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Einen Steinwurf entfernt...

Lebensader des dürren Landes.
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Lianne
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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Lianne » Di, 26. Jun 2012 20:18

Die Elfe nickte leicht. "Bei manchen zeigt sich die...Magie auf besondere Weise." 'Vielleicht werde ich es ihr irgendwann...richtig erklären', fügte Lianne in Gedanken zu. Irgendwann wenn Suada sich nicht mehr derart fürchtete und sie etwas besser kannte. Wollte sie denn überhaupt so lange mit der anderen zusammen losziehen? War das ihr Ziel? Sie wusste es nicht, aber vielleicht konnte sie sich diese Möglichkeit offen halten? Immerhin schien Suada eine angenehme Zeitgenossin zu sein, wenn sie nicht gerade schockiert wurde. Auf der anderen Seite kannte sie Suada doch garnicht. Vielleicht...würde auch sie sich abwenden, wenn sie sie Wahrheit erfuhr.

"Ich bin nicht verletzt", erwiderte Lianne wahrheitsgemäß und überdachte dann, ob sie den Jungen erwischt hatte. Die Elfe zuckte leicht mit den Schultern. Sie war sich nicht sicher ob seine Außenhaut das Feuer hatte abschirmen können. Woran es wohl lag, dass er geblutet hatte? Brandwunden waren...anders. Sie hatte sie schon gesehen. Blasen und stinkendes Fleisch. Oh ja. Sie kannte Wunden, die von Feuer verursacht wurden und obgleich jenes Element derart vernichtend sein konnte, so sehnte sich ihr Körper danach. Das Geräusch, die Wärme und die Farben. Aber hatte sie für heute nicht genug angestellt?
"Es ging zu schnell. Ich bin mir nicht sicher, ob ich ihn verletzt habe. Aber ich hoffe, dass nicht." Ein Teil von ihr rührte sich. Bestand darauf, dass sie es sich doch gewünscht hatte, aber sie hörte nicht darauf.

Lianne schüttelte ob der Frage von Suada den Kopf. "Falls er noch in der Gegend ist, dann wird er wohl...etwas Zeit brauchen. Vielleicht wäre es besser, wenn nicht ich ihn suchen gehe, aber wir sollten noch etwas abwarten." Seufzend fügte Lianne hinzu: "Außerdem müssen wir noch immer das Pferd suchen." Sie dachte darüber nach ob sie Verantwortung übernehmen wollte. Wenn sie den Jungen suchten, dann würden sie Verantwortung übernehmen. Wenn sie bei der Menschenfrau blieb, dann ebenso. War sie dazu schon bereit? Eigentlich nicht. Sie hatte selbst doch schon genug zu tun. Sie musste sich selbst finden. Wie konnte sie da...
Außerdem kannte Suada noch immer nicht die Wahrheit. Sie hatte jetzt vielleicht eine grobe Idee des Ganzen, aber wusste nicht was wirklich in dem Jungen und der Elfe schlummerte. Hoffentlich würde sie es nie am eigenen Leib erfahren. "Soll ich Wasser holen?", fragte die Elfe. Wasser gefiel ihr zwar nicht, aber es tat den meisten gut. Vor allem nach der Aufregung. Vielleicht würde Suada sich gerne die Hände und das Gesicht waschen? Außerdem konnte sie die verletzten Gliedmaßen in das furchtbare kühle Nass tauchen. Es hatte ihr sicher nicht gut getan hier herumzulaufen. 'Denk einfach an Basima', sagte sie sich selbst in Gedanken. Das Wirken und Wesen der Frau, die sie so selbstlos aufgenommen hatte, wäre hier sicher mehr von Nutzen als ihre...Art. Eine Weile würde sie sich vielleicht wie Basima verhalten können. Solange wie die andere Stimme ruhig blieb.

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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Duiliath » Di, 26. Jun 2012 22:22

Duiliath kauerte in der Verwehung. „Na?“ Duiliath reagierte nicht auf den Sarkasmus des Anderen, zog nur die Nase leise hoch. „Mal was Anderes, wenn man einsteckt, und nicht etwa austeilt, hm?“ Duiliath knurrte leise, konnte dem Anderen aber nicht widersprechen. Die Wüstenelfen hatten immer mit Nachsicht, oder wenn nicht, dann zumindest doch nur mit Härte, nicht aber mit gehässiger Bosheit reagiert. Diese, diese Dämonin aber hatte ihn bewusst erniedrigt, ihn als das kleine verzogene unmüdige Gör dastehen lassen, das er in ihren Augen wohl sein mochte. Die leise Stimme des Drachenerben in ihm, die ihm einflüsterte das er wohl nicht nur in ihren Augen ein solches war, und die Anderen nur fürchteten ihm dieses ins Gesicht zu sagen, er überhörte sie.„Nun?“ „Was!“ „Ich will wissen was wir hieraus lernen?“ „Ach, leck mich!“ „Das ist keine Antwort.“ „Was willst du hören? Das sie mich so klein, so fertig gemacht hat, mit mir gespielt hat, wie ich sonst mit Anderen?“ „Sprich weiter.“ „Ach, Scheiße ist das.“ „Und?“ „Und was?“ „Und was lernen wir daraus?“ „Das den Schwachen weh tut, was den Starken Genugtuung bereitet.“ „Und was heißt das?“ „Ich will nie wieder schwach sein!“ „Dann hör gefälligst auf, dich so kindisch zu benehmen, steh auf und tu ihr nicht auch noch den Gefallen ihr zu zeigen wie sehr sie dich getroffen hat. Steh auf, jetzt!“

Duiliath erhob sich, nahm etwas heißen Wüstensand und wusch sich damit den Dreck, das Blut die Tränen fort. Nur wo ihn die Flammen der Dämonin berührt hatten, konnte er nicht mit gewohntem Druck die Haut reinigen, nicht ohne solche Schmerzen, das er fürchten musste die dort empfindliche Haut darob zu verletzen. Doch schließlich war es geschafft. Mit, von dem rauen Sand gereinigter und darum stark geröteter aber sauberer Haut erhob der Halbdämon sich schließlich. Trotzig und mürrisch blickte er drein. Von Tränen oder gar Blut, war nichts mehr zu sehen. Das Nasenbluten hatte wieder aufgehört, die Spuren hatte der heiße Wüstensand fortgewaschen. Duiliath atmete tief ein und aus, schulterte seine Ausrüstung und ging langsam zum Wagen zurück. Erst langsam und zögerlich, dann aber mit jedem weiteren Schritt entschlossener. Die Arme lagen eng am Körper an, die Hände waren zu Fäusten geballt, aber er wollte sich anstrengen nicht erneut sich durch die Dämonin reizen zu lassen, mochte sie noch so sehr sich darum auch bemühen. Also schritt er zu dem Wagen hin und wartete in einigem Abstand, das die Tiere aber noch halbwegs ruhig blieben. Dort würde er stehen bleiben und warten und, sollte die Menschenfrau wieder aufbrechen wollen, durch Gesten zu erfragen versuchen ob er auf dem Wagen ein Stück mitreisen dürfte. Die Andere indes, sie wollte er ignorieren. Doch wusste er selbst auch, wie leicht er reizbar war und wie wahrscheinlich es war, das er seinen eigenen Forderungen nicht würde gerecht werden können.

„Nie wieder schwach, nie wieder!“ Leise, ja beinahe flüsternd schon, drangen diese Worte nur über seine Lippen. Galten nur ihm und dem Anderen, waren ein leises Versprechen, von ihm an die Welt! Doch dazu musste er noch hart an sich arbeiten, viel lernen und einen eisernen Willen sich schaffen. Ein weiter Weg also, ja! Aber begann nicht eine jede Reise, also auch die allerlängste, stets mit einem einzigen ersten Schritt? Entschlossen trat der Halbdämon einen kleinen weiteren symbolhaften Schritt vor und wartete, derweil die Pferde ob dieser letzten, an sich unbedeutenden weiteren Annäherung leise und unruhig schnaubten.
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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Lianne » Mi, 27. Jun 2012 11:13

Lianne sah kurz auf als die Pferde sich bemerkbar machten und entdeckte den Jungen. Sie machte keine Anstalten auf ihn zuzugehen. Das hatte sie immerhin im letzten Versuch ziemlich vermasselt. Wenn er mit ihr sprechen wollte, dann würde er sie sicher ansprechen. Bis dahin würde sie ihm Zeit geben. Zumindest nahm die Elfe es sich vor. Langsam erhob sie sich um dem Jungen, den sie mehr mit einem ängstlichen Tier gleichsetzte, nicht zu erschrecken. Dann hielt sie Suada eine Hand entgegen um ihr aufzuhelfen. Hoffentlich war der Fuß nicht noch weiter zu Schaden gekommen. Dann erst glitt ihr Blick wieder zu den Pferden. Drei. Es waren tatsächlich drei. Als sie vorhin Suada auf dem Boden gefunden hatte, waren ihr die Pferde nicht wirklich...aufgefallen.

