es war also garnicht nötig etwas neu zu erschaffen. Als die Sicht es wieder zuließ, begann sie die kleinen Feuerbälle nach ihm zu werfen. Mehr zum Spaß um zu sehen wie er sich so schlängelte. Sie hatten vielleicht einen Durchmesser von 4cm und würden mit Sicherheit nicht einmal so recht schmerzen, aber ihn dazu zu bringen sich zu bewegen war es allemal wert. Je nachdem wie gut er war würde er in der Bewegung nicht zaubern können. Wie schnell würde sie ermüden? Wieder formte sie kleine Feuerbälle, aber ließ ihn dabei nicht aus den Augen. Würde er einen Angriff wagen, dann würde sie ausweichen müssen. Aber auch wenn die Elfe für die Zeit still gestanden hatte, ihre Umgebung in sich aufnehmend, so waren ihre Muskeln angespannt. Bereit wieder auszuweichen falls die Schlange wieder mit Dreck warf. Ob man mit Feuer etwas gegen seinen Sand unternehmen konnte? Vielleicht...wenn es heiß genug war.

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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Duiliath » Sa, 02. Jun 2012 20:56

Duiliath kochte vor Wut, als er das Kleidungsstück erst schwelen dann lodernd brennen und alsbald zu Asche zerfallen sah. Die Stimme des Anderen die ihn sonst immer zur Ruhe gemahnte wenn er aufgestachelt war oder aufrieb, wenn ihm nach Ruhe war - sie schwieg. Oder aber der Halbdämon vermochte sie in einem so noch selten erlebten Zorn nicht mehr zu vernehmen. Keinen Millimeter rührte er sich als die - wie er nun erkannte - Feuerdämonin mit Flammenkugeln nach ihm warf. Und das tat er nicht etwa in dem Wissen, das diese noch nur spielt, jenes Feuer nur schmerzhaft allenfalls war. Beinahe bedauerte er das durch die Steinhaut zusätzlich abgeschwächt der Schmerz kaum die Intensität erreichte seinen plötzlichen Hass auf die Andere noch weiter zu mehren. weder er noch der Andere wussten wie ihnen geschah, als sein schierer brutaler unbeschreiblicher Hass auf dieses, dieses - Ding da vor ihm, die Kontrolle über die ihm innewohnende Magie übernahm. Oder lies dieser sie vielmehr nur los? Keine Handbreit gab er nach, als die Feuerbälle ihn trafen und wohl auch trotz seiner Steinhaut später ausgesprochen schmerzliche aber wohl keinesfalls ernste Verbrennungen zurück lassen würden.

Doch hätte Duiliath - so er in diesem Moment eines klaren Gedankens denn noch fähig gewesen wäre - ob seines Zornes der ihm durch die Adern brandete, indes angenommen monumentale Entfaltungen elementarer Macht nun zu erleben, er wäre wohl - im ersten Moment zumindest - eher maßlos enttäuscht gerade. Nichts weiter denn eine nadelfeine Sandfontäne schoss, von ihm ausgehend in gerader Linie vom Boden in nicht mehr abschätzbare Höhen hinauf. Doch so wenig eindrucksvoll das scheinen mochte: Eine Wüstenrennmaus, die von den Erschütterungen aufgeschreckt, noch aus dem Untergrund hervorbrechend dem nadelfeinen Sandstrahles zu entfliehen versuchte, fiel wie von einem unsichtbaren Schwert durchtrennt regelrecht nach links und rechts auseinander ehe die beiden noch kurz sich windenden Körperhälften ihr Leben, wie auch ihre Innereien rings um sich her im durstigen Wüstengrund verströmten. Als neben dieser, selbst Duiliath noch nicht untergekommenen Ausformung elementarer Magie plötzlich ein vertrauteres Gedankenmuster seinen Geist durchflutete - worauf der Untergrund zu der Dämonin Füßen gierig nach ihren Füßen zu packen wie diese festzuhalten versuchten - musste auch ihr klar sein, das sie die letzten Barrieren des unbeweglich vor ihre verharrenden Halbdämons erfolgreich niedergerungen hatte.

Duiliath wollte in diesem Moment nur mehr eines: sie tot sehen! Hier und jetzt und ohne jegliche weiteren Umschweife! Und es schienen ihn auch nur mehr wenige Augenblicke von diesem Moment zu trennen, diese - diese Kreatur hier vor ihm der bedauerlichen Springmaus hernach folgen zu sehen. Weder spürte er den Schmerz der Verbrennungen durch ihre Angriffe, noch registrierte er den aus seinem linken Nasenflügel herabrinnenden Strom frischen Blutes. So unscheinbar die entfesselte Magie sich auch gab, so machtvoll war die Gewalt die dieser innewohnte, so hoch auch der Tribut den diese von ihm hiermit einforderte. Doch all das war einerlei - solange die da nur hier und jetzt vor seinen Augen zerrissen würde.
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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Lianne » Mi, 13. Jun 2012 1:32