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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Suada » Mi, 27. Jun 2012 13:27

Suada hörte Lianne zu und atmete auf - immerhin die Wüstenelfe schien nicht verletzt zu sein, und vielleicht war es bei dem Jungen auch nicht so schlimm. Außerdem hatte es nicht den Anschein als würde zumindest im Moment die Gefahr bestehen, dass es zu einem weiteren Zwist kam, Lianne schien nicht böse auf ihn zu sein oder dergleichen, das war schon einmal von Vorteil. So recht verstand sie immer noch nicht, was da geschehen war, nur dass es wohl irgend etwas mit Magie zu tun hatte, aber gut, irgendwann würde sie vielleicht noch einmal danach fragen, nun gab es erst einmal wichtigere Dinge.
"Das Pferd ist wieder da, wir können also bald weiter", sagte sie leise und bemerkte dann ebenso wie Lianne zunächst die Unruhe der Tiere, dann sah sie auch die Ursache dafür - Duiliath war wieder zurück gekehrt und sah schon deutlich besser aus als eben, auch wenn seine Haut gerötet war. Einen kleinen Moment zögerte sie, dachte nach, dann wendete sie sich wieder an die Wüstenelfe. "Ich glaube, ich gehe besser erst einmal alleine zu ihm, vielleicht kann ich mich ja irgendwie verständlich machen."

Langsam richtete sie sich auf und verzog kurz das Gesicht, als sie den inzwischen deutlich blauen und geschwollenen Knöchel betrachtete. Mit humpelnden Schritten ging sie auf den Jungen zu und schenkte ihm ein leicht gezwungenes, aber dennoch freundliches Lächeln. "Es war ein Missverständnis", begann sie und überlegte, wie sie ihm die Sprachbarriere zwischen ihm und Lianne verdeutlichen sollte. Sie deutete auf die Wüstenelfe und ihre Ohren und deutete dann auf ihre Augen und nickte, dann deutete sie abermals auf Lianne, dann auf ihren Mund, tat so als ob sie sprach und schüttelte dabei den Kopf, tat abermals als ob sie sprach und deutete dann auf Lianne und sich, wobei sie nickte. Sie selbst wusste natürlich genau, was sie damit ausdrücken wollte - dass ihre Begleiterin zwar durchaus wie eine Wüstenelfe aussah, die Sprache der Wüstenelfen aber nicht sprach, sondern nur die ihrige, aber sie konnte nicht sicher sein, dass er es ebenso verstand. "Sie, sie meinte es nicht böse", sagte sie dann mit einer sanften, aber auch noch leicht ängstlichen Stimme. "Könnt ihr euch nicht einfach... versöhnen?" Dabei schüttelte sich selbst die rechte mit der linken Hand und deutete auf Lianne und Duiliath.

Suada glaubte zwar nicht wirklich daran, dass sich die Situation so einfach auflösen würde und sie sich nur durch Gesten ausreichend verständlich machen konnte, aber einen Versuch war es wert. Etwas mulmig war ihr aber doch dabei zumute - nicht dass es noch zu einem weiteren Missverständnis kam, das eine emotionale Reaktion seinerseits nach sich zog. Sie selbst verfügte schließlich über keinerlei Magie, mit der sie sich zur Wehr setzen könnte, was wenn seine Magie, wie Lianne es nannte, abermals hervor brach? Dennoch blieb sie freundlich und sah ihn abwartend an, wobei eine stumme Bitte in ihrem Blick lag, die Bitte er und Lianne mögen doch ihren Zwist hinter sich lassen.

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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Duiliath » Fr, 29. Jun 2012 0:03

Duiliath atmete tief ein ein und betrachtete die auf ihn zukommende Menschenfrau. Das der Staub um ihn her aufwölkte und, einen Finger breit über dem Untergrund hinweg schwebend, auf ihn zu schwebte bemerkte er nicht. Er atmete aus, löste die zu Fäusten geballten Hände und legte die Handflächen auf die Oberschenkel links und rechts des Körper. Mit dem ruhigen anhaltendem Atemstoß driftete die feine, kaum merkliche Staubwolke, die ihm bis zu den Knöcheln gereicht hatte, wieder fort. Er schloss einen Moment die Augen und zwang sich zu einem Lächeln. Es war offensichtlich, das ihn das bemüht freundliche Lächeln viel Kraft kostete. Doch in seinen Augen schwebte eine ruhige, nunmehr aber gefasste Traurigkeit. Die Hände waren zwar nicht länger zu Fäusten geballt, wirkten aber beinahe krampfhaft, in der Art, wie er sie gegen die Außenseite seiner Oberschenkel presste. Wieder atmete er ein und lauschte derweil den Worten der Menschenfrau. Der Staub kroch ihm wieder entgegen. Er betrachtete ihre Gesten, atmete aus. Der Staub wehte wieder fort. Alles im Takt seiner nunmehr ruhigen Atmung. Den Kopf schief gelegt versuchte er in ihren Zügen, ihren Bewegungen, der Stimmlage ihrer Worte zu lesen, versuchte sich ein Bild zu machen. Sie wollte ihm etwas vermitteln. Es betraf ihn und, und... Der bisher im ruhigen Rhythmus seiner Atmung zu seinen Füßen sich bewegt habende Staub begann regelrecht zu brodeln, als er den Atem inne hielt. Die Hände zu Fäusten geballt, blickte zum Wagen herüber und dann wieder zu der Händlerin.

Langsam atmete er aus, der Staub zu seinen Füßen beruhigte sich wieder, strebte sachte fort von ihm. Er atmete ein, legte die offenen Handflächen an seine Seite. Der Staub wehte in dünnen Fahnen über dem Boden ihm zu. Er atmete, aus, atmete ein, zwang das, ob des Blickes zu der Wüstenelfin ihm abhanden gekommene, Lächeln sich wieder auf die Züge. Und wieder sprach aus seinen Augen nur mehr endlose Traurigkeit. Die Frau wollte irgendwas vermitteln. Die Gestik deutete an das die Elfe ihn verstünde - der Fingerzeig hin zu den Ohren - aber nicht mit ihm sprechen wolle - der Fingerzeig zu ihren Lippen, weil sie irgend etwas gesehen hatte? Oder was sonst meinte der Fingerzeig hin zu den Augen? Wollte die Elfe nicht mit ihm sprechen weil sie etwas gesehen hatte das ihr missfiel? Duiliaths Linke wanderte zu dem Gehörn das seinen Kopf zierte. Nein, das machte keinen Sinn! Eine Dämonin, die die Elfe war, hätte kein Problem damit haben dürfen in ihm einen Blutsverwandten zu vermuten und als Wüstenelfe hätte sie eigentlich auch nicht negativ auf ihn reagieren dürfen, wenn sie etwa den Drachenerben in ihn erkannt hatte. Nein, das alles machte keinen Sinn. Duiliath schüttelte den Kopf und hob die Schultern. „Es tut mir leid, ich verstehe dich nicht.“ Seine Stimme war ruhig, bemüht ruhig. Man merkte ihm an, das er mit aller Macht darum kämpfte keinerlei Emotion zu zeigen. Keinerlei feindselige Reaktion, keinerlei anhängliche oder gar von Schwäche gezeichnete Reaktion. Ruhig musste er bleiben. Einfach nur ruhig, unter allen Umständen schlicht und ergreifend ruhig. Einatmen, die Luft halten, ausatmen. Ruhig! Dann schaute er wieder zu der Menschenfrau, öffnete die von ihm unbemerkt geschlossenen Augen und blickte ihr neutral entgegen.

„Darf, darf ich vielleicht... ein Stück mit euch fahren?“ Duiliath blickte mit keiner Regung kurz zum Wagen, zu der ... Anderen, und dann wieder zurück. „Mein Name ist übrigens Duiliath, Dul Yeth... Dul Yeth!“ Wiederholte er langsam und bedächtig, mit der Rechten auf sich weisend, seinen Namen dabei gedehnt aussprechend, das sie es besser verstünde und sich einprägen mochte. „Und du?“ Fragend wies er nunmehr auf sie. Das er zwei Fragen und eine Vorstellung in eine Rede gefügt hatte, statt einen Punkt zur Zeit nur zu behandeln, wie es sinnvoller eigentlich doch wäre, eingedenk der bestehenden Verständigungsschwierigkeiten... Verdammt, woher sollte er denn bitte wissen wie man am besten eine Konversation startete bei der die Beteiligten einander schlicht nicht verstanden? Er war schon froh, das die Frau, trotz ihrer merklichen Unsicherheit, weder floh noch angriff.
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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Lianne » Fr, 29. Jun 2012 11:38

Wachsam beobachtete die Elfe wie die Menschenfrau auf den Jungen zuging. Über den Erklärungsversuch lächelte sie leicht. Es war wirklich zu albern. Wieso sprach sie seine Sprache nicht, aber konnte sie verstehen? Wieso nur? Woher war das Lied gekommen, das sie beruhigt hatte, aber jetzt nicht mehr greifbar war? Sie versuchte sich daran zu erinnern, aber es war ähnlich schwer wie das Fangen eines Fisches mit bloßen Händen. Fragen, die die Dunkelheit betrafen. Sie unterdrückte ein Seufzen, da sie die Aufmerksamkeit des Jungen nicht absichtlich auf sich lenken wollte. Aber sie würde hier bleiben solange er mit der Wut kämpfte. Kämpfte er denn mit seinen Gefühlen? Für einen Augenblick beobachtete sie das Schauspiel um seine Füße. Sie würde Suada nicht alleine lassen können, aber noch würde sie sich ihr nicht nähern. Er sollte das Gefühl haben, dass sie ihm vertrauten und sich nicht vor ihm fürchteten. Die Menschenfrau schien darin recht talentiert zu sein. Noch vor kurzem war sie ein Häufchen Elend und jetzt stand sie wieder aufrecht vor Dämonenbrut um sich mit ihm zu unterhalten.

Als er dann sprach, wollte Lianne es aus einem Impuls heraus für Suada übersetzen, aber sie hielt sich zurück. Er strengte sich nicht einmal an sie zu verstehen. Konnte er nicht einfache Fragen stellen, die sich auf ihre Gesten bezogen? Er hätte es vielleicht erraten können, aber so...konnte man nichts ändern. Sie würde auch keinen erneuten Versuch wagen. Solange Suada es nicht verlangte, würde sie auch nichts übersetzen. Aber sie würde bei der Menschenfrau bleiben. Sie hatte ihr Schutz angeboten. War es doch ein Fehler gewesen? Wieder ein Seufzen, das sie unterdrückte. Die Blicke, die er ihr auch so schon zuwarf, genügten vollkommen. Ein Teil von ihr regte sich wieder. Der Teil, der besser schweigen sollte.

Vorsichtig, die beiden Gesprächspartner nicht aus dem Blick lassend, ging sie zu den Pferden. Sie griff nach den Zügeln von Kalil um ihn näher zum Wagen zu führen. Auf ihm zu reiten kam der Elfe noch immer nicht in den Sinn. Sie würde ihn am Wagen festbinden, damit er mit ihnen mitlief. Eine sanfte Brise erinnerte sich daran, dass ihr Oberteil am Rücken zerstört war. Dieses Mal konnte die Elfe sich das Seufzen nicht unterdrücken. Sorgsam befestigte sie die Zügel des Tiers am Wagen. Dann sah sie nochmals kurz zu dem Jungen und der Frau, während sie über den Hals ihres Tieres strich. Sie wusste, dass sie der Verantwortung gewachsen war. Sie würde Suada begleiten und beschützen. Solange wie es notwendig war. Ihre Erinnerungen konnten warten. Was würden wenige Tage schon daran ändern?

Die Elfe machte sich dann daran die Pferde von Suada einzuspannen. Ihre Finger waren geschickt und die Bewegungen gewohnt. Wieder eines der unerklärlichen Fragmente aus ihrer Vergangenheit. Der Umgang mit Pferden schien er förmlich angeboren. Ebenso wie sie diese verdammte Sprache verstand. Aber sie konnte sie einfach nicht sprechen! Beruhigend strich sie einem der Pferde über den Hals, da es nervös mit einem Huf schabte. Auch sie würden sich daran gewöhnen müssen, dass Halbdämonen mit ihnen reisten. Im Gegensatz zu der Menschenfrau hatten die Tiere es schon früher gespürt.

Plötzlich sah sie zu Jungen und der Menschenfrau. Eigentlich sollte Suada noch an den Fluss um ihren Knöchel zu kühlen, aber egal wie man es anstellte, entweder würde der Wagen ohne Aufsicht bleiben oder der Junge würde auf ihn aufpassen. Immerhin konnte sie wohl kaum Suada mit dem Bock zum Fluss gehen lassen. Das war viel zu gefährlich.
Auch wenn sie Wasser holte, dann wäre Suada mit dem Jungen alleine. Aber sie würden Wasser brauchen. Vielleicht hatte Suada noch welches? Nur würde es sicher nicht für drei genügen, die eine Reise durch die Wüste vor sich hatten. Ein kurzer Blick gen Himmel und Lianne verzog leicht das Gesicht. Vielleicht sollte man es aufgeben heute noch voran zu kommen? Mit viel Glück könnte man den Wagen näher an den Fluss bringen um dort ein Lager aufzuschlagen. Suada könnte ihren Knöchel ausruhen. Ob der Junge Verletzungen davon getragen hatte? Suada würde es überprüfen müssen, da er Lianne sicher nicht nah genug an sich heranließ. Aber noch würde sie es nicht ansprechen. Sollten die beiden zuerst versuchen etwas miteinander zu reden.

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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Suada » Fr, 29. Jun 2012 14:59

Als sie nach unten blickte und bemerkte, wie der Sand sich veränderte, bekam Suada doch ein wenig Angst, aber sie widerstand dem Drang, fortzulaufen und umklammerte stattdessen wieder mit einer Hand die Salzuhr um ihren Hals, und sei es nur um sich daran festzuhalten. Vielleicht war sie es falsch angegangen, vielleicht zu kompliziert? Der Junge schien nicht zu verstehen, was sie von ihm wollte. Sie seufzte tief und sagte mit einem leicht ungeduldigen Unterton in der Stimme: "Sie spricht deine Sprache ebenso wenig wie ich, versteh mich doch..." Natürlich meinte sie es nicht böse, aber auch wenn sie versuchte es nicht zu zeigen war sie immer durcheinander, ihr Knöchel schmerzte, sie war müde, und am liebsten hätte sie einfach nur ihre Ruhe gehabt, aber sie hatte Lianne versprochen, sie mitzunehmen, und nachdem was sie ihr erzählt hatte wollte sie auch den Jungen nicht einfach so stehen lassen - schon allein deshalb nicht, weil sie fürchtete, seine Emotionen könnten dann abermals hochkochen, und diese waren ja, wenn sie Lianne richtig verstanden hatte, letztendlich die Ursache für diese... Magie, von der sie nicht mehr verstand als dass sie auf eine gewisse Weise ziemlich gefährlich sein musste. Also musste sie selbst auch versuchen, ruhig zu bleiben, nicht dass er ansonsten noch böse auf sie wurde, denn wie sollte sie sich auch wehren. Abermals deutete sie auf Duiliath und tat so, als würde sie sprechen, dann deutete sie auf sich und Lianne und zuckte mit den Schultern, wobei sie die Unterarme leicht anhob und die Handflächen nach oben drehte. "Wir sprechen beide deine Sprache nicht", sagte sie und hoffte, dass er sie dieses Mal vielleicht wenigstens ansatzweise verstehen würde.

Dass Lianne verstand, was er sagte und nur noch in seiner Sprache zu sprechen vermochte, hatte sie bewusst noch gar nicht mitbekommen, sonst hätte sie die Wüstenelfe vielleicht wirklich gebeten, zu übersetzen. Zumindest dass er ihr seinen Namen nannte begriff sie dann aber doch sofort. Mit einem Deuten auf sich selbst erwiderte sie: "Suada".
Warum er zu ihrem Wagen blickte, verstand sie jedoch nicht. Brauchte er irgend etwas? Wasser? Noch mehr Kleidung? Auch sie blickte kurz zu ihrem Wagen und dann fragend zu ihm. "Brauchst du etwas von dem Wagen? Nimm dir was du brauchst." Dabei deutete sie mit einer einladenden Geste auf den Wagen, wobei sie freilich davon ausging, dass er sich irgend etwas von der Ladefläche holen und nicht dass er mit ihnen reisen wollte - wobei sie auch das nicht ablehnen würde, im Moment würde sie wohl nichts was er oder Lianne verlangen würde ablehnen, schon allein weil sie nicht wollte dass deren Magie ihr gegenüber ausbrach. Nicht, dass sie fürchtete, einer von ihnen würde ihr bewusst etwas tun, aber was wenn irgend etwas geschah, das dafür sorgte, dass sie auch ihr gegenüber die Kontrolle verloren? Lianne hatte ruhig gewirkt, als sie ihr Schutz und Trost spendete, und doch hatte der Junge schrecklich ausgesehen, als er zurück gekommen war. Warum konnte sie nicht einfach zwei ganz gewöhnlichen Reisenden begegnen? Innerlich überforderte sie die Situation, sie versuchte aber, sich so wenig wie möglich davon anmerken zu lassen. Sicher würden die Götter sie beschützen, darauf achten, dass ihr nichts geschah, das sagte sie sich innerlich immer wieder und versuchte den leisen Zweifel, der sich manchmal zwischen diese Gedanken mischte, mit aller Macht zu unterdrücken.

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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Duiliath » Fr, 29. Jun 2012 21:55

Sie war müde, hatte Schmerzen, war ungeduldig und, zum Schluss gar scheinbar ansatzweise wütend. Er zuckte ob ihrer Worte, ihres von ihm nicht verstandenen wiederholten Erklärungsversuches zusammen. Schlagartig fiel die unbewusst von ihm ausgegangene Magie in sich zusammen, zuckte er wie ein gescholtener kleiner Junge - der er ja schließlich auch war - zusammen. „Es tut mir Leid, aber ich verstehe dich nicht.“ Duiliath schüttelte den Kopf und, da er nicht wollte das sie sich noch mehr unnötig aufregte, wandte er sich an die Wüstenelfin. „Sag ihr doch bitte, auch wenn du mit mir nicht reden magst, das ich sie einfach nicht verstehe!“ Dann wandte er sich der Frau erneut zu, streckte ihr beschwichtigend die offenen Handflächen entgegen und antworte ihr. „Du musst dich ausruhen, Suada.“ Duiliath deutete auf ihren verletzten Fuß. „Ich bin nicht wichtig, ich bin es gewohnt gehasst zu werden. Aber du“, er deutete zum Wagen, „solltest dich setzen und deinen Knöchel schonen. Weißt du, es ist nicht gut gleich weiterzulaufen wenn man sich den Fuß verdreht hat.“ Obgleich bis eben noch das Kind das er war, sprach er nun wie in vertauschten Rollen, nicht pathetisch bemutternd, aber doch bestimmt in seiner Sorge um ihre Gesundheit. „Geh zum Wagen.“ Duiliath deutete zum Fuhrwerk Suadas. Würde sie es zulassen, er würde mit ruhigen und nicht bedrohlich scheinenden Bewegungen auf sie zugehen, sie vorsichtig beim Arm nehmen und stützen, das sie ihren verdrehten Fuß auf dem Weg zurück, nicht würde belasten müssen. Sollte sie indes zurück weichen, so würde auch er inne halten und ihr nur weiter mit besorgt klingenden Worten und Gesten nahezulegen versuchen sich auf dem Wagen zu erholen. Seit dem erklingen ihrer um eine Wenigkeit schärferen wie ungeduldig klingenden Worte, war die Magie in und um ihn her bis zur Unmerklichkeit hin verstummt.