Ein Teil von Lianne erschrak über das Ableben der Maus und der möglichen Gefahr, die dadurch für sie drohte. Sie versuchte aus der Seite zu springen, aber die Erde schien nach ihr zu greifen und versuchte sie festzuhalten. Die Dämonin kämpfte dagegen an. Mit Hilfe der Flügel riss sie sich los und konnte dem Sandstrahl noch entfliehen. Alles andere als elegant ging sie auf die Knie, den Blick der roten Augen auf den Jungen gerichtet. War es das wert? Die Elfe schrie innerlich auf. Sie flehte nicht mehr, sie regte sich nicht mehr nur, sondern sie kämpfte. Nasenbluten. Das war kein gutes Zeichen. Ob es zu viel Macht gewesen war? Lianne blieb auf dem Boden knien, während sie zu ihm sah. Die Landung war nicht unbedingt sanft gewesen. Unter den Klauen fühlte sie Sand, aber ein kurzer Blick auf die Sandfontäne musste sein. Nur um sicher zu gehen, dass sie ihr nicht folgte und sie zur Not ausweichen konnte. Sie krallte ihre Finger in den Sand um ihn zu spüren. Halt finden. Den Dämon aufhalten.

Sie würde ihm nichts tun. Ihren Blick wand sie wieder dem Jungen zu. 'Feuer!', schrie der Dämon in ihrem Inneren. Sie wollte den Jungen brennen sehen und das Fleisch riechen während es langsam verkokelte. Sie verzehrte sich danach. Sehnte sich. „Nein“, murrte die Elfin. Leise konnte man das Murren hören, das zwischen den zusammengepressten Lippen hervorkam. Über ihre Haut züngelten noch immer kleine Flammen, die sie mit einer gefährlichen Aura umgaben auch wenn sie selbst davon keinen Schaden erlitt. Blut. Das Dämonenblut in ihren Adern warnte sie vor der Gefahr. Man durfte seine Grenzen nicht zu weit überschreiten, da es zu Schaden führen konnte. Die Dämonin aber wollte darüber nicht nachdenken. Es gab anderes, das wichtiger war. Die Sehnsucht nach dem Feuer. Viel zu viel Wut war in ihr, die unbedingt einen Kanal finden musste. Sie musste sie kanalisieren. Eine Möglichkeit finden es hinaus zu lassen bevor sie wieder die Kontrolle übernehmen konnte. Die Elfe wusste, dass die Dämonin bis an das bittere Ende kämpfen würde, aber das lag sicher nicht in ihrer Absicht. Ein Knurren kam über ihre Lippen. Brennen. Zischeln. Knistern.

Ihre Hände, die auf dem Sand ruhten, begangen zu glühen. Der Boden würde das aushalten. Die Schwärze der Sclera ließ nach und wirkte trüber, aber klarte noch nicht auf. Die Hitze genügte nicht um den Sand zu schmelzen. So konnte sie aber das Feuer abgeben. Ihr Blick war starr auf den Jungen gerichtet, während ihre Flügel sich ausbreiteten. Die Dämonin protestierte gegen diese schändliche Tat. Es war eine Vergeudung des Feuers, der Macht. Aber sie konnte das nicht. Oder konnte sie ihm doch weh tun? Sie biss sich mit ihren Reißzähnen in die Unterlippe. Schmerz. Durfte sie die Kontrolle wieder verlieren? Nein! Sie würde ihm die Haut und das Fleisch von den Knochen brennen. Ihre Lippen verzogen sich zu einem Grinsen. Ihn leiden sehen. 'Ich gewinne immer', dachte die Elfe gehässig. Dann erst erhob sie ihre Stimme. „Hör auf!“, schrie sie dem Jungen zu, während sie gegen sich selbst kämpfte. Sie durfte ihn nicht aus den Augen lassen. Zu viel Gefahr ging von ihm aus. Viel zu viel Gefahr. Aber sie musste auch sich selbst beruhigen. Mit sanfter lieblicher Stimme begann sie sich ein leises Lied vorzusingen. Es war ein altes Lied. Eines, das aus der Dunkelheit stammte, aber sie beruhigte. Sie sprach die Worte, verstand sie und doch sang sie es ohne zu wissen woher die elfischen Worte stammten. Es beruhigte. Das Feuer verließ ihren Körper. Die Wut würde weniger werden. Mit der Zeit.

Ihre roten Augen sahen glühend zu dem Jungen, während ihre Lippen die elfischen Worten von sich gaben.

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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Duiliath » Sa, 16. Jun 2012 16:20