„Sag du ihr doch bitte“, er wandte sich erneut an die Wüstenelfe. Das sie sich nicht aufregen und erst mal nur das Bein hochlegen soll. Der Zwist mit der Dämonin war Duiliath im Moment ebenso verdrängt, wie die zuvor noch an ihm genagt habende Frage,wieso sie sich so verbissen weigerte mit ihm zu sprechen, oder besser gesagt: in ihrer Muttersprache mit ihm zu sprechen. Und nochmal an die Elfe gewandt: „Ich weiß nicht warum du nicht mit mir reden magst, und langsam ist es mir auch scheißegal!“ Das letzte Wort ließ nochmals kurz erahnen welch Schmerz, welche Verletztheit in dem Halbdämon schlummerte. Doch wie die Worte davor, klang seine Stimme auch im Anschluss sofort wieder teilnahmslos, oder allenfalls von einer leichten traurigkeit erfüllt. „Aber sie“, er deutete auf Suada, „hat nichts damit zu tun und verdient es nicht zu leiden, nur weil du ein Problem mit mir zu haben scheinst. Also bitte - sag du ihr das sie sich ausruhen soll. Was auch immer dein Problem mit mir ist, bitte lass sie da raus.“ Das er der Dämonin seinerseits damit Unrecht tat, er ahnte es nicht! Wie denn auch, hatte er sie zuvor doch grad eine alte wüstenelfische Kinderweise singen hören. Doch warum sie mit ihm nicht sprach, es interessierte ihn nicht mehr im Mindesten, gerade. Die Menschenfrau, Suada, musste sich ausruhen und sich nicht etwa weiter aufregen. Er spürte ihren Schmerz, ihre Zerüttetheit, beinahe als wäre es der seine. „Sie muss sich ausruhen, alles Andere hat Zeit! Siehst du das auch so?“

Er erwartete keine Antwort, aber in seiner Stimme klang die feste Entschlossenheit, den Zwist mit der Elfe nicht länger auf dem Rücken dieser herzensguten Menschenfrau auszutragen. Und so trotzig sein Blick dabei auch der Elfin entgegenblickte, er biss sich auf die Lippen, nicht noch die Frage anzuschließen ob sie wenigstens das einzusehen den Anstand wohl hätte. Nein, er wollte nicht weiter provozieren. Nicht hier, nicht jetzt, nicht im Beisein dieser Frau, Suada, die ihm soviel Gutes bisher erwiesen hatte. Nicht auf ihre Kosten, nicht hier, nicht jetzt! was auch immer du mit mir für ein Problem zu haben glaubst, es muss warten. Diese Gedanken sprachen beinahe schon aus seinem trotzig fordernden Blick, mit welchem er eine Reaktion der Elfin erwarte. das sie ihn verständlich antwortete erwartete er gar nicht mehr, noch etwa das sie ihn plötzlich mochte. Aber da Suada zu ihr mehr Zutrauen zu haben schien, ‘Wer weiß schon welche Lügen die ihr aufgetischt hat, es so zurechtzubiegen?’ klangen plötzlich gehässig die unausgesprochenen Gedanken des Anderen in seinem inneren Ohr wieder, hoffte Duiliath, das diese sich doch zumindest ihrer annähme - und wenn sie dabei auch noch so heuchelte seine Sprache nicht zu verstehen. „Beruhige du sie, sie muss sich ausruhen!
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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Lianne » Fr, 29. Jun 2012 23:58

Lianne hörte beiden zu während sie ihrer Arbeit nach ging. Der Junge sprach sie immer wieder an, aber Lianne strich in erster Linie über die Mähne des Tiers. Das leicht wellige Haar war sanft unter ihren Händen. Das war eine Mähne in die man sich gut krallen konnte, wenn man schnell fliehen musste. Das Tier war ein gutes Tier. Treu und zäh, aber das war für die meisten Wüstentiere verständlich. Sie blieb der Bewegung mit der Hand treu, da sie die Handlung beruhigte. Etwas zu tun war wichtig, wenn man einen solchen Gefährten hatte und seinem Gelaber zuhören musste.
Die Elfe biss sich kurz auf die Unterlippe und sah dann zu Suada. „Er bittet mich darum, dass ich dir sage, dass du dich ausruhen sollst. Außerdem möchte er uns begleiten“, gab Lianne vollkommen neutral von sich. Sie beobachtete Suadas Reaktion darauf.

Seine Vorwürfe ignoriere sie. Es war die einzige Art damit umzugehen ohne wütend zu werden. Ihre Hände fuhren noch immer sanft über den Hals des Pferdes. Vielleicht nur damit ihre Hände eine Beschäftigung hatten. Es war etwas gewohntes. Lag es an Kalil? Hatte sie sich nur deshalb so sehr an Pferde gewöhnt? Nein. Schon bei den Nomaden hatte sie mit den Pferden gut umgehen können. Es lag ihr im Blut. 'Oh Basima! Wo bist du nur, wenn ich dich brauche', schrie ein Teil in ihren Gedanken. Sie sehnte sich nach den Nomaden. Das einfache Leben dort war so vertraut und...einfach gewesen. Es hatte nur selten Probleme gegeben, wenn man von dem Überfall absah. Vor allem war es um den zwischenmenschlichen Kontakt gegangen. Aber es schien schon Jahre zurück zu liegen. Nicht erst Wochen. Oder gar Monate? Die Tage, die sie alleine in der Wüste verbracht hatte, erschienen ihr endlos. Vielleicht war es deshalb zu dieser Ballung an Gefühlen gekommen? Immerhin hatte sie mit den Nomaden nie klären können warum man sie fortgeschickt hatte. Natürlich war ihr klar, dass man sie weggeschickt hatte wegen ihrer dunklen Art. Aber man hatte darüber nie mit ihr gesprochen. Man hatte sie einfach nur fortgeschickt.

Aber auch wenn sie sich um Ruhe bemühte und seinen Standpunkt zum Teil nachvollziehen konnte, wollte sie ihn dennoch anschreien. Sie wollte in seinen Kopf einhämmern, dass sie seine Sprache einfach nicht sprechen konnte. „Ja, du hast recht. Ich verstehe deine Worte, aber ich vermag deine Sprache nicht zu sprechen. Ich weiß nicht woran es liegt.“ Lianne trat von den Pferden fort, die nun wieder vor den Wagen gespannt waren. „Vielleicht liegt es daran, dass ich einen Großteil meiner Erinnerung verloren habe. In diesem neuen Leben haben mich Menschen aufgenommen und mich alles gelehrt. Deshalb spreche ich deren Sprache. Warum ich deine verstehe...das weiß ich nicht.“ Das war mehr Wahrheit als er verdient hatte, aber es war wohl Glück im Unglück, dass er sie garnicht verstand. Sie bemühte sich nicht einmal besonders langsam zu sprechen oder irgendwelche Gesten zu machen. Der Junge wollte sie doch garnicht verstehen. Natürlich war sie sich darüber bewusst, dass Suada ihre Worte auch hörten, aber jetzt konnte sie die Worte nicht mehr zurücknehmen. Außerdem tat es gut es auszusprechen.

„Wir sollten versuchen den Wagen näher an den Fluss zu bringen und einen Platz für die Nacht zu suchen. Der Tag war seltsam und anstrengend. Vielleicht sieht morgen schon alles ganz anders aus?“
Lianne bemühte sich um ein freundliches Lächeln. Außerdem brauchten sie alle eine Stärkung und viel Ruhe. „Und auch wenn du Ruhe benötigst, so wäre es gut, wenn du ihn auf Brandwunden untersuchen könntest. Aber das hat noch Zeit bis wir näher am Fluss sind und ein wärmendes Feuer brennt.“
Lianne sah zu dem Jungen, dann faltet sie die Hände nebeneinander und hielt sie sich an die Wange. Die Elfe neigte den Kopf leicht, während sie die Augen schloss. Nach einem kurzen Moment sah sie den Jungen wieder an und deutete in Richtung des Flusses. Vielleicht verstand er wenigstens das.