Keuchend sank der Halbdämon zu Boden, rang nach Luft und kämpfte wider den zunehmenden Schwindel an! Wäre diese Schwäche nicht gewesen, er hätte sofort die nächste Attacke der ersten folgen lassen. So aber, den Blick zu keiner Zeit von der verhassten Kreatur dort vor ihm nehmend, rang er zornbebend um Atem, irritiert die Dämonin dabei vor sich beobachtend. Nur dieser seiner Schwäche verdankte er die Möglichkeit zur Betrachtung jenes Schauspieles welches sie ihm bot. Flammenumlodert, wie es ihm schien, schickte sie jene entfesselten Energien in den Boden, statt ihm entgegen. Und dann sang sie doch noch in elfischer Sprache - ein Kinderlied! Alleine ob dieser nun bewiesenermaßen ganz bewußt zelebrierten Unverschämtheit nicht in einer von ihr und ihm gleichermaßen beherrschten Sprache mit ihm zu reden, hätte er am liebsten erneut zuschlagen müssen, zog statt dessen aber, von diesem ersten Angriff nach wie vor bis an seine Grenzen erschöpft, wie dennoch aber auch von rasenden Zorn erfüllt, die krallenbewehrten Klauen seiner Hände in einer fließenden Bewegung über die Unterarme. Von den Ellenbogen bis zu den Handgelenken zogen steinharte Klauen über nicht minder harte Haut, zogen knirschend erkennbar tiefe, blutige Spuren, derweil all sein Zorn, all seine Wut in einem infernalischen Schrei sich entluden. Danach wandte sich Duiliath um, wollte weiter-, wollte fortlaufen. Doch im Umwenden begriffen manifestierte der Andere sich mit Augen, so grün und unheilvoll glosend wie kaum zuvor in des Halbdämons jungem Leben und eine Stimme, wie berstendes Holz, peitschte der Dämonin entgegen! „ HÖRE AUF UNS ZU VERFOLGEN, HÖRE AUF, UNS ZU VERSPOTTEN! LASS UNS IN RUHE ODER ABER KÄMPFE! NUR HÖRE MIT DIESEM VERDAMMTEN SPIEL AUF! LASS UNS IN RUHE, IN RUHE, IN RUHE; IN ...«“ schrie es Lianne, die letzten Worte immerfort wiederholend, ins Angesicht, derweil Duiliath mit Tränen, gleichermaßen aus dem Zorn, wie auch aus der Erniedrigung heraus geboren, ein weiteres Mal davon stürmte!

Würde sie ihm nun ein weiteres Mal folgen, wollte er lieber sterben, als sich nochmals erniedrigen zu lassen. Sein Weg, willkürlich in dem Bestreben jene Kreatur hinter sich nur endlich weit zurückzulassen gewählt, hatte ihn geradewegs zurück zur Strasse geführt. Ob des Anblicks der dort im Nirgendwo stehenden Händlerin geriet er ins Straucheln, stolperte über seine sich plötzlich herausgeformt habenden Beine, schlug lang hin und sprang – als er endlich die unabsichtliche Rückverwandlung vollendet hatte wieder auf. Sein erster Impuls war zur ihr zu stürmen und ihr mit bloßen Händen die Innereien herauszureißen, einfach nur weil sie da war und ihm vermutlich weniger Schwierigkeiten dabei entgegenstellen würde, denn die Dämonin. Doch noch ehe er auch nur einen Augenblick weiter darüber nachdenken konnte, war seine Wut zurückgedrängt. Nicht fort, nicht verraucht, aber doch… Er wandte sich fort von der leise vor sich hin singenden Frau, nicht einmal wissend, ob sie ihn überhaupt bemerkt hatte. Sie hatte ihm kein Leid je angetan, sie – war ihm gegenüber ohne jegliche Schuld bisher gewesen, sie war …tabu! Kaum hatte er ihr den Rücken zugekehrt, flammte der Zorn indes wieder auf. Voller Wut hieb auf einen im Weg stehenden, wie aus dem Untergrund aufragenden Felsen, entlud all seinen Zorn seine magische Kraft in den Schlag. Der Fels barst entzwei, und Duiliath ging geschwächt in die Knie, erneute Ströme von Blut und Tränen entlassend. Einen Augenblick verharrte er dort reglos und weinend. Dann zwang er sich erneut auf die Beine, taumelte mehr, als das er lief zum Wagen, zu seinen zurückgelassen Sachen, griff sich seinen Beutel, wischte sich damit das Blut von Gesicht und Armen um anschließend den Wagen nach einem Umhang oder irgendeinem anderen zumindest notdürftigen Kleidungsstück zu durchsuchen.
Out of character - Edit:
Inhaltliche Richtigstellung aufgrund
missverständlichen Bezugs
auf 1 fremdsprachliche und
ergo nicht verständliche Äußerung.
Namentlich die Erwiderung des Anderen.
Zuletzt geändert von Duiliath am So, 17. Jun 2012 17:31, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Suada » So, 17. Jun 2012 8:26