Ihr Blick glitt wieder zu Suada. „Brauchst du Hilfe beim Einsteigen? Sonst würde ich jetzt gerne aufbrechen.“ Sie hoffte einfach, dass Suada nichts dagegen hatte, wenn sie noch weiter aufgehalten wurde. Aber falls sie als Gruppe zusammenbleiben wollten, dann wäre es wohl notwendig. Außerdem benötigte Suada wirklich Ruhe nach dem Vorfall vorhin. Ob einer der beiden wohl angeln konnte? Fisch war zwar eklig, aber wesentlich besser als nur Wurzeln. Sie hatte auch wenig Lust irgendetwas suchen zu müssen, da sie dann wieder Suada mit dem Jungen alleine lassen musste. Die Elfe seufzte. Es würde eine anstrengende Nacht werden, aber hoffentlich keine allzu lange.

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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Suada » Sa, 30. Jun 2012 9:04

Suada war nicht wütend, höchstens leicht gereizt, aber vor allen Dingen überfordert und ruhebedürftig, aber sie fürchtete, nicht so schnell zur Ruhe kommen zu können - wie denn auch mit den beiden Begleitern? Dennoch musste sie irgendwie ruhig bleiben. Duiliath schien sie beschwichtigen zu wollen, also atmete sie tief durch und ließ zu, dass er sich ihr näherte, auch wenn sie innerlich zunehmend verkrampfte, je näher er ihr kam. Als sie merkte, dass er sie nur stützen wollte, atmete sie erleichtert auf und ging mit seiner Hilfe einige Schritte in Richtung ihres Wagens, nur inne haltend als er mit Lianne zu sprechen begann, die seine Worte zu verstehen schien, aber dennoch nicht seine Sprache sprach - und sie hörte auch die Erklärung der Wüstenelfe. Sie hatte also einen Großteil ihres Gedächtnisses verloren? Das wäre zumindest eine Erklärung, nur leider konnte sie die dem Jungen nicht begreiflich machen - und der wirkte auf sie immer noch leicht aufgebracht, als er mit Lianne sprach. Das war nicht gut, überhaupt nicht - da sie nicht ganz begriff, was die Wüstenelfe ihr zu verstehen gegeben hatte, witterte sie hinter jeder Emotion derzeit Gefahr. Irgendwie musste sie es also schon um sich selbst zu schützen versuchen, der ruhende Pol zwischen ihnen beiden zu sein, doch wie, wo sie doch selbst erst ihre Gedanken und Gefühle ordnen musste und dazu keine Gelegenheit fand?

Lianne streichelte wiederholt über die Mähne des Pferdes und wirkte im Vergleich zu Duiliath deutlich ruhiger auf Suada, vielleicht bestand ja doch die Chance, dass die beiden nicht gleich wieder aneinander gerieten. Begleiten wollte Duiliath sie also? Das hatte er gemeint? Sie war nicht sonderlich begeistert von dem Gedanken, mit ihnen beiden zu reisen. Nicht, dass sie etwas gegen den Jungen hätte, aber zusammen bedeuteten Lianne und er wohl Gefahr. Abgesehen davon gab es jedoch keinen vernünftigen Grund, warum sie ihn nicht mitnehmen sollte, nachdem sie sich bei Lianne schon dazu bereit erklärt hätte - es wäre nicht gerecht, denn keiner von beiden hatte ihr etwas getan und beide hatten auf ihre Weise versucht, ihr zu helfen. "Der Wagen ist groß genug, er kann mitkommen", sagte sie knapp, und ohne jede Hoffnung, dass er sie dieses Mal verstehen würde, deutete sie auf Duiliath und den Wagen und zwang sich zu einem verkrampften Lächeln. "Du kannst mit uns reisen, bis Demera, denn weiter fahre ich nicht."

Suada lauschte den Worten Liannes und seufzte. Sie wollte mit dem Wagen näher an den Fluss - was glaubte sie denn warum Suada das Fahrzeug überhaupt hier zurück gelassen hatte? Sicher nicht weil der Weg zum Fluss so leicht zu passieren wäre - der Boden war nicht fest genug, der Wagen würde einsinken und sie ihn nur noch schwer heraus bekommen, er war immerhin um einiges schwerer als ein einzelnes Pferd mit Reiter. Es mochte leichtsinnig gewesen sein, den Wagen unbeaufsichtigt zurück gelassen zu haben, doch ohne Grund hatte sie dies nicht getan. "Wir können den Wagen nicht an den Fluss bringen, er ist dafür nicht gebaut. Wir können hier im Wagen oder am Rand der Straße nächtigen, oder den Wagen hier lassen und die Pferde zum Fluss nehmen, mit dem Wagen an den Fluss fahren können wir nicht", erwiderte sie Liannes Vorschlag mit einem leicht gequälten Unterton in der Stimme. Und dann sollte sie auch noch den Jungen nach Wunden untersuchen? Selbst wenn sie welche fand, was sollte sie schon großartig tun? Sie war keine Heilerin. Außerdem konnte sie ja wohl kaum auf ihn zu gehen und seinen Körper untersuchen, ohne dass er verstand was sie vorhatte. Was, wenn er es falsch interpretierte? Oder es nicht mochte wenn man ihm zu nahe kam? "Und wie stellst du dir das vor? Er versteht kein Wort von dem was ich sage! ich kann ihn nicht einfach ohne seine Zustimmung untersuchen! Und ich verstehe nichts davon, Wunden zu versorgen!" Ihr Tonfall war für ihre Verhältnisse recht barsch, aber sie fühlte sich mit Bitten konfrontiert, die sie nicht zu erfüllen vermochte, und sie tat sich schwer damit die jüngsten Geschehnisse zu verdauern. Als sie selbst die leichte Schärfe in ihrer Stimme bemerkte, biss sie sich leicht auf die Unterlippe und seufzte. Sie durfte jetzt nicht die Nerven verlieren, nicht jetzt, nicht hier, wo sie mit jemandem wie Lianne und Duiliath unterwegs war, deren Emotionen dafür sorgte, dass der Sand zu einer Art Waffe wurde und offensichtlich auch dafür, dass es zu Brandwunden kam, sonst hätte Lianne sie wohl kaum gebeten, den Jungen darauf hin zu untersuchen. Daher war diese Bitte auch alles andere als beruhigend. Dennoch... ruhig, ganz ruhig musste sie sein, alles andere war zu gefährlich. Nur war dieser Gedanke freilich zur Beruhigung gänzlich ungeeignet, sie setzte sich eher nur selbst damit unter Druck.

"Entschuldige", sagte sie bemüht freundlich zu Lianne - nicht dass sie die Wüstenelfe mit ihren barschen Worten auch noch gegen sich aufbrachte. Es fiel ihr aber schwer, die Fassung zu bewahren, am liebsten hätte sie beide angeschrien, ob sie sie nicht einfach eine Weile in Ruhe lassen könnten, aber das durfte sie sich natürlich nicht erlauben, nicht nur wegen dieser unheilvollen Magie, sondern auch weil man sich so anderen Wesen gegenüber einfach nicht verhielt, schon gar nicht da weder Duiliath noch Lianne ihr etwas getan hatten. Zumindest nicht absichtlich. Der Junge konnte nichts dafür, dass das Pferd gescheut und sie abgeworfen hatte, und beide konnten nichts dafür, dass ihre Auseinandersetzung, wie immer sie auch letztendlich abgelaufen sein mochte, Suada derart irritierte. Und so lange man ihr nichts antat, hatte sie freundlich zu bleiben, so war sie nun einmal erzogen und so würde es auch Dilshad sicher tun und wollen. Wie gerne würde sie sich jetzt in die tröstenden Arme der Freundin flüchten - ach wie lange war es doch her, dass wie wirklich Zeit füreinander gehabt hatte. Ein fast schon wehmütiges Seufzen wich von ihren Lippen. Natürlich, auch Lianne hatte sie umarmt und es hatte ihr gut getan, aber es war nicht dasselbe wie die Umarmung eines vertrauten Menschen. Warum nur musste sie gerade jetzt daran denken? Die Situation war schon schwierig genug ohne dass sie nun auch noch daran dachte, wie sehr sie die Freundin vermisste.

Vielleicht sollte sie erst einmal etwas Abstand zu den beiden gewinnen, nicht weil sie sie direkt meiden wollte, sondern weil sie etwas Zeit brauchte, um ihre eigenen Gefühle in den Griff zu bekommen, ansonsten würden ihr nur noch mehr barsche Erwiderungen über die Lippen kommen, und das wollte sie nicht. Ohne ein weiteres Wort zu sagen ging sie einige humpelnde Schritte von den beiden fort und kehrte ihnen den Rücken zu. Ihr Knöchel schmerzte und pochte, doch noch einige Schritte weiter sah sie einen großen Stein, auf dem sie sich schließlich niederließ, den anderen beiden immer noch den Rücken zugekehrt. Nun war sie es, der Tränen über das Gesicht flossen, auch wenn sie nicht annähernd so heftig weinte, wie Duiliath es getan hatte, es war vielmehr ein stummes Weinen, und die Tränen flossen nur langsam ihre Wangen hinab und hinterließen kleine feuchte Tupfer auf ihrem Kleid. Suada wusste selbst nicht, warum sie weinte - wegen der plötzlich wieder starken Sehnsucht nach der geliebten Freundin, vor Angst, vor Schmerz oder vor Erschöpfung, vermutlich aber wegen allem zugleich.