Suada hörte den Fels bersten, ein derart durchdringendes Geräusch, dass auch der leise Singsang und der meditative Zustand, in den sie sich dadurch versetzt hatte den Laut nicht auszublenden vermochten. Erschrocken schlug sie die Augen auf und sah sich um. Dann sah sie Duiliath und stieß erschrocken einen Schrei aus. Er hatte keine Kleidung mehr an seinem Leib, und wenn sie es richtig sah klebte Blut in seinem Gesicht, zudem hatte er blutige Striemen an seinem Arm. Dann stand er auf und bewegte sich auf ihren Wagen zu, und als er ihr so den Rücken zudrehte, sah sie an seinem Hinterkopf etwas, das sie zutiefst beunruhigte. Auf die Entfernung konnte sie es nicht genau erkennen, aber es sah beängstigend aus. Was war nur geschehen, nachdem der Sand plötzlich aufgewirbelt war? Unsicher blieb sie einen Moment stehen, dann lenkte sie ihre Schritte nur ein wenig näher an den Wagen, den er durchwühlte. Sie bemerkte die Striemen an seinen Armen und auch dass sein Beutel ebenfalls blutverschmiert war. Einen Moment überlegte sie, ob sie noch näher zu ihm gehen oder irgend etwas sagen sollte, ihn fragen sollte was geschehen war und ob er Hilfe brauchte, aber dann sah sie wieder dieses seltsame, beängstigende Gesicht an seinem Hinterkopf und wagte es nicht. Sollte er eben ihren Wagen durchwühlen und sich nehmen, was er haben wollte. Außer massenweise Schmuck würde er nicht viel finden, einmal abgesehen von einem langen Wollmantel, den sie oft als Decke verwendete und der sich in einer der Kisten befand - um sich zu bedecken würde er aber wohl ausreichen.

Was auch immer hier vor sich ging, es machte ihr jedenfalls Angst, und so taumelte sie, immer noch irritiert und verängstigt zu Duiliath starrend, einige Schritte zurück und stöhnte auf, als sie ihren Fuß ungeschickt belastete. Sollte sie weglaufen? Aber sie konnte den Wagen und die Pferde ja nicht einfach zurück lassen? Einen weiteren Schritt ging sie zurück, stolperte über eine Unebenheit und fiel hin. Langsam setzte sie sich auf, zog die Knie eng an den Körper und umschlang sie mit den Armen, dann begann sie abermals, leise zu singen, doch wurde der Gesang trotz aller Mühen nicht ruhiger, vielmehr wurde er immer hektischer, denn da es ihr so gar nicht gelingen wollte, sich damit zu beruhigen, wurde sie selbst immer nervöser und ungeduldiger. Sie sang schneller und lauter. Die Worte waren nicht zu verstehen, wohl aber das Zittern ihrer Stimme zu bemerken, das immer deutlicher wurde, je lauter sie diese erhob. Dabei wiegte sie sich leicht nach vorne und nach hinten. Die Augen hatte sie abermals geschlossen.

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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Duiliath » So, 17. Jun 2012 15:55

„Hey! – Ich sagte...“ „Was?!“ „Umdrehen, jetzt!“ Eine trotzige Erwiderung auf den Lippen, obgleich des Anderen letzte Worte ungewöhnlich sanft erklangen, schluckte Duiliath die böse Spitze unausgesprochen herunter. Die Händlerin hockte, nur wenige Schritte von ihm entfernt auf dem Boden und wiegte sich hin und her. Doch ihr vormals monotoner Singsang klang abgehackt und hektisch und wurde lauter und lauter. Ein Teil von ihm wollte nur mehr seine Ruhe und bitte doch endlich in Frieden gelassen werden. Dieser Teil ertrug ihr „Gegreine“ kaum, hätte am liebsten mit einem gnädigen Faustschlag für Ruhe gesorgt, doch diese Stimme blieb jenen die augenscheinlich ohne Schuld waren gegenüber stets ungehört. Also riss der Halbdämon sich zusammen drehte sich, den Mantel zubindend, nach einem schnellen Griff in eines der zuvor durchsuchten Fächer des Wagens mit beschwichtigend erhobenen Armen ganz zu der Händlerin um. „Gaaaaanz ruhig, alles wird gut, du musst nur gaaaaanz tiiiiiief ein und wieder auuuuuuuus atmen, hörst du?“ Er wusste nicht wieso, aber diese Vorgehensweise half meist bei einer Panik, die er bei ihr grad zu erkennen glaubte, übte er eine solche Wirkung doch nicht etwa zum ersten mal aus. Also begleitete er seine Worte, die sie wohl nicht verstand, mit pantomimenhaften tiefen Atemzügen. Er versuchte ein freundliches Lächeln, obgleich dieses mit blutverschmiertem Gesicht vermutlich nichts bringen mochte. Drei Schritte von ihr entfernt ging der Halbdämon in die Hocke, das sie zumindest nicht weiter zu ihm aufblicken musste. Wieder hob er die Hände beschwichtigend und zeigte ein funkelndes Kleinod in seiner Linken, eine dieser Salzuhren. So wie sie sich vorhin an ihrer eigenen kurz regelrecht festgehalten hatte, schien diese ihr irgendwie Wichtig wie Schutz verheißend. Darum, hoffend das sie die Augen nunmehr nicht länger geschlossen hielt, deutete er auf ihre eigene an einer Kette um den Hals befestigte Salzuhr und umfasste die seine, wie er sie zuvor diese hatte halten sehen und imitierte erneut ein tiefes Einatmen. „Gaaaanz ruhig, dir passiert nichts, okay? Ich bezahle auch für den Mantel, aber ich kann doch nicht, nicht - nicht...“

Erneut schossen ihm Tränen der Wut wie der Furcht in die Augen, als er die kürzlich Erniedrigung durch die andere Dämonin erinnerte. Er hätte gleich zu Beginn aggressiv auf die Arroganz dieser Elfe reagieren können, die ihn so bewusst ignorierte, und in einer ihm doch offensichtlichen Sprache über ihn hinweg, wenn nicht gar „über ihn“ daselbst lästerlich, gesprochen hatte. Aber nein, er hatte sogar lieber die Flucht ergriffen, und was tat sie? lief ihm hinterher und verspottete ihn mit jedem hervorgestoßenen Laut nur aufs neue, zwang ihn sogar nackt... Duiliath stürmte davon, die fallengelassene Salzuhr nur wenige Schritte vor Suada entfernt im Sand liegen lassend. Er stürmte an den unruhigen Zugtieren vorüber, welche ob der angezogenen Bremsen des Wagens allerdings zum Stillstand gezwungen waren, nur um wenige Schritte jenseits es Wagens sich in eine Sandverwehung fallen zu lassen und, immer wieder wütend auf den Grund um ihn her einschlagend, sich die Seele aus dem Leib zu flennen. Und das, wollte er niemanden sehen lassen! Wollte er doch weder das Mitleid der Menschenfrau noch etwa weitere Häme der Dämonin, wo auch immer diese gerade war, ertragen müssen. Und so weinte er und schlug um sich, wie auf den Boden ein, bis er wieder ruhig war, und leer. Kein Hass mehr, kein Leid, aber auch keine Freude, keine Hoffnung! Nur mehr eine leere ausgebrannte Hülle auf deren Haut sich nunmehr, da die diese schützende Magie langsam verblasste, auf der linken Gesichtshälfte, wie auch der rechten Seite über der Hüfte, schmerzhafte Brandblasen ausprägten. Ein weiteres „Geschenk“ der ach so liebreizenden Dämonin. Aber auch alle Wut war verraucht, als er schließlich reglos zusammengekauert in der Verwehung liegen blieb und auch der Andere ihn scheinbar verlassen hatte, oder zumindest doch aber schwieg...
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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Lianne » So, 17. Jun 2012 20:15

Lianne hörte die Worte des anderen sehr wohl und wahrscheinlich waren sie der Grund dafür, dass sie sich die Zeit ließ, die sie brauchte um den inneren Kampf auszutragen. Das Lied beruhigte sie auch wenn sie nicht wusste woher die Worte stammten, aber sie waren ihr derart vertraut, dass sie das Wissen ihrer nicht in Frage stellen konnte. Nicht jetzt. Nicht in diesem Moment. Denn sie brauchte die Worte, die Weise. Klammerte sich daran fest. Jede Faser ihres seins reagierte darauf. Sie hatte auf ungewöhnliche Art und Weise Kontrolle über ihr Sein und für einen winzigen Augenblick spürte die Elfe wie es war Flügel zu haben, die sanft vom Wind umspielt wurden. Während ihre Klauen noch immer im Sand ruhten um Kraft abzugeben, öffnete sie ihre Flügel. Streckte sie soweit es ging um das Gefühl des Windes auf des selten gebrauchten Fasern zu spüren. Es war wie die sanfte Liebkosung einer Mutter. Wusste sie denn, wie eine Mutter liebkoste? Sie erinnerte sich an Basima. Die liebevolle Art der Nomadin. Langsam und unter Schmerzen verschwanden ihre dämonischen Male wieder. Die Zähne, die Hörner, die Flügel, die Klauen, die schwarze Haut, die dunkle Sclera. Einziges Zeugnis blieb das Oberteil, das am Rücken zerrissen war.

Die Elfe setzte sich auf und ließ sich etwas Zeit ihre Haare zu ordnen. Erst als sie damit fertig war, erhob sie sich. Es lag nicht mehr in ihrer Absicht dem Jungen zu folgen oder eine weitere Auseinandersetzung zu suchen. Die Kontrolle zu verlieren war keine Erfahrung, die sie gerne machte. Sie wusste ob dieses dunklen Wesens, das in ihr schlummert, und versuchte zu lernen damit zu leben. Dies war nun wohl die dritte Situation in der das Böse gewonnen hatte. Auch wenn nicht lange. Dennoch was es beunruhigend. Ob er wohl so wie sie war? Viel Zeit zum Nachdenken hatte sie nicht gehabt. Vor allem zu wenig Zeit um klar zu denken. Die Vermutung lag nahe, dass er ihr ähnlich war, aber sie wusste nicht wie sehr. Es war schwer sich über solche Dinge ein Bild zu machen ohne etwas zu wissen.
Die Elfe klopfte ihre Kleidung ab. Noch immer war die Melodie in ihr auch wenn die Worte begangen zu verblassen. Was war nur passiert, dass so vieles im Dunklen lag? Was nur ließ sie alles vergessen? Es war...traurig. Einfach nur unglaublich traurig. In diesem Moment sehnte sie sich nach ihrer Vergangenheit und alles was damit wohl zu tun hatte. Sie hätte dem Jungen erklären können was mir ihr passiert war, sie hätte das Lied schon früher gekannt und das Leben...es wäre nicht dominiert von der Suche nach etwas Unbekanntem.