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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Duiliath » Sa, 30. Jun 2012 10:45

Nun humpelte die Frau ja schon wieder wild in der Gegend herum! In einem allerersten Impuls wollte er nach ihrem Arm greifen, lies es dann aber doch nicht zu mehr, denn einem bloßen leisen Zucken der Finger kommen. Diese Art des sich Abwendens kannte er nur zu gut. Mit eben jener Absicht hatte er selbst sich doch kürzlich absetzen wollen, kurz zur Ruhe finden, als diese vermaledeite Dämonin ihm so unbedingt hinterher stürmen und dabei verspotten musste. Duiliath erinnerte sich des leeren Trinkschlauches, wie auch seines noch nicht zur Gänze gelöschten Durstes. Da er die generell gereizte Stimmung zwischen allen Beteiligten hier bemerkt hatte, und auch Suadas nicht sehr glückliches Lächeln, als sie auf ihn und den Wagen deutete und Demera, eine Stadt entlang des Weges erwähnte, wollte er ihr die Chance auch geben zu verschwinden, sollte nur die Angst vor dem Dämonischen etwa ihre, zumindest von ihm als solche aufgefasste, Zusage bedingt haben.

Also nahm Duiliath den leeren Trinkschlauch aus seiner Tasche, schaute dazu noch ob er im Wagen noch einen leeren Krug dort fand, wo Suada den Vollen her haben mochte, oder einen Trinkschlauch oder irgendein anderes offensichtlich zum Trinkwassertransport genutztes Gefäß etwa. So bestückt ging er in die Richtung aus der die beiden Frauen vorhin gekommen und in die sie zuletzt während ihrer Unterhaltung mehrmals gewiesen oder zumindest doch aber geblickt hatten. Kaum war er aus ihrem direkten Umfeld verschwunden, begann er mehrmalig die Nase hochzuziehen und sich die ob der Reinigung nunmehr gerötete, wie empfindliche Haut zu kratzen. Kleine Pusteln schienen sich hier und dort plötzlich bilden zu wollen, wollte man den plötzlichen Juckreiz irgendwie erklären und mit einem merklichen Schaudern zog er den Wollmantel frierend enger um sich.

Sein Kopf schien wie zu zu sein, seine Gedanken so träge, wie vor dieser Begegnung. Wie lange war er alleine gewesen, das diese unangenehm heftige Begegnung nicht ausreichte seine Wehwehchen, für eine Weile zumindest, zum Verschwinden zu bringen? Er wusste es nicht zu sagen. Zu lange aber allem Anschein nach. Den Spuren der Tiere und der Elfe im Sand zu folgen war nicht weiter schwierig und bald hörte er auch schon das Rauschen des Stromes. Vorhin noch war ihm der Gedanke verlockend erschienen kurz auch in die Fluten einzutauchen. Doch nun, im Schein der späten Wüstensonne frierend und immer wieder die Nase hochziehend, begnügte er sich damit an Gefäßen aufzufüllen was er mitgenommen hatte, nur die von dem Feuer versehrten Stellen mit etwas von dem kalten Nass zu kühlen, seinen Durst zu stillen und dann wieder zum Wagen zurückzukehren, sollte der denn dann überhaupt noch da sein.

Doch verweilte Duiliath nicht etwa dort, sondern schritt weiter, den Weg zurück, zu dem Ort der Auseinandersetzung mit der Elfe. Die Maus lag noch immer dort, wo seine Magie im Endeffekt ihm wohl mehr Schaden zugefügt hatte als ihr. ‘Nur das ich wohl mehr aushalte als du!’ dachte der Dämon ungerührt und prüfte nochmals, dass das Nasenbluten auch tatsächlich ein Ende gefunden hatte. Doch selbst wenn es nicht an dem gewesen wäre: Seine Nase war gegenwärtig sowas von dicht... Er klaubte die Überrest der zweigeteilten Rennmaus auf, pulte letzte Reste der Innereien heraus und steckte seine Beute, in einen ledernen Lappen gewickelt, in den Beutel. Nicht viel, aber genug ihn nicht ganz so hungrig zu Bett gehen zu lassen, wie ohne. Tatsächlich fand er sogar noch einen Strauch, dessen Wurzelknollen gekocht ganz annehmbar schmeckten. Also grub er und nahm sich etwas, freilich nur so wenig, das der Strauch es überstehen würde. Maßlosigkeit in der Wüste führte schnell zum Tod, das hatte er sehr früh gelernt. Zwar war die Wahrscheinlichkeit eher gering, ausgerechnet hierhin später nochmal zurückzukehren und also auf ein Fortbestehen dieses Strauches angewiesen zu sein, aber er hatte es nun einmal so gelernt.

Bevor er nun endgültig zum Lagerplatz zurückkehrte ging er nochmals zu einem verdorrten Strauch, brach sich genug Zweige für ein kleines Kochfeuer, die er ebenfalls in dem großen Beutel verstaute, und kehrte dann zum Wagen zurück, sollte der noch da sein. Bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit, also sofort, sollten die Beiden sich hier zu Rasten denn entschlossen haben, würde er sich daran machen sein Essen sich zu bereiten. Das hieß, er würde sich zuerst zwei Steine suchen und zwischen diesen die Handvoll Wurzelknöllchen zu einer feinen Paste verreiben. Anschließend würde er der Maus die Haut abziehen, diese auf ein Stöckchen spießen, mittels eines magisch verstärkten Funkens ein Feuer entfachen, das Tier darüber zum Schmoren bringen und schließlich, wenn dessen Fett zischend in die Flammen tropfte, einen der Mahlsteine zu einer dünnen provisorischen Steinschüssel formen, darin die Wurzelpaste mit etwas Wasser und unter beständigem Umrühren zu garen.

All das würde etwas abseits des Wagens erfolgen und dann, wenn er damit nur erst fertig wäre, mochte das frugale Wüstenmahl beginnen. Da er die Reaktionen vieler Menschen auf seine pragmatischen Ernährungsgewohnheiten kannte, bot er Suada nichts davon an. Und die Dämonin? Duiliath schnaubte nur kurz, ob der bloßen Vorstellung ihr etwas anbieten zu wollen. Dazu fehlte es ihm bedauerlicherweise gerade leider am geeigneten Gift.
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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Lianne » Mi, 04. Jul 2012 1:45

Lianne hatte nicht damit gerechnet, dass Suada derart gereizt reagieren würde, aber sie blieb ruhig ob dieses „Ausbruchs“. Es hatte keinen Sinn ihr diese Gefühle nach zutragen immerhin trugen sie selbst und der seltsame Junge ja irgendwie die Schuld an dem ganzen Schlamassel. Vielleicht auch nur sie. Die Elfe seufzte als die Menschenfrau ging. Sie hätte ihr sagen sollen, dass der Junge vielleicht hätte helfen können damit der Wagen nicht einsinkt. Immerhin gebot er doch über den Dreck unter ihren Füßen. Aber sie gab ihr nicht einmal die Möglichkeit, sondern entschuldigte sich und ging. Sie konnte nichts anderes tun als ihr nachzusehen. Der Junge wühlte im Wagen und verschwand dann auch. Ihm würde sie mit Sicherheit nicht folgen. Reichlich alleine kam sie sich auf der Straße nun vor. Hatte sie nicht versucht es wieder in Ordnung zu bringen? Hatte sie es verdient, dass man sie nun alleine zurück ließ? Aber änderte es etwas daran? Im Grunde war sie doch ihr ganzes Leben über schon alleine gewesen. Sie war schon immer anders gewesen. Auch bei den Nomaden. Sie war die Elfe gewesen. Es waren nur fünf Jahre gewesen und dennoch...manch einen hatte sie heranwachsen sehen. Sie hatte gesehen wie aus dem Jüngling Faris der Anführer geworden war. Wie vermisste sie ihn und Basima doch! Freundschaft und Familie. Ihr Herz sehnte sich danach. War sie deshalb noch immer hier und hatte Suada Schutz angeboten? Nein. Es steckte noch mehr dahinter. Sie trug auch die Verantwortung für das was passiert war und der Junge war ihr...ähnlich, auch wenn sie es wohl niemals laut aussprechen würde. Obwohl – sie konnte es ja ruhig laut aussprechen, er würde sie eh nicht verstehen.

Die Elfe verzog ihre Miene kaum, aber verschränkte doch die Arme vor der Brust. Ihr hatte der Junge nicht gesagt wo er hin ging und Suada wollte ihre Ruhe, aber Lianne hätte die Situation gerne weiter besprochen. Sie schätze es nicht sonderlich wenn noch so viel ungeklärtes vorhanden war. Immerhin gab es davon in ihrem Leben reichlich. Sie musste nicht noch mehr anhäufen. Warum war sie nicht zu den Wüstenelfen gegangen? Ihr Blick richtete sich auf die Weite der Wüste. Sie hatte schon immer gewusst, dass sie die meiste Zeit ihres Lebens alleine gewesen war. So wie jetzt auch. Die anderen hatten sich von ihr abgewandt. Im Grunde waren Faris und Basima nicht besser als Suada und der kleine Bock. Sie hatten der Elfe nur länger einen sicheren Hafen gewährt. Das Ende war nur das selbe gewesen. Sie stand alleine in Mitten der Wüste. Alleine.