Ihr Blick wanderte umher. Sie würde zu der Menschenfrau zurückgehen müssen, da dort ihr Hab und Gut war. Hoffentlich war sie nicht verschwunden, da sie zuviele Dinge gesehen hatte, die sie nicht verstehen konnte. Ob sie es würde ertragen können, wenn Suada sie mit weitaufgerissenen Augen voller Angst ansehen würde? Mit der Gewissheit, dass die Elfe, die vor ihr stand ein Monster war? Wie auch immer. Sie würde ihre Sachen holen müssen. Dieser wenige Kram war alles was ihr geblieben war. Vielleicht wäre der Verlust der Kleidung nicht schlimm. Aber würde sie es verkraften, wenn sie Kalil verlor? Er war nur ein dummes Pferd, aber er...hatte sie akzeptiert wie sie war. Oder er war einfach zu alt um ständig vor ihr zu fliehen. Oder hatte er verstanden, dass von ihr keine Gefahr ausging.
Mit einem Lächeln auf den Lippen schüttelte Lianne den Kopf. Sie machte sich doch tatsächlich Gedanken darüber was ein Pferd von ihr dachte. Ein Pferd!

Langsam machte sie sich auf den Rückweg. Sie schlug den Weg ein, den sie hierher gekommen war, falls sich Suada dort irgendwo noch aufhielt. Tief in ihr wusste sie, dass sie die Menschenfrau finden sollte. Was nur war mit dem Jungen schief gelaufen? Lianne seufzte leise. Sie konnte nicht ändern was passiert war und ein neuerliches Treffen würde sicherlich ähnlich verlaufen. Wieso nur konnte sie seine Sprache verstehen aber nicht sprechen? Es war zum verrückwerden. Vor nur wenigen Augenblicken hatte sie die Sprache gesprochen! Das Lied war in der selben Sprache gewesen, aber jetzt...war es fort. Sie hatte die Erinnerung gespürt. Es war so deutlich gewesen und sie hatte sie wieder verloren. Wütend war sie darüber nicht, sondern schlicht und ergreifend nur traurig.

Die Elfe betrat die Straße, aber hatte kaum Zeit sich ausgiebig die Umgebung anzusehen ob der andere noch hier war. Sie sah die Menschenfrau zusammengekauert auf der Straße. Ein Häufchen Elend, das sich vor- und zurückwiegte. Mitleid mischte sich zu ihrer Traurigkeit und sie ging langsam ohne etwas zu sagen auf Suada zu. Erst als sie näher kam, sah sie, dass die Menschenfrau die Augen geschlossen hatte. Ohne hastige Bewegungen zu machen kniete sie sich vor Suada auf den Boden. "Suada?", begann Lianne leise und vorsichtig. Sie schloss sorgsam ihre Arme um die Fremde um sie zu halten. Nicht zu fest, damit sie sich nicht wie eine Gefangene fühlte, aber auch nicht zu locker. Basima hatte sie oft so gehalten um ihr ein Gefühl von Geborgenheit zu vermitteln. "Scht...", fuhr sie sanft fort, "Ich werde Euch beschützen, habt keine Angst." Warum hatte sie ausgerechnet das gesagt? Sie hätte der Menschenfrau alles erzählen können, aber wieso hatte sie ihr Schutz angeboten? Und wer würde die Frau, wenn sie denn annahm, vor der Elfe beschützen?

Weil Menschen sie beschützt hatten und sie zurückgeben wollte. Sie würde Suada auch erklären was passiert war, wenn die andere dazu bereit war. Zumindest konnte sie ihr soviel erzählen wie ihr möglich war und sie selbst wusste. Ob der Junge schon sehr weit gekommen war? Das schlechte Gewissen nagte an ihr.

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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Suada » Mo, 18. Jun 2012 21:35

Zunächst kam der seltsame Junge zu ihr, sie bemerkte ihn aber erst, als er sie ansprach, abermals in einer Sprache, die sie nicht verstand. Noch ehe sie die Augen aufschlug, wich sie instinktiv ein Stück zurück, immer noch am Boden hockend, dann schlug sie die Augen auf und sah ihm an. Ihre Augen waren voller Angst, abermals sah sie das Blut, aber wenigstens hatte er sich nun etwas über gezogen - ihren Mantel, aber das war ihr egal, Hauptsache sie kam irgendwie heil aus dieser Sache raus - was auch immer die Sache sein mochte, denn sie hatte ja nur die seltsame Sandverwehung gesehen und Duiliaths seltsam veränderten Zustand, als er zurück zu ihr kam. Nur langsam verstand sie, dass er sie wohl beruhigen wollte, dass die tief ein- und ausatmen sollte und dass er sie an die Sanduhr an ihrem Hals erinnerte. Also versuchte sie, ruhiger zu atmen, aber es half nicht viel, ihr Atem war immer noch recht schnell und hastig. Dann griff sie nach der Salzuhr und umklammerte diese so fest, dass ihre Fingerknöchel weiß hervor traten, und fast wäre es ihr gelungen, sich wieder etwas zu beruhigen - wenn Suiliath nicht plötzlich wieder davon gerannt wäre. Warum rannte er weg? Drohte Gefahr? Immerhin sah er selbst äußerst mitgenommen aus, blutverschmiert und verheult wie er war. Wenn er abermals die Flucht ergriff konnte das unmöglich etwas Gutes bedeuten. Ihr erster Reflex war es, hinter ihm her zu rennen, denn falls er fortstürmte, weil er Gefahr witterte, war es besser wenn sie nicht hier blieb. Doch den hastigen Versuch, auf die Füße zu kommen, nahm ihr ihr geschundener Knöchel reichlich übel, eine Schmerzwelle durchfuhr sie, die so stark war, dass ihr für einen Moment schwarz vor Augen wurde. Also sank sie wieder zurück und tat das einzige, was zu tun ihr einfiel - sie versuchte wieder, sich zu beruhigen, indem sie leise ihre Gebete zu singen begann, abermals so dass die einzelnen Wörter kaum zu verstehen waren, letztendlich wussten nur jene, die die Gesänge gelernt hatten, was wie wirklich zu bedeuten hatten. Und abermals verfiel sie in das leichte Wiegen, hoffend sie könnte sich dieses Mal damit beruhigen, doch freilich ging sie es falsch an. Es gelang ihr nicht, ihre Gedanken wirklich auf die Götter zu richten, vielmehr dachte sie von Anfang nur daran dass sie dadurch doch endlich ruhiger werden musste, doch genau deshalb ging es nicht, auch nicht als sie die Augen schließlich wieder schloss. Und abermals wurde ihr Gesang wieder hektischer und lauter.

Daher fand Lianne sie ebenso vor wie es kurz zuvor der Junge getan hatte. Erst als sie leise ihren Namen sagte, bemerkte Suada Lianne, hielt die Augen aber noch einen Moment geschlossen, auch weil sie sich vor dem fürchtete, was sie vielleicht sehen mochte, womöglich gab die Elfe ein ähnliches Bild ab wie der Junge. Und dann spürte sie, wie die Arme der Elfe sie umschlossen und ihr Halt boten und sie beruhigend auf sie einredete, ihr versprach, sie zu beschützen. Langsam beruhigte ihr Atem sich, und schließlich öffnete sie die Augen und sah die Elfe an. Sie sah ganz normal aus, so wie vorher, und da die Kleidung auf der Rückseite beschädigt war, bemerkte sie nicht einmal dies. Das war beruhigend, und nach einer Weile atmete sie wieder gleichmäßig.
"Danke, Lianne", sagte sie leise und mit erschöpfter, aber ruhiger Stimme, dann sah sie sich um und richtete den Blick dann wieder fragend zu Lianne. Alles wirkte so friedlich im Moment, nichts schien mehr darauf hinzudeuten, was eben geschehen war, und doch erinnerte sich Suada sehr genau an die plötzliche Sandverwehung, die keinesfalls von einem normalen Windstoß herrühren konnte und daran, wie der Junge ausgesehen hatte, als er zurück gekehrt war.
"Was ist hier nur los?", fragte sie leise. Ihr Blick ruhte auf Lianne, die ihr Halt und Schutz bot. Die Umarmung tat gut, sehr gut sogar. Wann hatte sie das letzte Mal jemand in den Arm genommen? Es musste lange her sein, sie erinnerte sich kaum noch. Dilshad hatte es manchmal getan, früher, als sie sich noch näher gestanden und Zeit füreinander gehabt hatten. Seither war sie mehr oder minder allein, und das hatte sie eigentlich nie gestört - doch gerade fiel ihr auf, dass sie im Grunde ein recht einsames Leben führte, und erst die Erkenntnis, wie gut eine solche Umarmung tat ließ sie erkennen, dass sie dergleichen im Grunde genommen vermisst hatte, ohne es sich selbst bewusst zu machen.

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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Lianne » Mo, 25. Jun 2012 18:13

Lianne bemühte sich um ein sanftes Lächeln, während sie darüber nachdachte wie Basima mit dieser Situation umgegangen war. Ruhe und Wärme. War es nicht das, was Basima ausgemacht hatte? Der Sturm konnte noch so toben, aber sie blieb ruhig. Wahrscheinlich hatte es am Alter gelegen. Wieviel hatten Basimas Augen schon gesehen? Warum beschäftigte sie sich damit? Sie wusste doch nicht einmal wieviel ihre eigenen Augen schon gesehen hatten. Ginge es nicht darum Suada zu beruhigen, hätte sie wohl jetzt das Gesicht verzogen ob ihrer Gedanken, aber so bemühte sie sich weiterhin um ihr Lächeln.