In der Ferne hörte sie das Lachen und die Rufe von Kindern. Was auch immer sie taten, eines war gewiss: Sie hatten dabei unglaublich viel Spaß. Alles in ihr sehnte sich danach zu ihnen zu laufen, aber das durfte sie nicht. Schon früh hatte sie gelernt, dass die anderen sie nicht wollten. Sie war nicht gewollt. Auch wenn sie einfach nicht verstehen konnte warum nicht. Warum hatte niemand sie lieb? Warum spielte niemand mit ihr? Wut und Traurigkeit vermischten sich in ihrem Herzen. Sie wollte weinen, aber auch zu ihnen laufen und einfach mitspielen. Aber würde sie dann nicht wieder gehänselt werden? Die Worte der anderen taten so weh.
Lianne wollte sich nicht an so etwas erinnern. Sie selbst kämpfte dagegen an. Basima hatte ihr einst gesagt, dass sie all die Momente, die sie zurück erhielt, ganz fest halten solle. Irgendwann würden es genug Erinnerungen sein um mehr über ihr Leben zu erfahren. Aber wollte sie wirklich wissen wie ihre Kindheit war, wenn es solche Dinge waren an die sie sich dann erinnerte? Oft passierte es nicht, dass Erinnerungen kamen. In den letzten Monaten sogar sehr selten. Oder waren es schon Jahre? Sie wusste es nicht mehr. Immer kämpfte sie dagegen. Vielleicht hatte sie dadurch unbewusst eine Tür zugestoßen und konnte sich deshalb nicht bewusst erinnern? Es war ein Dilemma. Sie wollte mehr über ihr Leben erfahren, aber nicht solche Dinge. Am liebsten würde sie mehr über die Frau erfahren, die sie manchmal im Traum gesehen hatte. Die Augen so strahlend blau wie der Himmel. Liebe lag in den Augen, wenn sie im Traum die Elfe erblickten. Das lange wallende Haar umrahmte das sanfte Gesicht. Schwarz wie die Nacht waren diese Haare und Lianne war sich sicher, dass es sich wie Seide anfühlte. Diese Frau hatte im Traum oft mit ihr gesprochen, aber Lianne erinnerte sich nie lang genug an ihre Träume um zu erfahren was sie ihr sagte. Aber das Gesicht blieb. Es war ein Anker für sie. Ebenso wie die Erinnerungen an Basima. Starke Bande. Aber wer war diese Frau? Eine gute Freundin? Eine Schwester? Ihre Mutter? Es gab niemanden, der ihr eine Antwort darauf geben konnte und doch hatte sie Angst vor der Antwort. Hatte sie sie in einem Wutausbruch getötet? Hatte man sie fort gejagt? Lianne schüttelte ihren Kopf. Sie musste diese Gedanken loswerden. So viel Traurigkeit würde ihr Herz heute nicht mehr ertragen können ohne seinen Tribut zu fordern. Die Elfe holte ihre eigenen Habseligkeiten aus dem Wagen. Suada hatte sich dazu entschieden sich zurückzuziehen, der Junge war gegangen und so konnte sie selbst sich auch etwas zurückziehen. Sie lud einige Dinge auf Kalil, den sie sogleich losband. Nur weil Suada auf dem Weg rasten wollte, würde die Elfe es nicht tun. Zumindest etwas entfernt von der Straße wollte sie sich einen Platz suchen. Etwas Gestrüpp um sich sicher zu fühlen, aber in der Nähe des kühlen Nass würde sich davon genug finden lassen. Noch nah genug um den Wagen im Blick zu haben, fand die Elfe einen Bereich, den sie sich als Nachtlager vorstellen konnte. Einige jungen Bäume, Gestrüpp und eine Vertiefung.

Sie begann damit das Pferd von seinem Ballast zu befreien. „Du hättest mich ruhig warnen können“, sagte sie sanft zu Kalil, während sie ihm den Sattel abstreifte. Auch die Satteldecke landete auf dem Boden. Sie band ihn an einem der jungen Bäume fest, aber so, dass er ohne Probleme etwas Gras oder Gebüsch rupfen konnte. Normalerweise würde sie ihn nicht festbinden, allerdings war ihr die Nähe zur Straße sowie die Nähe zu den anderen nicht unbedingt geheuer. Dann begann sie ihr Gepäck nach einem anderen Oberteil zu durchsuchen. Sie fand eines – allerdings hatte es keine langen Arme. Vielleicht konnte sie das alte zusätzlich anziehen? Aber das würde sicherlich warm werden. Jetzt aber wechselte sie schnell ihre Kleidung. Für einen Augenblick, als der sanfte Wüstenwind über ihren Oberkörper strich, erinnerte sie sich an das Gefühl als sie ihre Flügel ausstreckte. Noch so etwas über das sie nachdenken sollte. Aber nicht jetzt. Nicht mehr heute. Sie hatte heute das kühle Nass bezwungen und war durch den Fluss geschwommen. Sie! Das Feuerkind. Sie hatte auf ungeschickte Art einen anderen wie sich kennengelernt. All das hatte sie erschöpft. Nicht zu vergessen der emotionale Ballast, der dadurch nun auf ihr lastete.
Sie setzte sich auf die Satteldecke und begann die Schäden an ihrem Oberteil zu überprüfen. Hoffentlich zerriss sie sich nicht mehr oft die Kleidung. Die Sonne konnte immerhin unbarmherzig sein.

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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Suada » Do, 05. Jul 2012 8:30

Suada brauchte dieses Mal nur eine kleine Weile, um sich zu beruhigen. Zunächst weinte sie stumm, dann betete sie in dem selben Singsang, den ihre Begleiter bereits von ihr gehört hatten, die Salzuhr wieder mit einer Hand fest umschlossen. Dieses Mal schien es ihr auch wirklich zu helfen, wieder ruhig zu werden, sie fühlte sich bald etwas besser. Aber sie hätte nicht einfach so gehen und vor allem nicht so gereizt mit Lianne sprechen dürfen. Aber sie hatte sich ja nicht aus bösem Willen von ihr abgewandt, sondern weil sie etwas Ruhe brauchte und fürchtete, sonst noch ganz und gar die Nerven zu verlieren, weil sie sich mit der Situation gnadenlos überfordert fühlte. Vielleicht hätte sie der Elfe das gleich erzählen sollen, aber dazu hatte es ihr an der inneren Ruhe gefehlt. Nun aber beschloss sie, zurückzugehen und sich noch einmal etwas ruhiger für ihren Fortgang zu entschuldigen. Rasch stand sie auf, und ihr Knöchel protestierte, sodass sie vor Schmerz das Gesicht verzog, dich sah niemand etwas davon, ebenso wenig wie von der schmerzerfüllten Miene, als sie sich wieder auf den Wagen zu bewegte, denn der Junge war noch unterwegs, um Wasser zu holen und Lianne hatte sich bereits einen Lagerplatz gesucht - was sie beides freilich nicht wusste, daher wunderte sie sich nur, dass sie keinen von beiden vorfand. Waren sie fort? Warum hatten sie ihr nichts gesagt, so weit fort war sie doch gar nicht gewesen? Zumindest Lianne hätte ihr doch etwas sagen können, bei dem Jungen hatte es wenig Sinn, den verstand sie ja ohnehin nicht.

Dann bemerkte sie, dass auch Liannes Pferd verschwunden war. Sie ging zu ihrem Wagen und stellte fest, dass die Elfe auch einige ihrer Sachen mit genommen hatte. Warum? Vielleicht war sie in Eile aufgebrochen und hatte sich entschieden, nur das Nötigste mit sich zu nehmen. Bestimmt hatte sie sie mit ihren barschen Worten, ihrer knappen Entschuldigung und ihrem plötzlichen Weggang beleidigt, und nun zog sie es vor, alleine weiter zu reisen. Nicht, dass es Suada ein Herzenswunsch wäre, mit einer magiebegabten Elfe und einem ebensolchen Drachenerben zu reisen, aber sie wollte sie doch auch nicht vor den Kopf stoßen oder ihnen gar das Gefühl vermitteln, dass sie sie ablehnte. Vermutlich hatte sie aber genau das getan, denn warum sonst sollte Lianne ihre Sachen nehmen - oder zumindest einen Teil davon - und damit von hier verschwinden. Sie hatte Durst, doch der Krug, aus dem sie Duiliath vorher etwas zu trinken gegeben hatte und in dem ohnehin nicht mehr viel Wasser gewesen war - sie hätte später sicher noch zum Fluss müssen, um ihn zu füllen - war verschwunden, und einen Wasserschlauch, wie sie ihn vorhin bei Duiliath gesehen hatte, besaß sie nicht. Bei der nächsten Gelegenheit, so beschloss sie, musste sie sich einen zulegen, er war doch deutlich praktischer als der große, schwere Krug.