Mit sanfter Stimme setzte sie an, während sie sich etwas von Suada löste. Aber noch immer ruhten ihre Hände auf den Schultern der Menschenfrau. Als Schutz. So würde sie sich umarmen können, falls sie wieder zusammenbrach, und würde sie aufhalten können, falls sie wegrennen wollte."Ich habe einen Fehler begonnen. Zwar verstehe ich die Sprache des Jungen, aber ich vermag sie nicht zu sprechen. Er glaubt, dass ich ihn verhöhnen würde und ich weiß nicht, wie ich dieses Missverständnis beseitigen soll." Lianne sah Suada nachdenklich an. Nicht nur, weil sie hoffte, dass die andere eine Lösung für das Problem fand, sondern auch, da sie überlegte wie sie weitersprechen sollte. Was sollte sie der Menschenfrau sagen? Dass der Junge - ebenso wie sie selbst - eine Ausgeburt der Hölle war und eine Gefahr für jeden darstellte? Im Grunde...genauso wie sie selbst. Aber es wäre unrecht ihn als ein Übel darzustellen. Er war ein junger Mann, der von seinen Gefühlen geleitet wurde. Er konnte nichts dafür. Er musste lernen sie zu kontrollieren. Ebenso wie sie selbst lernen musste.

Leiser fuhr sie fort: "Es hat ihn wohl verletzt, dass ich nicht mit ihm in seiner Sprache gesprochen habe. Vielleicht kam es schon zu oft vor, dass man ihn...beleidigt hat. Manche können grausam sein, wenn sie auf jemanden treffen, der...nicht so aussieht wie man es erwartet." Sie fühlte mit ihm, aber doch bemitleidete sie ihn nicht. Er brauchte kein Mitleid. Verständnis, Mitgefühl, aber kein Mitleid. Zumindest war es das, was sie suchte. Ob es ihm genauso ging? Ein Teil von ihr war sich dessen sicher. "Er beherrscht mächtige Magie, aber doch ist er nur ein Junge, der von seinen Gefühlen gelenkt wird. Er wollte keinem von uns ernsthaft Schaden zufügen. Er wollte...sich nur verteidigen." Lianne legte den Kopf leicht auf die Seite und lächelte. Da es aber nicht nur er war, der dazu beigetragen hatte, fügte sie hinzu: "Auch in mir schlummert Magie, die in seltenen Moment hervorbricht. Meist dann, wenn viele Emotionen im Spiel sind." In ihren Augen sah man eine tiefe Traurigkeit auch wenn sie sich noch immer bemühte zu lächeln. "Es ist schwer, wenn man nicht verstanden wird." Ob sie ihn suchen sollte? Oder würde er selbst wiederzurückkommen?

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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Suada » Di, 26. Jun 2012 19:07

Suada lauschte Liannes Erklärung, aber so recht wurde sie nicht schlau daraus, und über Magie wusste sie nicht viel. Immerhin wäre das aber eine Erklärung für die seltsame Sandverwehung. "Oh, ein Missverständnis also... Ich hatte gehofft du sprichst seine Sprache... das würde es leichter machen..." Vor allem angesichts dessen, was Lianne ihr erzählte - auch wenn sie es nicht recht verstand, begriff sie doch, dass die komischen Geschehnisse irgend etwas mit unkontrollierten Gefühlen zu tun haben mochten.
"Deshalb das komische Gesicht... ich ... ich habe ein Gesicht gesehen an seinem Hinterkopf... eine Fratze", sagte sie leise, mehr zu sich selbst als dass sie mit Lianne sprach, und ihre Stimme deutete darauf hin, dass sie immer noch reichlich durcheinander war, beinahe verstört.

Sie atmete tief ein und aus und versuchte, ihre Gedanken zu ordnen. Als Lianne sagte, es sei schwer, wenn man nicht verstanden werde, seufzte sie tief. Vermutlich meinte die Wüstenelfe eine andere Art von Verstehen, sie bezog sich bestimmt eher auf die Sprache, Suada dachte dabei an etwas anderes. Wie viele es doch gab, deren Sprache sie sprach und die sie dennoch nicht verstand und die sie nicht verstanden. Irgendwie konnte sie daher nachempfinden, wie der Junge sich fühlen musste, und mit einem Mal fürchtete sie sich auch nicht mehr vor ihm, trotz dem, was sie gesehen hatte.

"Er... er hat geblutet, als er hier vorbei gekommen ist... Und ich glaube er hat geweint. Ist er verletzt? Bist du verletzt?" So recht konnte sie das Geschehen zwar immer noch nicht erfassen, aber vielleicht war es besser, wenn Lianne es ihr erklärte, wenn etwas Zeit verstrichen war und sie das Ganez mit etwas mehr Abstand betrachten konnte. Sie hatten also beide etwas mit Magie zu tun und irgendwie waren deshalb seltsame Dinge geschehen, die dafür sorgten, dass der Junge blutete und keine Kleidung mehr hatte, warum auch immer, so genau wollte sie es jetzt im Moment gar nicht wissen.

"Kann ich irgend etwas..... machen? Irgendwie... helfen?", fragte sie schließlich unsicher, als sie sich etwas beruhigt hatte. Sie hatte Lianne versprochen, dass sie sie nach Demera mitnehmen würde, und dabei blieb sie, ganz egal was gerade geschehen war und was sie ihr erzählte, zumal sie ihr gerade Zuwendung und Schutz bot, und beides konnte sie mehr gebrauchen, als sie sich eingestehen wollte. "Danke, dass du.... versuchst mir zu erklären, was passiert ist", sagte sie dann noch und rang sich ein kleines, unsicheres Lächeln ab.

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