Ihren Durst wollte sie jedenfalls stillen, und so wandte sie sich von ihrem Wagen ab, um einige Schritte in Richtung Fluss zu gehen, aber ihr Knöchel schmerzte inzwischen bei jedem Schritt so sehr, dass ihr fast schwindelig davon wurde. Dennoch - wenn die beiden fort waren, was sie im Moment vermutete, konnte sie wohl kaum hier warten, bis irgend jemand kam, der sie mit Wasser versorgte, also musste sie zum Fluss, trinken bis ihr Durst gestillt war und dann auf dem Weg nach Demera inne halten, sobald sie abermals Durst verspürte. Es würde sie Zeit kosten, immer an den Strom zu gehen, doch etwas anderes blieb ihr kaum übrig. Die Nacht würde sie aber dennoch hier in ihrem Wagen verbringen - vielleicht überlegten es sich die beiden ja doch anders und kehrten zurück, und sie hatte nun einmal versprochen, sie mitzunehmen. Selbst wenn sie wirklich, erbost über ihr barsches Verhalten, ohne ein Wort des Abschiedes gegangen waren - vielleicht überlegten sie es sich doch anders und kehrten zurück, also beschloss sie, bis zum Mittag des nächsten Tages zu warten, spätestens wenn die Sonne im Zenit stand würde sie aber abreisen, mit oder ohne Lianne und Duiliath.

Daran, sich den Weg zum Fluss mit einem Pferd leichter zu machen, dachte sie im Moment nicht, also humpelte sie den Weg in Richtung Ufer entlang. Jeder Schritt war eine Qual, und immer wieder musste sie kurz inne halten, warten bis der größte Schmerz abgeklungen war, ehe sie weiter ging. Sie versuchte, den Fuß so wenig es ging zu belasten, aber der Weg war nicht gerade dazu geeignet, ihn entlang zu hüpfen, und so kam sie nicht umhin, doch ab und an aufzutreten. Suada biss die Zähne zusammen und ging langsam weiter in Richtung Strom. Ihre Lippen waren schon ganz trocken und leicht aufgesprungen, sie hatte in der ganzen Aufregung ohnehin zu wenig getrunken. Warum nur hatte sie die Nerven verloren, wenn auch nur für einen Moment? Hätte sie sich zusammen gerissen, wären die beiden vielleicht noch da, und sie könnte sie bitten ihr etwas Wasser vom Fluss zu holen.

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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Duiliath » So, 08. Jul 2012 11:50

Nachdem Duiliath das Feuer entfacht hatte und das Tier darüber briet, was noch eine Weile dauern mochte, fiel ihm auf, das er weder die Dämonin noch Suada gesehen hatte, und das schon eine geraume Weile. Um die Dämonin machte er sich keine Sorgen. Nicht etwa weil sie ihm so wenig sympathisch war, doch sie konnte auf sich selbst aufpassen. Suada allerdings, mit ihrem verletzten Fuß… Duiliath stak die Holzspießchen etwas weiter vom Feuer weg, goss etwas Wasser um die Feuerstelle herum auf den Boden und konzentrierte sich kurz. Als darauf der Untergrund um die Flammen herum zu einem lehmartigen und nach oben hin sich verengenden kleinen Wall hoch wuchs, der Wind und auch hungriges Getier von den Flammen und dem Bratgut fernhalten mochten, war er es zufrieden, legte noch einige Zweige nach und ging dann, das Bratgut in der Wandung eingeschlossen sich selbst und den Elementen überlassend. Am Wagen angelangt sah er sich um, entdeckte das achtlos vorhin von ihm unter diesem abgestellte Tongefäß und stellte dieses nunmehr an den richtigen Platz dafür zurück. „Suada? Äh – und du Andere, seid ihr da, ist alles in Ordnung mit euch?“ Als er nicht sofort Antwort erhielt, sah er sich um. Das Überleben außerhalb der von anderen bewohnten Gebiete hatte ihm unter Anderem auch grundlegend die Fähigkeit Spuren zu lesen gelehrt. Doch soviel wie hier inzwischen herumgetrampelt worden war: Eine Spur führte fort. Stiefel neben Hufen. Da Suadas Tiere noch da standen, also vermutlich die Dämonin. Schade, hätte er von ihr doch noch viel lernen können. Aber man traf sich ja bekanntlich stets zweimal mindestens im Leben. Ansonsten sah er nur etliche Spuren von und zum Fluss.

„War sie ihn etwa suchen gegangen?“ Duiliath schüttelte den Kopf und beeilte sich zum Fluss zu gelangen. Dann schließlich sah er sie. Aber unsicher war ihr Gang, wirkte erschöpft und… „Suada, hey warte doch, ja?“ Da sie seine Worte nicht verstand, bemühte er sich um einen freundlichen Unterton, der sie beruhigen sollte, der diese gesamte Situation entschärfen sollte. Bei ihr angelangt, sah er sah er sie über ihre spröden und trockenen Lippen lecken. „Oh, Durst? Ich hatte doch extra einen Krug.“, er zeichnete die Formen des Tonkruges nach, „zum Wagen zurück gebracht.“ Aber da musste sie schon unbemerkt an ihm vorbei zum Wasser gegangen sein. Duiliath reichte ihr den Schlauch mit Wasser aus seinem Beutel, führte Suada zu einem nahen Stein und besann sich auf sein drachenerbisches Charisma sie möglichst ruhig und kooperativ zu stimmen. Er würde ihr, wenn er nicht merkte das sie sich absolut dagegen sträubte notdürftig versorgen. Das heißt er würde einige Gräser zusammen klauben, diese mit Wassert tränken, ihr dieses dann auf den Knöchel zu legen. Anschließend würde er, leise dabei vor sich hin summend wie auch beruhigend auf Suada einwirkend, das Gestein des Felsens auf dem sie saß formen. Und zwar dergestalt, das sich daraus ein nicht zu enge feste Schiene – den Knöchel schonend, wie den feuchten Umschlag an seinem Platz haltend – um ihren Fuß wie Unterschenkel wand.

Da Stein vergleichsweise brüchig war, insbesondere wenn er diese „Schiene“ eher filigran gestaltet hatte, ihr das zusätzliche Gewicht nicht zu groß werden zu lassen, war dies ein Provisorium nur. Duiliath streckte die ob der vielen genutzten Magie ihn schmerzenden Glieder, fühlte sich als wäre dies der Muskelkater nach einem gestrigen Marathonlauf. Aber ausruhen konnte er später noch genug. „Kann ich dich stützen, zum Wagen“, er versuchte sich in der Imitation eines zügelschlagenden Kutschers, „…zurück bringen? Du solltest deinen Knöchel“, er imitierte einen humpelnden Gang, „wirklich schonen, weißt du? Also, zum Wagen dann?“
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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Lianne » Di, 10. Jul 2012 22:58

Lianne verschenkte keinen Gedanken daran, dass die anderen vielleicht davon ausgehen könnten, dass sie sie verlassen hatte. Immerhin waren es doch die anderen gewesen, die gegangen waren und sie hatte einen Lagerplatz suchen wollten. Genau das hatte sie ihnen doch gesagt...oder? Aber darüber dachte sie garnicht nach. Sie betrachtete weiterhin ihr Oberteil ohne an etwas bestimmtes zu denken. Die Sonne, die Wüste und ihr Leben. All das war in ihren Gedanken und doch war nichts konkret. Nach einer Weile legte sie das Oberteil zur Seite. Eine ihrer Hände fuhr durch den Sand und fand einen kleinen Stein, den sie in die Hand nahm. Ihre Finger spielten damit, während ihr ganzer Körper begann sich zu entspannen. Sie genoss die Wärme, die von der Sonne und dem Sand ausging. Einige flohen gerne vor der Hitze, aber sie sehnte sich förmlich danach.

Leise summte sie ein Lied. Keines aus dem Nebel, sondern eine Weise der Nomaden. Basima hatte sie ihr manchmal vorgesungen, vor allem in den ersten Tagen. Sie war verdurstet gewesen und übel zugerichtet, aber die alte Frau, die selbst nie Kinder hatte, nahm sich der Fremden an. Nächstenliebe. Basima hatte gegeben und nun war es an ihr weiterzugeben. Ihre Finger spielten noch immer mit dem kleinen Steinchen, während ein sanfter Wind mit ihren Haaren spielte.

Erst als Kalil leicht mit der Hufe im Sand schabte, sah Lianne auf. Sie wurde sich ihrer aktuellen Situation wieder bewusst, was die Elfe verstummen ließ. Sollte sie sich um die anderen bemühen oder darauf warten, dass die anderen sie suchten? Die Elfe entschied sich dazu zu warten. Alles andere konnte immer übel enden. Falls sich der Junge oder Suada entscheiden sollten zu gehen, dann würde sie die Verantwortung über beide nicht tragen müssen. Wäre sie dann freier? Auf gewisse Art vielleicht, aber auch wäre sie wohl ärmer. Andere konnten das eigene Leben bereichern, auch wenn sie so waren wie der kleine Bock. Die Elfe seufzte. Sie würde dem Jungen begreiflich machen müssen, dass sie seine Sprache nicht sprach, aber ihn verstehen konnte. Suada würde sie irgendwann mehr erklären müssen. Aber nur wenn beide lang genug blieben. Es gab so viele Möglichkeiten. So viel wenn und aber. Lianne würde sich darauf einlassen müssen und es so nehmen wie es kam, auch wenn es ihr schwer fallen würde.
Sie konnte die andere in sich nicht immer unterdrücken, da das zum Chaos führte. Sie brauchten ein Gleichgewicht und deshalb musste sie diesen Instinkten...diesen Trieben manchmal nachgeben. Wie aber würde das in der Gruppe funktionieren?

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